In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ taucht Christopher Kramp tiefer in das Buch Ruth (2:14-3:11) ein. Er beleuchtet Boas‘ außergewöhnliche Freundlichkeit und Großzügigkeit gegenüber Ruth, die auf seinem Feld Ähren liest und reich gesegnet wird. Die Geschichte entwickelt sich, als Naomi Boas als „Löser“ identifiziert und einen kühnen Plan für Ruth schmiedet, der Boas‘ Rolle als Typus für Jesus Christus, unseren Erlöser, unterstreicht. Eine Ermutigung, im Glauben voranzugehen und Zuflucht unter Gottes Flügeln zu suchen.
Gott auf (m)einer Seite: Ruth 2:14-3:11
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: RuthPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:33] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Ruth Kapitel 3, Vers 1. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns helfen möchtest, eine feste Entscheidung für dich zu treffen. So fest, dass uns äußere Umstände und die Worte anderer Menschen nicht davon abbringen können, dir zu folgen, koste es, was es wolle. Und Herr, darum bitten wir dich, dass du jetzt durch deinen Heiligen Geist zu uns sprichst und uns Weisheit schenkst für die Entscheidungen des Alltags. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:13] Wir sind in Ruth Kapitel 2. Ruth hat sich entschieden, etwas zu tun, auf ein Feld zu gehen und hinter den Ähren aufzulesen. Und sie kommt auf ein Feld, und es stellt sich heraus, dass dieses Feld einem Mann namens Boas gehört. Der gehört hat von ihrem Glauben und ihrer Treue, und er sich freut, dass sie jetzt auf seinem Feld mitarbeitet, der ihr einlädt, zu bleiben und der sich um sie kümmert und sie beschützt. Wir lesen weiterhin Vers 13: „Und sie sprach: Mein Herr, lass mich Gnade finden vor deinen Augen, denn du hast mich getröstet und deiner Magd freundlich zugesprochen, obwohl ich doch nicht einmal wie eine deiner Mägde bin.“ Wir haben das letzte Mal gesehen, dass die Knechte des Boas sofort erkannten, welchen Charakter die Ruth hatte. Hier ist interessant zu sehen, dass die Ruth an den wenigen Worten, die Boas mit ihr spricht, erkennt, dass er ein freundlicher Mann ist. Und das zeigt sich jetzt auch im nächsten Vers. Und zur Essenszeit sprach Boas zu ihr: „Komm her und iss von dem Brot und trinke bei den Bissen in den Essig.“ Und sie setzte sich neben die Schnitter. Er gab geröstetes Korn, und sie aß und wurde satt und ließ übrig. Dieser Mann, dessen Name Boas bedeutet „in ihm ist Stärke“, der in dieser Geschichte noch eine besondere Rolle spielen wird, erscheint uns hier als ein sehr freundlicher und höflicher Mann.
[2:53] Und als sie wieder aufstand, um Ähren aufzulesen, gebot Boas seinen Knechten und sprach: „Lasst sie auch zwischen den Garben auflesen und tut ihr nichts zuleide.“ Mit anderen Worten, sie soll auch privilegiert sein, und ihr sollt auch aus den Ährenbündeln etwas herausziehen und es liegen lassen, damit sie es auflesen kann, und ihr sollt sie deswegen nicht schelten. Sie soll noch mehr bekommen, als sie sich erhofft hat. Was für ein freundlicher, was für ein liebevoller Mann Boas gewesen ist! So las sie auf dem Feld bis zum Abend, und als sie ausgeklopft hatte, was sie aufgelesen hatte, war es etwa ein Efa Gerste. Das ist eine ganz bemerkenswerte Sache, denn wenn wir uns vergleichen die Gewichtsmaße mit 2. Mose 16, was dort als Tagesration an Manna angegeben wird, dann stellen wir fest, dass das, was sie an einem Tag hier ausgeklopft hat, etwa 220 Tagesrationen sind. Also selbst wenn sie es mit Naomi eins zu eins teilt, würde allein das schon über viele Wochen reichen. Gott hatte sie reich gesegnet, schon an einem Tag. Wenn wir im Glauben vorangehen, kann Gott uns durch Jesus über alle Maßen segnen, an jedem einzelnen Wochentag, ganz egal, wo wir sind, wer wir sind, ganz egal, wie aussichtslos unsere Lage scheint. Wenn wir im Glauben vorangehen, hat Gott große Segnung für dich und für mich bereit. Gott sei gelobt dafür. Amen.
[4:35] Und sie hob auf und trug es in die Stadt. Und ihre Schwiegermutter sah, was sie aufgelesen hatte. Dazu zog sie heraus, was sie übrig gelassen hatte, nachdem sie satt geworden war, und gab es ihr. Die Ruth hatte ein Herz auch für andere. Sie wollte sich nicht nur selbst laben an all den guten Dingen, die Boas ihr gegeben hatte. Sie dachte auch an die, die nicht dabei waren, wollte ihr etwas übrig lassen und mitnehmen. Und ihre Schwiegermutter sprach zu ihr: „Wo hast du heute aufgelesen? Und wo hast du gearbeitet? Gesegnet sei der, sich um mich gekümmert hat.“ Da sagte sie ihrer Schwiegermutter, bei wem sie gearbeitet hatte, und sprach: „Der Mann, bei dem ich heute gearbeitet habe, heißt Boas.“ Da sprach Naomi zu ihrer Schwiegertochter Ruth: „Gesegnet sei er von dem Herrn, der seine Gnade den Lebendigen und den Toten nicht entzogen hat.“ Und sie sagte ihr: „Der Mann ist mit uns nah verwandt. Er gehört zu unseren Lösern, ein Goel im Hebräischen, ein Löser, der freikaufen kann von Schuld, in die sich ein Verwandter vielleicht hineinbegeben hat. Und dieser Begriff Löser ist genau der Begriff, der der Idee des Erlösers zugrunde liegt. Er ist der Erlöser hier von einer weltlichen Schuld, von weltlichen Schulden, besser gesagt. Aber damit wird er zum Typus für den Erlöser, der uns alle von der Sünde erlösen kann, Jesus Christus, von dem wir gesagt haben, dass in ihm Stärke ist, ein Mann, der noch viel freundlicher und liebevoller ist, als es Boas hätte sein können.“ Die Ruth sprach: „Er sagte auch zu mir: Du sollst dich zu meinen Knechten halten, bis sie mit meiner ganzen Ernte fertig sind.“ Und Naomi sprach zu ihrer Schwiegertochter Ruth: „Es ist gut, meine Tochter, wenn du mit seinen Mägden ausgehst und man sich nicht auf einem anderen Acker belästigt.“ So hielt sie sich bei deren Lese zu den Knechten des Boas, bis die Gersten- und Weizenernte vollendet war, und sie wohnte bei ihrer Schwiegermutter. Statt woanders zu arbeiten, bleibt sie bei diesem einen Feld. Wenn Gott durch Jesus Christus gesegnet hat an dem heutigen Tag, dann bleibe einfach bei ihm, suche nicht noch Glück woanders. Kann man denn mehr Glück und mehr Segen erleben in jedem einzelnen Tag als durch Jesus?
[7:03] Naomi aber, ihre Schwiegermutter, sprach zu ihr: „Meine Tochter, sollte ich dir nicht Ruhe verschaffen, damit es dir gut gehen wird?“ Wir wissen aus 1. Mose 2, das haben wir vor einigen Monaten gelesen, dass es nicht gut ist, wenn der Mensch allein sei. Und wir haben schon am Anfang des Buches Ruth gesehen, dass diese Idee der Ruhe hier mit der Ehe verknüpft ist, aber dass diese Idee ja auch bei Matthäus 11 Jesus uns anbietet, er uns Ruhe verschaffen wollte, wenn wir ihn nicht nur so flüchtig kennen, sondern dass wir einen Bund mit ihm eingehen, der so eng ist wie der Ehebund. So wird also diese Geschichte hier zwischen Ruth und Boas auch zu einem Typus zwischen dem gläubigen Menschen und Jesus Christus. „Und nun, ist nicht Boas, bei dessen Mägden du gewesen bist, unser Verwandter? Siehe, er wartet diese Nacht auf der Gerstentenne. So bade dich nun und salbe dich und lege deine Kleider an und geh zur Tenne hinab. Aber lass dich von dem Mann nicht bemerken, bis er fertig ist mit Essen und Trinken. Wenn er sich dann schlafen legt, so achte auf den Ort, wo er sich niederlegte, und geh hin und hebe die Decke zu seinen Füßen auf und lege dich dorthin, und er wird dir sagen, was du tun sollst.“ Offensichtlich ein altorientalisches Ritual, das uns vielleicht heute etwas merkwürdig vorkommt, aber das eine tiefe Bedeutung wohl gehabt hat und eine Bedeutung, die auch der Boas dann anerkennt. Interessant ist diese Formulierung: „Tue, was er dir sagen wird.“ So ist es auch, wenn wir zu Jesus kommen und unter seiner, unter seiner Decke Zuflucht suchen, sozusagen, dann werden wir auch das tun wollen, was er uns sagt. Und sie sprach zu ihr: „Alles, was du sagst, das werde ich tun.“ Und sie ging zur Tenne hinab und machte es genau so, wie es ihre Schwiegermutter geboten hatte. Als nun Boas gegessen und getrunken hatte und sein Herz guter Dinge war, ging er und legte sich hinter einen Garbenhaufen. Und sie kam leise und hob die Decke auf zu seinen Füßen und legte sich dorthin. Als es nun Mitternacht war, da schrak der Mann auf, und wollte sich umdrehen, und siehe, da lag eine Frau zu seinen Füßen. Da fragte er: „Wer bist du?“ Sie aber antwortete: „Ich bin Ruth, deine Magd. So breite deine Flügel über deine Magd aus, denn du bist der Löser.“ Wir haben das letzte Mal gesehen, wie Boas zu ihr gesagt hatte, dass er sie dafür lobt, dass sie unter den Flügeln Gottes, den Flügeln des Gottes Israels Zuflucht gesucht hat. Und jetzt wird dieses Bild hier verwendet auch auf den Boas selbst, um uns noch einmal darauf hinzuweisen, dass Boas hier auch ein Typus ist auf Jesus, unter dem wir jetzt Zuflucht finden können. Sie sagt: „So breite deine Flügel über deine Magd aus, denn du bist der Löser.“ Wenn wir zu Jesus kommen, dürfen wir das auch sagen, dass er sich um uns kümmern soll, weil er unser nächster Verwandter ist, er ist unser Erlöser. Boas sprach: „Gesegnet seist du vom Herrn, meine Tochter! Denn du hast jetzt noch edler gehandelt als zuvor, dass du nicht den jungen Männern nachgelaufen bist, mit den Armen noch den Reichen.“ Ruth hat in ihrer Entscheidung, wen sie noch einmal heiraten soll, sich nicht primär vom Aussehen oder Alter oder von anderen Dingen leiten lassen, die vielleicht weltliche Kriterien sind, sondern sie wollte den, der Erlöser ist, obwohl Boas schon ganz offensichtlich älter gewesen ist. Sie wollte den, der in dieser Hinsicht ein Typus auch auf Gott selbst gewesen ist. Es war eine Entscheidung des Glaubens, und die wurde reich gesegnet. „Nun, meine Tochter, fürchte dich nicht! Alles, was du wünschst, das will ich für dich tun, denn jedermann im Tor meines Volkes weiß, dass du eine tugendhafte Frau bist.“ Wenn wir mit Gott leben im Glauben, ganz egal, was unsere Vergangenheit gewesen ist, dann wird es sich überall herumsprechen, dass unser Charakter ein wertvoller Charakter ist. Möge Gott uns das schenken.
[11:09] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir so sehr dankbar sein, dass wir Jesus haben, der unser Löser, unser Erlöser ist und dass wir bei ihm Zuflucht finden dürfen unter seinen Flügeln. Und Herr, das möchten wir heute erneut tun. Das bitten wir in seinem Namen. Amen.
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