Veröffentlicht am
209 Klicks

Aufgenommen beim AYC 2025 in Krelingen und mit freundlicher Unterstützung zur Verfügung gestellt von ATS Deutschland

YouTube-Kanal: <a href=“https://www.youtube.com/@atsdeutschland“>https://www.youtube.com/@atsdeutschland</a>

Christopher Kramp eröffnet die „Anfangsansprache“ des AYC 2025 mit der Ermutigung, das Kongressende als Startpunkt für ein erneuertes geistliches Leben zu sehen. Er zieht Parallelen zwischen der menschlichen Neigung, wichtige Aufgaben aufzuschieben, und der Geschichte des Propheten Haggai. Kramp beleuchtet, wie die aus dem babylonischen Exil zurückgekehrten Israeliten trotz anfänglichen Eifers und der Priorisierung des Tempelbaus entmutigt wurden und Gottes großzügige Möglichkeiten nicht voll ausschöpften. Er erklärt, wie externe Widerstände und interne Klagen den Bau zum Erliegen brachten, bis Haggai sie zur Wiederaufnahme motivierte.


Weitere Aufnahmen

Serie: Predigten

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:05] Hallo und herzlich willkommen zu unserer Anfangsansprache. In eurem Programm steht vielleicht Abschlussansprache, aber in Wirklichkeit ist es eine Anfangsansprache, denn dieser Kongress geht zu Ende, aber jetzt geht ja erst das neue Leben nach dem AYC 2025 los, oder? Und ich hoffe nicht, dass wir diese letzten Minuten als einen Abschied, als ein Ende, als einen Schlusspunkt erleben, sondern als eine offene Tür, als einen bereiteten Weg, als ein neues Ziel. Und deswegen, glaube ich, ist das wirklich eine Anfangsansprache. Seid ihr gesegnet worden auf diesem Kongress? Amen. Ich bin sehr gesegnet worden und ich bin sehr dankbar. Ich glaube, ich habe noch niemals auf einem Kongress gesprochen, wo sie mir regelmäßig von sich aus 75 Minuten für die Predigt gegeben haben. Sonst habe ich mir das immer dann selbst erkämpft von vorne rein. Und da bin ich so dankbar. Deswegen bin ich auch absolut einverstanden, dass ich jetzt nur 44 und 27 Sekunden habe. Das ist vollkommen in Ordnung. Wir werden heute kein langes Thema machen, aber eins, von dem ich hoffe, dass es auf den Punkt uns motiviert, wieder in, wie man im Englischen sagt, "working order", wieder in die Arbeit einzutreten, wenn wir das vielleicht in den letzten Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren ein bisschen vernachlässigt haben. Bevor wir beginnen, möchte ich noch einmal mit euch beten. Ihr kennt meine Gewohnheit, ich knie gern nieder, und wenn ihr das auch gerne macht, seid ihr herzlich eingeladen, mit mir nieder zu knien.

[2:01] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für die wunderschönen Tage, die wir hier erlebt haben. Ich möchte dich von ganzem Herzen bitten, dass jeder einzelne heute hier wirklich versteht, dass eine enge und tiefe geistliche Gemeinschaft im Wort Gottes und im Gebet nicht an einen Kongress gebunden ist und wir nicht erst wieder warten müssen, bis irgendwann der Youth and Mission ist oder GYC im Sommer in Polen oder irgendwann der nächste EYC im nächsten Jahr, bis wir wieder so eine geistliche Erfahrung haben. Gib, dass wir verstehen, dass das nur Anschubser sind, die uns helfen sollen, im Alltag das zu erleben, nicht nur alleine für uns, sondern auch mit unseren Freunden in der Gemeinde, mit unseren Freunden auch, denen wir von Jesus erzählen können. Wir möchten dich bitten, dass du uns heute noch einmal ansprichst und motivierst, das, was wir gelernt haben, das, was uns inspiriert hat, das, was uns begeistert hat, auch mit anderen zu teilen und weiterzugeben. Das bitten wir im Namen Jesu.

[3:26] Amen. Kennt ihr das? Ihr habt eine Zeit lang so richtig gesund gelebt, habt so richtig darauf geachtet, dass ihr euch viel bewegt und richtig gesund esst und versucht, alles umzusetzen, was ihr irgendwo mal so gehört habt. Und es ging eine Zeit lang gut und ihr habt euch mit allem beschäftigt, aber irgendwann kehrt so der Schlendrian ein und irgendwie hält man es dann doch nicht durch. Und dann kommt dieser junge Mensch in der Gemeinde oder jemand von außen in die Gemeinde und entdeckt die Gesundheitsbotschaft und sagt: "Hey, wusstest du, wir sollten das weglassen und das weglassen und das machen und so reden." Und ihr sagt: "Ähm, ja, weiß ich eigentlich. Theoretisch bin ich schon da gewesen. Ja, kühl dich ein bisschen ab, ich war auch mal so eifrig." Oder ihr wollt eine Schule in eurer Gemeinde gründen und seid seit Jahren dabei, habt einen Schulgründungsausschuss nach dem nächsten gehabt und wolltet eine Schule gründen und es klappt nicht aus Gründen A, B, C, D. Und irgendwann ist man demotiviert und sagt: "Na ja, theoretisch sollte es ja funktionieren." Dann kommt jemand, sagt: "Hey, ich habe was gefunden im Geist der Weissagung. Wir sollen eine Schule gründen." Und ihr sagt: "Ja, ich weiß, habe ich seit 10 Jahren schon gelesen, auch versucht. Ähm, ja, im Prinzip bin ich ja überzeugt." Ja, kennt ihr das, wenn so Leute einem etwas sagen, was man im Grunde genommen schon weiß, früher auch schon probiert hat und irgendwie hat's nicht so richtig geklappt? Man hat das so ein bisschen so im Hinterkopf: "Ja, das müsste theoretisch so funktionieren." Manchmal ist man fast so ein bisschen, will ich sagen, genervt, oder wenn dann Leute mit so einem Feuereifer die Dinge sagen, die man eigentlich auch schon weiß und irgendwie vielleicht auch schon hätte tun sollen, mehr oder so. Ich glaube, so ging es dem Volk Gottes in Haggai Kapitel 1 Vers 2.

[5:14] Da kommt ein neuer Prophet, frisch berufen von Gott. Sein Name ist Haggai. Und in Haggai Kapitel 1 und dort Vers 2, da sehen wir, wie die Einstellung des Volkes Gottes in diesem Jahr 520 vor Christus war. Vers 2: "So spricht der HERR, der Herrscher: Dieses Volk sagt, es ist noch nicht die Zeit zu kommen, die Zeit, um das Haus des Herrn zu bauen." Haggai steht auf und sagt: "Hey, ich habe eine Botschaft von euch: Lasst uns den Tempel aufbauen." Und das Volk sagt: "Ah ja, wir wissen, das sollten wir tun. Ja, haben wir schon gelesen, steht ja in der Bibel. Sind wir im Grunde genommen theologisch auch ganz überzeugt. Ja, wir haben jetzt da keine Gegenargumente. Das machen wir auch irgendwann. Jetzt geht's gerade nicht. Jetzt ist gerade nicht die Zeit. Die Umstände sind gerade ungünstig. Wir hoffen und vielleicht beten wir sogar, dass später mal bessere Umstände kommen. Also, wir sind ja nicht dagegen." Verschieben wir auch manchmal Gottes Werk auf die vermeintlich günstige Zukunft. "Ah ja, klar, natürlich sollen wir Evangelisation in den Gemeinden machen, aber jetzt geht's gerade nicht, weil unsere Gemeinden sind nicht vorbereitet. Ah, natürlich werde ich irgendwann mal ganz viele Bibelstunden geben, aber jetzt geht's nicht, weil ich bin noch nicht gut ausgebildet darin. Ah, natürlich werde ich mal ganz viel Sport machen und mich ganz gesund ernähren. Jetzt geht's gerade nicht, weil ich ja jetzt im Studium so viel zu tun habe, nicht wahr? Und ach, da komme ich nicht dazu." Jetzt nicht. Haggai spricht nicht zu einem Volk, das gegen Gott wäre oder gegen seine Botschaft. Niemand von denen betet Baal oder Aschera oder die Astarte oder so. Sie beten alle zu Gott und sind auch alle von der Botschaft überzeugt, dass sie irgendwann später gemacht werden soll.

[7:24] Wir schreiben das zweite Jahr von König Darius. 15 Jahre zuvor war der Eifer sehr viel größer gewesen. 15 Jahre zuvor herrschte ein anderer König in Persien. Das war gerade sein erstes Jahr. Sein Name war Kyrus. Ihr kennt ihn vielleicht eher unter Kyrus, nicht? Kyrus der Zweite. Kyrus der Zweite hatte einen Erlass gegeben. Er war, Ellen White sagt uns, so beeindruckt gewesen von Daniel und wie er in der Löwengrube da treu zu Gott stand, also vorher und dann in der Löwengrube, nicht wahr? Und er hat dann sogar von Daniel in Jesaja und Jeremia gezeigt bekommen, was sein Auftrag ist. Er hatte einen Erlass gegeben, ein Befehl: "Ihr könnt nach Hause gehen nach 70 Jahren Exilzeit, Jerusalem den Tempel wieder aufbauen." Es gab ein paar Leute, die waren richtig begeistert. Einige nahmen diese Reise auf sich aus dem fernen Babylonien. Die, einige waren ja in vielen Städten verteilt, durch die, das ist eine lange Reise, durch den ganzen Fruchtbaren Halbmond, Nordmesopotamien, Syrien, wieder dann am Libanon runter. Eine lange Reise. Aber wisst ihr, wisst ihr, wie viele von denen, die in Babylonien als Israeliten gefangen waren, wie viele von denen tatsächlich nach Israel gegangen sind? Wisst ihr, wie viele das waren? Also, Esra sagt uns, es waren ungefähr 42.000. Wir können vielleicht, lasst euren Finger Haggai, wir gehen ganz kurz, kurz zu Esra, da werden wir ganz kurz ein paar interessante Dinge sehen. In Esra Kapitel 2 Vers 64: "Die Gesamtzahl war 42.360." Ich glaube, das waren nicht alle Israeliten, die in Babylon waren. Wir wissen nicht genau, wie viel es waren. Wir wissen, beim Auszug aus Ägypten dürften es mindestens so 2 Millionen gewesen sein. Da waren es 600.000 waffenfähige Männer, die ausgingen. Wir wissen nicht, wie groß das Volk war, aber Ellen White sagt uns, die Mehrheit blieb in Babylon. Aber die, die gingen, die hatten einen echten Eifer. Die wollten etwas wieder aufbauen. Es waren die Übrigen, die aus Babylon herausgekommen waren, die den Tempel aufbauen wollten. Übrigens, wusstet ihr, als sie zurückkamen aus Babylonien nach Jahrzehnten, wo würdet ihr zuerst hingehen, wenn ihr seit Jahrzehnten lang nicht in eurer Heimat gewesen seid? Was wäre der erste Ort, den ihr anvisieren würdet? Ich glaube, ich würde nach Hause gehen, oder? "Steht der Hof noch da? Was ist aus unserer Hütte geworden?" Schaut mal mit mir in Esra Kapitel 2 Vers 68. Da heißt es: "Und als sie zum Haus des Herrn nach Jerusalem kamen, gaben etliche von den Familienhäuptern freiwillige Gaben für das Haus Gottes, damit man es an seiner früheren Stätte wieder aufbauen könnte. Und zwar gaben sie nach ihrem Vermögen für den Bauschatz 61.000 Golddrachmen und 5.000 Silberminen und 100 Priestergewänder. Und die Priester und die Leviten und die aus dem Volk und die Sänger und die Torhüter und die Tempeldiener ließen sich in ihren Städten nieder und alle Israeliten in ihren Städten." Frage: Wo waren sie zuerst? Beim Tempel, also beim Tempelgrundstück, oder zu Hause? Sie waren zuerst nach Jerusalem gegangen, haben in Jerusalem geschaut, wie sieht denn der Tempel aus, haben festgestellt, da ist gar nichts mehr, wir müssen von vorne wieder anfangen, haben dann Geld gegeben und sind danach nach Hause gegangen und geguckt: "Ah, wie sieht eigentlich unser Zuhause aus?" Also, wenn sie so gewesen wären wie ich, wäre ich wahrscheinlich erst nach Hause gegangen, hätte geguckt, wie sieht's bei mir zu Hause aus, was muss ich da investieren, mal erstmal alles abziehen und dann gucken, was bleibt übrig, da kann ich ja noch ein bisschen was für die Gemeinde geben, oder? Die Dedication, die Hingabe dieser Übrigen war so stark, dass sie zuerst für den Tempel gaben und dann sich an den Aufbau ihrer eigenen Heime gemacht haben. Für sie war das Werk Gottes tatsächlich die Priorität. Wusstet ihr das? Sage ich manchmal gerne in Predigten, dass das Wort Priorität 500 Jahre lang nur im Singular existierte. Priority, weil Priority heißt das Wichtigste. Erst im 20. Jahrhundert sind wir verrückten Menschen drauf gekommen, das Wort in den Plural zu setzen: "Prioritäten." So als ob es mehrere wichtigste Dinge es gibt. Viele wichtige Dinge, es gibt nur das Wichtigste. Wir setzen keine Prioritäten, wir müssen das die Priorität setzen. Diese Übrigen haben die Priorität gesetzt. Schaut mal in Kapitel 3 Vers 1: "Als aber der siebte Monat nahte und die Kinder Israels nun in ihren Städten waren, da versammelte sich das Volk wie, wie steht es weiter bei euch? Wie, wie ein Mann in Jerusalem." Diese Übrigen waren nicht einfach nur eifrig für den Herrn, sie waren nicht einfach nur bereit, Gottes Werk an die erste Stelle zu setzen, sie hatten eine echte tiefe Einheit. Könnt ihr das sehen? Und dann beginnen sie zu bauen. Und sie bauen und irgendwann ist das Fundament gelegt. Und dann gibt es eine ganz interessante Szene. Dann gibt es eine Einweihungsfeier sozusagen für das Fundament, so eine, so eine Feier halt. Und dann kommen die alten Geschwister. Die Jungen sind ganz begeistert. Die Jungen sind so, so im AYC-Feeling, ja, "Preis den Herrn, wir haben hier was, schaut mal hier, das Fundament ist gelegt und es geht voran und lasst uns weiterarbeiten." Ja, und die Älteren kommen, gucken auf die Fundamente und dann sagen sie das, was manchmal ältere Geschwister sagen, nicht: "Ja, früher war alles besser. Das ist alles, also früher war die Gemeinde, wenn wir früher vor 50 Jahren Jugendtreffen hatten, da war alles voll." Ja, und die Älteren jetzt hier, früher war alles besser und sie weinen, die Alten, die noch den Tempel gesehen haben von Salomo. Sie weinen so sehr, dass wenn man von Ferne gehört hat, man nicht genau wusste, jetzt heulen die eigentlich oder freuen die sich? Ja, die Jungen: "Preis den Herrn, Preis den Herrn!" Oh nein. Nebenbei gesagt, wusstet ihr eigentlich, wie groß der Tempel von Salomo war? Weiß jemand zufällig? Der Tempel von Salomo, schaut mal mit mir ganz kurz, lasst euren Finger Esra, also habt schon einen Finger in Haggai, nicht wahr? Nutzt alle eure Finger, die ihr habt, von Gott geschenkt bekommen. 1. Könige 6 Vers 2. 1. Könige 6 Vers 2: "Das Haus aber, das der König Salomo dem Herrn baute, war 60 Ellen lang und 20 Ellen breit und 30 Ellen hoch." Frage: Wie hoch ist eine Elle? So per Daumen, halber Meter, also 45 cm. Dann gibt's die königliche Elle, 52,5, ungefähr 50 cm. Ja, so das für die Mathematik am Sonntagmorgen. 60 Ellen sind wie viel Meter? Also, 30 m lang. Ich erinnere mich, als ich in Tübingen bei dem einzigen Professor für biblische Archäologie in Deutschland, dem Jens Kammler, ganz toller Archäologe, Unterricht hatte, da meinte er: "Na ja, den Tempel von Salomo, den hat niemand ausgegraben. Ihr wisst, warum? Ich war da, steht ja die, also, die ganzen großen, also, ja, Jerusalem, wenn man das ausgraben würde, würde der Dritte Weltkrieg ausbrechen. Man hat es nicht einen Zentimeter ausgegraben. Aber sagte: "Wir können sicher sagen, dass dieser Tempel niemals 30 m war, weil wir haben zwei andere Tempel ausgegraben aus derselben Zeit irgendwo anders. Einer war 18, einer war 19 m lang. Und deswegen wissen wir, es können keine 30 m sein." Ich sag: "Ich glaube nicht. Das ist ja kein archäologisches Argument. Das ist ja nur, ich glaube, der Tempel von..." Was ich damit sagen will: Der Tempel von Salomo war damals etwas ziemlich Spektakuläres. 30 m lang, war größer als, was man sonst meistens kannte. Wie hoch war er? 30 m lang, wie hoch war er? Oder erstmal, wie breit er war? Wie breit? 10 m. Und wie hoch war er? 15 m. Also, halten wir fest: Der Tempel von Salomo war 30 m lang, 10 m breit, 15 m hoch. Jetzt habe ich eine Frage an euch.

[15:53] Wusstet ihr, was König Kyrus erlaubt hatte? Wir wissen alle, der Tempel war kleiner am Ende, oder? Hatte Kyrus gesagt, der Tempel soll kleiner sein, oder hätte er genauso groß sein können? Schaut mal mit mir, jetzt könnt ihr den Finger erstmal wieder wegstecken, jetzt kommen wir zurück zu Esra. Esra Kapitel 6. In Esra 6 da wird dann später der Erlass von Kyrus wiederentdeckt in Ekbatana, das heißt biblisch ist das die Burg Ahmetha, das ist die alte Hauptstadt des medischen Reiches. Und da heißt es in Esra 6 und dort Vers 3: "Im ersten Jahr des Königs Kyrus befahl der König Kyrus betreffs des Hauses Gottes in Jerusalem, das Haus soll wieder aufgebaut werden als eine Stätte, wo man Opfer darbringt. Sein Grund soll tragfähig sein, seine Höhe 60 Ellen und seine Breite 60 Ellen." Eine gute Reaktion wäre jetzt: "What?" Also, hier steht nicht, wie lang er sein sollte, deswegen nehme ich das Mindestmaß, also, oder dass das, also, etwas ganz, also, könnte alles möglich sein, aber er muss ja mindestens 60 Ellen lang sein. Er kann ja nicht kürzer gewesen, also nicht, nicht weniger lang als breit, oder? Weil der Tempel ist immer etwas länger als breit. Aber nehmen wir mal an, er wäre nur 60 Ellen lang gewesen, dann wäre er trotzdem 60 Ellen breit und 60 Ellen hoch. Das heißt, er wäre 30 m lang und wie viel Meter breit? 30 m breit und wie hoch? 30 m hoch. Jetzt die Frage an alle Mathematiker: Wenn dieses Gebäude dann dreimal so breit und doppelt so hoch gewesen wäre, wie viel Mal hätte der Tempel von Salomo in den neuen Tempel gepasst? Wenn jetzt fünf Mal sagt, dann müsstet ihr noch mal in die Schule. Dreimal so breit, zweimal so hoch, sechsmal, oder? 3 x 2. Ja, der Kyrus hatte dem Volk erlaubt, einen Tempel zu bauen, der sechsmal so groß gewesen wäre wie der Tempel Salomo, der schon ziemlich groß war. Wusstet ihr das? Die Tür, die Gott aufgetan hatte, war gewaltig groß gewesen. Jetzt stellt man sich die Frage, warum ist denn die nicht gebaut worden? Meine persönliche These ist, ich weiß es nicht. Meine persönliche These ist, dadurch, dass die allermeisten in Babylon geblieben waren, hatte man halt nur beschränkte Ressourcen, beschränkte Manpower. Sie haben alles gegeben, was sie hatten, und da kam halt nur das Wenige raus. Aber für mich ist das eine interessante Lektion, wie, wie viele Türen haben wir wahrscheinlich auch in unserem Leben und als Gemeinde schon verpasst, wo Gott Türen aufgemacht hätte, wo Kyrusse die Tür aufgemacht haben und wir sind da so, haben so ein, sind so kaum rüber gegangen, nicht wahr? Egal, gehen wir zurück, nicht, egal. Also, ist traurig, aber gehen wir zurück zur Geschichte, weil die, die dran gearbeitet haben, die konnten nichts dafür, oder? Die, die mit Eifer gearbeitet haben, die haben das Beste gegeben. Es war kleiner, aber Gott hat eine Botschaft für sie gehabt. Das Problem war nur, als sie dann anfingen zu bauen, gab es noch weitere Probleme. Die Nachbarn wollten mitmachen. Könnt ihr euch erinnern? Da kamen die Leute, die man die Samaritaner nennt, Leute, die von Königen wie Asarhaddon und Assurbanipal dorthin gebracht worden waren in den Norden und die gesagt haben: "Wisst ihr was? Im Grunde genommen haben wir doch auch denselben Gott. Im Grunde genommen eint uns mehr, als uns trennt, oder? Wir beten zu dem Gott des Himmels, ihr betet zu dem Gott des Himmels. Ja, wir glauben an die fünf Bücher Mose, ihr glaubt an die fünf Bücher Mose. Ihr glaubt noch an Jesaja, das tun wir nicht, aber das ist nicht so schlimm. Lass uns mal die Unterschiede beiseite nehmen und lass uns irgendwie zusammenarbeiten, quasi eine palästinensische Ökumene, nicht wahr?" Was haben die Israeliten gesagt? Was haben die Israeliten gesagt unter Serubbabel? Kennt ihr die Geschichte? Die sagen: "Nein, es tut uns leid, das ist das Werk, das Gott uns aufgegeben hat." Und ab dann begann der Trouble. Dann haben diese Samaritaner E-Mails geschrieben, also auf Tontafel natürlich und und Pergament, haben E-Mails geschrieben an den Kyrus und das ist da, wo Daniel dann in Daniel 9 so betet und fastet und später an den Kambyses, den Kambyses und dann immer so weiter, bis irgendwann der Befehl kam: "Der Tempel darf nicht weitergebaut werden." Und Ellen White sagt, dass sowieso aufgrund der vielen Klagen von den älteren Geschwistern, die alles größer hätten haben wollen, dass alle ziemlich entmutigt waren und man hatte mit einem Feuereifer begonnen und es war so ein bisschen, sag ich mal so, ausgetudelt und irgendwann saß man da und hat eigentlich nicht mehr richtig was gemacht und wusste, theoretisch müsste es ja weitergehen, hoffen wir, dass Gott bald eine Tür öffnet. Und in dieser ein bisschen so deprimierenden Situation, kennt ihr das, wenn man eigentlich weiß, ich müsste eigentlich mehr mich damit beschäftigen, ich hab das früher auch gemacht, aber irgendwie fehlt mir gerade so ein bisschen so der der Mut, die die Vibes sind nicht so. Ja, das ist irgendwie, außerdem die Umstände sind gerade so schlecht, es geht gerade nicht so richtig. In diese Situation kommt jemand mit Namen Haggai und sagt: "Liebe Freunde, wir müssen den Tempel bauen." Und jetzt schauen wir mal, was er sagt. Ihr könnt den zweiten Finger wieder rausnehmen und zurück zu Haggai gehen. Haggai Kapitel 1. Schaut mal, was der Prophet Haggai jetzt hier sagt. Er sagt in Vers 3 und für eine ziemlich pointierte

[21:30] Vers 3 und da erging das Wort des Herrn durch den Propheten Haggai folgendermaßen: "Ist es aber für euch an der Zeit, in euren getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus in Trümmern liegt?" Die Israeliten, also die Judäer, sagen: "Es ist noch nicht die Zeit gekommen, am Tempel des Herrn zu bauen." Und Gott sagt: "Ja, aber ist es denn Zeit, dass ihr euch selbst in eurer Komfortzone ganz bequem eingerichtet habt und mein Haus liegt in Trümmern?"

[21:55] Liebe Freunde, haben wir auch einen Tempel aufzubauen? Nun, keinen mit Zedern oder mit Erdbebensicherung und mit 30 Ellen hier, 60 Ellen hier. Nein, haben wir einen Tempel aufzubauen? Haben wir eine Botschaft von Gott bekommen, den Tempel wieder theologisch aufzurichten? Sagt Daniel 8 nicht, dass die Städte seines Heiligtums verwüstet worden ist, dass die Botschaft vom himmlischen Heiligtum kaputt gemacht worden ist im Mittelalter, und dass Gott eine Botschaft uns gegeben hat von Jesus, der vom Heiligen ins Allerheiligste gegangen ist? 1844 hatte nicht eine Botschaft gegeben vom Heiligtum?

[22:32] Ihr wisst vielleicht, dass auch die Botschaft vom Sabbat im Buch Jesaja beschrieben wird als ein Aufbauen, als ein Wiederaufrichten, als ein Vermauern der Breschen. Die Metapher vom Aufbauen einer Stadt, einer Mauer, eines Gebäudes ist eine Metapher auch für das Wiederaufrichten der göttlichen Botschaft.

[22:49] Haben wir eine Botschaft, die die Welt hören muss? Haben wir eine Botschaft, die mit dem Heiligtum zu tun hat? Kümmern wir uns darum oder sagen wir: "Ja, theoretisch haben wir einen Glaubenspunkt über 1844, das stimmt schon. Ja, wir sollten eigentlich für mehr darüber uns beschäftigen. Eigentlich sollten wir mal das Heiligtum studieren. Wir haben gerade keine Zeit."

[23:13] Ist denn die Zeit gekommen? Sagt nicht unsere Botschaft: "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen." Hilf mir, wo findet das Gericht statt? Im himmlischen Heiligtum. Die Stunde ist da. Aber haben wir noch denselben Eifer für unsere distinkte adventistische Botschaft 1844, die Vollendung des Evangeliums in der ersten, zweiten und dritten Engelsbotschaft, das ewige Evangelium? Ist das noch unser Fokus? Oder sagen wir: "Ja, theoretisch ist das schon unser Fokus, wir haben nur leider keine Zeit, uns jetzt darauf so zu spezialisieren."

[23:50] Die Botschaft von Haggai ist: Lasst uns zurückkehren zu der Botschaft, zu dem Werk, das Gott uns aufgetragen hat. Schaut mal mit mir weiter in Vers 5. Die Botschaft von Haggai ist in Vers 5: "Und nun, so spricht der HERR der Herrscharen: Achtet doch aufmerksam auf eure Wege." In Vers 7 noch einmal: "So spricht der HERR der Herrscharen: Achtet doch aufmerksam auf eure Wege."

[24:14] Ein neues Jahr hat begonnen. Wir werden an diesem Tag von hier gehen, und vielleicht ist das ein gutes Motto, wenn wir gehen, wenn wir auf den Straßen fahren, wenn wir in den nächsten Tagen im Alltag gehen, sollten wir nicht vielleicht mal wieder auf unsere Wege achten? Was wir so Tag für Tag tun, wo unsere Priorität ist.

[24:36] Vers 6: "Ihr sät viel und bringt wenig ein. Ihr esst und doch werdet doch nicht satt. Ihr trinkt und habt doch nicht genug. Ihr kleidet euch und werdet doch nicht warm. Und wer einen Lohn verdient, der legt ihn in einen durchlöcherten Beutel."

[24:52] Haggai stellt dem Volk den Spiegel vor und sagt: "Schaut mal, ihr denkt, dass es euch besser geht, wenn ihr euch zuerst um euch kümmert und dann um das Werk Gottes. In Wirklichkeit ist das der Grund, dass es euch so miserabel geht." Wir denken vielleicht manchmal: "Na ja, ich muss ja auch erstmal für mich selbst sorgen, und wenn da das übrig ist, dann kann ich mich in das Werk Gottes investieren." "Aber genau das ist der Grund", sagt Haggai, "dass ihr am Ende so unzufrieden seid, dass so wenig übrig bleibt, dass ihr euch so fühlt, als ob alles umsonst gewesen ist."

[25:24] Kennst du das Gefühl, dass du irgendwie unzufrieden mit deinem Leben bist? Es scheint vollkommen irrsinnig zu glauben, dass die Lösung darin besteht, sich gerade nicht um sich selbst zu kümmern. Oder aber genau das sagt Haggai: "Verschiebt die Priorität!"

[25:42] Jetzt im Jahre 520 geht es ihnen gar nicht so gut. Wir lesen in dem Kapitel von Dürre und von vielen Dingen, die irgendwie gar nicht so toll sind. Und trotzdem sagt Gott jetzt in Vers 8, obwohl es mittlerweile ziemlich unangenehme Umstände sind. Er sagt in Vers 8: "Geht auf das Bergland und holt und baut das Haus. Dann werde ich Wohlgefallen daran haben und verherrlicht werden", spricht der HERR.

[26:05] Ihr Lieben, ich übersetze das mal in die Sprache des 21. Jahrhunderts. Gott sagt: "Ihr Lieben, auch wenn du viel mit dem Studium zu tun hast, auch wenn in der Familie nicht alles rundläuft, auch wenn du Stress in der Gemeinde hast oder wenn du irgendwelche anderen Probleme hast: Mach das Studium der dreifachen Engelsbotschaft, mach das Studium des Heiligtums von 1844, der besonderen Adventbotschaft. Mach das zu einem Fokus, zu der Priorität, die dein gesamtes Leben, dein Alltag durchdringt. Nicht nur als intellektuell die ganzen Fakten wissen, sondern sich dafür einsetzen, ob es als Lehrer oder als Bankangestellter oder in der Gemeinde, in der Jugendgruppe oder als Sabbatschullehrer oder als Kindersabbatschullehrer. Egal, mach es zu einer, zu einem Fokus, dass du dort, wo du bist, ein Licht für die Adventbotschaft bist."

[27:00] Wir brauchen nicht nur Prediger, wir brauchen junge Menschen, die bereit sind, Kindersabbatschule zu unterrichten. Wir brauchen junge Menschen, die ein bisschen älter sind, die Jugendgruppen anleiten und die versprengten Jugendlichen wieder zurücksammeln und sagen: "Hey, schaut mal hier, es ist eine tolle Sache, Siebentagsadventist zu sein. Gott hat uns eine große Identität gegeben. Er liebt uns."

[27:28] Eine große Aufgabe für uns. Baust du mit an dem Tempel? Oder sitzt du und sagst: "Ja, dieser Tempel müsste irgendwann mal gebaut werden." Bist du Zuschauer oder Mitspieler?

[27:45] Haggai 1 oder Haggai insgesamt ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher in der Bibel. Wisst ihr, warum? Das Buch Haggai ist erstens sehr kurz. Man kann es schnell durchlesen, man kriegt schnell einen Überblick. Man muss sich irgendwie jahrelang durch die Struktur von Jesaja durchwälzen. Irgendwie, das ist alles, was da drin ist. Haggai ist kurz. Eine tolle Empfehlung, wenn ihr mal so ein Bibelbuch komplett verstehen wollt: Nehmt Haggai, da seid ihr... das ist schnell zu machen und richtig toll.

[28:09] Aber das Beste an Haggai ist, anders als sonst ist es ja meistens: Ein Prophet kommt und er bringt eine Botschaft und wird nicht gehört. Oder also, es ist so das Pattern im Alten Testament. Aber in Haggai steht etwas, das man, also wenn man das Alte Testament durchliest, man muss zweimal hinsehen, ob das wirklich dort steht. Oder schaut mal, was dort steht in Vers 12. Einen Vers, der im Alten Testament geradezu Seltenheitswert hat. Man kennt es sonst nur von den Assyrern, die auf die Predigt von Jona hören.

[28:38] Haggai 1 Vers 12: "Da hörten Serubbabel, der Sohn Schealtiels, und Jeschua, der Sohn Jozadaks, der Hohepriester und der ganze Überrest des Volkes auf die Stimme des Herrn, ihres Gottes und auf die Worte des Propheten Haggai." Könnt ihr lernen: "Vertraut auf den Herrn, glaubt seinen Propheten. Believe his prophets!" Weil der Herr, ihr Gott, ihn gesandt hatte, und das Volk fürchtete sich vor dem Herrn.

[29:06] Nebenpunkt: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich das erklären, aber Gott zu fürchten bedeutet in der Bibel, ihn an die erste Stelle zu setzen. Wenn ihr es nachlesen wollt: 1. Mose 22. Gott sagt, als Abraham seinen Isaak auf den Altar, sagt er: "Jetzt weiß ich, dass du mich fürchtest."

[29:23] Ein gesamtes Volk, vom obersten bis zum untersten, vom Generalkonferenzpräsidenten, vom Serubbabel bis runter zum letzten Fußvolk-Soldaten, der da mitgemacht hat, sie alle glauben dem Propheten. Das ist doch unglaublich, oder? Das zeigt mir, das ist möglich.

[29:50] Manchmal haben wir so diese Gedankenfalle: "Ja, am Ende wird's halt sowieso irgendwie nichts. Wir müssten eigentlich, wir sollten eigentlich, aber wir sind halt Laodizäer." Deswegen so eine Dauerschleife: "Ja, wir müssten, wir sollten, es kommt nicht voran." Ihr Lieben, nein, nein, nein, Gott möchte, dass es vorangeht. Er weiß, dass es ohne Probleme möglich wäre, dass wir alle komplett einfach der Prophetie glauben. Die Frage ist, ob wir das tun wollen.

[30:22] Hat denn Gott heute auch noch eine Prophetin gesandt, die uns helfen möchte, die Botschaft des Tempels aufzubauen, sei es in der Erziehung, sei es in der Gesundheit, in den verschiedensten Bereichen? Ich möchte euch vorschlagen: Es geht mit Gottes Gemeinde voran, wenn Serubbabel, Jeschua und das ganze Volk den Propheten glauben.

[30:56] Vers 13: "Da sprach Haggai, der Bote des Herrn, im Auftrag des Herrn, zum Volk: 'Ich bin mit euch', spricht der HERR." Vers 14: "Und der HERR erweckte den Geist Serubbabels, den Sohn Schealtiels, den des Statthalters von Juda, und den Geist Jeschuas, des Sohnes Jozadaks, des Hohenpriesters und den Geist des ganzen Überrestes, also der Übrigen des Volkes, sodass sie kamen und die Arbeit am Haus des HERRN der Herrscharen ihres Gottes in Angriff nahmen."

[31:32] Einer der schönsten Momente der Bibel, wie ich finde. Ein Volk, das eigentlich weiß, was es tun sollte, irgendwie die Lust verloren hat, irgendwie die Power verloren hat, sich das alles so ein bisschen im Sande verlaufen hat. Jeder macht so sein eigenes Ding. Und dann kommt der Prophet und sagt: "Hey, lasst uns doch bitte wieder zurückgehen an den Anfang. Lasst es uns doch wieder so arbeiten wie früher. Lasst es uns weiterbauen." Und das ganze Volk sagt: "Okay, okay."

[31:58] Es gibt eine Erweckung. Wir beten immer für Erweckung und Reformation. Kennt ihr das? Das ist so ein Motto mittlerweile, das seit Jahren durch die Gemeinde geht: Erweckung und Reformation. Der Prophet Haggai lehrt uns: Wenn Gottes Volk auf die Propheten hört. Jemand hätte sagen können: "Haggai, du warst damals vielleicht gar nicht dabei, als wir angefangen haben. Du kennst nicht die Probleme, die wir haben. Du weißt gar nicht, wie unmöglich das ist." Jemand hätte sagen können: "Bist du wirklich ein Prophet?" Aber das war nicht die Reaktion.

[32:37] Das Volk Israel innerhalb von wenigen Tagen beginnt der Bau am Tempel erneut. Und dann schaut mal, wie es weitergeht in Kapitel 2 ab Vers 2: "Rede doch zu Serubbabel, dem Sohn Schealtiels, dem Statthalter von Juda, und zu Jeschua, dem Sohn Jozadaks, dem Hohenpriester, und zu dem Überrest des Volkes und sprich: 'Wer ist unter euch übrig geblieben, der dieses Haus in seiner früheren Herrlichkeit gesehen hat? Und wie seht ihr es jetzt? Ist es nicht so viel wie nichts in euren Augen?'"

[33:09] Vielleicht denken wir manchmal: "Ah, wenn wir uns vergleichen mit den großen Männern und Frauen des Alten Testamentes oder mit den Aposteln oder mit den Reformatoren oder mit unseren Pionieren, dann sind wir beeindruckt, wie Großes die gemacht haben und wie toll die Bibel studiert haben und wie mutig die waren." Dagegen fühlen wir uns so wie kleine Zwerge. Oder was wir so ein bisschen machen, unsere kleine Jugendarbeit, dieser kleine Kongress, das ist doch nichts gegen das, was die Pioniere auf die Beine gestellt haben." Oder aber Gott sagt: "Darum geht es nicht. Wenn du zurückgehst in deine Gemeinde und es sind nur zwei Jugendliche und du bist der dritte: Gründe eine Jugendgruppe. Und wenn irgendeine alte Schwester mit 90 Jahren kommt: 'Ja, früher gab's hier 100 Jugendliche', dann sagst du: 'Danke für den Hinweis. Jetzt bauen wir wieder dran.'"

[33:51] Ganz egal, wie klein der Grundriss auch ist, an dem du arbeiten kannst: Baue an dem Tempel! Vielleicht hast du fünf Leute in deiner Gemeinde, mit denen du dich für die Gesundheitsbotschaft interessieren kannst: Baue daran! Und zwar übrigens, es geht immer ums Aufbauen, nicht ums Niederreißen. Wir sind nicht aufgerufen, andere Gebäude immer nur niederzureißen. Wir sind aufgerufen, selbst die Schönheit der Botschaft aufzubauen. Denn die Idee ist: Wenn der Tempel aufgebaut ist, dann kommen die Völker aus allen Nationen, die kommen dann zum Tempel, um anzubeten. Das ist die das Bild im Alten Testament.

[34:26] Vers 5, schaut mal diesen Vers an. Vers 4, Entschuldigung: "Aber nun sei stark, Serubbabel", spricht der HERR. "Auch du, Jeschua, sei stark, du Sohn Jozadaks, du Hohepriester, und alles Volk des Landes, seid stark", spricht der HERR, "und arbeitet!"

[34:50] Gott hätte auch sagen können: "Serubbabel hat versagt. Der hat angefangen, hat sich weitergeführt, die haben aufgehört. Weg mit Serubbabel!" Das sagt er nicht. Gott benutzt auch Menschen, die vielleicht in der Vergangenheit versagt haben oder die nicht stark genug waren oder die Kompromisse gemacht haben oder die einfach inaktiv gewesen sind. Wenn sie auf die Botschaft des Propheten hören, sagt er: "Sei stark, und dann kannst du durch mich das Werk vollenden."

[35:07] Vers 4 immer noch: "Denn ich bin mit euch", spricht der HERR der Herrscharen. Jetzt kommt Vers 5, ein ganz toller Vers: "Das Wort, aufgrund dessen ich mit euch einen Bund gemacht habe, als ihr aus Ägypten zogt, und mein Geist soll in eurer Mitte bleiben. Fürchtet euch nicht!"

[35:22] Jetzt passt mal auf: In welchem Jahr sind wir? Hat jemand aufgepasst? Wir sind im Jahre 520. Wann war der Exodus? Also jetzt pi mal Daumen, nicht große Debatte, aber ungefähr Exodus ungefähr 1450. So, aber ja, ungefähr knapp 1000 Jahre vorher hatte Gott mit dem Volk einen Bund gemacht. Wie oft hatte das Volk den Bund seit dem Exodus gebrochen? Goldenes Kalb, ungefähr gefühlt andere 1000 Geschichten in den 40 Jahren, nicht wahr? Dann nach Josua, also dann dann Achan, dann die Richter und dann in der Zeit von Samuel, König, ständig. Oder? Und Gott sagt jetzt nach fast 1000 Jahren: "Mein Bund von damals gilt immer noch für euch."

[36:18] Wusstet ihr, dass Gottes Versprechen, Luther zu stützen, Gottes Versprechen, Calvin zu helfen, Gottes Versprechen, Ellen White zu stützen, immer noch gilt? Das Gottes Versprechen, den Mose zu führen, das Gottes Versprechen, den Paulus an die Orte zu bringen, wo er sein muss, dass alle diese Versprechen immer noch genauso gelten, obwohl die Leute, die das Versprechen gehört haben, schon längst tot sind?

[36:48] Es gibt eine Stelle in 5. Mose, eine meiner Lieblingsstellen, relativ in 5. Mose 5. Da sagt Gott, dass die Worte, die am Sinai gesprochen worden sind, nicht mit den Leuten damals gesprochen worden sind, sondern mit denen, die in 5. Mose 40 Jahre später das hören. Der Gedanke dahinter ist: Gottes Wort ist nicht für die, die es physisch vom Propheten gehört haben. Gottes Wort ist es für jeden, der es auch später im Glauben annimmt. Für den ist Gottes Wort. Die Worte von Jesus in der Bergpredigt sind für dich genauso relevant, vielleicht sogar relevanter als für die, die damals auf dem Grashügel saßen und es gar nicht ernst genommen haben. Gottes Wort gilt für dich genauso, und du kannst von hier gehen mit derselben Gewissheit, die ein Luther, die ein Melanchthon, die ein James White, die ein Haggai gehabt hat, also Gottesmänner und -frauen. Du kannst genauso für Gott arbeiten.

[37:58] 7 Minuten noch. Vers 6: "Denn so spricht der HERR der Herrscharen: Noch einmal eine kurze Weile werde ich den Himmel und die Erde erschüttern, das Meer und das Trockene. Und ich werde auch alle Heidenvölker erschüttern, und das Ersehnte aller Heidenvölker wird kommen, und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit füllen", spricht der HERR der Herrscharen.

[38:18] Die Israeliten haben gedacht: "Dieser neue Tempel, der ist klein, der ist nicht besonders geschmückt, nicht wie der Tempel von Salomo, der so spektakulär toll war." Gott sagt in Vers 8: "Macht euch keine Sorgen. Mir gehört alles Gold und Silber. Ihr müsst mir nicht Gold und Silber geben. Ich will diesen Tempel, auch wenn er klein ist, ich will diesen Tempel herrlicher machen als den Tempel von Salomo, durch meine Herrlichkeit."

[38:41] Wer von euch hat keine Schlachter 2000? Ja, meldet euch, meldet euch. Vollkommen. Okay, die Schlachter ist nicht die beste Bibel per se. Steht bei euch auch, dass "das Ersehnte aller Heidenvölker wird kommen"? Die Kostbarkeiten, oder soweit ich das gesehen habe, steht nur in der Schlachter 2000, dass "das Ersehnte aller Heidenvölker". Die meisten übersetzen mit Kostbarkeiten, Schätze. Und die Idee ist dann, dass Gott sozusagen sagt: "Macht euch keine Sorgen. Das Gold und Silber, die Völker werden kommen und werden dann Gold und Silber mitbringen."

[39:21] Das liegt daran, dass das Wort, also schaut noch mal in Vers 7, und das aller Heidenvölker wird kommen, dass das Wort "kommen" eindeutig Plural ist im Hebräischen. Es ist Plural, und deswegen sagt man: "Okay, dann müssen es ja Schätze sein, die kommen." Das Ding ist nur, das Wort "Schatz", "Kostbarkeit" ist Singular. Und jetzt hat man so ein bisschen das Problem: Ja, also wie kann also Schatz Singular, kommen Plural? Und deswegen sagen also die Schlachter sagt dann ist es halt Singular. Ja, "das Ersehnte wird kommen." Und die anderen sagen: "Das ist alles Plural, die Schätze werden kommen." Aber wenn man das Hebräische genau anschaut, das ist noch mein kleiner theologischer, eine kleine theologische Notiz hier für ATS, dann ist es so, dass man den Satz genauso übersetzen kann in Vers 7: "Und ich werde auch alle Heidenvölker erschüttern, und sie werden kommen." Dass das "kommen" sich gar nicht auf die Schätze bezieht, sondern auf die Heidenvölker. Und dann kommt ein Akkusativ. Das ist dann mein Verständnis, ein Akkusativ der Richtung. Sie werden kommen. Wir fügen im Deutschen "an" zu wohin? Zu dem Ersehnten aller Heidenvölker, aller aller Völker. Die Völker werden kommen zu dem, der die Herrlichkeit in den Tempel bringt, und sie werden kommen zu dem Vers 9, der Frieden bringt.

[40:55] "Die letzte Herrlichkeit dieses Hauses wird größer als die erste", spricht der HERR der Herrscharen, "und an diesem Ort will ich Frieden geben." Gott geht es nicht um Gold und Silber, er möchte Frieden, er möchte Herrlichkeit. Und hilf mir, wer war derjenige, der den zweiten Tempel mit Herrlichkeit und Frieden herrlicher gemacht hat, als es der erste salomonische Tempel jemals gewesen ist?

[41:19] Und meiner auch Jesus Christus. Ihr kennt vielleicht das Buch "The Desire of Ages". Oder man fragt sich: "Warum heißt das Desire of Ages?" Ich glaube, das kommt hier der Gedanke so ein bisschen auch aus Haggai: "Das, wonach sich alle Völker, alle Zeitalter sehnen."

[41:37] Ihr Lieben, entscheidend ist nicht, wie groß deine Jugendgruppe ist. Entscheidend ist nicht, wie viele bei deinem Frauensport mitmachen oder wie viele bei der Haus-zu-Haus- oder bei der Büchertischaktion sich einbringen. Entscheidend ist nicht, wie groß deine kleine deine Hauskreisgruppe ist oder die Gemeinde, die du gründest. Entscheidend ist, dass Jesus gegenwärtig ist. Denn wenn Jesus in deiner Gruppe ist, und wenn sie nur zwei oder drei Menschen ausmacht, ist es ein pulsierendes Licht, das die Herrlichkeit des himmlischen Tempels reflektiert.

[42:14] Denn wenn deine kleine Gruppe, deine Caregroup, dein Bibelstundenkreis, deine deine einzige, dein einziger Bibelstundenkontakt auf Zoom, mit dem du dich triffst, wenn dort Jesus verherrlicht wird und Jesus im Zentrum steht, dann wird der Tempel gebaut. Entscheidend ist nicht, wie groß, wie stark die Umrisse sind. Ja, Gott hat Großes vor, und ich glaube, am Ende wird es auch große Dinge geben. Am Ende war der zweite Tempel ja noch viel größer als... aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Entscheidender Punkt sind nicht die Zahlen, sondern die Herrlichkeit, dass Jesus gegenwärtig ist.

[42:51] Komme zum Schluss. Eine Frage an alle Ellen White-Experten, die Ellen White auf Englisch lesen: Wer von euch kennt die Formulierung "most precious message"? Hat die jemand schon mal gelesen? "A most

[43:12] Die jemand schon mal gelesen: "A most precious, precious, precious message." Das ist jetzt eine interessante Frage: Hat es jemand schon mal gehört, gelesen: "A most precious message"? Ja? Ja, wo?

[43:25] Okay, hier ist Hausaufgabe kollektiv für euch alle für das nächste Jahr: Ihr beschäftigt euch einmal mit einem Abschnitt der Adventgeschichte, der um das Jahr 1888 sich dreht. Da gibt's Waggoner und Jones, Minneapolis und die Gerechtigkeit aus Glauben. Und da gibt es ganz viele Ellen G. White Zitate, wo sie immer sagt: "God gave them a most precious message." Damit meint sie die Botschaft der Gerechtigkeit aus dem Glauben. "Most precious message." Wenn man eine Suchfunktion macht, wo sie das verwendet, ist es jedes Mal zu der Botschaft von Gerechtigkeit aus Glauben 1888, bis auf einmal.

[44:04] Es gibt eine Stelle, wo sie dieselbe Formulierung, die sie für die 1888 Botschaft Gerechtigkeit aus dem Glauben verwendet, an einer anderen Stelle. Wisst ihr wo? Für das Buch Haggai, und zwar für den Abschluss des Buches Haggai. Schaut mal mit mir zu den letzten Versen Haggai Kapitel 2 ab Vers 20. Hier ist das White-Zitat. Sie sagt: "To Zerubbabel, their leader, was given a most precious message." Dem Zerubbabel wurde eine überaus kostbare Botschaft gegeben. Und die gebe ich euch in der letzten Minute mit.

[44:42] Es heißt in Vers 20: "Und das Wort des Herrn erging zum zweiten Mal an Haggai am 24. Tag des Monats folgendermaßen: Rede zu Zerubbabel, dem Stadthalter von Juda, und sprich: Ich werde den Himmel und die Erde erschüttern. Und ich werde Königsthrone umstoßen und die Macht der heidnischen Königreiche zertrümmern. Und ich will die Streitwagen umstoßen samt ihrer Besatzung, dass Ross und Reiter zu Boden sinken und jeder umkommt durch das Schwert des anderen." In dieser Welt wird es drunter und drüber gehen.

[45:10] Vers 23: "An jenem Tag, spricht der HERR der Heerscharen, werde ich dich, Zerubbabel, du Sohn Schealtiels, der den Propheten Haggai geglaubt hat, meinen Knecht nehmen und dich wie einen Siegelring machen. Denn ich habe dich erwählt, spricht der HERR der Heerscharen."

[45:29] Wisst ihr, was ein Siegelring ist? Ein König trägt einen Siegelring, um zu sagen, wenn etwas wirklich von ihm kommt, ein Brief, ein Dokument: "Das ist von mir." Du kannst ein Siegelring Gottes sein. Wir wollen ja immer das Siegel Gottes auf unserer Stirn haben. Ja, wir wollen versiegelt sein. Wusstest du, dass wir auch aktiv ein Siegel sein können? Das, was immer wir anfassen, was wir tun, sozusagen das Siegel Gottes trägt, dass wir sozusagen einen Abdruck hinterlassen und sichtbar wird, das, was wir angefasst haben: die Bibelstunde, der Hauskreis, die Jugendgruppe, der Gesundheitsclub, die Schule, an der wir arbeiten, der Kindergarten, wo wir uns einsetzen, da wo wir arbeiten – dort hinterlässt es einen Eindruck Gottes, nicht von uns, sondern von Gott.

[46:26] Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du von hier weggehen als ein Siegelring Gottes? Nicht nur so ein kleiner Mitarbeiter, der mal so nebenbei ein bisschen so die Drecksarbeit macht, ne? Ein Siegelring! Gott hat dich erwählt, so wie Daniel ein Siegelring war, wie Abraham ein Siegelring war, wo immer er war, mit all seinen Fehlern, die er gemacht hat. Er hat daraus gelernt, aber er hat einen Eindruck hinterlassen, der noch Jahrtausende später weiter wirkt. So wie Luther ein Siegelring war, so wie James White und Joseph Bates und White ein Siegelring waren, wie viele andere vor uns Siegelringe gewesen sind. Möchtest du auch ein Siegelring sein an der Hand Gottes, mit ihm mitarbeiten, dass dein Lebenswerk dazu beiträgt, dass die Botschaft vom himmlischen Heiligtum, von der Vollendung des Evangeliums, von der Adventbotschaft vollendet wird? Ist das dein Wunsch? Amen.

[47:22] Wollen wir noch gemeinsam aufstehen und beten.

[47:29] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Und Herr, du weißt, in welchen Bereichen wir früher mal sehr eifrig vielleicht gewesen sind und etwas nachgelassen haben. Und Herr, du hast heute zu uns gesprochen und uns daran erinnert, dass wir eine Aufgabe haben und dass wir auch nicht glücklich werden, wenn wir unsere Aufgabe vernachlässigen, weil wir meinen, dass wir mal uns mehr um uns selbst kümmern müssen. Herr, ich möchte dich bitten für mich und für jeden von uns, dass du uns zeigst, wie wir mit dir zusammenarbeiten können, wie wir einen Siegelring an deiner Hand sein können. Und Herr, du hast uns heute gesagt, dass wir Erweckung erleben, wenn wir deinen Propheten glauben. Schenk uns heute diese Bereitschaft, allem dem zu glauben, was die alttestamentlichen Propheten geschrieben, was die neutestamentlichen Propheten geschrieben haben und auch, was deine Prophetin der Endzeit geschrieben hat. Schenk uns die Bereitschaft, wie Kinder zu folgen dem, was du sagst, mit dir zusammenzuarbeiten und dass wir so erleben können, wie Zerubbabel erlebt hat zu seinen eigenen Lebzeiten, dass der Tempel fertig gebaut worden ist, weil du es geführt hast. Dass auch wir erleben können, dass unser Lebenswerk am Ende nicht ein Trümmerhaufen ist, sondern etwas, was durch deine Kraft für alle Ewigkeiten ein Siegelabdruck ist, an dem du verherrlicht wirst und der auf dich hinweist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


Lizenz

Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.