In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Geschichte Gideons aus Richter 6 und 7. Er zeigt, wie Gott einen zögerlichen Menschen gebraucht, der zuerst im Kleinen gehorsam ist, bevor er große Aufgaben bewältigt. Die Episode betont, dass Gott nicht die Masse, sondern Qualität und Wachsamkeit sucht, um seine Siege zu erringen und sicherzustellen, dass die Ehre ihm allein gebührt.
Gott auf (m)einer Seite: Richter 6:28-7:7
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, RichterPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Seite 279.
[0:36] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir es so sehr dankbar, dass du uns in dieser Welt als Lichtträger gebrauchen möchtest. Aber Herr, danke, dass du uns auch zeigst, dass bevor wir die Welt reformieren können, wir in unserem eigenen Heim anfangen müssen, in unserem eigenen Herzen, unserem eigenen Leben, unserer Familie, unserer eigenen Umgebung, in unserer eigenen Ortsgemeinde. Herr, hilf uns, dass wir dort anfangen, wo es am allerwichtigsten ist, dass wir die Erfahrung mit dir machen, die wir an andere weitergeben können. Sprich doch heute durch dein Wort auch so zu uns, dass wir in dieser Hinsicht dort, wo wir sind, ein Licht sein können. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:25] Wir sind in Richter Kapitel 6. Gideon ist berufen worden, um Israel zu retten, oder den Auftrag erhalten, den Baal, den seiner eigenen Heimatstadt, den Altar seines Vaters zu zerschlagen, was er dann des Nachts getan hat. In Vers 28 lesen wir: „Als nun die Leute der Stadt am Morgen früh aufstanden, siehe, da war der Altar des Baals niedergerissen und das Standbild dabei umgehauen, und der zweite Stier war als Brandopfer auf dem neuerbauten Altar geopfert worden.“
[2:00] Da sprachen sie zueinander: „Wer hat das getan?“ Und als sie forschten und nachfragten, wurde gesagt: „Gideon, der Sohn des Joas, hat es getan, hat es getan.“ Da sprachen die Leute der Stadt zu Joas: „Gib deinen Sohn heraus, er muss sterben, weil er den Altar des Baals niedergerissen und das Astarte-Standbild daneben umgehauen.“ Joas aber sprach zu allen, die bei ihm standen: „Wollt ihr für Baal einen Rechtsstreit führen? Wollt ihr ihn retten? Wer für ihn einen Rechtsstreit führt, der soll bis morgen sterben! Ist er Gott, so soll er einen Rechtsstreit für sich selbst führen, weil sein Altar niedergerissen ist.“
[2:37] Wenn wir von Gott berufen sind, sein Werk zu tun, sein Wort weiterzugeben, und Gott uns zeigt, wo auch in unserem engsten Umfeld Dinge falsch laufen, wir sie in seiner Kraft und auch mit seiner Liebe ansprechen und entfernen wollen dürfen, müssen wir erwarten, dass es zum Teil heftigen Widerstand geben wird, vielleicht sogar in unserer eigenen Familie ist, vielleicht in unserer eigenen Ortsgemeinde. Wir müssen damit rechnen, dass das Werk der Reform längst nicht überall auf Gegenliebe stoßen wird.
[3:11] „Von dem Tag an nannte man ihn Jerubbaal, indem man sprach: ‚Baal führe mit ihm einen Rechtsstreit, weil er seinen Altar niedergerissen hat.‘ Als sich nun alle Midianiter und Amalekiter und die Söhne des Ostens vereinigt hatten und darüber gezogen waren und sich in der Ebene Jesreel lagerten, da kam der Geist des Herrn auf Gideon, und er stieß ins Schofarhorn, und die Abieser wurden zusammengerufen, dass sie ihm nachfolgten.“
[3:39] Der Heilige Geist konnte ihn jetzt für eine große Aufgabe gebrauchen, weil er an einer kleinen und unpopulären Aufgabe zur Wahrheit gestanden hatte. Er hat es vielleicht ein bisschen Angst gehabt, er hat es des Nachts gemacht. Er war zögerlich, hat aber Gehorsam gewesen, und Gott konnte ihn gebrauchen. Und jetzt kam der Heilige Geist in besonderem Maße auf ihn, weil die Gefahr so groß war, der Feind so übermächtig. Aber Gott war mit Gideon. Wenn große Gefahren in unserem Leben aufziehen, dann kann Gott diejenigen gebrauchen, die in den kleinen Dingen des Alltags treu zur Wahrheit gestanden haben, für Reformen eingestanden haben und bereit waren, auch alte, schlechte Gewohnheiten aufzugeben und anzusprechen, dass sie geändert werden müssen.
[4:24] „Und er sandte Boten den ganzen Manasse umher, denn Gideon war von den Abiesern. Er war aus dem Stamm Manasse, und auch sie wurden zusammengerufen, dass sie ihm nachfolgen sollten. Und er sandte Boten nach Asser und Sebulon und Naftali, die zogen ihnen auch entgegen. Und Gideon sprach zu Gott: „Wenn du Israel durch meine Hand retten willst, wie du gesagt hast, siehe, so will ich ein Wollvlies auf die Tenne legen. Wenn der Tau nur auf dem Vlies sein und der ganze Erdboden trocken bleiben wird, so werde ich erkennen, dass du Israel durch meine Hand erretten wirst, wie du gesagt hast.“
[5:00] Diese Geschichte ist berühmt, aber wir sollten ein wichtiges Detail hier nicht übersehen: Er hat erst die Israeliten zusammengerufen und dann sich das Zeichen erbeten. Wie viele erbitten sich erst ein Zeichen, ob sie überhaupt irgendwie aktiv werden sollen? „Wenn Gott ein Zeichen gibt, dann werde ich in der Gemeinde mitarbeiten, dann werde ich dieses und jenes tun.“ Aber Gideon hatte angefangen zu wirken, weil der Geist ihn erfüllt hat, nicht weil er ein Zeichen bekommen hatte. Er hatte schon angefangen, und jetzt wollte er sich versichern, ob Gott ihm auch den Sieg geben würde. Lasst uns nicht erst auf ein Zeichen warten, bevor wir das tun, wozu Gott uns aufgerufen hat.
[5:42] „Und das geschah so: Denn als er am anderen Morgen früh aufstand und als er das Vlies ausdrückte, da konnte er Tau vom Vlies pressen, eine ganze Schale voll. Und Gideon sprach zu Gott: „Dein Zorn soll nicht brennen gegen mich, dass ich nur noch einmal rede. Ich will es nur noch einmal versuchen mit dem Vlies. Das Vlies allein sollte trocken bleiben und liegen auf dem ganzen übrigen Erdboden.“
[6:01] Gideon war wirklich eine sehr zögerliche Person, und das zeigt uns, dass die Helden der Bibel nicht alles Menschen waren, die von Natur aus einen heldenhaften Charakter gehabt haben und mutig und stark waren. Gideon hatte seine Zweifel gehabt am Anfang, er war sehr zögerlich. Selbst als der Geist auf ihn fiel, hatte er noch ein zögerliches Gemüt. Unsere bestimmte Persönlichkeitsstrukturen bleiben auch. Gott kann sie zum Richtigen formen und heiligen. Das sollte uns eine Ermutigung sein, dass auch wenn wir vielleicht eher zögerliche Personen sind, Gott Großes durch uns tun kann.
[6:34] „Und Gott machte das so in jener Nacht: allein das Vlies blieb trocken, und Tau auf dem ganzen übrigen Erdboden. Dann machte sich Jerubbaal, das ist Gideon, früh auf mit dem ganzen Volk, das bei ihm war, und sie lagerten sich bei der Quelle Harod. Das Lager der Midianiter aber befand sich nördlich von ihm beim Hügel More in der Ebene. Der Herr aber sprach zu Gideon: „Das Volk, das bei dir ist, ist zahlreich, als dass ich Midian in seine Hand geben könnte. Israel könnte sich sonst gegen mich rühmen und sagen: ‚Meine eigene Hand hat mich gerettet.‘“
[7:03] Gott möchte niemals, dass wir seine Siege auf unsere Mütze nehmen, dass wir uns selbst rühmen, weil Gott eingegriffen hat. Manchmal gibt es zu viel menschliche Kraft im Werk Gottes, und Gott muss das reduzieren.
[7:16] „So rufe nun vor den Ohren des Volkes aus und sage: ‚Wer sich fürchtet und wem graut, der kehre um und flüchte schnell vom Berg Gilead.‘ Da kehrten etwa 22.000 vom Volk um, so dass nur 10.000 übrig blieben.“
[7:32] Das war nicht einfach nur so eine Idee, das war tatsächlich in Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes. In 5. Mose, Kapitel 20, die entsprechende Regelung finden.
[7:45] „Daher sprach der Herr zu Gideon: ‚Das Volk ist noch so zahlreich. Führe sie hinab zum Wasser. Dort will ich sie dir prüfen. Und von welchem ich dir sagen werde, dass er mit dir ziehen soll, der soll mitziehen. Von welchem ich aber sagen werde, dass er nicht mit dir ziehen soll, der soll nicht ziehen.‘“
[8:01] Gott braucht nicht die Masse, er braucht Qualität. Und wenn wir etwas tun wollen, müssen wir nicht einfach alle zusammenrufen, die irgendwie vielleicht sich halbwegs überreden lassen. Gott sucht diejenigen aus, die das bewirken können, was er sich vorgestellt hat, weil er sie kennt. Er kennt sie besser als wir. Wenn wir etwas im Werk Gottes tun, sollten wir auch die Frage stellen: Wen hat Gott erwählt? Wen sendet Gott, damit er mit uns zusammenarbeitet?
[8:25] „Und er führte das Volk an das Wasser hinab. Und der Herr sprach zu Gideon: ‚Den, mit seiner Zunge von dem Wasser leckt, wie ein Hund leckt, den stelle gesondert für sich auf, ebenso, wer auf seine Knie fällt, um zu trinken.‘ Da war die Zahl derer, die von der Hand in den Mund geleckt hatten, 300 Mann. Alles übrige Volk fiel auf die Knie, gefallen, um Wasser zu trinken. Nur 300 hatten diesen Blick dafür, dass sie nicht nur einfach nur trinken wollten, und gleichzeitig schauen wollten, wo der Feind am Horizont ist. Die haben Wasser genommen und dann so geleckt. Sie waren wachsam gewesen. Gott braucht die wachsamen, die die Gefahr am Horizont beobachten. In seinem Werk Willigkeit allein ist nicht immer ausreichend, sondern Gott braucht auch diejenigen, die wissen, was auf sie zukommt, damit er durch sie einen großen Sieg erringen kann.“
[9:15] „Und er sprach zu Gideon: ‚Durch die 300 Mann, die geleckt haben, will ich euch erretten und die Midianiter in deine Hand geben. Aber das ganze übrige Volk soll nach Hause gehen.‘“
[9:25] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du durch uns wirken kannst, auch wenn wir von Natur aus vielleicht zögerlich sind, uns unsicher fühlen, oft unsicher sind, ob wir das Richtige tun. Danke, dass du uns trotzdem gebrauchen kannst, wie du Gideon gebraucht hast. Danke, dass du uns trotzdem mit deinem Heiligen Geist erfüllen kannst und große Dinge durch uns vollbringen möchtest. Dafür danken wir dir im Namen Jesu. Amen.
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