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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Andacht zur Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beendet Rabea Kramp Psalm 89 und widmet sich ausführlich Psalm 90, dem Gebet Moses. Sie reflektiert über die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens im Kontrast zu Gottes Ewigkeit und die Bedeutung, den Sinn des Lebens in Gott zu finden. Anschließend beginnt sie mit Psalm 91, der als Trostpsalm für die Endzeit dient und Gottes Schutz und Geborgenheit in schwierigen Zeiten betont.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Heute lesen wir zusammen die Seite 637, beenden den Psalm 89, den langen Psalm, machen Vers 90 und beginnen den tollen Psalm 91. Und bevor wir Gottes Wort lesen, wollen wir gemeinsam beten.

[0:49] Lieber Jesus, deine Versprechen überdauern die Zeitalter und wir dürfen sicher sein, dass deine Verheißungen so fest wie ein Turm und so verlässlich wie der Morgen und der Abend sind und dass deine Verheißungen uns ja immer erquicken und immer zur Seite stehen und immer uns helfen in unserem täglichen Leben. In deinen Armen. Amen.

[1:23] Wir beginnen im Psalm 89, Vers 47: „Wie lange willst du dich ständig verbergen? Soll dein Zorn wie Feuer brennen? Gedenke, wie kurz meine Lebenszeit ist, wie vergänglich hast du alle Menschenkinder erschaffen! Wer ist der Mann, der lebt und den Tod nicht sehen muss und der seine Seele retten könnte aus der Gewalt des Totenreichs?“

[1:44] Wir haben hier wieder so eine rhetorische Frage, denn alle Menschen müssen sterben und niemand kann dem Altern und dem Tod entgehen. Und wir tun gut daran, ab und zu darüber nachzudenken, wie vergänglich wir sind und wie kurz eigentlich unsere Lebenszeit ist.

[2:04] „Wo sind deine früheren Gnadenerweise, die du dem David in deiner Treue geschworen hast? Gedenke, Herr, an die Schmach, die deinen Knechten angetan wird, die ich in meinem Gewand trage von all den vielen Völkern, mit der deine Feinde dich schmähen, die Fußstapfen deines Gesalbten. Gepriesen sei der Herr ewiglich. Amen. Amen.“

[2:40] Es gibt Zeiten im Leben, wo wir auf Gottes Eingreifen unglaublich ungeduldig warten, nämlich immer dann, wenn wir uns selber nicht weiterhelfen können, wenn wir am Ende sind mit unserem Latein, wenn wir Gottes Eingreifen wirklich brauchen. Und dann sind wir manchmal mit den Gebeten sehr eifrig und sehr eindringlich bei Gott. Und so geht es hier dem Psalmisten auch, der fragt: „Ja, Gott, wo sind denn deine Gnadenerweise, die früheren, die du zugeschworen hast, die du in deiner Treue gegeben hast? Kann ich die jetzt auch in Anspruch nehmen?“

[3:17] Und wir sind hier an dem Punkt, wo wir sagen können: Das, was Gott uns in der Vergangenheit geschenkt hat, die Gnadenerweise, die wir erfahren durften, die müssen uns in schweren Zeiten tragen. Und es ist gut, wenn wir diese Erfahrung gemacht haben, dass Gott eingreift und dass Gott hilft. Denn wenn wir diese Erfahrung nicht gemacht haben, dass Gott uns wirklich beisteht und Gott uns auch wieder rauszieht aus dem Schlamm, dann wird es in schweren Zeiten schwierig, ihm zu vertrauen. So müssen wir immer wieder die Erfahrung machen. Und wir beschweren uns so oft, wenn wir in Schwierigkeiten und Probleme geraten. Und wir sollten uns nicht beschweren, wir sollten sagen: „Danke, lieber Gott, für diese Herausforderung! Es ist wieder eine Gelegenheit für mich, zu lernen, von dir abhängig zu sein.“ Denn wir brauchen das ganz unbedingt, dass wir diese Fähigkeit erwerben, die Gewissheit zu haben, dass Gott uns hilft, auch in den ganz schweren Situationen.

[4:18] Wir sind bereits zum vierten Buch der Psalmen angelangt. Psalm 90 bis 106 sind im vierten Buch. Und dieser Psalm ist ein ganz besonderer, nämlich ein Gebet Moses, des Mannes Gottes: „Herr, du bist unsere Zuflucht vom Geschlecht zu Geschlecht. Ehe die Berge wurden und du die Erde und den Erdkreis hervorbrachtest, ja, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott. Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder! Denn tausend Jahre sind vor dir wie der gestrige Tag, der vergangen ist, und wie eine Nachtwache.“

[4:59] Der Mose findet ganz poetische Worte hier. Und Mose war ja auch ein sehr großer Poet und ein begnadeter Schreiber. Und auch im Deutschen können wir noch ein bisschen erahnen, wie unglaublich schön das in der Prosa des Hebräischen geklungen haben muss. Er spricht die Ewigkeit an, die Schöpfung, die Gott gemacht hat. Er spricht auch den Tod an, dass das Leben endlich ist und die Ewigkeit, in der Gott wohnt. Für Gott sind tausend Jahre wie ein Tag, der vergeht. Es lässt uns ein bisschen erahnen, wie unendlich die Ewigkeit sein wird. Es sprengt ja so ein bisschen unsere Vorstellungskraft, wenn wir uns die Ewigkeit versuchen vorzustellen.

[5:48] Und wir dürfen, wir dürfen das aber tun und wir dürfen gewiss sein, dass die Ewigkeit eine schöne Sache sein wird, nichts Bedrohliches und nichts Unüberschaubares.

[5:59] „Du lässt sie dahinfahren wie eine Wasserflut. Sie sind wie ein Schlaf. Sie sind wie das Gras, das am Morgen aufsprießt. Am Morgen blüht und sprießt es, am Abend wird es welk und verdorrt. Denn wir werden aufgezehrt durch deinen Zorn und schnell hinweggerafft durch deinen Grimm.“

[6:19] Ja, im Gegensatz zu Gott sind wir ein Hauch. Gott, der ewig besteht, bildet einen großen Kontrast zu uns, die wir eine ganz kurze Lebensspanne haben.

[6:31] „Du hast unsere Missetaten vor dich hingestellt, unser geheimes Tun in das Licht deines Angesichts.“

[6:39] Gott sieht alles. Gott sieht die Motive unseres Herzens. Er sieht sogar die Dinge, die wir gar nicht tun, sondern die wir nur in unserem Kopf haben.

[6:45] „Denn alle unsere Tage schwinden dahin durch deinen Zorn. Wir verbringen unsere Jahre wie ein Geschwätz.“

[6:55] Es ist manchmal sehr angebracht, sich Gedanken zu machen über den Sinn des Lebens, über den Sinn, warum wir eigentlich da sind, warum Gott uns ins Leben gerufen hat und was wir aus diesem Leben, das wir geschenkt bekommen haben, eigentlich machen sollen.

[7:12] Und es kann nichts Sinnvolleres im Leben geben, als für Gott zu leben, als für Gott zu wirken und anderen Leuten ein Segen zu sein. Das ist der schönste Sinn, den wir in unserem Leben haben.

[7:22] „Unser Leben währt 70 Jahre, und wenn es hochkommt, so sind's 80 Jahre. Und worauf man stolz ist, das war Mühsal und Nichtigkeit, denn schnell enteilt es und wir fliegen dahin. Wir sind der Hauch, wir sind da und schon wieder weg.“ So sind wir aus Sicht Gottes im Lichte der Ewigkeit.

[7:49] Wir selber überschätzen unser eigenes Leben eigentlich häufig, dass wir denken: „Ja, was wir alles können, was wir alles tun, dass wir das machen. Wir sind unentbehrlich, wir vollbringen Großes.“ Aber aus der Sicht Gottes sind wir ein, ja, ein Nichts, ein Wurm. Nein.

[8:05] Ganz interessant ist, dass Mose hier schreibt, dass der Mensch 70 Jahre wird und wenn es hochkommt, 80. Wir wissen, dass Mose 120 geworden ist. Mit 40 Jahren wurde er aus Ägypten herausgerufen und ist dann für 40 Jahre in die Wüste nach Midian gegangen, ist 40 Jahre lang Hirte gewesen. Gott hat ihm diese sehr lange Zeit der Wüstenerfahrung geschenkt, um ihm alles abzuerziehen, was er Schlechtes in Ägypten gelernt hat. Und als er dann mit 80 Jahren berufen wurde zum Werk Gottes, um eigentlich wirklich erst den Sinn seines Lebens anzutreten und die Aufgabe anzutreten, die Gott ihm zugedacht hat für sein Leben, da war sein Leben eigentlich schon gelebt. Da hat Mose wahrscheinlich gedacht: „Naja, jetzt bin ich eigentlich fertig mit meinem Leben, es ist vorbei.“ Nein, Gott hat ihm noch weitere 40 Jahre gegeben, die dann wirklich so wichtig waren und so bedeutend, dass wir heute noch davon lesen und davon reden.

[9:08] „Wer kennt aber die Stärke seines Zorns und deinen Grimm, so wie es der Furcht vor dir entspricht? Lehre uns unsere Tage richtig zählen, damit wir ein weises Herz erlangen.“ Die Lutherübersetzung ist ein bisschen schöner und wahrscheinlich die, die euch auch geläufig ist. Da heißt es: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“

[9:30] Ja, wir tun gut daran, ab und zu darüber nachzudenken, dass wir vergänglich sind.

[9:37] „Kehre zurück, o Herr, wie lange noch? Und hab Erbarmen mit deinen Knechten! Sättige uns früh mit deiner Gnade, so wollen wir jubeln und fröhlich sein unser Leben lang. Erfreue uns so viele Tage, wie du uns beugtest, so viele Jahre, wie wir Unglück sahen. Lass deinen Knechten dein Walten sichtbar werden und deine Herrlichkeit ihren Kindern. Und die Freundlichkeit des Herrn, unseres Gottes, sei über uns und das Werk unserer Hände fördere du für uns, ja, das Werk unserer Hände wollest du fördern.“

[10:11] Das Beste, was wir tun können in unserem Leben, ist, dass wir Gott unser Leben übergeben und sagen: „Gott, mach du daraus, was du machen möchtest. Gib, dass ich deine Werke tue und in deinen Wegen wandle.“ Das sind immer die besten Wege und die besten Werke, die wir tun können. Und dann wird unser kurzes Leben auch ein Segen sein für uns und auch für andere.

[10:38] Wir wollen den Psalm 91 beginnen, die ersten vier Verse lesen. Und dieser Psalm ist ein sehr besonderer Psalm. Er spricht von der Endzeit, von den Plagen, die kommen werden.

[10:49] Und der ist aber nicht ein Psalm, der Angst macht oder furchteinflößend ist, sondern eigentlich ist es ein Psalm, der Trost schenkt, dass wir keine Angst haben müssen in den Zeiten, die auf uns zukommen.

[11:03] „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt, der bleibt unter dem Schatten des Allmächtigen. Ich sage zu dem Herrn: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue.“

[11:17] Gott ist im Verborgenen, oder Gott hält sich im Verborgenen auf. Im Allerheiligsten ist der Wohnort Gottes. Und Gott sagt, dort können auch wir bleiben, wenn wir Schutz suchen, wenn es uns an den Kragen geht. Dann können wir ins Allerheiligste fliehen, dort, wo seine Gegenwart ist, wo er thront über dem Cherubim. Dort sind wir geborgen.

[11:48] „Ja, er wird dich retten vor der Schlinge des Vogelstellers und vor der verderblichen Pest. Er wird dich mit seinen Fittichen decken und unter seinen Flügeln wirst du dich bergen. Seine Treue ist Schirm und Schild.“

[12:06] Lasst uns heute in dieser Gewissheit leben, dass Gott uns beschirmt und beschützt und dass wir in seinen Flügeln geborgen sind. Amen.

[12:19] Lieber Herr Jesus, danke für deine Gnade, für deine Treue, aber vor allem für deinen Schutz und dafür, dass wir immer zu dir kommen können, vor allem auch, wenn wir gesündigt haben, vor allem dann, wenn wir uns von dir entfernt haben. Dann nimmst du uns wieder in deine Arme und gib, dass wir in dir geborgen sind, in dir auch verborgen sind und dass wir Schutz finden dürfen für unsere angegriffene Seele. Wir möchten dir dafür danken und dies uns für diesen Tag von dir erbitten. Amen.


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