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In diesem Video wird die frühe militärische Laufbahn von Desmond Doss beleuchtet, beginnend mit seiner Grundausbildung in Fort Jackson. Es wird detailliert geschildert, wie seine tiefen religiösen Überzeugungen, insbesondere die Einhaltung des Sabbats, zu Konflikten mit seinen Kameraden und Vorgesetzten führten. Trotz Anfeindungen und Schwierigkeiten blieb Doss seinen Prinzipien treu, während er gleichzeitig seine Fähigkeiten als Sanitäter unter Beweis stellte.


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Serie: Hacksaw Ridge – Die Wahre Entscheidung

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Transkript

[0:32] Jede militärische Laufbahn beginnt mit der Grundausbildung, und das war auch im Fall von Desmond Doss nicht anders. Im April 1942 kam er nach Fort Jackson in South Carolina, wo er mit dem 307. Infanterieregiment der 77. Division, die erst wenige Wochen zuvor aktiviert worden war, lernen sollte, was jeder Soldat zu lernen hat.

[0:56] Schon bald nach seiner Ankunft in Fort Jackson erlebte Desmond Doss seine erste Enttäuschung. In einer Postkarte an seine Verlobte Dorothy Schut beschreibt er am 16. April, was mit ihm passierte: Er wurde aus der Sanitätsabteilung herausgenommen und als regulärer Soldat der 307. Infanterie Regiment, Kompanie C, zugeordnet. Dahinter steckte natürlich Kalkül. Die Armee wusste, dass Gruppendruck ein gewaltiges Mittel ist, um Menschen zu brechen, und nirgendwo sonst würden seine religiösen Überzeugungen so wenig Beachtung finden wie in einer Schützenkompanie. Tatsächlich war er dort der ganz große Außenseiter. Mit seiner kleinen Bibel, ständig darin lesend, wurde er zum Spott aller Mitsoldaten. Sie konnten nicht verstehen, wie jemand so ein starkes Interesse am Glauben haben könnte. Viele von ihnen glaubten, dass er lediglich eine Show abziehe. Wenn er abends vor seinem Bett niederkniete und betete, warf nicht selten ein Mitsoldat seine Stiefel nach ihm. Er war ganz ohne Freunde. Und eines Tages sagte ihm einer der Mitsoldaten: „Wenn wir in das Gefecht ziehen, werde ich sicherstellen, dass du nicht lebend zurückkommst.“ Desmond hatte sich das Leben in der Armee ganz anders vorgestellt, aber er gab seine Überzeugung nicht auf. Einen Freund hatte er: seinen Gott, mit dem er sprach und der ihn stärkte.

[2:39] Zur Ausbildung zum Soldaten gehörte auch das Gebirgstraning. Dabei mussten verschiedene Techniken erworben werden und auch Knoten geübt werden. Als Desmond eines Tages so einen Grundknoten übte, entdeckte er, dass er, wenn er etwas mehr Seil nehmen würde, durch diese kleine Veränderung an diesem Knoten plötzlich zwei Schleifen bekommen könnte statt nur eine. Er hatte keine Ahnung, welche lebensentscheidende Bedeutung diese kleine Entdeckung noch haben würde.

[3:12] Angesichts der Anfeindung seiner Mitsoldaten waren es insbesondere die Briefe seiner Verlobten Dorothy, die ihm Mut machten und ihm diese schwere Zeit überleben ließen. Nach Abschluss der Grundausbildung wurde die 77. Division und damit auch Desmond Doss nach Fort Pickett, Virginia, verlegt. Doch trotz der neuen Lokalität waren die alten Konflikte nicht gelöst.

[3:37] Neben seiner Weigerung, Leben zu nehmen, gab es eine weitere religiöse Überzeugung von Desmond, die seine Akzeptanz in der Armee sehr erschwerte. Seit Kindestagen hatte er gelernt, das vierte Gebot zu beachten: den Sabbatag heilig zu halten, so wie es in der Bibel steht: „Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun, aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du kein Werk tun, weder du noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruhte am siebten Tag. Darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und geheiligt.“

[4:48] Desmond wusste, dass dieser siebte Tag der Samstag war. An jenem Samstag war er immer schon zur Kirche gegangen, und das wollte er jetzt in der Armee auch tun. So erbat er sich Woche für Woche einen besonderen Freigang für jenen Samstag. Für seine Kameraden und Mitsoldaten stellte das eine schwere Irritation dar. Sie glaubten, dass er Sonderprivilegien bekam, und so stellten sie sicher, dass er am Sonntag besonders schwer arbeiten musste und besonders unangenehme Pflichten bekam. Aber Desmond blieb dem Sabbat und dem Herrn des Sabbats, seinem Gott, treu.

[5:30] Wenigstens eine gute Nachricht konnte Desmond Doss seiner Verlobten am 5. Mai 1942 schreiben: Nach Wochen bei der Schützenkompanie war er endlich wieder zurück zu den Sanitätern zugeordnet worden und konnte sich dort auf das vorbereiten, was sein eigentlicher Wunsch gewesen war: nämlich Leben zu retten statt Leben zu nehmen.

[5:55] Aufgrund seiner Versetzung hatte Desmond jetzt auch einen neuen Vorgesetzten. Captain Statman war Jude. Auch er glaubte an die Heiligkeit des siebten Tages, des Sabbats. Umso erstaunter war wohl Desmond, dass ausgerechnet Captain Statman ihm besonders viel Schwierigkeiten bereitete, wenn er seinen Sabbatfreigang beantragte. Statman glaubte, dass im Militär der Sabbat keine Priorität haben könne, aber Doss blieb standhaft und hielt den Sabbat Woche für Woche.

[6:33] Der 17. August 1942 muss ein großer Lichtblick im Leben von Desmond gewesen sein. Es war der Tag, an dem er seine Verlobte Dorothy Schut heiraten durfte, und für einen kurzen Moment genossen sie das Glück der Ehe, bis dann Desmond wieder zurück in den harten Alltag des Militärs zurückgerufen wurde.

[6:58] Die Monate vergingen, und Woche für Woche hatte er seinen Privatkonflikt mit Captain Statman. Jedes Mal ging es um den Freigang am Sabbat, und irgendwann war Statman so genervt, dass er keinen weiteren Freigang erlauben wollte. Er drohte doch sogar mit dem Kriegsgericht für den Fall, dass er weiter Ärger machte. Doss war sehr freundlich, aber auch sehr bestimmt, und er wollte unter gar keinen Umständen Kompromisse machen. Wenn ihm der Freigang verwehrt war, ging er zurück in seinen Raum und las den ganzen Sabbat in der Bibel und betete.

[7:44] Im Sommer 1943 wurde die 77. Infanteriedivision nach Camp Haidder in Arizona verlegt und damit buchstäblich in die Wüste geschickt. Camp Haidder war Teil des Desert Training Centers, dem größten Manövergelände der Militärgeschichte, das die USA eingerichtet hatten, um dort Soldaten für den Nordafrika-Krieg vorzubereiten. Der war allerdings faktisch schon entschieden, und so konnten hier jetzt auch andere Einheiten spezielle Extremsituationen trainieren. Und extrem waren die Bedingungen hier. Es war 33° im Schatten waren keine Seltenheit. Unter diesen unnormalen Bedingungen sollten die Soldaten bestimmte Manöver ausführen. Dabei gab es oftmals nur geringste Wasserportionen. Für einen Sanitäter wie Desmond Doss gab es hier allerhand zu tun.

[8:35] In der Tat waren die Umstände in Camp Haidder katastrophal. So schlimm, dass manche Soldaten tatsächlich starben. Kein Wunder also, dass etliche desertierten. Manche wurden so verrückt, dass sie einfach in die Wüste rannten und nie wieder gesehen worden sind. Desmond Doss hat sich in dieser Zeit bewährt als jemand, der alle möglichen Verletzungen und Schwächeanfälle behandelte, jemand, der bereit war, seine eigene geringe Wasserportion noch mit denen zu teilen, die das Wasser dringend nötiger hatten.

[9:10] Einer der Offiziere, die Desmond Doss unbedingt aus der Armee herausbefördern wollte, war Jack Glover. Es war zu dieser Zeit üblich, dass auch Sanitäter zum eigenen Schutz eine kleine Waffe tragen sollten, und Glover wollte das auch im Fall von Doss durchsetzen. Aber Doss weigerte sich, wie schon seit vielen Monaten, eine Waffe überhaupt auch nur zu berühren. So setzte sich Glover mit Colonel Gerald Kuni, dem Kommandant des gesamten Bataillons, in Verbindung und er schlug ihm vor, dass Doss versetzt werden sollte. Glover glaubte, dass Doss das schwächste Glied der ganzen Truppe sei und dass es der Armee Einheit besser gehen würde ohne Doss. Aber Kuni konnte keinen Grund für eine Versetzung sehen. Er erlaubte aber Glover, sich direkt an die oberen Instanzen zu wenden und anzufragen, ob es nicht doch eine Möglichkeit gebe, Doss aus der Armee zu entlassen.

[10:09] Immer wieder gaben verschiedene befehlshabende Offiziere zu Protokoll, dass sie nicht die notwendigen Befugnisse haben. Glover schaltete schließlich sogar die oberste Leitung der 77. Division ein. General Randall wurde kontaktiert, der Assistent des Befehlshabers war, doch der antwortete kurz und trocken, dass Desmond Doss in der Armee bleiben werde und auch keinesfalls versetzt werden würde.


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