Veröffentlicht am
2.299 Klicks

Manuskript: CSH Studienmaterial Hosea Teil 1

In dieser Cannstatt Study Hour-Episode taucht Christopher Kramp tief in das Buch Hosea ein und beleuchtet die „Großen Lehren von Kleinen Propheten“. Er erklärt die symbolische Bedeutung von Hoseas Ehe mit Gomer für die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk Israel und deckt die tiefgreifenden Botschaften von geistlichem Ehebruch, Gottes Gericht und seiner unerschütterlichen Liebe auf. Die Lektionen sind auch für heutige Hörer relevant und bieten Einblicke in Gottes Verheißungen und seinen Plan für die Erlösung.

In dieser Cannstatt Study Hour-Episode taucht Christopher Kramp tief in das Buch Hosea ein und beleuchtet die „Großen Lehren von Kleinen Propheten“. Er erklärt die prophetische Bedeutung von Hoseas Ehe mit Gomer als Symbol für Gottes Beziehung zu Israel und analysiert die tiefgreifenden Botschaften von geistlichem Ehebruch, göttlicher Strafe und letztendlich unerschütterlicher Hoffnung. Die Lektionen sind erstaunlich relevant für die heutige Zeit und bieten wertvolle Einblicke in Gottes Charakter und seine Pläne für sein Volk.


Weitere Aufnahmen

Serie: Cannstatt Study Hour 2013 Q2: Die kleinen Propheten

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Obwohl einiges neu ist, ist doch die Begrüßung noch die gleiche geblieben. Wir freuen uns, dass ihr wieder eingeschaltet habt auf joelmedia.de zu unserer neuen Serie, die einiges Neues mit sich bringt. Wir werden uns in den nächsten drei Monaten gemeinsam viel Zeit nehmen, die kleinen Propheten zu studieren. Unsere Serie wird heißen: Große Lehren von kleinen Propheten. Und ich habe mich schon seit langer Zeit darauf gefreut, denn die kleinen Propheten sind oftmals etwas vernachlässigt und es gibt so vieles, was man daraus entdecken kann.

[1:48] Ganz neu ist jetzt ab diesem Quartal, ab dieser CSH-Serie, auch unser neues Studienmaterial. Statt einem Sendemanuskript, das nur eine Dreiviertelstunde hat, haben wir jetzt ein Vielfaches an Studienmaterial zur Verfügung für euch, wo wir Vers für Vers durch alle Kapitel durchgehen, die wir hier gemeinsam besprechen. Aus Zeitgründen können wir natürlich in dieser Dreiviertelstunde, die wir hier zur Verfügung haben, nicht alles nachschlagen. Deswegen werden wir vor allem jetzt durch das Buch Hosea durchgehen und kommentieren und dann auf die ganzen Parallelverse hier im Sendematerial verweisen. Und wir laden euch ein, euch Zeit zu nehmen und das dann zuhause gründlich durchzustudieren. Es gibt eine ganze Menge interessanter Informationen, die wir da zusammengetragen haben.

[2:30] Heute ist unser Thema geistlicher Ehebruch. Es geht um die ersten sechs Kapitel von Hosea, der erste Teil von Hosea. Nächste Woche dann die Kapitel 7 bis 14. Und wir fangen einfach mal an in Hosea 1 und dort Vers 1. Es heißt: "Dies ist das Wort des Herrn, das an Hosea, den Sohn Beris, erging, in den Tagen Usias, Jothams, Ahas und Hiskias, der Könige von Juda, und in den Tagen Jerobeams, des Sohnes Joas, des Königs von Israel." Nun, Hosea bedeutet "Rettes". Die Kurzform eines anderen Namens, nämlich Hosaja, kommt auch in der Bibel vor, zum Beispiel in Jeremia 42. Und die Langform heißt dann: "Jahwe hat gerettet". Wenn man diese Langform Hosaja umdreht, erhält man interessanterweise den Namen Jehoshua oder Joshua. Im Deutschen wird das nicht ganz so deutlich. Im Hebräischen ist es einfach nur die Umkehrung, und das ist dann die hebräische Form, was dann im Griechischen Jesus heißt. Das heißt, der Name Hosea hat schon vom Namen, von der Wortwurzel her eine ganz enge Beziehung zu Jesus, weil es ja wie gesagt "Retter" heißt.

[3:30] Der zeitliche Abschnitt des Buches Hosea wird angegeben durch die Regierungsdaten der Könige, und die könnt ihr im Studiomaterial dann nachschauen. Hosea war ein Prophet für das Nordreich. Israel war geteilt in das Nordreich, auch Israel genannt, und das Südreich Juda. Die vier Könige, die angegeben werden, zunächst einmal Usija, Hiskia, Jotham und Ahaz sind Könige des Südreiches. Aber Hosea war, wie gesagt, ein Prophet für das Nordreich unter Jerobeam dem Zweiten. Und unter dessen Herrschaft hatte das Nordreich noch einmal eine große wirtschaftliche Blüte erreicht, aber innerlich sah es ganz anders aus. Und Hosea ist der letzte Bote an dieses Volk, das dann 722 oder 723 zerstört worden ist durch die Assyrer, also die letzte Warnungsbotschaft vor der Katastrophe. Das also zur Einleitung zum Buch.

[4:21] Schauen wir den ersten Abschnitt an. Und in Vers 2 heißt es: "Als der Herr durch Hosea zu reden begann, da sprach der Herr zu ihm: Geh, erwirb dir eine hurenische Frau und Hurenkinder; denn das Land ist dem Herrn untreu geworden und hat sich der Hurerei hingegeben." Die ersten drei Kapitel, Kapitel 1, 2 und 3 spielen vor allem in dieser Doppelrolle, wo die Beziehung zwischen Hosea und seiner Frau ein Typus ist für die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk. Das ist ganz wichtig, um das besser zu verstehen. Und Gott macht ganz deutlich, dass diese Frau, die Hosea heiraten soll, eine Hure sein wird. Man hat sich darüber gestritten, ob sie schon eine Hure war, bevor er sie geheiratet hat. Es gibt viele Hinweise, wir werden sie wahrscheinlich noch kurz ansprechen im Laufe dieser Sendung, dass sie erst nach der Hochzeit angefangen hat, Hurerei zu treiben. Und Gott zeigt ganz deutlich, dass diese Hurerei, die Hosea erlebt hat an seiner Ehefrau, dass das ein Hinweis ist auf geistliche Hurerei. In seinem Material haben wir einige Verse aufgeschrieben, die geistliche Hurerei in der Bibel beschreiben. Das lohnt sich zu studieren.

[5:31] In Vers 3 heißt es: "Und er ging hin und nahm Gomer, die Tochter Diblajims, zur Frau, und sie wurde schwanger und gebar ihm einen Sohn." Und diese Kinder, die jetzt ihm geboren werden, die Gomer gebiert, die haben es in sich. In Vers 4 heißt es: "Der Herr sprach zu ihm: Gib ihm den Namen Jesreel; denn in kurzem werde ich das in Jesreel vergossene Blut am Haus Jehus rächen und dem Königtum das Haus Israel ein Ende machen." Nun, Jesreel hat eine Doppelbedeutung. Das Wort Jesreel bedeutet "ausstreuen", "Gott zerstreut", und es bedeutet auch "Gott sät". Es hat auch ein Wortspiel mit dem Wort Israel. Israel und Jesreel sind sehr eng miteinander verknüpft.

[6:17] Der Hintergrund zu diesem Vers ist folgender: Das ist der König Jehu, einige Jahrzehnte zuvor, der in – könnt ihr nachlesen, 1. Könige 9 und 10 – der eine Prophezeiung Gottes erfüllt hat. Gott hatte nämlich verheißen oder prophezeit, dass das Haus Ahabs zugrunde gehen würde. Ahab war einer der bösesten, boshaftesten Könige im Nordreich gewesen. Er hatte den Baalsdienst eingeführt, gemeinsam mit seinem Vater Omri. Und Gott hat verheißen, dass das Haus Ahab zugrunde gerichtet werden wird, und Jehu hat das ausgeführt. Und deswegen ist es so verwunderlich, warum Jehu hier das Haus Jehu bestraft werden soll. Jehu hatte das übrigens in Jesreel getan. Jesreel ist so eine Talebene in Israel.

[7:06] Und wenn man die Geschichte liest, dann wird ganz deutlich, dass Jehu zwar die Prophezeiung erfüllt hat, es aber selbst aus eigennützigen Motiven getan hat. Er hat über das Ziel hinausgeschossen und hat zwar Gottes Prophezeiung erfüllt, aber doch nicht mit ungeteiltem Herzen. Und so macht die Bibel hier deutlich, dass Gott diese Sünde an dem Haus Jehu heimsuchen wird. Gott ist nicht damit beeindruckt, wenn wir das Richtige tun, wenn wir es aus falschen Motiven tun. Interessanterweise hatte Gott bereits vorher in 2. Könige 10, Vers 30, deutlich gemacht, dass dem Jehu noch vier Söhne folgen würden, also vier Nachfolger aus seinem Haus auf den Thron des Nordreichs kommen würden. Und Jerobeam der Zweite, zur Zeit von Hosea, war der Dritte von diesen vier. Und mit dieser Prophezeiung hier in Hosea 1, Vers 4, macht Gott ganz deutlich: Bald wird es auch mit dem Haus Jehus zu Ende sein.

[8:08] Und das hat sich dann auch tatsächlich erfüllt, als kurze Zeit später – wir können das nachlesen in 2. Könige 15, Vers 12 – Zacharias, der Sohn von Jerobeam, ermordet worden ist und das Land dann im politischen Chaos versunken ist. Also diese Prophezeiung hier in Vers 4 hat sich im Leben von Zacharias, dem Nachfolger von Jerobeam, erfüllt. Weiterhin hat Gott mit diesem Vers vorhergesagt, dass das Land Israel, das Nordreich, zu Ende kommen wird. Dem Könighaus, dem Königtum des Hauses Israel wird ein Ende gemacht, und auch das hat sich erfüllt, als 722 das Reich erobert worden ist durch die Assyrer.

[8:49] Schauen wir weiter. In Vers 5 heißt es: "Und es wird geschehen an jedem Tag, da will ich den Bogen Israels zerbrechen in der Talebene von Jesreel." Auch das hat eine interessante Erfüllung gefunden in der Bibel, denn der Bogen Israels ist offensichtlich ein Symbol für die militärische Stärke. Die militärische Stärke Israels ist zerbrochen worden in der Schlacht 724 vor Christus gegen Salmanassar den Fünften. Und auch das fand statt in Jesreel, interessanterweise die Schlacht bei Bet Arbel in der Talebene Jesreels. Wir sehen also, wie schon das erste Kapitel von Hosea vollgepackt ist mit Prophezeiungen, die wir alle in der Geschichte nachvollziehen können, wie sie sich erfüllt haben.

[9:30] Kommen wir weiter in Vers 6. Dort heißt es: "Und als sie wiederum schwanger wurde und eine Tochter gebar, da sprach er zu ihm: Nenne sie Lo-Ruchama; denn ich werde mich über das Haus Israel künftig nicht mehr erbarmen, dass ich ihnen vergebe." In Vers 6 steht nicht, dass Gomer ihm, also Hosea, eine Tochter geboren hat. Es heißt nur, dass sie schwanger wurde. Und es ist ein Hinweis darauf, dass diese Tochter nicht das leibliche Kind von Hosea gewesen ist, sondern ein Hurenkind. Und so bekommt sie auch den Namen. Es heißt: "Nenne sie Lo-Ruchama; denn ich werde mich über das Haus Israel künftig nicht mehr erbarmen, dass ich ihnen vergebe." Das Wort Lo-Ruchama heißt wörtlich übersetzt "nicht begnadigt". Gott hat also nicht nur vorhergesagt, dass das Volk nicht mehr Königtum sein wird, kein Königreich mehr, sondern sie würden auch die Gnade Gottes nicht mehr erfahren. Eine enorme Prophezeiung.

[10:25] Und nach 1. Petrus 2, Vers 10, ist dieser Ausdruck "nicht begnadigt" ein Hinweis dafür, dass sie wie Heiden gerechnet werden. Das wird gleich in den nächsten Versen noch deutlicher. In Vers 7 heißt es dann im Kontrast zum Nordreich Israel: "Dagegen will ich mich über das Haus Juda erbarmen und sie retten durch den Herrn, ihren Gott; doch nicht durch Bogen, Schwert und Kampf will ich sie retten, nicht durch Rosse noch Reiter." Und hat sich das erfüllt in der Geschichte? Definitiv. Denn die Assyrer haben nicht nur versucht, das Nordreich anzugreifen, sondern auch das Südreich Juda. Und es ist interessant zu sehen – das kann man auch nachlesen, 2. Könige 19, 35, 36 – dass es den Assyrern nicht gelungen ist, Juda zu erobern. 701 vor Christus haben sie Juda angegriffen, und uns wird berichtet, dass ein Engel Gottes 185.000 Soldaten der assyrischen Armee umgebracht hat. Gott braucht keine militärische Stärke. Sacharja 4, Vers 6 sagt uns: "Nicht durch Heer und nicht durch Macht, sondern durch meinen Geist soll es geschehen." Das ist die Prophezeiung auf dieses Ereignis hier in Hosea.

[11:35] Gott macht also ganz deutlich: Diejenigen, die mir nachfolgen, denen stehe ich in der Zeit der Krise bei. Doch das Nordreich Israel war davon weit, weit entfernt. Ihre Gnadenzeit lief kontinuierlich ab. Und so kommen wir zum nächsten Vers, Vers 8.

[11:50] Das heißt: "Als sie nun Lo-Ruchama entwöhnt hat, wurde sie wieder schwanger und gebar einen Sohn." Auch wiederum heißt es nicht, dass dieser Sohn ein Sohn von Hosea gewesen ist. Er bekommt den Namen. Das sprach er: "Nenne ihn Lo-Ammi." Lo-Ammi heißt übersetzt "nicht mein Volk", "denn ihr seid nicht mein Volk und ich bin nicht der Eure." Wir sehen hier in diesen drei Kindern drei Prophezeiungen, die an Intensität zunehmen. Das erste Kind ist eine Prophezeiung: Gott sagt, das Königtum von Juda und das Königreich Israel wird aufhören als Nation. Das zweite Kind ist eine Prophezeiung darauf, dass Gott sagt, das Evangelium, die Gnade Gottes wird von euch nicht mehr in Anspruch genommen werden. Ich werde es zurückziehen. Und die dritte Vorhersage ist die schlimmste vielleicht: Er sagt, ich werde nicht mehr euer Gott sein, ihr werdet nicht mehr mein Volk sein.

[12:43] Nun, Hosea 1 und 2 sind sehr wichtig, um das große Thema Israels in der Bibel zu verstehen. Viele Christen sind mit diesen beiden Kapiteln in die Irre gelaufen, denn sie haben geglaubt, wie wir gleich sehen werden in den nächsten Versen, dass das Volk Israel und die zehn Stämme noch einmal zurückkommen werden in das Land Palästina. Aber wir müssen verstehen, um dieses Thema wirklich gründlich zu begreifen, dass Gott hier in Vers 9 sagt, dass die zehn Stämme des Nordreiches zu Heiden werden. Sie werden zu einem Nicht-Mein-Volk. Und damit haben sie keinerlei Besonderheit und keinerlei Sondersegen im Vergleich zu den Babyloniern, Edomitern, Moabitern, Hethitern, Ägyptern, Lydiern, wem auch immer aus Syrien.

[13:31] Die Frage, die man sich stellen kann: Wie kann Gott dann die Verheißung, die er dem Abram und dem Isaak gegeben hat, wie kann er sie in Erfüllung gehen lassen? Und das beantwortet der nächste Abschnitt im Buch Hosea, die nächsten drei Verse in Kapitel 2. Dort heißt es in Kapitel 2, Vers 1: "Und doch wird die Zahl der Kinder Israels werden wie der Sand am Meer." Das war die Verheißung, die dem Abram gegeben worden ist, in 1. Mose 13, 16, Hebräer 11, Vers 12, 1. Mose 32, 12, auch an Jakob: "wie der Sand am Meer, den man nicht messen noch zählen kann." Und es soll geschehen an dem Ort, wo ihnen gesagt wurde: "Ihr seid nicht mein Volk", da sollen sie "Söhne des lebendigen Gottes genannt werden." Gott sagt, ich werde meine Verheißung in Erfüllung gehen lassen. Und das ist die Art und Weise, wie es geschehen wird.

[14:17] Diejenigen, die nicht mein Volk heißen, werden mein Volk heißen. Nicht mein Volk bedeutet Heiden. Mein Volk bedeutet Gottes Volk. Was Gott hier prophezeit, ist nicht, dass die zehn Stämme irgendwann zurückkommen in das Land, sondern dass sogar Heiden gerettet werden können. Mit anderen Worten, er sagt dem Volk Israel: Ihr werdet nicht mein Königreich sein, ihr werdet nicht meine Gnade in Anspruch nehmen können, ihr werdet ab jetzt Heiden sein für mich. Aber wisst ihr was? Die Verheißung Gottes ist noch stärker, denn selbst Heiden können wieder gerettet werden.

[14:58] Und Paulus hat diesen Zusammenhang verstanden, wenn er in Römer 9 – das wollen wir gemeinsam aufschlagen hier – in Römer 9 und dort Vers 24 bis 26 diese Stelle in Hosea auslegt. Er sagt in Römer 9, Verse 24 bis 26: "Als solche hat er auch uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden. Wie er auch durch Hosea spricht: 'Ich will das mein Volk nennen, was nicht mein Volk war, und die Geliebte, die nicht Geliebte war.' Und es soll geschehen an dem Ort, wo zu ihnen gesagt wurde: 'Ihr seid nicht mein Volk', da sollen sie 'Söhne des lebendigen Gottes genannt werden.'" Paulus hatte erkannt, dass Hosea die Heidenmission prophezeit hat. Die allerwenigsten hatten das im Alttestament erkannt, aber Paulus hatte das gesehen, dass hier Hosea bereits von der christlichen Mission unter den Heiden spricht.

[15:55] Schauen wir weiter in Vers 2, Hosea 2, Vers 2. Dort heißt es: "Dann werden die Söhne Judas und die Söhne Israels sich einmütig versammeln." Und das müssen wir verstehen, dass ab diesem Zeitpunkt es jetzt um diese Heidenmission geht. Ja, es stimmt, es gab eine erste teilweise Erfüllung zur Zeit von Esra, als das Volk Israel zurückkam aus dem Land Babylon und auch einige wenige Versprengte aus dem Nordreich zurückkamen, aus den zehn Stämmen Israels. Aber die eigentliche Erklärung, das eigentliche Heraufziehen aus dem Land, wie es heißt: "und über sich ein einziges Oberhaupt setzen und werden aus dem Land heraufziehen", das ist die große Sammlungsbewegung in der christlichen Ära. Und dieses eine Oberhaupt, das ist ohne Frage Christus selbst. Epheser 5, Vers 23 sagt uns, dass er das Haupt der Gemeinde ist.

[16:46] Und dann steht so enormerweise – ich bin so begeistert davon – "Denn der Tag von Jesreel wird groß sein." Jesreel heißt, wie gesagt, es gibt eine Doppelbedeutung: Gott zerstreut und Gott sät. Gott hatte gesagt: "Weil ihr mich verlasst, werde ich euch zerstreuen in alle Völker." Aber hier an dieser Stelle, wo die Heidenmission angesprochen wird, da scheint diese andere Bedeutung wichtiger zu sein: Gott sät. Gott wird das Evangelium noch einmal neu säen. Jesus kam, um zu sagen: Das Reich Gottes ist wie einem Sämann. Aber selbst wenn ihm ein Sämann sät, dann zerstreut er, er streut den Samen aus. Und ist es nicht beeindruckend zu sehen, dass in Apostelgeschichte 8 die Heidenmission mit einer Zerstreuung begann? Es heißt ganz deutlich, dass als sie sich zerstreuten, dass damit die Heidenmission begann. Und so sehen wir das vorhergesagt hier in diesem erstaunlichen Kapitel in Hosea 2.

[17:48] Vers 3 vertieft den Gedanken. Er sagt: "Nennt eure Brüder mein Volk und eure Schwestern Begnadigte." Und hier steht im Hebräischen "Ammi" und "Ruchama". Das heißt, in Christus, wenn wir Christus als das Oberhaupt annehmen, egal ob wir ein Heide sind oder wo auch immer wir herkommen, dann kann sich unsere Identität völlig ändern. Vorher waren wir nicht mein Volk, jetzt sind wir sein Volk. Vorher waren wir nicht begnadigt, jetzt sind wir begnadigt. In Christus wird unsere gesamte Identität auf den Kopf gestellt.

[18:22] Schauen wir weiter uns an, was Hosea 2 uns zu sagen hat. Ab Vers 4 beginnt der neue Abschnitt. Verse 4 bis 25 sind jetzt eine Erklärung dessen, was vorher schon in den ersten Versen besprochen worden ist. In Vers 4 heißt es: "Weist eure Mutter zurecht, weist sie zurecht; denn sie ist nicht meine Frau und ich bin nicht ihr Mann. Damit sie ihre Hurerei von ihrem Angesicht wegschafft und ihre Ehebrecherei von ihren Brüsten." Das sind starke Worte, die hier stehen. Damit sie ihre Hurerei von ihrem Angesicht wegschafft und ihre Ehebrecherei von ihren Brüsten. Gott macht ganz deutlich, dass er sich vom Volk Israel scheiden lassen wird. Und es gibt einige Bibeltexte, die wir aufgeschrieben haben, die das auch deutlich zeigen. Und es spricht hier offensichtlich zu den Kindern, das heißt zu den Kindern Israel, den einzelnen Menschen, die das Volk Gottes bilden.

[19:06] Vers 5: "Sonst werde ich sie nackt ausziehen und sie hinstellen, wie sie war am Tag ihrer Geburt, und sie der Wüste gleich machen, einem dürren Land, und sie sterben lassen vor Durst." Wenn er sagt, ich will sie machen wie bei ihrer Geburt, dann heißt das, er will sie zu dem Zustand bringen, wie sie ganz am Anfang gewesen sind. Und wenn wir die Geschichte Israels verfolgen, dann war der Urzustand des Volkes Israel Sklaverei in Ägypten. Gott sagt, ich will sie wieder zu dem Punkt zurückbringen. Ich will sie in die Sklaverei zurückführen. Der Durst, übrigens ein Hinweis auf den Durst nach dem Wort Gottes gemäß Amos 8, Verse 11 bis 13. Und übrigens hat dieser Vers auch eine interessante Parallele zu Offenbarung 17, wo die Hure Babylon verwüstet wird.

[19:51] Schauen wir weiter in Vers 6. "Und über ihre Kinder werde ich mich nicht erbarmen, weil sie Hurenkinder sind." Warum sagt Gott, dass er sich nicht erbarmen wird? Eine Antwort finden wir in Jakobus 2, Vers 13. Das können wir kurz vielleicht aufschlagen, denn es hilft uns zu verstehen, warum Gott diese scheinbar so harten Worte sagt. In Jakobus 2, Vers 13, dort heißt es: "Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat; die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht." Das Volk Israel selbst war enorm unbarmherzig, und deswegen haben sie keine Barmherzigkeit von Gott erfahren.

[20:30] Vers 7. "Denn ihre Mutter hat Hurerei getrieben, die sie geboren hat, bedeckte sich mit Schande; denn sie sprach: Ich will doch meinen Liebhabern nachlaufen, die mir mein Brot und Wasser geben, meine Wolle, meinen Flachs, mein Öl und meinen Trank." Wie schon gesagt, zur Zeit von Jerobeam II. war das Volk in einer äußersten Wohlstandslage, aber sie haben all diesen Wohlstand, der hier angesprochen wird, nicht Gott zugesprochen, sondern den Heiden. Sie haben den heidnischen Götzen, sie haben Hurerei betrieben.

[21:03] Vers 8 geht an zu sagen: "Darum siehe, ich will deinen Weg mit Dornen verzäunen, ja, ich will eine Mauer für sie errichten, damit sie ihre Pfade nicht mehr finden sollen." Interessanterweise, wenn wir uns von Gott entfernen, dann können wir unsere Ziele, die wir haben, nicht mehr wirklich erreichen. Wir nehmen uns vielleicht vor, das und das schaffe ich in der Sünde, und wenn ich mich von Gott entferne, dann kann ich das und das realisieren, aber Gott sagt, du wirst deine Pfade, deine Wege nicht mehr erreichen.

[21:34] Vers 9: "Wenn sie dann ihren Liebhabern nachjagen und sie nicht mehr einholt, wenn sie sie sucht, aber ihn nicht findet, so wird sie sagen: Ich will hingehen und wieder zu meinem ersten Mann zurückkehren; denn damals hatte ich es besser als jetzt." Und ich glaube, wenn wir diese Stellen lesen, dann kommt eine Geschichte in den Sinn, die in Lukas 15, nämlich vom verlorenen Sohn. Und Gomer ist so ein bisschen das alte, der männliche Pendant zur Geschichte vom verlorenen Sohn. Die Israeliten haben immer wieder in der Geschichte versucht – wir werden es noch deutlicher sehen – sich an die Assyrer zu hängen, an die Ägypter zu hängen, aber in der Zeit der Not konnten diese Liebhaber ihnen nicht helfen. Ich denke, es ist eine ganz wichtige Lektion für uns heute auch.

[22:19] Das Buch Hosea ist so topaktuell für uns, denn auch wir stehen in der Gefahr, uns an fremde Mächte zu wenden, um unsere Probleme zu lösen. Vers 10: "Sie erkannte ja nicht, dass ich es war, der ihr das Korn, den Most und das Öl gab und ihr das Silber und Gold mehrte, das sie für den Baal verwendet haben." Das heißt, Israel erkennt den Ursprung des Segens nicht. Sie merken, dass sie gesegnet sind, aber sie haben nicht erkannt, wer den Segen ihnen gegeben hat. Der äußerliche Erfolg der Ära von Jerobeam hat das Volk geblendet, und damit erfüllen sich einige Vorhersagen, zum Beispiel die aus 5. Mose 32, Vers 15, wo Gott das dem Mose schon gezeigt hat, dass das einmal eintreten wird.

[23:04] Und was noch deutlich wird in diesem Vers: All das, was Gott ihnen geschenkt hat, haben sie für den Götzendienst missbraucht. Ähnliche Geschichte wie auch mit dem goldenen Kalb zum Beispiel in 2. Mose 32.

[23:16] Vers 11 geht fort: "Darum will ich meinen Korn zurücknehmen zu seiner Zeit, das heißt zu der Ernte, und meinen Most zu seiner Frist." Und wenn dann die Ernte kommt und das Korn nicht da ist und der Most nicht da ist, dann gibt es eine große Enttäuschung. Gott sagt voraus, das Volk Israel wird enorm enttäuscht sein, denn es glaubt, es ist auf dem richtigen Weg, ist aber doch furchtbar getäuscht.

[23:40] Es heißt dann weiter in dem Vers 11: "Und ich will ihr meine Wolle und meinen Flachs entziehen, womit sie ihre Blöße bedeckt." Wenn Gott sagt, wenn du mich nicht ehrst, kann ich dir nicht weiter all diese Materialien geben, aber diese Materialien sind wichtig, um die Kleider herzustellen, die deine Blöße bedecken. Nun, Blöße in der Bibel, ganz offensichtlich, 1. Mose 3, Vers 7 und einige andere Stellen machen es deutlich, ist ein Symbol für Nacktheit. Wenn Gott also seinen – ein Symbol für Nacktheit. Na selbstverständlich, aber für Sünde. Wenn Gott also seinen Segen zurückzieht, weil wir ihm nicht danken, weil wir ihn nicht ehren, nicht anerkennen, dann haben wir nichts, um unsere Sünde zu bedecken. Und das ist die Scham, von der hier gesprochen wird.

[24:20] Vers 12: "Und ich will nun ihre Scham, ihre Schande enthüllen vor den Augen ihrer Liebhaber, und niemand wird sie aus meiner Hand erretten."

[24:32] Vers 13: "Und ich will aber alle ihre Freude ein Ende machen, ihren Festen, ihren Neumondfeiern und ihren Sabbaten und allen ihren Feiertagen." Gott macht deutlich, niemand kann ihr helfen, weder die Assyrer noch die Ägypter. Und auch all die Feste, die vielen religiösen Feste, die gefeiert worden sind, können ihn nicht mehr beeindrucken. Man braucht nur mal Jesaja 1, Vers 13, 14 oder Amos 5, Vers 21, um zu sehen, was Gott darüber denkt, wenn Menschen, die geistliche Hurerei betreiben, immer noch die religiösen Zeremonien, die er vorgeschrieben hat, durchführen. Gott hasst diese Art von Heuchelei.

[25:06] Vers 14 sagt: "Ich will auch ihren Weinstock und ihren Feigenbaum verwüsten." Weinstock und Feigenbaum sind ein Symbol für Sicherheit und für Frieden. Kann man nachlesen in 1. Könige 4, Vers 25. Also ihre Sicherheit und ihr Frieden werden verwüstet. Das heißt weiter: "von denen sie sagt: Das ist der Lohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben." Das ist ein interessanter Vers. Der Lohn, wörtlich steht hier "Hurenpreis". Gomer hat als Lohn für ihre Hurerei all diese Dinge bekommen. Und die Bibel sagt, dass wenn wir geistliche Hurerei betreiben, wird uns ein Lohn versprochen, nämlich Friede und Sicherheit. So nehme ich zum Beispiel in 1. Thessalonicher 5, Vers 3. Aber dieser Lohn, den werden wir nicht wirklich ergreifen können, denn wenn sie sagen werden, dass wir Friede und Sicherheit als Lohn für geistliche Hurerei, in Offenbarung 17, dann wird sie plötzliches Verderben überfallen, so wie es auch hier im Volk Israel der Fall gewesen ist.

[26:19] Vers 15: "Ich will sie strafen für die Festtage der Baal, an denen sie ihnen räucherte und sich mit ihren Ohrringen und ihrem Geschmeide schmückte und ihren Liebhabern nachlief und mich vergaß." Baal, eine Bezeichnung für verschiedene Götter. Es bedeutet eigentlich wörtlich "Herr". Interessanterweise ist hier auch Götzendienst mit Schmucktragen verknüpft. Und der eigentliche Grund, warum das alles geschah, so heißt es hier, dass sie Gott vergessen haben.

[26:52] Und es ist erstaunlich, wie der nächste Vers losgeht. Vers 16 sagt: "Darum, siehe, ich will sie locken und in die Wüste führen und ihr zu Herzen reden." Das ist ein interessanter Vers. Gott sagt, ich will sie locken. Ich will sie ziehen. Das ist das, was das Evangelium sagt, dass nur durch Gottes Kraft wir gezogen werden können zu ihm in die Wüste. Und die Wüste ist ein Symbol für den Exodus, für das, was das Volk einmal schon durchgemacht hat, als es aus Ägypten herauskam. Gott sagt, ich möchte noch einmal so ein Exodus-Erlebnis euch schenken. Einen zweiten Exodus, einen zweiten Ausweg. Exodus heißt ja Ausweg.

[27:28] Und dieser Ausweg, der ist niemand anders als Jesus Christus, der andere Prophet, den Gott verheißen hat, um das Volk noch einmal durch die Wüste zu führen, der einen neuen Bund machen wird, der noch einmal zu ihrem Herzen reden wird. Das ist eine Formulierung, die auch in Jesaja 40 vorkommt, wo Jesus Christus angekündigt wird.

[27:48] In Vers 17 heißt es: "Und ich will ihr von dort aus ihre Weinberge wiedergeben." Das heißt, die Sicherheit und den Frieden will ich ihr durch Christus wiedergeben. "Und ihr das Tal Achor zu einer Tür der Hoffnung machen." Nun, das ist ganz interessant. Das Tal Achor war der Ort, wo Achan gesteinigt worden ist. Es war der Ort, wo die Sünde aus dem Lager entfernt worden ist. Und die Bibel sagt, dass das Tal Achor eine Tür der Hoffnung ist. Nun, die Tür, sagt Jesus selbst, ist er selbst. Er ist die Tür der Hoffnung. Denn er entfernt die Sünde. Er ist das Lamm Gottes, das der Sündewelt hinwegnimmt. Das Wort Achor selbst bedeutet "Trübsal". Und Jesus hatte eine Zeit der Trübsal, als er das getan hat, am Kreuz.

[28:34] Und dann heißt es, dass sie dort singen soll, wie in den Tagen ihrer Jugend. Einige der bekannten Lieder aus der Jugendzeit Israels sind natürlich das Lied des Mose, in 2. Mose 15. Und auch das soll die Erfahrung der Menschen erwerben, die Jesus annehmen.

[29:00] Hier ist ganz wichtig zu verstehen, dass eigentlich im Hebräischen steht: "mein Ischi und mein Baal." Ischi meint "Ehemann" und Baal meint "Herr". Gott möchte nicht, dass wir ihn einfach nur als einen Herrn sehen, dem wir uns unterordnen, wie einen militärischen Führer. Das war die Art und Weise, wie die Heiden auf Gott geschaut haben, als einen grimmigen Gott, den man besänftigen muss. Gott möchte, dass wir ihn als einen Ehemann wahrnehmen, als einen Ehepartner. Er wünscht sich, dass wir ihn Ehemann nennen und nicht Herr, in diesem Sinne. Ischi und nicht Baal. Er möchte, dass unsere Beziehung zu ihm zwar, wir sollen uns ihm unterordnen, wie auch die Frau sich dem Mann unterordnen soll, aber wir sollen seine Liebe erkennen, wir sollen ihn lieben. Und das ist sehr, sehr wichtig.

[29:49] Vers 19: "Und ich will die Namen der Baale aus ihrem Mund entfernen, dass an ihre Namen nicht mehr gedacht werden soll." Die Bibel sagt, wir sollen die Namen fremder Götter nicht einmal erwähnen, so zum Beispiel in 2. Mose 23, Vers 13.

[30:01] Dann heißt es, dass Gott einen Bund machen wird: "An jenem Tag will auch zu ihren Gunsten ein Bund schließen mit den Tieren des Feldes, mit den Vögeln des Himmels und mit allem, was auf Erden kriecht. Und ich will Bogen, Schwert und alles Kriegsgerät im Land zerbrechen und sie sicher wohnen lassen." Gott macht einen neuen Bund, einen Friedensbund. Und die Parallelstellen, die wir zeigen, deuten hin, dass es hier den Friedensbund des Christus gemeint ist, wo Jesus ein Friedensreich haben wird auf der Erde, wo selbst die Tiere nicht mehr gefährlich sein werden. Jesaja 11 zum Beispiel.

[30:34] Verse 21 und 22: "Und ich will mich dir verloben auf ewig. Ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und Recht, in Gnade und Erbarmen. Ja, ich will dich mir verloben in Treue. Und du wirst den Herrn erkennen." Dreimal sagt Gott hier: "Ich will mich dir verloben." Und diese Verlobung nach Jeremia 31, Verse 31 bis 34 ist ein Bild auf den neuen Bund. Auch das wieder eine messianische Verheißung, eine Prophezeiung auf Christus, der kommen wird, der Gerechtigkeit und Gnade bringen wird. Und durch den wir den Herrn erkennen können. Johannes 17, Vers 3: "Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den, den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen." Viele unserer Texte haben wir aufgeschrieben.

[31:16] Verse 23 und 24: "Und es soll geschehen an jenem Tag, spricht der Herr, da will ich antworten; ich will dem Himmel antworten, und er soll der Erde antworten. Und die Erde wird antworten mit Korn, Most und Öl." Und diese werden Jesreel antworten. Das heißt, dann wird Gott diesen Segen wieder schenken. Übrigens, Korn, Most und Öl kommen in der Bibel sehr oft zusammen vor.

[31:35] Und dann heißt es in Vers 25: "Und ich will sie mir im Land ansehen." Und da sehen wir dieses Wortspiel zwischen Jesreel und Vers 24 und "ansehen" in Vers 25. So sehen wir das, das ganze zweite Kapitel, oder Vers 4, Verse 4 bis 25, noch einmal das erste Kapitel von Kapitel 1, Vers 1 bis Kapitel 2, Vers 3, noch einmal wiederholt und vertieft. Das heißt, diese Gedanken, die wir schon mal hatten, in Kapitel 2, Verse 1, 2 und 3 werden jetzt hier noch einmal vertieft und noch einmal wiederholt.

[32:06] Das heißt: "Und ich werde mich über die Unbegnadigte erbarmen und zu 'nicht mein Volk' sagen: Du bist mein Volk. Und er zu sagen: Du bist mein Gott." Was für eine unglaubliche Verheißung auf die Heidenmission in der christlichen Ära. Und Gott wollte ganz deutlich zeigen, wie das stattfinden wird, wie er seine Verheißung, seine Verheißung umsetzen wird.

[32:31] Und so ruft er den Hosea noch einmal und sagt: "Geh hin", Kapitel 3, Vers 1. "Und liebe eine Frau, die von ihrem Freund geliebt wird und im Ehebruch lebt, gleich wie der Herr die Kinder Israels liebt, obwohl sie sich anderen Göttern zuwenden und Traubenkuchen lieben." Es ist nicht einfach, einen Menschen zu lieben, der einen betrügt. Aber Gott befiehlt ihm: "Geh hin und liebe sie, denn ich liebe mein Volk noch immer."

[33:01] Und es heißt in Vers 2: "Da kaufte ich sie mir um 15 Silberlinge und um einen Homer und einen Letech Gerste." 15 Silberlinge sind nicht viel. Das ist die Hälfte eines Normalwertes für eine Frau, wie im Heiligtumsdienst angegeben worden war, die Hälfte eines Sklavenpreises. Und dass Gerste verwendet worden ist, ist sehr interessant, denn Gerste war das, was vorgeschrieben war als ein Opfer bei dem Verdacht auf Ehebruch. Und für die Menge Gerste hier hätte man 150 Opfer bringen können. Offensichtlich war Gomer in die Sklaverei gelangt durch ihr Ehebruch. Aber Hosea sollte sie freikaufen.

[33:44] Und ich glaube, das ist ein ganz unglaubliches Bild auf das, was Jesus von uns getan hat, der uns auch zurückgekauft hat, uns erkauft hat mit seinem Blut. 1. Petrus 2, Verse 18, 19 und viele andere Stellen.

[33:56] Und dann wird aber deutlich, was dieser Freikauf, dieses Evangelium für uns bedeutet. Vers 3: "Und ich sprach zu ihr: Du sollst mir viele Tage so bleiben und nicht huren und keinem anderen Mann gehören. Ebenso will auch ich mich dir gegenüber verhalten." Mit anderen Worten, dem Freikauf folgt ein neues Leben. Und auch das, denke ich, ganz deutlich ein Hinweis darauf, dass in unserem Leben, wenn wir dieses Gnadengeschenk der Erlösung angenommen haben, wir in Neuheit des Lebens wandeln dürfen.

[34:32] Vers 4: "Und das ist wahr. Die zehn Stämme sind nie wieder ein Königreich geworden. Und auch die ganzen Opfer und die heidnischen Dinge, die angesprochen werden, wie diese Bildsäule, was auch Obelisk übersetzt werden könnte, haben keine Rolle mehr gespielt. Aber dann wird etwas passieren in Vers 5."

[34:53] "Danach werden die Kinder Israels umkehren und den Herrn, ihren Gott, und David, ihren König, suchen. Sie werden sich begeben zu dem Herrn und zu seiner Güte flüchten am Ende der Tage." Nun, was wird passieren? Wer ist dieser David? Es kann nicht der buchstäbliche David sein, denn der war schon lange tot. Interessanterweise entstand ja das Nordreich damit, dass es sich vom Haus Davids abgewandt hat. Wenn man die Geschichte um den Tod Salomos betrachtet, dann kann man das ganz deutlich sehen. In Jeremia 1 – ich würde sagen nicht Jeremia, in Origen, wo es um Rehabiam und Jerobeam geht. Hier offensichtlich geschieht genau das Umgekehrte. Das Volk Israel wendet sich wieder zu David zurück, zu dem künftigen David. David heißt übersetzt "liebevoll". Es ist wiederum ein Hinweis, ein Symbol auf Jesus Christus.

[35:59] Der König, dessen Gnadengüter nach Jesaja 55, 3 und 4 den ewigen Bundeskrieg beenden. Und auch in der Apostelgeschichte wird die Wiederherstellung des Hauses Davids mit der Heidenmission nach Jesu Tod verknüpft.

[36:14] Aus Zeitgründen sparen wir uns das 4. Kapitel. Es gibt viel zu studieren in unserem Sendemanuskript. Und auch das 5. Wir wollen uns noch kurz mit dem 6. Kapitel beschäftigen, weil es so ausführlich wichtig ist. Wir fangen vielleicht in Kapitel 5 an und dort in Vers 10.

[36:35] Das heißt es über die Fürsten. Das 4. Kapitel war ein Gericht über das ganze Volk Israel. Das 5. Kapitel ist ein Gericht über die Fürsten und über die Könige. Und Gott sei Dank haben wir in den 5. Kapitel über die Fürsten und über die Könige. Und Gott sagt über die Fürsten in Israel in Vers 10.

[37:15] Und die Bibel macht deutlich, dass nicht nur die Israeliten im Nordreich, sondern sogar im Südreich die Grenzen verrückt haben. Und damit sind nicht die politischen Grenzen gemeint, sondern die religiösen Grenzen. Denkt an den König Ahas, der zur Zeit von Hosea gelebt hat, der auch am Heiligtumsdienst Änderungen vorgenommen hat, die alten Grenzen verrückt hat. Und daran sehen wir, dass diese Verse im Alten Testament die Grenzen gesetzt haben, die wir nicht verrücken sollten, die sogenannten Landmarks.

[38:01] Vers 12. "Motte und Wurm, zerfressenes Kleid." Das Volk Israel hatte ein zerfressenes Kleid der Gerechtigkeit. Der nagende Wurm ist eine Reminiszenz an die Geschichte von Jona, wo dieser eine kleine Wurm die ganze Pflanze zerstört hat. Und wir wissen aus der Bibel, dass die Pflanze auch ein Symbol ist für das Evangelium. Und das ist ein interessantes Bild für den beklagenswerten Zustand des Volkes Israel zu der Zeit. Ich denke, wir können da sehr, sehr viel für uns persönlich daraus lernen.

[38:46] Und wir wissen auch, dass der König von Assyrien – den großen König Assyriens – nicht heilen konnte. Er lief nach Assyrien und sandte zum König Jareb. Das ist ein Titel, den sich die Könige in Assyrien selbst gegeben haben. Aber es heißt von den großen Königen Assyriens. Manchmal sehen wir auch im Volk Gottes große Schwierigkeiten und Wunden und Geschwüre und Krankheiten, und wir rennen überall hin. Aber die Bibel macht ganz deutlich, wir können in Assyrien keine Hilfe finden.

[39:28] Vers 14: "Denn ich bin wie ein Löwe gegen Ephraim und wie ein junger Löwe gegen das Haus Juda. Ja, ich zerreiße und gehe davon und nehme weg, dass niemand retten kann." Und wenn sie mich in ihrer Drangsal suchen, werden sie mich ernstlich suchen. Gott vergisst sein Volk nicht. Aber Gott muss sie alleine lassen. Er hatte bereits in Kapitel 4, Vers 17 gesagt: "Ephraim ist an die Götzen gebunden, lasst ihn in Ruhe." Voller Schmerzen musste er ausrufen: "Ich kann sie nicht retten. Ich kann sie nicht retten. Lasst sie in Ruhe." Es ist so, wie am Ende Gott sagen wird in Offenbarung 22: "Wer gerecht ist, der sei weiter gerecht; wer ungerecht ist, der sei weiter ungerecht." Gott lässt uns irgendwann buchstäblich in Ruhe. Er belästigt uns nicht weiter mit dem Evangelium. Er kehrt sich von dannen. Und so hat er das Volk Israel, das Nordreich, allein gelassen, weil sie nicht wollten.

[40:34] In Kapitel 4, Vers 1 heißt es: "Hört das Wort des Herrn, ihr Kinder Israels; denn der Herr hat einen Rechtsstreit mit den Bewohnern des Landes, weil es keine Wahrheit, keine Liebe und keine Gotteserkenntnis gibt." All die Eigenschaften, die Gott ausmachen, waren nicht vorhanden im Volk. Und was war die Folge davon?

[40:55] Vers 2: "Fluchen und Lügen, Morden und Stehlen und Ehebruch hat überhandgenommen, und Blutschuld reiht sich an Blutschuld." Und dann sagt er diese furchtbaren Worte in Vers 6: "Mein Volk geht zugrunde aus Mangel an Erkenntnis." Und es ist nicht so sehr die theologische, intellektuelle Erkenntnis, die hier fehlt. Es ist die Erkenntnis Gottes, die nach Vers 1 nicht vorhanden war im Land, das Evangelium. Die Bibel sagt, die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis, Sprüche 1, Vers 7. Die Bibel sagt, das ewige Evangelium beginnt mit den Worten: "Fürchtet Gott." Wir können schlussfolgern: Erkenntnis ist das ewige Evangelium, das hat gefehlt. Und weil es fehlt, geht das Volk zugrunde.

[41:41] Liebe Freunde, wo immer gepredigt wird und das ewige Evangelium fehlt, geht das Volk zugrunde. "Darum will ich auch dich verwerfen, dass du nicht mehr mein Priester seist." Das ganze Volk sollte Priester sein, sollten eine heilige Nation von Priestern und Königen sein. Gott sagt, das könnt ihr nicht mehr tun. Warum? Weil du das Gesetz deines Gottes vergessen hast. Will auch ich deine Kinder vergessen. Es werden viele andere Gründe angeführt. Die Hurerei wird beschrieben, könnt ihr zu Hause alles nachlesen. Wir haben viel, viel mehr noch dazu vorbereitet.

[42:17] Wir wollen uns die letzten 3 Minuten die ersten Verse in Hosea 6 noch anschauen, die so voller Hoffnung sind. Die Reaktion beschreibt, die er sich von seinem Volk erwünscht. Diese Erweckung der Reformation, die nicht nur zur Zeit von Hosea so dringend notwendig gewesen wäre, sondern die auch wir heute so dringend brauchen.

[42:35] Es heißt, Vers 1: "Kommt, wir wollen wieder umkehren zum Herrn." Er hat uns zerrissen, das ist ein Bild auf den Löwen, vorher in Hosea 5, Vers 14, wo es heißt, dass Gott wie ein Löwe ist und das Volk zerreißt. Er wird uns auch verbinden, liebe Freunde. Jede Wunde, die Gott zu unserem Heil schlägt, kann auch heilen. Er ist der große Arzt.

[42:59] Es ist so schön, wie in all diesen Prophezeiungen von Hosea, neben den geschichtlichen Bezügen und den Prophezeiungen, die sich erfüllt haben in der Geschichte, immer wieder Jesus aufscheint. Die messianischen Prophezeiungen, Vers 2, das ist eine ganz kraftvolle Prophezeiung auf die Auferstehung Jesu. Denn seine Auferstehung erweckt auch uns zu neuem Leben. Der am dritten Tag auferstanden ist, und weil er lebt, können auch wir leben.

[43:35] Die Bibel macht ganz deutlich hin – es ist unter 15 in Römer 6 usw. – dass wir mit ihm gestorben sind und mit ihm auferstanden sind. Die Bibel macht ganz deutlich hin, dass wir mit ihm gestorben sind und mit ihm auferstanden sind in der Taufe und dass wir in Neuheit des Lebens mit ihm leben können.

[43:53] Vers 3: "So lasst uns ihn erkennen, ja, eifrig trachten nach der Erkenntnis des Herrn." Immer wieder kommt diese Erkenntnis vor. Das Volk geht zugrunde an Mangel an Erkenntnis. Da gibt es keine Erkenntnis Gottes im Lande. Aber dann sagt Gott: "Kommt doch und erkennt mich." Es geht um die Erkenntnis. Adam erkannte sein Weib, und sie waren schwanger. Es geht um die innige, tiefe Beziehung. Gott sagt nicht nur: Nennt mich Baal, nennt mich Herr, als der, der Chef ist. Nennt mich Ehemann. Ischi.

[44:26] Gott wünscht sich so sehr in dieser Erweckung der Reformation, die so dringend notwendig ist, dass wir ihn erkennen. Dass das wahre Leben, dass du, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Es geht um die Erkenntnis von Ehemann und Ehefrau, um diese Beziehung, die das Volk Israel nicht verstehen wollte, uns deutlich zu machen. Gott möchte uns mit sich verloben.

[44:53] Er sagt weiter: "Sein Hervorgehen ist so sicher wie das Licht des Morgens." Und das ist ein Bild auf den Sonnenaufgang und damit eine deutliche Prophezeiung auf die Sonne der Gerechtigkeit aus Maleachi 3, Vers 20. Lukas 1, Vers 78 sagt uns, dass Jesus derjenige ist, der vom Licht ist, der aufgeht als der Stern am Morgen. Und der Morgenstern kommt natürlich auch in 2. Petrus 1, 19 auf den Morgen – 22, 16 vor.

[45:26] Und dann heißt es weiter: "Und er wird zu uns kommen wie ein Regenguss, wie ein Spätregen, der das Land benetzt." Der Regen ist ein Bild für die Gerechtigkeit, ein Bild für Christus selbst. Und Gott stellt diese Frage, und damit wollen wir es schließen, in den letzten Versen, Vers 4.

[45:47] "Was soll ich mit dir tun, Ephraim? Was soll ich mit dir tun, Juda? Was soll ich mit dir tun, lieber Freund, liebe Freundin? Eure Liebe ist ja so flüchtig wie eine Morgenwolke, die in den Morgenstern vergeht." So oft hat sich das Volk kurz zu Gott bekehrt und ist dann wieder zurückgefallen. All die Zeit durch die Richter, durch die Könige, gab es immer kurzweilige Erweckung. Aber Gott sehnt sich nicht nach einer kurzweiligen Erweckung, nach einer Liebe, die weggeht wie der Morgentau. Er sehnt sich nach einer tiefen, dauerhaften Beziehung.

[46:23] Vers 5: "Darum habe ich sie behauen durch die Propheten." Aber das Volk Israel wollte lieber sich von ihm entfernen. So heißt es in Vers 7: "Sie haben wie Adam den Bund übertreten." Adam war in ein Paradies gesetzt worden, übertrat den Bund wissentlich und musste dann das Paradies verlassen. Israel wurde in das Land Kanaan gesetzt, übertrat dort wissentlich den Bund und musste das Land Israel verlassen.

[47:01] Der letzte Vers, Vers 11: "Auch dir, Juda, ist eine Ernte bestimmt, wenn ich das Geschick meines Volkes sende." Liebe Freund, liebe Freundin, auch dir ist eine Ernte bestimmt. Die letzte Ernte, die kommen wird, das ist die Ernte von Offenbarung 14, Verse 14 und 15. Wenn Jesus Christus in den Wolken des Himmels wiederkommt und alle, die zu sich holen wird, und alle, die das ewige Evangelium angenommen haben, wirst du dabei sein? Wirst du die Lehren aus Hosea 1, Vers 6 beachten? Wirst du Gott lieben von deiner ganzen Seele, von deinem ganzen Herzen, von deinem ganzen Gemüt? Und nicht anderen Liebhabern hinterherlaufen? Das ist die Frage, die wir heute dir stellen wollen.

[47:43] Wir freuen uns, wenn du nächste Woche wieder einschaltet, wenn wir den 2. Teil des Hosea-Buches betrachten. Wir haben viel Material im Studiomaterial. Nehmt euch die Zeit in der Woche bis zum Bibelgespräch. Studiert die einzelnen Verse noch weiter. Ihr werdet sehen, das Buch Hosea ist ein enorm spannendes, unglaublich bereicherndes Buch, das man gut verstehen kann und das viele interessante Lektionen für unsere Zeit bereithält. Gott segne euch im Studium seines Wortes. Bis zum nächsten Mal. Amen.


Lizenz

Copyright ©2013 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.