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In dieser Folge von „Höre Israel“ taucht Christopher Kramp tief in 5. Mose Kapitel 15 ein und beleuchtet das Thema Freiheit. Er erklärt die Bedeutung des Sabbatjahres und des Schuldenerlasses, die bereits im Alten Testament eine wichtige Rolle spielten. Dabei werden Parallelen zur Erlösung durch Jesus Christus gezogen und die praktische Anwendung dieser biblischen Prinzipien für unser heutiges Leben aufgezeigt.


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Serie: Höre Israel (Ein ausführliches Studium von 5. Mose)

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Transkript

[1:04] Herzlich willkommen zu Höre Israel, der Serie über das unfassbar spannende und für unsere Zeit so wichtige Buch 5. Mose. Hier auf Joelmedia.de, schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute mit einer Folge über Kapitel 15. In der letzten Folge haben wir uns ein wenig mit Kapitel 14 beschäftigt und gesehen, dass wir Gottes Kinder sein dürfen und dass wir Gott als unseren Vater betrachten dürfen. Und weil das so ist, weil wir die Erlösung durch Jesus Christus in Anspruch genommen haben, weil der Heilige Geist unser Leben führen darf und wir deswegen Kinder Gottes sind, hat das Konsequenzen auch für unseren Lebensstil, wie wir mit unserem Körper umgehen, was wir in unseren Körper hineinlassen.

[2:02] In 5. Mose 14 haben wir die Vorschriften über das reine und unreine Tier uns angeschaut und auch die Anweisung über den sogenannten zweiten Zehnten, der bestimmt hat, dass Geld investiert werden soll, damit die ganze Familie religiöse Feste besuchen kann, dass Wohltätigkeit geübt werden kann, dass den Armen geholfen wird, damit die Prinzipien des Evangeliums nicht nur im Herzen und im Kopf verstanden worden sind, sondern tatsächlich auch ausgelebt werden, dass sie sichtbar werden im Alltag, in dem, was wir sagen und tun, was wir essen und trinken, in all den verschiedenen Aktivitäten, die ein normaler Tag mit sich bringt. Gott möchte, dass sichtbar wird auch in den Dingen des Alltags, gerade dort, dass wir seine Kinder sind und entsprechend anders leben und anders verhalten als Menschen, die Gottes Erlösung nicht angenommen haben.

[3:09] Heute wollen wir uns, wie gesagt, dem Kapitel 15 widmen und der Titel ist bezeichnenderweise – und das deutet schon den Schwerpunkt dieses Kapitels an – Freiheit. Ein Thema, das in unserer Zeit auch super aktuell ist und wir werden sehen, was Gottes Meinung und Gottes Idee zum Thema Freiheit ist, auch ganz konkrete Dinge, die da schon damals die Israeliten betroffen haben. Bevor wir uns allerdings das genauer anschauen und durch dieses Kapitel hindurchgehen, möchten wir Gott bitten, dass er unser Denken mit dem Heiligen Geist erfüllt, unser ganzes Wesen, dass wir verstehen, was er uns sagen möchte, was er mir sagen möchte und dir, lieber Freund, liebe Freundin, lasst uns gemeinsam beten.

[3:54] Lieber Vater im Himmel, es ist dein Wort und du hast es gegeben, nicht, dass wir uns einfach nur ein bisschen Gedanken darüber machen, sondern dass es unser Leben verändert. Du hast selbst gesagt, dass es ein lebendiges Wort ist und so möchten wir uns beugen von dir und in einem positiven Sinne zittern vor deinem Wort, damit du unser Lehrer sein kannst, damit wir lernen, wie Jünger lernen, wie Schüler lernen und damit wir bereit sind, dies auch anderen weiterzugeben. Herr, wir möchten dich bitten, dass die Dinge, die wir heute lernen, direkt unser Herz hineingehen und dass wir verstehen, wie du jeden einzelnen von uns, mich und jeden, der dieses Video ansieht, führen möchtest im Alltag. Herr, offenbar du dich durch deinen Heiligen Geist. Das bitten wir im Namen Jesu, der versprochen hat, dass er für uns genau in dieser Sache eintritt. In seinem Namen. Amen.

[4:56] Wie immer wollen wir vorne in dem Kapitel anfangen und wie immer lade ich euch ein, liebe Freunde, dass ihr eine Bibel mit zur Hand nehmt und auch selbst mitlest. Die Parallelverse und erklärenden anderen Bibelstellen, die werden wir hier in den Folien mit eingeblendet haben, aber das Kapitel selbst, das wollen wir selbst auch in der Bibel mitlesen. Es ist gut, wenn wir mit unserer eigenen Bibel auch arbeiten und vielleicht auch Anmerkungen machen können, damit wir unsere eigene Bibel auch besser kennenlernen und selbst sehen, was Gott uns sagen möchte.

[5:28] Wir beginnen in 5. Mose 15, Vers 1. Und wie gesagt, ich lade euch ein, eine Bibel zu nehmen und mitzulesen. Wir lesen dort am Ende von 7 Jahren sollst du einen Schulden-Erlass anordnen. Die Zahl Sieben spielt eine besondere Rolle in der Bibel von Anfang an. Der siebte Tag ist von Gott geheiligt worden bei der Schöpfung. Sechs Tage der geschaffen, am siebten hat er sich aus meiner Sicht Zeit genommen, seine Schöpfung zu betrachten, Zeit genommen für Adam und Eva. Der siebte Tag ist seitdem bis heute und bis alle Ewigkeit ein heiliger Tag. Nicht nur am Anfang der Bibel, sondern selbst am Ende, in der Offenbarung, finden wir die Sieben immer wieder. Wir finden die sieben Siegel, die sieben Posaunen, die sieben Sendschreiben, die sieben letzten Plagen. Die Sieben spielt eine wichtige Rolle. Das ist die Zahl der Vollendung, die Zahl, die aufgrund dessen Tages auch ganz besonders mit Heiligkeit in Verbindung gebracht wird.

[6:33] Alle sieben Jahre sollte ein Schulden-Erlass gegeben werden. Interessanterweise haben wir diese Idee des Siebenjahres auch schon an anderer Stelle in den Büchern Mose. In 2. Mose 21, Vers 2 heißt es: Wenn du einen hebräischen Sklaven kaufst, soll er sechs Jahre lang dienen und im siebten soll er unentgeltlich freigelassen werden. Das heißt, als Mose hier in 5. Mose 15 diese Dinge präsentiert, da wussten die Israeliten schon aus jahrzehntelanger Erfahrung, dass das siebte Jahr ist das Jahr der Freiheit.

[7:18] So auch in 2. Mose 23 und dort Vers 10 und 11: Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seinen Ertrag einsammeln, aber im siebten sollst du es brachliegen und ruhen lassen, damit sich die Armen deines Volkes davon ernähren können und was sie übrig lassen, das mögen die Tiere des Feldes fressen. Dasselbe sollst du mit deinem Weinwerk und mit deinem Ölbaumgarten tun. Das siebte Jahr war das Jahr der Freiheit und das siebte Jahr war auch das Jahr der Wohltätigkeit. Israeliten sollten lernen, dass sie nicht immer alles nur für sich selbst behalten sollten. Sie sollten lernen, dass durch dieses siebte Jahr Freiheit und Wohltätigkeit ganz entscheidende Dinge sind, die Gott in diesem Volk Israel sehen wollte.

[8:09] Das siebte Jahr hatte eine besondere Bedeutung. Wir lesen in "Parallelen und Propheten", Seite 513: Das Sabbatjahr sollte für Land und Leute zum Nutzen sein. Es wurde Sabbatjahr genannt, weil es so wie der siebte Tag, der Sabbat, ein Ruhetag war, ein Ruhejahr sein sollte. Ein Jahr lang brachliegen der Boden, wäre danach nur umso ergiebiger. Es war also nicht unbedingt ein Verlust für die Bauern, wenn sie jedes siebte Jahr auf eine Ernte verzichten würden. Ganz im Gegenteil, sie würden dadurch extra gesegnet werden. Und das Volk war eine Zeit lang von den schweren Feldarbeiten befreit. Jedes siebte Jahr sollte man also weniger arbeiten.

[8:57] Interessant, vielleicht etwas, was wir uns auch für unsere so hektische Zeit einmal überlegen sollten und eine Anwendung dafür finden sollten für unsere persönliches Leben. Wenn auch mancherlei andere Arbeit zu verrichten war, blieb doch allen mehr Muße zur Erholung und zum Sammeln körperlicher Kräfte für die Anstrengung der kommenden Jahre. Gott hat schon damals gewusst, dass der Mensch dazu neigt, sich zu überarbeiten. Und ich denke, wir alle kennen das mehr oder weniger.

[9:27] Nun, hier sehen wir ganz deutlich, dieses Sabbatjahr sollte kein Jahr sein, wo man gar nichts tut, wo man einfach faul zu Hause liegt. Aber die Israeliten wurden angewiesen, sechs Jahre ganz normal zu arbeiten und im siebten Jahr eben die Felder brachliegen zu lassen und nur das Nötigste sonst herum zu arbeiten, mehr Zeit zu haben und zwar zur Erholung, zum Sammeln von körperlichen Kräften und sicherlich auch zu mehr religiöser Besinnung, wie uns jetzt der nächste Vers auch deutlich sagt.

[9:53] Sie hatten mehr Zeit zu religiöser Besinnung und zum Gebet. Sie konnten sich selbst besser mit den Unterweisungen und Forderungen des Herrn vertraut machen und ihre Kinder darin unterrichten. Gottes Plan war, und ich denke, das ist etwas, das vielleicht heute unter uns ziemlich in Vergessenheit geraten ist, dass jedes siebte Jahr die Menschen etwas kürzer treten sollten in ihrer Arbeit, um mehr Zeit zu haben als für gewöhnlich, das Wort Gottes zu studieren, mehr Zeit zu haben zu beten und mehr Zeit zu haben auch mit ihren Kindern über geistliche Dinge zu reden.

[10:31] Im Sabbatjahr sollten auch die hebräischen Sklaven freigelassen werden, was wir gerade gesehen haben, aber nicht etwa mittellos fortgeschickt werden. Da werden wir gleich noch mehr dazu sagen. Das siebte Jahr war also ein ganz besonderes Jahr und ich möchte mir selbst überlegen, wie ich das in meinem Leben besser umsetzen kann. Und ich denke, auch du, lieber Freund, liebe Freundin, wirst davon profitieren, diese Gedanken ja praktisch durchzudenken.

[10:56] Wie diesen weiter in Vers 2. Was sollte jetzt bei diesem Schulden-Erlass, der ebenfalls im Sabbatjahr, im siebten Jahr, anstand, der dort ausgerufen worden ist, was sollte dort konkret passieren? Wir lesen in Vers 2: Dies ist aber die Ordnung des Erlasses: Jeder Gläubiger soll das Darlehen seiner Hand erlassen; dass er seine Nächsten oder seinen Bruder nicht bedrängen, denn man hat einen Schuldenerlass des Herrn ausgerufen.

[11:32] Schon damals gab es immer wieder damit Probleme, dass Menschen sich so sehr verschulden, dass sie irgendwann quasi bankrott waren, dass sie insolvent waren, dass sie nicht mehr ihre Schulden zurückgeben konnten. Das gab es nicht nur in Israel, das gab es in vielen oder letztlich in allen antiken Gesellschaften. Man weiß, dass es früher dann oft Könige gab, die dann von Zeit zu Zeit einen Schuldenschnitt verkündeten, einfach um die gesamtgesellschaftliche Situation wieder zu normalisieren und die Wirtschaft in gewisser Weise auch zu retten. Man kennt altbabylonische Könige, die dann immer wieder einen Schulden-Erlass ausgerufen haben, meistens dann, wenn es drohte, aus dem Ufer zu laufen. Aber hier sehen wir, dass Gott selbst als der König Israels bestimmt, dass es alle sieben Jahre regelmäßig einen Schuldenschnitt geben muss. Alle Kredite, die bis dahin gewährt worden waren, würden dann sozusagen einfach nicht mehr aktuell sein. Sie würden dann nicht mehr zurückgezahlt werden müssen.

[12:37] Der Schuldenerlass ist an und für sich eine sehr wichtige und sehr anschauliche Illustration für die Erlösung. Das wird deutlich, wenn man sich das Gleichnis von Jesus anschaut, hier in Lukas 7, Vers 41 und 42: Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Der eine war 500 Denare schuldig, der andere 50. Dass sie aber nichts hatten, um zu bezahlen, schenkte er es beiden. Mit anderen Worten, hier gibt es einen Schuldenschnitt, einen Schuldenerlass für beide Schuldner. Sage mir, welcher von ihnen wird ihn nun am meisten lieben? Diese Worte von Jesus soll natürlich deutlich machen, je mehr Schulden erlassen worden sind, desto größer ist die Verbundenheit.

[13:32] Und damit illustriert Jesus an dieser Stelle. Es geht ja im Kontext dort beim Fest im Hause Simons um Maria Magdalena, die ihm die Füße gewaschen hat, sozusagen, und mit ihren Tränen den gesalbt hat mit diesem unfassbaren Salböl. Dann will dieses deutlich machen, weil sie eine große Sünderin gewesen ist, weil sie viel gesündigt hat, viele Schulden gehabt hat, deswegen liebt sie jetzt auch mich so sehr, weil hier all diese Schulden, diese Sünden erlassen habe. Dieses Bild wird von Jesus oft verwendet. Wir denken vielleicht auch an den unbarmherzigen Knecht in Matthäus 18 oder auch anders, Vater Unser, wo wir von Jesus gelehrt worden sind zu beten: Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

[14:27] Die Idee des Schuldenerlasses sollte immer wieder den Israeliten vor Augen führen, dass Gott selbst ihnen einen großen Schuldenerlass gewährt, nämlich die Schulden ihrer Sünden. Die würde er ihnen erlassen, weil nämlich Jesus am Kreuz von Golgatha diese Schuld bezahlt hat und den Tod besiegt hat, indem er von den Toten auferstanden ist. Jedes siebte Jahr sollte also durch diesen Schuldenerlass ein Jahr sein, dem das Evangelium von Jesus in besonderer Weise zum Leuchten kommen würde.

[15:06] Vers 3 in 5. Mose 15: Einen Fremden kannst du bedrängen, aber was du bei deinem Bruder ausstehst, das soll deine Hand erlassen. Hier sehen wir, dass es einen Unterschied gab oder einen Unterschied gemacht werden sollte zwischen denen, die zum Volk Gottes gehören, und denen, die Heiden waren, die nicht dem Volk Israel angehörig waren, um deutlich zu machen, dass es genau diese Schuldenvergebung durch Gott war, diese Erlösung von der Schuld, die einen zum Mitglied im Volk Gottes gemacht hat.

[15:44] Wer ist das wahre Mitglied im Volk Gottes? Derjenige, dem die Sünden erlassen worden sind. Durch die Vergebung unserer Schuld werden wir Teil des Volkes Gottes und genau das sollte diese Anweisung hier auch illustrieren.

[16:04] Lieber Freund, liebe Freundin, hast du noch Schulden bei Gott oder hast du im Glauben angenommen, dass Jesus diese Schulden bereits bezahlt hat? Weißt du, dass zwischen dir und Gott nichts steht, oder trägst du noch unbekannte, unberührte Sünden mit dir herum? Schuld, die dich niederdrückt und die dich auch von Gott trennt? Warte nicht eine Minute länger, sondern wenn nötig, stoppe dieses Video hier an dieser Stelle und betet zu Gott um Vergebung deiner Schuld, deiner Sünden und nimm in Anspruch, dass Jesus die komplette, vollständige, umfassende Strafe für all deine Sünden bereits bezahlt hat, so dass du, wenn du ihm das glaubst und es für dich in Anspruch nimmst, freigegeben kannst. Dann bist du Kind Gottes und dann bist du Teil des Volkes Gottes hier auf dieser Erde. Gott möge dir das schenken. Von ganzem Herzen wünsche ich dir das.

[17:18] In Vers 4 lesen wir: Es sollte zwar unter euch gar kein Armer sein, denn der Herr, dein Gott, wird dich reichlich segnen in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir zum Erbe gibt, damit du es in Besitz nimmst. Gott sagt: Ich werde euch so viel segnen, dass eigentlich theoretisch gesehen es keine Armen geben müsste. Wir werden aber sehen, dass Gott gleich später noch im selben Kapitel deutlich macht, dass es immer Arme geben wird, nicht zuletzt auch deswegen, weil Menschen den überreichen Segen Gottes nie so ganz gebrauchen, wie Gott es eigentlich für am besten halten würde und der Segen nie alle so erreicht, wie Gott es eigentlich gedacht hat. Und weil natürlich auch persönliche Fehlentscheidungen, Sünden, einen selbst oder andere in Armut bringen können.

[18:10] Israeliten waren genauso wie wir heute mit der Tatsache konfrontiert, dass es Menschen gibt, die zu arm sind, um für sich selbst so zu sorgen, dass sie ein selbstrespektiertes, würdevolles Leben leben können.

[18:25] In Vers 5 lesen wir: Vorausgesetzt, dass du der Stimme des Herrn, deines Gottes, eifrig gehorchst und alle diese Gebote bewahrst und tust, die ich dir heute gebiete. Gott sagt: Wenn alle im Volk das Wort Gottes treu befolgen würden, wenn sie jetzt das Gesetz Gottes wirklich ins Herz geschrieben werden worden ist und von allen gehalten wird, dann würde der Segen Gottes dafür sorgen, dass es eigentlich gar keine Armut mehr geben braucht. Mit anderen Worten, können wir auch sagen, dass Gottes Wort heute befolgen eine Grundlage ist für echten Wohlstand. Das heißt allerdings nicht, und das werden wir auch noch sehen und haben sicherlich auch in unserem Leben schon erfahren, dass nicht jeder, der arm ist, das aus eigener Schuld ist. Man kann auch für Arme, weil andere Menschen Fehler gemacht haben, man kann verarmen durch Unglücke, durch Dinge, die unvorhergesehen sind, durch sozusagen höhere Gewalt.

[19:18] Und trotzdem macht es ganz deutlich, dass, wenn man solche Faktoren einmal beiseite lässt, in der Regel die Treue zum Wort Gottes eine Grundlage ist, dass man wirklich auch Gottes Segen im Alltag erleben kann und erleben wird.

[19:34] Vers 6: Denn der Herr, dein Gott, wird dich segnen, wie er es dir verheißen hat. So wirst du vielen Völkern leihen, du aber wirst dir nichts leihen müssen. Du wirst über viele Völker herrschen, sie aber werden nicht über dich herrschen. Israel sollte Kopf sein und nicht Schwanz.

[19:52] Die Israeliten sollten das Licht der ganzen Welt sein. Sie sollten nicht als Tyrannen herrschen, sondern als Vorbilder. So wie wir später auch im Neuen Testament lesen, dass die, die Leiter der Gemeinde, nicht als zwangsherren, als Tyrannen herrschen sollen, sondern als Vorbilder. Der Herr, der sie, sie sollten durch ihr besonderes Leben, durch ihren besonderen Lebensstil, durch den besonderen Segen, der auf ihrem Leben ruhte, ein Licht sein für alle Menschen dieser Welt.

[20:23] Und deswegen hatte Gott versprochen, dass sie nicht ein Volk aus lauter Armen sein würden, sondern sie würden Wohlstand in ihrem Leben, im Alltag erleben. Und auch, und das ist jetzt der entscheidende Punkt, dann mit denen, die trotzdem aufgrund von Lebensumständen, von verschiedenen Umständen, die vielleicht nicht immer im Einzelnen ja geklärt werden können, trotzdem arm sind, dass sie mit diesen armen Menschen auf eine Art und Weise umgehen, die deutlich macht, dass ihr Wohlstand nicht auf Geiz und auf Selbstsucht basiert, sondern allein auf dem Segen Gottes, der gerne weitergegeben wird.

[21:05] Vers 7: Und das ist genau das, was jetzt beschrieben wird: Wenn aber ein Armer, beide ist, irgendeiner deiner Brüder in einem deiner Tore in einem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt, so sollst du dein Herz nicht verhärten, noch deine Hand von deinem armen Bruder verschließen. Zwei Dinge sind angesprochen: das Herz und die Hand. Mit anderen Worten, die Motive, die Empfindungen und das Tun. Gott möchte, dass wir dem Armen helfen, aber nicht einfach nur knauserig, weil wir dazu verdonnert sind, oder weil wir versuchen, dadurch ein gutes Werk zu tun, das uns bei Gott irgendwie angenehm macht, sondern aus einem vollen Herzen.

[21:44] Wir sollen unser Herz nicht verhärten. Diese Israeliten, die Gott gehorsam sein würden, würden sich dadurch kennzeichnen vor der ganzen Welt, dass sie durch den Glauben und durch den Segen Gottes einen Wohlstands- oder ein lebendes Wohlstandsleben würden und gleichzeitig durch eine außergewöhnliche Wohltätigkeit sich auszeichnen würden. Das war das, was Gott durch Israeliten zeigen wollte.

[21:59] In Vers 8 lesen wir weiter: Sondern du sollst ihm deine Hand weit auftun und im reichlich leihen, so viel er nötig hat. Nicht nur ein kleines wenig, um das Gewissen ein wenig zu tun, sondern die Bibel ist hier sehr deutlich, sehr bildlich. Die Hand soll weit aufgehen. Man soll ihm reichlich leihen, so viel er nötig hat.

[22:42] Es geht hier ebenfalls wieder auch um das Geld. Nicht nur im Neuen Testament, in den vielen Gleichnissen von Jesus, ist das Geld, der Umgang mit dem Geld in unserem Privatleben ein zentraler Aspekt des Evangeliums. Und ich denke, wir alle müssen lernen, besser lernen, mit dem Geld so umzugehen, wie es Gott sich wünscht. Sonst sagt er, die Bibel, dass die Geldliebe eine Wurzel allen Übels ist.

[23:16] Und von hier im Alten Testament sehen wir, dass Gott durch solche Anordnungen ganz effektive Maßnahmen gegeben hat, die wir diese Wurzel unserem Leben vermeiden können. Wir dürfen nicht am Geld hängen, sondern es ist unser Privileg als Kinder Gottes, durch den Glauben anderen reichlich zu leihen, ihnen zu helfen, so viel wie sie benötigen.

[23:41] Benötigen. In Vers 9 geht es noch weiter. Es heißt: Hier hüte dich, dass kein Groll in deinem Herzen ist und du nicht denkst, das siebte Jahr, das Erlassjahr, naht. Mit anderen Worten, dass du nicht denkst: Wenn ich ihm jetzt etwas leihe und daher demnächst das Erlassjahr kommt, werde ich es ja nie wieder sehen. Wer so denkt, wer so berechnet denkt und sagt: Wenn ich jetzt etwas leihe, dann werde ich nie wieder bekommen, dann ist es ja verloren, dann muss ich ja abschreiben. Wer so denkt und deswegen nicht leiht, sagte die Bibel, in dessen...

[24:14] nicht leid, sagte die Bibel, in dessen Herz ist ein billiger Gedanke, ein anderes Wort für das Böse, den bösen Gedanken in unserem Herzen. Und du deinen armen Bruder missgünstig ansiehst und ihm nichts gibst, sonst würde er deine wegen zum Herrn scheinen und es wäre eine Sünde für dich, lieber Freund, liebe Freundin. Wir müssen lernen, dass wir nur dann wohltätig sind, wenn wir da erwarten können, dass wir wiederum es zurückhalten, wenn wir darauf selbst dann Nutzen haben. Dann ist das Sünde. Wenn wir Hilfe verweigern, weil wir sehen, dass wir diese Hilfe nie wieder gutgemacht bekommen, wenn wir dem helfen, von dem wir wissen, dass er uns nie wieder das zurückzahlen kann, dann wenn wir das tun, dann erfüllen wir Gottes Willen. Wenn wir das verweigern, dann leben wir tatsächlich in Sünde. Dann ist es Sünde für uns.

[25:18] Deswegen sagt auch Jesus im Neuen Testament, und wir sehen, dass das ein Prinzip ist, dass in der Bibel sowohl im Alten als auch im Neuen Testament unvermindert gilt: Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes. Und jetzt kommt es: Leid ohne etwas dafür zu hoffen. So wird euer Lohn groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein. Er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Gott gibt immer und immer wieder er Leid ohne etwas zurück, ohne dass er in vielen Fällen etwas jemals zurückbekommt. Er sendet Regen und Fülle und Sonnenschein, Segen über Segen auf Menschen, von denen er weiß, sie werden es nie wieder ihm zurückbezahlen.

[26:09] Grüß Gott und auch wir sollten so sein. Wie viele Menschen gibt es, die zu Gott um Hilfe schreien, weil sie in der Notsituation sind und Gott hilft ihnen, obwohl er weiß, dass sie später wieder von ihm abfallen werden und nicht ihr Leben ihm bis zum Ende weinen werden. Und trotzdem hilft ihnen und gibt ihnen diese Chance. Das ist das Wesen Gottes, dass wir aufgerufen sind zu reflektieren. Und ich denke mir, du und ich, lieber Freund, liebe Freundin, wir alle haben noch daran zu wachsen. Wir müssen mehr über Gottes Charakter nachdenken, wie er ist, wie auch zu denen ist, die vielleicht später wieder verlassen werden.

[26:54] Um zu sehen, wie wir im Alltag praktisch mit denen umgehen sollten, von denen wir vielleicht jetzt schon sehen können, dass sie uns unsere Wohltaten nicht wieder erstatten können. Matthäus 25 ist eine berühmte Passage hier, in der es darum geht, was letztendlich den Ausschlag geben wird im letzten, im großen Gericht, in der Frage, ob wir im Himmel sein werden oder für immer verloren gehen werden und den ewigen Tod erleiden müssen. Wir lesen hier in dieser Beschreibung, und mit der Jesus zeigt, was dann die Grundlage im Gericht gewesen ist, die jetzt hier bei der Wiederkunft dann zu der Urteilsvollstreckung sozusagen führt. Gewissermaßen Matthäus 25, Vers 41 und 42: Dann wird er auch denen zur Linken sagen: Geht hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist.

[27:50] Denn jetzt kommt die Begründung, warum sie das ewige Leben verloren haben und nicht erreichen. Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mich nicht gespeist. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Das 43 und 44: Ich bin ein Fremdling gewesen und ihr habt mich nicht beherbergt, ohne Kleidung und ihr habt mich nicht bekleidet, krank und gefangen und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden auch sie ihm antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder als Fremdling oder ohne Kleidung oder krank oder gefangen gesehen und haben dir nicht gedient?

[28:26] Vers 45: Dann wird er ihnen antworten: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr mir auch nicht getan.

[28:42] Wir alle, du und ich, müssen uns die Frage stellen, ob Matthäus 25 unsere Erfahrung ist. Ob wir so leben, wie Jesus es wünscht. Und wir sehen hier, diese Kapitel im Zentrum von 5. Mose sind nicht einfach irgendeine Anweisung für das jüdische Volk damals auf der Wüstenwanderung oder später. Nein, es sind Prinzipien, die so entscheidend sind, dass sie einmal tatsächlich über unser ewiges Leben bestimmen werden. Es sind Prinzipien, die im wahrsten Sinne des Wortes heilsentscheidend sind. Ein Studium von 5. Mose 15 und eine Anwendung dieser Prinzipien in unserem Leben ist buchstäblich heilsentscheidend. Gott sei Dank haben wir dieses Kapitel und Gott sei gelobt dafür, dass er uns seinen Heiligen Geist schenkt, damit wir diese Dinge verstehen können und durch seine Kraft in unserem Leben auch anwenden können.

[29:39] Vers 10: Sondern du sollst ihm willig geben und ein Herz soll nicht verdrießlich sein, wenn du ihm gibst. Denn dafür wird der Herr, denn Gott dich segnen in all seinem Tun und in allem, was du unternimmst. Wir müssen nicht Angst haben, dass wir selbst zu wenig haben, weil wir geben, ohne zurückerwarten zu können. Denn Gott sagt: Wenn du gibst, dann kann ich dich segnen.

[30:05] Denn unser Reichtum kommt ja nicht von anderen Menschen, die uns genauso viel geben müssen, wie wir ihnen gegeben haben. So unsere Reichtum kommt von Gott, unser Segen kommt von Gott. Und so können wir Segen weitergeben, ohne auf die genaue Erstattung zu warten, weil Gott uns segnet. Und das drücken wir aus, diesen Glauben, wenn wir so leben und zu handeln, wie es hier in 5. Mose 15 beschrieben ist.

[30:32] Deswegen sagte die Bibel, 2. Korinther 9, Vers 7: Jeder, wie er sich im Herzen vornimmt, nicht widerwillig oder gezwungen, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Warum? Weil der fröhliche Geber, der nicht berechnet, der den man nicht zwingen muss, den man nicht antreiben muss, der fröhliche Geber, der zeigt durch sein Geben, dass er darauf vertraut, dass Gott für ihn sorgt.

[30:58] Der Beweis seine Liebe und sein kindliches Vertrauen zu seinem Vater im Himmel. Vers 11: Denn der Arme wird nicht aus dem Land verschwinden, die wir gerade vorhin schon angedeutet haben. Gott sagt zwar in den Versen vorher, mit all dem Segen, den ich euch geben würde, dürfte es theoretisch gar keine Armen geben. Aber Gott weiß, wie die Realität sein wird. Er sagt, es wird immer Arme geben.

[31:24] Wir leben in dieser Zeit vor der Wiederkunft, noch nicht in einer idealen Welt. Und obwohl Gott mehr als genügend Segen geben würde, gibt es die anderen. Auch wir wissen, dass wir in einer Zeit leben, wo eigentlich jeder Mensch auf dieser Welt satt werden könnte. Gott segnet mehr als ausreichend, noch heute, trotz all der Sünde und trotz aller Folgen der Sünde, auch in der Landwirtschaft, in der Natur. Es gibt mehr als genügend Essen und Trinken für jeden, theoretisch. Und doch gibt es Arme und Durstige und Hungernde, wie vielleicht nie zuvor in der Geschichte der Menschheit.

[32:08] Das Problem ist auch heute noch genauso aktuell und gegenwärtig. Und deswegen sagt Gott hier in Vers 11: Weil das so ist, denn der Arme wird nicht aus dem Land verschwinden. Darum, weil die Realität so ist, darum gebiete ich dir: Tue deine Hand weit auf für deinen Bruder, für den Elenden und den Armen bei dir in deinem Land. Gott ist Realist. Er gibt und schenkt wie ein Optimist, wie ein Idealist, aber dann ist er auch Realist und weiß, dass dieser Segen oft nicht so eingesetzt wird, wie es für alle am besten wäre. Und deswegen gebietet er, dass wir, die wir Gott kennen, durch unser Leben zeigen, dass Gott für alle Menschen sorgt, indem wir unsere Hand weit auftun.

[33:00] Jesus bestätigt diesen realistischen Blick auf die Gesellschaft, indem er sagt, in Johannes 12, Vers 8: Denn die Armen habt ihr alle Zeit bei euch, nicht aber habt ihr nicht alle Zeit. Auch wenn es im Kontext natürlich darum geht, dass Maria Magdalena hier eben nicht getadelt werden soll, weil sie das Parfum nicht verkauft hat und den Armen gegeben hat, macht dieser Satz trotzdem deutlich, dass Jesus wusste, die Armen werden immer da sein. Es wird immer Gelegenheiten geben, den Armen zu helfen.

[33:31] Die Frage ist: Wollen wir so leben, wie Jesus gelebt hat? Er selbst sagt in der Bergpredigt, die Prinzipien seines Königreiches für alle Zeiten illustriert und beschrieben hat: Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der von dir borgen will. Das ist nichts anderes als eine neue Formulierung, eine Fokussierung genau dessen, was in 5. Mose 15 beschrieben ist.

[34:08] Wir lesen in Mindest natürlich auf Feeling, Seite 186: Es war nicht Gottes Plan, dass die Armut vollständig aufhören sollte. Sie ist eines seiner Mittel für die Charakterentwicklung. Gott benutzt solche Dinge, die er realistisch voraussieht, dass sie existieren werden, als etwas, das unseren Charakter formt und entwickelt.

[34:35] Denn indem wir mit den Armen konfrontiert werden, werden wir immer auch mit unserem eigenen Herzen konfrontiert. Und jeder Arme, der uns bittet, ist letztlich auch ein Spiegel, in dem wir sehen, ob wir dem eigenen Ich gegenüber tot sind oder ob es noch immer auf dem Thron sitzt.

[35:01] In Sprüche 21, Vers 13, da heißt es: Wer sein Ohr verstopft vor dem Schreien des Armen, der wird auch keine Antwort erhalten, wenn er ruft. Und hier steckt eine tiefe Weisheit dahinter. Wie alle möchten ja gerne Hilfe bekommen, wenn wir Hilfe benötigen. Wer aber selbst nicht helfen will, wie kann der erwarten, dass Antrieb helfen werden? Hier ist letztendlich das Prinzip der goldenen Regel, dass wir andere so behandeln sollten, wie auch wir gerne behandelt werden würden.

[35:35] In diesem Vers versteckt oder ja, gegenwärtig in den Zeugnissen, Band 6, Seite 271 lesen wir: Einige, die Gott lieben und gehorchen werden, sind durch Umstände arm. Einige sind nicht sorgfältig, sie wissen nicht, wie man mit Dingen umgeht. Andere sind aufgrund von Krankheit und Unglück arm. Es gibt verschiedene Gründe, die wir gerade gesehen haben. Manchmal ist jemand arm, weil er tatsächlich falsche Entscheidungen selbst getroffen hat. Aber oftmals sind Menschen auch arm, weil ein Unglück widerfahren ist, weil jemand gestorben ist, der für die Familie gesorgt hat, Krankheit Arbeit unmöglich gemacht hat und Umstände eingetreten sind, die niemand vorhersehen konnte.

[36:12] Und jetzt heißt interessanterweise, was immer die Ursache ist. Also nicht nur in den Fällen, wo ein Arme nachweisen kann, dass er keine Schuld trifft, denn der kann schon nachweisen, dass in einer bestimmten Situation er nie etwas falsch gemacht hat. Mitunter sind solche Situationen oder meistens vermutlich sind solche Situationen auch ein Zusammenspiel von äußeren Umständen und dann auch eigenen Fehlentscheidungen, für Kalkulation. So ganz schuldlos ist man ja selten. Und trotzdem ist man nicht immer nur alleine Schuld. Es gibt auch immer Dinge, die von außen noch eine Rolle spielen. Aber was immer die Ursache ist, das ist entscheidend.

[36:45] Es ist nicht unsere Aufgabe, genau zu bestimmen, ob ein Arme, wie wie groß der Anteil seiner Schuld jetzt ist. Hier sagt sie: Was immer die Ursache ist, sie sind bedürftig und ihnen zu helfen ist ein wichtiger Aspekt der Missionsarbeit. Ja, es stimmt, es gibt Menschen, die so etwas ausnutzen. Jetzt gibt Menschen, den kann man dadurch am besten helfen, indem man ihnen hilft, selbst wieder ihr Leben auf die Reihe zu kriegen. Es gibt Menschen, die wie ein Fass ohne Boden am liebsten immer nur nehmen, ohne eine Reform in ihrem Leben durchführen zu wollen. Das stimmt. Aber darum geht es nicht. Es geht um Menschen, die Hilfe benötigen und die auch gerne bereit sind, etwas zu ändern, die aber in die Situation geraten sind, sei es durch eigene Schuld, sei es durch andere Umstände. Wir sollten nicht nach der Ursache forschen, sondern gerne helfen.

[37:44] Wenn wir dann merken, dass jemand uns ausnutzt, wenn wir dann merken, dass falsche Prinzipien im Spiel sind, dann ist unsere Aufgabe, unsere Pflicht, unser Vorrecht, diesen Personen auch deutlich zu machen, dass auch sie ihren Teil der Kooperation zu tun. Aber wir sollten das nicht bei jedem Menschen von vornherein voraussetzen oder annehmen, ohne dass wir das wirklich verstanden und gesehen haben.

[38:09] Jakobus 2, Vers 15 und 16: Wenn nun ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und es ihnen an der täglichen Nahrung fehlt und jemand von euch würde zu ihnen sagen: Geht hin und Frieden, wärmt und sättigt euch, aber ihr würdet ihm nicht geben, was zur Befriedigung ihrer leiblichen Bedürfnisse erforderlich ist. Was würde das helfen? Jakobus ist so super praktisch, einer der praktischsten oder ein sehr praktisches Schreiber im Neuen Testament. Macht deutlich, was nützen gute Worte, wenn er nicht das gibt, dass die Menschen brauchen. Das wahre Christen nun besteht nicht nur in Predigten, nicht nur in Bibelstunden, sondern auch in der praktischen Hilfe, die ein anderer benötigt.

[38:48] Dir und uns, die erbittet. In 1. Johannes 3, Vers 17 haben wir denselben Gedanken, jetzt von Johannes ausgedrückt: Wer aber die Güte dieser Welt hat und seinen Bruder Not leiden sieht und sein Herz vor ihm verschließt, wie bleibt die Liebe Gottes? Stellt die Frage, seine rhetorische Frage. Wie kann man mit Gottes Liebe verbunden sein und gleichzeitig den den Bruder Not leiden sehen, ohne ihm zu helfen? Wenn sein Herz von dem Bruder verschließt, der kann nicht erwarten, dass die Liebe Gottes in seinem Leben bleibt.

[39:21] Könnte es sein, dass einer der Gründe, warum so wenig Liebe manchmal auch im Volk Gottes praktiziert wird, derjenige ist, dass wir es versäumt haben, unseren Bruder zu helfen, wo wir hätten helfen können? Und letztendlich geht es hier wieder um diese ganz fundamentalen Prinzipien der Liebe zu Gott, Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von aller Kraft zu leben und den Nächsten wie uns selbst. Die Prinzipien des 3. Mose und 5. Mose 6, die Prinzipien, die das, die den Kern des ewigen Evangeliums, den Kern des Gesetzes Gottes ausmachen. Wir sehen das hier in 5. Mose 15, wie auch in den anderen Kapiteln, diese konkreten Anweisungen nichts weiter sind als praktische Anwendung im Alltag der ewigen Fundamente des Todes Gottes, des Gesetzes Gottes, der Liebe, die keinen, kein Aufhören kennt, die sich nicht verändert.

[40:24] Diese unveränderliche Liebe zeigt sich jetzt hier ganz konkret. Es zeigt sich in 5. Mose 15, wie diese Liebe im Alltag aussieht. In Brief 112, Seite 19 von 1902, sagt Ellen White: Mit welcher Güte, Gnade und Liebe legt Gott seine Forderung seinen Kindern vor und sagt ihnen, was sie tun sollen. Er sagt das nicht als ein strenger Tyrann, der uns das befiehlt. Er gibt uns diese Anweisung, wie wir sie hier zum Beispiel in 5. Mose 15 finden, mit Güte, mit Gnade und mit Liebe. Er ehrt uns, indem er uns zu seiner helfenden Hand macht. Nein, es ist keine Bedrückung, keine zusätzliche Schwierigkeit auf dem Weg zum ewigen Leben, nicht ein Hindernis, das Gott uns auf den Weg stellt. Es ist eine Ehre, sagt sie, wenn wir dem Armen helfen dürfen.

[41:18] Er ehrt uns, indem er uns zu seiner helfenden Hand macht, anstatt uns zu beschweren, was wir leider so oft tun. Anstatt uns zu beschweren, wollen wir uns freuen, dass wir das Vorrecht haben, unter einem so guten und gnädigen Meister zu dienen. Freust du dich auch, dass Gott ein so gütiger und gnädiger Meister ist? Freust du dich, dass du Jesus als deinen Meister hast und ihm so dienen kannst?

[41:50] 5. Mose 15, Vers 12: Wir kommen jetzt zu einem weiteren Aspekt, zu einem weiteren Thema in diesem Kapitel, das ebenfalls äußerst interessant ist. Vers 12: Wenn dein Bruder, ein Hebräer oder eine Hebräerin, sich dir verkauft hat, so soll er dir sechs Jahre lang dienen und im siebten Jahr sollst du ihn als freien entlassen. Hier geht es jetzt um das Problem der Überschuldung, das so groß geworden ist, dass der Schuldner keine andere Möglichkeit gesehen hat, als sich selbst zu versklaven, in die Schuldknechtschaft einzugehen.

[42:31] Das Thema war ein Thema, das antike Gesellschaften sehr beschäftigt hat. Sie viel interessanterweise schon im Alten Reich von Akkad, also in der Zeit noch vor Abraham, die Regelung, dass eine Schuldknechtschaft maximal sechs Jahre wären, dürfte.

[42:54] In 3. Mose 25 wird interessanterweise beschrieben, was für eine Art von Arbeit, was für eine Art von Status diese so versklavten Mitbürger haben sollten. Das heißt, hier in Vers 39 bis 41: Und wenn dein Bruder neben dir verarmt und bei dir selbst und bei dir und dir sich selbst verkauft, sollst du ihn nicht Sklavenarbeit tun lassen wie ein Tagelöhner und Einwohner ohne Bürgerrecht. Soll er bei dir gelten und dir bis zum Halia dienen, dann soll er frei von dir ausgehen und seine Kinder mit ihm, und er soll wieder zu seiner Familie zurückkehren und zum Eigentum seiner Väter kommen. Also auch dann, wenn jemand sich aus dringender Not, aus furchtbarer Geldnot selbst verkaufen muss in die Schuldknechtschaft, sollte er nicht wie ein geringer Sklave behandelt werden, sondern er sollte eine gewisse Würde und gewisse Rechte behalten.

[43:59] Und das zeigt schon einmal sehr deutlich, dass obwohl hier im Alten Testament Gott auch in seinen Satzungen auf die realen sozialen Bedingungen Bezug nimmt, die dort in der Gesellschaft existieren, man diese Gesetze über die Sklaverei unter keinen Umständen vergleichen kann mit der modernen Sklaverei, wie sie z.B. dann im 18. und 19. Jahrhundert in Amerika praktiziert worden ist, wo humane Behandlung des Sklaven Fehlanzeige gewesen ist. Das darf man also gedanklich nicht miteinander vermischen.

[44:35] Interessant ist eine Passage hier in Jeremia 34, ab Vers 13: Viele Jahrhunderte nach Mose, so spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe mit euren Vätern einen Bund gemacht an dem Tag, da ich sie aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausführte, der besagte: Nach Verlauf von sieben Jahren soll jeder seinen hebräischen Bruder, der sich dir verkauft hat, freilassen. Sechs Jahre soll er dir dienen, dann sollst du ihn frei von dir entlassen.

[45:05] Hier sagt Gott, dass diese Anweisung, die er dort in 5. Mose 15 gegeben hat, noch Jahrhunderte später zur Zeit von Jeremia Gültigkeit haben sollte. Ja, dass sie Teil des Bundes gewesen ist. Das heißt, auch in dieser Vorschrift zeigt sich etwas von der Bundesgüte Gottes, von seiner Gnade, von seiner Gerechtigkeit. Dort auch, dass ich auch hier zeigt sich das Evangelium.

[45:38] Und nicht zuletzt ist darauf hinzuweisen, dass Gott sagt: Ich habe euch ja selbst aus der Knechtschaft befreit, so sollt auch ihr eure Schuldknechte nach sechs Jahren auf jeden Fall freilassen. Aber was, wie geht es weiter? Er sagt hier: Aber eure Väter gehorchten nicht und neigten ihre Ohren nicht zu mir. Vers 15 und 16: Nun seid ihr heute zur Umkehr und habt getan, was in meinen Augen richtig ist, indem ihr eine Freilassung ausgerufen habt, jeder für seine Nächsten.

[46:11] Wir sind hier in einer Zeit kurz vor dem Ende des südlichen Reiches Juda, als die Babylonier dann sie bedroht haben und in einer Not, in einer Situation größter Not, hat man sich offensichtlich kurzfristig daran erinnert und getan, was im Wort Gottes stand und diesen Bund auch tatsächlich umgesetzt.

[46:30] Und von meinen und von meinem Angesicht einen Bund geschlossen habt in dem Haus, das nach meinem Namen genannt ist, also im Tempel. Aber jetzt kommt es: Aber es rollte euch wieder und ihr habt meinen Namen entweiht, wie in dem jeder seinen Knecht und jeder seine Magd, die er nach eurem Wunsch frei gelassen hattet, wieder zurückgeholt hat und ihr habt sie gezwungen, eure Knechte und Mägde zusammen mit anderen Worten, Israeliten.

[46:55] zusammen mit anderen Worten Israeliten hatten diese Satzung über das freilassen im siebten Jahr ignoriert. Als sie in einer schlimmen Situation waren, haben sie sich daran erinnert, dass Gott es ihnen geboten hatte. Sie haben den Bund erneuert, den Bund bekräftigt, haben dem auch Taten folgen lassen. Nur um kurze Zeit später genau diese freigelassenen Sklaven wieder gegen Gottes Willen und gegen das Gesetz zu ihren Sklaven zu machen. Wie oft geschieht es, dass wir in einer Situation der Not etwas versprechen, Gottes Bund halten wollen, nur um später die alten Sünden wieder zurückzuholen? Möge Gott mich und dich, lieber Freund, liebe Freundin, davor bewahren.

[47:39] Mehr zu diesem Gesetz: Und wenn du ihn als freien entlässt, so sollst du ihn nicht mit leeren Händen ziehen lassen. Diese Gesetzgebung zur Freilassung von Sklaven folgt in mancher Hinsicht dem der parallelen 2. Mose 21. Dort, direkt nach den Zehn Geboten, wird auch über die Freilassung des Sklaven im siebten Jahr gesprochen. Aber hier gibt es auch jetzt noch Ergänzungen, die das ganze Bild noch runder machen, eben zum Beispiel diese Idee, dass man den Sklaven nicht nur im siebten Jahr freilassen muss, sondern ihn auch noch beschenkt, noch Dinge ihm mit auf den Weg gibt.

[48:22] In 2. Mose 12, Verse 35 und 36, sehen wir, dass so etwas ja sogar von den Ägyptern praktiziert worden ist beim Auszug aus Ägypten. Dort lesen wir: „Und die Kinder Israels handeln nach dem Wort Moses und forderten von den Ägyptern silberne und goldene Geräte und Kleider dazu. Gab der Herr dem Volk bei den Ägyptern Gunst, dass sie ihr Begehren erfüllten.“ Und so beraubten sie Ägypten. Selbst Ägypter haben ihren Sklaven, die hier jetzt seit Generationen gegen ihren Willen festgehalten worden waren, als sie jetzt durch Gottes mächtige und starke und Wunder wirkende Intervention frei geworden waren, haben die Ägypter ihnen wertvolle Dinge mitgegeben. Wenn sogar die Ägypter das getan haben, wie viel mehr sollten es Israeliten tun, wenn sie einen Sklaven nach sechs Jahren freilassen würden?

[49:15] Vers 14: „Sondern du sollst ihn reichlich von deiner Herde und von deiner Tenne und von deiner Kelter ausstatten.“ Also mit Tieren und mit Weizen und mit Trauben. „Und ihm geben von dem, womit der HERR, dein Gott, dich gesegnet hat.“ Hier wieder die Erinnerung: Was du hast, ist es nicht deins? Es ist ja nicht durch deine eigene Macht entstanden, sondern durch den Segen Gottes. Deswegen kannst du diesen Segen weitergeben. Die Israeliten sollten verstehen, dass die Freilassung aus der Knechtschaft ein Segen ist und zusammenhängt mit der Güte Gottes.

[49:50] Deswegen im siebten Jahr, dem Heiligen Jahr, dem Jahr der Freiheit, dem Jahr der Wohltätigkeit, im Jahr der Erlassung der Sünden, der Schulden, dass er ein Sinnbild ist für die Erlassung, ist natürlich immer von Gott uns gewährt wird. Die Israeliten, die gefangen genommen wurden, die sich selbst verkauft hatten, oder besser gesagt, in die Schuldknechtschaft hatten geben müssen, die sollten verstehen, dass die Freilassung etwas Besonderes ist. Wer frei wird, wird nicht nur von seiner ehemaligen Schuld befreit, sondern er wird auch besonders gesegnet.

[50:32] Und so ist es mit uns, wenn wir zu Jesus kommen, wenn wir unsere Sünden, unsere Schuld ihm bringen, dann vergibt er uns nicht nur die Schuld, er schenkt uns nicht nur die Freiheit, so dass wir nicht mehr gebundene der Sünde sind. Nein, er segnet uns auch, und zwar nicht nur ein bisschen, sondern überreich. Und genau das sollten Israeliten durch diese wunderbare Anweisung praktizieren.

[51:00] Wir können also sehen, dass Gott zwar die real vorhandenen sozialen Gegebenheiten benutzte, aber sie durch seine Gesetze so mit dem Evangelium durchdrang, dass die genaue Beachtung dieser Dinge immer dazu führen musste, dass man das Wesen Gottes, seine Güte, besser verstehen würde und ihn immer mehr lieben würde. Sie sollten also von den Trauben und ihrem Saft bekommen, von dem Weizen, von der Ernte, von den Tieren, all das, was er den Reichtum eines normalen Bürgers dort in Israel ausgemacht hat.

[51:32] Wir lesen in Kolosser 4, Vers 1: „Ihr Herren, gewährt euren Knechten das, was recht und billig ist, da ihr wisst, dass auch ihr einen Herrn im Himmel habt.“ Hier wird den Christen im Neuen Testament gesagt: Wenn ihr Sklaven besitzt, was damals zur Zeit des römischen Reiches im ersten Jahrhundert durchaus weit verbreitet gewesen ist, dann denkt daran, dass ihr selbst Sklaven seid, Sklaven eures Vaters im Himmel. Und behandelt eure Knechte so, wie Gott euch behandelt.

[52:02] Und wir sehen, dass dann plötzlich die Sklaverei überhaupt nichts mehr mit dem zu tun hat, was wir aus den furchtbaren Geschichten vom 1900 in Amerika kennen, oder auch von den furchtbaren Dingen, die heute als Sklaverei auf dieser Welt immer noch passieren.

[52:18] Vers 15: „Und denke daran, dass du ein Knecht warst im Land Ägypten und dass der Herr, dein Gott, dich erlöst hat. Darum gebiete ich dir heute diese Dinge hier.“ Wird ganz deutlich, dass nicht einfach irgendwelche Satzung vor Gott, ein paar Gesetze geben wollte, sondern er zeigt erneut, wie das Evangelium die Menschen ihrem Herzen verändern sollte, so dass sie diese Schuldknechtschaft nicht übertreiben, sondern rechtzeitig die Freiheit geben und sie so geben, dass das Evangelium, das was sie selbst erlebt haben, auch sichtbar wird im Alltag nach draußen.

[52:51] Die Israeliten waren selbst Knechte gewesen und deswegen sollten sie immer auch ein Herz haben für die Knechte. Ihr sollt diese Knechte nicht verachten, weil es doch ihre eigene Geschichte gewesen ist. Und wenn wir selbst unsere eigene Geschichte kennen, wenn wir wissen, wie sehr, wie viel wir Gott schulden, denn wir wissen, wie elend wir gewesen sind, wie sehr uns der Satan unterdrückt hat, als wir ihm gefolgt sind. Und wenn wir dann wissen, wie sehr Gott uns gesegnet hat, wie sehr unsere Sünden, wie viele unserer Sünden vergeben hat, die Wunder bei uns geführt hat, dann können wir die Prinzipien dieses Gesetzes auch dann heute im Alltag noch anwenden, auch wenn wir natürlich heute zum Glück gar keine Sklaverei mehr in unserer Gesellschaft haben, Gott sei gelobt dafür.

[53:36] Vers 16: „Wenn er aber zu dir sagt: Der Sklave, der sich entschuldigt, Knechtschaft begeben hat, wenn er aber zu dir sagt: Ich will nicht von dir wegziehen, weil er dich und dein Haus liebt und es ihm gut geht bei dir, so nimm ohne ihm sein Ohr an der Tür, und er sei auf ihn Knecht, und mit einer Mag sollst du ebenso verfahren.“ Der Sklave hatte also das Recht, seine Freiheit zu verweigern. Kein Mensch wurde zu seiner Freiheit gezwungen. Es interessiert, es gab offensichtlich Knechte, die Freiheit nicht wertschätzten, die lieber in der Sklaverei blieben, weil es ihnen dort gut ging und die keine besondere Vorliebe für eigene Verantwortung für Freiheit hatten.

[54:26] Sie konnten sich entscheiden, ob sie die Freiheit mit dem Segen in Anspruch nehmen wollten, oder ob sie lieber dort bleiben würden, wo sie waren. So wie die Israeliten zum Beispiel Jahrhunderte später sich entscheiden konnten, ob sie die Freiheit aus Babylon zu kommen in Anspruch nehmen würden und eigenverantwortlich dann wieder in die Hose leben konnten, oder in Babylon zurück bleiben würden. Viele haben sich leider für Babylon entschieden, weil es ihnen dort so gut geht. Und so sollte dieses Gesetz hier deutlich machen, dass Freiheit etwas sehr Wertvolles ist.

[54:56] Jemand, der sich ohne Not gegen die eigene Freiheit aus Bequemlichkeit, aus der Anhänglichkeit, sowas zur Knechtschaft, sozusagen gegen die Freiheit entscheidet, der würde dann auf ewig Knecht bleiben. Und er würde auch durch ein Zeichen am Ohr gekennzeichnet sein. Dieses Zeichen war kein Zeichen der Ehre. Das Zeichen sollte deutlich machen: Hier ist jemand, der eigene Freiheit nicht wertgeschätzt hat.

[55:32] Vers 18: „Es sollte nicht schwer fallen, ihn als Freien zu entlassen, denn das Doppelte des Lohnes eines Tagelöhners hat er dir sechs Jahre lang erarbeitet. So wird der HERR, dein Gott, dich segnen in allem, was du tust.“ Derjenige, der sechs Jahre lang als Kreditgeber, die sozusagen den Nutzen von der Arbeit des Schuldners gehabt hat, der soll nicht denken: „Oh, wenn ich ihn noch länger versklaven würde, wenn er länger bei mir bleiben würde, dann hätte ich ja noch mehr Nutzen davon.“ Nein, er sollte bedenken, dass er in all diesen sechs Jahren einen enormen Nutzen gehabt hat, weil er ja diesen versklavten jetzt nicht extra noch bezahlen musste. So dass sein wirtschaftlicher Gewinn doppelt gewesen ist.

[56:29] Gott hat versprochen, dass er uns segnet. Und Gott hat versprochen, dass er jeden Menschen segnet, der im Herzen auch dem anderen etwas Gutes gönnt, der in seiner Beziehung zum Mitmenschen nicht auf seinen eigenen Vorteil nur bedacht ist und überlegt, wie er immer noch mehr für sich herausschlagen kann, sondern der sich mitfreut, wenn ein anderer die Freiheit bekommen kann, der sich mitfreut, wenn ein anderer wieder auf eigenen Füßen steht, selbst wenn das für ihn persönlich finanziellen Nachteil bedeuten könnte. Gott segnet uns, wenn wir nicht nur an uns selbst denken, sondern für unseren Mitmenschen denken.

[57:12] Vers 19: Hier kommt noch ein wichtiger Aspekt jetzt in diesem Kapitel zum Tragen. „Alle männliche Erstgeburt, die unter deinen Rindern und deinen Schafen geboren wird, sollst du dem HERRN, deinem Gott, heiligen. Du sollst das Erstgeborene seines Rindes nicht zur Arbeit gebrauchen und das Erstgeborene deiner Schafe nicht scheren. Alles Erstgeborene sollte Gott gehören, es war heilig.“ Es war natürlich ein Typus auf den Eingeborenen des Vaters, auf Jesus Christus selbst.

[57:53] Diese Idee geht zurück auf die Geschichte vom Passah, die Geschichte vom Auszug aus Ägypten, in der Nacht der zehnten Plage, als der Todesengel durch Ägypten ging und jeden Erstgeborenen Ägyptens schlug, weil der Pharao Israel, den Erstgeborenen Gottes, so hatte ja Gott Israel bezeichnet, nicht hatte gehen lassen wollen.

[58:23] Und im Gedenken daran hat Gott durch Mose gesagt in 2. Mose 13, Vers 2: „Heilige mir alle Erstgeburt, was den Mutterschutz als erstes durchbricht, von den Kindern Israels, vom Menschen und vom Vieh, das gehört mir.“

[58:43] Vers 12: „Sollst du alles, was den Mutterschutz als erstes durchbricht, für den HERRN aussondern, sondern auch jeden ersten Wurf vom Vieh, den du bekommst, alles, was männlich ist, soll dem HERRN gehören.“

[58:58] Und dann in 2. Mose 34, Vers 9: „Alles zuerst Geborene gehört mir, auch alle männlich Erstgeburt und deinem Vieh. Es sei ein Rind oder ein Schaf.“ Immer wieder wird das ganz deutlich betont: Das Erstgeborene ist Gottes Eigentum.

[59:12] 4. Mose 3, Vers 13: „Denn alle Erstgeburt gehört mir. An dem Tag, da ich alle Erstgeburt im Land Ägypten schlug, habe ich mir alle Erstgeburt im in Israel geheiligt, von den Menschen bis zum Vieh, dass sie mir gehören sollen, mir dem HERRN.“ Was ist der Hintergrund dieses Prinzips? Als der Todesengel durch die Straßen, durch die Städte Ägyptens ging, hatte er den Auftrag, alle Erstgeburt zu töten. Aber er ging an den Häusern vorbei.

[59:51] Das steckt in dem hebräischen besser Passah, das ist vorbeigehen. Er ging an den Häusern vorbei, wo das Blut eines Lammes an den Türpfosten gestrichen war. Warum? Er ging ja durch die Straßen und die Dörfer und Städte, um die Erstgeburt zu schlagen. Aber das Blut des Lammes an den Türen der gläubigen Israeliten sollte sagen, dass in diesem Haus bereits das geschehen ist, nicht weil ein Mensch gestorben, ein menschliches, ein Mensch dieser Familie gestorben wäre, nein, weil diese Familie, symbolisiert durch das Blut des Lammes, den Tod des Erstgeborenen, des Eingeborenen am Kreuz von Golgatha, für sich in Anspruch nimmt.

[1:00:51] Das Blut des Lammes macht frei, weil für diese Familie der Erstgeborene schon gestorben ist. Muss der Todesengel nicht mehr hinein, er kann an der Tür vorbeigehen. Nur dort, wo dieser Tod des Lammes damals noch prophetisch als Vorschattung auf die Zukunft in Anspruch genommen, ignoriert worden ist, dort, wo nicht den Anspruch genommen worden ist, dort, wo man ihn nicht an die Türpfosten gestrichen hat, sich nicht öffentlich dazu bekannt hat, dort wurde der Erstgeborene getötet.

[1:01:28] Und deswegen sollten die Israeliten alle Erstgeburt Gott geben, um für alle Zeiten sich daran zu erinnern, dass Gott seinen Erstgeborenen, sozusagen den Erstgeborenen von den Toten, den Erstgeborenen über alles Schöpfung, den eingeborenen Sohn gegeben hat, für dich und für mich.

[1:01:50] So, dass wenn wir im Glauben das in Anspruch nehmen, wenn wir durch das Blut des Lammes es öffnet, wenn wir das Blut des Lammes öffentlich bekennen und dadurch den Satan überwinden, wir sind Offenbarung 12 steht, der Todesengel an unserem Haus vorbei geht, die verschont werden, die Strafe der Sünde an uns vorbei geht, weil der Erstgeborene schon am Kreuz von Golgatha für uns gestorben ist, symbolisiert durch dieses Blut des Lammes.

[1:02:16] 4. Mose 18, Vers 15: „Alle Erstgeburt unter allem Fleisch, die dem HERRN darbringen, es sei von Menschen oder vom Vieh, soll dir gehören. Doch sollst du die Erstgeburt eines Menschen unbedingt auslösen, und auch die Erstgeburt eines unreinen Viehs sollst du auslösen lassen.“ Es ging also Gott nicht darum, dass unbedingt alle Erstgeborenen getötet werden. Menschen sollten unter gar keinen Umständen hier getötet werden, sonst ging um die symbolische Bedeutung, dass der Erstgeborene Gott gehört.

[1:02:50] Und durch die Zahlung von Geld konnte sozusagen rechtmäßig dieser Mensch ausgelöst werden. Gott hatte einen Anspruch auf den Erstgeborenen, weil er selbst den Erstgeborenen gegeben hat. Mit anderen Worten, diese Vorschriften sollten sozusagen auch juristisch ganz deutlich machen, dass Gott wirklich tatsächlich seinen eingeborenen Sohn geben würde als Zeichen des Bundes, ja, als Bund selbst, wie die Bibel dann später sagt, als die Grundlage, als die Erlösung schlechthin.

[1:03:31] Natürlich sollte kein erstgeborenes Kind sterben. Gott liebt dir das Leben, er hat es gegeben. Aber die Israeliten sollten wissen, dass das Leben, das ihre Erlösung teuer erkauft worden ist. Gott hat das wertvollste gegeben. Gott, der Vater, hat das wertvollste gegeben, was er hat. Jeder, der einen Sohn hat, war überhaupt ein Sohn oder eine Tochter, der weiß, welche Gefühle waren als Vater oder Mutter hat das erste Kind.

[1:04:09] Und das ist ein schwacher Einblick in das, was Gott fühlt für Jesus, denn er für dich und für mich gegeben hat, weil er dich und mich so sehr liebt.

[1:04:29] Es heißt in Römer 8, Vers 29: „Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“ Durch das Evangelium, durch seine Menschwerdung, durch seinen Tod und seiner Auferstehung ist Jesus der Erstgeborene und der vielen Brüdern. Das heißt, in einem ganz praktischen Sinn, einem ganz realen Sinne, war Jesus der Erstgeborene in jedem Haus in Ägypten, in jedem Haus, in dem gläubige Israeliten lebten und die mit dem Blut des Lammes ihre Türpfosten bestrichen hatten. Er war der Erstgeborene, er würde sterben, und deswegen ging der Engel vorbei.

[1:05:21] Vers 20: Was soll mit diesen Erstgeborenen Tieren? Dem Erstgeborenen vom Schaf, davon Rind. Wir haben gesehen, die sollen nicht geschoren werden, soll nicht da so nicht gepflügt werden, soll nicht gearbeitet werden. Die sollen nicht dazu da sein, damit der Mensch sich selbst bereichert. Nein, sie haben eine andere Bestimmung.

[1:05:42] In Vers 20 lesen wir: „Du sollst sie vor dem HERRN, deinem Gott, essen, du und dein Haus, Jahr für Jahr, an dem Ort, den der HERR erwählen wird.“ Wo ist der Ort, den der Herr erwählen wird? Das ist das Heiligtum, erst die Stiftete, später dann der Tempel in Jerusalem. Mit jedem Erstgeborenen Tier sollten die Israeliten zum Tempel gehen. Jedes Erstgeborene Tier war eine erneute Gelegenheit, dorthin zu gehen, wo der gesamte Erlösungsplan erklärt worden ist.

[1:06:17] Das Erstgeborene Tier ist an sich selbst war schon ein direkter Hinweis auf die Erlösung durch Jesus Christus. Und es wurde zum Anlass, dass die ganze Familie wieder einmal, wie in vielen anderen Fällen, zum Beispiel bei den Festen, über das nächste Mal sprechen werden, dass sie ganze Familie zum Tempel kommen konnte, um auch dort von dem Priester das Gesetz Gottes zu hören, das Evangelium zu sehen in den Zeichen, Handlungen des Opferdienstes.

[1:06:46] In 5. Mose 12, Verse 5 und 6 heißt es: „Sondern an dem Ort, wir haben das ja schon vor kurzem hier studiert, sondern an dem Ort, den der HERR, euer Gott, aus allen euren Stämmen erwählen wird, um seinen Namen dorthin zu setzen, damit er dort wohne, das ist Heiligtum. Das sollte ihn suchen, und dahin sollst du kommen. Darin sollte eure Brandopfer und eure Schlachtopfer verbringen, eure Zehnten und das Hebeopfer von eurer Hand und eure Gelübdeopfer und eure freiwilligen Gaben.“ Und jetzt kommt es: „Die Erstgeburt von euren Rindern und Schafen.“

[1:07:15] Es sollte viele Gelegenheiten geben, zum Tempel zu gehen, immer und immer wieder, zu den Festen, zu bestimmten Opfern, für die Darbringung des zweiten Zehnten, die Erstgeburt von Rindern und Schafen. Die ganze Familie sollte teilnehmen. So lesen wir in 5. Mose 12, Verse 7 und 12: „Und dort sollt ihr vor dem HERRN, eurem Gott, essen und fröhlich sein, ihr und eure Familien.“ So wie der Auszug aus Ägypten etwas war, was die gesamte Familie erlebte, buchstäblich, so soll unsere ganze Familie, die wir haben, teilhaben an der Freude der Erlösung, verstehen, was das Wort Gottes über die Freiheit sagt.

[1:08:10] Lieber Freund, liebe Freundin, was kannst du tun, damit deine Familie, sei es deine Kinder, deine Brüder und Schwestern, dein Ehepartner, wenn ihr vielleicht keine Kinder habt, da der Eltern, Verwandte, die du hast, was kannst du tun, damit alle, die zu deiner Familie gehören, besser verstehen, was Jesus für dich und für mich getan hat?

[1:08:37] „Und dort sollt ihr vor dem HERRN, eurem Gott, essen und fröhlich sein, ihr und eure Familien, über allem, was eure Hand erworben hat, womit der HERR, dein Gott, dich gesegnet hat. Und ihr sollt fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott, ihr und eure Söhne, eure Töchter, eure Knechte und Knechte auf der Leviten in euren Toren ist, denn er hat keinen Teil noch Erbe mit euch.“ Die Beschäftigung mit der Erlösung, die Beschäftigung mit dem Plan Gottes, Menschen Freiheit zu schenken, frei zu machen von ihrer Schuld, frei zu machen von ihrer Sklaverei.

[1:09:10] Die Beschäftigung mit dem Opfer, dass Jesus für uns gegeben hat, als der Erstgeborene und der vielen Brüdern, sollte uns fröhlich machen, Freude schenken, Freude für die ganze Familie. Was kann es Schöneres geben auf dieser Sünden kranken Welt als eine Familie, die sich gemeinsam freuen kann an der Erlösung, die Gott jedem einzelnen von uns schenkt.

[1:09:43] In 5. Mose 15, Vers 21, wird dann noch eine wichtige Einschränkung gemacht: „Wenn das Tier aber einen Fehler hat, wenn es hinkt oder blind, sonst einen schlimmen Fehler hat, so sollte es dem HERRN, deinem Gott, nicht opfern.“

[1:10:00] Der dritte Mose 22, Vers 20 hat gesagt: „Soll nichts opfern, woran ein Gebrechen ist, denn es würde euch nicht wohlgefällig angenommen werden.“ Jedes Tier, das geopfert werden sollte, war ein Typus auf Jesus Christus, und Jesus ist ohne Gebrechen, er ist vollkommen. Und deswegen ist er auch das vollkommene Opfer für uns. Gott hat das allerbeste gegeben, was er hatte, sich selbst.

[1:10:33] Und deswegen wollen auch wir das Beste für Gott geben, was wir haben, ja, unser eigenes Herz und selbst.

[1:10:44] In Vers 22 steht dann, was man mit solchen Erstgeborenen Tieren machen sollte, die aufgrund seines Geburtsfehlers nicht als solch einen spezielles Opfer in Betracht kam, sondern du solltest innerhalb deiner Tore essen, der Reine genauso wieder Unreine, wie die Gazelle und den Hirsch, für die haben wir das letzte Mal gesprochen, das waren ja reine Tiere, die gegessen werden durften.

[1:11:07] Mit anderen Worten, ein Erstgeborenes Tier war zwar Gott an sich heilig, aber wenn es solche Geburtsfehler aufwies, dann konnte es diese spezielle Rolle als

[1:11:14] Dann konnte es diese spezielle Rolle als Typus auf Jesus nicht erfüllen. Es sollte wie ein reines Tier gegessen werden, mit der weitergehenden Einschränkung, die natürlich für alle Tiere galt, für alle reinen Tiere, die man essen durfte. Nur: Sein Blut darfst du nicht essen. Auf die Erde sollte es Gießen wie Wasser. Dieses Verbot, Blut zu genießen, gilt ja auch noch im Neuen Testament, wie wir gesehen haben. 5. Mose 12, Vers 23: "Nur halte daran fest, dass du nicht das Blut isst, denn das Blut ist das Leben, und du sollst das Leben nicht mit dem Fleisch essen." Auch diese Handlung, oder in dem Fall das Verbot, eben Blut zu essen, sollte den Israliten einschärfen, welchen Stellenwert das Leben hat.

[1:11:59] Wir haben gesehen in dieser Folge, welchen Stellenwert für Gott die Freiheit hat, welchen Stellenwert die Wohltätigkeit hat. Möge Gott dir und mir die Kraft schenken, das nicht nur zu sehen, sondern durch seinen Heiligen Geist auch zu tun, dass wir Freiheit schätzen, dass wir gerne anderen helfen, dass wir nicht auf unseren eigenen Vorteil bedacht sind und dass wir danach streben, möglichst unsere ganze Familie mit den Schönheiten und der Kraft des ewigen Evangeliums vertraut zu machen.

[1:12:35] Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass du uns durch das Opfer von Jesus für uns frei gemacht hast, frei gemacht von der Macht der Sünde, frei gemacht von den Ketten, die uns gebunden haben. Und danke, dass du uns segnest über alle Maßen. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Wir möchten dich bitten, dass wir auch das, was wir heute gelernt haben, im Alltag umsetzen zu deiner Ehre, dass das Evangelium nicht nur in unserem Kopf ist, sondern sichtbar wird durch die Art und Weise, wie wir mit anderen umgehen. Herr, gib, dass das Evangelium zur Freude und zur Familie wird. Segne unser weiteres Studium und hat Dank, dass du uns das Buch 5. Mose geschenkt hast. Das alles bitten wir im Namen Jesu, der uns frei macht. Amen.

[1:13:30] In der nächsten Folge werden wir uns dann den Festen zuwenden, die in 5. Mose 16 beschrieben sind. Und auch dort werden wir reichlich Gelegenheit haben, in den verschiedenen Vorschriften und Satzungen die Schönheit des Evangeliums zu entdecken. Bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium von 5. Mose. Gott mit euch. Amen.


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