Veröffentlicht am
290 Klicks

Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts

Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf meiner Seite“ beleuchtet Roman Wiens Prediger 2:1-18. Er führt durch Salomos Suche nach Sinn und Erfüllung in Freude, Reichtum und Weisheit. Die Predigt zeigt auf, wie Salomo trotz immenser Errungenschaften feststellt, dass alles „Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind“ ist, wenn es losgelöst von Gott geschieht. Sie ermutigt dazu, die guten Dinge des Lebens in der richtigen Perspektive zu sehen und zu erkennen, dass wahrer Halt nur jenseits menschlicher Anstrengungen zu finden ist.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:30] Hallo, liebe Freunde, und willkommen zu "Gott auf meiner Seite". Wir sind inzwischen auf Seite 702 und lesen gemeinsam das Buch Prediger. Was Salomo uns damit geben möchte, bevor wir gleich in Kapitel 2, Vers 1 einsteigen und gemeinsam lesen, möchte ich aber ein kurzes Gebet sprechen und Gott um seinen Segen bitten.

[0:51] Unser guter Herr, unser König, du bist derjenige, der uns gemacht hat. Du bist derjenige, der Bestand gegeben hat. Aber bei vielem, was wir um uns herum beobachten, finden wir nicht das, was uns Sinn und Halt gibt. Und Salomo versucht uns darauf hinzuweisen, was die Dinge sind und wo sie hinführen, wenn ich versuche, da meinen Sinn rauszuziehen. Und wenn wir jetzt gemeinsam weiterlesen, möchte ich um deinen Segen bitten, dass du uns in diesen Worten zeigst, was der Weg ist, den du uns wünschst und was eben nicht. So lege ich diese Zeit dir vor in deinem guten Namen. Amen.

[1:31] Ich möchte gleich anfangen im Buch Prediger in Kapitel 2, Vers 1.

[1:40] Und so sprach ich in meinem Herzen: Auf! Versuch es mit der Freude und genieße das Gute! Aber siehe, auch das ist Nichtigkeit. Zum Lachen sprach ich: Unsinnig ist es! Und zur Freude: Was schafft die? Ich beschloss in meinem Herzen, meinen Leib durch Wein zu laben, während mein Herz sich mit Weisheit beschäftigte und die Torheit zu ergreifen, bis ich sähe, was den Menschenkindern zu tun gut wäre unter dem Himmel die Zahl ihrer Lebenstage lang.

[2:15] Salomo fängt hier gleich damit an, dass er sagt: Okay, wenn es die Weisheit nicht war, die wir im Kapitel vorher gesehen haben, wenn es nicht die Neuerungen sind, wo ich versuche, Neues zu schaffen, vielleicht sollte ich einfach mich dem Positiven hingeben und einfach das Gute genießen. Dann sagt er: Gut, so habe ich in meinem Herzen beschlossen, ich versuche es mit der Freude. Aber auch das hält nicht an.

[2:28] Er sagt zum Lachen, dass das unsinnig ist. Das scheint so ein bisschen dahinter zu stehen, wenn es einfach nur um Unterhaltung geht, wenn ich einfach einen guten Witz gehört habe, eine spannende Geschichte oder einen guten Comedy-Moment gesehen habe und darüber herzhaft lachen kann. Aber im nächsten Moment ist auch das weg. Was hat das groß bewirkt? Ist das, was Halt haben, behalten kann, was bleiben kann?

[3:16] Und zur Freude sagt er: Das schafft die? Wo ist da der Mehrwert, die Effizienz? Wo führt das hin, wenn ich nur dabei bleibe? Und so beschloss er in seinem Herzen, quasi durch den Wein diesen künstlichen Zustand der Freude aufrechtzuerhalten, während er weiter der Weisheit nachgehen möchte und begreifen möchte, was Torheit ist. Ein altes Wort, dass wir kaum noch verwenden. Es beschreibt so eine Mischung aus Naivität und Klugheit, Dummheit. Aber auch das hatte nur einen temporären Effekt.

[4:01] Er wollte wissen: Was ist es, was ist gut zu tun, solange man die Tage seines Lebens hat?

[4:08] Und so wendet er sich anderen Dingen zu. Vielleicht will er etwas hinterlassen, etwas Großes schaffen. In Vers 4 sagt er: Ich unternahm große Werke, ich baute mir Häuser, ich pflanzte mir Weinberge, ich machte mir Gärten und Parks und pflanzte darin die unterschiedlichsten Fruchtbäume. Ich machte mir Wasserteiche, um daraus den aufsprießenden Wald mit Bäumen zu bewässern. Ich kaufte Knechte und Mägde und hatte im Haus geborene Sklaven. Auch hatte ich größeren Besitz an Rindern und Schafen als alle, die vor mir in Jerusalem waren. Ich sammelte mir auch Silber und Gold und Schätze von Königen und Ländern. Ich beschaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Vergnügungen der Menschenkinder: viele Frauen. Und ich wurde größer und reicher als alle, die vor mir waren in Jerusalem. Dazu verblieb mir auch meine Weisheit.

[5:06] Die Aufzählung, die er hier macht, vielleicht ist es dir auch aufgefallen: Ein Wort kommt verdächtig oft vor: Ich, mir. Ich baute mir, ich mache das für mich. Im Zentrum von all dem, was er hier aufzählt, steht er.

[5:27] Er beginnt damit, dass er Häuser und Ähnliches baut, große Projekte, die er anlegt. Manche schlagen vor, die Art und Weise, wie er das aufzählt, deutet so ein wenig auch auf den Tempel hin.

[5:42] Sieben Dinge baute er hier. Die Zahl sieben, die Zahl Gottes. Wenn er tatsächlich auf den Tempel hinweisen möchte, dann würde das bedeuten, dass er hier anerkennt, dass selbst wo er für Gott etwas offiziell getan hat, zumindest in seinem Herzen war da auch ein gewisser Stolz dabei.

[6:05] Denn am Ende muss er zugeben: Er hat es für sich gebaut. Er wollte sich Ehre machen, er wollte etwas hinterlassen. Und wenn man all die Dinge sieht, die er geschafft hat, was für ein, was von hohem Rang er erreicht hat: Ruhm, Ehre, Reichtum.

[6:26] Aber am Ende muss er sagen: Welchen Unterschied hat das gemacht? Im Zentrum stand ich. Und er hat vorher schon deutlich gemacht: Wir Menschen, wir bleiben nicht lange. Und spätestens wenn unsere Tage gezählt sind, kann es uns nicht weiter begleiten.

[6:53] Er zählt hier auch, was er alles für sich getan hat. Und in Vers 9 sagt er: Dazu blieb mir meine Weisheit. Hier ist so ein erster Hinweis auf die Rätselhaftigkeit, wie Gott manchmal mit uns umgeht. Denn obwohl er hier sehr selbstzentriert wurde, obwohl er hier schon einen Weg eingeschlagen hat, der von Gott wegführt, der sich nur auf sich selber beschränkt, Gott hat ihm deshalb nicht die Weisheit sofort genommen, die Weisheit, die er ihm gegeben hat als Geschenk. Die Weisheit blieb ihm.

[7:28] Er hat diese Weisheit aber offensichtlich auch missbraucht und für Dinge eingesetzt, für die sie nicht gedacht war.

[7:36] Er sagt weiter in Vers 10: Und alles, was meine Augen begehrten, entzog ich ihnen nicht. Ich versagte meinem Herzen keine Freude, denn mein Herz hatte Freude von all meiner Mühe, und das war mein Teil von all meiner Mühe. Und ich wandte mich hin zu all meinen Werken, die meine Hände gemacht, und zu der Mühe, mit der ich mich abgemüht hatte, und siehe, das alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. Also gibt es keinen Gewinn unter der Sonne.

[8:09] Salomo sagt, er hat versucht, den Erfolg, den er hatte, zu genießen. Die Frucht seiner Arbeit hat er genießen wollen. Er hat sich dieser Freude zugewandt, obwohl er sich so sehr abgemüht hat. Und am Ende seines Lebens schaut er auf all die Freude, die er hatte, aufgrund von dem, was er geschafft hat. Aber er schaut auch auf all die Mühe, die er hatte, um es zu erreichen. Und muss dann sagen: Auch das alles ist kein Gewinn unter der Sonne. Auch das ist doch nur ein Haschen nach Wind, denn es ist inzwischen weg. Und er weiß, wovon er redet, denn in diesen letzten Jahren seines Lebens hat er viel an Achtung eingebüßt. Er hat viel Schaden angerichtet, damit, dass auch das ganze Volk von Gott weggeführt hat. Na ja, er sagt: All das, was ich aufgebaut habe, es ist kein Gewinn.

[9:05] Und er schließt damit: Auch wenn ich mich einsetze, auch wenn ich mich um Freude, um Glück bemühe, wenn ich Dinge hinterlassen möchte und das aufbaue, wenn ich in meine Arbeit investiere, auch unter all diese Dinge muss ich am Ende einen Strich ziehen und sagen: Das ist doch nur ein Haschen nach Wind. Das ist nur alles ist diese Nichtigkeit, diese Sinnlosigkeit, diese Rätselhaftigkeit. Was bleibt von all dem?

[9:37] Also möchte er sich wieder dem zuwenden, zu erkennen, was denn vielleicht der Kern von Dummheit, von Torheit ist. In Vers 12 fährt er fort: Und ich wandte mich um, Weisheit und Torheit zu betrachten. Denn was wird der Mensch tun, der nach dem König kommen wird, das, was man schon längst getan hat? Und ich sah, dass die Weisheit den gleichen Vorzug vor der Torheit hat wie das Licht vor der Finsternis.

[10:05] Der Weise hat seine Augen in seinem Kopf, der Tor aber geht in der Finsternis. Doch erkannte ich auch, dass ein und dasselbe Geschick sie alle trifft. Ich sprach in meinem Herzen: Gleichwie das Geschick des Toren, so wird es auch mich treffen. Wozu bin ich denn so überaus weise gewesen? Ich sprach in meinem Herzen, dass auch das Nichtigkeit ist. Denn es gibt keine bleibende Erinnerung an den Weisen, so wenig wie an den Toren, weil in den kommenden Tagen alles längst vergessen sein wird. Und wie stirbt der Weise? Gleich dem Toren hin. Da hasste ich das Leben, denn das Tun, das unter der Sonne getan wird, war mir zuwider, denn alles ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. Und ich hasste alle meine Mühe, mit der ich mich abgemüht habe unter der Sonne. Ich muss es ja doch dem Menschen hinterlassen, der nach mir sein wird. Und wer weiß, ob der weise oder töricht sein wird?

[11:11] Salomo erkennt etwas sehr Wichtiges. Er ist immer noch auf dem Weg, dass er aus eigenem Antrieb heraus versucht, Dinge zu erreichen. Er versucht aus eigenem Antrieb heraus, nicht in Bezug auf Gott, sondern aus dem, was er finden würde, den Unterschied zwischen Torheit und Weisheit zu erkennen. Und am Ende sagt er: Beide haben ja das gleiche Ende.

[11:41] Beide sterben und hinterlassen alles, was sie aufgebaut haben, einem anderen. Egal wie klug du warst, egal wie weise du warst, spätestens bei seinem Tod hinterlässt du es jemand anders. Und bei dem kannst du nicht mal sagen: Wie wird er damit umgehen? Wird er das überhaupt wertschätzen, was du aufgebaut hast? Wird er das in Weisheit fortführen oder wird er das in Torheit alles zugrunde richten? Also, was bleibt am Ende wirklich?

[12:11] Und er muss für sich am Ende schließen: Das alles ist auch nur ein Haschen nach Wind. Aber ich glaube, es ist wichtig, dass wir verstehen, dass er nicht hier im Kern gegen Weisheit spricht. Insgesamt all die Dinge, die hier genannt werden, die wir uns angeschaut haben – das Glück, die Freude, die Arbeit, die Weisheit – das sind nicht im Kern Dinge, die schlecht sind.

[12:35] Aber wenn sie unter der Sonne geschehen, sprich hier auf der sündigen Erde, losgelöst von Gott, welchen Gewinn haben sie dann? Welchen Mehrwert? Sie halten bestenfalls so lange, wie ich lebe.

[12:57] Ich versuche aufgrund von meinem Antrieb, weil ich mich anstrenge, weil ich danach suche, einen Sinn zu finden. Salomo sagt: Dieses Bemühen danach ist ein Haschen nach Wind, denn am Ende ist das Ergebnis bei allen gleich, egal wie weise oder töricht ich war.

[13:22] Ich glaube nicht, dass Salomo uns in einem depressiven Zustand hinterlassen will. Er will uns auf dieser Reise durch den gesamten, durch diese gesamte Rede auf Stationen deutlich machen, welche Station nicht die ist, an der ich halten sollte.

[13:41] Und das sollte uns Mut machen, denn seine Reise ist noch nicht fertig. Und das möchte ich Gott jetzt besonders vorlegen. Ich möchte euch einladen, dass wir gemeinsam beten.

[13:55] Weiser Gott, wir lesen hier von einem Menschen, der wirklich weise war. Aber er hat Zeiten erlebt, in denen er alles aus eigenem Antrieb versucht hat, indem er feststellen musste, dass es alles aus egoistischen Motiven heraus passiert. Er wollte für sich Lösungen finden, er wollte für sich einen Sinn und Halt finden. Aber er sucht an der falschen Stelle.

[14:23] Und all die Dinge, die an und für sich gut sein sollten, haben keine Erfüllung gegeben, weil sie nicht die Kernpunkte sind. Und so bitte ich dich, wenn wir jetzt über diese Verse nachdenken, wenn wir über unser Leben nachdenken, dass wir vor Augen haben, dass die guten Dinge, die an und für sich sogar von dir gewollt sind – Weisheit, Glück, Freude, Arbeit, Erfolg – dass das aber nicht die Dinge sein sollen, bei denen wir halten sollen. Das sind nicht die Stationen, an denen wir aussteigen sollen, weil das keinen bleibenden Halt geben wird.

[15:05] Und so lass uns das jetzt in Perspektive sehen, wenn wir unser Leben anschauen, dass wir es aus diesem Blickwinkel sehen. An und für sich werden diese Dinge uns nicht den Halt geben. Aber die Reise ist noch nicht fertig. Du willst uns noch mehr Erkenntnis geben. Hab Dank dafür. Bleib bei uns mit deinem Segen und führe du uns auch, wenn wir an diesen Stationen weiter vorbeifahren. Hab Dank dafür. Amen.


Lizenz

Copyright ©2026 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.