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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt über Prediger 7:1-27 beleuchtet Roman Wiens Salomos Suche nach dem, was wirklich gut und besser im Leben ist. Er zeigt auf, wie Salomo konventionelle Ansichten hinterfragt und betont, dass wahre Weisheit oft dort zu finden ist, wo man sie am wenigsten erwartet – selbst im Leid. Die Botschaft ermutigt dazu, trotz der Widersprüchlichkeiten des Lebens nicht in Extreme zu verfallen, sondern Gottesfurcht zu entwickeln und beharrlich nach göttlicher Weisheit zu streben.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite". Wir sind auf Seite 107 im Buch Prediger und wollen dort in Kapitel 7 weiterlesen. Lasst uns gemeinsam noch ein kurzes Gebet sprechen, bevor wir direkt einsteigen.

[0:46] Vater im Himmel, du bist derjenige, der uns Weisheit geben möchte, wie Jakobus es gesagt hat. Dann würde ich darum bitten, dass du es gerne gibst. Und wenn wir jetzt gemeinsam mit Salomo darum ringen, was auch diese Weisheit bedeutet, möchte ich dich um deinen Geist bitten. Ich möchte dich bitten, dass du uns erfüllst und dass wir wirklich getrieben von dir die Schritte gehen, die wichtig für uns sind. Gib uns besonders die Gelegenheit, von deinem Wort erleuchtet zu werden, von deinem Wort begeistert zu werden und von dir geführt zu werden. Ich möchte diese Zeit in deine Hand legen und danke dafür.

[1:33] Als letztes hat Salomo die Frage gestellt: „Wer erkennt, was für den Menschen gut ist?“ Diese Frage trägt jetzt die nächsten Verse. In unserer Übersetzung haben wir dann meistens „besser“, aber wörtlich ist es das gleiche Wort, das er vorher verwendet: „Wer weiß, was für den Menschen gut oder besser ist?“ Und jetzt möchte er ein paar Beispiele machen. Lasst uns gemeinsam im Prediger Kapitel 7 Vers 1 weiterlesen: „Besser ist ein guter Name als edles Salböl, und der Tag des Todes als der Tag, da einer geboren wird. Besser ist’s, ins Haus der Trauer zu gehen, als ins Haus des Gastmahls zu gehen; denn jenes ist das Ende aller Menschen, und der Lebende nimmt es sich zu Herzen. Besser ist Verdruss als Lachen, denn bei traurigem Gesicht ist das Herz in rechter Verfassung. Das Herz der Weisen ist im Haus der Trauer, das Herz der Toren aber im Haus der Freude.“

[2:44] Wenn wir über diese Aussage nachdenken, dann sind wir sicherlich im ersten Moment verwundert, was Salomo damit meint. Warum ist es besser, dass man im Haus der Trauer ist? Warum ist der Weise – warum ist dessen Herz im Haus der Trauer, aber das Herz des Toren im Haus der Freude? Hat Salomo nicht vorher selber gesagt, dass wir Dinge genießen sollen, dass wir das Gute sehen sollen? Warum lenkt er jetzt auf einmal in diese Richtung?

[3:19] Für mich klingt das ein wenig so, als wollte Salomo vor allem deutlich machen, dass das Gute, das wir suchen, wenn wir die Frage stellen: „Was ist gut, was ist besser für den Menschen?“, dann ist das häufig an Stellen zu finden, wo wir es nicht erwarten würden. Manchmal ist das Gute dort zu finden, wo wir das Schlechte vermuten würden. Aber vor allem versucht Salomo deutlich zu machen, dass wenn wir mit diesen Dingen konfrontiert werden, dass anscheinend dann unser Blick auf die wichtigen Dinge gelenkt wird. Wenn wir nur umgeben sind von all dem Guten, von all der Freude, von der er vorher an anderen Stellen gesagt hat, dass er das zu seiner Erfüllung versucht hat, dass er sich dem ganz hingegeben hat, aber dort hat er nicht das gefunden, was er gesucht hat. Es geht hier nicht um die Freude, mit der Gott unser Herz beschäftigen möchte, wie wir es vorher in Kapitel 5 gelesen haben. Es geht um die Freude, die in der Regel so kurzlebig ist.

[4:34] Salomo ist aber noch nicht fertig mit diesem Gedanken. In Vers 5 fährt er fort: „Besser ist das Schelten des Weisen – besser das Schelten des Weisen zu hören, Verzeihung – als dass einer das Singen der Toren hört. Denn wie das Prasseln der Dornen unter dem Kochtopf, so ist das Lachen des Toren. Auch das ist Nichtigkeit.“ „Ja, ohne rechter Gewinn macht es weisen Herz zum Toren, und das Bestechungsgeschenk richtet das Herz zugrunde.“ „Besser das Ende einer Sache als ihr Anfang. Besser langmütig als hochmütig. Sei nicht vorschnell in deinem Geist zum Zorn, denn der Zorn ruht im Busen des Toren.“

[5:18] Hier wird deutlicher, in welche Richtung Salomo eigentlich gehen möchte. Wenn wir unseren Impulsen nachgehen, das, worauf wir jetzt am meisten Lust haben, dass vielleicht jemand Lobpreislieder vorsingt – ist natürlich übertrieben, wobei er das sicherlich tatsächlich erlebt haben wird. Oder dass wir schnell dem Zorn nachgeben, dass wir schnell uns überheben – wenn wir diesen Impulsen nachgeben, dann wird es mit unserer Moral, mit unserem Herzen, mit der Aufrichtigkeit, die uns ist, sehr schnell bergab gehen.

[6:01] Und dann im nächsten Vers spricht er etwas anderes, das wir wahrscheinlich zu gut kennen. Vers 10 sagt er: „Sage nicht: ‚Wie kommt es, dass die früheren Tage besser waren als diese?‘ Denn nicht aus Weisheit fragst du danach.“ Wir formulieren das gerne anders: „Früher war alles besser.“ Als ich diese Aussage bei Salomo gelesen habe, habe ich mich ertappt gefühlt, weil ich das doch auch immer wieder sage oder zumindestens denke: „Früher war es besser.“ Aber dann kommt die Warnung von Salomo: „Nicht aus Weisheit fragst du danach.“

[6:42] Ein Kontrast: Wo findet man Weisheit? Es ist nicht so, dass alles besser gewesen ist. Es mag Dinge geben, aus denen wir definitiv lernen sollten, und dazu kommt auch noch. Aber wir sollten auch die Möglichkeiten nutzen, die wir haben, damit Weisheit wachsen kann in uns, damit Gott uns weiter wachsen lassen kann.

[7:07] „Gut ist es, Weisheit zusammen mit Erbe besessen zu haben, und ein Vorteil für die, die die Sonne sehen. Denn im Schatten der Weisheit ist es wie im Schatten des Geldes, aber der Gewinn der Erkenntnis, der die Weisheit erhält, erhält ihren Besitzer am Leben.“ „Sieh das Werk Gottes an! Ja, wer kann gerade machen, was er gekrümmt hat? Am Tag des Glücks sei guter Dinge, und am Tag des Unglücks bedenke: Auch diesen hat Gott ebenso wie jenen gemacht, gerade deshalb, weil der Mensch gar nichts herausfinden kann von dem, was nach ihm ist.“

[7:45] Der Gedanke, den er hier zur Weisheit hat, ist, dass Weisheit und das Gute nicht immer nur dort zu finden ist, wo wir es vermuten würden.

[7:55] Und jetzt kommt dieser Hinweis: Bei guten Dingen sollen wir Gott danken. Wir sollen den Tag genießen, den Gott gegeben hat, an dem Gutes da ist, an dem Tag des Glücks. Aber selbst an dem Tag, an dem es mir nicht gut geht, soll ich bedenken: „Auch diesen Tag hat Gott gemacht.“ Und ich kann mir vorstellen, dass es für Salomo in zwei Richtungen geht: Auf der einen Seite, dass er vor allem hervorheben will: Auch diesen Tag hat Gott gemacht mit all den Möglichkeiten, die darin liegen. Das bedeutet nicht zwingend, dass Gott das Negative für mich vorgesehen hat. Auf der anderen Seite, für Salomo ist die Erziehung, das Wachstum etwas sehr Wichtiges. Vielleicht hat er auch das ein wenig im Sinn, wenn er sagt: „Bedenke, auch diesen Tag hat Gott gemacht.“ Gott hat gewisse Dinge zugelassen in deinem Leben, damit du mit ihm daran wachsen kannst. Und das verkörpert für Salomo so ein Stück weit Weisheit, dass wir mit Gott diese Schritte gehen und daran wachsen können.

[9:08] „Das alles habe ich gesehen in den Tagen meiner Nichtigkeit: Da ist ein Gerechter, der bei seiner Gerechtigkeit umkommt, und da ist ein Ungerechter, der bei seiner Bosheit seine Tage auch noch verlängert.“ Hier sieht man wieder diese große Widersprüchlichkeit des Lebens auf der Erde, die durch Sünde geprägt ist. Es folgt keiner Logik. Wir würden vermuten, wenn ich dann auf der Seite des Guten bin, dann muss es mir doch auch gut gehen. Aber Salomo sagt, auch das hat er gesehen, dass es leider anders gelaufen ist. Damit will er aber nicht eine Regel aufstellen. Er äußert vor allem seine Beobachtung, die Beobachtung, dass auf dieser Welt nicht alles immer so läuft, wie wir es gerne hätten.

[10:03] Jetzt möchte er aber vor allem einige Extreme aus dem Weg räumen. Denn wenn man diese Beobachtung macht, können einem zwei Gedanken kommen, und mit denen möchte er gleich aufräumen. In Vers 16 sagt er: „Sei nicht allzu gerecht und gebärde dich nicht übermäßig weise! Wozu willst du dich zugrunde richten?“ Der Gedanke dahinter ist: Sei nicht fanatisch, nur weil du siehst, dass Gerechtigkeit manchmal nicht dorthin führt, wo sie hin soll. Werde nicht fanatisch und vielleicht einseitig mit Scheuklappen blind, dass du nur noch in diese Richtung rennst, um Gerechtigkeit zu schaffen. Denn dann kann sich diese Gerechtigkeit auch zugrunde richten. Aber auf der anderen Seite sagt er in Vers 17: „Und sei nicht allzu ungerecht und sei kein Tor! Wozu willst du sterben, ehe deine Zeit da ist?“ Denn der Gedanke könnte kommen: „Ja, gut, wenn es den Ungerechten sogar besser geht als den Gerechten, dann mache ich das, dann greife ich auf alles zu, dann lebe ich so im Leben und habe zumindest ein gutes, langes Leben.“ Aber Salomo sagt: „Das ist ja nicht mal der Regelfall. Sei nicht ungerecht, sei nicht – sei nicht blöd! Sei nicht ein Tor! Wozu willst du sterben, ehe deine Zeit da ist?“ Fordere es nicht heraus.

[11:27] Und jetzt kommt für ihn die Lösung: Wenn keines von diesen beiden Extremen, dann Vers 18: „Es ist gut, dass du an diesem festhältst und auch von jenem deine Hand nicht lässt. Denn der Gottesfürchtige entgeht dem allen.“ Die Lösung ist die Gottesfurcht. Und da haben wir wieder einen weiteren Schritt, einen weiteren Hinweis hin zu dem, worum Salomo geht. Die Lösung ist nicht, fanatisch zu werden. Die Lösung ist auch nicht, dann einfach mitzumachen, sondern gottesfürchtig zu werden. Denn damit entgeht man den Extremen. „Die Weisheit hilft den Weisen mehr als zehn Machthabern, die in der Stadt sind. Denn kein Mensch auf Erden ist so gerecht, dass er nur Gutes tut und niemals sündigt. Auch richte dein Herz nicht auf all die Worte, die man redet, damit du nicht hörst, wie dein Knecht dich verflucht. Denn auch viele Male weiß dein Herz, dass auch du andere verflucht hast.“

[12:29] Man sollte nicht immer nur über all seine Ohren haben wollen. Vielleicht hört man dann Dinge, die man gar nicht hören möchte. Mein Herz weiß es: Auch ich rede nicht nur gut über andere, leider. „Das alles habe ich in Weisheit versucht. Ich sprach: ‚Ich will weise werden!‘ Aber sie blieb fern von mir. Fern ist, was da ist, tief, tief – wer kann es ergründen?“

[13:00] Jetzt als Nächstes macht er ein Bild, und das deutete er schon an, damit, dass er hier sagt: „Sie bleibt fern von mir.“ Damit meint er die Weisheit. Und ähnlich wie in Sprüche Kapitel 8 personifiziert er jetzt die Weisheit und auch die Torheit. „Ich wandte mich um, und mein Herz ging darauf aus, Weisheit und ein richtiges Urteil zu erkennen und zu erkunden und zu suchen, und Ungerechtigkeit als Torheit und die Narrheit als Tollheit zu erkennen. Und ich fand bitterer als den Tod die Frau, die Netzen gleich ist und deren Herz Fallstricke, deren Hände Fesseln sind. Wer vor Gott angenehm ist, wird ihr entrinnen; der Sünder aber wird durch sie gefangen.“ „Sieh, dies fand ich“, spricht der Prediger, „indem ich ein zum anderen fügte, um ein richtiges Urteil zu finden, was meine Seele fortwährend suchte, und ich fand nicht. Einen Mann fand ich aus Tausenden, aber eine Frau unter diesen allen fand ich nicht.“

[14:04] An dieser Stelle spielt Salomo nicht Frauen gegen Männer aus. Er nimmt dieses Bild, dass die Weisheit und die Torheit wie zwei Frauen sind. Und die eine sucht er, aber er findet sie nicht, egal wie sehr er sucht. Und die andere, die ist wie diese Frau mit Fallstricken, die leicht jemanden fesselt. Kaum gibt man ihr die Hand, ist man gefangen. Aber er sagt: Wer auf der Seite Gottes ist, der wird der Torheit entgehen. Der Sünder nicht – er wird von ihr gefangen. Aber auf dieser Welt kann es sogar passieren, dass wenn wir auf der Seite Gottes sind, zwar werden wir der Torheit entgehen, aber es kann sein, dass wir der Weisheit hinterherjagen und sie lange nicht finden. Auch hier kommt Salomo wieder, ist er realistisch, der deutlich macht, dass wir umgeben von Sünde an unsere Grenzen kommen. Spannend ist, dass er trotzdem dazu aufruft, dass es wichtig ist: Obwohl ich vielleicht manchmal nicht so viel Weisheit finden werde, wie es mir wünschen würde, lohnt es, ihr nachzugehen. Denn „tief ist es, tief – wer kann es ergründen?“ Für Salomo lohnt es, auch wenn es vielleicht diese Frau ist, der ich nachjage, die ich suche, aber unter Tausenden finde ich sie nicht.

[15:32] Salomo sagt: Es lohnt, der Weisheit nachzugehen, denn dann werden wir konfrontiert mit den Dingen, die uns darauf aufmerksam machen, worum es wirklich geht. Und es wird deutlich, dass man das Werk Gottes ansehen soll. Und trotz dieser Herausforderungen, trotz dieser Widersprüchlichkeiten, nicht in die Extreme nachgeben, dass wir nicht fanatisch gerecht werden und dabei vielleicht kalt werden, aber dass wir auch nicht einfach mitmachen und denken, dass das ein besserer Weg wäre, sondern dass wir bei alldem gottesfürchtig werden, Gott suchen, seine Weisheit suchen und diesen Weg tatsächlich gehen. Lasst uns das noch mit einem Gebet abschließen.

[16:24] Vater, ich glaube, das Ringen, das Salomo hier beschreibt, das kennen wir alle. Dieser Moment, wenn wir sehen, dass die Menschen, die dir nicht folgen wollen, die in Ungerechtigkeit leben, bewusst teilweise, dass es ihnen besser geht als denen, die dir tatsächlich folgen wollen. Aber Salomo macht auch deutlich, dass es trotzdem lohnenswert ist, dass es trotzdem wichtig ist, dir zu folgen, dich zu suchen. Und so bitte ich dich darum, dass wir heute diesen Blick von Salomo haben, dass wir verstehen, was besser ist, wie am Anfang von Kapitel 7 gesagt, dass wir verstehen, wo unser Blick sein sollte: auf den Werken, die du tust, und dass wir den Blick nicht von dir lassen. Und dass es der Weisheit, die sich hier als Frau bezeichnet, sich lohnt, sie zu suchen. Dass wir da bleiben und diese Suche fortsetzen. Ich möchte dich um deinen Geist bitten. Hab Dank dafür, dass wir diese Worte haben und dass du heute besonders bei sein wirst. In deinem Namen. Amen.


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