[1:00] Hallo und herzlich Willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt zu unserer nächsten Folge unserer Serie "Große Lehren von kleinen Propheten". Wir möchten auch diejenigen herzlich begrüßen, die über Amazing Discoveries uns zuschauen und wollen uns heute eine Dreiviertelstunde beschäftigen mit dem Buch Jona. Überschrieben ist unsere Folge "Immer bereit zu vergeben". Und wir bereiten uns auf das Bibelgespräch am 11. Mai vor. Letztes Mal haben wir das missverständlich oder falsch angegeben, damals schon den 11. Mai erwähnt. Diesmal ist es der 11. Mai und wir werden uns, wie gesagt, mit den vier Kapiteln dieses interessanten kleinen Propheten beschäftigen.
[1:59] Jona ist ein besonderes Buch unter diesen zwölf kleinen Propheten, weil es eigentlich gar keine prophetischen Botschaften in diesem Sinne enthält, wie all die anderen, sondern eigentlich eine Geschichte. Und während bei den anderen kleinen Propheten Geschichten gar nicht oder nur in sehr begrenztem Umfang vorkommen, so ist die gesamte Botschaft des Buches Jona eine Geschichte. Und wir werden gleich noch deutlicher sehen, was das für uns zu bedeuten hat. Das Wort Jona heißt Taube und wird auch im Hohelied an mehreren Stellen als ein zärtlicher Kosename verwendet. Wenn es dort heißt "meine Taube", dann steht im Hebräischen Jona.
[2:41] Jona, so sagt uns Jona 1 Vers 1, war der Sohn von Amitai. Und es heißt nur: "Das Wort des Herrn erging an Jona, den Sohn Amitais, folgendermaßen." Über Jona wird in der Bibel nicht allzu viel berichtet. Es gibt nur eine einzige Stelle, wo er noch einmal außerhalb seines eigenen Buches erwähnt wird, und das ist in 2. Könige 14 Vers 25. Wir wollen das ganz kurz aufschlagen, um hier etwas Interessantes zu lernen über den Propheten Jona.
[3:17] 2. Könige 14 und dort Vers 25. Es heißt hier über den König Jerobeam II., den wir schon öfter betrachtet haben im Zusammenhang mit Hosea und auch mit Amos. Dieser eroberte das Gebiet Israels zurück, von Lebo-Hamath bis an das Meer der Araber, nach dem Wort des Herrn, des Gottes Israels, das er geredet hatte durch seinen Knecht Jona, den Sohn Amitais, den Propheten aus Gat-Hefer.
[3:46] Wir können aus diesem Vers einige Dinge entnehmen. Erst einmal den Ort, aus dem Jona kam. Gat-Hefer heißt wörtlich übersetzt "die Weinkälte des gegrabenen Brunnens", eine Stadt an der Grenze Sebulons, im Norden Israels, etwas unter 4 km nördlich von Nazareth. Auch heute ist diese Stadt noch existent, heißt Chirbet ez-Zura. Und in der Nähe des Ortes befindet sich das angebliche Grab von Jona sogar.
[4:11] Außerdem können wir aus diesem Vers den zeitlichen Aspekt des Buches Jona etwas andeuten, denn es macht deutlich, dass Jona offensichtlich zur Zeit oder kurz vor der Regierung von Jerobeam II. gelebt haben muss. Und das würde ihn in die Nähe von Amos und Hosea, etwas früher eventuell einordnen.
[4:40] Und Jona hat ja eine interessante Botschaft gepredigt. Nicht nur hat er zu den Niniviten gepredigt, das ist das, was wir gut kennen. Er hat wohl offensichtlich auch prophetische Botschaften gehabt an das Volk Israel. Und als einer der ganz wenigen wahren Propheten eine Vorbotschaft, eine Botschaft des Wohlstandes. Und die ist auch in Erfüllung gegangen. Denn vor Jerobeam II. war das Volk wirklich in einer schrecklichen Lage. Wir können das in 2. Könige 14, 26, 27 lesen. Und Gott hatte offensichtlich versucht, noch einmal durch eine Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Lage das Volk zu ihm zu ziehen. Und so hatte Jona verheißen, dass es dort einen Aufstieg geben würde, dass das Land wiedererobert werden würde, das zuvor an andere Länder verloren gegangen worden ist. Und diese Prophezeiung von Jona hat sich in der Regierungszeit von Jerobeam II. tatsächlich erfüllt.
[5:32] Was aber sich nicht erfüllt war, das war der Wunsch Gottes, dass dadurch das Volk Israel näher zu ihm gezogen wird. Und Jerobeam blieb auf dem falschen Kurs seiner Vorgänger. Auch das wird in der Bibel deutlich dann. Und so haben wir aber einen Hinweis, in welcher Zeit Jona spielt.
[5:54] Das Buch Jona beschäftigt sich aber nicht so sehr mit den Gegebenheiten des Nordreiches oder überhaupt Israels, sondern mit Assyrien. Denn der Auftrag in Jona 1, Vers 2 ist.
[6:18] Die Zeit haben wir schon etwa eingeordnet. Zu dieser Zeit gab es einige assyrische Könige, die wir hier im Sendemanuskript aufgeschrieben haben. Es ist interessant, dass einer dieser Könige, Adad-nirari III. von 810 bis 782 v. Chr., eine monotheistische Revolution mitgestaltet hat. Da gibt es Hinweise darauf. Und manche meinen, es könnte hier eine direkte Verbindung bestehen zu der Predigt von Jona.
[6:45] Ninive, die Stadt, war eine der wichtigsten Städte im assyrischen Reich, mehrmals auch die Hauptstadt dieses Weltreiches gewesen. Ninive war gegründet worden von Nimrod, schon in 1. Mose 10, Vers 11. Assyrisch heißt die Stadt Ninua und ist eine der ältesten Städte der Assyrer auch gewesen. Und besonders dann vom 9. bis 7. Jahrhundert erlebt diese Stadt eine große, große Blütezeit. Wir werden später in Kapitel 3 noch sehen, was für eine gewaltige Stadt das war. Die Stadt Ninive wurde dann später 612 v. Chr. von den Medern und Babyloniern eingenommen und dann im 19. Jahrhundert ausgegraben. Und seitdem wissen wir einiges mehr über diese Stadt.
[7:24] Gehen wir jetzt ein bisschen hinein in die Details der Geschichte. Jona bekommt den Auftrag, sich an diese Weltstadt, an diese Großstadt der damaligen Zeit zu wenden und dort Gottes Botschaft zu predigen. Gott gibt ihm Grund. Er sagt: "Die Bosheit ist vor mein Angesicht gekommen." Auch andere Texte der Bibel, wie in Nahum 3, Vers 1 und 19, beschreiben, dass Ninive eine schlimme Stadt gewesen ist, eine böse Stadt. Aber offensichtlich war ihr Fall nicht hoffnungslos. Ansonsten hätte Gott ja diesen Propheten nicht gesandt.
[7:57] Dieses "vor mein Angesicht heraufkommen" ist eine Formulierung, die wir auch an anderen Stellen der Bibel finden: bei der Sintflut in 1. Mose 6, dann auch bei Sodom und Gomorra in 1. Mose 18. Und jedes Mal, wenn diese Formulierung vorkommt, dann wird angedeutet, dass jetzt eine Gnadenzeit kurz vor dem Abschluss steht, dass hier also wirklich eine ernsthafte Situation eingetreten ist. Gott ist bereit, das Gericht auszuführen.
[8:21] Interessant ist das, was Jona mit diesem Auftrag macht. In Vers 3 lesen wir: "Da machte sich Jona auf, um von dem Angesicht des Herrn weg nach Tarsus zu fliehen." Statt gehorsam zu sein und diese Botschaft zu predigen, die sicherlich unpopulär gewesen ist, entscheidet er sich, vor Gott wegzulaufen. Psalm 139 macht ganz deutlich, Vers 7-12, dass man vor Gott gar nicht weglaufen kann. Und wenn ich Flügel nehmen würde bis zur Morgenröte, man kann vor Gott nicht weglaufen. Und Jona hat es versucht, und ich denke, wir können von ihm lernen, dass das unmöglich ist.
[9:02] Tarsus, das ist vermutlich die reiche Stadt Tartessus in Spanien, die wichtige Handelsbeziehungen zu der phönizischen Stadt Tyrus unterhalten hat. Und es heißt weiter: "Er ging nach Jaffa hinab und fand dort ein Schiff, das nach Tarsus fuhr." Jaffa war die einzige wirklich nennenswerte Hafenstadt Israels, das heutige Jaffa, 45 Kilometer von Jerusalem entfernt, eine der ältesten Städte der Welt. Und war damals auch ein Umschlagplatz gewesen, schon zur Zeit Salomos, für die Einfuhr von Tempelholz usw.
[9:35] Nun, hier haben wir also Gott, der einen Auftrag gibt an seinen Propheten, der auch vorher schon für Gott gearbeitet hat. Und der Prophet rennt einfach davon und glaubt, Gott entfliehen zu können. Es ist interessant, wie im Buch Jona, wir werden das noch sehen, Gott durch das ganze Buch und durch einfache Mittel verwendet, um den Propheten zu korrigieren. Er verwendet hier einen Wind, später einen Fisch, einen Rizinusstrauch oder einen Wurm. Gott benutzt die Natur, um Jona zum Nachdenken zu bringen.
[10:05] Hier in Vers 4 lesen wir aber: "Der Herr schleuderte einen starken Wind auf das Meer, sodass ein großer Sturm auf dem Meer entstand und das Schiff zu zerbrechen drohte." Dass Gott die Macht über den Wind hat, daran kann wohl kein Zweifel bestehen, wenn man die Bibel ein wenig liest. Das vielleicht eindrücklichste Beispiel ist die Geschichte Matthäus 8, Vers 24-27, wo Jesus durch sein Wort den Sturm stillt und deutlich gemacht hat, dass er der Herr auch über den Wind ist.
[10:34] Und so ein Sturm, der erregt natürlich Aufmerksamkeit bei den Seefahrern. In Vers 5 heißt es: "Da fürchteten sich die Schiffsleute und schrien, jeder zu seinem Gott, und sie warfen die Geräte, die im Meer waren, ins Meer, um es dadurch zu erleichtern." Und hier wird deutlich, dass verschiedene Religionen hier am Schiff anwesend gewesen sind. Man kann wohl davon ausgehen, dass auch einige Phönizier dabei gewesen sind, denn sie waren die Experten der Schifffahrt. Und Geräte ins Meer zu werfen, war etwas, was natürlich selbstverständlich war. So eine Situation, auch Apostelgeschichte 27, da wird uns berichtet von der Schifffahrt, die Paulus unternommen hat, dass in einer ähnlichen Situation auch dort Geräte über Bord geworfen worden sind.
[11:17] Aber das Erstaunliche an der Geschichte ist, dass trotz der Krise, die das Schiff hier umgibt, einer völlig unbeteiligt ist. Und das ist in Vers 5 Jona. Es heißt nämlich: "Jona aber war in den untersten Schiffsraum hinabgestiegen, hatte sich niedergelegt und war fest eingeschlafen." Das hebräische Wort kann auch übersetzt werden: Er schnarchte. Können Sie sich das Bild praktisch vorstellen? Die Wellen toben und gehen über das Meer und die Seeleute sind verzweifelt, werfen alle möglichen Gegenstände ins Meer hinaus, versuchen das Schiff leichter zu machen. Und tief unten am entferntesten Platz, ganz unten am untersten Deck, schnarcht Jona.
[11:56] Interessantes Bild. Wir werden sehen, dass Jona in all seinen Handlungen immer auch ein Symbol ist für das Volk Gottes. Denn die Propheten sollten immer durch ihre Handlungen, durch ihr Leben das Volk Gottes darstellen. Und manchmal, glaube ich, geht es uns ganz ähnlich, dass wir einen Auftrag von Gott bekommen, große Dinge zu tun, die großen Städte dieser Welt zu missionieren, und wir rennen davon. Und dann kommen die Krisen und die ganze Welt wird aufgeschüttelt durch die Krisen, aber wir schnarchen noch immer.
[12:31] In Vers 6 heißt es: "Da trat der Schiffskapitän zu ihm und sprach: Was ist mit dir, dass du so schläfst? Steh auf, rufe deinen Gott an, vielleicht wird dieser Gott an uns gedenken, dass wir nicht untergehen." Die Idee ist ganz deutlich: Wir haben schon alle Götter hier angerufen, bisher hat keiner geholfen, vielleicht ist deiner der Richtige.
[12:51] Und in Vers 7 heißt es: "Sie sprachen einer zum anderen: Wir wollen Lose werfen, damit wir erfahren, um wessen Willen uns dieses Unglück getroffen hat." Und sie warfen Lose, und das Los traf Jona.
[13:06] Jona, die Bibel sagt einen interessanten Satz in 4. Mose 32 und dort Vers 23. Da heißt es aber: "Wenn ihr bei nichts so handelt, siehe, so habt ihr euch an dem Herrn versündigt, und ihr werdet erfahren, dass eure Sünde euch finden wird." Ja, wir mögen meinen, vor Gott davonlaufen zu können, aber unsere Sünde wird uns finden. Und so ist Jona eingeholt worden von seiner eigenen Sünde, von seiner eigenen Feigheit.
[13:44] Und was jetzt passiert, wird schon in der Sprache des nächsten Verses so deutlich. Da sprachen sie zu ihm: "Sag uns doch, um wessen Willen uns dieses Unglück getroffen hat. Was ist dein Gewerbe und wo kommst du her? Was ist dein Land und von welchem Volk bist du?" Man kann sich vorstellen, wie all diese verschiedenen Fragen fast gleichzeitig durcheinander hineingeworfen worden sind ins Gespräch. Alle waren aufgeregt und mitten in diesem Sturm, um zu erfahren, was jetzt der Grund für diese ganze Angelegenheit ist.
[14:11] Und da Jonas Sünde das ganze Schiff an den Rand des Todes gebracht hat, ist es nur allzu angemessen, jetzt auch ein öffentliches Bekenntnis abzulegen. Und er sagt in Vers 9: "Er sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer." Das Wort Hebräer wird im Alten Testament meistens dann verwendet, wenn die Israeliten im Kontakt, im Austausch sind mit den Heiden. Scheint so der Begriff zu sein, bei dem die Israeliten bei den Heiden bekannt gewesen sind. Wir finden das in 1. und 2. Mose öfter mal, haben im Sendemanuskript hier einige Beispiele aufgeschrieben.
[14:44] Er sagt also: "Ich bin ein Hebräer und ich fürchte den Herrn." Und hier steht wahrscheinlich in euren Bibeln auch das Wort Herr in Großbuchstaben, in kleinen Großbuchstaben. Und das ist natürlich Jahwe, der Eigenname Gottes. Er sagt: "Das ist mein Gott, Jahwe."
[14:57] Und dann sagt er etwas über diesen Gott. Er sagt nämlich: "Den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat." Und das ist eine Formulierung, die wir mehrmals in der Bibel finden, unter anderem auch in Daniel 2, Vers 37 und 44. "Der Gott des Himmels." Und seine schöpferische Macht, die weist ihn aus. Die zeigt, dass er mächtiger ist als all die anderen vermeintlichen Götter. So wird das in der Bibel in Jesaja und Jeremia immer wieder angedeutet. Und schon deswegen sind jetzt auch diese anderen Schiffsmitfahrer geneigt, diesem Gott erstmal hier zu vertrauen und das anzunehmen, was Jona sagt.
[15:39] Es heißt in Vers 10: "Da gerieten die Männer in große Furcht und sprachen: Was hast du da getan? Denn die Männer wussten, dass er vor dem Angesicht des Herrn floh, denn er hatte es ihnen erzählt."
[15:51] Und jetzt kommt vielleicht einer der spannendsten Momente der ganzen Geschichte. Vers 11 heißt es: "Und sie fragten ihn: Was sollen wir mit dir machen, damit das Meer uns in Ruhe lässt? Denn das Meer tobte immer schlimmer." Wir sehen hier also sogar eine Steigerung, wie dieses Gericht Gottes, das Gott offensichtlich gesandt hat, immer stärker die Daumenschrauben angesetzt und angelegt hat, um eine Entscheidung herbeizuführen.
[16:17] Vers 12 heißt es: "Und er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer euch in Ruhe lassen. Denn ich weiß wohl, dass dieser große Sturm um meinetwillen über euch gekommen ist." Jona hat interessanterweise eine ganze Reihe Kontrastparallelen zu Jesus. Eine Parallele auf jeden Fall ist die, dass hier sowohl Jona als auch Jesus bereit waren zu sterben, um andere zu retten. Der Kontrast wäre natürlich, dass Jesus sein ganzes Leben lang treu gewesen ist, und Jona hier zu Recht von Gott bestraft wird, weil er ganz ausdrücklich untreu gewesen ist. Wir werden noch mehrere solcher Kontrastparallelen finden.
[17:00] Es heißt in Vers 13: "Da ruderten die Leute mit aller Kraft, um das Ufer wieder zu erreichen." Offensichtlich sind sie nicht sofort gleich eingegangen. Obwohl es Heiden waren, obwohl sie vielleicht schon so manches Unheil gesehen haben und sicherlich nicht als Seefahrer Weichlinge gewesen sind, haben sie sich gescheut davor, jetzt einen Menschen in diesem Sturm über Bord zu werfen. Wir wissen aus anderen Quellen, dass antike Schiffe meistens an der Küstenlinie entlang gesegelt sind. So war das Ufer in Sichtweite und sie haben versucht, dorthin zu gelangen, haben es aber mit aller Kraft nicht erreicht.
[17:35] Als sie das sehen, blieb ihnen keine andere Wahl. Aber sie konnten es nicht, denn das Meer tobt immer schlimmer gegen sie. Vers 14: "Da schrien sie zu dem Herrn und sprachen: Ach Herr, lass uns doch nicht um der Seele dieses Mannes willen untergehen, rechne uns aber auch nicht unschuldiges Blut an, denn du, Herr, hast getan, was dir wohlgetan."
[17:56] Sie sagen: "Was sollen wir tun? Sollen wir ihn jetzt hinüberwerfen? Ist das vor dir recht?" Man sieht also, wie diese Heiden mit ihrem begrenzten Verständnis von Gott das tun wollen, was Gott möchte. Und damit sind sie glaubensmäßig schon ein ganzes Stück weiter als Jona, der wissend, was Gott möchte, es nicht tun wollte. Und es ist interessant, wie diese Menschen hier doch sehr deutlich zu Gott finden, wie wir gleich noch sehen werden.
[18:25] In Vers 15 heißt es: "Darauf nahmen sie Jona und warfen ihn ins Meer, und das Meer hörte auf mit seinem Wüten." Und ich denke, jeder Schiffsmann dort auf dem Schiff wird gemerkt haben, dass das eine übernatürliche Sache gewesen ist. Stürme sind einem Schiffsmann vertraut, aber was hier passiert war, war außergewöhnlich. Und es war auch ein Mittel, mit dem Gott noch diese Menschen erreichen konnte.
[18:48] Das heißt, in Vers 16: "Da bekamen die Männer große Ehrfurcht vor dem Herrn und brachten dem Herrn ein Schlachtopfer dar und legten Gelübde ab."
[19:02] Nun, wie schon angedeutet, das Buch Jona ist nicht nur eine Geschichte. Es ist inmitten dieser kleinen Propheten auch gewisserweise eine Typologie, eine Prophezeiung auf den Gang des Volkes Israel. Das Volk Israel hatte einen Auftrag von Gott bekommen, hinauszugehen in die Welt und den großen Nationen dieser Welt das Evangelium zu predigen. Jesaja 60 zum Beispiel: "Mache dich auf, werde Licht." Gott wollte, dass das Volk Israel sein Wesen, seinen Charakter im Leben und in der Lehre deutlich macht.
[19:34] Aber über Jahrhunderte hat das Volk Israel die meiste Zeit einen anderen Kurs eingeschlagen, genau in die entgegengesetzte Richtung. Und das führte im Laufe der Geschichte immer wieder zu großen Katastrophen, zu großen Schwierigkeiten, zu Kriegen. Der Wind in der Bibel steht ja auch für Kriege. Und es führte dazu, dass die Israeliten, die sich mit den Heiden verbanden, dass diese Heiden oftmals gläubiger gewesen sind als die Israeliten selbst. Und das ist etwas, was hier typologisch im ersten Kapitel durchaus mit hindurchscheint.
[20:14] So weit, dass Gott nicht anders konnte, als zuzulassen, dass Jona ins Meer geworfen wird. Und dem würde entsprechen, dass das Volk Israel aus dem Land hinausgeworfen wurde, in das Gott sich hineingeführt hatte, und verschluckt wurde, sozusagen, von dem assyrischen bzw. dem babylonischen Weltreich.
[20:36] Das ist das, was wir in Kapitel 2, Vers 1 lesen, wo es heißt: "Und der Herr entsandte einen großen Fisch, der Jona verschlingen sollte. Und Jona war im Bauch des Fisches drei Tage und drei Nächte lang."
[20:47] Was für eine interessante Geschichte. Denn das hat schon jeden, der die Bibel ein bisschen mehr angeschaut hat, interessiert, was das wohl für ein Fisch gewesen ist. Wir können aufgrund des Hebräischen nicht genau sagen, was für ein Fisch es gewesen ist. Matthäus 12, Vers 40 sagt: "Es war ein Riesenfisch." Im Griechischen Ketos meint ein Seeungeheuer. Und was genau es gewesen ist, wissen wir nicht.
[21:13] Es muss aber jedenfalls ein furchtbares Erlebnis gewesen sein. Man weiß von einem Fischer, der mal in Japan gefunden worden ist, nach einem Tag im Fisch, in einem großen Fisch, in einem großen Wal, glaube ich, wenn ich mich recht entsinne, dass er sein Leben lang eine blaue Haut gehabt hat, von der Säure, von der Magensäure dort in diesem Tier. Und es ist gut anzunehmen, dass Jona zeitlebens gezeichnet war, im wahrsten Sinne des Wortes.
[21:43] Kapitel 2 beinhaltet jetzt eines der bemerkenswertesten Gebete der ganzen Bibel. Jona betet dort in diesem Fisch. Und es ist interessant, dass er erst jetzt betet. Er hätte ja schon beten können, als der Sturm kam, oder wenigstens als er ins Los geworfen worden war. Selbst als das Wasser über ihm in den Wellen schoss und ihn zu begraben drohte. Das scheint er nicht wirklich intensiv gebetet zu haben. Erst jetzt, als er sozusagen an der Endstation angekommen war, wo es nicht weiter ging, wo er eines langsamen, schmerzhaften Todes harren musste. Dort betet er.
[22:27] Interessant, was er betet. In Vers 2 lesen wir: "Und Jona betet aus dem Bauch des Fisches zu dem Herrn, seinem Gott, und sprach: Aus meiner Drangsal rief ich zu dem Herrn, Vers 3, und er hörte mich. Aus dem Schoß des Totenreiches schrie ich, und du hörtest meine Stimme."
[22:40] Es ist bemerkenswert zu sehen, dass Jona in seinen Formulierungen hier ganz oft die Psalmen zitiert, paraphrasiert oder Anleihen an ihre Sprache macht. In dem Fall sind es zum Beispiel Psalm 18, Vers 7, 120, Vers 1, Psalm 50, Vers 15 und 107, Vers 6, die er hier andeutet. Er muss also ein Psalmdichter oder, Verzeihung, ein Kenner der Psalmen gewesen sein. Als Prophet kannte er sich in der Bibel aus. Vielleicht hat er sogar eine dieser Dinge gesungen, einige Psalmen in Erinnerung gehabt und dort im Bauch des Wales oder des Fisches gesungen.
[23:15] In Vers 4 heißt es: "Denn du hattest mich in die Tiefe geschleudert, mitten ins Meer, dass mich die Strömung umspülte. Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich." Und das ist natürlich eine sehr poetische, sehr lebhafte Beschreibung dessen, was Jona erlebt hat, als er dort ins Meer geworfen worden ist, als er versucht hat, durchschwimmend vielleicht sich über Wasser zu halten und die Wellen über ihm brachen und er kaum noch Luft bekommen hat. Auch hier sind wieder einige Psalmelemente eingebaut. Psalm 42, Vers 88, die hier angespielt werden.
[23:50] Vers 5 heißt es: "Und ich sprach: Ich bin von deinen Augen verstoßen, dennoch will ich fortfahren, nach deinem heiligen Tempel zu schauen." Das ist eine Idee, die im Alten Testament immer wieder deutlich wird, gerade dann und nicht nur dann, wenn man von Gott entfernt ist. Dann war es das Vorrecht der Kinder Israels, sich zurückzubesinnen an Jerusalem, zurückzubesinnen an den Tempel, zurückzubesinnen an den Dienst, den dort der Priester tun sollte, zurückzubesinnen an das, was Gott für sie tun wollte.
[24:23] 1. Könige 8, Vers 30 hatte eine interessante Anspielung darauf, eine interessante Idee. In 1. Könige 8 und dort Vers 30 lesen wir: "So höre doch das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel, dass sie zu diesem Ort hin beten werden, ja, höre du es, an dem Ort deiner Wohnung im Himmel, und wenn du es hörst, so vergib."
[24:49] Jona wird sich daran erinnert haben, dass Gott diese Verheißung gegeben hatte, dass, wenn wir zum Tempel hin beten, dort, wo die Erlösung symbolisiert worden ist, dass dann die Israeliten Rettung erfahren durften. Und so ist es mit uns: Wenn wir in den schlimmsten Katastrophen unseres Lebens sind, wenn wir zum Tempel hin beten, dann dürfen wir wissen, dass Gott uns hört, dass wir einen Hohen Priester haben, der Mitleid haben kann mit unseren Schwachheiten.
[25:20] Ich weiß nicht, was du durchgemacht hast. Vielleicht bist du von Gott weggelaufen, wie Jona, und hast ein fremdes Schiff bestiegen, wo Gott einen klaren Plan zu deinem Leben hatte. Vielleicht bist du in Konflikte geraten, vielleicht bist du über Bord gegangen, hast ums Überleben gekämpft, vielleicht stand dir das Wasser bis zum Hals, wie Jona gleich im nächsten Vers sagen wird. Vielleicht sitzt du irgendwo in einer stinkenden Ecke. Aber wenn du zum Tempel hin betest, dann kannst du das erleben, was Jona erlebt hat, nämlich die Rettung des Herrn.
[25:57] In Vers 6 heißt es: "Die Wasser umringten mich bis an die Seele." Das ist eine hebräische Formulierung, die wir am besten deutsch wiedergeben könnten: "Das Wasser stand mir bis zum Hals." Es fehlte nicht viel, und Jona wäre ertrunken. Der Fisch kam sozusagen im letzten Moment. Und es heißt in Vers 6 weiter: "Die Tiefe umgab mich, Meergras umschlang mein Haupt, voller Algen und voller all diesen Dingen, die da im Meer umher schwimmen." Es war keine angenehme Situation. Er konnte von Glück reden, dass er überhaupt noch lebte. Aber ob er noch länger weiterleben würde, dort im Magen dieses Tieres, mit den aggressiven Magensäuren, die an ihm fraßen, schädlich für ihn waren, das war zweifelhaft. Es gab ja auch nicht viel, von dem er sich ernähren konnte. Drei Tage war er da. Wie lange mehr hätte er ausgehalten? Gott hätte ihn ja auch 30 Tage dort im Fisch halten können. Das hat aber Gott nicht getan. Wir haben einen Gott, der uns nur so viel prüft, wie wir es ertragen können. Und wenn wir zu ihm beten, liebt er es, uns zu retten.
[27:16] In Vers 8 heißt es: "Als meine Seele..." Vers 7 heißt es: "Zu den Gründen der Berge sank ich hinunter. Die Erde war auf ewig hinter mir verriegelt." Das ist ein interessanter Vers, denn er zeigt, dass das Wort "ewig" im Hebräischen nicht immer ohne Ende meint, sondern einen langen Zeitraum, manchmal auch einen gefühlt langen Zeitraum wie hier. Und es ist das gleiche Wort, das zum Beispiel auch in 2. Mose 21, Vers 6 verwendet wird, wo es um den Sklaven geht, der dann auf ewig dienen soll, nämlich so lange, bis er stirbt. Man denkt natürlich auch an das ewige Feuer von Judas 7, das über Sodom und Gomorra ging und das auch ausgebrannt ist. Eines dieser wichtigen Verse, die deutlich zeigen, dass das Wort "ewig" nicht immer ohne Ende heißt.
[28:00] Und in Vers 8 heißt es: "Als meine Seele in mir verschmachtete, gedachte ich an den Herrn, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel." Jona hatte inmitten dieser schrecklichen Situation die Gewissheit, dass sein Gebet im Tempel angekommen ist. Manchmal haben wir das Gefühl, dass unsere Gebete nur bis zur Zimmerdecke gehen. Aber Jona hatte nicht das Gefühl, dass sein Gebet nur bis zur Magendecke des Fisches ging. Er wusste, wenn er aufrichtig zu Gott betet, wenn er sich an das erinnert, was die Bibel sagt, so wie er hier die Psalmen paraphrasiert und aufnimmt in seine Gebete, dann wird Gott ihn erhören.
[28:38] Vers 10 heißt es: "Ich aber will dir mit lauter Stimme Lob opfern. Was ich gelobt habe, das will ich bezahlen. Die Rettung kommt von dem Herrn." Was für ein triumphaler Schluss dieses Gebets. "Ich will dir Lob opfern." Und da müssen wir ganz unweigerlich denken an Psalm 50, der jetzt in diesem Zusammenhang mit der Geschichte von Jona vielleicht eine ganz praktische Bedeutung bekommt.
[29:02] In Psalm 50 und dort Vers 14 und 15. Dort heißt es: "Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde und rufe mich an am Tag der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich ehren." Jona spielt ganz offensichtlich auf diese Passage an. Er sagt Gott: "Du hast gesagt, wenn ich dir Dank opfere, wenn ich dem Höchsten meine Gelübde erfülle, dann wirst du mich am Tag der Not erretten, und ich werde dich ehren." Er nimmt die Verheißung und sagt: "Weil ich das tue, weil ich dir Dank opfere, weil ich meine Gelübde dir erfüllen möchte, deswegen wirst du mich retten."
[29:42] Und als er das sagt, als er mit einer Verheißung betet, und was für eine wunderbare Lektion für uns, wenn wir mit Verheißung beten, dann werden wir erhört werden. Als Jona mit einer Verheißung betete, das nächste, was die Bibel sagt, in Vers 11: "Und der Herr gebot dem Fisch, und er spie Jona ins Land."
[29:59] Und wenn wir noch so tief gefallen sind, noch so weit hinabgesunken sind bis an den Grund des Ozeans, umschlungen vom Meergras inmitten der Magensäure eines Fisches, wenn wir die biblischen Verheißungen ernst nehmen und mit dem Blick auf Gottes Heiligtum beten, dann wird Gott uns retten. Psalm 50 hat er am Ende gesagt, Vers 15: "Und ich will dich ehren."
[30:30] Jona hatte jetzt die Aufgabe, Gott darin zu ehren, jetzt diesen Auftrag, den er bekommen hatte, tatsächlich auch auszuführen. Wir werden sehen, ob er jetzt in Kapitel 3 und 4 Gott wirklich geehrt hat.
[30:42] Bevor wir das anschauen, noch eine ganz kurze Idee. Wenn es also so ist, dass das Volk Jona ein Typus ist für das Volk Israel, dann könnte dieses zweite Kapitel ein Hinweis darauf sein auf die Zerknirschung des Volkes, als es dann erst einmal im Exil war. So wie Jona in das Meer geworfen wurde, so wurden die Israeliten in das Völkermeer hineingeworfen. Markus 17, Vers 15 sagt er, dass das Meer ein Symbol ist für die Völker und Nationen und Scharen. Und sie wurden weggeführt, gefangen genommen, so wie Jona gefangen war dort im Magen des Fisches. Aber die Bibel macht auch deutlich, dass Gott Verheißungen gegeben hatte, dass, wenn sie auf diese Verheißungen sich berufen und beten, diese Verheißungen in Anspruch nehmen, dann wird er sie wieder herausführen.
[31:30] Und wir sehen in der Bibel, dass das passiert ist, dass Leute und Menschen wie Daniel, die gefastet haben, die gebetet haben, die die Verheißungen in Anspruch genommen haben und gesagt haben: "Gott, du hast verheißen, dass das Volk Israel herausgeführt worden ist aus dem Exil und es einen Neuanfang gab." Diesen Neuanfang gibt es auch mit Jona, jetzt in Kapitel 3. Es heißt dann ab Vers 1: "Und das Wort des Herrn erging zum zweiten Mal an Jona, folgendermaßen."
[31:56] Vers 2: "Mache dich auf, geh nach Ninive, die große Stadt, und verkündige ihnen die Botschaft, die ich dir sagen werde." Hier wiederholt Gott genau das, was er schon im ersten Kapitel getan hat. Gott fängt nochmal von vorne an. Und wenn Gott nochmal von vorne mit uns anfängt, dürfen wir wissen, dass er an seiner Botschaft nichts ändert. Die Gnade Gottes, seine Liebe, seine Geduld, seine Barmherzigkeit ändern nichts an der Botschaft, die wir zu tragen haben. Ja, wenn wir gefallen sind, wenn wir weggelaufen sind, dann ist er langmütig, er führt uns zurück, er liebt uns, er zieht uns zu sich. Und wenn wir dann bei ihm sind, gibt er uns dieselbe Botschaft, die wir jetzt tragen möchten.
[32:35] Vers 3 heißt es, und das ist jetzt der große Kontrast zu Kapitel 1, Vers 3: "Da machte sich Jona auf, nicht weg vom Angesicht des Herrn, sondern gemäß des Herrn, und ging nach Ninive, nach dem Wort des Herrn." Jeder von uns hat die Entscheidung, ob wir uns vom Angesicht des Herrn wegbewegen oder gemäß des Wortes des Herrn uns bewegen. In welche Richtung läuft dein Leben? Läuft es weg vom Angesicht des Herrn, oder gehst du gemäß des Wortes des Herrn? Beide Möglichkeiten existieren, aber die Bibel macht deutlich: Nur dann, wenn wir gemäß des Wortes des Herrn gehen, dann werden wir Licht haben auf unserem Weg, denn die Bibel sagt: "Das Wort des Herrn ist eine Leuchte für unseren Fuß."
[33:25] In Vers 3 heißt es: "Da machte sich Jona auf und ging nach Ninive. Ninive war aber eine sehr große Stadt vor Gott, drei Tagesreisen groß." Archäologen haben herausgefunden, dass Ninive flächenmäßig sogar größer war als Babylon. Es war eines der absoluten Megacities der Antike. Und allein diese Tatsache sollte uns dazu führen, das Buch Jona genauer und gründlicher zu studieren, denn hier geht es um Großstadtmissionen, wie in keinem anderen Buch der Bibel. Und um all die Fehler, die gemacht werden können, wenn man Großstadtmission betreiben möchte.
[34:08] Der erste Fehler haben wir schon deutlich gesehen: es gar nichts zu tun, wegzulaufen, etwas anderes zu machen. Das ist niemals in Gottes Sinne. Und wenn dieser Ruf erschallt, die großen Städte der Welt zu missionieren, und wir das ignorieren, dann sollten wir uns nicht wundern, wenn die Stürme kommen und uns demütigen, sodass wir zurückkehren müssen zu Gott und zu seinem Plan.
[34:35] In Vers 4 heißt es: "Und Jona fing an, eine Tagesreise weit in die Stadt hineinzugehen, und er rief und sprach: Noch 40 Tage, und Ninive wird zerstört." Das Wort, das hier für "zerstört" steht, hebräisch "hafak", wird auch in 1. Mose 19, Verse 21, 25 und 29 benutzt, um die Zerstörung von Sodom und Gomorra zu beschreiben. Dieses Umkehren. Und das ist eine gewaltige Sache. Hier ging es nicht nur um eine kleine Korrektur, hier ging es um alles. Wo nicht Gott sagt: "Wenn ihr nicht umkehrt, 40 Tage noch, dann wird Ninive dem Erdboden gleichgemacht."
[35:16] Aber was wichtig ist zu wissen, ist, dass, wenn Gott eine solche Gerichtsbotschaft an eine Nation gibt, es immer implizit etwas dazu gibt. Nämlich in Jeremia 18, Vers 7-10 wird uns gesagt. Jeremia 18 und dort Vers 7-10. Da sagt Gott: "Einmal rede ich über ein Volk oder ein Königreich, das sich jetzt ausrotten, verderben und zugrunde richten will. Wenn aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit umkehrt, dann reut mich auch das Unheil, das ich über sie zu bringen gedachte. Und ein anderes Mal rede ich über ein Volk oder ein Königreich, das ich jetzt bauen oder pflanzen will. Wenn es aber das tut, was böse ist in meinen Augen und auf meine Stimme nicht hört, so reut mich auch das Gute, das ich mir vorgenommen hatte, ihnen zu tun."
[36:04] Impliziert war also in dieser Botschaft Jonas die Möglichkeit umzukehren. Das müssen wir verstehen. Gott mag eine Botschaft des Gerichts predigen, er predigt es immer nur deswegen, um das Volk zur Umkehr zu bringen. Und es ist interessant, dass im Buch Jona die Heiden das verstanden haben, aber der Prophet nicht.
[36:29] Denn die Heiden, die Bewohner Ninives, dieser bösen Stadt, erkannten in dieser Botschaft das Werben Gottes und das Rufen Gottes. Vers 5 heißt es: "Und die Leute von Ninive glaubten Gott." Im Buch Jona finden wir einen gewaltigen Kontrast, nämlich diesen einfachen Glauben der Heiden, die wenig wissen. Schon in Kapitel 1 hatten wir gesehen, wie diese Schiffsmänner einfach Ehrfurcht vor Gott bekommen hatten. Vers 16 haben wir es damals übersprungen. Da heißt es: "Dafür kamen die Männer große Ehrfurcht vor dem Herrn und brachten dem Herrn ein Schlachtopfer dar und legten Gelübde ab." Hier haben wir die Niniviten, die nach einer einzigen Botschaft, nach einem Tag anfangen, dem Herrn zu glauben. Und gegenüber steht der Prophet Jona, der erst ungehorsam ist, dann eine Herzenshärte vorweist, die schon wirklich seinesgleichen sucht. Die Menschen draußen nehmen die Botschaft liebend gerne auf und versuchen sich danach zu richten, während der, der die Botschaft bringt, hartherzig ist und sie nicht wirklich selbst versteht.
[37:38] Es ist dieser einfache Glaube, den sie hier an den Tag legen, die Niniviten, der zu einer echten Bekehrung führt. Es ist der Glaube, den auch Noah gehabt hat, der uns in Hebräer 11, Vers 7 gesagt wird, dass Noah, als er von der Zerstörung hörte, von Furcht bewegt, die Arche baute. Als die Bewohner Ninives hören, was auf sie zukommt, sind sie von Furcht bewegt. Und sie bauen an dieser geistlichen Arche. Sie glauben Gott.
[38:05] Das heißt, sie riefen ein Fasten aus und legten ein Sacktuch an, vom größten bis zum kleinsten unter ihnen. Sacktuch in der Bibel, immer wieder ein Zeichen für Trauer. Daniel 9, Vers 3 zum Beispiel, wo Daniel gebetet hat und gefastet hat. Matthäus 11, Vers 21, viele andere Stellen. Und es ist genau das, wonach Gott sich für das Volk Israel gesehnt hätte.
[38:26] Ich lese das ganz kurz. Wir haben es ja vor Kurzem erst angeschaut, als wir Joel studiert haben. Da heißt es in Joel 2, Vers 12 und 13: "Doch auch jetzt noch spricht der Herr: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen, mit Fasten, mit Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem Herrn, eurem Gott. Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Gnade, und das Übel reut ihn." Das, was die Israeliten so selten verstanden und so schwerfällig daran waren, es umzusetzen, das haben die Bewohner Ninives in wenigen Tagen begriffen und es entsprechend umgesetzt.
[39:00] Hier in Ninive ereignet sich eine Reformation, die sich in Israel hätte ereignen sollen. Eine Erweckung, die sich Gott eigentlich für sein eigenes Volk gewünscht hätte.
[39:09] Vers 6: "Und das Volk gelangte bis zum König von Ninive." Wie schon angedeutet, eventuell, wir können es nicht genau festlegen, aber es könnte sich hier um Adad-nirari III. handeln. Und es heißt hier: "Und er, der König, stand von seinem Thron auf, legte seinen Mantel ab, hüllte sich in Sacktuch und setzte sich in die Asche." Was für ein Zeugnis! Ein heidnischer König hört einen fremden Propheten. Beim ersten Mal erkennt er die Stimme Gottes und demütigt sich. Was für ein Vergleich zu den israelitischen Königen, die wir Jahrhunderten weg einen Propheten nach dem anderen hatten, die immer wieder die gleichen Botschaften machten. Und kaum einer von ihnen hat sich auch nur annäherungsweise so gedemütigt wie dieser assyrische König. Könnte es sein, dass wir, die wir die Botschaft gut kennen, oft der Botschaft viel verschlossener gegenüberstehen als diejenigen, die sie nicht kennen?
[40:01] Und Jakobus macht ganz deutlich, dass Gott demjenigen Gnade schenkt, der sich demütigt. Jakobus IV, Vers 6 macht das deutlich.
[40:08] Vers 7: "Und er ließ ausrufen und sagen in Ninive auf Befehl des Königs und seiner Großen: Menschen und Vieh, Rinder und Schafe sollen nichts genießen. Sie sollen weder weiden noch Wasser trinken." Nun, in unseren Ohren mag das vielleicht etwas seltsam klingen, jetzt auch das Vieh hier zum Fasten zu verdonnern. Das ist vielleicht ungewöhnlich, aber doch nicht völlig unbekannt bei heidnischen Völkern. Wir wissen zum Beispiel von Herodot, dass auch Perser bei bestimmten Situationen, wenn sie getraut haben, ihren Pferden die Mähnen abgeschnitten haben. Die Niniviten wussten da so wenig. Aber das, was sie wussten, das haben sie von ganzem Herzen umgesetzt.
[40:50] Vers 8 heißt es: "Sondern Menschen und Vieh sollen sich in Sacktuch hüllen und mit aller Kraft zu Gott rufen und sollen umkehren, jeder von seinem bösen Weg und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt." Hier war eine echte Bekehrung, eine echte Umkehr, eine echte Erweckung, denn die erkennt man an den Früchten. Das ist das auch, was das Neue Testament uns lehrt, wenn wir es anschauen in Matthäus 3 und dort Vers 8.
[41:17] Matthäus 3, Vers 8, da sagt Prediger Johannes der Täufer uns: "So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind."
[41:29] Jona 3, Vers 9: "Wer weiß, Gott könnte anderen Sinnes werden, es sich erbarmen und ablassen von seinem grimmigen Zorn, sodass wir nicht untergehen." Diese Einstellung hatte Gott schon in Joel 2 für das Volk sich gewünscht. Und das ist diese Einstellung, die der verlorene Sohn hatte in Lukas 15.
[41:50] Lesen wir es gemeinsam in Lukas 15 und dort Vers 18-20. Lukas 15, Vers 18-20. Die Bibel sagt: "Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir und bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. Mache mich zu einem deiner Tagelöhner." Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah er seinen Vater und hatte Erbarmen, und er lief, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
[42:22] Vielleicht geht es dir auch so, wie die Menschen von Ninive, die zum ersten Mal davon hörten. Vielleicht bist du relativ neu im Glauben und du erkennst plötzlich oder ganz neu hier auf dieser Internetseite und du erkennst die Situation, in der du bist. Schau nicht auf diejenigen, die die Botschaft schon lange kennen und scheinbar sich nicht verändern. Wenn das Wort Gottes zu dir spricht, lass es hinein und verändere dich, gemäß dessen, was Gott in dir tun möchte.
[42:53] In Vers 10 heißt es in Jona 3, Vers 10: "Und Gott sah ihre Taten, dass sie umkehrten von ihren bösen Wegen, und ihn reute das Übel, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht." Gott sieht die Werke, Gott sieht unser Herz, er sieht, ob wir eine echte Reue haben oder nicht. Und wir haben bereits im Zusammenhang mit Joel 2, Vers 13 deutlich gezeigt, was Gottes Reue ist. Gottes Reue, so sagt es ja Jeremia 8, Vers 8 und andere Stellen, ist nicht, dass er sich korrigieren muss, sondern dass er jetzt gemäß der Reue des Menschen einen anderen Plan weiterführen kann. Er kann jetzt das, was er angedroht hatte, muss er nicht mehr umsetzen. Er kann jetzt wieder auf seinen eigentlichen Plan zurückgehen, nämlich mit den Menschen glücklich zusammenzuleben.
[43:37] Jona 4, das ist einfach eines der traurigsten Kapitel der Bibel. Der erfolgreichste Evangelist aller Zeiten, Jona, beschwert sich, weil er Erfolg hatte. Kein anderer Prophet hat jemals eine ganze Stadt bekehrt, jedenfalls nicht, dass wir es wüssten. Und es war nicht nur eine kleine Stadt, es war eine der größten Städte der ganzen Welt. Und weil das so war, beschwert sich Jona. Und das ist wirklich eine interessante Geschichte.
[44:10] In Jona 4, Vers 1 heißt es, dass aber missfiel Jona sehr und er wurde zornig. Im Hebräischen heißt es: "Es war böse für Jona, eine große Boshaftigkeit." Gottes Geduld und menschliche Hartherzigkeit stoßen aufeinander. Und die Gnade, die er selbst in Anspruch genommen hat, in Kapitel 2, von der er gebetet hat, mit den Verheißungen der Bibel, die nimmt er zwar für sich in Anspruch, aber möchte sie nicht, dass sie auch für andere gilt.
[44:36] Könnte es sein, dass sie in dieser Einstellung jetzt die zweite Phase der Geschichte Israels zum Tragen kommt, die anders als in der Zeit vor dem Exil jetzt treu zum Wort Gottes stand, aber sich dafür einigelte und von den Heiden so weit distanzierte, dass keiner von den Heiden mehr Zugang zum Wort Gottes hatte? Könnte es sein, dass so wie Jona zuerst ungehorsam war und dann exklusiv, dass ein Hinweis darauf ist, wie das Volk Israel zuerst ungehorsam war, von Gott wegrannte und dann zwar bei der Bibel blieb, bei der Botschaft blieb, aber sie exklusiv für sich haben wollte, sie von den Heiden distanzieren wollte.
[45:20] Vers 2 heißt es: "Und Jona betete zu dem Herrn und sprach: Ach Herr, ist nicht das, was ich mir sagte, als ich noch in meinem Land war, dem ich auch durch die Flucht nach Tarsus zuvorkommen wollte?" Er entschuldigt jetzt seinen damaligen Fehler, den er eigentlich schon bereut hatte, und rationalisiert ihn plötzlich. Im Bauch des Fisches war ihm klar, dass er ein Sünder war. Hier plötzlich scheint ihm seine Sünde gar nicht mehr so sündhaft. Er entschuldigt seine Sünde mit der Barmherzigkeit Gottes. Er sagt: "Die Barmherzigkeit Gottes ist schuld, dass ich das gemacht habe." Er sagt: "Die Barmherzigkeit Gottes ist schuld daran, dass ich ungehorsam war." Und das ist schon ein krasses Statement.
[45:59] Könnte es sein, dass wir manchmal die Barmherzigkeit Gottes benutzen, um unsere eigene Sünde zu rechtfertigen? Er sagt dann: "Ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und von großer Gnade, und das Übel reut dich." Die Ironie in der Geschichte ist, dass die Niniviten nicht wussten, dass Gott so ist, aber aus reinem Glauben und auf Hoffnung hin, auf diese Möglichkeit hin zu Gott beteten. Aber Jona wusste, dass Gott so ist und handelt dementsprechend. Jona weiß viel und setzt wenig um. Im Gegensatz zu den Niniviten, die wenig wissen und alles umsetzen.
[46:40] In Vers 3 heißt es: "Und nun, Herr, nimm doch meine Seele von mir, denn es ist besser, ich sterbe, als dass ich lebe." In Kapitel 2 hat er um Leben gebetet, als es ihm wirklich dreckig ging. Hier geht es ihm zu gut, und er bittet, dass er lieber stirbt, weil er Angst um seinen Ruf hat. In Kapitel 2 betet er voller Herzenszerknirschung. Hier betet er voller Herzensempörung. Wie sehr hat sich Jona gewandelt?
[47:07] Und es lohnt sich, darüber nachzudenken, dass auch Mose sterben wollte, und zwar, um ein Volk zu retten. So lesen wir in 2. Mose 32. Jona dagegen möchte sterben, weil ein Volk gerettet worden ist. Genau das Gegenteil. Krasser kann man nicht auf der anderen Seite als Jesus stehen. Jesus hat mich genau das Gegenteil gemacht. Jesus stand auf dem Ölberg und weinte, wie bei Jerusalem das zugrunde ging. Jona steht hier auf einer Anhöhe, guckt auf die Stadt und weint, weil sie nicht zugrunde geht.
[47:44] Es scheint so, dass trotz dieser enormen, immensen Erfahrung, alle Liebe, die Gott für verlorene Menschen hat, aus dem Herzen Jonas gewichen ist. So wie im Volk Israel keine Liebe, keine Zärtlichkeit, keine Langmut für Sünder gewesen ist.
[48:05] In Vers 4 fragt Gott diese einfache Frage: "Da sprach er: Herr, ist es recht, dass du so zornig bist?" Zorn wirkt nicht die Gerechtigkeit Gottes, sagt man schon in Jakobus 1, Vers 19 und 20.
[48:16] Vers 5: "Jona ging zur Stadt hinaus und ließ sich östlich der Stadt nieder und machte sich dort eine Hütte und saß unter ihrem Schatten, bis er sähe, wie es der Stadt ergehen würde."
[48:25] Vers 6: "Da entsandte Gott der Herr eine Rizinusstaude." Vers 6, 7 und 8 sendet Gott drei verschiedene Dinge. Vers 6 entsendet er eine Rizinusstaude, die wuchs über Jona empor, um seinem Haupt Schatten zu spenden und ihn von seiner üblen Laune zu befreien. Jona freute sich sehr über den Rizinus. Übrigens, der Rizinus, hebräisch "Kikayon", wir wissen nicht ganz genau, was für eine botanische Pflanze das gewesen ist. Nicht zu entscheiden, das Wachstum war ja ohnehin übernatürlich.
[48:52] Vers 7: "Da entsandte Gott einen Wurm, als die Morgenröte am anderen Morgen aufstieg, der stach den Rizinus, sodass er verdorrte." Und Vers 8: "Und es geschah, als die Sonne aufging, da entsandte Gott einen heißen Ostwind, und die Sonne stach Jona aufs Haupt, sodass er ganz ermatt wurde und er wünschte sich den Tod." Es ist besser, dass ich sterbe, als dass ich am Leben bleibe.
[49:15] Dieser Jona ist wirklich ein schwieriger Fall, denn innerhalb von wenigen Versen wünscht er sich zweimal den Tod, wegen Gründen, wo man sich als normaler Mensch nur den Kopf fassen kann. Könnte es sein, dass Jona hier bei aller äußeren Treue zum Wort Gottes, die er in der Predigt an den Tag legt, innerlich sich von Gott so völlig entfernt hat, dass nur noch sein Fleisch regiert? Er sagt ja: "Das Trachten des Fleisches ist der Tod." Ein fleischlicher Prophet, der zwar die richtige Botschaft bringt, aber selbst dabei nicht sich retten lässt.
[49:52] Jona hatte sich ganz offensichtlich von der schützenden Hand Gottes entfernt, denn die Bibel macht deutlich, dass, wenn wir bei Gott sind, uns die Sonne nicht stechen wird.
[50:04] Vers 9 heißt es: "Da sprach Gott zu Jona: Ist es recht, dass du so zornig bist wegen des Rizinus?" Gott wiederholte in der Frage, macht deutlich, dass diese drei Entsendungen, dieser Rizinus, dieser Wurm und dann dieser Ostwind gleichnishaft etwas darstellen sollten über dieses Problem mit der Stadt Ninive, das Jona hatte.
[50:20] "Ist es recht, dass du so zornig bist?" Und es ist erstaunlich, wie Jona sogar wagt, auf diese doppelte Frage hin noch mit Vehemenz zu antworten. "Ja, ich bin mit Recht zornig, bis zum Tod." Da war nicht mehr viel übrig von der Liebe Gottes. Jona war zornig, dass Gott die Niniviten nicht vernichtete, und gleichzeitig war er zornig, dass Gott die Pflanze vernichtet hat. Wenn man das nebeneinander stellt, bedeutet das, dass für Jona die Pflanze wichtiger war als die Menschen in Ninive. Ihm war eine Rizinusstaude, was für eine Pflanze es immer gewesen war, von höherer Wichtigkeit als all diese zigtausende Menschen dieser Großstadt, die auf dem Weg zum Herrn waren.
[51:11] Was ist dir wichtiger? Aus welchem Grund war es Jona wichtiger? Diese Menschen waren ihm deswegen nicht so wichtig, oder die Pflanze war ihm wichtiger, weil sie zu seinem persönlichen Vorteil war. Jona, der größte Evangelist aller Zeiten, der äußerlich größte Evangelist aller Zeiten, suchte seinen eigenen Vorteil. Er hat eine ganze Großstadt zu Christus geführt, aber selbst nur fleischlich gedacht dabei. Ihm waren die Menschen nicht wirklich wert. Sein eigener Vorteil war ihm wichtiger als die Menschen dort.
[51:51] Wie ist es mit dir? Wie ist deine Einstellung zu den Menschen dort draußen, in all den Großstädten dieser Welt? Ist dir dein Vorteil, dein Komfort, dein Auskommen wichtiger als dass diese tausenden von Menschen das Evangelium hören? Diese Frage muss ich mir stellen und die musst du dir stellen. Wir müssen etwas lernen, dass wir nicht so enden wie Jona.
[52:18] Das Buch Jona schildert uns, das ist vielleicht die Hauptbotschaft dieses Buches, durch diesen Glauben, durch diesen enormen Kontrast, was für einen großen Wert Gott in jeder menschlichen Seele sieht und wer sie noch so verloren. Gott setzt Himmel und Erde in Bewegung, um Menschen zu retten. Und wie tragisch es ist, dass die Instrumente, die er dabei benutzt, oftmals ihren eigenen Vorteil weit über das Wohl und das Heil anderer Menschen stellen. Ihren eigenen Vorteil und ihren eigenen Ruf. Denn um den war er genauso besorgt.
[52:59] In Vers 10 heißt es: "Da sprach der Herr: Du hast Mitleid mit dem Rizinus, um den du dich doch nicht bemüht, um den du nicht großgezogen hast, der in einer Nacht entstand und in einer Nacht zugrunde gegangen ist."
[53:12] Vers 11: "Und ich sollte kein Mitleid haben mit der großen Stadt Ninive, in der mehr als 120.000 Menschen sind, die ihre rechte Hand nicht mehr von ihrer linken unterscheiden können, dazu so viel Vieh." Hast du Mitleid mit den Menschen? Gott hat Mitleid. Sei nicht so wie der Bruder des verlorenen Sohnes, den es ärgerte, dass sein Bruder gerettet wurde und dass so viel Freude dabei war. Sei nicht so wie Jona, der sich ärgert, weil Menschen sich retten lassen.
[53:45] Wie können wir diese Liebe bekommen, von der die Bibel hier spricht und die Jona so gar nicht hatte? So wie das Volk Israel, als Christus kam und die Liebe Gottes präsentierte, sie ihn abgewehrt haben, weil sie diese Liebe in ihrem Herzen nicht hatten. Wie kommt diese Liebe in unser Herz? Römer 5, Vers 5 gibt uns darauf eine Antwort.
[54:05] Lass uns gemeinsam lesen, Römer 5 und dort Vers 5. "Die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist."
[54:16] Jona predigte, hatte Erfolg, aber ihm fehlte der Heilige Geist. Gott möchte nicht, dass wir einfach nur ein Programm durchführen, um stete Missionen zu machen. Er möchte, dass wir gefüllt mit dem Heiligen Geist. Jona predigte, hatte Erfolg, aber ihm fehlte der Heilige Geist. Gott möchte nicht, dass wir einfach nur ein Programm durchführen, um stete Missionen zu machen. Liebe haben für verlorene Menschen! Und sie warnen. Eine klare Botschaft predigen, nichts an der Botschaft verwässern oder abschneiden. Aber mit dem Wunsch, nicht, dass sie es gehört haben und dann sich halt entscheiden müssen, sondern mit dem Wunsch, dem inniglichen Verlangen, dass sie doch möglichst zu Christus finden werden.
[55:01] Ist es dein Wunsch? Möchtest du diesen Auftrag, den Gott dir auch gibt, für die Städte dieser Welt zu wirken und in seiner Liebe vorangehen und all das richtig machen, was Jesus richtig gemacht hat und was Jona falsch gemacht hat? Gott segne dich in deiner Entscheidung und in deinem Dienst für ihn.
[55:22] Nächste Woche werden wir uns über das Buch Micha beschäftigen. Das wird ein sehr, sehr spannendes Kapitel werden, spannender Abschnitt, und wir möchten euch einladen dazu, dann wieder einzuschalten, wenn wir uns Gedanken machen werden über diesen herausragenden kleinen Propheten Micha und die wichtigen Botschaften auch für unsere Zeit. Und bis dahin wünschen wir euch Gottes Segen im Studium seines Wortes.
[55:46] Schaut auch auf jeden Fall an diesem Wochenende auf unsere Seite, denn wir werden im Livestream ein spannendes Gesundheitsseminar haben mit Dr. David DeRose, und da wird es viele interessante Dinge geben zum Thema Blutdruck, zum Thema Diabetes, zum Thema Newstart. Das solltet ihr unter keinen Umständen verpassen und vor allem auch euren Freunden und Bekannten weitergeben. Amen.