In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ taucht Rabea Kramp tief in Psalm 101:7-8 und Psalm 102 ein. Sie beleuchtet das Gebet des Elenden, das die menschliche Vergänglichkeit und das Leid angesichts von Gottes Zorn thematisiert, und zieht Parallelen zu Jesu Leiden. Gleichzeitig betont sie Gottes ewige Treue und seine Verheißung, Zion wieder aufzubauen und sein Volk zu erretten. Die Botschaft ermutigt dazu, in jeder Not auf Gottes unveränderliche Macht und Gnade zu vertrauen.
Gott auf (m)einer Seite: Psalm 101:7-102:27
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, PsalmenPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf meiner Seite“. Heute lesen wir zusammen die Seite 642, beenden den Psalm 101 und wollen den langen Psalm 102 fast komplett lesen. Bevor wir das tun, gemeinsam beten.
[0:46] Lieber Herr Jesus, du bist der Schöpfer, du bist der Halter des Lebens, des ganzen Universums. Herr, lass uns dein Wort heute verstehen und aus deinem Wort leben. Dafür danken wir dir. Amen.
[1:05] Wir beginnen in Vers 7 in Psalm 101: „In meinem Haus soll keiner wohnen, der Betrug verübt. Wer Lügen redet, soll nicht bestehen vor meinen Augen. Jeden Morgen will ich alle Gottlosen im Land vertilgen, um aus der Stadt des Herrn alle auszurotten, die Böses tun.“
[1:25] Wir haben gestern festgestellt, dass dieser Psalm über Davids Haus spricht, über seinen Königspalast. Aber wir können das natürlich auch anwenden auf den Himmel. Auch Gott sagt: „In meinem Haus werden keine Betrüger wohnen, keine Lügner.“ Niemand, der Unrechtes tut, wird innerhalb der Mauern Jerusalems wohnen und leben können. Es wird eine wunderbare Stadt sein. Wir werden nie mehr unsere Türen verschließen müssen. Wir werden jedem Menschen vertrauen können. Wir werden nie mehr uns fürchten müssen, und es wird keine Dunkelheit mehr geben. Was für ein tolles Leben wird das werden!
[2:03] Psalm 102: Ein Gebet des Elenden, wenn er verzagt ist und seine Klage vor dem Herrn ausschüttet. „Herr, erhöre mein Gebet und lass mein Schreien vor dich kommen. Verbirg dein Angesicht nicht vor mir am Tag meiner Not. Neige dein Ohr zu mir an dem Tag, da ich rufe; erhöre mich eilends! Denn meine Tage sind in Rauch aufgegangen, und meine Gebeine glühen wie ein Brand. Mein Herz ist geschlagen und verdörrt wie Gras. Ja, ich habe vergessen, mein Brot zu essen. Von meinem Stöhnen und Seufzen klebt mein Gebein an meinem Fleisch. Ich gleiche einem Pelikan in der Wüste, bin wie ein Käuzchen in den Ruinen. Ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dach. Täglich höhnen mich meine Feinde, und die gegen mich toben, schwören bei mir. Denn ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Tränen, wegen deines Grimms und deines Zornes, denn du hast mich aufgehoben und hingeschleudert.“
[3:13] Ein sehr trauriger Psalmist, der hier diese Verse schreibt. Er fühlt sich von Gottes Zorn und Grimm wie hingeschleudert. Er vergeht, sein Leben ist fast zu Ende. Er ist in großer Not, und er gewinnt den Eindruck, dass das menschliche Leben wie ein Rauch ist, das schnell vergeht, dass es nicht von großer Bedeutung ist. Er fühlt sich einsam, fühlt sich geschmäht oder ist geschmäht, und die Feinde toben gegen ihn. Wenn wir diese Verse lesen, dann fällt uns Jesus ein, der genau das erlebt hat, der einsam war, der von Gott verachtet war, weil er die Sünde der Welt getragen hat. In Gethsemane hat die Wolke um ihn sich immer mehr zugezogen, immer mehr von allem Dunkel gehüllt war. Die Sünde auf sein Herz gelegt wurde, die Sünde der ganzen Welt, aller Menschen, die jemals gelebt haben und leben werden, hat in diesen Stunden auf ihm gelastet, und er war wirklich von Gott – ja, er hat sich von Gott verlassen gefühlt. Gott hat ihn nicht verlassen, hat sich so gefühlt. Er war ein einsamer Vogel. Sogar seine Jünger haben ihn verlassen.
[4:48] „Wegen deines Grimms“, sagt der Psalmist, „hast du mich aufgehoben und hingeschleudert. Meine Tage sind wie ein langgestreckter Schatten, und ich vertrockne wie Gras. Du aber, Herr, thronst auf ewig, und dein Gedenken bleibt vom Geschlecht zu Geschlecht. Du wirst dich aufmachen und dich über Zion erbarmen, denn es ist Zeit, dass du ihr Gnade erweist. Die Stunde ist gekommen. Denn deine Knechte lieben ihre Steine und trauern über ihren Schutt.“
[5:21] Diese zwei Verse, 14 und 15, die sprechen von der Zerstörung Jerusalems. Und gerade diese Zeile: „Die Stunde ist gekommen“, die erinnert uns ganz besonders an Offenbarung 14, an die drei Engel, die dort ihre Botschaft verkünden. Und hier der erste Engel. Aber gerade in dieser Zeit des größten, ja, der größten Zerstörungen, da kommt Gott und zeigt seine Gnade zu der Zeit, die er vorher bestimmt hat. Gottes Volk trauert über die Steine Zions, sie trauert über die Stadt, über die wunderbare Stadt, die in Asche liegt. Aber die gute Botschaft ist: Gott wird diese Stadt wieder aufbauen.
[6:08] Wir lesen weiter: „Dann werden die Heiden den Namen des Herrn fürchten und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit, wenn der Herr Zion gebaut hat und erschienen ist in seiner Herrlichkeit, wenn er sich zu dem Gebet der Verlassenen gewendet und ihr Gebet nicht verachtet hat.“
[6:28] Hier spricht es von Nehemia, von dem Werk von Nehemia, die maßgeblich daran beteiligt waren, dass die Stadt und das Heiligtum wieder aufgebaut worden ist, weil sie Männer des Gebets waren, weil sie sich zu Gott gewendet haben, das Volk Gottes vereint haben und sie wirklich Gott angefleht haben, ihm zu helfen. Sie haben aber nicht nur gebetet. Nehemia war ein sehr tatkräftiger Mann. Er hat sich um alles gekümmert. Er war ein guter Manager, ein guter Organisator. Hat sich Briefe und Materialien vom König erbeten und hat alles vorbereitet, damit dieses Vorhaben des Aufbaus gelingen kann. Und das Resultat war, dass die Heiden gestaunt haben und Gott dafür gepriesen haben.
[7:17] „Das wird nun aufgeschrieben für das spätere Geschlecht, und das Volk, das geschaffen werden soll, wird den Herrn loben. Denn er hat herabgeschaut von der Höhe seines Heiligtums. Der Herr hat vom Himmel zur Erde geblickt.“
[7:31] Ist ein schöner Gedanke, dass Gott vom Heiligtum herabblickt auf uns und unsere Nöte sieht, um zu hören das Seufzen der Gefangenen, nämlich derer, die in Babylon gefangen waren oder im Exil waren, um loszumachen, die dem Tod geweihten, damit sie den Namen des Herrn verkündigen in Zion und sein Lob in Jerusalem, wenn die Völker sich versammeln allesamt und die Königreiche, um dem Herrn zu dienen.
[8:01] „Er hat meine Kraft gebeugt auf dem Weg, hat verkürzt meine Tage. Ich spreche: Mein Gott, nimm mich nicht hinweg in der Hälfte meiner Tage! Deine Jahre währen von Geschlecht zu Geschlecht. Du hast vor Zeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind das Werk deiner Hände.“
[8:21] Diesen Vers zitiert Paulus in Hebräer Kapitel 1, und ja, sagt: Gott ist der Schöpfer, Gott hat alles gemacht. Er kann auch eine Stadt, die in Schutt und Asche liegt, wieder aufbauen. „Sie werden vergehen, du aber bleibst. Sie alle werden wie ein Kleid zerfallen. Wie ein Gewand wirst du sie wechseln, und sie werden verschwinden.“
[8:45] Ja, Gott baut auf, worum seine Getreuen bitten, und er wird in alle Ewigkeit regieren. Seine Macht ist ewig, und wir können uns daran klammern, dass Gott nie vergeht und dass seine Gnade genauso ewig währt wie seine Macht und sein Königtum. Dafür wollen wir ihm danken.
[9:10] Lieber Vater im Himmel, du bist der ewig Herrschende, du bist der, der immer einen guten Rat weiß. Du bist der, der uns erhört von dem Heiligtum aus. Du blickst herab aus deinem Heiligtum auf uns kleine Menschen, und du hörst unsere kleinen Gebete und hilfst uns in unseren Nöten. Und dafür danken wir dir. Amen.
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