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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt schließt Roman Wiens das Buch Prediger ab und beleuchtet die Verse 12:9-14. Er erklärt Salomos abschließende Weisheit, die darin gipfelt, Gott zu fürchten und seine Gebote zu halten, da Gott am Ende Gericht halten wird. Der Sprecher betont, dass das Buch Prediger trotz der Konfrontation mit der Sinnlosigkeit des Lebens unter der Sonne letztlich Hoffnung vermittelt und dazu ermutigt, das Leben und Gottes Gaben zu genießen, während man auf seine Gerechtigkeit vertraut.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] Liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite". Wir sind auf Seite 710. Wir wollen die letzten Verse in Kapitel 12 des Buches Prediger lesen. Lasst uns mit einem Gebet Gott einladen und ihm das besonders vorlegen.

[0:46] Guter Herrscher, liebender Vater, gerechter Richter, hab Dank dafür, dass du bei uns bist, dass du derjenige bist, der alles in Händen hält, dass du derjenige bist, der uns Mut machen möchte, dass du derjenige bist, bei dem es sich lohnt, der wirklich Erfüllung und Sinn geben kann. Bei diesen letzten Versen aus dem Buch Prediger möchte ich dich auch noch einmal um deine Führung und deinen Geist bitten. Hab Dank dafür, dass du jetzt besonders anwesend bist.

[1:22] Wir sind in den letzten Versen angekommen. Bei mir ist es sogar überschrieben in Kapitel 12, Vers 9 mit "Die Summe aller Lehre". Jetzt kommt er wirklich zur Essenz, zum Abschluss. Salomo selber möchte es noch einmal zusammenfassen. Lasst uns direkt diese Verse lesen und dann wollen wir noch einmal den Überblick über das Buch machen.

[1:48] Prediger Kapitel 12, Vers 9: "Und darüber hinaus, dass der Prediger weise war, lehrte er noch das Volk Erkenntnis und erwog, forschte und verfasste viele Sprüche. Der Prediger suchte wohlgefällige Worte zu finden und Worte der Wahrheit aufrichtig niederzuschreiben. Die Worte der Weisen sind wie Treiberstacheln und wie eingeschlagene Nägel. Die gesammelten Sprüche, sie sind gegeben von einem Hirten. Und darüber hinaus, mein Sohn, lass dich von ihnen warnen: Dass man viele Bücher macht, es ist kein Ende, und viel Studieren ermüdet den Leib."

[2:29] Salomo fasst noch einmal zusammen, was er über die gesamte Zeit des Wirkens in seinem Leben getan hat. Er ist sich bewusst, was für eine große Verantwortung er hat. Er hat versucht, nach bestem Wissen und Gewissen aufrichtig Wahrheit wiederzugeben. Und er ist sich bewusst, dass die Worte, die er weitergibt, wie Treiberstacheln sein können. Sie können den Reiter antreiben. Sie können manchmal schmerzhaft sein, aber sie sollen einen nach vorne bringen. Und vor allem sind sie wie eingeschlagene Nägel. Sie machen etwas sicher, sie machen es fest, sie fixieren es. Aber vor allem macht er deutlich: All das, was er hier hat, ist gegeben von dem einen Hirten. Vielleicht hat er das so in Erinnerung an den Psalm 23, den guten Hirten. Er ist sich bewusst, dass das alles nicht von ihm kommt. Er hat es aufgeschrieben, er hat es weitergegeben, er hat es gesammelt, aber er ist nicht die Quelle davon. Und er ist sich bewusst, dass man sich am Ende auch auf etwas besinnen sollte, denn man kann sich darin verlieren: Dass viele Bücher machen und studieren ermüdet – es hat kein Ende. Das heißt, man darf auch einen Punkt setzen, und den Punkt möchte er jetzt setzen. Er möchte die Zuhörer nicht ermüden.

[4:02] Er möchte einen Punkt setzen, und der Punkt ist folgender in Vers 13 und 14: "Das Ergebnis des Ganzen lasst uns also hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote! Denn das soll jeder Mensch tun. Denn Gott wird jedes Werk, es sei gut oder böse, in ein Gericht über alles Verborgene bringen."

[4:25] Hier kommt Salomo jetzt zum Kern. Das ist seine Schlussfolgerung. Das Wichtige ist: Fürchte Gott, folge ihm, halte seine Gebote, denn Gott wird am Ende Gericht halten und es wird alles sichtbar werden.

[4:48] Spätestens an dieser Stelle merkt man, dass Salomo nicht annähernd so nihilistisch und so verzweifelt, so depressiv ist, wie er gerne dargestellt wird. Das Buch Prediger soll nicht missmutig machen. Es soll eigentlich den Fokus auf das Richtige ausrichten. Ja, die ersten Kapitel, die ersten Seiten, sind herausfordernd, weil sie uns konfrontieren mit den Dingen, an denen wir vielleicht festhalten, die uns Sicherheit geben wollen.

[5:20] Salomo fängt mit all den Dingen an, die Sinn und Erfüllung geben möchten, aber entlarvt sie alle. Salomo entlarvt all die Dinge, die uns nicht Erfüllung und Sinn geben können. Und nachdem er so ab dem ersten Drittel langsam Hinweise gibt, was tatsächlich Sinn und Erfüllung gibt, und zwar das, was Gott gibt, die Gaben, die Gott gibt, das Gute, was wir genießen dürfen,

[5:54] da merkt man auch, was für ein Realist Salomo ist. Er ist sich bewusst, dass auf der sündigen Welt Dinge passieren, die nicht unseren Erwartungen folgen, dass Dinge passieren, von denen wir nur sagen könnten: "Es ist nicht fair, das ist einfach nicht fair." Und er ist sich bewusst, dass es manchmal leichter gesagt ist, einfach an Gott festzuhalten, als es dann auch zu tun, eben weil diejenigen, die an Gott festhalten, dann auch noch häufig mehr Herausforderungen haben als die, die offen in ihrer Ungerechtigkeit leben.

[6:38] Aber Salomo macht deutlich: Es gibt einen Zeitpunkt, der all das wieder in Ordnung bringen wird. Für jeden von uns ist es spätestens zu unserem letzten Atemzug. Insgesamt hat Gott aber einen Gerichtstermin festgesetzt, einen Termin, der Gottes Gnade und Gerechtigkeit sichtbar werden lässt, der alles aufdecken wird, und der vor allem sichtbar machen wird, dass es sich gelohnt hat, an Gott festzuhalten.

[7:12] Und da merkt man, dass Salomo im Buch Prediger so doppelgleisig fährt: Auf der einen Seite möchte er auf das große Ziel hinweisen, er möchte darauf hinweisen, dass wir am Richtigen festhalten sollen, einfach weil es richtig ist und spätestens bei Gottes Gericht auch sichtbar werden wird für alle. Aber er möchte auch, dass wir deshalb nicht depressiv werden und das Gefühl haben, dann lohnt sich das Leben ja gar nicht. Salomo macht im Buch Prediger deutlich: Das Leben lohnt trotz dieses Themas, trotz der Rätselhaftigkeit, trotz der vielen Sinnlosigkeit, die das Dasein unter Sünde einfach mit sich bringt. Trotz dessen lohnt das Leben, wenn ich darüber nachdenke. Boah, das ist genial!

[8:06] Wenn man so im Großen über das Buch Prediger schaut, wird deutlich: Das ist gar nicht so depressiv und pessimistisch, wie man es oft darstellt.

[8:20] Salomo ist Realist. Er sieht die Dinge klar. Er sieht die Verwirrungen, die Verdrehungen, all das Seltsame, all den Nebel, das, was uns verblendet, sieht er ganz klar. Und er sagt: Das Einzige, was helfen kann zu navigieren, ist die Summe von alldem. Das Ergebnis des Ganzen: "Lasst uns deshalb fürchten Gott und haltet seine Gebote! Denn das soll jeder Mensch tun. Denn Gott wird jedes Werk, es sei gut oder böse, in einem Gericht über alles Verborgene bringen."

[9:01] Das Einzige, was uns helfen wird, durch diese Fragezeichen, die bleiben werden, zu navigieren, ist, dass wir festhalten an Gott. Dass wir ihn fürchten, ihm die Ehre geben, dass wir seine Gebote halten, dass wir treu und gerecht sind, und dass wir das Leben nutzen, dass wir das Gute, was Gott uns gibt, genießen, und vor allem den Segen, den er uns gibt, an andere weitergeben. Salomo macht deutlich: In dieser Welt ist so viel kaputt. Es gibt so viel Sinnloses, es gibt so vieles, was wir nicht verstehen, was einfach rätselhaft ist. Aber es lohnt sich trotz dessen, an Gott festzuhalten, denn er will nur das Beste für uns. Und eines Tages kommt der Moment, wenn er alles in Ordnung bringt.

[10:04] Lasst uns Gott dafür loben und noch ein Gebet das Ganze abschließen.

[10:11] Vater im Himmel, du möchtest uns Hoffnung geben. Und wenn wir zwischen den Zeilen lesen, wenn wir genau hinschauen, dann wird deutlich, dass Salomo durch das Buch Prediger Hoffnung geben will. Er hat viele Warnungen, aber vor allem, weil er leider selber viel von diesen Warnungen missachtet hat und deshalb negative Erfahrungen gemacht hat, die niemandem wünscht. Und deshalb will er, dass wir diese Weisheit nutzen, richtig nutzen. Und ich möchte dich bitten, dass wir diese Conclusio, diesen Abschluss, den er über sein Leben, den er durch seine Beobachtungen gemacht hat, dass wir das mitnehmen. Die Summe des Ganzen ist: Fürchte Gott, folge ihm. Hab Dank dafür, dass du uns Sinn und Erfüllung gibst und dass du uns bereits hier das Leben genießen lassen möchtest. Und hab Dank dafür, dass du eines Tages alles in Ordnung bringen wirst. In deinem Namen, herrlicher Gott, sei Dank.


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