In dieser Folge von „Gottes Plan für deine Gesundheit“ spricht Claudia Bien über das Krankheitsbild Migräne. Sie erklärt, was Migräne ist, wie sie entsteht und welche Symptome typisch sind. Darüber hinaus werden verschiedene Triggerfaktoren beleuchtet und sowohl schulmedizinische als auch natürliche Behandlungsmethoden vorgestellt. Abschließend gibt es praktische Alltagstipps zur Vorbeugung und Bewältigung von Migräne.
Gottes Plan für deine Gesundheit – 6. Migräne
Claudia Bien · Gottes Plan für deine Gesundheit ·Themen: Ernährung, Gesundheit, Krankheiten, PrinzipienWeitere Aufnahmen
Serie: Gottes Plan für deine Gesundheit
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Transkript
[0:28] Hallo und herzlich willkommen hier bei joelmedia zu einer neuen Folge von Gottes Plan für deine Gesundheit. Schön, dass Sie mit dabei sind, schön, dass Sie eingeschaltet haben. Ich möchte heute mit Ihnen über das Krankheitsbild Migräne sprechen. Aber bevor wir anfangen, gestatten Sie mir ein kurzes Gebet.
[0:43] Liebe Vater im Himmel, ich bitte dich um deinen Segen für diesen Vortrag. Bitte lass es zum Segen für alle werden, die zuhören, und auch meine Lippen, dass ich gut verständlich rüberkomme. Hab Dank. In Jesu Namen. Amen.
[1:07] 14,8 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer in Deutschland sind von Migräne betroffen. Und hierzu kommen 13,7 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer mit einer wahrscheinlichen Migräne. Das ist schon eine erhebliche Zahl von betroffenen Menschen.
[1:27] Was ist eigentlich Migräne? Es ist die häufigste neurologische Erkrankung weltweit und sie geht mit heftigsten, halbseitigen Kopfschmerzen einher. Sie kann von einer Aura begleitet sein, muss aber nicht. Weltweit gibt es Milliarden von betroffenen Menschen. Sie leiden unter stärksten Einschränkungen und daraus entsteht ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden. Der Name Migräne kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "he micra nie", was halb köpf ich kein bedeutet.
[2:08] Wie entsteht denn jetzt die Migräne? Die genaue Ursache ist leider nicht geklärt. Vermutet wird ein genetischer Schaden an der Oberfläche der Nervenzellen. Migränepatienten sind hoch empfindsam auf äußere Reize. Sie wird ausgelöst durch sogenannte Trigger. Einer davon ist Stress, aber auch Schlafmangel und Hormonschwankungen bei der Frau gehören dazu.
[2:36] Welche Symptome beschreiben die Patienten? Sie klagen über unerträglich, klopfende, pulsierende Schmerzen und während eines Anfalls kann auch die Seite sich wechseln. Begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit. Migränepatienten können Beschwerden in diesem Bereich haben. Ein Anfall dauert zwischen 4 bis 72 Stunden.
[3:08] Wie kündigt sich jetzt eine Migräne an? Das kann Stunden bis Tage vorher sein. Manchmal beschreiben die Patienten Stimmungsschwankungen, eine innere Unruhe oder Heißhungerattacken oder ein übermäßiges Durstgefühl, Konzentrationsschwäche oder Schlafstörungen, aber auch Verdauungsprobleme.
[3:35] Welche Fragen stellt jetzt der Arzt in der Anamnese an den Patienten? Wo genau sind die Kopfschmerzen lokalisiert? Welchen Schmerzcharakter haben sie? Uhren, stechend, brennend, drückend? Wie hoch ist die Intensität auf einer Schmerzskala von 1 bis 10? Wie lange dauert der Anfall? Welche Aktivitäten wurden gerade beim Anfall gemacht oder kurz davor? Und gibt es vielleicht Trigger im Vorfeld? Wie sieht die Familienanamnese aus? Welche Therapien wurden bereits versucht und wie lange besteht die Migräne schon? Oder ist es vielleicht der erste Anfall?
[4:24] Die Diagnose wird anhand der Anamnese gestellt. Es gibt keine Bildgebung, um eine Migräne sichtbar zu machen.
[4:34] Es gibt auch neben diesen Kopfschmerzproblemen Begleitsymptome und die können sein: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Photophobie, also Lichtempfindlichkeit, Phonophobie, Geräuschempfindlichkeit, Geruchsempfindlichkeit. Bei Kindern sogar Schwindel oder eine Aura.
[4:52] Was ist dann eine Migräneaura? Es handelt sich um eine neurologische Störung, die bis zu einer Stunde lang anhalten kann und dazu gehören Sehstörungen wie Flimmern und Blitze vor den Augen, Sprachstörungen, Sensibilitätsstörungen und sogar vorübergehende Lähmungen. Aber auch Gangataxie, ist eine Störung der Bewegungskoordination und Haltungsinstabilität, die sich durch einen breitbeinigen, unsicheren Gang bemerkbar macht.
[5:36] Aber auch hormonelle Schwankungen bei der Periode der Frau sind Trigger. Ein verändertes Schlaf-Wach-Rhythmus, Stress oder emotionale Belastungen. Urlaub, eine sogenannte Entlastungsreaktion nach Stress und Alkohol und Nikotin triggern eine Migräne. Rotwein, Käse, reife Bananen, Fischkonserven und Zitrusfrüchte sind mit Vorsicht zu genießen. Auch sie gehören zu den Triggern.
[6:08] Bei einer Migräneerkrankung sind die Übeltäter die biogenen Amine: Histamin, Serotonin, Tyramin und Glutamat aus asiatischem Essen. Schwankende Koffeinspiegel bei regelmäßigem Genuss können ebenfalls ein Trigger sein.
[6:28] Und hier sehen wir mal die Triggerfaktoren mit ihren prozentualen Häufigkeiten aufgelistet. Und da sehen wir, dass Stress zu 56 Prozent ein Trigger ist und Schlafmangel zu 43 Prozent.
[6:42] Alkohol zu 27, Gerüche zu 38.
[6:52] Patienten mit einer Aura sind leichter zu diagnostizieren. Man sollte die Patienten dazu anleiten, ein Schmerztagebuch zu führen. Wie stark sind die Schmerzen? Wie lange halten sie an? Was war der Trigger? Das erleichtert natürlich die Anamnese und dementsprechend die Diagnostik und Therapie.
[7:09] Bei Migränepatienten ohne Aura finden wir oft eine Schmerzintensität von 5 bis 10 auf einer visuellen Analogskala. Bei ungefähr zwei Dritteln der Patienten dauert die Attacke zwischen 4 bis 24 Stunden und bei fast 17 Prozent dauert die Attacke ein bis drei Tage.
[7:36] Hier sehen wir die Häufigkeitsverteilung der Migräne entsprechend der Schmerzintensität. Ein mittlerer Schmerz auf der Skala von 5 bis 6 bezeichnet liegt bei 35,5 Prozent vor. Wenig wird bei 85 beschrieben, aber bei bis unerträglich, also eine Schmerzskala von 9 bis 10 sind sogar 6 Prozent der Patienten betroffen und das ist wirklich heftig.
[8:03] Was machen wir im akuten Anfall? Welche Therapiemöglichkeiten kennen wir? Die Acetylsalicylsäure 1000 Milligramm, Ibuprofen 600 Milligramm, Paracetamol auch als Maxall, Demekam 1000 Milligramm, Diclofenac mit 75 Milligramm und Naproxen 500 Milligramm ist etwas länger verfügbar als Diclofenac und Thomapyrin. Intensiv, das besteht aus 250 Milligramm, als 200 Milligramm Paracetamol und 50 Milligramm Koffein. Das ist ein sehr gutes Kombipräparat. Trotzdem, leider die Erfahrung, dass jeder Patient seine eigene Medikation braucht und nicht alles bei jedem gleichermaßen wirkt.
[8:48] Zurzeit Prophylaxe geben die Neurologen gerne sogenannte Triptane. Die besetzen die Bindungsstellen von Serotonin auf den Gefäßen, was unter anderem eine Verengung der Blutgefäße in der Hirnhaut wirkt und den Migräneanfall durchbricht. Außerdem hemmen sie die Freisetzung entzündlicher Eiweißstoffe im Gehirn, den sogenannten Neuro peptiden, sowie die Fortleitung von Schimpf-Impulsen.
[9:16] Gibt es auch Hausmittel, mit denen man sich weiterhelfen kann? Ja, die gibt es. Zum Beispiel einen Tee aus Gewürznelken oder ein Tee aus Mutterkraut, aus Ingwer, Kaffee mit Zitrone. Hier ist wirklich Bohnenkaffee gemeint. Pfefferminzöl auf die Schläfen geben oder Eispackungen auf die Stirn und heiße Packungen im Nacken oder ein ansteigendes Fußbad.
[9:48] Magnesiumcitrat. Viele Migränepatienten haben einen Magnesiummangel. Auch wenn man den akuten Anfall damit nicht durchbrechen kann, so ist es für die Prophylaxe ein ganz wichtiges Mineral. Magnesium ist quasi der Dirigent unter allen Stoffwechselprozessen. Es empfiehlt sich nach einem Präparat mit Magnesiumcitrat zu suchen, da das eine höhere Bioverfügbarkeit hat. Wenn ihr euch nichts von diesem Vortrag merkt, so solltet ihr wenigstens euch merken, dass Migränepatienten dringend Magnesium brauchen, weil dieses wirklich wahre Wunder bewirken kann.
[10:34] Was tun, wenn ich keine Medikamente habe? Bei den ersten Anzeichen von Kopfschmerzen kann man die Füße und die Hände bis zu den Ellenbogen in ein heißes Senfbad eintauchen. Dazu nimmt man einen gehäuften Teelöffel Senfpulver auf 5 bis 10 Liter heißes Wasser. Und parallel dazu einen kalten Turban um den Kopf wickeln. Das Ganze für 20 Minuten belassen.
[11:02] Diese Therapieplan steht in bewährte Hausmittel neu entdecken in dem Buch und ein Buch von Agatha / Seite 177. Sie war die Leiterin eines Sanatoriums in Amerika.
[11:14] Wenn die Kopfschmerzen bleiben oder stärker werden, dann kann man eine heiße Wärmflasche in den Nacken legen und eine Eiswasserkompresse auf das Gesicht, die Schläfen, die Ohren und dieses dort für drei Minuten belassen. Danach werden die heißen gegen die kalten Kompressen ausgetauscht.
[11:34] Eine heiße Kompresse auf die Stirn und kalte Umschläge in den Nacken, 43 Minuten, dann wieder wechseln. Diese Anwendung sollten immer von einem heißen Fußbad bis 39 Grad begleitet sein. Das kann man aber auch im Liegen machen, wenn der Patient nicht sitzen mag.
[11:58] Gleich zu Anfang der Kopfschmerzen kann Rotklee oder Katzenminze Tee getrunken werden.
[12:09] Wenn die Migräne beginnt, dann sollte man erst den Patienten in eine Art Coach-Haltung auf einen Hocker sitzen und den Kopf zwischen die Beine hängen lassen. Dann gießt man sagte circa 30 Sekunden lang sehr kaltes Wasser auf den Hinterkopf. Das kann man mit einer Gießkanne machen und zwischen den Beinen sollte eine Schüssel das Wasser auffangen. Die Haare sollte man anschließend trocknen. Den Patienten aufsetzen und die Beine auf einem Hocker legen und jetzt einen kalten Wasserstrahl, möglichst mit Druck, anderthalb Minuten auf die Fußsohlen richten. Das ist Kneipp-Therapie. Wenn kein Druck vorhanden ist, kann man auch 60 Sekunden Eiswasser über die Füße gießen.
[12:56] Nachdem Kaltwasser-Guss für zwei bis fünf Minuten sollte der Patient die Handflächen gegen die Schläfen pressen, mit so viel Druck, wie er es gerade aushält und dann langsam den Druck rausnehmen. Diese Behandlung kann man alle zwei Stunden wiederholen.
[13:17] Ein Spannungskopfschmerz dagegen wird am besten mit einer 20-minütigen Dampfpackung auf Schulter und Nacken behandelt. Auch Fangopackungen sind hier sehr hilfreich. Danach folgt eine Hals-Schulter-Massage und Fingerklopfen von der Stirn über den Kopf bis zu den Schultern, um die Kopfhaut zu entspannen. Ein gleichzeitig heißes Fußbad wird diese Ableitung unterstützen.
[13:43] Aber es gibt auch Hilfe aus der Manu-Therapie. Manchmal sind die Wirbel in der Halswirbelsäule leicht lanciert. Dann legt man die Patienten auf eine Liege, umfasst mit den Fingerspitzen bei dem auf dem Rücken liegenden Patienten den Hinterkopf und Unterkiefer und das Kind. Und jetzt wird ein sanfter Zug für ein bis zehn Minuten gehalten. Der Therapeut ist dabei am Kopfende und hält den Kopf des Patienten in seinen Händen. Der Fachbegriff ist Längsdehnung der Halswirbelsäule.
[14:18] Das kann aber auch jeder Laie durchführen.
[14:21] Eine heilende Berührung. Wenn alles nicht funktioniert hat, dann setze dich an das Kopfende des Patienten und lege eine Hand auf die Stirn und die andere in den Nacken des Patienten. Diese einfache Berührung wird oft als sehr angenehm und auch lindernd empfunden. Frage deine Patienten, ob du in dieser Position für ihn beten darfst.
[14:51] Migräne kann unglaublich hartnäckig sein in der Behandlung. Deshalb sollte man der Prophylaxe die größte Aufmerksamkeit widmen.
[15:01] Es gibt ein paar Alltagstipps, die man anwenden kann. Ja, zur Routine. Unvorhergesehene, plötzliche Veränderungen können zu Störungen der Gehirnaktivität führen. Setze daher möglichst auf einen regelmäßigen Tagesablauf, um den Energieverbrauch des Körpers und damit die Störanfälligkeit zu reduzieren. Wenn Sie nicht betroffen sind, leiden Sie doch den Link an jene weiter, die betroffen sind. So könnten Sie andere Menschen zum Segen werden.
[15:35] Ein zweiter Alltagstipp: Grenzen setzen. Lass dich nicht zu Dingen drängen, die deinen Rhythmus aus dem Takt bringen würden. So können unnötige Stress und Überbelastung vermieden werden. Hab also Mut, Grenzen aufzuzeigen, bevor der Druck so groß wird, dass es unerträglich ist. Höflich Nein sagen kann man lernen.
[16:02] Tipp Nummer drei: Durchatmen. Bringt Ruhe in deinen Alltag und gönn dir bewusst Phasen der Entspannung. Hilfreich sind Spaziergänge durch Wald und Flur, Entspannungsmusik, leichte Gymnastik, ein warmes Bad.
[16:23] Schütze dich vor zu starker Licht- und Sonneneinwirkung. Trage eine Sonnenbrille bei Outdoor-Aktivitäten.
[16:32] Tipp Nummer vier: Feste Schlafenszeiten. Wichtig ist ein gleichmäßiger Wach-Schlaf-Rhythmus, den du auch am Wochenende beibehalten solltest. Stelle den Wecker auf die gewohnte Weckzeit und frühstücke so wie sonst auch. Danach kannst du, wenn du magst, dich gerne noch einmal hinlegen und ausruhen.
[16:54] Tipp Nummer fünf: Bewegung. Mache regelmäßig Sport. Experten raten zu Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen, Radfahren. Vorsicht allerdings bei Überlastung. Vergisst, dass denen ich es gibt Mäßigkeit in allen Dingen. Auch Muskelentspannungsverfahren senken den Hormonspiegel.
[17:22] Tipp Nummer sechs: Abschalten. Begrenze, der eigenen Gesundheit zuliebe, den Umgang mit elektronischen Geräten wie Smartphones, PC, Fernseher. Leuchtende Displays und schrille Klingeltöne können eine Migräneanfall auslösen oder sogar verstärken.
[17:40] Tipp Nummer 7: Netzwerken. Du bist mit dieser Erkrankung nicht allein. Es gibt diverse Selbsthilfegruppen, denen du dich anschließen kannst und hier wirst du verstanden. Und der Erfahrungsaustausch mit anderen gibt Kraft und Halt. Unter Migräne-Liga.de findest du Selbsthilfegruppen bei der Migräneerkrankung.
[18:10] Tipp Nummer acht: Geduld üben. Mach dir bewusst, dass der Behandlungserfolg nicht von heute auf morgen erzwungen werden kann. Nicht erfüllte Erwartungen an sich selbst führen letztendlich zu Enttäuschungen. Also übe dich in Geduld.
[18:30] Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. Gott segne Sie bei ihren Bemühungen, sich entweder das eigene Leid zu erleichtern oder anderen Menschen zu helfen und dadurch zum Segen zu werden. Alles Liebe. Bis zum nächsten Mal bei Gottes Plan für deine Gesundheit.
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