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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die tragische Wende in Gideons Geschichte nach seinem großen Sieg. Obwohl Gideon das Königsamt ablehnt, führt sein Handeln zur Abkehr Israels von Gott und zur Errichtung eines Götzen. Die Folge schildert, wie Gideons Sohn Abimelech seine Brüder ermordet, um selbst König zu werden, und wie Jotams Gleichnis der Bäume diese verhängnisvolle Entwicklung prophetisch kommentiert. Eine eindringliche Mahnung, Gottes Taten nicht zu vergessen und dem Bund mit ihm treu zu bleiben.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf meiner Seite“ heute mit Seite 282. Lasst uns gemeinsam beten.
Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir dich unseren Vater nennen dürfen. Danke, dass du für uns da bist in jeder Situation und dass du große Kraft hast, uns zu retten. Danke, dass du uns erlöst hast von aller Schuld und Sünde und danke, dass du uns anbietest, König zu sein in unserem Leben. Herr, das wünschen wir uns so sehr auch für den heutigen Tag. Bitte sprich durch dein Wort zu uns und erfülle uns mit deinem Heiligen Geist. Das beten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:12] Wir sind in Richter Kapitel 8. Gideon hat einen großen Sieg mit Gottes Hilfe über die Midianiter errungen und ihm ist das Königsamt angetragen worden vom Volk. Doch Gideon hat abgelehnt. Auch seine Söhne sollten nicht Herrscher sein über das Volk Israel, sondern Gott sollte der wahre König sein.

[1:28] Doch nun hatte er sich Gold und Schmuck erbeten und wir lesen weiterhin in Vers 27: „Und Gideon machte sich ein Ephod daraus und stellte es in seiner Stadt auf, in Ophra. Und ganz Israel führte ihm dort nach und das wurde zum Fallstrick für Gideon und sein Haus.“
Was für eine traurige Wendung dieser so inspirierenden Geschichte! Gideon hatte so viel mit Gott erlebt, so große Siege errungen und dann doch diesen Fehler hier gemacht. Dieser Schmuck, dieses Gold wird ihm zum Fallstrick. Wie oft ist es schon uns so gegangen, dass wir Gigantisches mit Gott erlebt haben, dass er uns große Dinge gezeigt hat, große Siege geschenkt hat und wir dann doch wieder vom rechten Weg abgewichen sind durch die eine oder andere Sache. Lasst uns daraus lernen, dass wir das nicht mehr tun.

[2:22] Die Midianiter aber waren vor den Söhnen Israels gedemütigt worden und hoben ihr Haupt nicht mehr und das Land hatte 40 Jahre lang Ruhe, solange Gideon lebte.
Und Gideon, der Sohn des Joasch, ging hin und wohnte in seinem Haus. Gideon hatte aber 70 Söhne, die aus seinen Lenden hervorgegangen waren, denn er hatte viele Frauen. Auch in diesem Punkt hatte er nicht eigentlich dem Ideal entsprochen, das Gott sich gewünscht hatte, wie viele andere auch, insbesondere auch im Alten Testament, leider.
Und seine Nebenfrau, die er in Sichem hatte, gebar ihm auch einen Sohn. Dem gab er den Namen Abimelech. Und das ist sehr interessant, denn der Name Abimelech heißt wörtlich übersetzt: „Mein Vater ist König.“ Nun ist es auch ein Name, den wir auch schon in 1. Mose bei den Philistern immer wieder finden, so ein Königstitel, aber ein sehr interessantes Detail hier.

[3:17] Und Gideon, der Sohn des Joasch, starb in gutem Alter und wurde in Ophra begraben im Grab seines Vaters Joasch, des Abiesriters.
Es geschah aber, als Gideon gestorben war, da kehrten die Kinder Israels um und wurden den Baalen nach und machten den Baal-Berit zu ihrem Gott. Baal-Berit, das heißt übersetzt: „Der Herr des Bundes.“ Gott wollte und will auch heute noch einen Bund mit seinen Kindern schließen, aber stattdessen schlossen jetzt die Israeliten einen Bund mit einem Götzen, einem falschen Gott, der überhaupt gar nicht in der Realität existiert.
So gedachten die Kinder Israels nicht an den Herrn, ihren Gott, der sie aus der Hand aller ihrer Feinde ringsum errettet hatte, und sie wiesen keine Güte an dem Haus Gideons trotz allen Wohltaten, die er an Israel getan hatte.
Sünde macht vergesslich. Sünde führt dazu, dass wir Gottes große Rettungstaten auch in unserem Leben schnell wieder vergessen und dann auch die Menschen vergessen oft, die uns Gutes getan haben, die für uns sich aufgeopfert haben.

[4:24] Abimelech aber, der Sohn des Joasch, ging hin nach Sichem zu den Brüdern seiner Mutter und redete mit ihnen und mit dem ganzen Geschlecht des Vaterhauses seiner Mutter und sprach: „Redet doch vor den Ohren aller Bürger von Sichem: Was ist besser für euch, dass 70 Männer, alle Söhne Joaschs, über euch herrschen, oder dass ein Mann über euch herrscht? Und denkt auch daran, dass ich euch Gebein und Fleisch bin.“
Er stellt jetzt hier eine Frage. Er sagt jetzt eine Option: Wollt ihr von den 70 Söhnen, den eigentlich legitimen Söhnen, den erbberechtigten Söhnen vielleicht sozusagen des Gideon, beherrscht werden oder wollt ihr von mir alleine beherrscht werden? Eine Option stellt er gar nicht zur Diskussion, obwohl sie die war, die Gideon eigentlich ursprünglich angedacht hatte, nämlich dass Gott der Herrscher sein sollte. Diese Idee, dass Gottes Herrschaft die eigentliche sein sollte, verschwindet aus dem Blickwinkel und damit beginnt all das Leid und Elend, das jetzt auch in dieser Geschichte wieder eintritt.

[5:30] Da redeten die Brüder seiner Mutter alle seine Worte vor den Ohren aller Bürger von Sichem und ihr Herz neigte sich Abimelech zu, denn sie sagten: „Er ist unser Bruder.“
Sichem war nicht irgendeine Stadt. Sichem war die Stadt, in der Josua kurz vor seinem Tod alle Vertreter des Volkes zusammen gerufen hatte, um dort den Bund mit Gott und dem Volk Israel zu erneuern. Dort hatte das Heiligtum seinen Platz gefunden. Sichem war einst Zentralort für ganz Israel in dieser frühen Phase ihrer Geschichte.

[6:01] Und sie gaben ihm 70 Silbergeld aus dem Haus des Baal-Berit. Und Abimelech warb damit nichtsnutzige und leichtfertige Männer an, die ihm nachfolgten. Und er kam in das Haus seines Vaters nach Ophra und tötete seine Brüder, die Söhne Joaschs, 70 Männer auf einem Stein. Gut, aber der jüngste Sohn Joaschs, Jotam, blieb übrig, denn er hatte sich versteckt.
Eine Generation davor hatte Gideon alle seine Brüder im Kampf gegen die Midianiter, gegen die Feinde Gottes, verloren. Jetzt verliert dieser Jotam seine ganzen Geschwister im Kampf gegen seinen Halbbruder, der eigentlich zu Israel dazu gehörte. Und jetzt dieser Bürgerkrieg entsteht hier oder diese Auseinandersetzung innerhalb Israels, besser gesagt.

[6:51] Und alle Bürger von Sichem und das ganze Haus Millo versammelten sich und gingen hin und machten Abimelech zum König bei der Terebinthe des Denkmals, die in Sichem steht. Hier genau an dem Ort, an dem Josua einen Gedenkstein hat aufrichten lassen, um die Verpflichteten an den Bund mit ihrem Gott zu erinnern, genau an dieser Stelle machen sie jetzt gegen den Willen Gottes und vor allem auch gegen den Willen auch gegen diesen Sohn einer Nebenfrau zum König und sagen damit implizit, dass Gott nicht mehr König über sie sein soll, wie sie das ja auch schon dadurch zum Ausdruck gebracht haben, dass sie dem Baal gedient haben.

[7:36] Als Jotam berichtet wurde, ging er hin und trat auf die Höhe des Berges Garizim und erhob seine Stimme, rief und sprach zu ihnen. Dieser Berg Garizim, interessant, auf dem Berg Ebal und Garizim sollten Segen und Fluch zurzeit von Josua vorgetragen werden und sind dann auch vorgetragen worden, wobei der Berg Garizim eigentlich für den Segen vorbehalten gewesen ist.
„Hört mir zu, ihr Bürger von Sichem, so wird Gott auch auf euch hören. Die Bäume gingen hin, um einen König über sich zu salben und sie sprachen zum Ölbaum: ‚Sei unser König!‘ Der Ölbaum antwortete ihnen: ‚Soll ich meine Fettigkeit lassen, die Götter und Menschen anpreisen und hingehen, um die Bäume zu bestimmen?‘ Da sprachen die Bäume zum Feigenbaum: ‚Komm du und sei König über uns!‘ Aber der Feigenbaum sprach zu ihnen: ‚Soll ich meine Süßigkeit lassen, um eine gute Frucht, und hingehen und die Bäume zu bestimmen?‘ Da sprachen die Bäume zum Weinstock: ‚Komm du und sei unser König!‘ Aber der Weinstock sprach zu ihnen: ‚Soll ich meinen Most lassen, der Götter und Menschen erfreut, und hingehen, um die Bäume zu bestimmen?‘“
Übrigens, das Wort „Götter“ hier kann immer auch mit „Gott“ übersetzt werden.

[8:46] „Da sprachen alle Bäume zum Dornbusch: ‚Komm und sei König über uns!‘“
Offensichtlich ist das ein Gleichnis, das die ganze Situation mit Gideon und jetzt mit Abimelech illustriert. Gideon, der so Großes mit Gott und durch Gott erlebt hat, hat es abgelehnt, König zu werden. Aber Abimelech, der in Anführungsstrichen nur der Sohn einer Nebenfrau gewesen war, der hat sich jetzt dieses Königstum erschlichen.
„Und der Dornbusch sprach zu den Bäumen: ‚Wollt ihr mich wirklich zum König sein? So kommt und nehmt Zuflucht unter meinem Schatten!‘“ Was für eine ironische Wendung, denn der Dornbusch kann nicht wirklich viel Schatten spenden. „Wenn aber nicht, so soll Feuer ausgehen vom Dornbusch und die Zedern des Libanon verzehren.“

[9:30] Lasst uns gemeinsam beten.
Lieber Vater im Himmel, wir sehen in der Bibel, aber auch in unserem Leben, wie oft und wie schnell wir deine großen Taten vergessen, wie leicht wir abfallen von dir, uns verführen lassen. Und darum bitten wir dich von ganzem Herzen, dass du uns daran erinnerst, jeden Tag, auch heute, an all das Große, was du für uns getan hast und dass wir den Bund mit dir bewahren und nicht aufgeben. Das beten wir im Namen Jesu. Amen.


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