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In diesem Video wird die dramatische Schlacht um Okinawa im Zweiten Weltkrieg beleuchtet, mit einem besonderen Fokus auf die heldenhaften Taten von Desmond Doss. Es schildert die brutalen Kämpfe am Steilhang von Hacksaw Ridge und wie Desmond als Sanitäter unzählige Leben rettete, obwohl er selbst unbewaffnet war. Die Geschichte zeigt seine unerschütterliche Moral und seinen Glauben inmitten des Chaos und der Zerstörung.


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Serie: Hacksaw Ridge – Die Wahre Entscheidung

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Transkript

[0:28] Nur noch eine Festung blieb den Japanern, bevor die Amerikaner das Festland der Hauptinsel Japans einnehmen konnten. Die im Süden gelegene Insel Okinawa war gut bewährt und sollte das letzte Hindernis für die amerikanischen GIs darstellen. Die begannen im Frühjahr 1945 mit der Operation Augsburg, wie sie genannt wurde, die zur blutigsten Schlacht des gesamten Pazifikkrieges sich entwickeln sollte.

[1:09] Kurz bevor es zu dieser gewaltigen Schlacht kam, war Desmond mit seiner Armeeeinheit an verschiedenen Landungen auf den kleineren Kramer-Inseln westlich von Okinawa beteiligt. Vom 26. bis zum 29. März wurden einige dieser kleinen Inseln eingenommen, die größtenteils unbewohnt waren. Während am 1. April Operation Eisberg begann und die Einnahme Okinawas langsam voranschritt, befand sich Desmond mit seiner Einheit immer noch auf See. Für zwei Wochen erlebten sie immer wieder die gefährlichen Kamikaze-Angriffe japanischer Soldaten, die bereit waren, sich selbst zu opfern, um damit möglichst viele amerikanische Schlachtschiffe in Brand zu stecken.

[1:59] Am 16. April landete Desmond mit seinen Soldaten auf der Insel Oshima, die ebenfalls in der Nähe von Okinawa lag. Hier gab es schwere Kämpfe gegen etwa 5000 Japaner. Doch die Amerikaner mussten sich nicht nur den regulären japanischen Truppen erwehren, selbst einheimische Frauen bekämpften sie mit Speeren. Am 25. April konnten die Einheiten die Insel wieder verlassen, weil sie nun vollständig in amerikanischer Hand sich befand. Nun war es an der Zeit, in den Hauptkampf auf Okinawa einzugreifen, wo seit dem 1. April die blutige Schlacht tobte.

[2:57] Drei Tage später, am 28. April, betraten die Soldaten der 77. Division zum ersten Mal Okinawa. Sie lösten die völlig zermürbte 96. Division ab. Regen und kaltes Wetter trafen sie an. Überall war Schlamm. Ständig wurden Tote von der Front gebracht und aufeinander geschichtet. Der Schlamm ging ihnen fast bis an die Knie und überall wartete man durch das Tuten. Es war buchstäblich die Hölle auf Erden. Nicht wenige Soldaten sagten später, dass sich fast alle Menschlichkeit in diesen Tagen verloren.

[3:44] Der Ansturm der US-Amerikaner war zum Stehen gekommen, weil sich ihnen ein fotografisches Hindernis in den Weg gestellt hatte. Nahe der Stadt Neider befand sich ein großer Steilhang, eine Klippe, die von den Soldaten aber Hacksaw Ridge getauft wurde. Etwa 100 Meter hoch und von den Japanern schwer befestigt, war diese Steilhang immer noch nicht eingenommen worden. Von dort oben hatte man eine Sicht auf die ganze Insel und wenn diese Klippe nicht eingenommen werden konnte, war an eine Weiterführung der Offensive nicht zu denken.

[4:32] Um den über 100 Meter hohen steilen Abhang überwinden zu können, sollten vier Leitern und 5 kg und Netze angebracht werden. Drei Freiwillige aus der Kompanie B des 307. Infanterieregiments sollten gefunden werden, und einer von ihnen war Desmond. Bevor sie sich den Anstieg dieser Cargo-Netze anzubringen hatten, japanische Artillerie schoss heftig. Das ging trotzdem mutig nach oben und als er auch oben stand, hörte das Feuer auf. Die letzten konnten angebracht werden.

[5:11] Und da es im April war, kamen Kompanie A und B aus dem Regiment von Desmond. Den Befehl, die Anhöhe Hacksaw Ridge zu nehmen. Desmond war Sanitäter bei Kompanie B und er bat zuvor um Erlaubnis für die Männer zu geben. Interessanterweise wurden beim ersten Versuch, den Steilhang zu nehmen, kein einziger Soldat von Kompanie B verletzt. Später fragten höhere Offiziere sogar, ob sie die richtige Anhöhe genommen. Viele Soldaten von Kompanie A wurden stattdessen schwer verwundet oder getötet.

[5:52] Erst in der Nacht, als die Japaner zurückkamen und einen Gegenangriff starteten, musste sich auch Kompanie B davon der Anhöhe lösen. Am zweiten Mai kam es zu einem erneuten Angriff. Diesmal konnte nicht gebetet werden, obwohl Desmond sich das so sehr gewünscht hat. Der Angriff lief bereits und diesmal wurde auch Kompanie B auf der Anhöhe von heftigem japanischem Feuer überfest. Desmond entdeckte dort einen schwer verletzten Soldaten. Er hatte bereits beide Beine verloren und litt an schweren Brust- und Kopfverletzungen. Ein anderer Sanitäter hatte ihn bereits liegen gelassen, weil er vermutlich sowieso sterben würde. Trotzdem nahm sich Desmond die Zeit und versorgt ihn. Dieser Mann hat den Krieg tatsächlich überlebt und ist doch 72 Jahre alt geworden.

[6:51] Am selben Tag rettete Desmond auch das schwersten Beschuss einen verletzten 180 Meter entfernt vor den eigenen Linien.

[7:04] In derselben Nacht versuchte Desmond unten am Hang etwas zu schlafen, als er einige Stimmen von japanischen Soldaten aus einem Loch hörte, die waren offensichtlich nur wenige Meter entfernt. Er hatte furchtbare Angst, entdeckt zu werden. Neben ihm lagen einige Granaten. Plötzlich kam ihm der Gedanke: Soll er sie verwenden? Es war eine echte Versuchung. Da erinnerte er sich erneut an das sechste Gebot. Gott hatte das Leben gegeben und Desmond wollte es nicht nehmen. Er hat später gesagt, dass dies eine der größten Versuchungen seines ganzen Lebens gewesen.

[7:49] Es war eine alte Geschichte, die Desmond berühmt machen sollte. Wieder einmal waren die Soldaten seines Regiments auf Hacksaw Ridge gekettet im erneuten Versuch, diese Klippe endgültig einzunehmen. Und wieder kam es zu einem schweren Gegenangriff der Japaner. Der Rückzug war befohlen worden, aber viele Verwundete blieben zurück. Einer von ihnen war Johnson. Er erinnerte sich später, wie Desmond ihn ganz gut behandelt und ihn ermutigte, dass alles in Ordnung sein. John hat dabei bemerkt, dass Desmond völlig unbewaffnet war und wollte ihm eine Waffe geben. Doch Desmond wie bitte ab: "Nein, ich töte mich. Das ist meine Religion." Und so sah man Desmond zurück in die Schlacht eilen.

[8:45] Von den 155 Soldaten, die zu Kompanie B gehörten, hatten nur 55 die sichere Zone unten am Steilhang erreicht. Der Rest lag hier oben auf Hacksaw Ridge, verwundet, blutend, sterbend, nach Hilfe schreiend. Es war an jenem Tag, als Desmond sich entschied, dem direkten Befehl zum Rückzug nicht zu entsprechen. Er blieb oben auf der Anhöhe und obwohl um ihn herum geschossen wurde, stundenlang suchte er systematisch nach jedem einzelnen Verwundeten. Zwölf Stunden lang hat er an jenem denkwürdigen Tag jeden Verwundeten, den er finden konnte, behandelt, ihn hier an den Abhang gebracht, um ihn dann ganz alleine in Sicherheit zu bringen.

[9:45] Desmond war von Kopf bis Fuß mit Blut bespritzt. Wie war es ihm möglich, all diese Soldaten alleine den steilen Abhang hinunterzusetzen? Als er dort oben ganz allein war, gab ihm Gott einen Gedanken. Er erinnerte sich an den Knoten, den er in Virginia damals in der Ausbildung zufällig entdeckt hatte und mit diesen Knoten, mit den doppelten Schleifen, konnte er jetzt die Verletzten ganz allein herablassen. Ein japanischer Soldat berichtete später, hätte Desmond mehrmals im Visier gehabt, doch jedes Mal, wenn er ihn erschießen wollte, klemmte sein Gewehr.

[10:36] Was hat Desmond in all diesen Stunden gedacht? Genau weiß das vielleicht niemand, aber eines ist sicher: Wir wissen, was er gedacht und ausgesprochen hat. Immer wenn er hier an der Klippe am Steilhang angekommen war, einen Menschen versorgt hatte und ihn in die Tiefe hinabgelassen hatte, immer dann hatte er jede Stoßgebet auf den Lippen: "Herr, hilf mir noch einen zu retten." In diesem Stoßgebet rannte er zurück in das feindliche Artilleriefeuer, auf der Suche nach noch einem sterbenden Soldaten, um ihn zu retten.

[11:17] Niemand weiß ganz genau, wie viele Soldaten ihr Leben Desmond an jenem Abend zu verdanken haben. Desmond selbst schätzte die Anzahl auf ungefähr 50. Seine Offiziere meinten dagegen, es müssten mindestens 100 gewesen sein. Deswegen einigte man sich auf die durchschnittliche Zahl 75, die dann später auch in seiner Erwähnung vor dem US-Kongress genannt wurde.


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