In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Rabea Kramp die Psalmen 75, 76 und 77. Sie spricht über Gottes souveräne Macht als Richter über alle Mächte und Könige und seine Rolle als Retter der Elenden. Die Predigt ermutigt dazu, in schwierigen Zeiten Gottes frühere Wundertaten zu bedenken, um Trost und Gewissheit seiner anhaltenden Gnade und Hilfe zu finden.
Gott auf (m)einer Seite: Psalm 75:9-77:16
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, PsalmenPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf (m)einer Seite“. Heute lesen wir zusammen auf Seite 627, das ist im Psalm 75, das Ende, und Psalm 76 und 77. Und bevor wir einsteigen, beten wir noch gemeinsam.
[0:46] Lieber Jesus, ich danke dir, dass du alles in der Hand hast, dass dir alles gehorcht: die Natur und alle Himmelsgestirne im ganzen Universum folgen deinem Wort und deinem Befehl, Herr. Und wir wollen dich bitten, dass du auch uns ganz fest in der Hand hältst und dass auch wir dir gehorsam sind und dass wir uns dir unterstellen heute an diesem Tag. Amen.
[1:16] Wir beginnen im Psalm 75, Vers 9: „Denn ein Becher ist in der Hand des Herrn, gefüllt mit schäumendem Würzwein. Davon schenkt er ein, sogar seine Hefen müssen schlucken und trinken alle Gottlosen auf Erden. Ich aber will es ewig verkünden, dem Gott Jakobs will ich Lob singen. Alle Hörner der Gottlosen will ich abhauen, aber die Hörner des Gerechten sollen erhöht werden.“
[1:45] Wir haben hier das Verkünden und das Lob singen quasi als Parallelismus. Das heißt, der Lobgesang, den wir Christen haben, den wir singen, der ist auch immer eine Verkündigung, denn mit dem Gesang soll auch immer eine Botschaft verknüpft sein. Und die Hörner, die kennen wir aus der Bibel auch von anderen Stellen. Hörner stehen ja für Macht oder für Mächte. Und Gott ist der, der die Mächte einsetzt und absetzt. Er setzt die Könige ein, setzt die Könige ab. Gott hält alles in seiner Hand. Gott erhöht und Gott erniedrigt.
[2:25] Psalm 76, dem Vorsänger, mit Saitenspiel, ein Psalmlied von Asaf. „Gott ist in Juda bekannt, sein Name ist groß in Israel. In Salem ist sein Zelt und seine Wohnung in Zion.“ Das sind sehr interessante vier Zeilen.
[2:46] Wir kennen aus der Bibel einen König aus Salem ganz am Anfang der Bibel, in 1. Mose Kapitel 14, da hören wir von dem König von Salem, und das ist kein Geringerer als Melchisedek. Er wird bezeichnet als Priester des Allerhöchsten. Und ihr kennt die Geschichte, wo Abram von dem Krieg kommt mit Kedorlaomer, und der Melchisedek kommt ihm entgegen mit Brot und Wein, und er segnet den Abraham. Und als Gegenleistung gibt Abram ihm den Zehnten. Melchisedek wird gesagt, ist ein Priester der ersten Ordnung, ein Priester Gottes des Allerhöchsten. Und dass wir hier im Psalm 76 die Beschreibung von Gott haben als demjenigen, der sein Zelt in Salem hat, zeigt auch, dass Melchisedek ein Schatten, ein Sinnbild auf Gott, auf Jesus Christus gewesen ist. Gott wohnt in Zion, Gott hat Wohnung in Zion und sein Zelt in Salem.
[3:53] „Dort zerbricht er die Blitze des Bogens, Schild, Schwert und Kriegsgerät. Glanzvoll bist du, mächtiger über den Bergen von Beute. Die Tapferen werden ausgeplündert, sie sinken in ihren Schlaf, und den Kriegsleuten versagen die Hände.“
[4:12] Das heißt, in Zion werden alle Angriffe des Feindes abgewehrt. In Zion wohnt der, der mächtig ist. „Von deinem Schelten, o Gott Jakobs, sinken Ross und Reiter in tiefen Schlaf. Du bist zu fürchten, und wer kann vor deinem Angesicht bestehen, wenn dein Zorn entbrennt?“
[4:33] Gott ist mächtig, Gott schaltet. Gott ist zu fürchten. Vor Gottes Zorn zittern die Feinde. Also ein sehr furchtgebietender Gott.
[4:42] Vers 9: „Wenn du das Urteil vom Himmel fallen lässt, erschrickt die Erd' und hält sich still, wenn Gott sich erhebt zum Gericht, um zu retten alle Elenden im Land.“
[4:53] Schon ganz oft haben wir in den Psalmen bisher gelesen, dass Gott aufgefordert wird vom Psalmisten, sich zu erheben. Und immer wieder habe ich gesagt, dass das ein Hinweis ist dafür, dass Gott richten soll. Und hier haben wir den besten Beweis, dass nämlich dieser Zusammenhang wahr ist, denn dort steht in Vers 10: „Gott sich erhebt zum Gericht.“ Das heißt, Gott steht auf, und das bedeutet dann Gericht, dass Gott etwas tut, dass Gott tätig wird.
[5:26] Vers 11: „Denn der Zorn des Menschen muss dich preisen, mit dem Rest der Zornesflammen gürtet du dich.“
[5:34] Soll das heißen, der Zorn des Menschen muss dich preisen? Denken wir zum Beispiel an den Pharao in Ägypten, der zornig war auf Gott, und Gott hat immer wieder durch Mose Wunder getan, eine Plage nach der anderen. Und der Pharao hat nicht aufgehört, zornig zu sein, hat nicht aufgehört, verstockt zu sein. Und er musste am Ende wohl anerkennen, zugeben, dass Gott der wahre Gott des Himmels und des Universums ist und dass er mächtiger als er selber.
[6:07] Vers 12: „Legt Gelübde ab und erfüllt sie dem Herrn, eurem Gott. Von allen Seiten soll man Geschenke bringen dem Furchtgebietenden. Er beschneidet den Mut der Fürsten und ist furchtbar gegen die Könige auf Erden.“
[6:23] Also, wir bekommen aus diesem Psalm ganz eindeutig die Botschaft und den Eindruck, dass Gott ein mächtiger Gott ist, dass er wirklich alles in der Hand hält, dass die Feinde vor ihm erzittern und erschrecken und schlottern mit den Knien, und dass Gott, wenn er sich zum Gericht erhebt, wirklich auch siegen wird. Und das ist eine schöne Verheißung für uns und eine sichere, ein sicherer Anker in unserem Glaubensleben, dass wir wissen dürfen: denn Gott kämpft für die Sache der Wahrheit und für seine Getreuen, dann wird er auch siegen auf ganzer Linie.
[7:04] Psalm 77, dem Vorsänger, für Jedutun. Ein Psalm Asafs. „Ich rufe zu Gott und will schreien. Zu Gott rufe ich, und er wolle auf mich hören. Zur Zeit meiner Not suche ich den Herrn. Meine Hand ist bei Nacht ausgestreckt und ermüdet nicht. Meine Seele will sich nicht trösten lassen. Denke ich an Gott, so muss ich seufzen. Sinne ich nach, so ermattet mein Geist. Du hältst meine Augenlider offen. Ich werfe mich hin und her und kann nicht reden.“
[7:41] Der Psalmist ist hier schlaflos, er ist kraftlos. Er kann nur noch in seiner Not zu Gott schreien. Aber in diesem Schreien und in diesem Gebet und Flehen zu Gott ist er beständig, weil er Hilfe von Gott möchte. „Ich gedenke an die alte Zeit, an die Jahre der Urzeit. Ich gedenke an mein Saitenspiel in der Nacht. Ich sinne in meinem Herzen nach, und es forscht mein Geist.“
[8:14] Die Person erinnert sich daran, was Gott früher getan hat, was gewesen ist. Es sind Nachfragen über Gott, wie Gott früher gehandelt hat.
[8:20] Vers 8: „Wird denn der Herr auf ewig verstoßen und niemals wieder gnädig sein? Ist es ganz und gar aus mit seiner Gnade? Und ist die Verheißung zunichte für alle Geschlechter? Hat denn Gott vergessen, gnädig zu sein, und im Zorn seiner Barmherzigkeit verschlossen?“
[8:45] Auf diese Fragen folgt ein Zwischenspiel: „Sela“. Immer wenn „Sela“ steht in den Psalmen, dann kommt ein instrumentales Zwischenspiel. Das passt sehr gut an dieser Stelle, denn nach diesen Fragen bleiben die Gedanken, bleiben die Fragen im Raum stehen, während wir der Musik lauschen. Und auch wenn wir die Musik zu den Psalmen heutzutage leider nicht mehr haben, so können wir uns doch ungefähr vorstellen, wie diese Musik geklungen haben kann nach dieser Anklage, nach diesem Rufen, nach diesem Schrei, nach diesem Flehen zu Gott, ob Gott denn seinen Zorn beiseitelegen kann und ob Gott seine Barmherzigkeit verschlossen hat.
[9:31] Und nach diesem Zwischenspiel, nach diesem Nachdenken über Gott, folgt ein ganz neuer Gedanke. Und ich sage: „Ich will gedenken an die Taten des Herrn, ja, ich gedenke an deine Wunder aus alter Zeit.“
[9:52] Hier haben wir wieder die alte Zeit, die wir schon in Vers 6 hatten, nämlich das Nachdenken über diese Urzeiten, über die Vergangenheit. Die haben bewirkt, dass der Psalmist etwas gefunden hat in seinem Gedächtnis, in seinem Herzen, wo Gott geholfen hat. Und das kommt jetzt.
[10:13] Vers 13: „Und ich sinne nach über alle deine Werke und erwäge deine großen Taten. O Gott, dein Weg ist heilig. Wer ist ein so großer Gott wie du, o Gott? Du bist der Gott, der Wunder tut. Du hast deine Macht erwiesen an den Völkern. Du hast dein Volk erlöst mit deinem Arm, die Kinder Jakobs und Josefs.“
[10:42] Wenn wir auch manchmal im Leben Zeiten haben, in denen wir das Gefühl haben, Gott hört nicht, Gott verschließt, Gott lässt vielleicht nur Zorn regnen und keine Gnade, dann lernen wir durch diesen Psalm, dass wir nachdenken müssen im Gebet über gute Zeiten, über die Zeiten, in denen Gott sich als mächtig erwiesen hat in unserem Leben, aber auch in den Geschichten der Bibel. Und dadurch bekommen wir den Mut und die Gewissheit, dass Gott auch in unserem Leben eingreifen wird und dem Übel ein Ende machen möchte, weil er uns so lieb hat. Und mit diesem Gedanken möchte ich euch in den Tag entlassen, dass, wenn ihr eine schwere Zeit durchmacht, dass ihr euch an die guten Zeiten zurückerinnert, um Gewissheit zu haben, dass Gott euch hindurchträgt und auch wieder gute Zeiten kommen lässt. Lasst uns beten.
[11:36] Lieber Herr Jesus, lass uns jeden Tag in der Gewissheit leben, dass du das Gute für uns möchtest. Und wenn wir das Tal des Todesschattens durchschreiten, dass du nicht von unserer Seite weichst, sondern dass dein Stecken und Stab uns trösten und uns durch alles hindurchtragen. Dafür danken wir dir. Amen.
[11:57] [Musik]
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