Diese Folge von „Hacksaw Ridge – Die Wahre Entscheidung“ beleuchtet die bewegte Kindheit und Jugend von Desmond Doss, dem Helden von Hacksaw Ridge. Erfahren Sie, wie prägende Erlebnisse, insbesondere die Auseinandersetzung mit dem Gebot „Du sollst nicht töten“ und eine dramatische Familiensituation, seinen tiefen Glauben und seine Überzeugung formten, im Krieg Leben zu retten, anstatt Leben zu nehmen. Entdecken Sie, wie er trotz des Zweiten Weltkriegs seinen Prinzipien treu blieb und seinen Dienst als Sanitäter antrat.
Hacksaw Ridge: 1. Du sollst nicht töten
Christopher Kramp · Hacksaw Ridge – Die Wahre Entscheidung ·Themen: Adventgeschichte, ZeugnisWeitere Aufnahmen
Serie: Hacksaw Ridge – Die Wahre Entscheidung
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Transkript
[0:07] Hacksaw Ridge, eine Berganhöhe wie eine Metallsäge, so nannten die GI's der 77. Infanterie-Division diesen steilabhang in der Nähe der japanischen Stadt Maeda auf der Insel Okinawa im Frühjahr 1945. Hier tobte die wahrscheinlich verlustreichste Schlacht des ganzen Pazifikkrieges. Granaten, Maschinengewehre und Bomben machten aus dieser kleinen Anhöhe eine Hölle auf Erden. Und mittendrin ein junger Mann, völlig unbewaffnet, der freiwillig dort an der vordersten Front sein Leben riskierte, um anderen das Leben zu retten. Sein Name: Desmond Doss. Begleiten Sie mich auf einer Reise durch das Leben dieses außergewöhnlichen Helden, des Helden von Hacksaw Ridge.
[1:41] Desmond Thomas Doss wurde am 7. Februar 1919 in Lynchburg, Virginia, geboren. Er war das zweite von drei Kindern. Sein Vater, William Thomas Doss, war ein Veteran aus dem Ersten Weltkrieg. Die Zeiten waren nicht einfach. Klein-Desmond hatte an einfachen Dingen besonders große Freude. Er galt als äußerst sensibel und besonders hilfsbereit. Der kleine Desmond ist sehr früh mit der Bibel vertraut gemacht worden. Sein Vater hatte ein Wandbild gekauft, auf dem die Zehn Gebote so, wie sie in der Bibel stehen, dargestellt waren. Biblische Geschichten wurden verwendet, um den genauen Inhalt und die Bedeutung der Gebote zu illustrieren. Desmond war ganz besonders fasziniert von dem sechsten Gebot. Da hieß es: "Du sollst nicht töten." Und die Geschichte von Kain und Abel, den beiden Brüdern, die so tragisch endete, weil der Ältere Kain seinen jüngeren Bruder umbrachte, die hat sich tief eingebrannt in das Gedächtnis von Desmond. Schon als kleiner Junge entschied er sich, niemals einen anderen Menschen zu töten.
[2:54] Es war das Zeitalter der Weltwirtschaftskrise, die in Amerika auch "The Great Depression" genannt wurde. Desmonds Vater hatte schwer zu kämpfen. Wirtschaftlich suchte er Zuflucht zum Alkohol. Oft betrunken schlug er nicht selten auch die Kinder. Für Desmond war das eine äußerst verstörende Seite seiner Kindheit. Desmonds Mutter, Bertha Doss, war das ganze Gegenteil. Sie war der wahre Rückhalt der Familie, eine äußerst liebevolle Frau, die einen tiefen Glauben hatte. Woche für Woche brachte sie alle Kinder in die kleine Ortskirche der Seventh-day Adventist Church, der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, der sie angehörte. Und Desmond lernte dort biblische Geschichten kennen und den Glauben an Gott, der sein ganzes Leben bestimmen sollte.
[4:00] Desmond war schon als Kind außergewöhnlich hilfsbereit. Als einmal nach einem Unfall in einem nahgelegenen Krankenhaus Blut benötigt wurde und ein entsprechender Aufruf über das Radio gemacht wurde, lief er ganz eigenständig 5 km zu Fuß zum Krankenhaus, um das Blut zu spenden. Als einige Tage später der Aufruf wiederholt wurde, tat er es noch einmal. Ihm lag ständig daran, anderen Menschen Gutes zu tun. Dadurch zeigte er seinen Glauben an Gott.
[4:31] Es war ein heißer Sommerabend in Virginia. Der Vater von Desmond und sein Onkel, der Bruder seiner Mutter, waren abends ausgegangen und betranken sich mal wieder. Doch diesmal kam es zum Streit, wahrscheinlich ausgelöst durch irgendeine triviale Sache. Man beschimpfte sich und irgendwann eskalierte die Sache dramatisch. Der Vater von Desmond zog tatsächlich eine Waffe und wollte seinen Schwiegersohn umbringen. Bertha Doss, Desmonds Mutter, erkannte sofort die Brisanz der Situation und stellte sich zwischen die beiden Kampfhähne. Immer wieder forderte sie ihren Mann auf: "Gib mir die Waffe, gib mir die Waffe!" Sie wusste, die Polizei war bereits informiert und würde sehr bald am Tatort sein. William Thomas Doss ließ sich überreden, er entsicherte die Waffe und gab sie seiner Frau. Die überlegte, wo man dieses Mordinstrument schnellstmöglich verstecken konnte und gab die Waffe dem kleinen Desmond, der zu diesem Zeitpunkt ungefähr 12 Jahre alt war. Der rannte nach Hause und versteckte die Waffe so schnell und so gut wie möglich. Als er zurückkam, sah er, wie sein Vater bereits abtransportiert wurde von der Polizei, um in irgendeiner Zelle auszunüchtern. An jenem Abend entschied sich Desmond, nie wieder in seinem Leben eine Waffe anfassen zu wollen.
[6:03] 1935 verließ Desmond die Schule nach nur 8 Jahren. Er wollte eigentlich Arzt werden, aber das war nicht länger möglich. Stattdessen musste er arbeiten, um Geld zu verdienen. In jenen schweren Zeiten lernte er auch Dorothy kennen, die als Missionarin der Adventisten von Haus zu Haus ging, um religiöse Literatur zu verkaufen. Sie kam von Richmond nach Lynchburg, wo die beiden sich zum ersten Mal begegneten.
[6:48] Am 7. Dezember 1941 attackierten Flugzeuge der kaiserlichen japanischen Armee den Flottenstützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii. In zwei Angriffswellen richtete sich die Attacke auf die dort vorhandenen Schlachtschiffe, von denen fünf sanken und drei weitere beschädigt worden sind. Auf fast 200 Kampfflugzeuge wurden zerstört, mehr als 2000 Menschen verloren ihr Leben. Der Überraschungsangriff schockte die USA und leitete eine Wende ein. Aus dem vornehmlich europäischen Krieg wurde jetzt ein Weltkrieg.
[8:10] Auch für Desmond Doss stand eindeutig fest, dass dieser Krieg keine gewöhnliche militärische Auseinandersetzung war. Er war sich sicher, dass die religiöse Freiheit selbst in Gefahr war. Waren die Japaner nicht im Bund mit den Nazis in Deutschland und den Faschisten in Italien? Er empfand es als eine Ehre, seinem Land dienen zu dürfen. Dabei wollte er aber seine eigenen religiösen Prinzipien nicht über Bord werfen. Er wollte Leben retten und nicht Leben nehmen.
[8:45] Desmond arbeitete zu jener Zeit auf der Marine-Werft in Newport News, Virginia. Sein Arbeitgeber sagte ihm, dass das die Möglichkeit beinhaltete, einen Aufschub für den Einzug zum Militär zu bekommen. Aber Desmond lehnte dieses Angebot ab. Er wollte freiwillig für Gott und das Land da sein. Er wollte die religiöse Freiheit verteidigen und zwar als Sanitäter. So bewarb er sich als Freiwilliger für die Armee und machte deutlich, dass er keine Waffe tragen werde.
[9:18] Für die Armee war die Sache eindeutig: Jemand, der keine Waffe tragen wollte, kam in einen Kriegsdienstverweigerer-Camp. Dort waren auch jene, die den Fahneneid ablehnten oder sich weigerten, eine Uniform anzuziehen. Doch Desmond konnte sich damit nicht identifizieren. Er wollte für das Land da sein, er wollte seinen Dienst an der Front tun und so bestand er darauf, in die reguläre Armee aufgenommen zu werden. Er wollte als Sanitäter an der Front wirken.
[9:51] Nachdem Desmond insistiert hatte, dass er tatsächlich in die reguläre Armee aufgenommen wird und zwar als Helfer aus Gewissensgründen, wie er das nannte, und nicht als Kriegsdienstverweigerer, akzeptierte schließlich die Armee seinen Wunsch. Er wurde der 77. Infanterie-Division zugeteilt, die als Symbol die Freiheitsstatue trug. Nun begann für ihn das Armeeleben, aber er wurde tatsächlich als Kriegsdienstverweigerer offiziell in seinen Papieren.
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