In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp die Psalmen 135 bis 137. Sie beginnt mit einer Warnung vor Götzen aus Psalm 135 und führt dann durch Psalm 136, der Gottes ewige Gnade in Schöpfung und Heilsgeschichte preist. Abschließend widmet sie sich dem Klagepsalm 137, der die tiefe Verzweiflung Israels in babylonischer Gefangenschaft ausdrückt, aber auch Gottes Wunsch nach ihrer Rückkehr betont.
Gott auf (m)einer Seite: Psalm 135:17-137:7
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: PsalmenPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Wir lesen heute zusammen die Seite 663. Wir möchten den Psalm 135 zu Ende lesen, 136 komplett lesen und 137 beginnen und davor gemeinsam beten.
[0:47] Lieber Vater im Himmel, deine Gnade währt ewiglich. Das steht so oft in der Bibel geschrieben, und du möchtest, dass wir mit dieser Verheißung, mit dieser Sicherheit durchs Leben gehen, dass deine Gnade ewiglich währt. Herr, lass uns das heute ganz bewusst sein und führe uns jetzt durch das Studium deines Wortes. Amen.
[1:11] In Psalm 135 haben wir gestern gesehen, dass Gottes Wundertaten ja, ein Gedenken gestiftet werden soll und dass wir anhand der Geschichten, die in der Bibel aufgeschrieben sind, Gottes Größe erkennen sollen. Genannt wurden die Naturgewalten, die Wunder um den Exodus herum, um den Einzug in das gelobte Land. Und wir haben gestern ein bisschen angefangen zu lesen von den Götzenbildern, die Israel zum Verhängnis geworden sind. Und dort geht es weiter in Vers 17: "Ohren haben sie, die Götzen, und hören nicht; auch kein Odem in ihrem Mund. Ihnen gleich sind die, welche sie machen, ein jeder, der auf sie vertraut." Ein ganz tiefgründiger und interessanter Satz, dass die, die sich Götzen herstellen, die, die sich davor niederwerfen, eigentlich genauso werden wie diese Götzen, nämlich tot und eigentlich nichtig. Denn wenn wir uns vor Götzen niederwerfen, werfen wir uns vor totes Material nieder, vor etwas, was unsere eigenen Hände gemacht haben. Aber nicht die Götzen führen uns durch unser Leben, sondern wir selber, wenn wir auf diese Götzen vertrauen.
[2:33] An vielen anderen Stellen in der Bibel, auch in den Büchern Jesaja und Jeremia, machen die Propheten deutlich, wie sinnlos es ist, diesen Götzen hinterherzulaufen. "Haus Israel, lobe den Herrn! Haus Aaron, lobe den Herrn! Haus Levi, lobe den Herrn! Die ihr den Herrn fürchtet, lobt den Herrn! Gelobt sei der Herr von Zion aus, er, der in Jerusalem wohnt! Hallelujah!" Ja, durch das Loben Gottes erinnern wir uns auch an seine Wundertaten und an all das Gute, das Gott getan hat. Das Lied ist ein zentraler Bestandteil im christlichen Glauben, denn durch das Lied erfahren wir auch Stärke.
[3:18] Psalm 136. Und ihr werdet merken, wie ähnlich dieser Psalm dem Psalm 135 ist. Sehr, sehr ähnlich und doch im Konstrukt anders. Sie haben immer wieder den gleichen Refrain: "Dankt dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Gnade währt ewiglich! Dankt dem Gott der Götter" – oder auch der Engel-Mächte – "denn seine Gnade währt ewiglich! Dankt dem Herrn der Herren, denn seine Gnade währt ewiglich! Ihm, der allein große Wunder tut, denn seine Gnade währt ewiglich!" Und hier merkt ihr schon, geht es um die Schöpfung, und es bleibt die nächsten Verse auch bei der Schöpfung: "Der die Himmel in Weisheit erschuf, denn seine Gnade währt ewiglich! Der die Erde über den Wassern ausbreitete, denn seine Gnade währt ewiglich! Der große Lichter machte, denn seine Gnade währt ewiglich! Die Sonne zur Beherrschung des Tages, denn seine Gnade währt ewiglich! Den Mond und die Sterne zur Beherrschung der Nacht, denn seine Gnade währt ewiglich!" Dies sind alles Verse über die Schöpfung und die Schöpfermacht Gottes. Und die Gnade wird hier immer als ein Refrain hineingesungen. Man kann sich richtig vorstellen, wie die Leviten diesen Psalm im Wechselgesang ja, dargebracht haben.
[4:45] "Ihm, der Ägypten schlug an seinen Erstgeborenen, denn seine Gnade währt ewiglich! Und Israel aus ihrer Mitte führte, denn seine Gnade währt ewiglich!" Wieder das Thema des Exodus, wieder dieses Muster, was wir so oft in dem Psalm finden. "Mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm, denn seine Gnade währt ewiglich! Der das Schilfmeer in zwei Teile schnitt, denn seine Gnade währt ewiglich! Und Israel mitten hindurch führte, denn seine Gnade währt ewiglich! Und den Pharao samt seinem Heer ins Schilfmeer stürzte, denn seine Gnade währt ewiglich!" Hier endet die Errettung aus Ägypten und der Exodus. Und wir kommen weiter in die Wüstenwanderung: "Der sein Volk durch die Wüste führte, denn seine Gnade währt ewiglich! Der große Könige schlug, denn seine Gnade währt ewiglich! Und mächtige Könige tötete, denn seine Gnade währt ewiglich!" Wir sind mitten in der Eroberung Kanaans. "Sihon, den König der Amoriter, denn seine Gnade währt ewiglich! Og, den König von Baschan, denn seine Gnade währt ewiglich! Und ihr Land als Erbe gab, denn seine Gnade währt ewiglich! Als Erbe seinem Knecht Israel, denn seine Gnade währt ewiglich! Der an uns gedachte in unserer Niedrigkeit, denn seine Gnade währt ewiglich! Und uns von unseren Feinden erlöste, denn seine Gnade währt ewiglich! Der allem Fleisch Speise gibt, denn seine Gnade währt ewiglich! Dankt dem Gott des Himmels, denn seine Gnade währt ewiglich!"
[6:29] Ich wünschte mir, ich könnte diesen Psalm singen, weil das wäre natürlich eine viel schönere Art, diesen Psalm darzubieten, als ihn zu lesen. Und ihr könnt in eurer Fantasie sicherlich diesen Refrain, der wahrscheinlich immer gleich geklungen hat, in gleicher Melodie in eurem inneren Ohr hören. Und ihr habt wahrscheinlich auch entdeckt, wie ähnlich die Formulierungen, sogar Wort für Wort, dem vorangegangenen Psalm sind.
[6:57] Die Gnade Gottes ist etwas, woraus wir als Christen unglaublich tief Kraft und Hoffnung schöpfen können. Und nicht umsonst kehrt dieser Refrain immer wieder und zeigt uns immer wieder, wie tief Gottes Gnade in unser Leben eingreift und wie sehr wir sie in Anspruch nehmen können. Die Gnade Gottes ist etwas, was uns alle umschließt, was uns ja auch einen Schutz gibt und uns letztendlich zu dem macht, was wir sein dürfen, nämlich Kinder Gottes. Dass wir schuldlos eines Tages vor Gott stehen dürfen, weiße Kleider haben dürfen, weil Jesus unsere Schuld auf sich genommen hat.
[7:43] Psalm 137. "An den Strömen Babels saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten. An den Weiden, die dort sind, hängten wir unsere Lauten auf. Denn die uns dort gefangen hielten, forderten von uns, dass wir Lieder sängen, und unsere Peiniger, dass wir fröhlich seien: 'Singt uns eines von den Zion-Liedern!'" "Wie sollten wir ein Lied des Herrn singen auf fremdem Boden? Vergesse ich dich, Jerusalem, so lahme meine Rechte! Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich nicht an dich gedenke, wenn ich Jerusalem nicht über meine höchste Freude setze!"
[8:24] Ja, als die Israeliten jahrhundertelang dem Götzendienst gefrönt haben, musste Gott einen Schlussstrich ziehen. Und er hat es zugelassen, dass die Babylonier eingefallen sind in das gelobte Land. Nicht nur das, sie haben auch Jerusalem und den Tempel dem Erdboden gleich gemacht, haben die vielen Schätze geraubt und nach Babylon verschleppt. Aber auch die Israeliten wurden verschleppt. Und in Babylon angekommen, haben die Babylonier von den Israeliten verlangt, dass sie doch ihre Lieder singen, ihre Zion-Lieder. Und haben damit natürlich auch Spott getrieben über sie. Und die Israeliten waren so am Ende, so verzweifelt, so traurig über das, was passiert war, dass ihnen das Liedersingen völlig vergangen ist. Keinen einzigen Ton wollten sie mehr singen. Sie wollten ihre Lauten an die Weiden hängen und kein Lobgesang ging mehr über ihre Lippen wegen dem Leid, das sie erfahren haben.
[9:35] Weiter heißt es: "Gedenke, Herr, den Söhnen Edoms den Tag Jerusalems, wie sie sprachen: 'Zerstört sie, zerstört sie bis auf den Grund!'" Die Söhne Edoms haben hier eine unschöne Rolle gespielt. Sie sind Nachkommen Esaus, sie haben im Bergland gewohnt und werden ja als Brüder des Volkes Israel bezeichnet im Buch Obadja. Sie haben sich auf die Seite der Babylonier geschlagen und haben Jerusalem die Zerstörung gewünscht. Und die Bibel spricht an mehreren Stellen davon, dass die Söhne Edoms eines Tages dafür Vergeltung erfahren werden. Wir werden morgen noch ein bisschen mehr darüber hören, was für eine Vergeltung das sein wird.
[10:28] Die Babylonier haben dem Volk Israel Schlimmes zugefügt, aber die Israeliten haben es mit ihrem Götzendienst zu weit getrieben, haben es so weit kommen lassen. Und Gott musste an ihnen – ja, musste es zulassen, dass sie in großes Leid gekommen sind, um sie wieder erreichen zu können. Und kaum sind sie in dieses Land gekommen, hat Gott sofort Verheißungen geschickt durch seine Propheten. Und so kann es auch in unserem Leben manchmal passieren, dass wir von Gott weggehen, dass wir ihn verlassen, dass wir dem Glauben abhandenkommen. Aber in dem Moment, wo wir uns von ihm abwenden, schickt er uns Verheißungen und Worte des Trostes, weil er sich so sehr wünscht, dass wir zu ihm zurück – was sonst? – zurückfinden.
[11:21] Lieber Herr Jesus, wir bitten dich so sehr von Herzen, dass du nicht möchtest, dass wir verloren gehen. Es gibt so viele wunderbare Bibelverse und so viele Verheißungen, in denen deutlich wird, dass du alles tust und alles getan hast und alles tun wirst, um uns wieder zu dir zu ziehen. Wenn es jemals dazu kommen sollte, dass wir weglaufen vor dir, dann bitten wir dich, dass du alles tust, uns wieder zu dir zu bringen. Das bitten wir für die Zukunft, vielleicht auch für die Gegenwart, und auch für die, die weggelaufen sind von dir, die uns am Herzen liegen, bitten wir das in deinem Namen. Amen.
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