In dieser Folge von „Gott auf meiner Seite“ taucht Christopher Kramp tief in Richter Kapitel 20 ein. Er beleuchtet die dramatischen Ereignisse nach der Schandtat von Gibea, die zu einem Bürgerkrieg zwischen den Stämmen Israels und Benjamin führen. Trotz anfänglicher Niederlagen und der Parallele zur Geschichte von Ai, wird die Bedeutung des Gebets und des Opfers im Namen Jesu betont.
Gott auf (m)einer Seite: Richter 20:3-20:26
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: RichterPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite", heute mit Seite 296.
[0:36] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, du bist der Einzige, der wirklich weiß, wie wir sind. Andere Menschen können uns nicht wirklich einschätzen. Wir selbst kennen unser Herz und die abgrundtiefen Bosheiten, die sich darin oft verbergen, können wir gar nicht selbst. Du bist der Einzige, der weiß, was unsere wahren Probleme sind. Und Herr, deswegen möchten wir dich bitten, dass du unser Herz nimmst, du könntest es allein reinigen, und dass du unser Herz rein erhältst, denn wir können das nicht alleine rein halten. Wir bitten dich, dass du heute durch dein Wort zu uns sprichst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:21] Wir sind in Richter Kapitel 20. Nach der Schandtat von Gibea, als eine Frau grässlich misshandelt und missbraucht worden ist und die Männer eigentlich auch den Leviten vergewaltigen wollten, ist das ganze Volk Israel zusammengekommen wie ein Mann als Armee, um zu beratschlagen, wie es jetzt weitergeht. Wir lesen in Vers 3: "Aber die Söhne Benjamins hörten, dass die Söhne Israels nach Mizpa aufgezogen seien. Und die Söhne Israels sprachen: Sagt, wie ist diese Bosheit geschehen?" Da antwortete der Levit, der Mann der Frau, die getötet worden war, und sprach: "Ich kam mit meiner Nebenfrau nach Gibea in Benjamin, um dort über Nacht zu bleiben. Da machten sich die Bürger von Gibea gegen mich auf und umzingelten meinetwegen bei Nacht das Haus. Mich wollten sie töten, und meine Nebenfrau haben sie geschändet, sodass sie gestorben ist. Da nahm ich meine Nebenfrau und zerstückelte sie und sandte die Stücke in das ganze Land des Erbes Israels, denn sie haben ein Verbrechen und eine Schandtat in Israel begangen. Seht ihr alle, ihr Söhne Israels, sprecht euch aus und beratet hier."
[2:30] Da stand das ganze Volk auf wie ein Mann und sprach: "Niemand von uns soll in sein Zelt kehren gehen, noch in unser Haus heimkehren, sondern das wollen wir jetzt gegen sie nach dem Los ausziehen. Wir wollen zehn Männer von 100, 100 von 1000 und 1000 von 10.000 nehmen, die sollen Verpflegung holen für das Volk, damit es kommt und mit Gibea Benjamin ganz entsprechend seiner Schandtat verfährt, die es in Israel verübt hat." So versammelten sich alle Männer von Israel, die Stämme vereint wie ein Mann. Und die Stände von Israel sandten Männer zu allen Geschlechtern von Benjamin und ließen ihnen sagen: "Was ist das für eine böse Tat, die bei euch verübt worden ist?" Übrigens kommt es selten vor in der Zeit der Richter, dass alle Stämme sich einig sind wie ein Mann. Es wird immer wieder betont hier in diesem Bericht: Sie stehen gemeinsam, um diese Schuld zu sühnen, sozusagen eine Bestrafung der Schuldigen vorzunehmen. "So gebt nun die Männer heraus, die Söhne Belials von Gibea, dass wir sie töten und das Böse aus Israel ausrotten." Aber die Söhne Benjamins wollten nicht auf die Stimme ihrer Brüder, der Söhne Israels, hören, sondern sie versammelten sich aus den Städten Gibea, um zum Kampf gegen die Söhne Israels auszuziehen. Und es wurden an jenem Tag die Söhne Benjamins aus den Städten gemustert, 26.000 Mann, die das Schwert zogen, ohne die Bürger von Gibea. Von ihnen wurden 700 gezielt auserlesene Männer. Unter all diesem Volk waren 700 auserlesene Männer, die linkshändig waren, die schleuderten alle einen Stein haargenau, ohne das Ziel zu verfehlen. Aber die Zahl der Männer von Israel, davon ausgenommen Benjamin, war 400.000, die das Schwert zogen, alles Männer. Und die Söhne Israels machten sich auf und zogen hinauf nach Bethel, und sie befragten Gott und sprachen: "Wer von uns soll zuerst hinaufziehen zum Kampf mit den Söhnen Benjamins?" Und der Herr sprach: "Juda zuerst." Man hat ein Déjà-vu, denn diese Frage wird am Anfang des Buches Richter ja auch gestellt, mit derselben Antwort sogar, dass auch dort Juda zuerst ziehen soll. Dort geht es aber um die Vertreibung der Kanaaniter, um die Ausrottung der gottlosen Heiden, die Gott jahrhundertelang dort geduldet hat, jetzt ausgerottet werden sollen. Die Frage ist, wer soll zuerst anfangen, diese Feldzüge durchzuführen. Jetzt am Ende des Buches wird eine ähnliche Frage gestellt, mit der gleichen Antwort. Aber jetzt geht es nicht gegen die Kanaaniter. Im Gesamtkontext der Geschichte stellt man fest: Die Kanaaniter sind nicht das Problem, die leben ja immer noch in Israel, die haben gar nichts Böses hier getan. Das Problem sind die Israeliten selbst. Sünde verdirbt das Volk so sehr, dass jetzt Israeliten, statt gegen die Heiden zu kämpfen, was der eigentliche Auftrag wäre, jetzt gegen ihre eigenen Brüder kämpfen. Es kommt zum Bürgerkrieg, zum Bruderkrieg.
[5:43] Dann machten sich die Söhne Israels am Morgen auf und lagerten sich vor Gibea. Und die Männer von Israel zogen aus, um mit Benjamin zu kämpfen, und stellten sich in Schlachtordnung auf zum Kampf gegen Gibea. Da zogen die Söhne Benjamins aus Gibea heraus und streckten an jenem Tag unter Israel 22.000 Mann zu Boden. Aber das Volk stärkte sich, die Männer von Israel, und sie stellten sich wieder in Schlachtordnung auf am gleichen Ort, wo sie sich am Tag zuvor aufgestellt hatten. Und die Söhne Israels gingen hinauf und weinten vor dem Herrn bis zum Abend und sprachen: "Sollen wir wieder hinziehen, um mit unseren Brüdern, den Söhnen Benjamins, zu kämpfen?" Er sprach: "Zieht hinauf gegen sie." Also am Tags darauf rückten die Söhne Israels gegen die Söhne Benjamins an. Da zogen die Söhne Benjamins Gibea heraus ihnen entgegen, und am zweiten Tag streckten sie von den Söhnen Israels weitere 18.000 Mann zu Boden, die alle das Schwert zogen. Ein gewaltiger Blutzoll.
[6:49] Die erste Schlacht geht verloren, die zweite Schlacht geht verloren. Man erinnert sich an die Geschichte von Ai, als auch eine Schlacht verloren ging und dann ganz deutlich wird: Es lag daran, dass es unter denen, die eigentlich auf der Seite Gottes standen, dem Volk, ab... Auch wenn wir hier nicht explizit darüber informiert werden, ist es durchaus möglich, dass hier ein ganz ähnlicher Grund vorgelegen hat. Zumindest ist die Parallele zu Ai unübersehbar. In dieser Geschichte laufen verschiedene Motive wieder zusammen, wie wir sie am Anfang des Buches Richter und auch im Buch Josua gefunden haben. Es zogen alle Söhne Israels und alles Volk hinauf und kamen nach Bethel, und sie weinten und blieben dort vor dem Herrn und fasteten an jenem Tag bis zum Abend und opferten Brandopfer und Friedensopfer vor dem Herrn. Wir haben gesehen, wie sie vorher schon in Bethel Gott befragt haben. Wir haben gesehen, wie sie vorher schon geweint haben. Aber jetzt lesen wir zum ersten Mal von Opfern. Es ist ein Unterschied, ob wir Gott um etwas bitten, ob wir weinend fasten und klagen, oder ob wir dabei uns auch auf das Opfer von Jesus Christus berufen, das hierdurch die Brand- und Friedensopfer typologisch, gleichnishaft als Symbol vorweggestaltet worden ist. Es macht einen Unterschied auch in unserem Leben, ob wir einfach nur bitten, oder ob wir bitten im Namen von Jesus, der für mich und für dich gestorben ist.
[8:25] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wie oft bitten wir, und wir bitten sogar um die richtigen Dinge, und wir bitten um Kraft und Überwindung und wir bitten um ja, in sieben verschiedenen Bereichen unseres Lebens. Aber Herr, manchmal beten wir, und wir beten nicht im Namen Jesu, und wir bitten einfach nur um Kraft, damit wir vielleicht aus eigener Kraft dann zu unserem Ruhm das tun können. Aber Herr, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass in allem, was wir bitten, es deswegen bitten, weil Jesus für mich und für alle, die jetzt hier zuschauen und zuhören, gestorben ist und wir uns auch auf ihn als unseren Erlöser berufen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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