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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt aus der Reihe „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Roman Wiens Prediger 7:28-8:17. Er spricht über die menschliche Suche nach Weisheit, den Gehorsam gegenüber Gott und weltlichen Obrigkeiten, sowie die scheinbare Ungerechtigkeit im Leben. Das Video betont, dass Gottes umfassender Plan und sein Gericht letztlich alles in Ordnung bringen werden, auch wenn wir seine Wege nicht vollständig ergründen können. Bis dahin ermutigt es dazu, gottesfürchtig zu leben und die guten Gaben Gottes zu genießen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:31] Willkommen zu "Mit Gott auf meiner Seite". Wir sind auf Seite 7 und 8. Wir wollen gemeinsam im Buch Prediger weiterlesen und dort den Abschluss von Kapitel 7 und dann direkt weiter in Kapitel 8. Lasst uns Gott einladen, das zu segnen, wenn wir über diese Worte nachdenken.

[0:51] Guter Vater im Himmel, es ist ein Vorrecht, dass wir uns mit deinem Wort beschäftigen können. Wir wollen davon geführt werden, wir wollen davon bewegt werden. Wir wollen aber vor allem, dass du uns klarmachst, wie wir mit den Herausforderungen des Lebens umgehen können, in den Rätseln, mit diesem Nebel, den wir manchmal sehen. Salomo hat einiges mitgegeben, aber wir wollen von deinem Geist geführt werden, wenn wir diese Worte lesen. Hab Dank, dass du jetzt anwesend bist und dass du es segnest. In deinem guten Namen. Amen.

[1:39] Wir lesen Kapitel 7, den zweiten Teil von Vers 28, um den Gedanken fortzusetzen, den Salomo hier aufbaut, bevor er dann zu einem anderen Bereich kommt, der ihm auch sehr auf dem Herzen liegt. Er ist gerade dabei deutlich zu machen, dass es sich zwar lohnt, nach Weisheit zu suchen, aber dass manchmal die Suche gar nicht so einfach ist.

[2:09] Er sagt da: „Allein, siehe, dies habe ich gefunden: Gott hat den Menschen aufrichtig gemacht; sie aber suchten viele Künste. Wer ist wie der Weise und wer versteht die Deutung der Dinge? Die Weisheit des Menschen lässt sein Gesicht leuchten und die Härte seines Gesichts verändert sich.“

[2:34] Dieser letzte Teil, der klingt wie so eine Anspielung auf den aus dem priesterlichen Segen, den Aaron geben sollte, wenn das Angesicht Gottes über uns leuchtet, wenn sein Gesicht über uns erhoben wird. Es gibt Diskussionen, ob diese Aussage positiv ist im Sinne von jemand, der diese Weisheit hat, dessen Angesicht wird leuchten, dessen Härte im Gesicht wird weniger, was auch wahrscheinlich bedeutet, dass Mitgefühl, Sympathie füreinander gestärkt wird. Manche schlagen vor, dass das vielleicht negativ zu verstehen ist, dass die Härte seines Gesichtes sich verändert. Jemand, der nur auf seine Weisheit sich stützt, weil er sagt hier: „Die Weisheit des Menschen lässt sein Gesicht leuchten“, im Kontrast dazu, dass Gott sein Angesicht über uns leuchten lässt.

[3:42] Ich muss zugeben, ich bin mir nicht sicher, welche von beiden Auslegungen man am ehesten folgen sollte. Aber ich glaube, auf jeden Fall wird deutlich, dass für Salomo die Weisheit, die in Gott begründet ist, wert ist, verfolgt zu werden. Er wird gleich noch ein paar Mal in den nächsten Kapiteln auf diese Weisheit zu sprechen kommen, die tatsächlich ihren Ursprung in Gott hat, auch wenn man an seine Grenzen kommt und dass es sich lohnt, nach dieser Weisheit zu suchen. Aber er möchte auch davon abgrenzen, dass wir aufpassen sollten, uns nicht nur auf uns zu konzentrieren, dass wir uns nicht nur um uns drehen.

[4:32] Er fährt fort: „Ich sage: Den Befehl des Königs gehorche, und zwar wegen des Eides Gottes. Übereile dich nicht, von ihm wegzugehen. Lasse dich nicht auf eine böse Sache ein, denn er tut ja doch alles, was er will. Denn des Königs Wort ist mächtig, und wer will zu ihm sagen: Was tust du da? Wer das Gebot hält, weiß von keiner bösen Sache, und das Herz eines Weisen kennt die richtige Zeit und das rechte Verhalten.“

[5:04] Hier bringt er einen Gedanken mit ins Spiel, der auch im Neuen Testament, vor allem von Paulus und von Petrus, diskutiert wird: der Gehorsam Obrigkeiten gegenüber. Hier geht es nicht um ein blindes, naives Folgen von allem. Für Salomo steht auch im Kern und im Zentrum, dass man das Gebot hält. Und hier geht das wahrscheinlich nicht nur um das Gebot des Königs, sondern ziemlich sicher um das Gebot Gottes. Für Salomo ist deutlich, dass derjenige, der sich wirklich auf Gott verlässt, der Gott gehorsam ist, der Gott folgt, dass das eigentlich jemand ist, der nichts zu befürchten hat.

[5:52] Ein weiser Mensch weiß, was das Richtige ist, was man tun sollte, was wahrscheinlich auch bedeutet, dass es Momente gibt, in denen es richtig ist, gewisse Dinge nicht zu tun. Und vielleicht auch heute gibt es diesen schönen Ausdruck des zivilen Ungehorsams. Es gibt Momente, da ist das das Richtige. Für Salomo steht dabei im Zentrum, dass wir gehorsam sein sollen, dass wir uns nicht auf eine böse Sache einlassen sollen, dass wir nicht einfach nur aufgrund dessen, weil wir anderer Meinung sind oder vielleicht aus einer Rebellion, weil wir einen anderen König haben, dass wir deshalb nicht ungehorsam werden. Sondern dass wir vorbildlich in dem sind, was Gott uns mitgegeben hat. Das ist das, was Salomo hier wichtig ist.

[6:48] Er sagt weiter: „Denn für jede Sache gibt es die richtige Zeit und das rechte Verhalten, denn das Unglück des Menschen lastet schwer auf ihm. Denn er weiß nicht, was werden wird, denn wer sollte ihm mitteilen, wie es weiter werden wird? Kein Mensch hat Gewalt über den Wind, den Wind zurückzuhalten, und niemand hat Gewalt über den Tag des Todes. Auch gibt es keine Entlastung im Krieg, und das Unrecht rettet nicht seinen Herrn. Das alles sah ich und richtete mein Herz auf alles Tun, das unter der Sonne getan wird, zur Zeit, da der Mensch über den Menschen Gewalt hat zu seinem Unglück.“

[7:29] Salomo sagt, es gibt Dinge, die können wir kontrollieren, und es gibt Dinge, die können wir nicht kontrollieren. Ich weiß nicht, welche Auswirkungen manche meiner Entscheidungen, manche meiner Taten haben werden. Wie er sagt: „Wer kann mir sagen, was nach mir kommen wird, was nach meinen Taten kommen wird?“ Vielleicht denke ich zu wissen, was die klügere Entscheidung ist, aber es würde gegen ein Gebot verstoßen. Vielleicht denke ich, dass es klüger ist, dass es besser ist, jetzt die Unwahrheit zu sagen, aber ich weiß nicht, was nach mir sein wird. Der Weise, der kann diese Dinge vielleicht etwas besser einschätzen, aber auch der kommt an seine Grenzen.

[8:25] Und deshalb sagt Salomo: Sei einfach gehorsam, nicht naiv, nicht blind, aber halte dich an das, wovon du weißt, dass es gut ist, das, was Gott uns mitgibt, das, was auch hier sinnvoll ist. Für Salomo wird hier Weisheit zu einem zu einem Gradmesser, der aber auch seine Grenzen hat. Und diese Grenzen lost er jetzt noch ein wenig weiter aus.

[8:59] „Und so sah ich Ungerechte, die begraben wurden und zur Ruhe eingingen – ein kurzer Einschub an der Stelle, etwas Positives für ihn – die aber das Rechte getan hatten, mussten von der heiligen Stätte wegziehen und wurden in der Stadt vergessen. Auch das ist Nichtigkeit. Weil der Urteilsspruch über die böse Tat nicht schnell vollzogen wird, darum ist das Herz der Menschenkinder davon erfüllt, Böses zu tun. Denn ein Sünder tut hundertmal Böses und verlängert doch seine Tage. Aber ich habe auch erkannt, dass es für den Gottesfürchtigen gut gehen wird, die sich vor seinem Angesicht fürchten. Doch nicht gut gehen wird es dem Ungerechten, und er wird dem Schatten gleich seine Tage nicht verlängern, weil er sich vor dem Angesicht Gottes nicht fürchtet.“

[9:55] Hier stellt Salomo wieder zwei Seiten auf, die deutlich machen sollen, was auch unsere Richtschnur für Handeln sein sollte. Ein Gedanke, der der wahrscheinlich gut nachvollziehbar für uns ist, aber von so viel Weisheit erfüllt ist, obwohl er so simpel ist, ist, dass er sagt: „Ein Sünder tut hundertmal Böses und verlängert doch seine Tage.“ Und nur, weil seine Taten nicht sofort bestraft werden, denken wir Menschen, dann ist es vielleicht nicht so schlimm, da machen wir es trotzdem. Wir fühlen uns nicht erwischt, wir fühlen uns nicht bestraft, und deshalb folgen wir eher dem Weg. Und dann sehen wir diese Verkehrtheit, dieser... wir sehen, dass die Gerechten fliehen müssen und die Ungerechten es sich gut ergehen lassen.

[10:56] Aber jetzt kommt Salomo zu dem, was auch über unser Dasein hinausgeht. Denn jetzt bringt er das Gericht Gottes mit ins Spiel, wenn er sagt: „Nein, es wird ein Zeitpunkt geben, da wird das wieder richtiggestellt. Dem Ungerechten wird es nicht gut ergehen, weil er sich vor Gott nicht gefürchtet hat, und er wird seine Tage ab einem gewissen Zeitpunkt nicht weiter verlängern.“ Es wird ein Zeitpunkt geben, wenn Gott die Dinge wieder in Ordnung bringt, und dann wird es dem Gerechten gut ergehen. Hier kommt endlich diese Hoffnung ins Spiel, das, was Salomo die ganze Zeit im Hinterkopf hat, was für ihn das Ergebnis ist von all dem, was er gesehen hat, was er erforscht hat, warum es sich lohnt, gottesfürchtig zu sein. Für ihn gibt es einen Zeitpunkt in der Zukunft, der kommen wird, wenn die Dinge wieder in Ordnung gebracht werden, wenn diese Nichtigkeiten, diese Sinnlosigkeit, dieses Rätsel, dieser Nebel, der hier auf der Erde durch Sünde ist, wenn das endlich gelöst wird und wir die Dinge wieder klar sehen können.

[12:12] In Vers 14 fährt er fort: „Es gibt etwas Wichtiges, das auf Erden geschieht: Da sind Gerechte, denen es nach dem Tun der Ungerechten ergeht, und da sind Ungerechte, denen es nach dem Tun der Gerechten geht. Ich sagte: Auch das ist Nichtigkeit.“

[12:30] Wieder, lasst uns im Hinterkopf behalten, dass es Salomo hier nicht nur um Sinnlosigkeit geht, sondern auch um das Enigma, diese Rätselhaftigkeit, die uns hier auf der Erde einfach betrifft, solange wir von Sünde umgeben sind. Und „Ich pries die Freude, weil es für den Menschen nichts Besseres unter der Sonne gibt, als zu essen und zu trinken und sich zu freuen. Und dies wird ihn begleiten bei seinen Mühen, die Tage seines Lebens hindurch, die Gott ihm unter der Sonne gegeben hat.“

[13:03] Hier möchte er wieder darauf hinaus, dass, wenn ich diese Widersprüchlichkeit sehe und wenn der Tag, an dem Gott die Dinge wieder in Ordnung bringen wird, vielleicht auch noch weit weg ist und ich ihn noch nicht sehe, dann ist das Beste, was mir passieren kann, dass ich mich nicht verliere in diesem Widerspruch, dass ich mich in dieser Rätselhaftigkeit, dieser Sinnlosigkeit nicht verliere, sondern dass ich das, was Gott mir gibt, nutze, dass ich es mir gut gehen lasse, dass ich den Segen Gottes sehe, wahrnehme und voll ausnutze.

[13:40] „Als ich mein Herz darauf richtete, Weisheit zu erkennen und das Treiben zu sehen, das auf der Erde geschieht – denn weder bei Tag noch bei Nacht sieht man Schlaf mit seinen Augen –, da sah ich im Ganzen des Werkes Gottes, dass der Mensch das Werk nicht ergründen kann, das unter der Sonne geschieht. Wie sehr der Mensch sich auch abmüht, es zu erforschen, so ergründet er es nicht. Und selbst, wenn der Weise behauptet, es zu erkennen, er kann es doch nicht ergründen.“

[14:11] In diesem Vers, in diesen Versen, in diesem Abschnitt, da wird deutlich, dass es Salomo nun wirklich nicht nur um Sinnlosigkeit geht. Es geht ihm darum, dass wir auf dieser Erde, die von Sünde geprägt ist, von Rätseln und Problemen umgeben sind, die wir mit unserer Weisheit, selbst die Weisheit, die Gott uns gibt – und Salomo war der weiseste Mensch, der hier lebte – nicht ergründen können. Hier gibt er auch eine Warnung. Er sagt: „Selbst wenn ein Weiser sagt und behauptet, er hat es verstanden, so hat er es nicht verstanden.“ Das heißt, wenn jemand sagt, er kann alles erklären, was hier auf der Erde passiert, sollten wir vorsichtig sein. Salomo sagt, er sagt nicht die Wahrheit.

[14:57] Denn das Werk Gottes hier auf der Erde kann der Mensch nicht vollkommen ergründen. Und hier geht es um die Verbindung von all dem. Es geht um das, was Gott tut, was er zulässt, es geht um seinen Erlösungsplan, es geht um das Gericht, all diese großen Dinge, die einfach über unsere Möglichkeiten hinausgehen. Salomo sagt, er wollte all diese Dinge verstehen. Er hat sein Herz darauf ausgerichtet, er hat nicht geschlafen, er hat nicht geruht, um diese Fragen zu beantworten. Und auch wenn er viele Fragen beantworten konnte, in seiner Weisheit vollkommen ergründen konnte er das nicht. Wir werden die Ewigkeit haben, um über die Tiefen von Gottes Wirken nachzudenken. Manche Dinge hat Gott uns noch nicht gegeben, sie zu verstehen, weil sie hier noch nicht wichtig für uns sind. Und die Dinge, die wir nicht verstehen, die können wir auch erst einmal stehen lassen.

[15:58] Das heißt, für Salomo wird deutlich: Gott wird irgendwann die Dinge in Ordnung bringen. Bis dahin ist das Beste, was wir tun können, dass wir gottesfürchtig sind, dass wir seinem Gebot folgen, dass wir das Richtige tun, von dem wir wissen, dass es richtig ist, dass wir vorbildliche Bürger sind, dass wir nicht auffallen durch eine rebellische Haltung, dass wir vielleicht bereit sind, Schlechtes zu tun, um vermeintlich Gutes zu erreichen. Salomo macht deutlich: Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Nein, bleib auf deinem Weg mit Gott, bleib ehrfürchtig, bleib gottesfürchtig, genieße das Gute, was er gibt, und sei dir bewusst: Das, was Gott tut, sein Werk hier auf der Erde und alles, was dazugehört, seinen Erlösungsplan, das Gericht – wir werden es nicht in der kompletten Tiefe ergründen können. Wir werden dafür die ganze Ewigkeit haben. Lasst uns Gott einladen, dass er uns heute ein bisschen mehr von seinem Werk zeigt, sodass wir jeden Tag ein bisschen mehr darin wachsen können.

[17:18] Herrlicher, großer Gott, Salomo macht hier deutlich: Mit all der Weisheit, die wir erreichen können, mit all der Weisheit, die du uns geben kannst, werden wir trotzdem an unsere Grenzen kommen, weil das Werk, das du tust, viel größer ist, als wir es mit unserem begrenzten Verstand übersehen könnten. Vater, ich möchte dich bitten, dass du uns heute besonders hilfst, deshalb wie Salomo den Blick auf die wichtigen Dinge zu setzen, dass wir uns nicht in der Widersprüchlichkeit des Seins verlieren, dass wir uns nicht verunsichern lassen, dass Sünde hier die Dinge durcheinanderbringt, sondern dass wir vor Augen haben: Dieser Zeitpunkt kommt, an dem du alles in Ordnung bringen wirst. Und bis dahin dürfen wir gottesfürchtig sein, wir dürfen das Richtige tun, es lohnt sich, gehorsam zu sein, es lohnt sich, das Gute zu genießen, das du uns gibst. Etwas Besseres kann uns nicht passieren. Und deshalb möchte ich dich bitten, dass du uns mit diesen Gedanken von Salomo heute besonders begleitest. Hab Dank dafür, du bist gut, du bist die Quelle aller Weisheit und Erkenntnis, und heute dürfen wir ein Stück weiter wachsen. Danke dafür.

[18:42] [Musik]


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