In dieser Andacht beginnt Christopher Kramp mit dem Buch Ruth und beleuchtet die tragische Geschichte von Elimelech, Noomi und ihren Söhnen, die aufgrund einer Hungersnot von Bethlehem nach Moab ziehen. Nach dem Verlust ihres Mannes und ihrer Söhne steht Noomi vor der Rückkehr in ihr Heimatland. Ihre Schwiegertöchter Orpa und Ruth müssen eine entscheidende Wahl treffen: weltliche Sicherheit oder bedingungsloser Glaube. Der Sprecher ermutigt dazu, wie Ruth dem Glauben zu folgen, auch wenn es Widerstände bedeutet.
Gott auf (m)einer Seite: Ruth 1:1-1:14
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: RuthPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf (m)einer Seite“, heute mit Seite 299 und einem neuen Buch. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass du gerne der König in unserem Leben sein möchtest. Und Herr, wir wissen, wie viel Leid und Elend wir in unser Leben bisher schon erlebt haben, immer dann, wenn wir nicht auf dich gehört haben und eigene Wege gegangen sind und gesündigt haben. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du heute durch dein Wort zu uns sprichst und dass durch deinen Heiligen Geist wir gestärkt werden für alles, was heute an diesem Tag nach vorne liegt. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:16] Wir beginnen heute das kleine, aber wunderschöne Buch Ruth, Kapitel 1, Vers 1. „Und das geschah in den Tagen, als die Richter regierten: Da entstand eine Hungersnot im Land.“ Damals zog ein Mann aus Bethlehem in Juda fort, um sich im Gebiet von Moab niederzulassen, er und seiner Frau und seinen beiden Söhnen. Dieser Vers ist sehr interessant, denn Bethlehem, der Ort, heißt ja eigentlich wörtlich „das Haus des Brotes“. Dort, im Haus des Brotes, entsteht eine Hungersnot.
[2:01] Interessanterweise ist hier wieder eine Geschichte zu finden, wie auch schon am Ende, mehrfach, zweimal im Buch Richter, wo der Ort Bethlehem eine entscheidende Rolle spielt. Nicht ohne Grund, denn dieser Ort wird auch in der zukünftigen Geschichte Israels noch sehr bedeutend sein, obwohl er ein sehr geringer Ort ist. Ihr könnt in Micha 5 einen Vers finden, dem deutlich wird, dass, obwohl er ein eher unscheinbarer Ort gewesen ist, er von allergrößter Bedeutung ist, denn aus ihm würde der Messias kommen. Das Neue Testament belegt, dass Jesus Christus in Bethlehem geboren worden ist.
[2:42] Und der Name dieses Mannes war Elimelech und der Name seiner Frau Noomi, und seine beiden Söhne aber Mahlon und Kiljon. Sie waren Efratiter aus Bethlehem in Juda, und sie kamen in das Gebiet von Moab und lebten dort. Weil die Lage im eigenen Land, im Volk Gottes, so schlimm ist, verlassen sie es und ziehen in Feindesgebiet. Eigentlich ähnlich.
[3:09] Aber nach Noomis Mann starb, und sie blieb allein übrig mit ihren beiden Söhnen. Und diese nahmen sich moabitische Frauen. Der Name der einen war Orpa und der Name der anderen Ruth. Und sie wohnten etwa zehn Jahre dort. Das war eigentlich eher nicht Gottes Wille, dass die Israeliten sich mit fremden Frauen verheirateten. Danach starben auch sie beide, Mahlon und Kiljon, so dass die Frau ohne ihre beiden Söhne und ihren Mann allein übrig blieb. Das war eine Katastrophe. Sie hatte niemanden, der sich um sie sorgt, der für sie im Alter da sein würde. Zudem waren sowohl ihr Mann als auch ihre Söhne im fremden Land gestorben, wahrscheinlich dort auch begraben. Das war für die damalige Zeit, für das altorientalische Denken, eine unvorstellbare Katastrophe, ein ja ein Endpunkt eigentlich auch schon emotional.
[4:06] Da machte sie sich mit ihren beiden Schwiegertöchtern auf und kehrte zurück aus dem Gebiet von Moab, denn sie hatte im Gebiet von Moab gehört, dass der Herr sein Volk heimgesucht und ihm Brot gegeben habe. Vielleicht haben wir uns auch aus dem Volk Gottes entfernt, weil wir dort nicht mehr geistliche Nahrung gefunden haben. Vielleicht haben wir uns distanziert. Aber auch wenn wir in der Ferne sind, geistlich gesprochen, dürfen wir doch wissen: Gott sendet Brot zu seinem Volk. In seinem Volk gibt es doch immer wieder die Gelegenheit, auch wirklich die gegenwärtige Wahrheit kennenzulernen. Und wenn du solche Anzeichen siehst und du vielleicht vorher enttäuscht worden bist, kehre zurück dorthin, wo Gott versprochen hat, dass er mit seinem Geist in besonderer Weise wirkt, um seine Wahrheit kundzutun.
[4:54] So verließ sie den Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Und sie machten sich auf den Weg, um wieder in das Land Juda zurückzukehren. Da aber Noomi sprach zu ihren beiden Schwiegertöchtern: „Geht hin, kehrt um, jede zum Haus ihrer Mutter! Der Herr erweise euch Güte, wie ihr es an den Verstorbenen und an mir getan habt. Der Herr gebe euch Ruhe, dass ihr Ruhe findet, jede im Haus ihres Mannes.“ Interessanterweise wird hier die Idee der Ruhe mit der Ehe verglichen. Wir wissen, dass die Ehe auch ein Bild ist für die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Und deswegen ist es interessant, dass Jesus uns verspricht in Matthäus 11, Vers 28, dass wenn wir zu ihm kommen und unsere Lasten bei ihm ablegen, uns sein Joch auf uns nehmen, dass wir Ruhe finden werden für unsere Seelen. Matthäus 11, Vers 28 bis 30.
[5:49] Und sie küsste sie zum Abschied. Da hoben sie ihre Stimmen und weinten. Beide wollten Noomi eigentlich nicht verlassen und sie sprachen zu ihr: „Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen!“ Hier haben wir zwei Menschen, die beide denselben Wunsch haben, die beide emotional an Noomi hängen und sich entschieden haben, eigentlich mit ihr jetzt nach Israel zu ziehen. Aber Noomi sprach: „Kehrt um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Trage ich dennoch Söhne in meinem Schoß, die eure Männer werden könnten? Kehrt um, meine Töchter, und geht heim! Denn ich bin zu alt, um noch einen Mann zu heiraten. Und wenn ich auch spräche, es ist zu hoffen, dass ich schon diese Nacht einen Mann bekomme und sogar Söhne gebäre, wolltet ihr deshalb warten, bis sie groß geworden sind? Wolltet ihr euch deshalb einschließen und keinen Mann heiraten? Nicht doch, meine Töchter! Denn mir ergeht es noch viel bitterer als euch, weil die Hand des Herrn gegen mich ausgestreckt ist.“ Was sie sagt ist: „Wenn ihr mir folgt, dann habt ihr selbst keine Zukunft, denn ihr werdet dort in Israel wahrscheinlich keinen finden, der euch auslöst. Ihr werdet dann auch kinderlos sozusagen und verwitwet sterben. Geht doch in euer eigenes Land und sucht jemand, der für euch sorgt, in eurem Alter. Dann auch sichert euch ab.“
[7:11] Und dann lesen wir in Vers 14: „Da hoben sie ihre Stimmen und weinten noch mehr.“ Beide weinen sogar noch mehr als zuvor. Und Orpa küsst ihre Schwiegermutter zum Abschied. Ruth aber blieb bei ihr. Wir haben hier zwei Menschen, die beide denselben Wunsch haben, zwei Menschen, die emotional sehr mitgenommen sind, zwei Menschen, die die gleiche Beziehung zu Noomi haben, aber die eine entscheidet sich für die eigene Sicherheit, die andere entscheidet sich für den Glauben.
[7:42] Auch wir stehen vor der Entscheidung, ob wir einfach nur Gott folgen wollen oder ob wir uns wirklich dazu entscheiden, selbst wenn das bedeutet, dass wir vielleicht auf manche Sicherheit verzichten – weltliche Sicherheit, für die wir meinen, selbst sorgen zu können. Wir müssen die Entscheidung fällen, ob wir Gott von ganzem Herzen folgen. Viele Menschen werden sich gewünscht haben, Christen zu sein, aber haben sich nie dafür entschieden, weil sie am Ende doch die weltliche Sicherheit, die vermeintliche Weltsicherheit, vorgezogen haben. Lasst uns heute eine Entscheidung fällen, auch dann Gott zu folgen, wenn das auf Widerstände stößt und wenn es vielleicht weltlich gesehen nicht die klügste Entscheidung ist. Lasst uns Jesus von ganzem Herzen folgen.
[8:31] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, du weißt, dass wir oft in Situationen kommen, in denen wir vor die Entscheidung gestellt werden, ob wir weltliche Sicherheit bevorzugen oder dir ganz nachfolgen. Und Herr, wie oft ist es schon passiert in unserem Leben, dass wir zwar eigentlich dich lieb haben, aber dann doch eine falsche Entscheidung getroffen haben. Herr, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass wir von der Ruth lernen, dass uns auch weltliche, menschliche Überlegungen nicht davon abhalten, dir ganz zu folgen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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