In dieser Predigt über Römer 13,12-14,23 spricht Christopher Kramp über die praktische Anwendung des Evangeliums im Alltag und in der Gemeinde. Er beleuchtet, wie wir uns dem Staat unterordnen, wie Liebe das Gesetz erfüllt und wie wichtig es ist, andere im Glauben anzunehmen, anstatt zu richten. Ein zentrales Thema ist auch die Bedeutung des Glaubens bei alltäglichen Entscheidungen wie dem Essen und Trinken, um die Einheit und Erbauung der Gemeinde zu fördern.
Gott auf (m)einer Seite: Römer 13:12-14:23
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: RömerPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Seite 1190. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke für dein Wort und danke, dass es uns hilft im Alltag mit dir zu leben. Danke, dass du uns Kraft schenkst, dass du uns Wegweisung gibst, dass wir wissen, was dein Wille ist, wenn wir mit dir reden und über dein Wort nachdenken. Wir möchten von ganzem Herzen uns heute dir übergeben. Wir möchten von ganzem Herzen unser Leben in deine Hand legen und dich bitten, dass deine Liebe uns so erfüllt, dass es sichtbar wird, dass wir deine Kinder sind in allem, was wir heute tun, sagen und denken. Herr, sprich du jetzt durch dein Wort zu uns nach deiner Verheißung. Lass es nicht leer zurückkehren, sondern lass es ausführen, wozu du es gesandt hast. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:30] Wir sind in Römer Kapitel 13. Paulus hat gezeigt, wie das Evangelium sich praktisch im Leben, in der Gemeinde, im Alltag auswirkt. Wie es dazu führt, dass wir auch unseren Feinden mit Liebe begegnen werden. So, dass wir auch einem Staat, der ein Oberhaupt wie Nero hat, uns nach dem Wort Gottes unterordnen können. Und diesem Staat, einem Gefäß der Ehre, könnte man sagen, nach Römer 9, die Ehre auch geben, die ihm zukommt. Niemals Gottes Gebote übertreten, aber doch anerkennen, dass auch der Staat seine Rolle hat, die ihm von Gott gegeben worden ist. Wenn der Staat seine Rolle falsch ausführt, wird Gott ihn dafür zur Verantwortung ziehen. Aber unsere Aufgabe ist es, uns dem Staat, solange es sich nicht dem Wort Gottes klar widerspricht, unterzuordnen. Und generell gilt, dass wir in allem uns mit Liebe anderen, dass wir allen mit Liebe begegnen sollen. Dass wir durch die Liebe Gottes Gesetz erfüllen, den Glaubensgehorsam tatsächlich praktisch erleben. Die Gerechtigkeit, die im Evangelium sich zeigt, in unserem Leben auch tatsächlich sehen können. Und all das, weil Jesus bald wiederkommt. Paulus hat in Vers 11 darauf hingewiesen, dass die Zeit vorangerückt ist und dass wir aus dem Schlaf aufwachen sollen. Dass wir Weckung brauchen.
[3:02] Und wir lesen weiter in Vers 12: "Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber ist nahe. So lasst uns nun ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts." Ist das nicht eine Entscheidung, die wir auch heute hier fällen möchten? Lieber Freund, liebe Freundin, dass wir die Werke der Finsternis ablegen und die Waffen des Lichts anlegen, weil Jesus bald wiederkommt. Lasst uns anständig wandeln. Was heißt das? Die Waffen des Lichts tragen. Lasst uns anständig wandeln, wie am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifung, nicht in Streit und Neid, nicht in den Dingen, die in Römer 1 beschrieben werden. Sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden. Wir sollen in dieser Welt mit Jesus leben. Er benutzt dieses Bild, dass man Jesus anzieht, dass man so, wie man sich ein Gewand anzieht und damit durch den gesamten Alltag geht und es nicht auszieht, weil es sonst eine Schande wäre. So man auch den gesamten Alltag mit Jesus geht. Und in dem Moment, wo wir Jesus aus den Augen verlieren, ihn wegnehmen aus unserem Alltag, dann ist das Schande. Und wir sollten das Fleisch nicht pflegen, nicht dorthin gehen, wo die Sünde uns wahrscheinlich besonders stark versuchen wird.
[4:32] Anständig wandeln in der Zeit, in der wir leben. Nehmt den Schwachen im Glauben an, ohne übergewissensfragen zu streiten. Und das ist ein wesentlicher, praktischer Ratschlag, den Paulus jetzt gibt, dass es auch Meinungsverschiedenheiten geben wird innerhalb der Gemeinde. Nicht alle werden in allen Detailfragen einer Meinung sein. Einer glaubt, alles essen zu dürfen. Wer aber schwach ist, der ist Gemüse. Wer ist, verachte den nicht, der nicht ist. Und wer nicht ist, richte den nicht, der ist. Denn Gott hat ihn angenommen. Diese Frage soll es keine Gemeindespaltung geben. Wer bist du, dass du den Hausknecht eines anderen richtest? Er steht oder fällt seinem eigenen Herrn. Er wird aber aufrecht gehalten werden, denn Gott vermag ihn aufrecht zu halten. Es ist nicht meine Aufgabe in der Gemeinde, andere zu richten oder sie gerade zu biegen. Es ist unser Vorrecht, einander zu stärken, unser Vorrecht auch in Liebe zu ermahnen, aber nicht zu streiten und den Knecht eines anderen Knechts von Jesus zu beurteilen. Diese Aufgabe kann Jesus sehr viel besser wahrnehmen und er wird es tun.
[5:40] Dieser hält einen Tag höher als den anderen, jener hält alle Tage gleich. Jeder sei seiner Meinung gewiss. Es sei nur an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass diese Stelle natürlich nicht davon spricht, dass der Sabbat aufgehoben ist. Denn ansonsten könnte Paulus nicht direkt davon gesprochen haben, dass durch die Liebe wir das Gesetz Gottes erfüllen, indem der Sabbat natürlich ein ganz wesentlicher Teil ist. Und wir haben auch gesehen, dass Paulus in all den Kapiteln der Apostelgeschichte, die uns überliefert sind, immer den Sabbat gehalten hat. Wer auf den Tag achtet, der achtet darauf für den Herrn. Und wer nicht auf den Tag achtet, der achtet nicht darauf für den Herrn. Wer ist, der ist für den Herrn. Denn er dankt Gott. Und wer nicht ist, der enthält sich der Speise für den Herrn und dankt Gott auch. Denn keiner von uns lebt sich selbst und keiner stirbt sich selbst.
[6:27] Es gibt im Leben der Gemeinde manchmal Tage, und das ist jetzt vielleicht ein Beispiel, wo man das praktisch anwenden kann. Es gibt Tage, wo man vielleicht als Gemeinde sich vornimmt zu fasten als ganze Gemeinde. Aber es gibt dann vielleicht Geschwister, die nicht fasten wollen oder fasten können oder aus bestimmten Gründen eben nicht mit fasten. Und dann ist es unser Vorrecht, wenn wir uns selbst vorgenommen haben zu fasten, dass wir für den Herrn an diesem Tag fasten. Aber ein anderer, wir diesen Tag als Fastentag eben nicht beachten. Und darüber soll es keinen Streit geben. Da gibt es sicherlich viele andere Beispiele und Anwendungsbeispiele für dieses Prinzip. Denn keiner von uns lebt sich selbst und keiner stirbt sich selbst. Wir sind immer Teil eines großen Ganzen. Wir gehören zu einer Gemeinde. Denn leben wir so, leben wir dem Herrn. Und sterben wir so, sterben wir dem Herrn. Ob wir nun leben oder sterben, wir gehören dem Herrn. Denn dazu ist Christus auch gestorben und auferstanden und wieder lebendig geworden, dass er sowohl über Tote als auch über Lebende Herr sei. Gott ist unser Herr.
[7:29] Und wir müssen nicht übereinander sein. Wir müssen nicht den Glauben von anderen zwingen. Gott ist unser Herr und Jesus kann das ausgezeichnet her sein. Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden ja alle vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen. Es gibt keinen Grund, einen anderen in der Gemeinde zu verurteilen oder ihn richtig zu beachten, weil er nicht in allen Detailfragen, in Gewissensfragen, genauso denkt, fühlt und handelt wie ich. Wenn schon in der Urgemeinde es zu unterschiedlichen Meinungen kam in Detailfragen, dann wird es heute auch so sein. Und obwohl der Heilige Geist immer daran bestrebt ist, uns zur Einheit des Glaubens zu führen, gilt auch das hier. Denn es ist auch vom Heiligen Geist inspiriert. Wir müssen verstehen, dass ein anderer Bruder, eine andere Schwester in der Gemeinde Jesus als ihren Herrn hat und nicht mich. Wir alle werden einmal vor Jesus gerichtet werden. Das zeigt auch, dass Paulus natürlich selbstverständlich vor ein Gericht spricht. Und wir haben das schon in Römer 2 gesehen, dass das Gericht Gottes Teil seines Evangeliums ist.
[8:40] Denn es steht geschrieben: "So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir soll sich jedes Knie beugen und jede Zunge wird Gott bekennen." So wird also jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben. Darum lasst uns nicht mehr einander richten, sondern richtet viel mehr, dass dem Bruder weder ein Anstoß noch ein Ärgernis in den Weg gestellt wird. Lasst uns also nicht mehr in der Gemeinde übereinander reden und übereinander schlecht denken, sondern lasst uns darauf achten, dass wir möglichst einem anderen nicht zum Anstoß werden. Ich weiß und bin überzeugt in dem Herrn Jesus, dass nichts an und für sich unrein ist, sondern es ist nur für den Unreinen, der etwas für unrein hält. Wenn aber dein Bruder um einer Speise willen betrübt wird, so wandelst du nicht mehr gemäß der Liebe. Verdirb mit deiner Speise nicht denjenigen, für den Christus gestorben ist.
[9:29] Und hier ist ganz wichtig, dass nicht alles, was Menschen heute essen, überhaupt Speise ist im biblischen Sinne. Paulus spricht also nicht von Dingen wie Schweinefleisch oder so, die nach der Bibel gar keine Speise sind, sondern unreine Tiere, die als Speise gar nicht definiert sind als Speise in diesem Sinne. Es geht also um Speisen, um Nahrungsmittel, die also technisch gesehen gegessen werden dürften, die allerdings und das ist der Hintergrund hier und das ist auch der Hintergrund in anderen Texten von Paulus, von einigen abgelehnt worden sind, weil sie bei ihrer Herstellung den Göttern geopfert worden sind. Es geht also um die Frage auch des Götzenopferfleisches. Und einige hatten den Eindruck, dass wenn ein Stück reines Fleisch bei seiner Herstellung vor einem Jupiter gestanden hat oder einem anderen römischen Gott oder wem auch immer, dann konnte man das nicht mehr essen, weil man vielleicht dadurch irgendwie unrein werden würde. Und Paulus sagt, für sich, er selbst ist davon überzeugt, dass das keinen Einfluss hat, dass das nichts mit dem persönlichen Glaubensleben zu tun haben muss.
[10:42] Aber es kann sein, dass wenn er selbst das ohne Probleme isst, dass er damit einem anderen zum Anstoß wird. Wenn aber dein Bruder um einer Speise willen betrübt wird, so wandelst du nicht mehr gemäß der Liebe. Verdirb mit deiner Speise nicht denjenigen, für den Christus gestorben ist. So soll nun euer Bestes nicht verlästert werden, denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Das ist, was das Reich Gottes ausmacht. Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Alles drei Dinge, das könnt ihr nachlesen in der Bergpredigt, Matthäus 5, die in den Seligpreisungen angesprochen werden. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und auch von den Menschen geschätzt. Sehr interessant, dass das wahre Evangelium ausgelebt in unserem Leben dazu führt, dass wir von Gott geliebt sind und vor Gott wohlgefällig sind und auch Menschen uns schätzen werden.
[11:35] So lasst uns nun nach dem streben, was zum Frieden und zur gegenseitigen Erbauung dient. Wir wollen in der Gemeinde nicht uns über Kleinigkeiten zerstreiten, sondern die Gemeinde erbauen. So viel an euch liegt. Lebt mit allen Menschen im Frieden. Hat Paulus gesagt, das gilt insbesondere natürlich sogar auch für die Gemeinde. Zerstöre nicht wegen einer Speise das Werk Gottes. Es ist zwar alles rein, aber es ist demjenigen schädlich, der es mit Anstoß ist. Es ist gut, wenn du kein Fleisch isst und keinen Wein trinkst, noch sonst etwas tust, woran dein Bruder Anstoß oder Ärgernis nehmen oder schwach werden könnte. Du hast Glauben, habe ihn für dich selbst vor Gott. Glückselig, wer sich selbst nicht verurteilt in dem, was er gut heißt. Wer aber zweifelt, der ist verurteilt, wenn er doch isst, weil es nicht aus Glauben geschieht. Alles aber, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde.
[12:28] Und damit zeigt Paulus, wie entscheidend das Thema vom Glauben ist, nicht nur in der theologischen Betrachtung des Evangeliums, sondern auch im Alltag selbst. Das Essen und Trinken sollte aus Glauben geschehen. Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist sind das entscheidende. Und ohne Glauben können wir das nicht haben, selbst nicht einmal beim Essen und Trinken. Und deswegen müssen wir jeden Tag Gott um echten, rettenden Glauben bitten, dass wir erkennen, was sein Wille ist und dass wir bereit sind, zusammenzurücken in der Gemeinde, uns nicht zu zerstreiten, sondern unseren eigenen Glauben vor Gott zu verantworten und unsere Geschwister zu ermutigen.
[13:09] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du mit deinem Heiligen Geist zu uns sprichst. Und Herr, du weißt, wo wir in unserem Leben und in der Gemeinde wir vielleicht andere verurteilt haben und schlecht über sie gedacht haben, weil sie in bestimmten Einzelfragen nicht so gedacht haben wie wir. Herr, bitte schenke uns doch deinen Geist und die Einstellung, die hier in Römer 14 beschrieben wird. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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