In dieser Predigt über Römer 11:21-12:5 spricht Christopher Kramp über die tiefen Zusammenhänge zwischen dem Volk Israel und den Heiden im Plan Gottes. Er erklärt, wie Gottes Gnade und Berufung unveränderlich sind und wie das Evangelium zu einer Transformation unseres Denkens und Lebens führt. Die Botschaft betont die Bedeutung von Bescheidenheit und die Notwendigkeit, unser Leben als lebendiges Opfer Gott darzubringen, um seinen Willen zu erkennen und zu tun.
Gott auf (m)einer Seite: Römer 11:21-12:5
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: RömerPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Seite 118. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass Du uns lieb hast und dass Du für uns da bist. Dass wir aufgrund Deiner Gnade, nicht aufgrund unserer Verdienste – denn wir haben keine – nicht aufgrund unserer Gerechtigkeit, denn alle unsere Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid, aber aufgrund Deiner Gnade und Deiner Güte und Deiner Liebe Deine Kinder sein dürfen. Herr, gib in uns ein tiefes Verlangen, dass andere auch diese Erfahrung machen. Sprich Du jetzt durch Dein Wort zu uns und zeig uns, wie wir heute an diesem Tag mit Dir zusammen leben dürfen und wie Du unser Leben verändern möchtest. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:43] Wir sind in Römer Kapitel 11. Paulus zeigt, dass Gott das Volk Israel nicht als Ganzes verworfen hat, sondern alle, die Jesus im Volk Israel angenommen haben, wie er selbst, Paulus z.B., Petrus und Johannes, alte Judenchristen, dass sie die Übrigen sind des Volkes. Das Volk Israel bleibt also sozusagen bestehen. Es war ja ohnehin im Alten Testament auch schon eigentlich von Gott als eine geistliche Gemeinschaft gedacht, die auf den Erlöser hin ausgerichtet war. Und alle Heidenchristen werden in dieses Volk der Übrigen hineingepropft. Und einige sind ausgebrochen worden, weil sie zwar formal zum Volk Israel gehören, aber Jesus, den Grundstein, das Zentrum und das Ziel des gesamten Alten Testamentes, nicht angenommen haben. Aber Paulus warnt die Heidenchristen und sagt, dass es keinen Grund gibt, sich zu erheben, denn sie sind auch nur eingepropft. Sie gehören auch, sie sind auch nur Israeliten in einem geistlichen Sinne und sie stehen dort nur im Volk Gottes aufgrund der Gnade Gottes. Und sein großer Wunsch von Paulus ist, dass durch jeden Heiden, der zu Gott findet und sein Leben, äh, in seinem Leben zeigt, welche Kraft das Evangelium hat, dass dadurch umso mehr Menschen, die das älteste Menschen kennen, Juden, zu seiner Zeit diese Kraft auch für sich in Anspruch nehmen wollen. Deswegen gibt es keinen Grund auch für uns heute, sich über Menschen zu erheben, die vielleicht Gottes Wort kennen, aber noch nicht Jesus als ihren persönlichen Erlöser angenommen haben.
[3:30] Wir lesen Vers 21: „Denn wenn Gott die natürlichen Zweige nicht verschont hat, könnte es sonst geschehen, dass er auch dich nicht verschont.“ Und hier sehen wir wieder, dass Gott gerecht ist. Wenn Gott einen ungläubigen Israeliten aus dem Volk Gottes herausbricht, weil dieser nicht an Jesus glauben will, dann wird auch Hochmut und Stolz – der eine ein zentrales Element Satans Rebellion im Himmel gewesen ist – dazu führen, wenn wir uns nicht bekehren, dass auch wir wieder aus dem Volk Gottes ausgebrochen werden. So sieh nun die Güte und die Strenge Gottes: die Strenge gegen die, welche gefallen sind, die Güte aber gegen dich, sofern du bei der Güte bleibst. Sonst wirst auch du abgehauen werden. Sehen wir also ganz deutlich, dass es kein „einmal gerettet, immer gerettet“ gibt, wenn wir das Evangelium angenommen haben, in, aus aufgrund der Güte Gottes bei Jesus sind, dann müssen wir darauf achten, dass wir bei Jesus bleiben. Denn ansonsten werden auch wir, das Volk Gottes, aus dem Volk Gottes herausgebrochen werden. Jene dagegen, wenn sie nicht im Unglauben verharren, werden wieder eingepropft werden, denn Gott vermag sie wohl wieder einzupropfen. Hier sieht man ganz deutlich, es geht nicht um eine endgültige Sache. Die Juden sind nicht verflucht, sie sind nicht irgendwie von Gott jetzt in eine tiefere Schublade geschoben worden. Nein, es geht um einen ganz simplen Zusammenhang: Gott kann nur in Jesus ewiges Leben geben. Und Gottes Volk war schon immer zu allen Zeiten diejenigen, die auf den Erlöser gewartet haben und Glauben an den Erlöser gehabt haben. Indem jetzt endliche Juden zur Zeit von Jesus keinen Glauben an diesen Erlöser gehabt haben, konnten sie nicht mehr Teil des geistlichen Israels sein. Aber in dem Moment, wo sie an Jesus glauben werden, werden sie wieder Teil des geistlichen Israels. Auf die gleiche Art und Weise werden Heiden durch den Glauben an Jesus Teil des geistlichen Israels. Und in dem Moment, wo sie nicht mehr Jesus glauben, nicht mehr mit ihm leben, hören sie auch wieder auf, Teil dieses geistlichen Israels zu sein. Denn wenn du aus dem von Natur wilden Ölbaum herausgeschnitten und gegen die Natur in den edlen Ölbaum eingefropft worden bist, wie viel eher können diese, die natürlichen Zweige, wieder in ihren eigenen Ölbaum eingefropft werden? Er sagt sogar mit anderen Worten: Es ist sogar leichter für einen Juden, Christ zu werden, als für einen Heiden, auch wenn er bisher Jesus abgelehnt hat. Und das ist wieder dieser Gedanke: Den Juden zuerst, denn sie haben schon das Alte Testament, sie kennen ja eigentlich die Verheißung, sie wissen, was die Prophezeiung sagen.
[6:07] „Denn ich will nicht, meine Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt bleibt, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet. Israel ist zum Teil Verstockung wiederfahren, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen ist.“ Israel ist zum Teil verstockt, aber die Heiden kommen zum geistlichen Israel dazu, und so wird ganz Israel gerettet werden. „Wie geschrieben steht: Aus Zion wird der Erlöser kommen und die Gottlosigkeit von Jakob abwenden. Und das ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.“ Hier wird nicht gelehrt, dass Menschen einfach deswegen gerettet werden, weil sie heute buchstäblich Israeliten sind, sondern die Errettung, die hier steht, hat ja eindeutig damit zu tun, dass Gott Sünden wegnimmt. Und das kann er nur in Jesus tun, denn nur Jesus ist von Sünden gestorben. Aber hier wird ganz deutlich, dass Israel zwar ein Teil von Israel verstockt ist, aber dass Gottes Ziel ist, ganz Israel zu retten, nämlich das gesamte geistliche Israel. Und das sind buchstäbliche Israeliten, die an den Messias glauben, und Heiden, die an den Messias glauben. Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euren Willen, weil sie dem Evangelium feindlich gegenüber sich gestellt haben. Hinsichtlich der Auserwählung aber, geliebte, um der Väter willen, sie sind ja diejenigen, die dieselben geistlichen, dieselben Väter haben, auf die sie sich berufen: Abraham, Isaak, Jakob. Was geschehen muss, sagt Paulus, nur dass sie verstehen, was diese Väter eigentlich wirklich gesagt haben. Denn Gottes Gnadengabe und Verzeihung, denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht rufen. Denn gleich wie auch ihr einst Gott nicht geglaubt habt, jetzt aber Barmherzigkeit erfahren habt um ihres Unglaubens willen, so haben auch sie jetzt nicht geglaubt um der euch erwiesenen Barmherzigkeit willen, damit auch sie Barmherzigkeit erfahren sollen.
[8:07] Paulus sagt: Ihr Heiden hattet nicht geglaubt, und als ihr, als Christus kam in euer Leben durch die Predigt des Evangeliums, geglaubt habt, habt ihr Barmherzigkeit wiederfahren. Und jetzt sind viele Juden zwar verstockt, aber wenn sie Christus kennenlernen, wie er wirklich ist, dann werden auch sie Barmherzigkeit erfahren. Und dann werden sie genauso wie ihr Teil des Reiches Gottes, Teil des geistlichen Israels. Denn Gott hat alle miteinander in den Unglauben verschlossen, sowohl die Beschnittenen als auch die Unbeschnittenen, die Juden als auch die Heiden. Da sind wir wieder an dem, was Paulus von ganz am Anfang präsentiert hat, in den ersten Kapiteln des Römerbriefes. Und da sieht man, wie Römer 1 bis 11 eigentlich ein gigantischer, großer Rahmen ist, obwohl Vers 19 und Kapitel 11, 19 und 11 dann ganz besonders die Frage aus der Sicht des Volkes Gottes, des Volkes Israel, noch mal beleuchtet. Aber wir sehen, wie all das zusammenhängt und wie man die Lehre vom Volk Israel und wie das zusammenhängt mit dem geistlichen, buchstäblichen Israel, nur aus dem Evangelium heraus verstehen kann. Paulus hat es als ein Ganzes konzipiert, denn Gott hat alle miteinander in den Unglauben verschlossen, damit er sich über alle erbarme. Gott möchte allen Gnade schenken. Sie alle sind zwar im Ben eingeschlossen, aber er kann allen durch Christus, durch den Tod von Jesus am Kreuz von Golgatha, ewiges Leben schenken.
[9:41] Oh, welche Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte und wie unausforschlich seine Wege! Paulus kann es kaum in Worte fassen, dass Gott in der Lage ist, durch den Erlösungsplan jeden einzelnen Menschen zu erretten, wenn er es nur möchte. Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt? Und wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass es ihm wieder vergolten werde? Gottes Erlösungsplan ist nicht menschlich erdacht, man kann ihn nicht mit menschlichen Strategien irgendwie ersetzen oder ausfüllen. Gottes Erlösungsplan übersteigt alles, was Menschen durchdenken und verstehen können. Und das sollte uns in Ehrfurcht auf die Knie treiben, dass wenn Gott uns einlädt, sein Erlösungsplan zu studieren, wir das größte Thema studieren können, was ein menschliches Denken, menschlicher Geist über verstehen kann. Und dabei hat Gott dieses gigantische Thema so heruntergebrochen, dass jedes Kind es verstehen kann und damit die größte Weisheit erlangen kann, größer als alle Astrophysik und alle medizinischen Erkenntnisse, die es so gibt, und alle anderen großen Weisheiten, die Menschen auf dieser Welt haben können. Gottes Evangelium ist noch viel tiefer, noch viel komplexer und trotzdem viel einfacher zu verstehen, denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit. Amen.
[11:15] Voll noch, wir Gott die Ehre geben in unserem Leben und uns bewusst machen, dass wir von ihm sind und dass alles für ihn ist und dass er die Priorität in unserem Leben ist. Ich möchte mir das neu vornehmen, du auch. Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, man könnte sagen, angesichts dessen, was ihr in den Kapiteln 1 bis 11 gelesen habt, also die Kapitel gab's ja damals noch nicht, aber in all dem, was bisher beschrieben wurde, angesichts dieser Barmherzigkeit Gottes über alle, die Heiden wie die Juden, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr, ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer. Das war euer vernünftiger Gottesdienst. Paulus kommt jetzt zu der Frage: Was bedeutet all das, dieses gesamte gigantische, atemberaubende Evangelium? Was bedeutet das jetzt praktisch im Alltag? Er sagt: Ich ermahne euch, weil Gott so barmherzig ist, gebt euch ihm ganz hin, weil er euch so liebt, weil er alles für euch gegeben hat, weil er seinen eigenen Sohn nicht verschont hat. Gebt euch hin mit eurem ganzen Körper, mit allem, was ihr seid, ein lebendiges Opfer, Gott wohlgefällig. Und passt euch nicht diesem Weltlauf, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. Weil Gott so großartig ist und uns so fantastisch retten kann, deswegen lohnt es sich nicht. Deswegen sollen wir uns nicht mehr am Zeitgeist orientieren, nicht mehr die Moden dieser Welt mitmachen, sondern verwandelt werden unserem Sinn, damit wir wissen, was Gottes Wille ist und was nicht. Wir brauchen eine echte Transformation in unserem Herzen. Das ist, was das Evangelium bewirkt, dass wir nicht mehr so sind wie die restlichen Menschen in der Welt. Denn ich sage, Kraft der Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass er nicht höher von sich denke, als sich zu denken gebührt, sondern dass er auf Bescheidenheit bedacht sei, wie Gott jedem einzelnen das Maß des Glaubens zugeteilt hat. Und ich möchte lernen, und ich denke, du wahrscheinlich auch, dass wir durch Gottes Gnade lernen, bescheiden zu sein. Der natürliche Mensch will sich immer selbst erhöhen. Der natürliche Mensch denkt höher von sich, als es sich gebührt, weil er seine eigenen Sünden ausblendet und die von anderen vergrößert. Aber im Licht des Evangeliums sehen wir unsere eigene Schuld, wir sehen Gottes Gnade, wir sehen sein Opfer, das er für uns gebracht hat, und das macht uns bescheiden. Denn gleich wie an einem Leib viele Glieder besitzen, nicht alle Glieder aber dieselbe Tätigkeit haben, so sind auch wir, die vielen, ein Leib in Christus und als einzelne untereinander Glieder. Und jetzt zeigt Paulus, und wir werden das dann weiterlesen, wie das sich auch auf das Gemeindeleben auswirkt. Statt uns selbst zu erhöhen, statt sich über den anderen zu erheben, statt alles selbst machen zu wollen, sollen wir wie Glieder eines Körpers zusammenarbeiten, aufgrund all dessen, was in Römer 1 bis 11 studiert haben.
[14:25] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir bitten Dich von ganzem Herzen, dass Du uns diese Erneuerung unseres Sinnes schenkst, dass wir transformiert werden in unserem Denken, dass wir völlig verwandelt werden, eine Metamorphose unserer Wünsche, unserer Orientierung, von allem erleben, dass wir nicht mehr der Welt nachlaufen, sondern uns völlig von Deinem Evangelium bestimmen lassen. Herr, wir wollen unser Leben als ein lebendiges, Gott wohlgefälliges Opfer auf den Altar legen, weil Du so gut bist. Jetzt bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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