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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt über Philipper 1:19-2:13 beleuchtet Christopher Kramp Paulus‘ Perspektive auf Leben und Tod im Dienst Christi. Er betont die Wichtigkeit der Einheit und Demut in der Gemeinde, die sich am Beispiel Jesu orientiert. Die Botschaft ermutigt dazu, andere höher zu achten als sich selbst, da Gott diejenigen erhöht, die sich für andere aufopfern.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Philipper 1, Vers 19 bis Kapitel 2, Vers 13. Lasst uns gemeinsam beten.

[0:40] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir wissen dürfen, dass du nicht nur ein Werk in uns anfängst und uns dann selbst überlässt, sondern dass du willig bist und in der Lage bist, das, was du begonnen hast, auch zu vollenden. Wir möchten dich um Vergebung bitten, wo wir uns von dir abgewandt haben, wo wir es dir unmöglich gemacht haben, das weiterzuführen, was du weiterführen möchtest. Und wir möchten heute unser Leben ganz in deine Hand geben.

[1:08] Wir möchten dich bitten, dass du zu uns sprichst, dass du uns ermutigst, stärkst, ermahnst, tadelst, all das tust, was notwendig ist, damit wir dir folgen von ganzem Herzen und damit du in uns die Früchte der Gerechtigkeit erfüllen kannst, dass du uns tadellos und heilig machst, dass wir ohne Anstoß sind, wenn du wiederkommst und dass du in uns das Werk vollendest. Das bitten wir alles im Namen Jesu. Amen.

[1:37] Wir sind in Philipper Kapitel 1. Paulus schreibt aus Rom, wo er gefangen ist, an die Philipper, die er so gerne hat und nach denen er sich so sehr sehnt. Und er berichtet, dass er aufgrund seiner Gefangennahme mehr Menschen jetzt über Jesus predigen in Rom, einige aus guter, lauterer Gesinnung, aus Liebe, um verlorene Menschen zu retten, andere aus Neid und Streitsucht, zum Teil nur aus Scheingründen. Und Paulus sagt aber: Am Ende wird doch Christus gepredigt und verkündigt, und darüber freue ich mich. Wir lesen weiter in Kapitel 1, Vers 19:

[2:16] „Denn ich weiß, dass mir dies zur Rettung ausschlagen wird durch eure Fürbitte und den Beistand des Geistes Jesu Christi, entsprechend meiner festen Erwartung und Hoffnung, dass ich in nichts zuschanden werde, sondern dass in aller Freimütigkeit, wie alle Zeit, so auch jetzt Christus hoch gepriesen wird an meinem Leib, es sei durch Leben oder durch Tod.“

[2:42] Für Paulus gibt es eine Priorität: Jesus soll verkündigt werden. Seine Rettungsbotschaft soll sich überall verbreiten, und er sagt: Egal, was passiert, wird Christus triumphieren. Wenn Menschen ihn aus Streitsucht verkündigen, wird trotzdem Christus triumphieren, so wie wenn Menschen ihn aus Liebe verkündigen. Wenn er, Paulus, stirbt oder lebt, am Ende wird Christus triumphieren. Es geht um ihn, nicht um Paulus.

[3:11] „Denn für mich ist Christus das Leben und das Sterben ein Gewinn. Wenn aber das Leben im Fleisch mir Gelegenheit gibt zu fruchtbarer Wirksamkeit, so weiß ich nicht, was ich wählen soll. Denn ich werde von beiden bedrängt: Mich verlangt danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre, aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben um eurem Willen.“

[3:31] Paulus sagt: Ich weiß gar nicht, was ich mir wünschen soll, dass ich jetzt hier in Rom verurteilt werde und sterbe, sodass ich sterbe und dann mein nächster Moment, den ich dann sozusagen bewusst erlebe, der ist, dass ich bei der Wiederkunft von den Toten auferwache und auferweckt werde und zu Jesus entrückt werde und dann quasi im nächsten Moment, ohne dass ich all die Jahrhunderte dazwischen miterlebt hätte, dass ich im nächsten Moment bei Jesus bin. Das wäre doch so wunderbar! Aber gleichzeitig merke ich auch: Ich bin noch vonnöten hier. Die Gemeinden, die ich gegründet habe, die brauchen noch meine Hilfe. Und so weiß er gar nicht, wofür er sich eigentlich wünschen soll: den Tod oder das Leben.

[4:12] „Und weil ich davon überzeugt bin, so weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allen sein werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben, damit ihr umso mehr zu rühmen habt in Christus Jesus um meinetwillen, weil ich wieder zu euch komme.“

[4:26] Paulus sagt: Ich weiß, ich werde jetzt hier noch nicht verurteilt werden. Und es ist auch dann gekommen: Er ist noch einmal freigesprochen worden, konnte noch einmal frei herumreisen, weil er wusste, er hatte verstanden: Er wird noch gebraucht. Er hat noch eine Aufgabe zu tun. Das Evangelium muss verbreitet und gefestigt werden, auch in den Gemeinden, die er gegründet hatte.

[4:45] „Nur führt euer Leben würdig des Evangeliums von Christus, damit ich, ob ich komme und euch sehe oder abwesend bin, von euch höre, dass ihr fest steht in einem Geist und einmütig miteinander kämpft für den Glauben des Evangeliums und euch in keiner Weise einschüchtern lasst von den Widersachern, was für sie ein Anzeichen des Verderbens, für euch aber der Rettung ist, und zwar von Gott.“

[5:09] Wie den Kolossern am Anfang von Kolosser 4 sagt Paulus auch den Philippern: Ihr, die ihr das Evangelium angenommen habt, lebt auch entsprechend. Zeigt im Alltag, dass das Evangelium euer Leben verändert hat, und zwar unabhängig davon, ob ein großer Apostel wie ich anwesend ist oder nicht. Manchmal ist es so, dass Menschen besonders dann religiös wirken und handeln, wenn bedeutende Leute, die geistliche Autorität haben, in der Nähe sind. Aber Gott möchte, dass wir ihm folgen, ganz egal, ob berühmte Evangelisten oder große Gemeindeleiter oder wer auch immer in unserer Nähe sind oder ob wir ganz alleine für uns sind.

[5:48] Paulus sagt: Ich freue mich, wenn ich höre, dass auch wenn ihr alleine seid, euer Glaube stark ist, dass ihr einmütig – auch hier betont er die Einheit der Gemeinde – dass ihr einmütig kämpft für den Glauben des Evangeliums in einem Geist. All das sind Themen, die wir auch im Epheserbrief gesehen haben, dass ihr euch nicht einschüchtern lasst von denen, die sie verfolgen, denen, die sie bekämpfen mit anderen Theorien. Und er sagt: Wenn ihr euch nicht einschüchtern lasst, dann ist es ein Anzeichen, dass Gott in euch wirkt und ein Anzeichen eurer Errettung.

[6:20] „Denn euch wurde, was Christus betrifft, die Gnade verliehen, nicht nur an ihn zu glauben, sondern auch um seinetwillen zu leiden, sodass ihr denselben Kampf habt, den ihr an mir gesehen habt und jetzt von mir hört.“

[6:35] Paulus sagt: Die Tatsache, dass ihr Schwierigkeiten habt, dass Widersacher eure Arbeit als Gemeinde aufhalten und bekämpfen, ist ein Zeichen der Gnade. Gnade ist es nicht nur, wenn wir an Jesus glauben, sondern Gnade ist es auch, wenn wir sein Leben sozusagen in gewissem Sinne nachvollziehen, indem wir auch den Widerstand erleiden, den Jesus erlitten hat.

[7:05] „Gibt es nun bei euch Ermahnung in Christus? Gibt es Zuspruch der Liebe? Gibt es Gemeinschaft des Geistes? Gibt es Herzlichkeit und Erbarmen?“ Das sind die Dinge, die Paulus wichtig waren. „So macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das eine bedacht seid.“

[7:26] Paulus betont immer und immer wieder, wie wichtig es ist, dass die Gläubigen einmütig sind, dass sie eines Sinnes sind, dass sie dasselbe Ziel vor Augen haben. Und gibt es da nicht noch viel zu tun in unserer Zeit heute unter den Nachfolgern Jesu, die wirklich sich für die biblische Wahrheit einsetzen und interessieren, dass wir echte Einheit des Heiligen Geistes haben?

[7:53] „Tut nichts aus Selbstsucht oder in nichtigem Ehrgeiz, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst.“ Ein Christ sollte niemals aus Egoismus handeln, niemals sich selbst erhöhen wollen, sondern das christliche Leben besteht darin, andere höher zu achten als mich selbst, das, obwohl sie vielleicht in bestimmten Detailfragen anders denken als ich, obwohl sie Dinge anders tun, einen anderen Charakter, eine andere Persönlichkeit haben, andere Charakterzüge haben. Und ich glaube, uns allen fällt das nicht einfach, und ich muss das in meinem Leben mehr lernen und du wahrscheinlich auch, lieber Freund, liebe Freundin, dass wir andere in der Gemeinde höher einschätzen als uns selbst.

[8:48] „Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen.“ Das ist das Wesen der Liebe, denn die Liebe denkt nicht an das Ihre, so steht's in 1. Korinther 13. Das haben wir schon gelesen. Das ist ein ganz entscheidender Punkt: Leben wir in der Gemeinde so, dass wir nicht an uns selbst denken, sondern zuerst an andere?

[9:08] Und jetzt begründet Paulus das mit einer ganz berühmten und enorm wichtigen Passage: „Denn ihr sollt so gesinnt sein, ihr sollt so ein Denken haben, wie es Christus Jesus auch war, dieselbe Gesinnung wie Jesus sollen auch wir haben.“ Wir können es nicht so allmächtig sein wie er, nicht so allwissend, aber wir können seine Gesinnung haben, die sich jetzt hier ausdrückt: „Der, als er in Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen.“

[9:45] Jesus hat sich erniedrigt. Er ist Mensch geworden, hat sich entäußert, um uns zu retten. Er hat nicht auf sich selbst geschaut, nicht auf das, was für ihn das Beste ist, sondern was für dich und mich das Beste ist.

[10:06] „Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuz.“ Die Gesinnung Jesu ist Selbstaufgabe, Selbstaufopferung für den anderen. Und das steht in einem unversöhnlichen Widerspruch zu der Gesinnung des Satan, den Jesaja 14 beschrieben, der gesagt hat: „Ich will hinaufsteigen, ich will meinen Thron erhöhen, ich will mich Gott gleich machen.“ Bei Satan ging es immer nur um „ich, ich, ich“ und sich selbst zu erhöhen. Bei Jesus geht es darum, für den anderen da zu sein. Und Paulus sagt: Das soll eure Gesinnung sein, dann ist meine Freude völlig, wenn ich sehe, dass das das Wesen der Gemeinde ist, dass wir den anderen höher schätzen als uns selbst.

[11:03] „Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über alle Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden sind und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist zur Ehre Gottes des Vaters.“

[11:22] Weil Jesus sich freiwillig erniedrigt hat, wird Gott der Vater ihn über alle Maßen erhöhen. Er wird König der Könige und Herr der Herren sein. Und weil Luzifer, der zu Satan wurde, sich selbst erhöhen wollte, ist der aus dem Himmel geworfen worden und wird einmal am Ende vernichtet werden. Wer sich selbst erhöht, geht zugrunde, aber wer für andere da ist, den wird Gott erhöhen, weil Gott nur das Beste für uns will. Und wenn wir das Beste für andere wollen, dann werden wir auch all den Segen Gottes, den er für uns sich wünscht und möchte, realisieren können.

[12:05] Was für ein unfassbar schöner Kreislauf, was für ein unfassbar schöner Gedanke, dass Gott das Beste für mich möchte, und die Art und Weise, das zu realisieren, ist nicht, indem ich versuche, selbst alles zu bekommen, sondern für andere da zu sein und mir wünsche, weil ich das von Gott weiß und erlebe, für andere das Beste zu wünschen, die dann auch wieder anderen das Beste wünschen.

[12:31] „Darum, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, wie wir es schon gesehen haben, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern.“ Nehmt das Evangelium ernst, nehmt die Botschaft Gottes ernst, nehmt das nicht auf die leichte Schulter, sondern trachtet eifrig danach, die Geschenke Gottes im Evangelium auch wirklich im Glauben anzunehmen. „Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen.“

[13:08] Gott wird uns den Willen schenken, er wird uns das Können schenken, wenn wir uns ihm übergeben. Selbst wenn unser Wille nicht stark ist, können wir trotzdem die Entscheidung fällen: Gott, du kannst mir das Wollen schenken. Schenk du mir heute das Wollen und Vollbringen. Lasst uns unter keinen Umständen das Evangelium an die zweite Reihe stellen. Lasst es unter keinen Umständen auf die lange Bank schieben, sondern selbst wenn wir nicht so richtig wollen oder können, lasst uns zu Jesus kommen, wie wir sind, und sagen: Schenk mir Wollen, schenk mir Vollbringen, dass das Evangelium sich in meinem Leben verwirklicht.

[13:52] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, vergib uns, dass wir so oft auch in der Gemeinde, auch als gläubige Menschen, so oft zuerst an uns denken, zuerst versuchen, dass es für uns gut und passend ist. Herr, wir möchten dich um Vergebung bitten. Wir möchten dich bitten, dass du uns füllst mit dem Heiligen Geist, dass wir die Gesinnung Jesu haben, der bereit war, für andere da zu sein, in dem Wissen, dass du das Beste für ihn wolltest und dass du auch das Beste für uns willst. So können wir für andere da sein, weil wir glauben, dass jemand sich um uns kümmert, dass du das bist. Schenk uns diesen Glauben heute an diesem Tag. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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