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Manuskript zur Sendung   >>>   CSH_Manuskript_2022 1st (Special) Nr 3

In dieser Folge der Christ Study Hour wird das dritte Kapitel des Hebräerbriefs beleuchtet. Christopher Kramp erklärt die Bedeutung von Jesus als Apostel und Hohepriester und vergleicht ihn mit Mose. Der Text betont die Wichtigkeit des Glaubens und des standhaften Festhaltens an Christus, um Gottes Ruhe zu erlangen. Es wird eindringlich davor gewarnt, durch Unglauben und Herzensverhärtung den Weg Gottes zu verfehlen.


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Serie: Christ Study Hour – Spezial 2022 Q1: In diesen letzten Tagen: Die Botschaft des Hebräerbriefes

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Transkript

[0:31] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries auf dem Sender Das Wort.tv zur dritten Folge unserer Spezialserie über den Hebräerbrief. Wir wollen uns heute mit dem dritten Kapitel dieses so interessanten Buches beschäftigen, das uns sehr viel über Jesus, den Erlösungsplan und auch unseren persönlichen Glauben zeigt. Dieses dritte Kapitel wollen wir heute gemeinsam studieren. Wir wollen wieder flankierend zum Sabbatschulheft Vers für Vers vorgehen, um so in den 13 Wochen das gesamte Buch einmal genauer unter die Lupe genommen zu haben.

[1:21] Und bevor wir heute mit dem dritten Kapitel beginnen, möchte ich uns alle einladen, dass wir Gott einladen, unseren Geist mit seinem Heiligen Geist zu erfüllen, dass wir die Wahrheit verstehen, so wie Jesus sie durch den Heiligen Geist, den Paulus mitgeteilt hat. Und wir wollen gemeinsam dazu beten.

[1:40] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir den Hebräerbrief haben können und dass du durch dieses Buch zu unseren Herzen sprichst. Wir glauben, dass es ganz viel Wahrheit enthält für unsere Zeit und für unseren persönlichen Glauben und bitten dich, dass du uns jetzt dieses Buch besser erklärst, dass wir es besser verstehen können, dass wir dich besser verstehen können und in unserer Liebe und Freundschaft zu dir tiefer wachsen. Herr, offenbare du dich durch dein Wort jetzt. Sei du unser Lehrer und dafür danken wir dir im Namen Jesu. Amen.

[2:15] Wir wollen direkt beginnen in Hebräer Kapitel 3 und dort Vers 1. Daher, und das zeigt an, dass hier auch wiederum ein direkter Zusammenhang zu dem vorherigen besteht. Die Kapiteleinteilung ist natürlich später gemacht worden und Paulus geht mit seinem Gedankengang aus Kapitel 2 einfach weiter. Daher, ihr heiligen Brüder, die ihr Anteil habt an der himmlischen Berufung, betrachtet den Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses Christus Jesus, welcher dem treu ist, der ihn eingesetzt hat, wie es auch Mose war in seinem ganzen Haus.

[2:58] Daher, weil wir das verstanden haben, was in Kapitel 1 und 2 beschrieben ist, weil also Jesus der allergrößte König ist, die Erfüllung all der Prophezeiungen im Alten Testament auf den kommenden Messias und weil er für mich und für dich Mensch geworden ist und gestorben ist und deswegen unser Hohepriester geworden ist, ein treuer Hohepriester, ein barmherziger Hohepriester, wie wir am Ende von Kapitel 2 gesehen haben, weil er mit uns Mitleid haben kann, weil er uns helfen kann, weil er selbst so versucht worden ist, wie wir. Deshalb, daher sollen wir Jesus betrachten.

[3:41] Heilige Brüder ist eine Formulierung, die man so auch zum Beispiel in 1. Thessalonicher 5, Vers 27 findet und immer wieder sehen wir im Neuen Testament, dass die Gläubigen Heilige genannt werden oder auch heilig sein sollen. Anteil an der himmlischen Berufung, der Paulus schreibt viel von der Berufung, dass wir berufen worden sind und dass wir daran Anteil haben an den Verheißungen Gottes, wenn wir sie im Glauben annehmen und festhalten. Das Wort betrachtet ist im Griechischen sehr interessant. Es meint nicht ein bloßes kurzes Anschauen, sondern ein gedankenvolles aufmerksames Ansehen, also auf Jesus schauen und dann über ihn nachdenken. Ich glaube, das tun wir alle zu wenig. Wenn ich an mich denke und wahrscheinlich geht es dir auch so, wir sind mit so vielen Dingen konfrontiert im Alltag, so viele Gedanken, die wir uns machen, so viele Dinge, die wir wissen wollen, dass wir uns oft nicht die Zeit nehmen, die wir uns eigentlich nehmen sollten, um über Jesus richtig nachzudenken.

[4:39] Paulus sagt, weil das so ist, weil Jesus in allen Dingen versucht worden ist, wie wir, wie wir noch sehen werden im Kapitel 4, weil er selbst gelitten hat in seinen Versuchungen und uns helfen kann wie kein anderer. Deswegen sollten wir mehr über Jesus nachdenken. Das ist eine der Hauptbotschaften des Hebräerbriefes, Jesus zu erhöhen und die Gläubigen dazu zu bringen, nicht nur Jesus anzuerkennen, sondern über ihn nachzudenken.

[5:12] Jesus wird hier als Apostel und hohe Priester bezeichnet. Ein Apostel ist ein Gesandter und Jesus war natürlich der Gesandte Gottes, wie uns Johannes 20, Vers 21 zeigt. Die Idee von dem hohen Priester haben wir schon im Vers 17 von Kapitel 2 gesehen und wir werden ja noch öfter im Hebräerbrief darauf stoßen, dass Paulus immer wieder diese hohe priesterliche Rolle von Jesus besonders betont und damit auch zeigt, wie sehr Jesus in allen Details seines Lebens und Dienstes, auch jetzt noch, den alttestamentlichen Opferdienst und diesen ganzen Zeremonialdienst erfüllt hat und erfüllt.

[5:52] Vers 2, wie wir gesehen haben, Jesus ist treu dem, der ihn eingesetzt hat. Das ist natürlich Gott, der Vater und der Punkt hier ist, den Paulus machen möchte, Jesus ist genau so treu, er hat genau so seine Aufgabe erfüllt, wie Mose seine Aufgabe erfüllt hat. Jesus hat immer wieder deutlich gemacht an verschiedenen Stellen in den Evangelien, dass er eine Aufgabe bekommen hat und die er auch gerne tut. In Johannes 6 heißt es, dass Jesus genau den Willen Gottes erfüllt. Er sagt an anderer Stelle in Kapitel 8 von Johannes und dort Vers 29, dass er immer das getan hat, was Gott gefallen hat. In Johannes 15 sagt er in Vers 10, dass er die Gebote Gottes gehalten hat und in Johannes 17 und dort Vers 4, das können wir vielleicht zusammen lesen, in Johannes 17 und dort Vers 4 heißt es, ich habe dich verherrlicht auf Erden, ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll.

[6:53] Was bedeutet die Formulierung, wie es auch Mose war in seinem Haus? Das Ganze bezieht sich auf eine Begebenheit in 4. Mose 12. Im Zuge dessen, dass Miriam und Aaron gegen Mose gemurrt und geklagt haben und sich beschwert haben, dass Gott mehr mit Mose redet als mit ihnen, kommt es zu einer bemerkenswerten Szene. Die drei werden von Gott zum Heiligtum gebeten und Gott erklärt dann ziemlich deutlich, was das Besondere an Mose ist. Er sagt in Vers 6 und er sprach, hört doch meine Worte, wenn jemand unter euch ein Prophet des Herrn ist, dem will ich mich in einem Gesicht offenbaren oder ich will in einem Traum zu ihm reden, aber nicht so mein Knecht Mose, er ist treu in meinem ganzen Haus.

[7:43] Und diese Formulierung, er ist treu in seinem ganzen Haus im Kontext dieser Geschichte, soll zeigen, dass Mose eine herausgehobene Stellung hatte. Er war nicht einfach nur irgendein Prophet, ein Prophet ist ja schon eine besondere Person oder eine Prophetin. Er war, also wie Miriam eine Prophetin war zum Beispiel oder Aaron als Priester auch eine wichtige Funktion hatte. Mose hat eine besondere Aufgabe von Gott bekommen und er hat sie vollständig außergewöhnlich treu ausgeführt und hatte deswegen auch eine außergewöhnliche, enge, vertraute Freundschaft mit Gott. Seine Stellung war über die von Miriam und Aaron noch hinaus gehen. Es heißt ja später auch am Ende von 5. Mose, dass kein Prophet mehr aufstand in Israel, so wie Mose.

[8:35] Für die Leser dieses Hebräerbriefes, die ja das Alte Testament besonders gut kannten, war Mose das bestmöglichste Beispiel von Treue zu Gott. Also als Paulus wahrscheinlich überlegt hat und der Inspiration des Heiligen Geistes, womit kann ich Jesus vergleichen als jemand, der besonders treu gewesen ist, da fiel seine Gedanke auf Mose, dessen außergewöhnliche Treue im Ausführen des Werkes Gottes jedem Leser des Alten Testamentes damals gut bekannt gewesen ist.

[9:05] Aber Paulus geht noch ein Stück weiter. Er sagt nicht nur, dass Jesus so treu ist wie Mose. Nein, Jesus ist größer als Mose und das ist natürlich wieder dieselbe Grundidee, wie wir schon im Kapitel 1 gesehen haben. Jesus ist größer als all die Propheten, die vor ihm durch Gottes Sprachrohr gewesen sind. Jesus ist größer als alle Engel. Das war ja das Thema in Kapitel 1.

[9:26] Lesen wir in Vers 3 von Hebräer 3. Denn dieser, also Jesus, ist größerer Ehre wert geachtet worden als Mose, wie jedoch der, welcher ein Haus gebaut hat, mehr Ehre hat als das Haus selbst. Also Jesus steht nicht auf derselben Stufe wie Mose. Mose war ja schon höher als die normalen Propheten, aber Jesus ist noch größer als Mose. Und mit anderen Worten, Jesus ist weitaus größer als der bedeutendste und größte Gottesmann, den man im Alten Testament überhaupt finden konnte.

[10:00] Warum ist Jesus bedeutend größer? Er ist der Schöpfer. Der, der das Haus baut, ist größer als das Haus. Und damit greift Paulus den Gedanken aus Kapitel 1 wieder auf, wo es heißt, dass Gott durch viele Propheten gesprochen hat. Aber jetzt in diesen letzten Tagen hat er durch den Sohn gesprochen. Und er ist nicht nur irgendein weiterer Prophet, sondern der ist der Erbe von allem. Durch ihn hat er auch die Welten gemacht. Wir haben gesehen in Hebräer 2, Vers 9, dass Jesus mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt ist. Er ist die Erfüllung aller alttestamentlichen Königsprophezeiungen und nicht Mose. Und damit ist auch Jesus in dieser Hinsicht weitaus mehr Ehre zuteil geworden als Mose.

[10:55] In Kolosser 1, Vers 18, hat Paulus gesagt, dass Jesus das Haupt der Gemeinde ist in allem der Erde. Und was ist das Haus, von dem hier die Rede ist? Es wird ja noch mehrfach dann in den kommenden Versen erwähnt. Die Bibel macht uns deutlich, dass Jesus selbst ein Haus gebaut hat.

[11:13] In Matthäus 16 und dort Vers 18. Dort heißt es in Matthäus 16, Vers 18, in einer berühmten Passage, die im Laufe der Zeit auch Missverständnisse hervorgebracht hat im Mittelalter. Und ich sage dir auch, das ist Jesus, der zu Petrus spricht. Du bist Petrus. Und auf diesen Felsen, nicht Petrus damit gemeint, sondern das Bekenntnis des Petrus, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der Messias, der Christus. Und auf diesen Felsen und dieses Bekenntnis will ich meine Gemeinde bauen. Und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.

[11:41] Jesus baut etwas auf einem Fundament und auf einem Felsen. Dieser Fels ist die Erkenntnis, dass Jesus der Sohn Gottes, der Messias ist, der prophezeite König des Alten Testamentes. Und darauf baut er seine Gemeinde. Das Haus, das Jesus baut, ist seine Gemeinde. Mose war Teil dieser Gemeinde, aber er war nicht der Erbauer dieser Gemeinde. Die Bibel, Paulus, macht deutlich in 1. Korinther 3, Vers 19, dass Gottes Gemeinde ein Bau ist. Wir sind der Bau Gottes, so sagt es auch Petrus, in 1. Petrus, Kapitel 2, Vers 5 bis 7.

[12:29] Schauen wir weiter in Vers 4 von Hebräer 3. Hebräer 3, Vers 4. Denn jedes Haus wird von jemand gebaut, der aber alles gebaut hat, ist Gott. Das ist übrigens ein sehr interessanter Vers. Niemand würde auf die Idee kommen, dass ein Haus von alleine entsteht. Leider kommen heute viele Wissenschaftler und viele Menschen diesen Wissenschaftlern Glauben schenken auf die Idee, dass noch sehr viel komplexere Dinge als Häuser, Organismen, von alleine entstehen. Aber die Bibel macht sehr deutlich und unmissverständlich klar, dass das, was existiert, geschaffen worden ist. So wie ein Haus einen Erbauer hat, einen Architekten, so hat jeder Mensch, jedes Lebewesen einen, der genau das so geplant und erschaffen hat. Und wer ist dieser Schöpfer? Es ist Gott.

[13:10] Interessant ist, Gott ist der Schöpfer von allem. Er hat durch Jesus geschaffen. Hebräer 1, Vers 2 hat das sehr deutlich gesagt. Und impliziert wird also hier noch einmal die klare Betonung der Gottheit Jesu. Interessant ist, dass das griechische Verb hier nicht nur das Errichten eines Baus, im Sinne, dass man sozusagen Mauern hochzieht, meint, sondern auch die vollständige Ausstattung und Einrichtung.

[13:42] Lesen wir weiter, Hebräer 3, Vers 5. Auch Mose ist treu gewesen als Diener in seinem ganzen Haus. Das ist wieder diese Formulierung aus 4. Mose 12, die wir schon kennen. Zum Zeugnis dessen, was verkündet werden sollte. Christus aber, Vers 6, als Sohn über sein eigenes Haus und sein Haus sind wir. Da macht der Paulus das auch hier sehr deutlich. Die Gemeinde, wenn wir die Zuversicht und das Rümen der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten.

[14:15] Einige interessante Ideen hier. Also noch einmal der Bezug zu Vers 2 mit Mose und seinem Haus. Was Paulus jetzt hier deutlich macht, ist, in Vers 2 hat er gesagt, Jesus ist Gott so treu gewesen, wie auch Mose treu gewesen ist. Dann hat er aber in Vers 3 und 4 gesagt, dass Jesus noch größer und höher ist als Mose. Und jetzt erklärt er das noch ein bisschen von einer anderen Perspektive in Vers 5, denn die ganze Treue von Mose, der in seinem ganzen Haus treu gewesen ist, ist ein Zeugnis gewesen. Mit anderen Worten, ein Hinweis auf das, was noch kommen würde. Für die Juden war der Dienst von Mose exemplarisch und war allerdings für Paulus ein Beispiel auf einen noch größeren Dienst hin, mit dem Dienst von Jesus.

[15:09] Denn das, was verkündet werden sollte, das ist das Evangelium, auf das Mose mit seinem ganzen Dienst hingewiesen hat. Also was Paulus hier deutlich macht, ist, er möchte Mose seinen rechtmäßigen Platz geben. Er bestätigt all das, was das Alte Testament über Mose sagt und zeigt, dass wenn man Jesus annimmt, man nicht das Alte Testament ablehnen muss, wie vielleicht einige befürchtet haben, dass man nicht Mose geringer machen muss, als er ist. Nein, im Gegenteil. All das, was das Alte Testament wirklich über Mose sagt, weist auf den noch größeren Jesus hin. Und so sehen wir diese wunderbare Einheit von Altem und Neuem Testament, wie sie Paulus hier bezeugt.

[15:52] Das Bild, dass wir treu sein sollen als Diener, ist ein Bild, das Jesus auch selbst in zum Beispiel Matthäus 24 auf die Gläubigen angewendet hat. Matthäus 24 und dort Vers 45. Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über seine Dienerschaft gesetzt hat, damit er ihnen die Speise gibt zur rechten Zeit. Und auch an anderen Stellen, zum Beispiel Matthäus 25, Vers 21, können wir diese Idee sehen. Wir sollen treu sein in unseren Aufgaben, die Gott uns gegeben hat.

[16:30] Erster Grund dafür, Vers 12 sagt, dass ein Haushalter eine seiner entscheidenden Qualitäten die Treue sein muss. Und interessanterweise hat Paulus in gewisser Weise dieses grundlegende Prinzip auch auf sich selbst angewendet, in 1. Timotheus, Kapitel 1 und dort Vers 12. 1. Timotheus 1, Vers 12, dort sagt er, und darum danke ich dem, der mir Kraft verliehen hat, Christus Jesus, unserem Herrn, dass er mich treu erachtet und in den Dienst eingesetzt hat. Das heißt, hier sehen wir, dass dieses Prinzip treu zu sein, in dem Dienst, den Gott gegeben hat, nicht nur auf Jesus und Mose beschränkt ist, sondern grundsätzlich für jeden Gläubigen eigentlich gilt, in der Sphäre und in dem Bereich, wo Gott uns eine Aufgabe gegeben hat.

[17:19] Und so können wir daraus lernen, nicht nur, dass Jesus größer als Mose ist, sondern dass auch wir als ein Zeugnis auf den größeren Jesus, der größer ist als wir, weitaus größer, selbst treu sein sollen. Und in unserer Treue, indem wir das ausführen, was Gott uns gegeben hat, in unserem Haus sozusagen, sei das in unserer Gemeinde, in unserer Familie, in unserer Arbeitsstelle, dort, wo wir sind, wenn wir treu sind zur Gottes Ehre, dann sind wir damit ein Zeugnis für das verkündigte Evangelium.

[17:51] Mose ist immer wieder als Diener Gottes bezeichnet worden. Wir haben die Textstellen hier im Sendemanuskript verzeichnet und dass Mose und sein Dienst das später verkündete Evangelium bezeugen, das kann man an sehr vielen Stellen sehr deutlich sehen. Johannes 5 und dort sagt Jesus in Bezug auf den Sanhedrin, Johannes 5 und dort Vers 46 und 47, denn wenn ihr Mose glauben würdet, so würdet ihr auch mir glauben, denn von mir hat er geschrieben. Mose hat Jesus bezeugt. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

[18:39] Wir könnten eine ganze Reihe von anderen Texten anführen. Jesus hat sich auf dem Weg nach Emmaus auf das alte Testament berufen, beginnend bei Mose und dann bei allen Propheten. Vielleicht lesen wir noch Römer 3 und dort Vers 21. Dort heißt es, jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden durch Jesus Christus, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird. Also das Gesetz, das Mose gegeben hat, bezeugt die Gerechtigkeit, die sich im Evangelium offenbart, wie Paulus in Römer 1, Vers 16 und 17 sagt.

[19:22] Und genau, die vielleicht bekannteste Prophezeiung, eine der bekanntesten Prophezeiungen in dieser Hinsicht ist 5. Mose 18, Vers 15 bis 18, wo genau das auch beschrieben ist, dass nämlich Mose von Gott den Auftrag erhält, auf den kommenden Messias hinzuweisen. 5. Mose 18 und dort Vers 15 bis 18. Dort heißt es, einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus seiner Mitte, aus seinen Brüdern. Auf ihn sollst du hören. Also Mose weist auf diesen künftigen Propheten hin, ganz so, wie du es von dem Herrn, deinem Gott am Horeb erbeten hast, am Tag der Versammlung, in dem du sprachst, ich will von nun an die Stimme des Herrn, meines Gottes, nicht mehr hören und das große Feuer nicht mehr sehen, damit ich nicht sterbe. Und der Herr sprach zu mir, sie haben recht geredet. Ich will ihnen einen Propheten, wie du es bist, aus der Mitte ihrer Brüder erwecken und meine Worte in seinen Mund legen. Der soll alles zu ihnen reden, was ich ihm gebieten werde.

[20:19] Hier hat Gott durch Mose vorhergesagt, dass jemand kommen würde, der wie Mose das Volk führen würde und er würde Gottes Wort den Menschen präsentieren. Und das ist natürlich eine Prophezeiung auf Jesus, wie wir in Apostelgeschichte Kapitel 3 zum Beispiel sehr deutlich sehen. Und Jesus hatte nicht nur die Worte Gottes auf dem Mund, er war ja das fleischgewordene Wort Gottes, wie Johannes 1 Vers 14 deutlich macht.

[20:45] Interessant hier an diesem Abschnitt ist, dass man sieht, dass die Israeliten, die ja am Horeb, am Sinai gesagt hatten, dass sie die Gottesstimme nicht mehr hören wollten, wegen dem Feuer und wegen dem Erdbeben und all diesen Dingen. Und man hätte den vielleicht den Eindruck haben können, dass sie sich an den Äußerlichkeiten stören. Aber in dem Gott, und das ist vielleicht ein interessanter Gedanke zum Weiterdenken, in dem Gott jetzt Jesus sendet, ohne Feuer, ohne Rauch, ohne Erdbeben, sondern nur mit dem Wort Gottes und sie ihn dann trotzdem abgelehnt haben, zeigt sich, dass eigentlich am Sinai nicht das Problem das Feuer und nicht das Erdbeben, sondern eigentlich das Wort Gottes sie gestört hat. Und das ist das, was wir vielleicht oft in unserem Leben auch nicht sofort erkennen wollen, dass wir uns oft an Menschen stören und an der Gemeinde und an Äußerlichkeit und sagen, deswegen bin ich jetzt von der Gemeinde distanziert. Aber was wirklich uns oft stört, in Anführungsstrichen, ist das Wort Gottes selbst und das müssen wir erkennen. Und das sehen wir hier in diesem Zusammenhang vielleicht noch als Nebengedanken oder als Gedanken kurz angedeutet.

[21:53] Gehen wir zurück zu Hebräer und dort Kapitel 3 und dort Vers 6. Hebräer Kapitel 3 und dort Vers 6. Die Bibel sagt, Christus aber als Sohn über sein eigenes Haus und sein Haus sind wir, wenn wir die Zuversicht und das rühmende Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten. Wieder wird betont, Jesus steht über Mose. Mose war ein Diener, Jesus ist der Sohn. Und das ist dem altorientalischen Denken natürlich eine ganz andere Kategorie. Wir kennen andere Bibelstellen, wo Jesus zum Beispiel in Johannes 8 den Unterschied macht zwischen einem Knecht und einem Sohn. Der Diener war normalerweise nicht erbberechtigt, sondern nur dann, wenn es keinen Sohn gab, wie wir zum Beispiel aus 1. Mose 15 Vers 3 sehen. Der Sohn ist der Erbe. Deswegen wird auch in Hebräer 1 Vers 2 gesagt, dass Jesus der Erbe aller Dinge ist. Er hat also eine noch viel engere Beziehung zu Gott, als Mose sie je gehabt hat oder hätte haben können, weil Jesus eben auch Gott selbst ist.

[23:09] Mit der Sohnschaft ist das Königtum verbunden. Das haben wir in Psalm 2, gesehen Vers 6 und 7 und allgemein auch in den Aussagen von Hebräer 1. Wer das nicht gelesen und studiert hat, der sei nochmal auf das Sendemanuskript und das Video zu Kapitel 1 verwiesen. Und das Haus, um das es hier geht, ist natürlich die Gemeinde Gottes. Die Texte haben wir zum Teil ja auch schon angeführt.

[23:35] Es gibt jetzt allerdings, und das ist ein sehr wichtiger Punkt am Ende von Vers 6, eine wichtige Bedingung, damit wir das Haus sein können. Es heißt ja, und sein Haus sind wir, wenn. Es gibt also eine Bedingung, die notwendig ist, die erfüllt sein muss, damit wir auch wirklich das Haus Gottes, der Tempel Gottes, der Tempel Jesu sein können. Nämlich, wenn wir die Zuversicht und das rühmende Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten.

[24:03] Die Bedingung ist, dass wir nicht nur zu Jesus kommen, sondern bei ihm bleiben. Diese standhafte Ausharren erinnert uns natürlich an ein ganz wesentliches Element in der dreifachen Engelsbotschaft in Offenbarung 14, Vers 12, wo die Heiligen standhaftes Ausharren haben müssen und den Glauben Jesu. Interessanterweise werden wir jetzt sehen, dass im Rest des Kapitels diese beiden Ideen, das standhafte Ausharren und der Glaube eine ganz entscheidende Rolle spielen.

[24:35] Und deswegen sehen wir hier wiederum, wie der Hebräerbrief auch ganz besonders in unsere Zeit hinein spricht. Jesus hat immer wieder betont, dass es wichtig ist, dass wir nicht nur zu ihm kommen, sondern bei ihm bleiben. Er sagt, wer bis ans Ende ausharrt, der wird errettet werden und wir haben das an vielen Stellen in dem Neuen Testament ausgeführt. Dieses rühmende Hoffnung, das kennen wir auch aus einem anderen Paulusbrief und diese Formulierungen zeigen halt doch immer wieder auch sehr deutlich, dass hier Paulus auch im Hebräerbrief zu uns spricht.

[25:05] In Römer 5, Vers 2 heißt es, durch den wir, also durch Jesus, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes. Also dieses Rühmen auf die Hoffnung der Herrlichkeit Gottes ist etwas, was ein Gläubiger tut, der durch Jesus die Gnade Gottes in seinem Leben angenommen hat. Und was Paulus jetzt in Hebräer 3, Vers 6 hat, sagt ist, wir müssen dieses Rühmen festhalten und zwar nicht nur ein bisschen, eine längere Zeit, sondern bis ans Ende. Gerettet wird, wer zu Jesus kommt und bei Jesus bleibt.

[25:51] Heiligung ist eigentlich der kontinuierliche Kampf an Jesus festzuhalten, während die Welt, der Satan, die Versuchung, manchmal unser oder ganz oft sogar unser eigenes Herz, uns versuchen oft von Jesus wieder wegzubringen. Wir müssen festhalten, dann sind wir sein Haus und dann sind wir Teil seiner Gemeinde.

[26:17] Das Ganze wird nun wieder durch einen Bibelvers, einen Bibelabschnitt illustriert. Wir haben schon in Kapitel 1 und 2 die Methode von Paulus kennengelernt, wesentliche Gedanken durch alttestamentliche Belegstellen zu illustrieren und zu belegen und zu verdeutlichen, weil er ja auch zu Menschen spricht, die offensichtlich das alte Testament sehr gut kannten. So finden wir jetzt einen längeren Abschnitt, der aus Psalm 95 kommt und wir lesen erst mal hier im Zusammenhang ab Vers 7.

[26:55] Darum, wieder sehen wir also die Begründung für das, was eben gerade gesagt worden ist, darum, wie der Heilige Geist spricht. Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie in der Auflehnung am Tag der Versuchung in der Wüste, wo mich eure Väter versuchten. Sie prüften mich und sahen meine Werke 40 Jahre lang. Darum wurde ich zornig über jenes Geschlecht und sprach immer gehen sie in ihrem Herzen die Irre und sie haben meine Wege nicht erkannt, so dass ich schwor in meinem Zorn, sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen.

[27:30] Dieses Beispiel soll also jetzt illustrieren, dass was am Ende von Kapitel 6 gesagt worden ist, dass wir festhalten sollen und das wollen wir jetzt im Einzelnen genauer anschauen und wir werden sehr interessante und spannende Dinge hier aus diesem ganzen Abschnitt entdecken können.

[27:40] Zunächst einmal ist interessant, dass Paulus diese Aussage hier als vom Heiligen Geist inspiriert bezeichnet. Der Heilige Geist spricht und damit bestätigt er erneut die Inspiration des Alten Testamentes. Wir sehen also, dass zwar Paulus immer zeigen möchte, dass Jesus größer ist als alle Propheten und Patriarchen des Alten Testamentes und dass die Rettung umso größer ist als das Evangelium, umso größer als das, was im mosaischen Zeremonialgesetz geschrieben worden ist, wie wir das in Kapitel 2, Vers 2 und 3 gesehen haben, aber dass all das niemals bedeutet, dass das Alte Testament irgendwie weniger wichtig wäre oder weniger inspiriert, sondern es ist das Wort des Heiligen Geistes und das ist sehr sehr wichtig. Die völlige Bestätigung der Göttlichkeit des Alten Testamentes, was umso mehr die hervorgehobene Rolle Jesu und des Evangeliums illustriert.

[28:38] Wie gesagt, das Zitat stammt aus Psalm 95 und dort Vers 7b bis 11. Interessanterweise geht es dort im Kontext auch wieder um Gott als König, wer das nachlesen möchte, in Vers 3. Und die Idee, die schon dort in Psalm 95 vorkommt oder dargestellt wird in Vers 7, heute, wenn ihr seine Stimme hört, ist die, dass heute der beste Tag ist, auf Gottes Stimme zu hören, sich für Jesus zu entscheiden.

[29:10] Paulus macht diesen Punkt auch an anderer Stelle, zum Beispiel in 2. Korinther Kapitel 6 und dort in Vers 2. Dort sagt Paulus, denn es heißt, und auch das ist ein Zitat aus dem Alten Testament, in dem Fall aus Jesaja, zur angenehmen Zeit habe ich dich gehört und am Tag des Heils dir geholfen. Siehe, jetzt ist die angenehme Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils. Wenn Gott durch sein Wort zu mir spricht, heute, dann ist heute der beste Zeitpunkt, sich für Jesus zu entscheiden oder sich erneut zu entscheiden.

[29:48] Die Gefahr des Aufschiebens wird in der Bibel immer wieder betont. Gott wünscht sich, dass wir seine Stimme hören und Jesus hat gesagt in Johannes 10, dass die Erlösten seine Stimme hören werden. Wir müssen heute, und lieber Freund, liebe Freundin, vielleicht betrifft das dich konkret, heute an diesem Tag, dass du durch die Worte Gottes seine Stimme zu deinem Herzen hörst und weißt, dass du an einem bestimmten Punkt deines Lebens eine Entscheidung fällen musst, dass du etwas nicht länger vor dir herschieben kannst, dass du etwas ändern musst. Und Gott wünscht sich von mir und von dir, dass werden uns klar, dass wir etwas ändern müssen, wir eine Entscheidung fällen und zwar heute. Ich möchte heute mich für das entscheiden, was Gott mir zeigt. Du auch?

[30:24] Vers 8. So verstockt eure Herz nicht, wie in der Auflehnung am Tag der Versuchung in der Wüste. Das verstockte Herz, das kennen wir natürlich zum Beispiel von Pharao, der in 2. Mose nicht auf Gott gehört hat und das wird in der Bibel ja öfter thematisiert. Wir lesen es auch zum Beispiel von Zedekiel in 2. Chronik 36 Vers 13. Und immer wenn das Herz verstockt ist, dann hat das Evangelium keine Möglichkeit mehr zu wirken, weil das Herz die Tür zumacht und dann ist das Gericht und das Verderben sozusagen unaufhaltbar. Wer sein Herz verhärtet, gerät ins Unglück, sagt die Bibel in Sprüche 28 Vers 14.

[31:11] Wir haben eine Reihe von Textstellen über die Herzensverhärtung, entweder wörtlich oder auch mit anderen Worten formuliert, hier im Sendemanuskript aufgeführt. Apostgeschichte 19 Vers 9 zeigt, dass diese Herzensverhärtung letztlich Unglaube ist und damit Unglaube untrennbar verbunden ist. Das heißt in Apostgeschichte 19 und dort Vers 9, da heißt es, da aber etliche sich verstockten und sich weigerten, sondern den Weg vor der Mängel verleumdeten und so weiter und so fort. Und wir werden jetzt auch sehen in Hebräer 3, dass diese Verstockung des Herzens tatsächlich Unglaube ist und das zeigt uns also, wie wichtig also beim Glauben es ist, dass oder das Glaube daran besteht, dass unser Herz öffnen, dass wir unsere Gedanken öffnen, darauf vertrauen, dass was Gott sagt wirklich wahr ist.

[32:04] Wir lesen hier von der Auflehnung und wir wissen, das Volk Israel hat in der Wüste immer wieder gegen Gott rebelliert. Einige Stellen sind hier aufgeführt, natürlich nicht nur während der Wüstenwanderung, sondern auch in der Zeit nach der Oberung Kanans. Eine Sache habe ich noch vergessen, die Bibel sagt sehr deutlich in Römer 2, Vers 5 und 6, dass ein verhärtetes Herz den Zorn Gottes erleben wird und das sehen wir hier jetzt auch in Kapitel 3 von Hebräer deutlich beschrieben.

[32:39] Es heißt ja in Vers 10 dann, darum wurde ich zornig über jenes Geschlecht. Die Verstocktheit des Herzens, der Unglaube führt zu einem verstockten Herzen und das führt zum Zorn Gottes und deswegen ist es wichtig, dass wir am Glauben festhalten. Interessant ist diese Formulierung wie in der Auflehnung am Tag der Versuchung. Wenn man sich das Original im Psalm 95 anschaut, dann stehen dort für das Wort Auflehnung und Versuchung die Worte Meribah und Massah und das erinnert natürlich an die Stelle in 2. Mose 17, Vers 7, wo das Volk Gott versucht hat, sich gegen ihn aufgelehnt hat und dort dann die Lokalität, wo damals dann das Geheiß Gottes Mose den Felsen einmal geschlagen hat und das Wasser herauskam, dieser Ort dann Massah und Meribah genannt worden ist.

[33:30] In 2. Mose 17, Vers 7, da gab man dem Ort den Namen Massah und Meribah wegen der Herausforderung der Kinder Israels und weil sie den Herrn versucht und gesagt hatten, ist der Herr in unserer Mitte oder nicht. Die Israeliten hatten also daran gezweifelt, ob Gott noch in ihrer Mitte ist und das ist sozusagen ein Ausdruck des Unglaubens. Wenn wir daran zweifeln, ob Gott wirklich unser Leben führt, dann bezeugen wir damit den Unglauben.

[34:02] 5. Mose 6 und dort Vers 16 wird auch auf diese Geschichte angespielt, in einer sehr wichtigen Passage. 5. Mose 6 und dort Vers 16, dort heißt es, ihr sollt den Herrn, euren Gott, nicht versuchen, wie ihr ihn bei Massah versucht habt und es ist dieser Vers, den Jesus dann in Matthäus 4 als Antwort gibt auf die Versuchung des Satan.

[34:36] Interessant natürlich oder wichtig ist zu betonen, dass es sich hier bei Psalm 95 und Hebräer 3 natürlich nicht um eine exklusive Referenz nur auf diese Geschichte in 2. Mose 17 bezieht, sondern auch andere Rebellionen sind so beschrieben worden als Versuchung, als ob man Gott versucht hat und gegen ihn rebelliert hat. Die Israeliten haben immer wieder das getan, dass sie Gott versucht haben. Psalm 78 und andere Textstellen haben wir hier aufgeführt.

[35:04] Interessant ist, dass Gott dann sagt hier in Vers 9, wo mich eure Väter versuchten, sie prüften mich und sahen meine Werke. Gott kontrastiert hier den Unglauben der Israeliten mit all dem, was sie eigentlich gesehen hatten. Die Israeliten hatten ja an Wundern so viel gesehen wie kaum eine andere Generation jemals. Sie hatten gesehen, wie Gott durch die Plagen Ägypten gedemütigt hatte, wie er dann dafür gesorgt hat, dass sie frei wurden, wie er das Meer vor ihnen gespalten hat, wie er ihnen Brot vom Himmel und Wasser aus dem Felsen gegeben hat. Kaum eine andere Generation hat so viele Wunder gesehen und trotzdem fehlte ihnen oft der Glaube, was also zeigt, dass der Glaube nicht aus dem Schauen kommt. Er kommt nicht aus den Wundern. Obwohl man vielleicht kurzzeitig von den Wundern beeindruckt ist, kommt der Glaube aus dem Wort Gottes. Und das wird hier sehr deutlich. Sie haben, obwohl sie all das gesehen haben, trotzdem gezweifelt und rebelliert.

[36:18] Diese 40 Jahre, die hier genannt werden, beziehen sie natürlich auf die 40 Jahre der Wüstenwanderung. Da gibt es einige Textstellen dazu. Die Frage ist, ob diese 40 Tage sich auf und sie sahen meine Werke beziehen oder auf das, darum wurde ich zornig über jenes Geschlecht. Wenn man das mit Psalm 95 vergleicht, dann stellt man fest, dass dort eigentlich im Hebräischen die Formulierung so gewählt ist oder hier in der deutschen Übersetzung des Hebräischen, in der etwas späteren Vers-Einteilung ist es auf jeden Fall dann so abgetrennt. In Psalm 95 heißt es dort und in Vers 9 und 10, wo mich eure Väter versuchten, sie prüften mich und sahen doch mein Werk, 40 Jahre empfand ich Ekel vor diesem Geschlecht. Das entspricht also diesem, ich wurde zornig über jenes Geschlecht. Die Frage ist also, ob diese 40 Jahre sich auf die, sie sahen meine Werke, auf die Werke Gottes oder auf seinen Zorn dann beziehen. Inhaltlich ist beides richtig, beides lässt sich biblisch begründen. Grammatisch ist auch beides wohl möglich, sowohl im Hebräischen als auch im Griechischen. Die Vers-Einteilung im Hebräischen bezieht es auf den Zorn, die Vers-Einteilung hier im Griechischen tendiert zu den Werken. Wir werden aber gleich noch sehen im Laufe des Kapitels, dass Paulus eigentlich die 40 Jahre zu dem Zorn inhaltlich gezogen hat und deswegen eigentlich diese 40 Jahre sich wohl auf Vers 10 dann beziehen.

[37:43] Zornig über dieses Geschlecht. Gott ist betrübt gewesen über die Israeliten. Das wird zum Beispiel im Psalm 78 Vers 40 deutlich, weil sie eben kein festes Herz hatten, wie Vers 8 dort sagt, sondern widerspenstig gegen Gott gewesen sind. Und was bedeuten seine Wege? Das heißt ja hier, immer gehen sie in ihrem Herzen die Irre und sie haben meine Wege nicht erkannt. Und das ist interessant, weil das auch eine Formulierung ist, die wir aus dem Alten Testament her erklären können und verstehen dürfen.

[38:12] In Psalm 67 und dort Vers 3 heißt es, damit man auf Erden deinen Weg erkenne, unter allen Heidenvölkern dein Heil. Und das Heil ist eine andere Formulierung für das Evangelium, für die Erlösung, die Gott bewirkt. Das heißt, wenn er sagt, sie haben meine Wege nicht erkannt, bedeutet das, sie haben das Evangelium, so wie Gott sich eigentlich wünscht, sie führen zu können aus der Sklaverei hin zu seinem Gesetz und zu seiner Heiligkeit. Das haben sie nicht verstanden. Sie haben diese Wege nicht erkannt. Sie haben nicht begriffen, wie das Evangelium ihr Herz verändern soll und deswegen sind sie in ihren Herzen immer in die Irre gegangen, obwohl Gott sie führte. Man kann also, das ist eine sehr interessante, eigentlich dramatische Schlussfolgerung, man kann von einer Wolken- und Feuersäule physisch geführt werden und trotzdem im Herzen in die Irre gehen.

[39:10] Wie oft kann es sein, dass wir tatsächlich in die richtige Gemeinde gehen, die richtigen Lieder singen, die richtigen Bibeltexte lesen, von Gott sozusagen äußerlich geführt werden, aber in unserem Herzen in die Irre gehen. Und ich möchte in meinem Leben nicht in die Irre gehen, in meinem Herzen. Wie steht es mit dir? Wir sollten Hebräer 3 ganz nah an unser Herz lassen und darüber nachdenken, was es uns, was es mir persönlich und dir persönlich, lieber Freund, liebe Freundin, zu sagen hat.

[39:37] An anderer Stelle in Jeremiah 4, Vers 22 sagt Gott, dass sein Volk ihn nicht kennt. Und das ist interessant, weil in Jeremiah genau in der Zeit, die Israeliten den Eindruck hatten, dass sie das Volk Gottes sind und sagten ja sogar noch, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist hier. Jeremiah 4, Vers 22 macht diese traurige, traurige Aussage. Es heißt hier im Vers 22, wahrlich mein Volk ist töricht, sie kennen mich nicht. Nun wir denken vielleicht, dass wir Gott kennen, aber kann auch Gott aus Erfahrung sagen, dass wir ihn und seine Wege und sein Evangelium kennen. Ich wünsche mir Gottes Willen, besser kennenzulernen.

[40:35] Zurück zu Hebräer 3 und dort Vers 11, so dass ich schwor in meinem Zorn, sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen. Dieser Schwur steht in 4. Mose 14 und dort Vers 20 bis 30. Der ist nicht direkt verbunden mit der Geschichte von Massa und Meriva, sondern mit der Geschichte von Kadesh-Baner. Als die Israeliten nämlich bis zur Grenze des gelobten Landes gekommen waren und dann trotzdem gegen Gott rebellierten und trotzdem nicht geglaubt haben und nicht davon überzeugt waren, dass Gott das Beste für sie will, musste Gott sie wieder zurückschicken in die Wüste und er hat an diesem Kontext geschworen, dass sie das Land nicht sehen würden, diese ungläubige Generation. Wir finden das Gleiche noch einmal in 5. Mose 1, Vers 34 und 35.

[41:25] Interessant ist auch, wenn wir noch einmal zu Psalm 95 gehen, dass dieses Wort für Ruhe, sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen, im Hebräischen nicht nur Ruhe bedeutet und wir denken da meistens ja vielleicht so eine abstrakte Ruhe, das ist einfach, ich möchte mich ausruhen, sondern es bedeutet vor allem auch Ruheplatz, Wohnsitz, Residenz, Heimat. Gott sagt, sie sollen nicht in meine Heimat kommen, nicht in meinen Wohnsitz, nicht dort, wo ich mich ausruhe sozusagen, in meinen Ruheort. Es geht also nicht einfach um etwas Abstraktes, es geht um etwas sehr Konkretes, nämlich um Gottes Wohnung, seinen Ort und wir finden ja im Alten Testament immer und immer wieder, dass Gottes Wohnung sehr konkret im Land Kanaan lokalisiert wird, dort wo er seinen Namen niederlegen lässt, dort wo dann der Tempel später gebaut wird, Zion, Jerusalem, all das ist natürlich nicht der alleinige Wohnort Gottes, Gott ist überall gegenwärtig und er wohnt im Himmel, aber das war natürlich ein Typus.

[42:30] Das Land Kanaan sollte ein Typus sein für den Himmel, für die neue Erde, wo es ja dann tatsächlich auch wiederum heißen wird in Offenbarung 21 und dort Vers 3 und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen, siehe das Zelt Gottes bei den Menschen und er wird bei ihnen wohnen, sie werden seine Völker sein und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.

[42:57] Gottes Wunsch ist es, dass wir einmal bei ihm an seinem Ruheort sein können, in seiner Wohnung, dort wo er residiert, nämlich auf der neuen Erde, die völlig frei von Sünde und Leid und Krankheit und Tod ist und die Frage ist, wie kommen wir dorthin, wie können wir eingehen in seine Ruhe, in seinen Ruheort?

[43:25] Paulus warnt uns, Paulus sagt, es gab dort Menschen, die waren schon auf dem Weg dorthin und konnten doch nicht eingehen und das ist ein ganz großer Punkt, der hier in Hebräer 3 deutlich wird. Israeliten, die Erlösung erlebt hatten, da werden wir gleich noch zu kommen, die durch aus der Knechtschaft in Ägypten befreit worden sind und dennoch nicht den Ruheort gefunden haben oder eingehen konnten vielmehr.

[43:58] Es wird am Ende der Zeit, lieber Freund, liebe Freund, diese Botschaft ist aufrüttelnd und ernst, es wird Menschen geben, die durch das Blut Jesu Erlösung erlebt haben und auf dem richtigen Weg gewesen sind und die Zeichen und Wunder erlebt haben, die nicht auf die neue Erde und in den Himmel hineinkommen können, weil sie nämlich, wie wir hier sehen, die Zuversicht und das Rühmen der Hoffnung bis zum Ende nicht standhaft festgehalten haben und deswegen zitiert Paulus jetzt diese Geschichte von der ersten Generation der Israeliten. Eine Geschichte, die auch an anderer Stelle im Neuen Testament genau für denselben Punkt zitiert wird, nämlich im Judasbrief und dort in Vers 5, gibt nur ein Kapitel, in Judas 5 dort heißt es, ich will euch aber daran erinnern, obgleich ihr dies hier schon wisst, dass der Herr, nachdem er das Volk aus dem Land Ägypten errettet hatte, also Erlösung hatten sie erlebt, das zweite Mal, also danach könnte man sagen, diejenigen vertilgte, die nicht glaubten. Sie hatten Erlösung erlebt, aber dann haben sie am Glauben nicht festgehalten, haben nicht Glauben ausgeübt und sind am Ende verloren gegangen. Kann das mir auch passieren? Kann das dir auch passieren?

[45:28] Heute, wenn wir seine Stimme zu unserem Herzen hören, heute, da ich seine Stimme zu meinem Herzen hören will, möchte ich mich entscheiden, festzuhalten am Glauben, hinzuschauen auf Jesus, ihn, den Apostel und Hohenpriester meines Bekenntnisses zu betrachten. Das wünsche ich mir. Wünscht du dir das auch?

[45:49] Vers 12. Paulus macht jetzt diese Anwendung auf unser konkretes Leben, nachdem er Psalm 95 zitiert hat. Vers 12. Habt Acht, ihr Brüder! Und immer wieder finden wir in der Bibel die Aufforderung, habt acht. Jesus sagt es, Matthäus 24 zum Beispiel, wenn er vor falschen Propheten und falschen Christussen warnt. Hier warnt Paulus vor uns, vor uns selbst. Habt acht, ihr Brüder, dass nicht in einem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei, das im Begriff ist, von dem lebendigen Gott abzufallen.

[46:27] Der Abfall von Gott wird niemals durch äußerliche Faktoren erzwungen. Der Abfall beginnt immer im Herzen. Wir sollen darauf achten, auf uns selbst achten, schauen, ob in unserem Herzen Glauben ist oder Unglaube. Und wenn wir in unserem Herzen Unglauben sehen, dann dürfen wir zu Jesus kommen, so wie wir sind, und ihn bitten, dass er uns in Unglauben nimmt. Ich möchte ihn bitten, dass er meinen Unglauben nimmt, meinen Zweifel, meine schlechten Gedanken, damit er mich verändern kann, erlösen kann, mir helfen kann und mich vorbereiten kann, darauf seine Ruhestätte zu sehen.

[46:58] Paulus hat ja schon in Kapitel 2 Vers 1 bis 3 deutlich gemacht, wenn wir diese große Rettung missachten, dann können wir nicht entfliehen. Das böse Herz ist ein Thema, das in der Bibel oft vorkommt. Wir erinnern uns an Jeremia 17 und dort Vers 9, wo es heißt, dass das Herz böse, überaus böse und trügerisch ist. Und dort in Vers 9 heißt es, überaus trügerisch ist das Herz und bösartig. Wer kann es ergründen? Und Jesus hat selbst gesagt, dass letztlich alle Sünde, alle Bosheit aus einem bösen Herzen kommt.

[47:56] Gott möchte nicht, dass wir von ihm abfallen. Paulus warnt uns davor. Wie passiert es, dass man von Gott abfällt? In Jeremia 17 Vers 15 gibt es eine interessante Passage, die das illustriert und erklärt. Jeremia 17 und dort Vers 15. Es heißt dort, Jeremia 17 und dort Vers 5. Nicht Vers 15, das ist im Sendemanuskript hier falsch. Es muss Vers 5 sein. Jeremia 17 Vers 5. So spricht der Herr. Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz vom Herrn weicht.

[48:33] Wer fällt ab von Gott? Derjenige, der sich hundertprozentig auf Menschen verlässt und andere Menschen zu seinem Maßstab macht, der wird sich nicht mehr ganz auf Gott verlassen und letztendlich dann nicht mehr Gott glauben und von ihm abfallen. Paulus wendet das Ganze jetzt ganz praktisch auf die Gläubigen an in Hebräer 3 und dort Vers 13. Er sagt als Aufforderung, ermahnt einander vielmehr jeden Tag, solange es heute heißt, damit nicht jemand unter euch verstockt wird durch den Betrug der Sünde.

[49:12] Das Ganze ist nicht nur eine theoretische Predigt, sondern eine ganz praktische Aufforderung. Wir müssen nicht nur auf uns selbst achten, sondern auch aufeinander. Wir sollen uns täglich ermahnen, solange diese Einladung des Heiligen Geistes noch gilt. Wir lesen von Barnabas, wie er die Gläubigen in Antioch ermahnt hat. Wir lesen von Paulus, wie er die Gläubigen in Thessaloniki ermahnt hat. Wir lesen von Timotheus, dass er das tun soll und natürlich lesen wir in 1. Thessalonica 5, Vers 11, wir sollen nicht nur ermahnen, auch erbauen. Es geht nicht darum, dass wir die Fehler der anderen finden, sondern dass wir uns gegenseitig ermutigen und stärken und daran erinnern, an Jesus festzuhalten.

[49:51] Interessant ist die Formulierung jeden Tag. Warum jeden Tag? Die Einladung des Heiligen Geistes ist ja heute, da ihr seine Stimme hört. Und diese Einladung gilt an jedem Tag, an dem man sagen kann, heute. Heute, liebe Freunde, liebe Freundinnen, gilt diese Einladung. Deswegen möchte ich dich heute ermahnen, an Jesus festzubleiben. Und morgen werden wir wieder sagen können, heute spricht Gott zu mir und deswegen müssen wir auch morgen uns ermahnen, dann an diesem Tag bei Jesus zu bleiben. Jeden Tag sollen wir die Stimme Gottes zu unserem Herzen hören und annehmen. Jeden Tag uns entscheiden, bei Jesus zu bleiben, jeden Tag uns gegenseitig dazu ermutigen.

[50:34] Die Sünde betrügt uns. Paulus weiß das und hat es in eigener Erfahrung erlebt. Er schreibt das in Römer 7 und dort Vers 11, wo er sagt, in Römer 7 Vers 11, denn die Sünde nahm einen Anlass durch das Gebot und verführte mich und tötete mich durch dasselbe. Paulus weiß aus eigener Erfahrung, wie gefährlich die Sünde ist und niemand von uns ist davor gefeit, kein einziger. Deswegen müssen wir uns gegenseitig ermutigen und ermahnen, an Jesus festzubleiben.

[51:06] Stolz verführt, Lüste und Triebe verführen. Wer sein eigenes Herz zum Maßstab macht, der ist ein Narr, sagt Sprüche 28, Vers 26, Vers 14. Und jetzt kommt der Punkt, der letztendlich all das zusammenfasst und wieder an Vers 6 anbindet. Denn wir haben Anteil an Christus bekommen und das ist der Gedanke aus Kapitel 2. Jesus ist ja für mich und für dich Mensch geworden und gestorben, sodass wir als erlöste Menschen die Miterben sein können, die Brüder des Königs sein dürfen. Wir haben dann Anteil an Jesus. Erinnern wir uns an Vers 1 hier in Kapitel 3, dass wir Anteil haben an der himmlischen Berufung. Deswegen sollen wir auf Jesus schauen. Durch Gott sind wir in Christus. Jesus sagt, Paulus in 1. Korinther 1, Vers 30, Johannes hat gesagt in seinem ersten Brief in Vers 3, dass die Gläubigen Gemeinschaft haben mit Gott Vater und mit Jesus Christus. Er sagt, wir haben also Anteil an Jesus. Wir sind Miterben, Brüder des Königs im Sinne von Kapitel 1 und 2, wenn wir bei ihm bleiben.

[52:13] Das heißt hier, wenn wir die anfängliche Zuversicht, also die Zuversicht, die wir bei unserer Bekehrung am Anfang unseres Weges mit Gottes gehabt haben, bis ans Ende standhaft festhalten. Das ist genau das, was wir in Vers 6 gelesen haben. Wir sollen die Zuversicht und das Rümen der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten.

[52:28] Wir sehen also, wie diese Geschichte des Volkes Israel aus den Mosebüchern die Gläubigen jetzt zur Zeit von Paulus und heute erinnern soll, wenn wir die Stimme Gottes in unserem Herzen hören, an Jesus festzuhalten. Wir müssen standhaft aussagen und wir sehen, wie sehr dieses Kapitel also über das standhafte Aussagen der Heiligen spricht und deswegen so entscheidend ist für alle diejenigen, die am Ende der Zeit im Zuge, im Kontext der Dreifachenengelsbotschaft bestehen wollen.

[53:01] Vers 15, solange gesagt wird, heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie in der Auflehnung. Er zitiert also jetzt noch einmal Psalm 95 und sagt, solange dieser Vers gilt, solange der Heilige Geist zu mir spricht, mit anderen Worten, solange noch Gnadenzeit ist und solange das Wort Gottes, Gottes erwähltes Mittel ist, um mich und mein Herz zu erreichen, solange müssen wir festhalten. Sie gilt, diese Einladung, nicht nur für den Beginn des Glaubens, sondern jeden Tag erneut.

[53:36] Wir müssen täglich die Stimme Gottes hören. Wir können nicht einmal sagen, naja, ich habe mich einmal bekehrt und jetzt lebe ich so vor mich hin. Wir können in Jesus nur bleiben, wenn wir täglich auf seine Stimme hören und dadurch können wir den Abfall verhindern, den die Israeliten erlebt haben.

[53:52] Ist es nicht interessant, dass Moses Hauptanliegen immer das gewesen ist, die Israeliten dahin zu bringen, die Stimme Gottes zu hören? Wir erinnern uns an 5. Mose, wir haben das ja oft genug schon studiert. Höre Israel, höre Israel. 5. Mose 6, Vers 4. Eines der großen Themen von 5. Mose, höre Israel, höre auf die Stimme. Aber die Israeliten wollten die Stimme Gottes selbst nicht hören. Sie wollten einfach nur erlöst sein und dann von ihrem Prediger Mose gesagt bekommen, was sie zu tun und zu lassen haben. Aber das Ganze führte zu einer Verstockung ihres Herzens. Ihr Glaube konnte nicht wachsen und am Ende waren sie so ungläubig, dass sie das Ziel nicht erreichen konnten.

[54:38] Paulus will mir und dir deutlich machen, wie wichtig es ist, dass wir Tag für Tag die Stimme Gottes, die Stimme des Heiligen Geistes durch das Wort Gottes zu unserem Herzen hören, festhalten und über Jesus nachdenken. Ich glaube, es wird langsam deutlich, wie wichtig es ist, dass Paulus ist und wie wichtig es uns sein muss. Ja, unser gesamtes ewiges Leben hängt davon ab, dass wir bei Jesus bleiben und auf die Stimme hören.

[55:14] Vers 16, denn einige lehnten sich auf, als sie es hörten. Aber nicht alle, die durch Mose aus Ägypten ausgezogen waren. So übersetzt das die Schlachter-Übersetzung. Wir haben im Sendemanuskript Kursiv ein paar Anmerkungen, die sich darauf beziehen, wenn man diese Schlachter-Übersetzung als die richtige Übersetzung nimmt. Alternativ scheint allerdings die Übersetzung der Elberfelder und der Zürcher die bessere Übersetzung zu sein, die den Gedanken des Paulus hier besser wiedergibt. Das, was die Schlacht übersetzt, ist inhaltlich richtig. Dort scheint ja sozusagen dann der Punkt zu sein, dass es zwei Gruppen gibt, die Ungläubigen und die Gläubigen. Das ist eine sehr biblische Aussage und wir kennen Caleb und Joseph. Aber die Idee hier ist offensichtlich ein bisschen eine andere, sondern in Vers 16, 17 und 18 werden dreimal sozusagen Fragen gestellt und dieser Fragecharakter von Vers 16 ist in der Schlachter nicht wirklich erkannt oder anders aufgefasst. Man könnte eigentlich besser versetzen, wer hat sich aufgelehnt, als sie es hörten? Also wer war das? Und dann kommt quasi als rhetorische Frage die Antwort, waren es nicht alle, die durch Mose aus Ägypten ausgezogen waren? Waren es nicht die, die aus Ägypten ausgezogen waren?

[56:40] Für diese Übersetzung sprechen der Kontext davor und danach, das werden wir gleich noch genauer sehen und verstehen können. Und die Tatsache, dass Vers 17 und 18 genau gleich gebaut sind, kommt immer eine Frage und eine rhetorische Frage als Antwort, die sich immer auf die folgenden Verse bezieht, wie wir gleich sehen werden. Diesen Gedanken, dass das Volk, das aus Ägypten ausgezogen ist, verloren gegangen ist, diesen Gedanken finden wir auch in Judas 5, wie wir es schon gelesen haben und natürlich sind die Interpunktionszeichen erst später hinzugekommen. Also man kann den griechischen Text so oder so interpungieren.

[57:16] Der Punkt, den Paulus also machen möchte, ist jetzt nicht so sehr eine Unterscheidung zwischen Gläubigen und Ungläubigen, die gibt es an anderer Stelle auch. Die beiden Gruppen waren ja numerisch auch sehr unterschiedlich. Es waren ja nur zwei Gläubige oder vier Gläubige und der ganze Rest war dann ungläubig, sondern die Tatsache, die er machen möchte, den Punkt, den er machen möchte, ist, dass dasselbe Volk, das die Erlösung aus Ägypten erlebt hat, jetzt ungläubig ist. Er will also zeigen, dass die erlebte Erlösung, und das haben wir am Anfang ja schon angedeutet, dass die erlebte Erlösung am Ende nichts bringt, wenn man danach wieder vom Glauben abfällt. Es ist also eine ganz deutliche Warnung vor der Irrlehre, einmal gerettet, immer gerettet.

[57:56] Wir schauen mal in Vers 17. Über wen war er aber 40 Jahre lang zornig? Hier sehen wir auch, dass die 40 Jahre sich auf den Zorn beziehen, wie wir es in Vers 9 und 10 ja schon kurz andiskutiert haben. Wieder eine Frage und dann wieder eine Antwort in einer rhetorischen Frage, waren es nicht die, welche gesündigt hatten, deren Leibe in der Wüste fielen? Wer war dieses Geschlecht? Es war diese erste Generation vom Exodus und wir wissen, dass kein einziger von ihnen bis auf Joshua und Caleb diese Wüstenwanderung überlebt hat. Die Textstellen habt ihr im Sendemanuskript. Die Formulierung ist sogar direkt aus 4. Mose 14, aus dem Kapitel, wo auch der Fluch, der Schwur Gottes dann gegeben ist, dass sie nicht in das Land eingehen können. Dort finden wir diese Formulierung mit den Leibern, die in der Wüste fallen sollen, in 4. Mose 14, Vers 29, 32 und 33. Ähnliche Sprache in anderen Kontexten auch in Jeremia 9, Vers 22.

[58:48] Und dann Vers 18, ein drittes Mal eine Frage mit einer rhetorischen Frage als Antwort. Welchen Schwur erarbeitet, dass sie nicht in seine Ruhe eingehen sollten, wenn nicht denen, die sich weigerten zu glauben? Also wenn man das jetzt praktisch sich am Ende kurz zusammenfasst, ist das so. Diese Verse 16, 17 und 18 sind quasi noch einmal eine Erklärung des Psalmtextes aus Vers 7 bis 11. Man kann also folgendes sagen. In Vers 7 bis 11 haben wir folgende Aussagen. In Vers 8 heißt es, so verstockt eure Herz nicht wie in der Auflehnung am Tag der Versuchung. Dementsprechend gibt es jetzt die Frage in Vers 16, wer hat sich aufgelehnt? Wer war das? Und die Antwort ist mit einer rhetorischen Frage in Vers 16, waren es nicht die, nicht alle die, die aus Ägypten ausgezogen sind?

[59:39] Dann heißt es in Vers 10, darum wurde ich zornig über jenes Geschlecht. Und jetzt in Vers 17 heißt es über wen, aber war er 40 Jahre lang zornig? Wieder die rhetorische Frage, waren es nicht die, welche gesündigt hatten, deren Leiber in der Wüste fielen? Und dann haben wir in Vers 11 die Aussage, so dass ich schwor in meinem Zorn, sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen. Jetzt kommt wieder die Frage in Vers 18, welchen schwor er aber, dass sie nicht in seine Ruhe eingehen sollten? Und die Antwort kommt dann wieder, waren es nicht die, die sich weigerten zu glauben?

[1:00:12] Mit anderen Worten, was der Paulus hier jetzt deutlich macht, dass er sagt, schaut euch diese Stelle an im Psalm 95, um wen geht es denn? Geht es nicht um die Israeliten, die aus Ägypten ausgezogen sind? Geht es nicht um die, die in der Wüste gefallen sind mit ihren Leibern? Geht es nicht um die, die Unglauben gehabt haben? Um die geht es doch, oder? Und das dreimal anhand von drei Aussagen aus diesem Psalmtext, die er dreimal aufgreift und mit einer rhetorischen Frage deutlich macht, es geht genau um diese erste Generation. Und das zeigt mir, dass in Vers 16 tatsächlich die Übersetzung der Elberfelder und Zürcher Bibel hier eigentlich die ist, die den Gedankengang des Paulus viel besser trifft, als die Schlachtübersetzung.

[1:00:51] Das zeigt uns also auch, dass in all dem Paulus vor allem das Geschehen von Kaddisch-Banea im Kopf gehabt hat. Das sieht man in dieser Formulierung auch, dass sie sich weigerten zu glauben. Das ist auch ein Bezug zu 4. Mose 14 Vers 11, also sowohl der Schwur, als auch die Leiber, die in der Wüste fallen, als auch diese Weigerung zu glauben, sind alles direkte Formulierungen aus der Geschichte aus 4. Mose 14. Und es wird öfter wieder dann 5. Mose 1, 32, 5. Mose 9, 23 und auch Psalm 106 Vers 24 bis 26. Überall geht es um die Geschichte von Kaddisch-Banea, wo es deutlich wird, dass der Unglaube sie gehindert hat, in das Land hineinzugehen, in die Ruhe, in die Ruhestätte, in die Heimat Gottes.

[1:01:35] Und all dem zieht jetzt Paulus die klare Schlusskonsequenz oder das Zwischenfazit hier unter dem Strich in Vers 19. Und wir sehen, dass sie, das ist die erste Generation, das hat er deutlich jetzt in Vers 16 bis 18 nachgewiesen, die erste Generation der Israeliten und wir sehen, dass sie nicht eingehen konnten wegen des Unglaubens. Der Unglaube hat die Israeliten der ersten Generation daran gehindert, die Heimat Gottes, die typologische Heimat Gottes zu betreten und deswegen sagt Paulus, haltet fest, hört auf die Stimme Gottes, seid nicht wie die Israeliten der ersten Generation, die die Stimme Gottes nicht hören wollten, die sich mit Zeichen und Wundern zufrieden gegeben haben und mit der Führung eines menschlichen Führers. Hört die Stimme Gottes, damit ihr eben nicht eure Herzen verstockt, damit ihr nicht vom Glauben abfallt und damit ihr dann tatsächlich auch nicht nur erlöst werdet, sondern auch in die Ruhe eingehen könnt.

[1:02:32] Wir werden sehen, dass das genau dann der Punkt ist, der in Kapitel 4 dann, das oft auch nicht so einfach zu verstehen ist, aber mit diesen Gedanken viel besser wahrscheinlich uns dann klarer wird, dass dieses Thema dann Kapitel 4 fortgeführt und erklärt und ausgeführt wird. Judas 1, Vers 5 haben wir schon gesehen, sagt ganz genau, dass die Israeliten nicht wegen dem Unglauben hineingehen konnten.

[1:02:58] Vielleicht noch ganz kurz in Joshua, Kapitel 5, Vers 6 finden wir ergänzend noch, das sollte man dazu nehmen, noch in Joshua 5, Vers 6 die interessante Formulierung, Joshua 5, Vers 6, denn die Kinder Israels wanderten 40 Jahre lang in der Wüste, bis das ganze Volk der Kriegsleute umgekommen war, die aus Ägypten gezogen waren, weil sie der Stimme des Herrn nicht geheucht hatten. Also Paulus sagt und Judas sagt, es war der Unglaube, Joshua sagt, es war der Ungehorsam und das zeigt, wie untrennbar echter Glaube und echter Gehorsam ist. Der Ungehorsam beweist den Unglauben, der Unglaube zeigt sich im Ungehorsam, das kann man nicht trennen. Niemand kann Glauben und Ungehorsam sein und niemand kann Gehorsam sein und ungläubig sein. Glaube und Gehorsam sind zwei Seiten derselben Medaille, die Gott uns schenken möchte.

[1:03:53] Glaube ist entscheidend. Wer nicht glaubt, kann nicht gerettet werden. In Markus, Verzeihung, das ist im Sendemanuskript hier falsch geschrieben. In Markus 16 und dort Vers 16 heißt es, wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden, wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden. Glaube ist die einzige Bedingung, um gerettet zu werden, denn so hat Gott die Welt geliebt, dass es einen eingeborenen Sohn gab, auf das jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat, so sagt es Johannes 3, Vers 16. Wer nicht glaubt, geht verloren. Zum Schluss erst Johannes 5, Vers 10 und deswegen ist es dem Paulus so unendlich wichtig, dass wir auf die Stimme Gottes hören und aus Glauben leben, aus dem Wort Gottes, so wie er persönlich zu mir und zu dir spricht.

[1:04:42] Erste Johannes, Kapitel 5 und dort Vers 10. Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat das Zeugnis in sich selbst. Wer Gott nicht glaubt, der hat ihn zum Lügner gemacht, weil er nicht an das Zeugnis glaubt, das Gott von seinem Sohn abgelegt hat. Meine Frage an dich heute ist, möchtest du an Jesus festhalten? Möchtest du heute täglich seine Stimme hören, die Stimme Gottes durch sein Wort zu dir und ihm in allen Lebenssituationen glauben, dass er das Beste für dich möchte? Nicht zufrieden sein mit Zeichen und Wundern, nicht zufrieden sein mit Äußerlichkeiten, nicht zufrieden sein mit menschlichen guten Führern, sondern Jesus betrachten, den Apostel und Hohepriester deines Bekenntnisses. Gott segne dich in deiner Entscheidung. Lass uns gemeinsam beten.

[1:05:32] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass du uns durch deinen Heiligen Geist Hebräer Kapitel 3 aufgeschlossen hast, dass wir es besser verstehen können und sehen können, dass hier ein ganz klarer und gut verständlicher Gedankengang präsentiert wird, der uns auffordert, eine Bitte beim Glauben zu bleiben, festzuhalten und nicht abzuweichen, jeden Tag, wenn du zu uns sprichst durch dein Wort, das anzunehmen. Herr, ich möchte in meinem Leben genauer auf deine Stimme hören.

[1:06:04] Und daraus leben. Und ich wünsche mir, dass es noch ganz viele andere auch möchten. Dafür danken wir dir, dass du zu uns sprichst und dass du uns treu erhalten kannst. Im Namen Jesu, unseres Apostels und Hohenpriesters und Bruders und Königs, beten wir. Amen.

[1:06:28] Gott segne euch. Wir sehen uns dann nächste Woche wieder, wenn wir dann weiter studieren werden, diesem Thema Kapitel 4 uns anschauen werden. Ich freue mich schon sehr darauf. Bis dahin Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.

[1:06:49] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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