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Manuskript: CSH Studienmaterial Amos Teil 2

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour wird der Prophet Amos‘ Botschaft aus Kapitel 5 bis 9 beleuchtet. Der Fokus liegt auf der dringenden Aufforderung, den Herrn zu suchen, um Leben zu finden, und auf der Kritik an Israels oberflächlichem Gottesdienst und Ungerechtigkeit. Es werden prophetische Visionen von Gericht und Verheißungen für die Zukunft besprochen, die die Notwendigkeit einer echten Herzensumkehr und die Konsequenzen des Abfalls von Gott verdeutlichen.

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour wird der Prophet Amos und seine Botschaft an das Nordreich Israel beleuchtet. Der Fokus liegt auf der dringenden Aufforderung, den Herrn zu suchen, um Leben zu finden, und der Warnung vor dem Gericht Gottes aufgrund von Sünde und Götzendienst. Es werden die Visionen des Propheten und die Reaktion des Priesters Amazja auf Amos‘ Botschaft thematisiert, sowie die Bedeutung der Gerechtigkeit und die Konsequenzen des Abfalls von Gott. Die Lektion schließt mit einer ermutigenden Verheißung der Wiederherstellung und der endgültigen Erfüllung in Gottes Reich.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2013 Q2: Die kleinen Propheten

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Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Wir möchten uns ganz recht herzlich entschuldigen für die Tonprobleme bei der letzten CSH und hoffen, dass ihr uns heute hören könnt. Wir haben heute unsere fünfte Lektion zum Thema „Große Lehren von kleinen Propheten“ und heute werden wir uns den zweiten Teil des Buches Amos anschauen. Wir begrüßen euch, die ihr auf Joelmedia TV zuschaut und auch diejenigen, die auf Amazing Discoveries mit sich eingeschaltet haben. Wir bereiten uns vor auf das Bibelgespräch am 11. Mai und freuen uns über das, was wir hier gemeinsam studieren können.

[2:04] Wir werden heute eine der Kernaussagen von Amos gemeinsam studieren und eine dieser Kernaussagen ist: „Suche den Herrn, so werdet ihr leben.“ Und so heißt auch unsere Lektion diese Woche überschrieben: „Sucht den Herrn und bleibt am Leben.“ Wir haben letzte Woche damit aufgehört, Amos zu betrachten in Kapitel 4. Wir hatten gesehen, dass nach den Gerichtsbotschaften, die an die Heiden gerichtet werden in Kapitel 1 und 2 und die auch an Israel reichen, dass dann ab Kapitel 3 ein zweiter Teil beginnt, wo Amos prophetische Botschaften an Israel sendet. Wir hatten in Kapitel 3 die erste Botschaft gesehen, Kapitel 4 die zweite Botschaft und jetzt wollen wir hier einsteigen in Kapitel 5 und dort mit der dritten von dieser drei prophetischen Botschaften. Diese Botschaft ist ein Klagelied, das heißt schon im ersten Vers hier in Amos 5, Vers 1: „Hört dieses Wort, dieses Klagelied, das ich euch anstimme, ihr vom Haus Israel.“ Klagelieder drücken Trauer aus, drücken Emotionen aus und so zeigt sich hier, dass Gott nicht einfach nur inhaltlich sie rügt, sondern dass er traurig ist, dass ein Herz gebrochen ist über den Abfall des Nordreiches Israel. Einen ähnlichen Fall haben wir auch in Jesaja 28, Vers 12, wo der Fall Luzifers beschrieben wird.

[3:14] Wir lesen in Vers 2: „Sie ist gefallen und kann nicht wieder aufstehen, die Jungfrau Israel.“ Wenn man das liest, „Jungfrau Israel“, und schon Hosea studiert hat, dann möchte man meinen, ein Widerspruch zu entdecken. Aber interessanterweise wird trotz der Untreue Israel sie immer wieder auch als Jungfrau beschrieben, so in Jesaja 23, 12, Jeremia 14, 17. Es zeigt sich also, dass Gott sie immer noch als Jungfrau ansehen möchte, auch wenn sie längst viel Hurei getrieben haben. Und daran zeigt sich auch diese Gnade und diese Vergebungsbereitschaft auf Seiten Gottes, die Liebe, die er für sein Volk hat. Aber er sagt auch: „Hingestreckt liegt sie auf ihrem eigenen Land, niemand richtet sie auf.“ Offensichtlich möchte dieses Volk nicht umkehren. Noch dazu haben wir bei Hosea schon einiges gelesen, dass das Nordreich einfach nicht umkehren wollte und mit Vollgas auf den Abgrund zugerast ist.

[4:09] So sagt Gott in Vers 3: „Denn so spricht Gott der Herr: Die Stadt, die tausend Mann stellt, wird nur hundert übrig behalten, und die, welche hundert stellt, wird nur zehn übrig behalten für das Haus Israel.“ Gott sagte voraus, dass eine große Mehrzahl Israeliten vernichtet werden wird, nur zehn Prozent der Bevölkerung bleiben übrig. Und das ist eine Erfüllung von Vorhersagen, wie sie in 5. Mose 4, Vers 27 und 5. Mose 28, Vers 62 beschrieben sind. Diese Idee der Übrigen scheint dort durch. Die Übrigen, die das noch überleben, die übrig bleiben. Und das ist etwas, was auch von Paulus im Römer 9, 27 zum Beispiel aufgegriffen wird.

[4:44] Und dann kommen wir hier in Vers 4 zur Kernbotschaft, zum Hauptthema dieser dritten Botschaft. Es heißt in Vers 4: „Denn so spricht der Herr zum Haus Israel: Sucht mich, so werdet ihr leben.“ Und diese Botschaft ist nicht nur das Titelthema unserer heutigen Lektion, es könnte auch ein passender Titel über das gesamte Quartal sein, über die gesamte Botschaft der kleinen Propheten, wo Gott immer wieder das Volk aufruft, ihn zu suchen, damit sie leben können. Und diese Suche, die soll nicht einfach nur halbherzig geschehen, denn in Jeremia 29, das können wir gemeinsam aufschlagen, Jeremia 29 und dort Vers 12 bis 14 lesen wir: „Und ihr werdet mich anrufen und hingehen und zu mir flehen, und ich will euch erhören. Ja, ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangt werdet. Und ich werde mich von euch finden lassen, spricht der Herr, und ich werde euer Geschick wenden und euch sammeln aus allen Völkern und von allen Orten, zu denen ich euch verstoßen habe, spricht der Herr, und ich werde euch wieder an den Ort zurückbringen, von dem ich euch weggeführt habe.“ Gott sagt, wenn wir von ganzem Herzen nach ihm suchen, dann werden wir ihn finden. Und Jesus hat das auf den Punkt gebracht, als er gesagt hat in Matthäus 7 und dort Vers 7: „Bittet, so wird euch gegeben; sucht, so werdet ihr finden; klopft an, so wird euch aufgetan.“ Im nächsten Vers heißt es: „Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan.“

[6:23] Sucht mich, sagt Gott, und ihr werdet mich finden. Diese Verheißung, die findet sich auch, wie gesagt, ja 55, Vers 3. Im nächsten Vers, in Vers 5, lesen wir: „Sucht nicht Bethel auf und geht nicht nach Gilgal und zieht nicht hinüber nach Beerscheba, denn Gilgal wird in die Gefangenschaft wandern und Bethel zum Unheilshaus werden.“ Sucht den Herrn, ist seine Botschaft, sucht nicht die Götzen und ihre Zentren, die dort wie Bethel und Gilgal hier erwähnt werden, die wir schon bei Hosea immer wieder angetroffen haben als die Schwerpunkte der Götzenanbetung oder des goldenen Kalbs. Und im Hebräischen finden sich hier Wortspiele. Gilgal wird in die Gefangenschaft wandern, ist ein Wortspiel im Hebräischen. Und Bethel heißt der Hausgott Gottes und Bethel, das Hausgott Gottes, soll zum Unheilshaus, zum Haus des Unheils werden. Das Wort Unheil im Hebräischen kann auch Nichtigkeit übersetzt werden, und das ist das, was auch Paulus in 1. Korinther 8, Vers 4 sagt, dass die Götzen nichtig sind.

[7:22] Und weil diese Botschaft so entscheidend ist und im Zentrum steht, wiederholt Amos sie gleich im nächsten Vers noch einmal. Er sagt in Vers 6: „Sucht den Herrn, so werdet ihr leben.“ Und offensichtlich ist dieser wiederholte Aufruf, dieser dringliche Aufruf nicht angenommen worden. So heißt es nämlich in Vers 7: „Ihr verwandelt das Recht in Wermut und stoßt die Gerechtigkeit zu Boden.“ Wermut ist eine sehr bitterschmeckende Pflanze. Wir springen zu Vers 10 und lesen dort: „Sie hassen den, der im Tor Recht spricht, und verabscheuen den, der aufrichtig redet.“ Diese Sünder in Israel waren nicht nur damit beschäftigt, Sünde zu tun, sie haben auch diejenigen gehasst, die die Wahrheit geliebt haben und die die Wahrheit verkündigt haben. Und das ist etwas, was wir auch in der Bibel immer wieder finden, in Johannes 3, Vers 20 zum Beispiel. Johannes 3, Vers 20, dort lesen wir: „Denn jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.“ Wenn jemand eine Sünde festhält, dann sind solche Menschen wie Amos, die im Auftrag Gottes kommen, die Wahrheit predigen, ein Dorn im Auge. Das ist auch der Grund, warum es im Nordreich Israel ein Redeverbot für Propheten gab, wie wir schon gesehen haben. Wir werden heute noch mehr darüber sagen. Und an anderen Beispielen in der Bibel sehen wir das gleiche Prinzip ebenfalls illustriert, zum Beispiel in Offenbarung 11, Vers 10, wo die beiden Zeugen, das Alte und das Neue Testament, getötet werden, weil ihr Zeugnis die sündigen Menschen gequält hat, durch das Mittelalter hindurch.

[9:10] Und dann in Vers 12 lesen wir: „Denn ich weiß, dass eure Übertretungen zahlreich, dass eure Sünden mächtig sind, und dass ihr den Armen bedrängt, Bestechung annehmt und die Armen im Tor unterdrückt.“ Immer wieder wird auf das Tor hingewiesen. Das Tor in antiken Zeiten war der Ort der Rechtsprechung, war der Ort des Zentrums, wo man Handel getrieben hat, wo man sich ausgetauscht hat, Informationen weitergegeben hat und wo auch Gerichtsurteile gesprochen worden sind. Und in diesem Zusammenhang steht es hier mit der Bestechung und mit der Unterdrückung. Offensichtlich war es damals gar nicht so, dass derjenige, der eine Position hatte, der Rang hatte, der Geld hatte, mit seinen Sünden davon kam, während die Armen bitter unterdrückt waren.

[9:51] Und dann heißt es in Vers 13: „Darum muss der Kluge zu dieser Zeit schweigen. Das ist eine böse Zeit.“ Es gibt eine Zeit zu schweigen. Das wusste schon Salomon, Prediger 3, Vers 7. Und wir wissen auch von Jesus, dass es eine Zeit gab, wo er einfach nichts mehr gesagt hat. Das Böse war so selbsterklärend böse, er musste es nicht mehr kommentieren. Die Rede ist von einer Zeit kurz vor seiner Kreuzigung, als er Dinge gefragt wird und er einfach nicht mehr antwortet. Und diese böse Zeit, die ist uns auch vorhergesagt für die Endzeit, im Zweiten Timotheus 3, Vers 1 zum Beispiel. Und die Bibel sagt in Epheser 5, Vers 15, 16, dass wir diese böse Zeit gerüstet sein müssen mit der Waffenrüstung Gottes.

[10:27] Und noch einmal wiederholt Amos diesen Gedanken, diesen Kerngedanken dieser dritten Botschaft in Vers 14 und zeigt damit durch diese doppelte Wiederholung, wie wertvoll, wie wichtig dieser Gedanke ist und dass man ihn unter keinen Umständen verpassen soll. Er sagt: „Sucht das Gute und nicht das Böse.“ Es kommt also darauf an, dass wir willig das Gute suchen sollen, dass wir uns dafür interessieren sollen, dass wir uns danach ausstrecken sollen. Und die Frage ist, die wir uns stellen können: Du und ich, suchen wir das Gute? Suchen wir Gott mit unserem ganzen Herzen und lassen wir das Böse beiseite? Und es heißt hier: „Dann wird der Herr, der Gott, der Herrscher, so mit euch sein, wie ihr es immer sagt.“ Und das ist ein Hinweis darauf, auf das, was wir schon mehrmals festgestellt haben, dass im Nordreich formal Jahwe, der Gott des Himmels, angebetet worden ist. Bis zum Ereignis auf dem Karmel in 1. Könige 18, wo Elia das Feuer hat vom Himmel gebetet, bis zu diesem Zeitpunkt war Baal, zumindest einen langen Zeitraum, der angebetete Gott. Aber danach hat sich die Anbetung Baals verflüchtigt, vielleicht in einigen Nischen noch gehalten. Aber generell wurde der Gott des Himmels angebetet, nur durch das goldene Kalb, durch die Methoden des Götzendienstes. Und wir finden im Nordreich also eine Verquickung von wahrer Botschaft, also wahrem Inhalt und falschen Methoden. Und Gott sagt: „Dadurch seid ihr nicht wirklich mit mir.“ Er behauptet es zwar. Aber wenn ihr mich wirklich suchen würdet, von ganzem Herzen, dann würdet ihr auch so mit mir sein, wie es immer sagt. Könnte es sein, dass wir oft davon reden, mit Gott zusammen zu sein und mit ihm zusammenzuwirken? Wir tun es gar nicht. Gott sagt: „Such mich von ganzem Herzen, damit du auch wirklich so mit mir zusammen bist, wie du es immer in der Gemeinde behauptest.“

[12:16] Vers 15 heißt es: „Hasst das Böse und liebt das Gute.“ Dieses böse Hassen ist eine ganz wichtige Stelle. Psalm 97, Vers 10 sagt: „Die den Herrn lieben, hassen das Böse.“ Es geht darum, also Gott zu lieben. Und in Sprüche 8, Vers 13 heißt es: „Die Furcht des Herrn bedeutet, das Böse zu hassen.“ Und das ist das, worauf wir hier aufgefordert werden. Amos 5, Vers 15 könnte man auch übersetzen: „Liebt den Herrn“ oder „fürchtet Gott“. Und damit sehen wir, wie sehr diese Botschaft auch an der dreifachen Engelsbotschaft angelehnt ist. Es gibt viele andere Verse, die wir dazu anführen könnten. Die haben wir hier aufgeschrieben im Sendemanuskript.

[13:00] Und da heißt es: „Vielleicht wird der Herr, der Gott, der Herrscher, dem Überrest Josefs gnädig sein.“ Immer wieder in den kleinen Propheten finden wir diese Idee vom Überrest, von den Übrigen, so wie sie auch in Joel gefunden haben und wie sie in Offenbarung 12, Vers 17, die Übrigen ihrer Nachkommenschaft aufgegriffen werden.

[13:17] In Vers 17 heißt es dann: „Und in allen Weinbergen wird Wegklage erschallen, denn ich will mitten durch euch dahin schreiten, spricht der Herr.“ Nachgesagt, 16, Vers 10 waren Weinberge eigentlich der Ort von Freude, von ausgelassener Unterhaltung. Aber diesmal wird es anders sein. Beim Gericht Gottes, Gott sagt, ich werde mitten durch euch hindurch schreiten und es wird Wegklage geben in den Weinbergen.

[13:50] In Vers 18 fragt Gott eine sehr interessante Frage, die wir auch uns zu eigen machen sollten: „Wehe denen, die den Tag des Herrn herbei wünschen! Was soll euch der Tag des Herrn? Er wird Finsternis sein.“ Und in Licht Gott stellt diese Frage: „Was erwartest du von dem Tag des Herrn?“ Es gibt viele, die warten auf die Wiederkunft Jesu, nicht ein bisschen besser vorbereitet als diese Israeliten im Nordreich. Und sie wünschen sich diesen Tag herbei und Gott fragt: „Bist du dir sicher, dass das, was du dir wünschst, wirklich dein Wunsch ist? Bist du sicher, was passiert, wenn du mit den Sünden, die du festhältst, an den Tag des Herrn hineinrutschst, wenn Jesus wiederkommt? Bist du dir sicher, was das bedeutet?“

[14:26] Es heißt in Vers 20 noch einmal wiederholend: „Wird nicht der Tag des Herrn Finsternis sein und nicht Licht, Dunkelheit und nicht Glanz?“ Und dann macht Gott sehr deutlich, worum es ihm geht. In Vers 21 bis 23 sagt er: „Ich hasse, ich verachte eure Feste und mag eure Festversammlungen nicht riechen.“ Wir sehen ähnliche Beispiele auch in Jesaja 1, wo Gott das ähnliche sagt. In Vers 23 heißt es: „Wenn ihr mir auch euer Brandopfer und Speisopfer darbringt, so habe ich doch kein Wohlgefallen daran, und das Dankopfer von euren Mastkälbern schaue ich gar nicht an.“ Immer wieder in den Propheten sagt Gott deutlich, dass das formale Gottesdienst durchführen für ihn keine Bedeutung hat, wenn es keine Herzensbekehrung gibt. Und das Gleiche müssen wir auch wirklich verstehen. Ein durchgeführter Gottesdienst, wo die Menschen keine echte, tiefe, suchende Herzensbekehrung haben, erlebt haben, ist für Gott stinkend, verachtend. Er schaut es nicht mal an.

[15:24] Vers 23: „Tue nur hinweg von mir den Lärm deiner Lieder.“ Musik ist ein wichtiges Nebenthema im Buch Amos, kommt dir zum ersten Mal vor und Gott zeigte ganz deutlich, dass diese falsche Form von Gottesdienst mit Lärmen der Musik einhergeht. Auch das finde ich eine interessante Parallele. Das Harfenspiel, das hier erwähnt wird. Hebräische Nebellieben ist eine Harfe mit zwölf Seiten, die im Gottesdienst auch wohl verwendet worden ist. Das Gesetz Mose war wohl nicht völlig verworfen worden. Es ist durchgeführt worden, aber nur äußerlich ohne innere Herzensreligion.

[16:01] Und die wünscht sich Gott so sehr. Das macht er deutlich in Vers 24. Er sagt: „Es soll aber das Recht einherfluten wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein unversiegbarer Strom.“ Ein unversiegbarer Strom ist wie ein Strom, der das ganze Jahr über, nicht nur zur Regenzeit, das ganze Jahr über immer Wasser führt. Während es viele Flüsse damals gab, die zu bestimmten Zeiten Wasser hatten, dann wieder trocken waren, dann wieder Wasser hatten, dann wieder trocken waren. So wünscht sich Gott eine beständige Gerechtigkeit in seinem Volk. Er wünscht sich kontinuierliches bei ihm bleiben, nicht Begeisterung für Gott und dann wieder herausbrechen aus der Beziehung. Begeisterung für Gott, herausbrechen aus der Beziehung, wie es so oft in unserem Leben erlebt wird. Er wünscht sich, dass Gerechtigkeit ein unversiegbarer Strom ist.

[16:41] Und er zeigt deutlich, dass schon in der Wüstenwanderung der Gottesdienst oft nur äußerlich gewesen ist und nicht innerlich. In Vers 25: „Habt ihr etwa mir während der 40 Jahre in der Wüste Schlachtopfer und Speisopfer dargebracht, ihr vom Haus Israel?“

[16:59] Vers 26 sagt er dann, was er genau beobachtet hat: „Ihr habt die Hütten eures Moloch und den Kaiwan eurer Götzenbilder getragen, das Sternbild eurer Götter, die ihr euch gemacht habt.“ Moloch war der König, der Gott, der Ammoniter, heißt wörtlich versetzt König. So lesen wir es auch in 1. Könige 11, Vers 7. Kaiwan heißt wörtlich versetzt Statue, Bild oder auch Säule. In Apostelgeschichte 7, Vers 43, wo dieser Vers, dieser Abschnitt aufgegriffen wird von Stephanus in seiner letzten Rede, da wird es griechisch Remphan übersetzt und es scheint so ein Oberbegriff für Götzen zu sein.

[17:34] Und interessanterweise heißt es hier: „die ihr euch selbst gemacht habt.“ Denn Götzendienst ist in aller letzter Konsequenz immer Anbetung des eigenen Ichs. Denn solange ich einem Götzen folge, darf ich entscheiden, wo es lang geht, denn der Götze hat keinen eigenen Willen. Ich kann den Götzen dahin tragen, wohin ich auch will. Ein Götzenbild hat den Vorteil, dass ich selbst als Anbeter entscheiden kann, wo es lang geht. Folge ich aber dem lebendigen Gott, der einen Willen hat, der einen klaren Plan hat, dann muss ich mich dem beugen. Und so ist Götzendienst schon immer attraktiv gewesen, denn man kann die äußere Form beibehalten, man kann sein Gewissen einigermaßen beschwichtigen, aber man kann selbst entscheiden, was man tun und lassen möchte.

[18:15] Und wenn wir auch heute keine Götzenden, keine goldenen und silbernen Götzenbilder mehr haben, so haben wir doch dasselbe Prinzip ganz oft, dass wir gerne selbst entscheiden möchten, was Gottes Wille ist. Was und was der Wille für unser Leben sein sollte, entgegen Gottes Willen. Entschuldigung.

[18:31] In Vers 27 heißt es dann: „Und ich will euch bis über Damaskus hinaus in die Gefangenschaft wegführen, spricht der Herr, Gott, der Herrscher ist sein Name.“ Damaskus war, wie wir gesehen haben, letztes Mal die Hauptstadt der Aramäer und bis zu diesem Zeitpunkt hat es immer wieder Krieg mit Aram gegeben. Die Aramäer waren der mächtigste Feind. Damaskus war also ein geläufiger Begriff für die Israeliten, aber seit einiger Zeit, seit den Jahren zur Zeit von Amos, hatte man Damaskus besiegt, hatte die Oberhand über Aram gewonnen. Aber Gott sagt mit diesem Vers: Es kommt jemand, der noch von viel weiter weg herkommt, als die Aramäer gemeint sind, die Assyrer, die Israel einnehmen werden und dann werden die Gefangenen über Damaskus hinaus in ein noch ferneres Land, nämlich das Land der Assyrer, verschleppt werden.

[19:28] In Kapitel 6 haben wir jetzt einige Gedanken über diejenigen, die den Tag des Herrn weit in die Zukunft hinausschieben. Vielleicht geht es dir auch so, dass du sagst, naja, hoffe ich komme dir das noch lange nicht, ich möchte noch nicht so viel darüber nachdenken. Und das war damals ein Gedankengut, das auch in Israel, vor allem in Samaria, der Hauptstadt, ganz gegenwärtig war.

[19:42] In Vers 1 heißt es: „Weh den Sorglosen in Zion und den Sicheren auf dem Berge von Samaria.“ Der Berg von Samaria war auf einem eigenen Hügel, dem Hügel Semer, wie wir schon gesehen haben. Und drumherum waren Täler, sodass diese Stadt fast unannehmbar war, hatte starke Stadtmauern. Und selbst die Assyrer, diese militärisch überlegene Macht, hat über zwei Jahre gebraucht, um diese Stadt einzunehmen. Es war wirklich eine militärisch hart zu knackende Nuss. Und so haben sich die Israeliten wirklich sicher gefühlt. Die vornehmsten hier, die Nekubim, das sind die Führer des Volkes. Und das heißt, die vornehmsten des ersten der Völker. Gott sagt, ihr Israeliten seid das erste aller Völker. 2. Mose 19, 5-6 sagt, ihr sollt, dass das Volk Israel Gottes besonderes Eigentum sein sollte. Und darauf wird hier alles angespielt.

[20:38] Aber dann sagt Gott etwas zu diesem ersten aller Völker, zu seinem besonderen Volk, das er herausgeholt hat aus Ägypten, durch den Bund, den er mit ihnen geschlossen hat. In Vers 2 sagt er: „Geht hier rüber nach Kalne und seht es euch an, kommt dann von dort nach Hamad, der großen Stadt, steigt auch hinab nach dem Gat der Philister.“ Und Kalne heißt wörtlich übersetzt Festung von Arno, eine befestigte Stadt im Alten Reich von Nimrod, das von Tiglat-Pileser III. eingenommen worden ist. Die Stadt wird auch in Jesaja 10, Vers 9 erwähnt und ist in das Assyrische Reich integriert worden. Also hier haben wir mit Kalne eine befestigte, militärisch starke Stadt, die eingenommen worden ist. Hamad heißt übersetzt wörtlich Festung oder befestigt, war eine kanidische Stadt am Fluss Orontes und wurde ebenfalls von Tiglat-Pileser III. eingenommen und verwüstet. Gat, eine der fünf Hauptstädte der Philister, wurde vom jüdischen König Osir eingenommen und zerstört und ist nie wieder aufgebaut worden.

[21:36] Und was Gott damit sagt ist: Ihr Israeliten, die ja da auf dem Berg Semer in der Stadt Samaria hockt und glaubt, ihr seid Unternehmer, schaut euch diese anderen Städte an, Kalne, Hamad, Gat, militärisch fast unternehmbare Städte, die alle gefallen sind und dann stellt ihr diese Frage: „Seid ihr besser als diese Königreiche oder ist euer Gebiet größer als euer Gebiet?“ Ihr fragt, was ist anders zwischen euch und denen? Ja, ihr seid das erste aller Völker, ihr seid mein Bundesvolk, aber faktisch gibt es irgendeinen Unterschied zwischen euch und denen.

[22:04] Und wenn wir uns anschauen, das Volk Gottes, müssen wir auch die Frage stellen: Sind wir besser als, gibt es irgendeinen Unterschied zwischen uns und den Heiden? Könnte es sein, dass wir uns manchmal zu sicher fühlen, einfach nur, weil wir die Idee haben, naja, wir sind Gottes Volk und dann wird schon alles gut werden? Die selbe Sorglosigkeit wird sich in der Endzeit wieder für den ersten Zeitalter 5 Vers 3 sagt, dass die meisten überrascht sein werden. Und 2. Petrus 3 Vers 4 berichtet von Menschen, die an der Wiederkunft zweifeln am Tag des Fehrens. Morgen 18, 17 macht deutlich, dass das Gericht überraschend kommen wird.

[22:45] In Vers 4, 5 und 6 wird der Luxus beschrieben, der in Samaria dort gelebt worden ist. Das heißt, sie liegen auf Elfenbeinen in Betten und strecken sich auf ihren Ruhelagern aus, verzehren Fettschafe von der Herde weg, die offensichtlich direkt für sie gemästet worden sind, Kälber frisch auf dem Mastschall. Sie fantasieren auf der Harfe, wieder haben wir Musik hier als Thema und erfinden Musikinstrumente wie David, der sehr musikalisch gewesen ist. Sie trinken Wein aus Schalen. Das hebräische Wort meint Schalen, die eigentlich im Opferdienst des Heiligtums verwendet werden sollten und salben sich mit den besten Ölen. Auch die besten Öle sollten auch für das Heiligtum reserviert sein, nach 2. Mose 30, sodass hier deutlich wird, dass eine ähnliche Situation vorliegt wie in Daniel 5, wo auch Heiligtumsgegenstände für den eigenen Luxus, für den eigenen Ausschweifung verwendet worden sind.

[23:29] Und dann heißt es: „Aber um den Schaden Josefs kümmern sie sich nicht.“ Ein interessantes Merkmal der Sünden ist, dass wenn man ihr verfällt, dass man gar nicht merkt, wie sehr man sich schädigt und wie die zerstörerische Wirkung das Leben kaputt macht. Und so sagt Gott in Vers 7: „Darum sollen sie nur an der Spitze der Weggeführten in die Gefangenschaft wandern.“ Und das Jauchzen der Schlemmer wird verstummen. Gott kündigt diese Wegführung deutlich an.

[24:04] Wir springen zu Vers 12 und lesen Vers 12 bis 14. Gott macht dieses Gericht unmissverständlich, wenn er sagt: „Können Rosse auf Felsen rennen oder kann man mit Rindern darauf pflügen?“ Ein klares Bild, wenn Rosse auf Felsen rennen, dann fallen sie, dann sie gleiten aus. Rinder können auf Felsen nicht pflügen. Genauso wenig kann das Volk Israel sich gegen Gottes Gericht stemmen. Genauso wenig können wir mit allem, was wir uns ausdenken und es gegen Gottes Gericht stemmen, das vor uns, auf uns zukommt.

[24:37] Und Vers 13 heißt es: „Dass ihr euch über Nichtiges freut und sagt: Haben wir nicht mit eigener Kraft uns Macht verschafft?“ Das ist das Denken der Israeliten im Norden. Und wenn wir selbst dieses Denken bei uns entdecken, dass wir durch eigene Kraft uns Macht verschafft haben, dann sind wir in einer gefährlichen Position.

[25:02] Amos ruft uns auf zur Umkehr. Vers 7: „Doch siehe, ich erwecke ein Volk gegen euch, ihr vom Haus Israel.“ Das sind natürlich die Assyrer, die gemeint sind. Spricht der Herr, der Gott, der Herrscher, das euch bedrängt wird vom Zugang nach Hamad. Hamad war an der Nordgrenze Israels, die Grenzstadt bis zum Bach der Araber. Die Araber ist das Talsenke um den Jordan herunter, die bis in den äußersten Süden zum Golf von Aqaba geht. Also eine vollständige Vernichtung wird hier angedroht.

[25:30] Und jetzt in Kapitel 7 und 8 beschreibt Amos mit einigen Gesichtern, Kapitel 9 auch noch zum Teil, mit Visionen, die er bekommen hat, diese Gerichte. Und das ist jetzt sehr, sehr spannend.

[25:42] Die erste Vision findet sich in Amos 7, Vers 1 bis 3. Da heißt es: „Dies ließ Gott der Herr mich schauen: Siehe, er bildete Heuschrecken, als das Spätgras zu wachsen begann. Und siehe, es war das Spätgras nach der Heuernte des Königs. Und es geschah, als sie nun das Grün des Landes vollends abgefressen hatten, da sprach ich: Herr, Herr, vergib doch! Wie soll Jakob bestehen? Er ist ja so klein! Da reute es den Herrn: Es soll nicht geschehen.“ Offensichtlich geht es hier um eine zweite Ernte, das Spätgras, das ist die nachwachsende Vegetation nach der ersten Ernte. Es sieht so aus, in diesem Vers, dass die erste Ernte für den König bestimmt war, die zweite Ernte dann also für den Rest. Und wenn die jetzt getroffen werden würde, wäre das besonders dramatisch. Wenn es hier von Grün heißt in Vers 2, dann ist da alle sammeltragenden Pflanzen gemeint, auch in 1. Mose 1, Vers 11.

[26:35] Und wir sehen hier, wie Amos, der diese Vision sieht, für sein Volk eintritt. Und das ist eine Sache, die wir bei vielen Männern Gottes feststellen. Wir sehen es bei Abraham, der für Sodom und Gomorra eintritt. Wir sehen es bei Mose, der für das Volk Israel nach dem goldenen Kalb eintritt. Wir sehen es bei Daniel, der Daniel 9, dieses Fürsprechergebet, bittet. Und Amos hat diesen selben Geist. Ich glaube, wir sollten von diesem Geist lernen, dass wenn wir all die Dinge sehen, die dem Volk Gottes schief laufen und die gegen die Wand zu laufen scheinen, dass wir, wenn wir das Sehen nicht noch anklagen, sondern dass wir bei aller Treue zur Botschaft und aller Kompromisslosigkeit in der Wahrheit, dass wir diesen Geist der Fürbitte haben und der Bereitschaft, für diese Menschen zu wirken und das Schlimmste abzuwenden.

[27:24] Und offensichtlich ist dem Amos gelungen. Gott sagt, es reut ihn. Und was das bedeutet, dass Gott es reut, das haben wir schon in der dritten Lektion über Joel genau angeschaut. Wer dann nicht das gesehen hat, sei darauf verwiesen. In Joel 2 Vers 12 bis 14 wird mehr darüber gesagt. Und es scheint so zu sein, dass diese erste Vision von Heuschrecken von der ersten Invasion spricht, die in 2. Könige 15, Vers 19 und 20 stattfand, als die Assyrer bereits in das Nordreich eindrangen, dann aber wieder mit Geschenken beladen zurückgingen. Gott verschonte sein Volk.

[28:05] Und in der zweiten Vision, wenn wir jetzt ein neues Bild sehen, in Amos 7 und dort Vers 4 bis 6 heißt es: „Da ließ mich Gott, der Herr, schauen: Siehe, Gott, der Herr, rief das Feuer herbei zum Gericht, das fraß ein großes Loch und hatte schon das Erbteil ergriffen. Da sprach ich: Herr, Herr, lass doch ab! Wie soll Jakob bestehen? Er ist ja so klein! Da reute den Herrn, auch das soll nicht geschehen, sprach Gott, der Herr.“ Und wenn die erste Vision ein Hinweis ist auf diese erste Invasion der Assyrer, dann wäre das hier ein Hinweis auf die zweite Invasion der Assyrer, die zur Zeit von Tiglat-Pileser III. durchgeführt worden ist und wo bereits ein Teil des Erbteiles mit geschädigt worden ist, nämlich das Ostjordanland, insbesondere Gilead, Naphtali und so weiter, die ins Exil gebracht worden sind. Aber wiederum wird eine völlige Vernichtung ausgespart, weil Amos erneut diese Fürsprecherrolle einnimmt.

[29:00] Aber wie es dann so kommt, die dritte Vision bringt eine neue Entwicklung. Nachdem in der ersten und zweiten Vision Amos erfolgreich Fürsprache gehalten hat und das Schlimmste verhindert worden ist, geht es in der dritten Vision anders zu.

[29:14] In Vers 7 bis 9 heißt es: „Da ließ er mich schauen: Siehe, der Herr stand auf einer senkrechten Mauer und hatte ein Senkblei in der Hand.“ Ein Senkblei ist ein Instrument, mit dem Bauarbeiter prüfen, ob das Bauwerk gerade und eben ist. Es ist ein Symbol für das gründliche Prüfen Gottes. So zum Beispiel in 2. Könige 21, Vers 13, Jesaja 28, 17 befinden diese Idee vom Messen auch in Offenbarung, Offenbarung 11, Vers 1, Jesaja 2, 1-2. Gott prüft, es ist ein Symbol für das Untersuchen Gottes, ob das Volk Gottes gerade ist, ob es aufrichtig ist, ob es dem Maßstab entspricht.

[29:56] Das heißt in Vers 8: „Und der Herr sprach zu mir: Was siehst du, Amos? Ich sprach: Ein Senkblei. Da sprach der Herr: Siehe, ich lege ein Senkblei an mitten in meinem Volk Israel, und ich werde künftig nicht mehr schonend an ihm vorübergehen.“ Die dritte Invasion, gemäß der dritten Vision, war vollständig und vernichtend. Salmanasser der Fünfte kam und es wurde Israel völlig vernichtet, das Nordreich aufgelöst. Und das haben wir schon im Buch Hosea gesehen.

[30:28] Und Vers 9 heißt es: „Die Höhen Isaks sollen verwüstet und die Heiligtümer Israel zertrümmert werden.“ Das sind die Standbilder in Bethel und Gilgal und Dan und so weiter. Und „gegen das Haus Jerobeams will ich mit dem Schwert aufstehen.“ Hier haben wir bereits eine interessante Prophezeiung, die sich kurze Zeit später erfüllt hat, nämlich in 2. Könige 15, Vers 8-10, als die Dynastie von Jerobeam II., dem herrschenden König zur Zeit Amos, zu Ende ging, als sein Sohn Zacharja durch den Verschwörer Schalumm umgebracht worden ist, der sich zum König gemacht hat. Und das war ja auch eine Erfüllung der Prophezeiung aus Hosea 1, Vers 4, wie wir damals gesehen haben.

[31:08] Jetzt mit diesem Hintergrund, mit dieser Botschaft, stellen wir uns vor, der Amos geht als Laie dort aus dem Süden, kommt in das Nordreich und predigt diese Botschaften, die deutlich machen: Die erste Invasion, da hat Gott noch eingegriffen. Bei der zweiten Invasion, obwohl es schon schlimmer war, hat Gott noch eingegriffen und hat noch einen Überrest gelassen. Aber die dritte Invasion wird vollständige Vernichtung bringen und überdies das Königshaus wird schon vorher ausgelöscht werden. Und jetzt mit dieser Vision hinein, denn in Kapitel 8 und 9 kommen noch mehr, ist jetzt diese Geschichte gebettet, die einzige wirkliche Begebenheit, die im Buch Amos beschrieben wird. Und das ist ja bei den Propheten nicht so häufig, dass jetzt plötzlich Geschichten erzählt werden. Amos berichtet, wie seine Botschaft ankam und davon können wir eine ganze Menge lernen.

[31:53] Vers 10 beginnt dieser Einschub, da heißt es: „Der Priester Amazja, der Priester von Bethel, sandte zu Jerobeam, dem König von Israel, und ließ ihm sagen: Amos hat eine Verschwörung gegen dich angezettelt, mitten im Haus Israel. Das Land kann all seine Worte nicht ertragen.“ Amazja war offensichtlich einer der Priester, die schon von Jerobeam I. eingesetzt worden sind, also natürlich nicht er, aber seine Vorgänger dort für das Heiligtum in Bethel, das goldene Kalb. Amazja heißt interessanterweise Kraft-Jahwes und sein Name und sein Wirken stehen in einem krassen Widerspruch zueinander.

[32:23] Und wir sehen, wie er diese Botschaft von Amos, die Amos vorher gepredigt hat, missrepräsentiert, jetzt zum König geht und den Propheten Gottes anschwärzt. Er missrepräsentiert diese göttliche Gerichtsbotschaft und benutzt einen alten Trick. Er behauptet nämlich, dass derjenige, der die Botschaft verkündigt, sich illoyal der Führung gegenüber verhält. Und das ist ein Trick, der heute noch funktioniert. Wenn jemand eine unliebsame Botschaft predigt, dann ist eines der beliebtesten Gerüchte, die gestreut werden: „Er ist gegen die Führung des Volkes Gottes.“ Das ist meistens gar nicht der Fall, aber es ist ein wirksames Argument, um Menschen munter zu machen, die eine Bürde haben für die Wahrheit.

[33:13] Und außerdem heißt es hier, dass er die Botschaft offensichtlich stark verzerrt hat. In Vers 11 heißt es: „Denn Amos hat gesagt: Jerobeam wird durchs Schwert sterben, und Israel wird gewisslich aus seinem Land gefangen weggeführt werden.“ Und der zweite Teil, das stimmt, aber der erste Teil nicht ganz. Amos hatte gesagt, dass das Haus Jerobeams mit dem Schwert vernichtet werden wird, aber Jerobeam selbst nicht. Das heißt, Amazja nahm die Botschaft, hat sie etwas übertrieben in ein grelles Licht verzerrt und so dargestellt, als ob der Amos selbst zum Mord gegen Jerobeam aufrufen würde. Hat also die göttliche Gerichtsbotschaft so umgedreht, dass es jetzt die Meinung von Amos gewesen wäre, der damit Streit sucht.

[34:01] Und auch das geschieht ganz oft. Das ist ein satanischer Trick, dass der Eindruck erweckt wird, dass wenn die Wahrheit gepredigt wird, in Wirklichkeit nur Streit erzeugt werden soll oder Spaltung. In Wirklichkeit ist aber die Wahrheit, die gepredigt wird. Und wer so etwas tut, wer die Wahrheit in so ein schlechtes Licht drückt und den Eindruck erweckt, der die Wahrheit predigende würde nur Streit suchen oder würde nur spalten wollen oder würde fanatisch eine Verschwörung suchen oder was auch immer, der macht sich derselben Sache schuldig wie Amazja. Und wenn wir das weiterlesen, möchte ich nicht in dessen Haut stecken. Dieses falsche Zitieren ist Teil der satanischen Kriegsführung, wie wir es auch Matthäus 4 Vers 6 finden, wo auch die Bibel ungenau wiedergegeben wird.

[34:43] Und dort, dann in Vers 12, ist es interessanterweise nicht Jerobeam der Zweite, der König, sondern Amazja selbst, der jetzt ein Redeverbot ausstellt, der sich also selbst eine Autorität anmaßt, die er eigentlich auch gar nicht hat. Auch das ist ein interessantes Kennzeichen unserer Zeit, dass ganz oft Autorität sich angemaßt wird, um Redeverbote auszustellen, die es so gar nicht gibt.

[34:58] Vers 12: „Amazja sprach: Du Seher, geh, flieh in das Land Juda und iss dort dein Brot und weissage du.“ In anderen Worten: Geh zurück dort, wo du herkommst. Du hast hier kein Recht, im Norden zu predigen. Aber wenn Gott einen Menschen vom Süden in den Norden ruft, dann kann der Vorsteher des Nordens, der Priester des Nordens, nicht den Prediger des Südens den Mund verbieten. Das ist, was die Geschichte uns hier sagen möchte. Interessanterweise glaubt wohl Amazja, dass Amos ein professioneller Prophet ist, der damit sein täglich Brot verdient. Deswegen sagt er: „Geh hin und weissage, geh dort und ess dein Brot.“ Und damit finden wir hier ein ganz konkretes Beispiel für diese Art von Redeverboten, die in Israel ausgestellt worden sind, wie wir schon in Amos 2, Vers 12 gesehen haben.

[36:01] Und dann Vers 13 wird noch eine Begründung gegeben: „In Bethel aber sollst du nicht mehr weissagen, denn es ist ein königliches Heiligtum und eine königliche Residenz, ein Haus des Königtums und des Königreiches.“ Und das ist wiederum eine ironische Anspielung, denn Bethel heißt eigentlich Haus Gottes, aber Jerobeam und Amazja machen das Haus Gottes zum Haus des Königs oder zum Haus der Sünde, wie es in Hosea genannt wird.

[37:08] Und wie Amos jetzt reagiert, ist ein gutes Beispiel, wie ein Mann Gottes reagieren sollte, wenn ihm von einem selbsternannten Priester, einem selbsternannten Autoritätshabenden das Wort verboten wird, wenn er doch eine klare, deutliche Botschaft von Gott hat.

[37:21] Vers 14: „Amos aber antwortet und sprach zu Amazja: Ich war kein Prophet und kein Prophetensohn.“ In anderen Worten: Ich bin kein professioneller Prophet, bin kein Theologe, habe keine theologische Hochschule, kein Seminar, keine Mission, nichts besucht, ein Laie, sondern ein Viehhirte war ich und züchtete Maulbeerfeigen.“ Maulbeerfeigen sind übrigens relativ, also weniger wertvoll als echte Feigen. Er war also wirklich ein einfacher Mann.

[37:52] Es heißt in Vers 15: „Aber der Herr hat mich von den Schafen weggenommen, und der Herr hat zu mir gesagt: Geh, weissage meinem Volk Israel.“ Amos sagt: Es tut mir furchtbar leid, ich kann ja auch nichts dafür. Gott hat mich gerufen, ich habe mir das nicht ausgesucht. Gott hat gesagt: Geh vom Süden in den Norden, predige dort das Wort Gottes, dort an dieser Stelle, und wenn du mir das Redeverbot gibst, das kannst du gerne machen, ich kann dem aber nicht Folge leisten. Auch nicht um der lieben Harmonie willen, auch nicht um Einheit nach außen hin darzustellen. Amos versucht nicht, Einigkeit mit einem abgefallenen Priester zu demonstrieren. Er sagt: Ich habe nichts gegen dich, aber Gott hat mich gerufen und du kannst mir nicht Redeverbot geben. Es ist nicht in deiner Autorität und wenn es hundertmal eine königliche Residenz ist, ist es Gottes Haus und nicht das Haus des Königs.

[38:44] Und es ist grenzenlos fast eine Ironie, dass Amos auf das Redeverbot in Vers 16 mit einer Weissagung antwortet. Ihm ist verboten worden zu weissagen, also weissagt er direkt ins Gesicht des Amazja.

[39:04] Das heißt Vers 16: „Und nun höre das Wort des Herrn: Du sprichst: Weissage nicht gegen Israel und lass dich nicht aus gegen das Haus Israel. Darum so spricht der Herr.“ Und jetzt weissagt er im nächsten Vers: „Deine Frau wird in der Stadt Hure treiben, und deine Söhne und Töchter werden durchs Schwert fallen, und dein Land wird man mit der Messschnur verteilen. Du sollst in einem unreinen Land sterben, und Israel wird gewisslich aus seinem Land gefangen und weggeführt werden.“ Das ist eine schreckliche Konsequenz für diejenigen, die versuchen, Propheten-Motto zu machen und Prediger der Wahrheit.

[39:33] In einer weiteren Vision sieht Amos in Amos 8, wie das Volk reif ist für das Gericht. In Vers 1 heißt es: „Da ließ Gott der Herr mich schauen: Siehe, das war ein Korb mit reifem Obst.“

[39:48] Vers 2: „Da sprach: Was siehst du, Amos? Ich antworte: Ein Korb mit reifem Obst. Da sprach der Herr zu mir: Die Zeit ist reif geworden für mein Volk Israel. Ich werde künftig nicht mehr schonend an ihm vorübergehen.“ Und er beschreibt die Sünden dieses Volkes in Vers 5, die es sagt: „Wann endlich ist der Neumond vorüber, damit wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, dass wir Korn anbieten, damit wir das Eva-Maß verkleinern, das Schekelgewicht erhöhen und die Waage zum Betrug fälschen können?“ Ja, die Israeliten haben Sabbat gefeiert. Ja, sie sind um das goldene Kalb gerannt, aber sie haben es am Sabbat getan. Sabbat für Sabbat haben sie Gottesdienst gefeiert, nicht so, wie Gott es wollte, aber äußerlich alles richtig gemacht, haben Zehnten bezahlt, aber sie konnten es kaum erwarten, bis der Sabbat vorbei ist, um ihre Sünden weiterzutreiben.

[40:39] Und ich glaube, diese Botschaft von Amos hat unserem Volk mehr zu sagen, als wir es vielleicht uns wünschen. Aber suchen wir den Herrn, so werden wir leben.

[40:58] In Vers 8 heißt es: „Sollte das Land deswegen nicht erbeben und jeder trauern, der darin wohnt? Dann wird das ganze Land emporsteigen wie der Nil, es wird aufwogen und sich wieder senken, wie der Strom Ägyptens.“ Der Nil hat eine Zeit, wo er über die Ufer tritt und wo alles überschwemmt wird und so wird dieses Land durcheinander geraten. Alles wird auseinander, aus den Fugen geraten, wie der Nil bei seiner Überschwemmung. Und Himmelszeichen werden in Vers 9 angegeben und Vers 10, die Trauer.

[41:23] Und Vers 10 ist ein interessanter Vers, da heißt es nämlich: „Dann werde ich eure Feste in Trauer verwandeln und all eure Lieder in Klagegesang, und ich werde um alle Lenden Sacktuch und auf alle Häupter eine Glatze bringen. Man wird trauern wie um den Eingeborenen, und das Ende wird sein wie ein bitterer Tag.“ Der Tag des Herrn wird ein trauriger Tag sein, denn wer am Tag des Herrn trauert, wird trauern wie um einen Eingeborenen, so wie die Ägypter bei der 10. Plage. Aber diese Trauer wollte Gott uns abnehmen. Diese Trauer hat er selbst auf sich genommen. Er hat getrauert wie um einen Eingeborenen. Wann? Als er Jesus, seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben. Aber diejenigen, die dieses Gnadengeschenk aus Johannes 3, Vers 16 ablehnen, die werden diese Trauer, die Gott empfunden hat, dann doch noch empfinden. Diese Trauer, die Gott uns abnehmen wollte. Es ist eine unnötige, eine schreckliche Sache, das durchzumachen, was Gott für uns hätte durchmachen wollen.

[42:24] Vers 11 heißt es hier: „Es kommen Tage, spricht Gott, der Herr, da werde ich einen Hunger ins Land senden, nicht einen Hunger nach Brot, noch einen Durst nach Wasser, sondern danach, das Wort des Herrn zu hören.“ Gott sagt, es wird eine Zeit geben, da wird das Volk Israel aufwachen. Sie wollen das Wort Gottes hören, aber dann wird es zu spät sein.

[42:36] Vers 12 heißt es: „Da wird man hin und her wanken, von einem Meer zum anderen, umherziehen von Norden bis im Osten, um das Wort des Herrn zu suchen und wird es doch nicht finden.“ Am Tag des Herrn, am endzeitlichen Tag des Herrn, in der Plagenzeit, da werden die Menschen aufwachen, werden sehen, dass diejenigen, die mir die Wahrheit gepredigt haben, die 3. Engelsbotschaft, dass sie recht gehabt haben. Jetzt werden sie sehen, dass ihr Schicksal besiegelt ist und jetzt werden sie das Wort Gottes suchen, es wird nicht mehr zu finden sein. Sie werden es nicht suchen, aus innerer Überzeugung Gott dienen zu wollen, sondern aus Angst vor der Strafe und es wird nicht mehr zu finden sein. Deswegen sollten wir jetzt das Wort Gottes suchen, jetzt, wo es noch zu finden ist, wie in Daniel 12, Vers 4 uns beschrieben ist, jetzt, wo wir noch weise werden können, verständlich werden können in den Prophezeiungen der Endzeit, um vorbereitet zu sein auf diesen Tag. Die Zeit kommt, wo das Wort Gottes nicht mehr zu finden sein wird.

[43:32] Und im Kontext des Buches Amos bedeutet das: Gott sendet seinen Propheten zum Volk und er wird abgewiesen, er wird ausgelacht und vor allem wird er wieder des Landes verwiesen, ihm wird Redeverbot erteilt und Gott sagt: Ihr werdet noch das Wort Gottes suchen, aber dann wird es zu spät sein. Ihr werdet den Propheten hinterherlaufen, aber er wird euch nicht mehr finden lassen. Sucht den Herrn, solange er noch zu finden ist.

[43:50] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du dein Leben nicht ganz gut übergeben hast, wenn du vielleicht formal im Gottesdienst ab und zu dabei bist, ja, wenn du denkst, alles ist in Ordnung, wenn du merkst, in meinem Herzen bin ich nicht ganz rein mit Gott, such den Herrn, solange das Wort Gottes aufenthalt, solange es zu dir spricht, solange die prophetische Wahrheit für dich klar und deutlich zu finden ist. Es kommt die Zeit, da würdest du dir wünschen, du hättest es getan und die Zeit ist dann zu kurz. Matthäus 25 berichtet davon, von den fünf törichten Jungfrauen. Sei keine törichte Jungfrau.

[44:33] In Kapitel 9 finden wir die letzte Vision, die Amos sieht. In Vers 1 heißt es: „Ich sah den Herrn am Altar stehen und er sprach: Schlage an den Säulenknauf, dass sie schwellen, erbeben, schwellen beben und zerschmettere sie auf dem Haupt von ihnen allen. Ihren Rest aber will ich mit dem Schwert umbringen, dass kein Flüchtling von ihnen entflieht und kein Entkommener sich retten kann.“ Das Bild ist von einem einstürzenden Gebäude, die Schwellen beben und als dieses Gebäude einstürzt, bringt es alle diejenigen um, die dort sich finden.

[45:04] Und Amos macht ganz deutlich, es macht keinen Sinn, diesem Gericht Gottes entfliehen zu wollen. Das heißt in Vers 2: „Wenn sie auch bis ins Totenreich, Hebräisch Scheol, das heißt der Ort, wo die Toten sind, also wo sie schlafen, und der Erde eindringen, so würden sie doch meine Hand von dort holen. Und wenn sie zum Himmel emporstiegen, so würde ich sie von dort hinunterstoßen.“ Offensichtlich eine metaphorische Sprache.

[45:25] Dann Vers 3: „Wenn sie aber auf dem Gipfel des Karmel versteckten, der Gipfel des Karmel war voller Höhlen und Felsenspalten und Gebüschen, so würde ich sie dort aufspüren und ergreifen. Und wollten sie auf dem Meeresgrund von meinen Augen verbergen, so würde ich dort der Schlange gebieten, sie zu beißen.“ Die Schlange im Meer, in Jesaja 27, Vers 1 übrigens auch ein Symbol für heidnische Großmächte, die Gott als Instrument seiner Rache benutzt.

[45:46] Und in Vers 3 heißt es: „Wenn sie von ihren Feinden her in die Gefangenschaft ziehen würden, so wollte ich sie doch von dort im Schwert gebieten, sie umzubringen. So will ich mein Auge auf sie richten zum Bösen und nicht zum Guten.“ Gott sagt, ihr werdet dem Gericht nicht entfliehen.

[46:04] Was glauben wir, wenn wir der Meinung sind, dass nur weil wir uns formal dem Volk Gottes zugehörig fühlen, dass wir dem Gericht Gottes entfliehen werden, wenn wir die gleichen Dinge tun, die hier in Amos beschrieben sind. Das Gericht ist genauso sicher für uns bestimmt. Deswegen sucht den Herrn und ihr werdet leben.

[46:24] In Vers 7 macht Gott etwas sehr deutlich, er sagt: „Seid ihr Kinder Israels für mich nicht wie die Kinder der Kuschiten?“ Was er damit sagt, das ist krass, er sagt, ihr seid wie Heiden. Und das ist das, was die Bibel sagt, als das Volk Israel den Bund mit Gott gebrochen hat, sind sie nicht verflucht worden als ein schlechtes Volk aller Zeiten, sondern sie sind auf eine Ebene, auf eine Niveaustufe mit allen anderen Völkern zurückgestuft worden. Durch den Bundesbruch ist Israel jetzt ein ganz gewöhnliches Volk. Er sagt: „Seid ihr für mich nicht wie die Kinder der Kuschiten?“ Und Gott hat die Kuschiten lieb und hat auch die Israeliten lieb, aber sie waren nicht mehr das besondere Volk Gottes.

[47:07] Er sagt: „Habe ich nicht Israel aus dem Land Ägypten herausgeführt und die Philister aus Kaftor und die Aramäer aus Kir?“ Er sagt, es ist nicht so besonders, dass ihr aus Ägypten herausgekommen seid. Es gibt auch andere Völker, die von woanders kamen, jetzt ein neues Land erobert haben. Die Philister, die Seevölker kamen aus Kaftor, was wahrscheinlich Kreta gewesen ist und haben Palästina erobert im 12. Jahrhundert vor Christus. Und die Aramäer kam wohl aus diesem unbekannten Ort Kir. Und Gott hat das alles mitgeleitet. Er ist Herr übrigens der Geschichte, wie wir hier deutlich sehen.

[47:34] Er sagt: „Und ihr seid halt aus Ägypten gezogen.“ Aber wenn das alles ist, worauf sich euer Selbstverständnis beruht, dann reicht das nicht. Dann könnt ihr auch Heiden sein. Beruht dein Selbstverständnis einfach nur auf dem Wissen, wie früher Gottes Volk so ein bisschen geführt hat? Oder hast du, lebst du im Bund mit ihnen? Wenn dein Selbstverständnis nur auf alter Geschichte basiert, dann wirst du es gibt auch viele andere Kirchen und Gemeinden, die auch eine interessante, von Gott geführte Geschichte haben.

[48:09] Vers 9: „Denn siehe, ich lasse das Haus Israel durch alle Heidenvölker sichten, wie Getreide mit einem Sieb gesichtet wird. Und es soll nicht ein Körnlein auf die Erde fallen.“ Gott spricht hier von der Sichtung. Und die Sichtung bestand darin, dass im Exil deutlich werden würde, wer wirklich ein treuer Israelit ist und wer nicht. Und durch die Trübsal der Gefangenschaft sollte das deutlich gemacht werden. Ein Bild darauf, dass die Zeit der Trübsal im Volk Gottes eine Sichtung hervorrufen wird.

[48:48] Und hier gibt es eine schöne Verheißung: Nicht ein Körnlein wird verloren gehen. Vielleicht bist du schwach, vielleicht bist du klein, vielleicht hast du nicht viel Wissen, aber wenn du ein echter, von Herzen bekehrter Christ bist, wirst du durch die Sichtung sicher hindurchkommen. Und wehe dir, wenn du ein Heuchler bist, wehe mir, wenn ich ein Heuchler bin. Wir werden die Sichtung nicht überstehen. Deswegen sucht den Herrn und ihr werdet leben.

[49:09] Das Buch schließt mit fünf ermutigenden Versen. Der Schlussabschnitt beschreibt das, was Gott für das Volk Israel vorgehabt hätte und was sich dann am geistlichen Israel erfüllt hat.

[49:26] In Vers 11 heißt es: „An jenem Tag will ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten, ihre Risse vermauern.“ Das Volk Israel hatte so viele Risse erhalten, innerlich durch die Teilung in Nord- und Südreich, äußerlich durch die Eroberung, die Assyrer, die Babylonier. Und er sagt: „ihre Trümmer wiederherstellen und sie wieder bauen, wie in den Tagen der Vorzeit“, was auch in Jesaja 58 genannt wird, das Wiederaufbauen der Mauern, das Vermauern der Breschen der Risse.

[49:49] Vers 12: „Sodass sie den Überrest Edoms in Besitz nehmen werden und alle Heidenvölker, über die mein Name ausgerufen worden ist, spricht der, der dies tut.“ Hier steht etwas Gewaltiges. Gott sagt, der mein Name ist über den Heidenvölkern ausgerufen. Dass Gottes Name über einem Volk ausgerufen worden ist, das kannte man sonst nur von dem Volk Israel. So lesen wir es in Daniel 9, wo Daniel betet: „dein Volk und die Stadt, über der dein Name ausgerufen ist.“ Aber Gott macht hier deutlich, dass sein Wille es gewesen ist, dass alle Heiden zu seinem Volk Israel gehören sollen. Und so ist es dieser Abschnitt gewesen, Vers 11 und 12 in Amos 9, der im großen Apostelkonzil in Apostelgeschichte 15 der biblische Beleg dafür war, dass Heiden zum Volk Gottes dazuzählen dürfen und missioniert werden sollen. Das war der Vers, der von Jakobus dort zitiert worden ist.

[50:36] Übrigens, er sagt dort nicht Edom, sondern Menschen, weil in der Septuaginta Edom mit Adam übersetzt wird und was dann als Mensch aufgefasst wird.

[50:43] In Vers 14, 13 bis 15 heißt es: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da der Pflüger den Schnitter und der Traubenkelterer den Sämann ablösen wird.“ Ein Bild für eine so reiche Ernte, dass man kaum alles einbringen kann. Da wird schon wieder, da kommt schon wieder der Sämann, um neu auszusehen. Dann werden die Berge von Most triefen und alle Hügel überfließen, und ich will das Geschick meines Volkes Israel wenden, und sie werden die verwüsteten Städte wieder aufbauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und deren Wein trinken, Gärten anlegen und deren Früchte genießen.“ Jeder einzelne kleine Prophet, ob Hosea, ob Joel, ob Obadja, ob Amos, die alle enden mit dieser Vision, die sich im Volk Israel buchstäblich hätte erfüllen können. Es aber nie passiert ist, weil sie Gottes Verheißung nie in Anspruch genommen haben, aber die von den Christen in Anspruch genommen worden sind, die Christus nachgefolgt sind und die dadurch zum neuzeitlichen, geistlichen Israel wurden.

[51:39] Und in Vers 15 heißt es: „Und ich werde sie einpflanzen, der letzte Vers, in ihr Land dauerhaft, und sie sollen aus ihrem Land, das ich ihnen gegeben habe, nicht mehr herausgerissen werden, spricht der Herr, dein Gott.“ Gott hatte das Land Abraham verheißen in 1. Mose 15, Vers 13. Aber schon Mose hatte das Volk zwar nach Kanaan gebracht, aber sie hatten die Kanaaniter nie ganz vertrieben. Die Erfüllung hat sich nie, die Prophezeiung hat sich nie ganz erfüllt. Stattdessen haben die Kanaaniter den Götzendienst dem Volk Israel beigebracht. Als dann aus Babylon und Assyrien später die Exilanten zurückkamen, haben sie Palästina wieder erobert, aber auch dann nicht Gottes Willen getan und schließlich Christus sogar gekreuzigt oder die Römer übergeben zur Kreuzigung und sich von ihm ganz abgewendet, der, der die Verheißung gegeben hat. Und so ist diese Verheißung nie erfüllt worden, jedenfalls nicht durch das buchstäbliche Israel.

[52:27] Und so musste es auf das Geistliche übertragen werden, auf das himmlische, geistliche Jerusalem. Auf das schon Abraham gehaftet hat, was auch dem Abraham schon klar war, dass es jemals einmal dazu kommen wird, so sagt man zu Hebräer 11, Vers 9 und 10 und Offenbarung 21, Vers 1 und 2, da finden wir die endgültige Erfüllung dieser Prophezeiung.

[52:50] Offenbarung 21, Vers 1 und 2: „Und ich sah einen neuen Himmel, eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gibt es nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.“

[53:10] Möchtest du, lieber Freund, liebe Freundin, von Gott in dieses himmlische Land Kanaan eingepflanzt werden, dann gibt es eine Botschaft für dich heute an diesem Tag: Such ihn von ganzem Herzen, dann wirst du leben.

[53:25] Nächste Woche werden wir uns gemeinsam mit dem spannenden Buch Jona beschäftigen und werden dort einiges Neues lernen, denke ich, über das Buch Jona. Ihr seid herzlich eingeladen, dazu wieder einzuschalten. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen, viel Freude auch beim Nachstudieren, einige Details noch hier im Sendemanuskript und bis bald. Amen.


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