In dieser Predigt über Richter 6, Vers 7 bis 27 beleuchtet Christopher Kramp die Geschichte Gideons, der von Gott berufen wird, Israel aus der Hand der Midianiter zu befreien. Er reflektiert über Israels wiederholtes Abfallen und Gideons anfängliche Zweifel, während der „Engel des Herrn“ sich als der präexistente Christus offenbart. Die Botschaft ermutigt dazu, Gottes Ruf anzunehmen und Reformen im eigenen Umfeld zu beginnen, auch wenn man sich schwach oder ungeeignet fühlt.
Gott auf (m)einer Seite: Richter 6:7-6:27
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, RichterPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite" heute mit Richter 6, Vers 7 bis 27.
[0:36] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater, wir haben gestern gelernt, dass wenn wir dich lieben, kann unser Leben sein wie die Sonne, die aufgeht mit Macht und Pracht.
[0:49] Und Herr, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass wir heute noch mehr von dir erfahren, so wie wir gestern erfahren haben, dass unser Leben heller und heller wird bis zum vollen Tag, wie dein Wort sagt.
[1:02] Sprich doch auch heute durch dein Wort zu uns, durch deinen Heiligen Geist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:11] Wir sind in Richter Kapitel 6. Die Kinder Israels sind wieder von Gott abgefallen, leider. Und die Midianiter und andere Völker unterdrücken sie schon seit einigen Jahren.
[1:22] Wir lesen in Vers 7: "Als aber die Kinder Israels wegen der Midianiter zum Herrn schrien, da sandte der Herr einen Propheten zu den Kindern Israels. Er sprach zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe euch aus Ägypten herausgeführt und euch aus dem Haus der Knechtschaft gebracht und ich habe euch errettet aus der Hand der Ägypter und aus der Hand all derer, die euch bedrängten, und ich habe sie vor euch vertrieben und euch ihr Land gegeben. Und ich sprach zu euch: Ich bin der Herr, euer Gott. Ihr sollt die Götter der Amoriter nicht verehren, in deren Land ihr wohnt. Aber ihr habt meiner Stimme nicht gehorcht."
[1:58] Hier sind die Israeliten und sie rufen um Hilfe, weil sie schwach sind. Und Gott sendet eine prophetische Botschaft und sagt: "Ich habe euch errettet, aber ihr gehorcht nicht. Ihr habt nicht das getan, was ich gesagt habe."
[2:15] Manchmal fühlen wir uns schwach und wir rufen zu Gott und bitten um Hilfe. Aber er sendet uns dann eine prophetische Botschaft durch sein Wort und sagt uns: "Ich habe dich schon so oft errettet, aber merkst du nicht, dass du immer wieder in dieselben Fehler hineinfällst?"
[2:34] Das ist mir schon so gegangen, ich denke, dir vielleicht auch. Lasst uns lernen, dass wir Gottes Wort ernst nehmen, dass wir nicht nur um Hilfe bitten, sondern auch die Ermahnung des Herrn in Anspruch nehmen und annehmen.
[2:50] Der Engel des Herrn kam und setzte sich unter die Terebinthe bei Ofra, die Joasch, dem Abiesriter, gehörte. Und seinen Sohn Gideon drosch Weizen in der Kelter, um ihn vor den Midianitern in Sicherheit zu bringen.
[3:03] Da erschien ihm der Engel des Herrn und sprach zu ihm: "Der Herr ist mit dir, du tapferer Held!" Das Ganze war sogar ziemlich buchstäblich, denn der Herr war wirklich buchstäblich mit ihm, denn der Engel des Herrn war ja der Herr, wie wir gleich sehen werden.
[3:23] Gideon aber sprach zu ihm: "Ach, mein Herr, wenn der Herr mit uns ist, warum hat uns dann dies alles getroffen? Und wo sind all seine Wunder, von denen uns unsere Väter erzählt und von denen sie sprachen: 'Hatte er uns nicht aus Ägypten herausgeführt?' Nun aber hat uns der Herr verlassen und in die Hand der Midianiter gegeben."
[3:40] Gideon kannte Gott, er kannte ihn aus den Geschichten, aus den Erzählungen aus der Vergangenheit. Aber er hatte den Eindruck, dass alle Wunder Gottes der Vergangenheit angehören. Wie oft passiert es uns, dass wir vielleicht denken: "Ja, ich glaube, dass Gott in der Vergangenheit, im Alten Testament, oder vielleicht in der Kirchengeschichte mächtig gewirkt hat durch Männer und Frauen, dass er große Wunder getan hat. Aber wo ist er heute?" Es scheint so, als ob er uns vielleicht verlassen hat.
[4:06] Der Herr aber wandte sich zu ihm und sprach: "Geh hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Hand der Midianiter! Habe ich dich nicht gesandt?" Hierbei wird deutlich, dass dieser Engel des Herrn nicht irgendein Engel, sondern dass Gott selbst sich hier offenbart als Engel des Herrn. Das ist der Sohn Gottes, der, den wir später Jesus Christus nennen, der sich hier diesem Gideon offenbart, um ihm zu sagen: "Du willst, dass Gott Wunder tut in deiner Generation? Stelle dich zur Verfügung, denn durch dich wird Gott Wunder tun!"
[4:44] Er sprach zu ihm: "Ach, Herr, womit soll ich Israel retten? Siehe, meine Sippe ist die geringste in Manasse, und ich bin der Kleinste im Haus meines Vaters." Gideon hatte nicht den Eindruck, dass er geeignet wäre, wirklich etwas für Gott zu tun. Hast du den Eindruck vielleicht auch, dass du gar nicht geeignet bist, das für Gott zu tun?
[4:58] Der Herr aber sprach zu ihm: "Weil ich mit dir sein will, wirst du die Midianiter schlagen wie einen einzigen Mann." Gott schaut nicht, was wir können oder was wir an Ressourcen zur Verfügung stellen. Gott schaut darauf, ob wir mit ihm sind. Wenn wir mit ihm sind, dann kann er mit uns sein. Dann ist das mit uns, und dann kann er seine ganze Macht und Kraft durch uns wirken lassen.
[5:18] Er aber sprach zu ihm: "Wenn ich denn Gnade vor dir gefunden habe, so gib mir ein Zeichen, dass du es bist, der mit mir redet. Weiche doch nicht von hier, bis ich wieder zu dir komme und meine Gabe bringe und sie dir vorsetze." Er sprach: "Ich will bleiben, bis du wiederkommst."
[5:32] Gideon ging hin und bereitete ein Ziegenböckchen zu und ungesäuertes Brot von einem Efa Mehl. Das Fleisch legte er dann in einen Korb und die Brühe in einen Topf und brachte es zu ihm heraus unter die Terebinthe und legte es ihm vor.
[5:47] Das erinnert ein bisschen an die Geschichte von Abraham in 1. Mose 18, als auch der Engel des Herrn, als Jesus mit zwei anderen Engeln ihn dort besucht hatte.
[5:58] Aber der Engel des Herrn sprach zu ihm: "Nimm das Fleisch und das ungesäuerte Brot und lege es auf den Felsen hier und gieße die Brühe darüber." Und er machte es so. Da streckte der Engel des Herrn die Spitze des Stabes aus, den er in der Hand hatte, und berührte damit das Fleisch und das ungesäuerte Brot. Da fuhr Feuer auf von dem Fels und verzehrte das Fleisch und das ungesäuerte. Und der Engel des Herrn verschwand vor seinen Augen. Ein Wunder, das deutlich macht: Hier war ein übernatürliches Wesen, Gott war gegenwärtig.
[6:29] Als Gideon sah, dass es der Engel des Herrn war, sprach er: "Ach, Herr, Herr! Ich habe ja den Engel des Herrn von Angesicht zu Angesicht gesehen!" Man erinnere sich an eine ganz ähnliche Situation später, eine ähnliche Reaktion bei Jesaja, die wir in Jesaja 6 in einem Vers dann finden können.
[6:47] Aber der Herr sprach zu ihm: "Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben!" Gott kommt nicht in unser Leben, um uns umzubringen. Er kommt nicht, um uns zu schaden. Er kommt, um uns zu berufen für Aufgaben, die so groß sind, dass wir uns meistens gar nicht vorstellen können, dass er uns, schwach wie wir sind, dafür gebrauchen möchte.
[7:07] Da baute Gideon dem Herrn dort einen Altar und nannte ihn "Der Herr ist Friede". Das steht noch bis zum heutigen Tag in Ofra der Abiesriter.
[7:19] Ist Gott auch dein Friede? Hast du Frieden im Herzen gefunden, weil du Gott in dein Herz hineingelassen hast? Ich habe in meinem Leben immer wieder erlebt: Wenn ich Gott wirklich in meinem Herzen habe, habe ich tiefen, tiefen inneren Frieden.
[7:33] Und in jener Nacht sprach der Herr zu ihm: "Nimm den Stier, der deinem Vater gehört, und zwar den zweiten Stier, der siebenjährig ist, und reiße den Altar des Baal nieder, der deinem Vater gehört, und haue das Aschera-Standbild um, das dabei ist. Und baue dem Herrn, deinem Gott, oben auf dem Gipfel dieser Bergfeste durch Aufschichtung einen Altar und opfere den zweiten Stier als Brandopfer mit dem Holz des Aschera-Standbildes, das du umhauen wirst."
[7:59] Gott möchte, dass wir zu Hause beginnen, in unserer eigenen Familie. Wir können nicht die Welt reformieren, wenn in unserer eigenen Familie so manches im Argen liegt. Wir können nicht ein Licht für andere in fernen Ländern sein, wenn wir es nicht einmal zu Hause sind, wenn zu Hause, in unserem Heim, in unserer Umgebung, mit unserer Gemeinde, Götzen in welcher Form auch immer zu finden sind.
[8:27] Um ganz Israel zu retten, um ein Reformator, ein Richter zu sein, musste Gideon uns erst einmal ein Reformator, ein Richter in seinem eigenen Heim sein.
[8:37] Da nahm Gideon zehn Männer von seinen Knechten und machte es so, wie der Herr es ihm gesagt hatte. Weil er sich aber vor dem Haus seines Vaters und vor den Leuten der Stadt fürchtete, dies bei Tag zu tun, hatte er es bei Nacht getan.
[8:52] Gideon war offensichtlich ein ziemlich zögerlicher Mensch, wie wir auch noch sehen werden. Aber obwohl er zögerlich war, hat Gott ihn doch gebrauchen können und mit viel Geduld in ihm die Kraft geschenkt, doch gehorsam zu sein.
[9:03] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir heute lernen dürfen, dass du uns nicht verlassen hast, dass du immer noch derselbe Gott bist wie zu alten Zeiten. Aber dass du, so wie in alten Zeiten, Männer und Frauen suchst, die sich dir zur Verfügung stellen und die den Ruf annehmen und die Aufforderung und die Berufung. Und Herr, so möchten wir heute – ich und jeder, der hier jetzt mitschaut und es in seinem Herzen mittragen kann und mit zustimmt – unser Leben dir neu in die Hände geben und dich bitten, dass du durch uns deine Macht und Kraft zeigst. Im Namen Jesu. Amen.
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