In dieser Predigt über Psalm 89:15-46 beleuchtet Rabea Kramp Gottes ewigen Bund mit David und die Bedeutung des Begriffs „Erstgeborener“ in der Bibel. Sie zeigt auf, wie Gottes Verlässlichkeit auch in Zeiten menschlichen Versagens und der Konsequenzen von Sünde Bestand hat. Trotz scheinbarer Verwerfung hält Gott an seinen Zusagen fest und bietet Hoffnung auf Wiederherstellung, die letztlich in Jesus Christus ihre Erfüllung findet.
Gott auf (m)einer Seite: Psalm 89:15-89:46
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: PredigerPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute lesen wir zusammen die Seite 636 und sind mitten in Psalm 89, ein sehr langer Psalm, und den wollen wir zusammen anschauen und beten.
[0:45] Lieber Gott, wenn du Versprechen gibst, dann hältst du sie auch, und das möchten wir heute in deinem Wort entdecken und wollen davon lesen und wollen das auch erleben in unserem eigenen Leben, und dafür danken wir dir. Amen.
[1:00] Wir beginnen in Vers 15: Recht und Gerechtigkeit sind die Grundfeste deines Thrones. Gnade und Wahrheit gehen vor deinem Angesicht her. Wohl dem Volk, das den Jubel kennt! Im Licht deines Angesichts wandeln sie. Über deinen Namen frohlocken sie allezeit, und durch deine Gerechtigkeit werden sie erhöht. Denn du bist ihr mächtiger Ruhm, und durch deine Gnade wird unser Horn erhöht.
[1:33] Ein schöner Gedanke hier in Vers 18, dass unser Horn, das heißt unsere Macht, unsere Stärke, alles, was wir sind, eigentlich nur erhöht wird durch die Gnade Gottes, und dass dadurch nicht wir gerühmt werden, sondern Gott. Also, alles, was wir sind und haben, sind wir durch Gottes Gnade. Denn der Herr ist unser Schild, ja, der Heilige Israels und unser König.
[2:02] Damals hast du durch ein Gesicht geredet mit deinem Getreuen und gesprochen: Ich habe die Hilfe einem Helden übertragen, einen Auserwählten aus dem Volk erhöht. Ich habe meinen Knecht David gefunden und ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt.
[2:19] Das spricht natürlich von Samuel und David, denn Samuel hat dieses Gesicht bekommen, dass David der nächste König sein soll. Und David war ein Held.
[2:31] Er hat viele große Dinge vollbracht, schon bevor er König wurde. Weiter heißt es:
[2:37] Vers 22: Meine Hand soll beständig mit ihm sein, und mein Arm soll ihn stärken.
[2:43] Kein Feind soll ihn überlisten, und der Sohn der Ungerechtigkeit soll ihn nicht unterdrücken.
[2:50] Ja, David war ein sehr erfolgreicher Feldherr. Er hat viele Kriege geführt gegen die Philister, gegen die Feinde Gottes, und Gott war immer auf seiner Seite und hat ihm Gelingen geschenkt.
[3:03] Und es stimmt aber genauso diese Aussage auch für Jesus, der nie von dem Feind überlistet wurde, weil er nicht gesündigt hat, weil er über die Sünde komplett gesiegt hat und ein heiliges Leben führte und keine Ungerechtigkeit hat ihn je erdrückt.
[3:32] Sondern: Ich will seine Widersacher vor ihm zermalmen und niederstoßen, die ihn hassen. Das gilt auch natürlich für den Teufel. Und meine Treue und meine Gnade sollen mit ihm sein, und in meinem Namen soll sein Horn erhöht werden.
[3:38] Und ich will seine Hand auf das Meer legen und seine Rechte auf die Ströme. Er wird zu mir rufen: Du bist mein Vater, mein Gott und der Fels meines Heils. Und ich will ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten der Könige auf Erden.
[3:55] Diese Aussage, dass David zum Erstgeborenen gemacht werden soll, ist ganz interessant, weil David war ja, das wissen wir, der achte, schon das achte Kind seiner Familie, der achte Sohn ist.
[4:02] Und hier soll er auf einmal nun zum Erstgeborenen gemacht werden. Das gibt uns ein bisschen bessere Einsicht in die Idee dieses Begriffs, was eigentlich die Bibel damit meint, wenn sie vom Erstgeborenen spricht. Für uns ist das immer so biologisch, verstehen wir das, dass ein Erstgeborener auch wirklich der erstgeborene Sohn ist.
[4:34] Aber in der Bibel ist das eher eine Stellung als eine Reihenfolge, eher ein Amt, das man erhält, das man zuerkannt bekommt und das nicht automatisch durch Geburt geschieht. Denn immer wieder gab es in der Bibel den Fall, dass Gott nicht den ersten, wirklich biologisch Erstgeborenen erwählt hat, sondern den zweiten, dritten, vierten, sogar den achten.
[4:58] Denken wir nur an Juda oder denken wir an Jakob und Esau und natürlich andere.
[5:04] Und wenn Jesus in der Bibel als Erstgeborener bezeichnet wird, dann heißt es nicht, dass er der erste ist, der aus Gott Geborene, sondern er hat einfach eine bestimmte Stellung. Er hat die Stellung desjenigen, der das Erbe antritt. Und so können wir diesen Begriff ein bisschen besser einordnen und verstehen.
[5:26] Vers 29: Auf ewig bewahre ich ihm meine Gnade, und mein Bund soll ihm fest bleiben. Und ich setze seinen Samen auf ewig ein und mache seinen Thron wie die Tage des Himmels.
[5:44] Die Königreiche, die wir, oder die Königs-Dynastien, die wir in der Bibel sehen und wie wir finden können, vor allem auch ja die Nordreiche, die machen deutlich, dass nicht eine Dynastie fortwährend die Könige gestellt hat, sondern dass es immer wieder Quereinsteiger gab, die dann das Königtum vor sich gestürzt haben, umgebracht haben, manchmal sogar komplett ausgerottet haben, damit dann sie ihre eigene Dynastie gründen können. Und so gab es ständig Wechsel. Und auch im Südreich waren die Könige nicht immer so wünschenswert, wie man es sich gewünscht hätte und wie Gott es sich vor allem vorgestellt hat.
[6:23] Aber bei David ist eine andere Sache, denn Gott sagt ihm: Deine Dynastie, deine Herrscherfamilie, die soll ewig Bestand haben, die möchte ich auf ewig begründen. Denn – und das ist die Begründung – aus deiner Dynastie soll einmal der Erlöser kommen. Und deswegen gibt Gott dieses Versprechen, das er dann natürlich auch einlöst, auch wenn das Haus Davids wankt und wackelt und David selber ja auch in seinem Leben große Fehler begangen hat. Er hält trotzdem an seinem Versprechen fest, und daran können wir sehen, wie verlässlich Gottes...
[6:59] ...Wort ist. Vers 31: Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen und nicht in meinen Verordnungen wandeln, wenn sie meine Satzungen entheiligen und meine Gebote nicht achten, so will ich ihre Abtrünnigkeit mit der Rute heimsuchen und ihre Missetat mit Schlägen. Aber meine Gnade will ich ihm nicht entziehen und meine Treue nicht verleugnen.
[7:23] Das ist so wunderbar, oder? Dass Gott ein Versprechen gibt und wir uns gar nicht würdig erweisen, diesem Versprechen gemäß dann auch zu leben, und trotzdem hält Gott an seinem Versprechen fest und macht den Weg dann wieder gerade. Es heißt weiter:
[7:41] Mein Bund will ich nicht ungültig machen und nicht ändern, was über meine Lippen gekommen ist. Ja, denn was Gott einmal gesagt hat und Gott versprochen hat, das führt er auch aus. Einmal habe ich bei meiner Heiligkeit geschworen: Niemals werde ich David belügen. Sein Same soll ewig bleiben und sein Thron wie die Sonne vor mir, wie der Mond soll er ewig bestehen und wie der Zeuge in den Wolken verlässlich sein, selbst zuverlässig sein.
[8:09] Und doch hast du verstoßen und verworfen und bist zornig geworden über den Gesalbten. Du hast den Bund mit deinem Knecht preisgegeben und trittst seine Krone zu Füßen.
[8:22] Ja, wir mögen uns manchmal Gott entgegenstellen und Gott zuwiderhandeln, und dann müssen wir auch die Konsequenzen dafür tragen. Das heißt aber nicht, dass Gott uns aufgegeben hat, das heißt nicht, dass Gott damit uns beendet und uns nicht weiterhilft, sondern er muss uns die Strafe erleiden lassen, die ja automatisch kommt, wenn wir sündigen.
[8:49] Aber er errichtet uns danach auch wieder auf. Du hast alle seine Mauern niedergerissen und seine Festungen in Trümmer gelegt, zum Hohn für alle, die vorüberziehen. Er ist seinen Nachbarn zum Gespött geworden. Du hast die rechte Hand seiner Widersacher erhöht, fast allen seinen Feinden Freude gemacht. Du lässt sein scharfes Schwert zurückweichen und schenkst ihm keinen Sieg im Krieg.
[9:12] Du hast seinem Glanz ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden gestürzt. Du hast die Tage seiner Jugend verkürzt und ihn mit Schande bedeckt.
[9:25] Ja, wo sind die Gnadenerweise Gottes? Das ist hier die große Frage. Wenn wir von Gott abkehren, dann lassen die Gnadenerweise auf sich warten. Denn auch im Nordreich hat Gott irgendwann dem Ganzen ein Ende gemacht. Aber dem Haus Davids hat er versprochen, dass er es wieder aufrichten wird, auch wenn es durch dunkle Zeiten, durch das babylonische Exil gehen wird und Gott wirklich nicht erfahrbar ist in manchen Zeiten, weil Gott sich zurückgezogen hat, weil die Sünde so groß geworden ist und die Verstocktheit der Herzen so übergroß, dass Gott gesagt hat: Ich muss euch die Strafe dulden lassen.
[10:07] Aber die gute Botschaft ist: Wir können darauf uns verlassen, dass Gott uns wieder annimmt, dass Gott uns zurückholt und uns wieder aus toten Gebeinen wieder Leben schenkt. Lasst uns dafür beten.
[10:23] Herr Jesus, ich möchte so sehr danken, dass du aus Staub etwas machen kannst, auch wenn wir so tot sind von der Sünde, dass wir ja fast abgestorben sind für das Evangelium, dass du trotzdem, sofern nur ein Fünkchen in unserem Herzen ist, was nach dir verlangt und sich nach dir sehnt, dass du dieses Fünkchen wie ein Simsen keimen lässt, dass der Glaube wieder wachsen kann und wir wieder neu und wiederhergestellt werden von dir. Weil du bist so überaus gütig, dass du deine Versprechen hältst und dass wir wissen dürfen, dass du zu deinem Wort stehst. Lass uns auch so sein, dass wir zu unserem Wort stehen, vor allem in dem Bund, den wir mit dir geschlossen haben. Dafür danken wir dir. Amen.
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