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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Andacht beleuchtet Rabea Kramp die Psalmen 78 und 79. Sie zeigt, wie Gott sein Volk Israel trotz dessen Abfalls und Götzendienst immer wieder rettet und führt, bis hin zur Einsetzung Davids. Der prophetische Psalm 79 beschreibt die spätere Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier und die verzweifelte Bitte des Volkes um Vergebung und Rettung. Die Sprecherin betont die Wichtigkeit, Gottes Wort als Orientierung zu nutzen, um nicht auf Irrwege zu geraten und das Gute vom Bösen zu unterscheiden.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Willkommen, liebe Freunde, zu Gott auf meiner Seite, heute die Seite 630. Und wir sind immer noch die dritte Andacht in Folge im Psalm 78, ein wirklich toller Psalm. Und wir wollen aber heute auch den Psalm 79 lesen. Lasst uns gemeinsam beten.

[0:49] Lieber Gott, wir können nichts Schlechteres tun, als das zu vergessen, was du Gutes an uns getan hast. Ja, wir wollen dich bitten, dass du in unserem Herzen ganz tief die Erinnerung einpflanzt, dass wir zu dir gehören und dass du für uns wirkst, dass du uns behütest, dass du große Wunder tust, die wir verkünden sollen. Herr, wir danken dir dafür. Amen.

[1:29] Psalm 78, Vers 58: „Und sie reizten ihn zum Zorn durch ihre Höhen und zur Eifersucht durch ihre Götzenbilder.“

[1:38] Gott hörte es und geriet in Zorn und verabscheute Israel sehr. Und er verließ seine Wohnung in Silo, das Zelt, das er unter den Menschen aufgeschlagen hatte.

[1:51] Wir wissen ja, dass damals Eli und seine Söhne und auch Samuel in Silo gedient hatten und dass dort geopfert wurde, dass dort quasi der Gottesdienst gemacht wurde. Und es wird hier gesagt in Vers 60, dass Gott seine Wohnung verließ oder verwarf. In Psalm, in Vers 61 heißt es: „Und er gab seine Macht in Gefangenschaft.“ Damit ist die Bundeslade gemeint, die Macht Gottes. Dass es die Bundeslade, die in Gefangenschaft gerät, nämlich in Philisterhand. Und seine Herrlichkeit – damit ist auch die Bundeslade gemeint – geriet ins Feindesland.

[2:35] Er überlieferte sein Volk dem Schwert und war zornig über sein Erbe. Die Philister haben die Israeliten besiegt, sie hatten sie bezwungen. Seine jungen Männer verzehrte das Feuer und seine jungen Frauen mussten ohne Brautlied bleiben. Seine Priester fielen durch Schwert, Hofni und Pinhas, die Söhne Elis, und seine Witwen konnten keine Totenklage halten.

[3:04] Da erwachte der Herr wie ein Schlafender, wie ein Held, der auftaucht vom Wein. Gott wird hier aktiv. Aus einer etwas passiven, beobachtenden Haltung, wie sein Volk sich verhält und wie es gegen ihn handelt, wird Gott aktiv, weil er es nicht länger aushält, dass sein Wort mit Füßen getreten wird, wie alles in Vergessenheit gerät, was ja über Generationen und Jahrhunderte und Jahrtausende immer wieder tradiert wurde, was Gott für große Wunder getan hat. Und er muss hier aktiv werden, damit dieses Erbe, dieses Wissen nicht verloren geht.

[3:48] Vers 66: „Und er schlug seine Feinde in die Flucht, ewige Schande fügte er ihnen zu. Und er verwarf das Zelt Josefs und er wählte nicht den Stamm Ephraim, sondern er erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, den er liebt.“ Ein ganz interessanter Vers, aus dem wir sehen können, dass Gott diesen Umschwung vorgenommen hat, diesen Wechsel, dass er Juda erwählt hat, obwohl Juda nicht Erstgeborener war und auch kein Vorzeigesohn Jakobs, ganz im Gegenteil. Aber er hat Juda erwählt. Und er baute sein Heiligtum gleich Himmelshöhen, gleich der Erde, die er auf ewig gegründet hat.

[4:38] Das war in Jerusalem. Er hat David gesegnet und David ins Herz gegeben, ihm ein Haus zu bauen, das Heiligtum. Vers 70: „Und er wählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafen weg, als er den säugenden Schafen nachging. Er holte ihn, dass er Jakob weiden sollte, sein Volk, und Israel, sein Erbe. Und er weidete sie mit aller Treue seines Herzens und leitete sie mit weiser Hand.“

[5:14] Ein Happy End, was wir hier am Ende dieses langen, langen Psalms lesen können. Ein Volk, das durch Höhen und Tiefen gegangen ist, das Sklaverei erlebt hat, das befreit wurde, das Gott gespottet hat. Gott hat sie gezüchtigt, hat sie versucht zu erziehen, hat ihnen sein Gesetz gegeben. Sie sind wieder abgefallen und er hat sie trotzdem gesegnet, hat sie wieder berufen, hat wieder Männer Gottes an ihre oberste Stelle gesetzt, um sie zu leiten und zu führen. Und an dieser Stelle endet sozusagen auch Asafs Horizont, den wir weiter verfolgen dürfen durch den weiteren Verlauf des Alten Testaments und später auch des Neuen Testaments. Aber das war der Zeitrahmen, den Asaf überblicken konnte. Und ich habe es schon gesagt in der vorletzten Andacht, dass Asaf eine Liebe hatte zur Geschichte, hat es geliebt, Bezug zu nehmen auf den Exodus, auf die Geschichten aus den fünf Büchern Mose, weil sie so viel Gutes enthalten, so viel enthalten, aus dem wir lernen können über Gott und wie Gott ist.

[6:37] Psalm 79, ebenso ein Psalm: „Gott, es sind Heiden in dein Erbteil eingedrungen, sie haben deinen Tempel verunreinigt und Jerusalem zu Trümmerhaufen gemacht. Sie haben die Leichname der Knechte den Vögeln des Himmels zur Speise gegeben, das Fleisch deiner Getreuen den wilden Tieren.“

[7:04] Wenn wir diesen Psalm 79 im Kontrast sehen zu dem Ende vom Psalm 78, dann fällt auf, dass hier anscheinend eine große zeitliche Lücke besteht. Doch was Asaf hier beschreibt, hat er nicht erlebt, sondern es ist ein prophetischer Psalm. Er sagt die Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier voraus.

[7:31] Und wir können fast wortwörtlich den Vers 2 finden im Buch Jeremia, Kapitel 7, Vers 33, dass nämlich auch die Vögel des Himmels das Fleisch der Leichname essen werden. Es war eine große Schande, nicht bestattet werden zu können, und das war keine schöne Sache.

[7:51] „Sie haben ihr Blut vergossen wie Wasser ringsum Jerusalem her, und niemand hat sie begraben. Wir sind ein Hohn geworden für unsere Nachbarn, zu Spott und Schande denen, die uns umgeben. Wie lange, Herr, willst du ewiglich zürnen? Soll dein Eifer wie Feuer brennen? Gieße deinen Grimm über die Heiden aus, die dich nicht kennen, und über die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen! Denn man hat Jakob gefressen und seine Wohnung haben sie verwüstet.“

[8:19] „Rechne uns nicht die Verschuldungen unserer Vorfahren an! Deine Barmherzigkeit komme uns entgegen, denn wir sind sehr geschwächt. Hilf uns, Gott unseres Heils, um der Ehre deines Namens willen und rette uns und vergib uns unsere Sünden um deines Namens willen!“

[8:37] Das Volk weiß sich nicht anders zu helfen, als Gott anzufliehen und um Hilfe zu rufen. Und das ist tatsächlich auch das Beste, was sie machen können. Aber sie sind in so einer schlimmen Situation, unter Belagerung und im Krieg. Die Babylonier kommen, nehmen die Stadt ein, nehmen Jerusalem ein. Es ist furchtbar. Und sie wenden sich zu Gott und beten, dass er ihr Gebet erhören möge.

[9:00] In Vers 9 heißt es: „Und rette uns und vergib uns.“ Hier können wir so schön sehen, dass die Rettung Gottes auch immer mit der Vergebung einhergeht. Vers 10: „Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist nun ihr Gott? Lass unter den Heiden offenbar werden vor unseren Augen die Rache für das vergossene Blut deiner Knechte! Lass vor dich kommen das Seufzen des Gefangenen, bewahre durch deinen gewaltigen Arm die dem Tod Geweihten! Und vergilt unseren Nachbarn siebenfach in ihren Schoß ihren Hohn, womit sie dich, Herr, verhöhnt haben!“

[9:37] „Wir aber, dein Volk und die Schafe deiner Weide, wir wollen dir ewig danken und deinen Ruhm erzählen von Geschlecht zu Geschlecht.“

[9:47] Am Ende dieses Psalms sagt das Volk Israel zu Gott: „Du bist der Hirte, du sollst uns leiten.“ Die ganze Zeit haben sie sich schlechte Hirten erwählt. Wenn wir – und ich komme noch mal darauf – wenn wir das Ende von Psalm 78 und den Psalm 79 aneinander heften, müssen wir sehen, dass da eine große zeitliche Lücke ist, nämlich genau die Lücke von Salomo bis zum letzten König, bis zur Einnahme Jerusalems durch die Babylonier. Mehrere hundert Jahre des kontinuierlichen Abfalls, nicht nur von Israel, sondern auch von Juda im letztendlichen Schluss. Und die ganze Zeit hat sich das Volk Hirten ausgesucht und Hirten akzeptiert und ist Hirten gefolgt, die Götzen angebetet haben, die Götzendienst eingeführt haben, die wirklich keine guten Dinge fabriziert haben, die das Heiligtum vernagelt haben im wahrsten Sinne des Wortes, so dass kein Gottesdienst, kein Opferdienst stattfinden konnte. Immer mal wieder gab es Könige wie Hiskia oder Uzzia, die wieder haben aufleben lassen, die Erweckung, Reformation bewirkt haben, aber es hat leider nie lange getragen und lange gewährt.

[12:17] Das ist eine Lehre für uns, dass wir nicht vergessen, dass wir in Gottes Wort und in den inspirierten Schriften eine Stütze und eine Hilfestellung haben, die uns davor bewahren soll, abzukommen vom Weg, die uns davor bewahren soll, dass wir auf Irrwege geraten und die uns eine Hilfe und eine Stütze sein soll, Gott wirklich zu kennen, zu erkennen und ihm zu folgen. In diesem Sinne möchte ich euch in diesen Tag entlassen, dass ihr immer wieder daran denkt, dass Gott uns so viel mitgegeben hat, was uns helfen soll, das Gute vom Bösen zu unterscheiden. Lasst uns beten.

[13:02] Lieber Gott, wir möchten dir danken, dass du uns alles gegeben hast, was wir brauchen für unseren Glauben, damit wir nicht irregehen, sondern damit wir auf deinen Wegen wandeln. Lass uns diese Stütze und diese Hilfe, dein Wort, wirklich auch als solches hochheben und hochhalten, damit wir darauf achten wie ein Licht, das scheint an einem finsteren Ort. In deinem Namen bitten wir das. Amen.


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