In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ widmet sich Rabea Kramp den Sprüchen 29 und 30. Sie beleuchtet Verse zur Kindererziehung, zur Gerechtigkeit Gottes und zur Gefahr von Hochmut und Menschenfurcht. Besonders wird Agurs Gebet um einen ausgewogenen Lebensweg – weder Armut noch Reichtum – hervorgehoben und dessen Bedeutung für unsere Abhängigkeit von Gott erläutert.
Gott auf (m)einer Seite: Sprüche 29:10-30:9
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, SprüchePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf meiner Seite“. Wir lesen heute zusammen die Seite 698, lesen Sprüche 29 zu Ende und beginnen Sprüche 30. Wir beginnen, bevor wir lesen, mit einem Gebet.
[0:46] Lieber Gott, ich möchte dich bitten, dass du uns heute durch dein Wort führst, dass es uns verstehen lässt und dass wir dein Wort in unserem Herzen tragen, darüber nachdenken Tag und Nacht, so wie es David in dem Psalm geschrieben hat, damit uns das Wort ja zu etwas Eigenem wird. Hab du Dank dafür in deinem Namen.
[1:08] Wir fangen an Sprüche 29 ab Vers 14: „Die Blutgierigen hassen den Unsträflichen, aber die Aufrichtigen kümmern sich um seine Seele. Ein Tor lässt all seinen Unmut freien Lauf, aber ein Weiser hält sich zurück.“
[1:32] Das ist auch eine Form von Selbstbeherrschung, dass wir nicht impulsiv unseren Unmut freien Lauf lassen, sondern dass wir uns lernen zurückzuhalten.
[1:44] „Wenn ein Fürst Lügenworte achtet, so werden alle seine Diener gottlos. Der Arme und Unterdrücker treffen einander, daher gibt ihnen beiden das Augenlicht.“
[1:54] Ja, diesen Gedanken, den finden Sie auch öfter in den Psalmen und auch in anderen Teilen der Bibel, dass Gott gerecht, oder eher, dass Gott regnen lässt auf Gerechte und Ungerechte, und dass er dadurch zeigt, dass er auch denen, die ihm noch nicht vertrauen oder vielleicht auch nie vertrauen werden, dass er ihnen trotzdem Segen nicht vorenthalten hat, sodass sie keine Entschuldigung haben, warum sie Gott nicht geliebt haben.
[2:22] „Ein König, der die Geringen treulich richtet, dessen Thron wird beständig sein.“ Und so ist Jesus. Jesus ist ja unser König im Heiligtum, aber jetzt auch ein gerechter Richter. Und weil er so gerecht richten wird, wird sein Thron auch in Ewigkeit bestehen.
[2:41] „Rute und Zucht verleihen Weisheit, aber ein sich selbst überlassener Knabe bereitet seiner Mutter Schande.“
[2:51] Dieser Vers ist ein sehr guter Vers für die Kindererziehung und er macht deutlich, dass das Prinzip der antiautoritären Erziehung, den Kindern keine Grenzen zu stecken und ihnen keine, ja, keine Grenzen zu geben, dass das eigentlich ein Prinzip ist, was ins Verderben führt. Weil wenn wir die Kinder sich selber überlassen und ihnen keine Regeln an die Hand geben, dann werden sie auch keine Weisheit erlangen. Ganz im Gegenteil: Wenn wir sie erziehen und wenn wir auch zeigen, dass eine schlechte Tat auch Konsequenzen hat, dann werden sie weise.
[3:26] „Wo sich die Gottlosen mehren, da mehren sich die Sünden; aber die Gerechten werden ihrem Fall zusehen.“
[3:36] „Züchtige deinen Sohn, so wird er dir Erquickung verschaffen und deiner Seele Wonne bereiten.“ Auch wieder ein Vers über die Erziehung, der deutlich macht, dass dann, wenn wir den Kindern Regeln geben, wenn wir sie wirklich erziehen, dann werden wir auch eine gute Beziehung zu ihnen haben.
[3:59] Viele denken, dass wenn sie ihre Kinder bestrafen, dass die Kinder ihnen böse sind. Aber ganz das Gegenteil ist der Fall. Natürlich alles in Maßen und alles auch mit Liebe, aber wenn ich die Kinder nur laufen lasse und ihnen nur alles erlaube, dann wird es dazu führen, dass sie mich eines Tages verachten.
[4:20] „Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk zügellos; aber wohl ihm, wenn es das Gesetz bewahrt.“
[4:27] „Mit bloßen Worten erzieht man sich keinen Knecht; denn wenn er sie auch versteht, so beachtet er sie doch nicht.“
[4:37] „Siehst du einen Mann, der übereilte Worte spricht? So kannst du für einen Toren mehr Hoffnung haben als für ihn.“
[4:45] „Wenn einer seinen Knecht von Jugend auf verwöhnt, so will er schließlich zum Undankbaren werden.“
[4:58] Das zeigt auch wieder, dass wenn ich Kinder zu sehr verwöhne – und hier spricht es von einem Knecht, es kann auch auf andere Bereiche bezogen werden, auch Mitarbeiter zum Beispiel in einer Firma – aber vor allem in der Kindererziehung ist das so deutlich zu sehen: Wenn ich den Kindern nicht sage, dass ich die Autorität bin, dass ich als Eltern geachtet werden muss, dann tanzen die Kinder wortwörtlich auf dem Kopf herum. Dann wollen die Kinder die Herren im Hause sein, und nicht selten passiert es, dass die Kinder zu Hause die Zügel in der Hand haben und die Eltern einfach nur noch machen, was die Kinder wollen, weil am Anfang versäumt wurde, den Kindern das Prinzip beizubringen, dass die Eltern das Sagen haben und Autoritäten sind.
[5:44] Denen man gehorchen soll. Und am Ende ist das fünfte Gebot genau Ausdruck dessen.
[5:51] „Ein zorniger Mann richtet Streit an, und ein Hitziger viel Sünde. Der Hochmut des Menschen erniedrigt ihn, aber ein Demütiger erlangt Ehre. Wer mit einem Dieb teilt, der hasst seine Seele. Er hört die Verfluchung und zeigt es nicht an.“
[6:08] Ein interessanter Vers zeigt, dass wenn wir Unrecht zwar sehen, es aber nicht anzeigen, nicht darauf hinweisen, sondern ja, uns noch vielleicht beteiligen daran, dann ist das keine gute Sache. Dann hassen wir eigentlich unsere Seele.
[6:26] „Menschenfurcht ist ein Fallstrick; wer aber auf den Herrn vertraut, der ist geborgen.“
[6:34] Die Bibel sagt an vielen Stellen, dass Gott nicht möchte, dass wir Menschen fürchten, sondern dass wir Gott fürchten.
[6:40] „Viele suchen das Angesicht eines Fürsten, aber von dem Herrn kommt das Recht eines jeden. Ein verkehrter Mensch ist den Gerechten ein Gräuel; wer aber richtig wandelt, ist ein Gräuel für die Gottlosen. Und lieber ein Gräuel für die Gottlosen sein als ein Gräuel für Gott.“
[7:02] Wir kommen zu Sprüche 30. Und über dem Kapitel steht die Überschrift: „Die Worte Agurs“. Und das bringt uns zu dem Schluss, dass die Sprüche 30 und die Verse 31 nicht von Salomo stammen, sondern von anderen weisen Männern. Und so heißt es hier in den Sprüchen von Agur folgendermaßen:
[7:20] „Worte Agurs, des Sohnes Jakes. Der Ausspruch. Das Wort an Itiel, an Itiel und Ukal. Ich bin unvernünftiger als irgendein Mann und habe keinen Menschenverstand. Ich habe keine Weisheit gelernt, dass ich die Erkenntnis des Heiligen besäße. Wer stieg zum Himmel empor und fuhr herab? Wer fasste den Wind in seine Fäuste? Wer band die Wasser in ein Kleid? Wer bestimmte alle Enden der Erde? Was ist sein Name und was ist der Name seines Sohnes? Weißt du das?“
[8:04] Diese Fragen sind ganz ähnlich auch zu dem Buch Hiob, der auch solche Fragen gestellt hat.
[8:09] „Alles Reden Gottes ist geläutert. Er ist ein Schild denen, die ihm vertrauen. Tue nichts zu seinen Worten hinzu, damit er dich nicht bestraft und du als Lügner dastehst.“
[8:21] Zur Bibel kann man nichts hinzufügen und man darf sogar nichts hinzufügen, denn wenn man das tut, dann ist man in den Augen Gottes und des Universums ein Lügner.
[8:31] „Zweierlei erbitte ich mir von dir; das wollest du mir nicht versagen, ehe ich sterbe: Falschheit und Lügenwort entferne von mir. Armut und Reichtum gib mir nicht; nähre mich mit dem mir beschiedenen Brot.“
[8:48] Agur sagte: Ich möchte keine falschen und ich möchte keine Lügenworte, aber ich möchte weder Armut noch Reichtum. Das heißt, ich möchte nicht arm, denn ich möchte reich sein. Ich möchte in der Mitte sein, denn Reichtum kann auch ja zu einem Klotz am Bein werden, der mich am Ende dazu bringt, dass ich Gott verlasse. Und genauso kann Armut ein Hindernis für mich sein, dass ich ja Gott vertraue.
[9:17] „Damit ich nicht überaus übersättigt dich verleugne und sage: Wer ist der Herr? Dass ich aber auch nicht aus lauter Armut stehle und mich am Namen meines Gottes vergreife.“
[9:30] Wir hatten den Gedanken der Übersättigung schon einmal, und wie ich habe das ein bisschen mehr auf die Kindererziehung bezogen, und hier können wir es aber auch auf die materielle Übersättigung beziehen: Dass wir nicht alles haben, was ich brauche, dann frage ich oft nicht nach Gott. Dann denke ich, es geht mir gut und ich muss eigentlich keine Abhängigkeit von Gott erbitten und praktizieren, weil ich eigenständig auch mein eigenes Leben in die Hand nehmen kann. Und deswegen bittet Agur hier weder um Armut, damit er nicht stillsteht, aber auch nicht um Reichtum, damit er nicht träge wird aus Übersättigung. Und das ist ein ganz interessanter und wichtiger Ratschlag, eine wichtige Bitte, die auch wir für unser Leben beten können.
[10:20] Lieber Gott, ich möchte dich bitten, dass du uns Zufriedenheit in unsere Herzen schenkst, dass du uns nicht arm machst, dass du uns aber auch vor Reichtum beschützt, der uns zum Fallstrick wird. Herr, gib, dass wir die Abhängigkeit von dir jeden Tag leben und praktizieren und dass wir dadurch lernen, dass du unser Leben führen möchtest und dass du es viel besser führst, als wir es je könnten. Und das bitte ich und verdanke ich in deinem Namen.
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