Gott auf (m)einer Seite: Prediger 4:13-5:14
Roman Wiens · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, PredigerPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:00] [Musik]
[0:19] Hmm.
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite". Wir sind auf Seite 705 im Buch Prediger und dort inzwischen in Kapitel 4. Wir werden die letzten Verse gleich gemeinsam lesen, aber bevor wir das tun, möchte ich ein kurzes Gebet sprechen.
[0:49] Unser guter Gott, gerechter Richter, du bist derjenige, der die Dinge wirklich in der Hand hält, der es gut mit uns meint. Aber wenn wir all die Herausforderungen, die es hier auf der sündigen Welt gibt, sehen, möchtest du uns deutlich machen, dass hier alles seine Zeit hat, dass du den Dingen auch Grenzen gesetzt hast und dass du am Ende alles ans Licht bringen wirst. Bei den Dingen, die wir hier in der Hand haben, die wir tun können, da möchtest du uns führen. Wenn wir uns aber an dich wenden, dann möchtest du, dass wir es auch mit einem aufrichtigen Herzen tun. Und so, wenn wir uns jetzt deinem Wort zuwenden, da möchte ich dich darum bitten, dass es unsere Herzen berührt, dass es dieses aufrichtige Herz sein kann, das deinen Worten lauscht. In deinem Namen, sei bei uns. Amen.
[1:49] Wir haben bisher, wir sind in Kapitel 4, Vers 12 gelesen, und da haben wir gesehen, dass Salomo ein paar Fallbeispiele aufgezeigt hat, wo es wirklich einen Unterschied macht, ob unser Leben Bestand, Sinn, Erfüllung hat, und was diese Kleinigkeiten sind. Er hat noch ein letztes Fallbeispiel in Kapitel 4, und da lesen wir in Vers 13 weiter: "Besser ein junger, armer, aber weiser als ein König, alt und töricht, der es nicht mehr versteht, sich warnen zu lassen. Ja, aus dem Gefängnis geht er hervor, um König zu werden, obwohl er als Armer unter der Königsherrschaft jenes Königs geboren wurde. Ich sah alle Lebenden, die unter der Sonne leben, mit dem Jungen, dem Zweiten, der an jene Stelle treten sollte. Endlos das ganze Volk, all die, die er führte. Doch auch über ihn werden sich die Späteren nicht freuen, denn auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind."
[2:57] Der Gedanke, den er hier aufbaut, ist interessant, und es klingt fast so, als würde er seine eigenen Erfahrungen ein wenig hier nacherzählen, weil er selber war ein alter König, und er musste feststellen, dass er zu dem Zeitpunkt ein törichter König war. Er hat sich nicht mehr warnen lassen, er hat sich auf einen Weg begeben, der weit weg war. Und er denkt an seine Zeit zurück: Besser war es, als er ein junger Mensch war, als er noch nicht all diesen Stand hatte, den er jetzt hatte, aber er war weise, und zwar Weisheit, die tatsächlich im Einklang mit Gott war. Und dann sagt er: Da kommt noch ein Zweiter, der an seine Stelle treten wird, aber auch über ihn wird das Volk irgendwann sagen: "Den mögen wir nicht mehr."
[3:47] Salomo denkt hier vor allem daran, was die Außenwirkung ist. Ja, er ist jetzt ein alter König, der töricht war, der sich nicht mehr hat warnen lassen. Gott sei Dank hat er noch die Kurve gekriegt, aber wenn du so zurückblickst, gab es diese Zeit, in der er sich nicht hat warnen lassen, und das Volk hat sich von ihm abgewandt.
[4:07] Es kam jemand Neues an seine Stelle, sein Sohn Rehabeam. Aber auch über ihn hat man später gesagt: "Uns gefällt nicht, was er tut." Insofern hat sich das Wort hier von Salomo bewahrheitet. Aber den Gedanken, den er damit geben will, ist: Auch die Gunst, die man von anderen bekommt, da, wo man bewundert wird für seine Jugend, seine Weisheit oder Ähnliches, auch das ist nicht das, was Bestand hat. Selbst wenn man alt und töricht wird und jemand anders an unsere Stelle kommt, sie werden das gleiche Schicksal haben. Auch über sie wird man irgendwann sagen: "Sie sind nicht mehr die jungen Weisen, die wir am Anfang hatten."
[4:53] Das heißt, auch hier macht es einen Unterschied, wie ich, worin ich meinen Sinn, meine Beständigkeit suche. Und auch wenn Jugend und Weisheit besser sind als Alter und töricht sein, ist nicht das das, was Beständigkeit geben kann. Und jetzt macht er einen Einschub.
[5:15] Denn jetzt könnte der Gedanke kommen: "Okay, ich habe verstanden, Salomo. Ich habe verstanden, ich muss nur Gott folgen, ich muss nur dabei sein, und dann wird es besser sein." Und an der Stelle hat er in Kapitel 5 einen wichtigen Hinweis, und da geht es darum, wie aufrichtig ich Gott begegne. Lasst uns gemeinsam lesen: "Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Haus Gottes gehst, und Herantreten, um zu hören, ist besser, als wenn die Toren Schlachtopfer bringen, denn sie sind unwissend, sodass sie Böses tun. Sei nicht vorschnell mit deinem Mund, und dein Herz eile nicht, ein Wort vor Gott hervorzubringen; denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde. Darum seien deine Worte wenige. Denn bei viel Geschäftigkeit kommt der Traum, und bei vielen Worten kommt törichte Rede. Wenn du Gott ein Gelübde ablegst, zögere nicht, es zu erfüllen; denn er hat keinen Gefallen an den Toren. Was du gelobst, erfülle. Besser, dass du es nicht gelobst, als dass du es gelobst, aber nicht erfüllst. Gestatte deinem Mund nicht, dass er sein Fleisch in Sünde bringt, und sprich nicht vor dem Boten Gottes: 'Es war ein Versehen.' Wozu soll Gott über deine Stimme zürnen und das Werk deiner Hände verderben? Denn bei vielen Träumen und Nichtigkeiten sind auch viele Worte. So fürchte Gott!"
[6:45] Salomo möchte uns hier zur Aufrichtigkeit aufrufen. Nicht, dass wir einfach Gott im Eifer des Gefechts verfolgen wollen, aber dann, wie er am Anfang sagt, viele Schlachtopfer bringen, anstatt hinzuzutreten und zu hören. Dass ich vor Gott viel rede, dass ich ihm viel sage, aber wenig Zeit habe, zu hören, was er mir sagen möchte. Dass ich viele Versprechungen mache: "Ab heute wird alles anders!", aber diese Versprechen nicht halte.
[7:20] Salomo sagt: Es ist besser, dass ich mit wenigen Worten zu Gott komme, dass ich lieber zuhöre, was Gott mir zu sagen hat, dass ich, wenn ich etwas Gott verspreche, dass ich es auch halte. Dass ich Gott tatsächlich fürchte, dass ich vor ihm eine Ehrfurcht habe, einen Respekt, der deutlich macht: Ich bin hier auf der Erde, auf einer sündigen Erde, und Gott ist im Himmel auf seinem Thron.
[7:53] Salomo möchte an der Stelle nicht die Nähe Gottes leugnen, dass Gott so nahe kommt wie ein Vater seinem Kind. Nein, Salomo möchte deutlich machen: In all unserer Geschäftigkeit, wenn ich jetzt vielleicht vorschnell meine: "Salomo, ich habe verstanden, was du sagen willst!", er unterbricht den Gedanken und macht deutlich: "Tritt mit dem nötigen Respekt zu Gott! Gott ist nicht irgendjemand. Er ist derjenige, der tatsächlich allem Bestand gibt, der alles ins Dasein gerufen hat. Warum sollte ich Gott herausfordern mit vorschnellen Worten, anstatt zuzuhören, was er mir zu sagen hat?"
[8:42] Auch da, glaube ich, reflektiert er ein wenig seine eigene Geschichte, denn im Leben von Salomo kam der Punkt, an dem er Gott weniger zugehört hat und mehr geredet hat, weil er dachte: "Er ist doch so weise!" Und davor möchte er warnen. Und mit dieser Warnung fährt er fort, denn es gibt noch ein paar wichtige Dinge, die nicht zur Erfüllung führen. In Vers 7 führt er jetzt fort: "Wenn du Unterdrückung des Armen und Raub von Recht und Gerechtigkeit im Lande siehst, wundere dich nicht über diese Sache; denn ein Hoher wacht über den anderen Hohen, und Hohe über ihnen beiden. Doch ein Gewinn für das Land ist bei alldem dies: Ein König, der für das bebaute Feld sorgt."
[9:34] "Wer Geld liebt, wird des Geldes nicht satt, und wer Reichtum liebt, nicht des Ertrages. Auch das ist Nichtigkeit. Wenn das Gute sich mehrt, mehren sich die davon zehren. Und welchen Nutzen hat sein Besitzer, als dass seine Augen es ansehen? Süß ist der Schlaf des Arbeiters, ob er wenig oder viel isst; aber der Überfluss des Reichen lässt ihn nicht schlafen."
[10:01] Ich möchte hier kurz pausieren. Ich mag diesen Gedanken, dass er sagt: "Wenn ich Besitz, Reichtum, Geld anhäufe, nur damit ich mehr habe, was habe ich davon?" Der Arbeiter, der schläft einen guten, erholsamen Schlaf, weil er seinen Teil tut und davon isst. Aber der Reiche, der immer mehr anhäuft, der kann nicht mal ruhig schlafen, weil seine Gedanken die ganze Zeit dabei sind: "Wird es halten? Ich habe jetzt noch mehr Leute, die ich mit versorgen soll. Da werde ich morgen noch so viel Besitz haben?"
[10:40] Es gibt ein schlimmeres Übel, Vers 12: "Reichtum, der von seinem Besitzer zu seinem Unglück aufbewahrt wird, und geht solcher Reichtum durch ein unglückliches Ereignis verloren, und hat er einen Sohn gezeugt, so ist gar nichts in dessen Hand." Jetzt hat er viel aufgehäuft, hat sich eingebracht, und mit einem Unglück ist aller Besitz weg. Das erleben wir heute manchmal: Wirtschaftskrise, oder wenn es zum materiellen Besitz geht, ein Feuer, eine Überschwemmung, ein Erdbeben, und das ist alles weg. Was kann ich meinem Sohn hinterlassen? Der bleibt mit leeren Händen. Wie groß ist das Unglück, wenn man all sein Herz, seine Hoffnung, seinen Sinn, seine Beständigkeit und Erfüllung auf materiellen Besitz setzt!
[11:38] "Wer aus dem Leib seiner Mutter hervorgegangen ist, nackt, so wird er auch wieder hingehen, wie er gekommen ist, und für seine Mühe wird er nicht das Geringste davon tragen, das er in seiner Hand mitnehmen könnte."
[11:54] Salomo ist gerade dabei aufzuzeigen, wo ich überall nicht meinen Sinn, meine Erfüllung und meine Beständigkeit suchen soll. Und gerade dann, wenn man meint: "Okay, Salomo, ich habe verstanden, worum es dir geht. Ich habe verstanden, es geht um Gott!", da bricht er es auf und sagt: "Achte darauf, dass du mit der richtigen Einstellung aufrichtig und mit einem aufrichtigen Herzen zu Gott gehst." Aber es gibt noch ein paar Dinge, in denen wir vielleicht aufrichtig nach Erfüllung suchen, aber da ist es nicht. Und so ist es häufig mit dem Materiellen, dass wir uns anhäufen. Wir meinen, es würde uns damit gut gehen, aber viele von uns haben schon die Erfahrung gemacht: "Von jetzt auf gleich kann es weg sein." Und er sagt: Spätestens, wenn es um den Tod geht, so wie ich in die Welt gekommen bin, so gehe ich doch auch wieder raus. Als ob ich meinen Reichtum, meinen Besitz mitnehmen könnte? Meine vielen Autos, meine vielen Häuser, die schönen Kleider, die ich habe – all das kann ich nicht mitnehmen. Und deshalb sollte ich darauf auch nicht mein Fundament gießen. Das ist nicht das, was mir Beständigkeit und Sinn geben wird.
[13:18] Salomo möchte noch ein paar Dinge deutlich machen, bevor er zur Schlusspointe kommt. Denn Salomo ist Realist. Er hat viel erlebt, und er weiß, dass man schnell dahin sagen kann: "Okay, ich werde Gott folgen." Das hat Salomo getan, und er ist auf richtigem Herzens Gott sehr lange gefolgt. Und doch war er in den Momenten, in denen er stark und beständig hätte sein sollen, war es nicht mehr. Er hat auf einmal in anderen Dingen nach Erfüllung gesucht. Und Salomo möchte nicht, dass wir diese gleiche Erfahrung machen. Und deshalb bleibt er nicht dabei stehen, im ersten Moment, wo wir denken: "Okay, jetzt habe ich verstanden, worum es ihm geht!" zu sagen: "Okay, dann passt's." Salomo möchte wirklich deutlich machen, wie wir auf dieser Erde, die sündenbeladen ist, mit den teilweise widersprüchlichen Erfahrungen, die wir machen, umgehen sollen, und worin wir wirklich unsere Erfüllung und Sinn suchen sollen.
[14:26] Lasst uns das noch in einem Gebet vor Gott legen.
[14:30] Unser guter Herrscher, unser fürsorglicher Vater, vor dich dürfen wir treten als den Gott und Schöpfer des Universums. Ich möchte dich bitten, dass wir diesem Ratschlag Salomos hier wirklich ernstlich nachkommen, dass wir vor dich mit Ehrfurcht treten, dass wir sehen, wie groß du wirklich bist, aber dass wir vor allem lieber mehr hören, was du zu sagen hast, als selber viel zu reden. Ich möchte dich bitten, dass wir mit dieser Ehrfurcht, die er beschreibt, vor dich treten können und dass wir aufpassen, in den Dingen Erfüllung und Sinn zu suchen, die wir sowieso nach unserem Tod nicht mitnehmen können. Denn so wie wir in diese Welt gekommen sind, so werden wir auch gehen. Nur das, was du gibst, ist das, was bleibt. Und damit möchte ich dich bitten, dass du uns über den Tag begleitest mit der Gewissheit, dass du Beständigkeit geben möchtest, aber dass du uns dafür auch tiefe Erkenntnis schenken möchtest, dass wir uns nicht verlieren in einem oberflächlichen Gelübde, in einem oberflächlichen Versprechen, dir treu zu sein, sondern es tatsächlich meinen und halten können. In deinem guten Namen. Hab Dank für deinen Segen. Amen.
[16:05] [Musik]
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