Veröffentlicht am
1.365 Klicks

Manuskript: CSH Studienmaterial Maleachi

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird das Buch Maleachi, der letzte Prophet des Alten Testaments, beleuchtet. Christopher Kramp erklärt die historische Einordnung Maleachis und zieht Parallelen zur heutigen Zeit, insbesondere zur Gemeinde von Laodizea. Die Botschaften des Propheten über Gottes Liebe, die Verunreinigung des Gottesdienstes und die Wichtigkeit des Glaubens werden auf ihre Relevanz für uns heute übertragen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Notwendigkeit einer echten Erweckung und Reformation im Leben jedes Einzelnen und der Gemeinde.


Weitere Aufnahmen

Serie: Cannstatt Study Hour 2013 Q2: Die kleinen Propheten

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserer Cannstatt Study Hour hier auf joelmedia.de und herzlich willkommen allen Zuschauern auch auf Amazing Discoveries zu unserer letzten und 13. Folge von Große Lehren von kleinen Propheten.

[1:28] In dieser letzten Folge wollen wir uns mit dem Buch Maleachi beschäftigen. Der Titel dieser Folge, mit der wir uns auf das Bibelgespräch am 29. Juni vorbereiten, heißt: „Damit wir nicht vergessen!“. Maleachi ist der letzte Prophet des Alten Testaments und auch zeitlich gesehen der letzte. Der Name Maleachi bedeutet „Mein Bote“. Ein Name, der sonst im Alten Testament nicht vorkommt. Und Maleachi gibt auch nicht wirklich viel an über sich oder seine Zeit.

[2:00] Wir wissen vom Inhalt her, dass dieses Buch geschrieben sein muss nach dem Babylonischen Exil und dass der Tempel zur Zeit von Maleachi schon wieder aufgebaut war. Das heißt, er war nach Haggai und nach Sacharja und damit ist er auf jeden Fall ganz klar der letzte der kanonischen Propheten. Wenn man den Inhalt des Buches Maleachi sich anschaut, erkennt man eine gewisse Parallele zur Zeit von Nehemia. Und dazu muss man vielleicht folgenden geschichtlichen Hintergrund beachten: Zunächst einmal war unter Haggai und Sacharja der Tempelbau vollendet worden und leider ist auch dann danach wieder so eine geistliche Schwächeperiode eingetreten. Der Aufbau der Stadt Jerusalem ging nicht vorwärts. Es fehlte vor allem ein letzter, entscheidender Erlass, damit das möglich ist. Dieser Erlass kam im Jahre 457 v. Chr. durch Artaxerxes. Esra 7 spricht davon. Im Zuge dieses Erlasses kam dann Esra mit einem ganzen Schwung von Exilanten nach Jerusalem und hat dort begonnen, den Tempel aufzubauen. Aber auch diese Erweckung war eher kurzlebig. Und dann ist es Nehemia, der in Nehemia 1,1 von der Situation des Volkes erfährt und sich entscheidet, dort den König um einen Brief zu bitten, nach Jerusalem zu gehen. Das ist 444 v. Chr., wo er vom König Artaxerxes zum Gouverneur von Juda ernannt wird. Wir lesen das in Nehemia 2, Vers 5 und 6, und dort ein gewaltiges Werk der Reformation beginnt. Im Zuge dieser Erweckung und Reformation wird dann die Stadt tatsächlich aufgebaut und etwa 12 Jahre später, 432 v. Chr., wird Nehemia zurückgerufen an den Hof Persiens. Und in dieser Zeit schleichen sich erneut Missstände ein, die geistlichen Ursprungs sind. Und als er dann zurückkehrt, der Nehemia, sieht er dort in Nehemia 13 einige dieser Missstände. Und die Botschaften des Maleachi beschreiben exakt jene Missstände, die auch Nehemia dort sieht. Wenn wir also das als Grundlage nehmen, könnten wir sagen, dass das Buch Maleachi etwa 100 Jahre später nach Sacharja und nach Haggai geschrieben worden ist.

[4:12] Das Buch ist insofern von großem Interesse, als dass das Buch Maleachi sozusagen das Laodizea-Buch des Alten Testaments ist. Die Situation des Volkes ist die, dass sie in vielerlei Hinsicht jener Beschreibung aus Offenbarung 3, Verse 14 bis 22, entsprechend. Wir werden im Laufe unseres Studiums das mehrmals ansprechen. Achtmal hinterfragen sie, ob Gott wirklich das meint, was er sagt. Und das Buch hat vier Hauptteile, die wir im Einzelnen jetzt durchgehen wollen.

[4:53] Das Buch beginnt mit jenem Vers 1 in Kapitel 1. Dort heißt es: „Dies ist die Last des Wortes des Herrn an Israel durch die Hand Maleachis.“ Dieses Wort „Last“ haben wir schon bei einigen anderen kleinen Propheten gefunden als einen zeitgenössischen Ausdruck für Prophetie oder für prophetischen Ausspruch. Und in Vers 2 heißt es: „Ich habe euch geliebt, spricht der Herr. Aber ihr fragt: Worin hast du uns geliebt?“ Das Buch Maleachi beginnt mit einer einfachen, tröstlichen Botschaft: Gott sagt: „Ich habe euch geliebt.“ Es gibt einige Verse in der Bibel, die das ähnlich schön ausdrücken, zum Beispiel Jeremia 31 und dort Vers 3. Jeremia 31, Vers 3 heißt es: „Von ferne her hat der Herr mir erscheinen lassen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.“ Oder ein anderer berühmter Vers, den wir angeschaut haben vor einigen Wochen in Hosea 11. Hosea 11 und dort Vers 4: „Mit menschlichen Banden zog ich sie, mit Seilen der Liebe; ich hob ihnen gleichsam das Joch auf von ihrem Kinn und neigte mich zu ihnen, um ihnen Nahrung zu geben.“ Gott sagt also: „Ich habe dich geliebt.“ Aber das Besondere am Buch Maleachi ist, dass jedes Mal, wenn Gott solche Aussagen macht, das Volk eine kritische Gegenfrage stellt. Hier in Vers 2 heißt es: „Worin hast du uns geliebt?“ Gottes Botschaft der Liebe wird in Frage gestellt. Und jedes Mal sind es solche selbstrechtfertigenden, kritischen Fragen, die das Volk stellt. Und Gott geht jetzt weiter und beantwortet diese Frage: „Worin hast du uns geliebt?“ Eine Frage, die auch viele Menschen von uns haben: „Woher weiß ich, dass Gott mich überhaupt liebt?“ Indem er ein interessantes Gleichnis anführt. Gott verweist durch Maleachi das Volk auf die Geschichte von Isaaks Söhnen, nämlich von Esau und Jakob. Schauen wir in Vers 3, heißt es: „Ist nicht Esau Jakobs Bruder? spricht der Herr. Dennoch habe ich Jakob geliebt, Esau aber habe ich gehasst und sein Gebirge habe ich zu einer Wildnis gemacht und sein Erbteil den Schakalen zur Wüste gegeben.“ Vers 4: „Wenn aber Edom sagt: Wir sind zwar zerstört, wir wollen aber die Trümmer wieder aufbauen, so spricht der Herr der Herrscharen: Sie mögen bauen, ich aber werde niederreißen, und man wird sie nennen: Land der Gesetzlosigkeit, und das Volk, über das der Herr ewiglich zürnt.“ Gott ruft die Israeliten auf und sagt: „Vergleicht doch einmal die Geschichte von Jakob und Esau.“ Und wenn ihr diese Geschichte euch anschaut, dann werdet ihr etwas verstehen über die Liebesbeweise Gottes.

[7:47] Jetzt, wenn wir Jakob und Esau vergleichen, stellen wir fest: Beide haben Fehler gemacht in ihrem Leben. Beide waren Sünder. Beide kommen von demselben Vater und wuchsen unter denselben Gegebenheiten auf. Das heißt, Gottes Liebe ist nicht an eine gewisse Nation, eine gewisse ethnische Abstammung gebunden. Gottes Liebe ist auch nicht abhängig von meinem kulturellen Hintergrund, denn Esau und Jakob hatten beide genau dieselben Voraussetzungen. Aber trotzdem war Jakob geliebt und Esau gehasst, was im orientalischen Sinne bedeutet: weniger geliebt. Was war also der Unterschied? Der Unterschied ist der, dass Jakob trotz all seiner Fehler letztendlich sein ganzes Leben Gott übergab und zwar an jenem Moment in seinem Leben, als er dort am Jabbok mit dem Engel rang, während Esau sich niemals zu einer echten Herzensübergabe durchringen konnte. Das macht uns der Paulus deutlich, wenn er in Hebräer 12 schreibt. Hebräer 12 und dort in Vers 16 und 17: „Dass nicht jemand ein Unzüchtiger oder ein Gottloser sei wie Esau, der um einer Speise willen sein Erstgeburtsrecht verkaufte. Denn ihr wisst, dass er nachher verworfen wurde, als er den Segen erben wollte; denn obgleich er ihn unter Tränen suchte, fand er keinen Raum zur Buße.“ Esau wollte sich nicht bekehren, er wollte den Segen haben, aber wollte sich nicht bekehren. Und deswegen hat Gott ihn nicht in dem Maße geliebt, wie er Jakob geliebt hat.

[9:22] Und Gott illustriert das jetzt, indem er auch auf die Nachfahren dieser beiden zu sprechen kommt, indem er sowohl über die Juden als auch über die Edomiter spricht, die von Esau kommen. Und er zeigt in diesen Versen 3 und 4, dass die Edomiter, die genauso vernichtet worden waren durch die Babylonier, niemals wieder ihr Land aufbauen würden. Sowohl die Juden als auch die Edomiter haben beide ihr Land verloren durch die Babylonier. Aber den Juden war es jetzt möglich, durch die Gnade Gottes, das Land wieder aufzubauen, den Tempel aufzubauen, schließlich sogar die Stadt Jerusalem wieder aufzubauen, während die Edomiter für ewig zur Wüste wurden und nicht wieder aufgebaut wurden. Gottes Liebe beweist sich also darin, dass selbst wenn wir fallen und wir sein Wort dann ernst nehmen und uns dann bekehren, dass er dann uns wieder herstellt. Das ist ein interessanter Gedanke, dass Gott seine Liebe darin beweist, dass er uns, die wir gefallen sind, wieder aufrichtet. Das ist ein Vers, den wir in der Bibel finden, in Römer 5, Vers 8, wo Gott uns durch Paulus mitteilen lässt: „Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ Und auch hier in Maleachi finden wir den gleichen Gedanken, dass Gott seine Liebe dadurch beweist, dass er die Menschen, die in Sünde gefallen sind, die Juden, wieder zu sich zieht, wenn sie sich zu ihm bekehren.

[10:59] In Maleachi 1, Vers 5 lesen wir: „Wenn eure Augen das sehen, so werdet ihr sagen: Der Herr sei hochgepriesen über Israels Grenzen hinaus.“ Gott wollte, dass der Ruf seiner Liebe nicht nur von seinem Volk verstanden wird, sondern in der ganzen Welt gepredigt wird.

[11:17] Gehen wir weiter und dort zu Vers 6. Gott fährt fort mit seiner Analyse der Situation des Volkes Israel zu jener Zeit. Und wir sehen, dass diese Situation von damals unserer so ähnlich ist. Das Buch Maleachi ist von äußerster Relevanz in unserer Zeit. Es heißt in Vers 6: „Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn. Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo ist die Furcht von mir, spricht der Herr.“ „Dem Herrn Zebaoth scheint es euch Priestern, die ihr meinen Namen verächtlich macht.“ Gott hatte deutlich gesagt, dass man den Vater ehren soll. Im fünften Gebot, in 2. Mose 20, Vers 12 heißt es: „Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass du lange lebest im Land deiner Nachkommenschaft und im Land, das der Herr, dein Gott, dir geben wird.“ Und Gott hatte sich ganz deutlich auch als Vater des Volkes zu erkennen gegeben. Der vielleicht berühmteste Vers ist in 2. Mose 4, Vers 22, wo Gott sagt: „Du sollst zum Pharao sagen: So spricht der Herr: Israel ist mein erstgeborener Sohn.“ Gott hatte ganz deutlich gemacht: „Ich bin der Vater dieses Volkes.“ Und gesagt: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.“ Aber obwohl er der Vater und obwohl er der Herr ist, wird er von seinem Volk nicht geehrt und nicht gefürchtet.

[12:51] Und Gott spricht hier besonders die Priester an. Das hat einen Grund. Wir werden das später im Buch immer wieder sehen, dass Gott die religiösen Führer seiner Zeit besonders herausfordert und anspricht. Es hat damit zu tun, dass die Priester eine besondere Aufgabe hatten, die wir in 2. Chronik 15, Vers 3 beschrieben finden. In 2. Chronik 15 und dort Vers 3 lesen wir: „Israel war lange ohne den wahren Gott und ohne einen Priester, der lehrt, und ohne Gesetz.“ Die Priester sollten das Gesetz Gottes lehren. Und wenn das Volk Gott nicht ehrte und nicht ihn fürchtete, dann vor allem deswegen, weil die Priester die eigentlichen Dinge des Gesetzes nicht lehrten. Aber interessanterweise auch hier, nachdem Gott das so feststellt, glaubt das Volk ihm nicht. Wir lesen weiter in Vers 6 am Ende: „Aber ihr fragt: Womit haben wir deinen Namen verächtlich gemacht?“ Gott sagt zu den Priestern: „Ihr entehrt und verachtet mich.“ Das Volk wirft diese Verurteilung brüsk zurück und sagt: „Moment mal, das glauben wir dir nicht, gib uns einen Beweis dafür.“ Könnte es sein, dass auch wir heute uns entschieden dagegen wenden, wenn uns jemand deutlich macht, dass wir falsch liegen als Volk Gottes oder dass wir Fehler machen und Gottes Wort nicht so umsetzen, wie wir sollten? Es ist heute fast schon üblich geworden, dass wenn der Finger auf die Wunde gelegt wird, solche Fragen gestellt werden: „Ja, worin? Willst du mir den Heiligen Geist absprechen?“ So hört man das heute oft. Aber dieser selbe Geist, der sich hier in Maleachi findet, der tut auch unserer Gemeinde, unserem Volk Gottes nicht gut, wenn er sich offenbart. Gott hat einige wichtige Botschaften an sein Volk und wir sollten diese Botschaften ernst nehmen und zuhören, was er sagt.

[14:47] In Vers 7 heißt es: „Damit, dass er auf meinem Altar verunreinigtes Brot darbringt.“ Das Wort für Brot hier, das hebräische Wort „Lechem“, meint an vielen Stellen der Bibel Speise im allgemeinen Sinne. Man könnte also hier im Allgemeinen von den Speisopfern reden. Aber wiederum erkennen die Juden nicht, worin das Problem liegen soll. Sie fragen nämlich wieder: „Aber ihr fragt: Womit haben wir dich verunreinigt?“ Gott antwortet damit, dass ihr sagt: „Der Tisch des Herrn ist verachtenswert.“ Und jetzt beginnt Gott eine ausführliche Begründung dessen, was er meint. Von Vers 8 dann bis ganz Kapitel 2, Vers 13, beschreibt er, worin diese Verunreinigung des Tisches des Herrn besteht. Er sagt in Vers 8: „Und wenn ihr ein blindes Tier zum Opfer bringt, ist das nichts Böses. Und wenn ihr ein lahmes oder krankes darbringt, ist das auch nichts Böses. Bring es doch deinem Statthalter, wird er wohlgefallen an dir haben oder dich freundlich beachten, spricht der Herr der Herrscharen.“ Gott stellt eine Frage: „Ist die Art und Weise, wie du Gottesdienst betreibst, ist die Art und Weise, wie du dich einsetzt für die Gemeinde, vergleichbar mit dem, was du im weltlichen Maßstab an Einsatz zeigen würdest?“ Wenn wir ganz ehrlich sind, das ist eine Frage, die uns heute auch betrifft. Zeigen wir so viel Einsatz und so viel Opferbereitschaft im Werk Gottes, wie wir es zeigen auf Arbeit oder im Hobby und unter Freunden? Wenn wir das, was wir in der Gemeinde manchmal abliefern, unter unseren besten Freunden abliefern würden, würden sie nicht traurig sein über uns?

[16:37] Gott hatte befohlen, in 3. Mose 22, Vers 19, nur makellose Tiere zu bringen. Und Gott möchte, dass wir auch in seinem Dienst makellose Opfer bringen. Stattdessen scheint hier das Volk zu einem Zustand heruntergekommen zu sein, wo es egal war, was man bringt, Hauptsache, man bringt irgendetwas. Und damit waren sie fast schon auf dem Niveau von keinem.

[17:00] Schauen wir in Vers 9. Da heißt es: „Und nun besänftige doch das Angesicht des Gottes, damit er uns gnädig sei. Wird er, weil so etwas von eurer Hand geschehen ist, jemand von euch freundlich beachten?“ Dieses Wort „freundlich beachten“ bedeutet „das Angesicht erheben“. So wie ein Bittsteller sich damals in den Staub warf, um von einer höher gestellten Person, wie von einem Statthalter, eine Bitte zu erbitten, so sollten wir uns vor Gott beugen. Und die Bibel macht ganz deutlich, dass wenn wir so einen laxen Umgang haben mit den Opfern, dass wir dann keine Gnade bei Gott finden.

[17:44] Was bedeutet das praktisch für uns? All diese Opfer sollten ja ein Hinweis sein auf wen? Auf Jesus Christus, der für deine und für meine Schuld gestorben ist. Könnte es sein, dass auch wir manchmal einen laxen Umgang mit Jesus haben, dass wir nicht mehr diese Makellosigkeit, diese Reinheit, diese Heiligkeit in Jesus sehen, sondern einfach auf einer Kumpelebene herunter degradieren und sagen: „Egal wie ich mich verhalte, egal was ich tue, Hauptsache, ich kenne Jesus, und das wird schon reichen.“ Dann werden wir keine Gnade finden, wenn wir den Tisch des Herrn so verächtlich machen.

[18:24] Denn auch unser Leben soll ein echtes Opfer sein, ein wohlgefälliges Opfer. Das sagt uns Römer 12 und dort Vers 1 und 2. In Römer 12, Vers 1 und 2: „Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer. Das soll euer vernünftiger Gottesdienst. Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“ Ein makelloses Opfer, ein Gott wohlgefälliges Opfer, das ist etwas, was auch heute wir noch bringen sollen. Und dieselbe Falle, die das Volk damals getappt ist, die steht auch heute noch offen, dass wir nämlich diese Opferbereitschaft nicht ernst genug nehmen und Dinge Gott anbieten, die nicht wirklich seinem Willen entsprechend sind.

[19:24] In Vers 10 heißt es, und das ist sehr interessant, was hier steht: „Es soll doch lieber gleich jemand von euch die Türen des Tempels schließen, damit ihr nicht vergeblich mein Altarfeuer anzündet. Ich habe kein Wohlgefallen an euch, spricht der Herr der Herrscharen, und die Opfergabe, die von euren Händen kommt, gefällt mir nicht.“ Was Gott sagt ist: Es ist besser, keinen Heiligtumsdienst zu haben, als einen Heiligtumsdienst, der aus Heuchelei besteht. Und das sind ziemlich krasse Worte, aber sie zeigen uns, was für eine Notwendigkeit besteht in meinem Leben und in deinem Leben, dass wir eine echte Erweckung und Reformation erleben, damit das, was wir Gott anbieten, auch wirklich wohlgefällig vor ihm sein kann. Wir werden übrigens in den nächsten Monaten eine Serie haben, hier bei der CSH, mit dem Titel „Erweckung und Reformation“, wo wir diese Gedanken, die Maleachi hier aufgreift, diese Probleme noch einmal vertiefen werden und dann Lösungen zeigen aus der Bibel, wie das Volk Gottes aus diesem Zustand, den Maleachi beschreibt, herauskommen kann und ihm ganz dienen kann.

[20:35] Wenn Gott sagt: „Ich habe kein Gefallen an deinem Opfer“, dann hat das einen spezifischen Grund. Die Bibel sagt uns, woran Gott keinen Gefallen hat. In Hebräer 10, Vers 38 heißt es: „Der Gerechte wird aus Glauben leben; doch wenn er feige zurückweicht, so wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben.“ Das, was fehlt im Opfer der Menschen zur Zeit von Maleachi, das ist der wahre, echte Glaube, den die Bibel als Leben aus jedem Wort definiert und beschreibt, also ein Glauben auch an die Dinge, die man nicht sehen kann, ein Überzeugtsein von Tatsachen, die man nicht erkennen kann mit dem bloßen Auge. Dieser Glaube fehlt. Und es ist interessant, dass genau die gleiche Situation sich in Laodizea findet, wo wir in Offenbarung 3 lesen. Offenbarung 3 und dort Vers 17: „Und du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss und mir mangelt es an nichts, und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich, arm, blind und bloß bist, entblößt.“ Und Vers 18 heißt es: „Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert wird, auf dass du reich werdest.“ Dieses Gold im Feuer geläutert ist ein Symbol für den wahren, echten, rettenden Glauben, so sagt uns 1. Petrus 1, Vers 7. Laodizea fehlt echter Glaube, deswegen sagt Gott: „Ich bin kurz davor, dich aus meinem Mund auszuspucken.“ Und genau das war die Situation des Volkes Gottes zur Zeit von Maleachi.

[22:22] Springen wir von Maleachi zu Maleachi 1 und dort Vers 11 und 12. Es heißt: „Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang soll mein Name groß werden, und den Heidenvölkern und überall sollen meinem Namen Räucherwerk und Gaben und zwar reine Opfergaben dargebracht werden; denn groß soll mein Name unter den Heidenvölkern sein, spricht der Herr der Herrscharen.“ Und Gott sagt: „Ich habe einen Plan, und mein Plan ist, dass alle Völker das Wesen Gottes verstehen, das Wesen des Evangeliums im Heiligtumsdienst.“ Aber das größte Hindernis in der Verbreitung des Namens des Herrn, das größte Hindernis zur Erkenntnis, wer Gott ist und was er von uns getan hat, besteht nicht in den säkularen Menschen draußen, weder zu der damaligen Zeit noch heute, sondern im Volk Gottes selbst. Denn es heißt in Vers 12: „Ihr aber entheiligt ihn, damit, dass ihr sagt: Der Tisch des Herrn darf verunreinigt werden, und die Speise, die von ihm kommt, ist verachtenswert.“ Gott möchte, dass das Evangelium hinausgetragen wird in alle Welt, aber es scheitert schon am eigenen Volk. Das ist der Grund, warum die Juden zur Zeit von Jesus sich so sehr abgekapselt hatten von den restlichen Menschen und das Evangelium keineswegs weitergeben wollten, weil sie genau hier zur Zeit von Maleachi die Weiche dafür gestellt haben, indem sie nur noch einer äußeren, formalen Tradition gefolgt sind, aber innerlich den Bezug zur Wahrheit verloren hatten.

[23:56] Und aus diesem Grund geht Gott ganz besonders durch den Maleachi jetzt die Propheten, oder sagen wir mal, die Priester an. In Vers 13 heißt es: „Und ihr sagt: Siehe, ist es auch der Mühe wert?“ Diese Einstellung, die sich hier wiederfindet, die finden wir auch in 1. Könige 12, Vers 28, wo Jerobeam sagt: „Es ist zu anstrengend für euch, nach Jerusalem zu gehen. Lasst uns doch lieber hier ein goldenes Kalb bauen.“ Ein Dan und ein Bethel, was zur Sünde wurde für das Volk Israel. Und so ist diese Einstellung der Priester zur Zeit von Maleachi eigentlich nichts anderes als Götzendienst Jahrhunderte vorher.

[24:40] Es heißt: „Und ihr verachtet ihn, spricht der Herr der Herrscharen, und bringt Geraubtes und Lahmes und Krankes herbei und bringt so etwas als Opfergabe dar. Sollte ich das von eurer Hand wohlgefällig annehmen, fragt Gott?“ „Nein, verflucht sei der Betrüger, der in seiner Herde ein männliches Tier hat und ein Gelübde tut und dann doch dem Herrn ein verdorbenes opfert.“ „Denn ich bin ein großer König, spricht der Herr der Herrscharen, und mein Name ist gefürchtet unter den Heidenvölkern.“

[25:11] Gott möchte gefürchtet werden. Die 3. Engelsbotschaft sagt uns in Offenbarung 14, Vers 7 als allererstes: „Fürchtet Gott.“ Und was das bedeutet, sagt uns Sprüche 8, Vers 13. Die Furcht des Herrn bedeutet, das Böse zu hassen. Gott kam schon auf den Berg Sinai hinab, damit die Furcht Gottes dem Volk vor Augen sei, so sagt uns 2. Mose 20, Vers 20.

[25:34] Jetzt wendet sich Maleachi direkt an die Priester des Volkes, an die Leviten, so heißt es in Maleachi 2, Vers 1. „Und nun, ihr Priester, dieses Gebot gilt euch.“ Ich glaube, in unserer Zeit von Laodizea wendet sich Gott durch seine Propheten auch exakt und genau an die Führer, die geistlichen Führer seines Volkes, die mit dafür verantwortlich tragen, dass so ein Laodizea-Zustand gekommen ist in seinem Volk.

[26:05] In Vers 2 heißt es: „Wenn ihr nicht hören wollt und ihr es euch nicht zu Herzen nehmt, meinem Namen die Ehre zu geben, spricht der Herr der Herrscharen, so schleudere ich den Fluch gegen euch und verfluche eure Segenssprüche, und ich habe sie auch schon verflucht, denn ihr nehmt es nicht zu Herzen.“ Segen und Fluch in der Bibel sind immer eine Folge von Gehorsam oder Ungehorsam, so sagt es uns 3. Mose 26, 5. Mose 28. Und Gott sagt: „Ich werde euch verfluchen, weil ihr zwar äußerlich vielleicht segnet, äußerlich, aber innerlich mir ungehorsam seid.“

[26:40] Und so lesen wir in Vers 3: „Siehe, ich schält euch die Saat und will euch Kot ins Angesicht streuen, den Kot eurer Feste, und man wird euch zu ihm hintragen.“ Dieselben Konsequenzen, die wir schon in Joel 1 zum Beispiel gesehen haben und die auch in 3. Mose 26 und 5. Mose 28 beschrieben sind, nämlich eine Missernte, werden angedroht hier im Falle der weiteren Rebellion. Wenn Gottes Volk auch heute weiter in der Rebellion festhält, dann wird die Ernte, wie Markus 4 schreibt, kirre ich ausgenannt, viele, die auf eine Frucht gehofft haben, keine Frucht ernten können in ihrem Charakter.

[27:25] In Vers 4 heißt es: „Ihr sollt erkennen, dass ich euch dieses Gebot gesandt habe, damit mein Bund mit Levi bestehe, spricht der Herr der Herrscharen.“ „Mein Bund mit ihm war Leben und Frieden, und ich verlieh ihm beides, damit er mich fürchtete, und er fürchtete mich und hatte Ehrfurcht vor meinem Namen.“ Dieser Bund mit Levi ist ein Bund, der von besonderem Interesse vor uns ist. Die Leviten waren ausgesondert worden, weil sie zu einer Zeit des Abfalls treu zum Heiligtumsdienst standen und deswegen für den Heiligtumsdienst ausgesondert waren. Der Bund wurde noch einmal bekräftigt und besonders deutlich gemacht in 4. Mose 25, Verse 3 bis 13, als Pinhas, damals in einer anderen Zeit des Abfalls, zur Zeit, als die Israeliten mit den Moabiterinnen zusammengingen, als er für Gottes Werk eiferte und dort einschritt. Zu diesem Zeitpunkt hat Gott diesen speziellen Bund geschlossen, der hier angesprochen ist: ein Bund des Lebens und ein Bund des Friedens. Aber dieser Bund hatte zu tun mit der Furcht des Herrn, mit dem Gehorsam seinem Wort gegenüber.

[28:38] In Vers 6 heißt es: „Das Gesetz der Wahrheit war in seinem Mund, und nichts Verkehrtes wurde auf seinen Lippen gefunden. Er wandelte mit mir in Frieden und Aufrichtigkeit und viele brachte er zur Umkehr von der Missetat.“ Die Worte, die wir hier finden, sind ganz ähnlich zu denen, die wir zum Beispiel in Offenbarung 14, Vers 5 finden, wo von einer letzten Generation gesagt wird. In Offenbarung 14 und dort Vers 5: „Und in ihrem Mund ist kein Betrug gefunden worden, denn sie sind unsträflich vor dem Thron Gottes.“ Sie haben diesen Bund des Friedens und des Lebens angenommen. Sie sind aus der Laodizea-Botschaft, aus dem Laodizea-Zustand herausgekommen in diese besondere Beziehung zu Gott.

[29:27] In Maleachi 2 und dort Vers 7 finden wir diesen Gedanken, den wir schon in 2. Korinther 15, Vers 3 angesprochen hatten: „Denn die Lippen des Priesters sollen die Erkenntnis bewahren, und aus seinem Mund soll man das Gesetz erfragen, denn er ist ein Bote des Herrn der Herrscharen.“ Hier ist es ganz interessant zu wissen, noch einmal sich zu vergewissern, dass das Wort Maleachi selbst „Bote“ heißt. Wir haben so ein kleines Wortspiel. Aber diese Priester, die das Werk Gottes voranbringen sollten, die das Wort Gottes predigen sollten, haben es nicht getan.

[30:02] Vers 8 heißt es: „Ihr seid vom Weg abgewichen, ihr seid schuld, dass viele im Gesetz zu Fall gekommen sind. Ihr habt den Bund mit Levi missbraucht, spricht der Herr der Herrscharen.“ Und so finden wir es auch heute, dass wenn Menschen das Werk Gottes voranbringen sollten, die das Wort Gottes lehren sollten, selbst keine echte, innige Verbindung zu Jesus haben, dass sie dem Werk Gottes eigentlich schaden und vom Weg abweichen und dazu führen, dass andere ebenfalls in die Sünde steuern.

[30:39] Jesus hat dieses Problem aufgegriffen, denn es hatte sich zur Zeit von Jesus dann ein bisschen ins Extrem gesteigert. In Matthäus 15 und dort Vers 2 bis 5.

[30:56] In Matthäus 15, Vers 2 bis 5 heißt es: „Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.“ Er antwortete und sprach zu ihnen: „Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eure Überlieferung willen? Denn Gott hat geboten und gesagt: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. Und wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: ‚Ich habe zur Weihegabe bestimmt, was dir von mir zugute kommen sollte‘, der braucht auch seinen Vater oder seine Mutter nicht mehr zu ehren.“ Vers 6: „Und so habt ihr das Gebot Gottes um eure Überlieferung willen aufgehoben.“ Diese Weichenstellung, die zur Zeit von Maleachi getan wurde, hin zur Überlieferung der Ältesten, weg vom Wort Gottes, die zeigt zur Zeit von Jesus ihre volle schreckliche Frucht. Und ich glaube, wir sollten uns hüten davor, uns vom klaren Wort Gottes zu entfernen, zu irgendwelchen menschengemachten Regeln und Traditionen und Satzungen.

[31:50] Kein Priester im Volk Gottes, kein Lehrer heutzutage im Volk Gottes hat die Aufgabe, eigene Regeln aufzustellen, sondern unsere Aufgabe besteht darin, das Wort Gottes so weiterzugeben, wie es in diesem Buch zu finden ist.

[32:08] In Maleachi 2, Vers 9 wird deutlich, dass wenn die Priester das Wort Gottes nicht ernsthaft predigen, das Auswirkungen hat auf das Volk Gottes selbst. Es heißt in Vers 9: „Darum habe auch ich euch beim ganzen Volk verächtlich und unwert gemacht, weil ihr meine Wege nicht bewahrt, sondern bei Anwendung des Gesetzes die Person anseht.“ Das Volk hat irgendwann keine Lust mehr überhaupt noch auf den Gottesdienst, weil es von der Heuchelei der Priester angewidert ist. Ähnliches Beispiel finden wir auch in 1. Samuel 2, Vers 30 über die Söhne des Eli.

[32:47] Und dann wird Gott sehr, sehr praktisch. Er zeigt nämlich auch, dass es nicht nur um theologische Fragestellungen geht, sondern auch darum, wie die Religion ins praktische Leben übertragen wird. Es heißt hier in Vers 11:

[33:02] „Juda hat treulos gehandelt und einen Gräuel verübt in Israel und Jerusalem. Denn Juda hat das Heiligtum des Herrn entweiht, das er liebt, und hat die Tochter eines fremden Gottes geheiratet.“

[33:13] In Vers 13 heißt es: „Und zum anderen tut ihr das auch: Ihr bedeckt den Altar des Herrn mit Tränen, mit Weinen und Seufzen, sodass er sich nicht mehr zu der Opfergabe wenden und sie nicht mit Wohlgefallen aus euren Händen annehmen mag.“

[33:27] Vers 14: „Und ihr fragt: Warum?“ „Weil der Herr Zeuge war zwischen dir und der Frau deiner Jugend, der du nun untreu geworden bist, obwohl sie deine Gefährtin und die Frau deines Bundes ist.“ Gott sagt: Solange dieses Problem der Ehescheidung, des Ehebruchs, der Unzucht im Volk Gottes bestehen bleibt, könnt ihr beten und weinen und klagen. Solange das Problem nicht gelöst ist, kann ich eure Opfer nicht annehmen.

[33:51] Denn Gott wird in diesem Punkt sehr deutlich. In Vers 16 sagt er: „Denn ich hasse die Ehescheidung, spricht der Herr, der Gott Israels.“ Und der Gott, der das damals gesagt hat, der ist heute genau der gleiche. Denn in Maleachi 3, Vers 6 lesen wir: „Denn ich, der Herr, verändere mich nicht; deshalb seid ihr, die Kinder Jakobs, nicht zugrunde gegangen.“ Gott ändert sich nicht, und das, was er damals gehasst hat, das hasst er heute noch. Und wenn wir noch so viel beten oder in den Gottesdienst kommen, aber diese Themen nicht so behandeln, wie das Wort Gottes sie behandelt, dann kann Gott unseren Gottesdienst nicht annehmen.

[34:25] Deswegen sagt er: „Darum hütet euch in eurem Geist und werdet nicht untreu.“ Und die Bibel sagt uns ja in Matthäus 5, dass Ehebruch schon viel früher beginnt, nämlich im Herzen.

[34:39] Übrigens hat Jesus dasselbe Argument verwendet, wie auch Maleachi, was er hier in Maleachi 3, Vers 15 sagt: „Und hat er sie nicht eins gemacht? Ein Überrest des Geistes für ihn. Und wonach soll das eine Tracht nach göttlichem Samen? So hütet euch denn in eurem Geist, und niemand werde der Frau seiner Jugend untreu.“ Dieses Argument, dass Gott Mann und Frau eins gemacht hat und was Gott eins gemacht hat, soll der Mensch nicht scheiden, das hat Jesus dann auch aufgegriffen in Matthäus 19.

[35:09] In Maleachi 2, Vers 17 lesen wir:

[35:27] Gott sagt: „Ich bin es müde, eure Theorien zu hören.“ Und welche Theorien machen Gott müde? Nach diesem Wort ist es die Theorie, dass selbst wenn ich sündige, ich immer noch bei Gott in gutem Ansehen bin und sich nichts in meinem Zustand vor Gott geändert hat. Das ist eine Theorie, die Gott müde macht. Auch heute gibt es die Theorie, dass ich sündigen kann und trotzdem in meiner Beziehung zu Gott sich nichts ändert. Diese Theorie macht Gott müde. Eine andere Theorie, die Gott müde macht, ist, dass es nicht wirklich ein Gericht gibt. „Wo ist der Gott des Gerichts?“ Wenn also Menschen heute sagen: „1844, diese Botschaft vom Gericht ist keine biblische Botschaft“, und das in Frage stellen, dann wird Gott müde dadurch. Und ich denke, wir sehen auch hier die Aktualität des Buches Maleachi. Gott antwortet auf diese Frage: „Wo ist der Gott des Gerichts?“ durch das Kapitel 3, das eine besondere Botschaft des Gerichts ist und des Untersuchungsgerichts.

[36:20] Es heißt dort in Vers 1 und 2: „Auch hier wieder dieses Wort Maleachi, der vor mir her den Weg bereiten soll.“

[36:52] Gott sagt: „Ich komme zum Gericht.“

[37:07] Jetzt ist bei Maleachi 3 etwas zu beachten, nämlich, dass Maleachi 3 sozusagen eine doppelte Prophezeiung ist. Und das liegt daran, dass wir einen sehr genauen Hinweis darauf haben. Ganz am Ende des Buches, in Maleachi 3, heißt es in Vers 23:

[37:36] Gott verheißt das Kommen des Elia. Und Jesus hat deutlich gemacht, dass dieser Elia bereits gekommen ist, nämlich im Leben von Johannes dem Täufer. Aber Jesus macht genauso deutlich, dass dieser Elia noch kommen wird, zukünftig aus seiner Zeit gesehen. Das heißt, es gibt eine Doppelanwendung. Und dieser Elia ist der Bote, der vor Gott hergesandt wird. So wie Johannes der Täufer der Bote war, der auf den kommenden Messias hinwies, auf den Boten des Bundes, als Jesus zu seinem Tempel kam, dem irdischen Tempel, und dort Gericht hielt über das Volk Juda und es zu einer Sichtung kam im Volk. Genauso gibt es einen endzeitlichen Boten, einen dritten Elia. Und auch dort bereitet er den Weg vor für das Kommen des Herrn. Genauer gesagt, für das Kommen des Herrn zu seinem Tempel.

[38:33] Und das Kommen des Herrn zu seinem Tempel, das finden wir in Daniel 7, Verse 13 und 14 beschrieben, wo der Menschensohn zu Gott, dem Vater, in das Allerheiligste kommt. Und was dort stattfindet, finden wir in Daniel 7.

[38:57] Und dort Vers 9 und 10. Wenn Jesus zu seinem Tempel kommt, in das Allerheiligste, dann öffnen sich die Bücher. Das Gericht wurde gehalten. Die Bibel macht durch Daniel 8, Vers 14 und Daniel 9 deutlich, dass dieses Gericht 1844 begann. Das sogenannte Untersuchungsgericht. Und Maleachi 3 spricht davon. Es ist die Zeit, die auch in der Bibel als die Laodizea-Zeit beschrieben wird. Laodizea ist das Volk des Gerichts. Und einer Zeit, in der die Menschen rufen: „Wo ist der Gott des Gerichts?“ Sagt Gott: „Ich komme zum Gericht.“

[39:56] Und in der Laodizea-Botschaft bezeichnet sich Jesus als der treue Zeuge. Und es ist hier in Maleachi 3, Vers 5, dass er sagt: „Ich will mich euch nahen zum Gericht und will ein schneller Zeuge sein gegen die Zauberer, gegen die Ehebrecher usw.“ Er sagt in Vers 6: „Denn ich, der Herr, verändere mich nicht. Deshalb seid ihr, die Kinder Jakobs, nicht zugrunde gegangen, weil Gott ein und derselbe ist.“ Und weil ihm kein Wechsel des Schattens ist, wie Jakobus 1, Vers 17 sagt. Deswegen haben wir immer noch die Möglichkeit, zu ihm zu kommen.

[40:28] Ein besonderer Punkt in dem Buch Maleachi ist noch die Frage des Zehnten. In Vers 8 stellt Gott diese entscheidende Frage: „Darf ein Mensch Gott berauben, wie er mich beraubt?“ Und wiederum, wie so oft im Buch Maleachi, fragt das Volk: „Ja, worin berauben wir dich dann?“ Und Gott sagt es deutlich: „In den Zehnten und den Abgaben.“

[40:51] Vers 9: „Mit dem Fluch seid ihr verflucht worden, denn ihr habt mich beraubt, ihr, das ganze Volk.“ Gott macht deutlich, auch im Kontext des Endzeitgerichts, von dem Maleachi auch spricht, dass es wichtig ist, Gottes Gebote, auch die sogenannten kleinen Gebote, die jetzt nicht in den Zehntengeboten selbst drin sind, aber die er gegeben hat in seinem Wort, wie zum Beispiel der Zehnte, sie zu beachten und zu halten. In alles, was Gott sagt, meint er so, wie er es sagt.

[41:19] In Vers 10 finden wir diese wunderbare Verheißung: „Bringt den Zehnten ganz in das Vorratshaus, damit Speise in meinem Haus sei, und prüft mich doch dadurch, spricht der Herr der Herrscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen überreicher Fülle herabschütten werde.“ Vielleicht hast du auch schon die Erfahrung gemacht, dass wenn man den Zehnten gibt, Gott einen in überreichem Maße segnet. Und wenn du diese Erfahrung bisher nicht gemacht hast, dann wäre es die Gelegenheit, beim Wort zu nehmen und zu sagen: „Gott, ich möchte auch von dir so gesegnet werden, ich möchte deine Verheißung in Anspruch nehmen, ich möchte dich prüfen.“

[41:55] Und in Vers 11 heißt es: „Und ich will für euch den Fresser schelten, dass euch die Frucht der Erde nicht verdirbt und dass euch der Weinstock auf dem Feld nicht fruchtbarer bleibt, spricht der Herr der Herrscharen.“ „Und alle Heidenvölker werden euch glücklich preisen, denn ihr werdet ein Land des Wohlgefallens werden, spricht der Herr der Herrscharen.“

[42:16] Wenn wir eine Endzeit als das Volk des Herrn, als die Gemeinde Laodizea, wirklich unseren Zustand ändern wollen, wenn wir wirklich Erweckung und Reformation erleben wollen, wenn die Frucht des Geistes wachsen soll, wenn die Ernte reifen soll, nach Markus 4, Vers 29, wenn die Menschen um uns herum erkennen sollen, wie das Licht der Welt sind, dann müssen wir Gott treu sein, ihm beim Wort nehmen und den Tadel, den er uns gibt, nicht zurückweisen, sondern demütig annehmen.

[42:43] Gott spricht zu dir und zu mir durch das Buch Maleachi und legt den Finger auf die Wunde. Die Frage ist: Werden wir reagieren wie das Volk damals und sagen: „Worin haben wir dich beraubt? Warum schältest du uns so? Worin hast du uns geliebt?“ Oder werden wir die bittere Pille annehmen und Gottes Gnadengeschenk an Laodizea in unser Herz aufnehmen?

[43:14] Gott bringt uns auf den Punkt, wenn er in Maleachi 3, Vers 13 sagt: „Ihr habt harte Worte gegen mich ausgestoßen, spricht der Herr. Aber ihr fragt: Was haben wir untereinander gegen dich geredet?“ Immer wieder wird diese Frage gestellt, und Gott weiß, wie es in unserem Herzen aussieht. Deswegen sagt er in Vers 14: „Ihr habt gesagt: Es ist umsonst, dass man Gott dient. Und was nützt es uns, seine Ordnung zu halten und von dem Herrn der Herrscharen in Trauer einherzugehen? Und nun preisen wir die Übermütigen glücklich, denn die, welche Gesetzlosigkeit verüben, stehen aufrecht, und die, welche Gott versucht haben, kommen davon.“ Und manchmal scheint sich das auch in unserer Gemeinde einzuschleichen, diese Idee: „Naja, was haben wir davon, dass wir jetzt auf Jesus so warten? Was haben wir davon, wenn wir Gottes Gebote genau beachten? Geht es nicht den anderen manchmal besser als uns?“

[43:58] Gott sieht das und er möchte uns auf etwas hinweisen. Nämlich in Vers 16 heißt es: „Da besprachen sich die miteinander, welche den Herrn fürchteten. Und der Herr achtete darauf und hörte es. Und ein Gedenkbuch wurde vor ihm geschrieben für die, welche den Herrn fürchten und seinen Namen hochachten.“ Da wird ein Gedenkbuch geschrieben. Und im Zusammenhang mit dem Gericht ist das sehr interessant, denn die Bibel spricht von Büchern, in denen unsere Werke aufgeschrieben sind, und von einem Buch des Lebens, in dem alle diejenigen drinstehen, die wirklich neu bekehrt und neu geboren sind. Gott führt Buch über diejenigen, die treuen Herzens sind.

[44:35] Wie ist es mit dir, lieber Freund, liebe Freundin? Bist du treuen Herzens? Stehst du in diesem Buch des Lebens, und kann Gott deine Gedanken und Worte aufschreiben in dieses Gedenkbuch?

[44:49] Vers 17: „Und sie werden von mir, spricht der Herr der Herrscharen, als mein auserwähltes Eigentum behandelt werden an dem Tag, den ich bereite. Und ich will sie verschonen, wie ein Mann seinen Sohn verschont, der ihm dient.“ Dann werdet ihr wieder sehen, was für ein Unterschied besteht zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, dem nicht dient.

[45:12] Gott macht einen Unterschied zwischen dem, der gerecht ist, und dem Gesetzlosen. Die Bibel sagt, dass Sünde Gesetzlosigkeit ist. Gott macht einen Unterschied zwischen dem Gerechten und dem Sünder, zwischen dem, der Gerechtigkeit Gottes angenommen hat, und dem, der sie abgewiesen hat mit den Worten, dass es nicht so wichtig ist. Lasst uns davor hüten, bestimmte Wahrheiten der Bibel als nicht so wichtig zu behandeln. Wir könnten im Untersuchungsgericht ganz bitter enttäuscht werden.

[45:36] Vers 19: „Denn siehe, der Tag kommt, brennend wie ein Ofen. Da werden alle Übermütigen und alle, die gesetzlos handeln, also sündigen, wie Stoppeln sein. Und der kommende Tag wird sie verbrennen, spricht der Herr der Herrscharen, sodass ihnen weder Wurzel noch Zweig übrig bleibt.“ Einer der besten Verse, um zu zeigen, dass es keine ewig brennende Hölle gibt, sondern dass die Menschen, die Gott nicht wohlgefällig, die in der Sünde verharren, am Ende vernichtet werden.

[45:59] Eine der schönsten Verheißungen findet sich im Vers 20: „Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und Heilung wird unter ihren Flügeln sein. Und ihr werdet herauskommen und hüpfen wie Kälber aus dem Stall.“ Lieber Freund, liebe Freundin, ist dir die Sonne der Gerechtigkeit aufgegangen? Vielleicht bist du verletzt, vielleicht bist du in Sünde gefallen, vielleicht bist du entmutigt, aber Gott möchte heute als die Sonne der Gerechtigkeit dir aufgehen, und Heilung wird unter den Flügeln sein. Du darfst wachsen nehmen. Das Wort, das hier für „hüpfen“ steht, meint der Hebräer auch „wachsen“. Wir werden übrigens auf der neuen Erde tatsächlich auch buchstäblich wachsen. Die Sonne der Gerechtigkeit möchte deinem Leben Licht und Wärme verbreiten.

[46:41] Deswegen ruft uns Maleachi zu und schließt damit sein Buch. In Maleachi 3, Vers 22: „Gedenkt an das Gesetz Moses, meines Knechtes, das ich ihm auf dem Horeb für ganz Israel befohlen habe, an die Satzungen und Rechte.“ Denk daran. Schon im Gesetz selbst war ja durch den Sabbat dieser Gedanke drin: „Denke, gedenke des Sabbatages, dass du ihn heiligst.“ Und Gott möchte, dass wir uns daran erinnern, damit wir nicht vergessen. Es war die letzte Botschaft Gottes, bevor er für ungefähr 400 Jahre schwieg, keinen Propheten mehr sandte. Das Letzte, was er dem Volk mit auf den Weg gab: „Gedenkt an das Gesetz Gottes. Gedenkt an das Wort Gottes. Erinnert euch daran.“

[47:27] Denn der Tag des Herrn kommt, und der Prophet wird vor ihm vorgehen. Und so hat es sich zweimal erfüllt: Jesus kam zum ersten Mal, und der zweite Elia, Johannes der Täufer, brachte die Menschen auf den Weg. Und so erfüllt es sich jetzt ein zweites Mal. Nachdem Gott Jahrhunderte geschwiegen hat, keinen Propheten gesandt hat, sandte er erneut die Gabe der Weissagung zu seinem Volk, um die Menschheit vorzubereiten auf die Wiederkunft Jesu. Wir sind mitten in der Zeit, die typologisch der Zeit von Maleachi entspricht. Werden wir die Botschaft des Maleachi annehmen? Werden wir an Gottes Wort gedenken?

[48:07] Und ist es nicht ein Zeichen, dass wir tatsächlich Laodizeer sind, dass momentan in unserer Zeit Gott schweigt und wir nur die Schriften der verstorbenen Propheten haben? Das ist ein interessanter Gedanke, über den man nachdenken kann. Gott spricht durch sein Wort, Gott spricht durch die Prophezeiung der Propheten, die schon tot sind, wie Ellen White und die Propheten der Bibel. Aber Joel 2 spricht von einer größeren Verheißung des Heiligen Geistes. Gott schweigt, aber Gott spricht durch sein Wort. Werden wir das Wort, das an Maleachi gerichtet worden ist, annehmen und aus dem Laodizea-Zustand in den Zustand der 144.000 uns von Gott führen lassen?

[49:05] Ich hoffe, wir haben in den letzten Wochen einiges gelernt aus den kleinen Propheten. Und mit Maleachi haben wir einen wunderbaren Übergang zu unserem neuen Thema, nämlich Erweckung und Reformation. Wenn wir wirklich ehrlich sind, sehen wir, dass das, was wir in Maleachi finden, genau auf unseren Zustand ist als Gemeinde. Wir werden uns in den nächsten drei Monaten ganz praktisch Gedanken machen, wie wir Erweckung und Reformation erleben können. Wir werden dazu einige Neuerungen haben, Überraschungen, auf die wir uns freuen können. Und wir wünschen euch Gottes Segen auch dann. Und wir wünschen und beten und lassen uns heute damit beginnen, dass es eine echte Erweckung und Reformation in meinem Leben, in deinem Leben oder auch im Leben der Gemeinde Gottes gibt. Gott segne dich im Studium des Wortes Gottes.

[50:34] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


Lizenz

Copyright ©2013 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.