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In dieser Predigt von Daniel Heibutzki geht es um die Mission der Adventgemeinde und wie Gott sein Volk durch die Geschichte geführt hat. Anhand von biblischen Texten und historischen Beispielen wird die Bedeutung der weltweiten Verkündigung des Evangeliums beleuchtet. Der Sprecher ermutigt die Zuhörer, sich aktiv an Gottes Werk zu beteiligen und die Herausforderungen von Erweckung, Reformation und der Botschaft anzunehmen, um das Werk Gottes in dieser Generation abzuschließen.


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Serie: J.O.S.U.A. BW-Camp Meeting 2016: Offenbarung 10

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Transkript

[0:30] Guten Morgen! Für wen war das Joshua-BW-Camp bis jetzt ein Segen? Amen! Wer hat etwas Neues über den Charakter Gottes gelernt? Wer hat eine neue Sache in seinem Leben, die er gerne umsetzen möchte? Etwas, was er anpacken möchte? Amen! Beten wir noch gemeinsam und legen wir diese Andachtszeit in die Hände Gottes. Wir können dazu sitzen bleiben. Unser Vater im Himmel, wir möchten dich jetzt einladen, dass du die Verheißung aus Epheser 3, Vers 20 an uns und in uns erfüllst. Da sagst du, dass du viel mehr tun kannst, als wir verstehen und bitten können, gemäß deiner Kraft, die an uns wirkt. Danke Jesus, dass du das Gebet jetzt schon erhört hast. Amen!

[1:47] Hast du schon einmal etwas verloren, was dir sehr wichtig war? Wie sehr hast du danach gesucht? Und vor allem, wie hast du dich dabei gefühlt? Es ist eine Sache, wenn man etwas Materielles verliert, aber es ist eine andere Sache, wenn man einen Menschen verliert. In der Provinz Aceh in Indonesien passierte 2004 ein schreckliches Unglück. Da kam ein Tsunami über das Land und fegte alles hinweg. Als die Wassermassen das Land geflutet haben, da war eine Familie mit zwei Kindern. Die Familie hielt sich noch an einem Holzbrett fest und versuchte noch irgendwie die Kinder anzupacken, aber die Kinder wurden dann von den Wassermassen einfach hinweg gespült und so waren sie verloren, nicht mehr auffindbar. Und nach dieser schrecklichen Zerstörungswut haben die Eltern ihre Kinder verzweifelt gesucht, aber sie waren nicht mehr auffindbar. Die waren verschwunden. Die nächsten Wochen und Monate vergingen und die Eltern haben gehofft, ihre Kinder irgendwie doch wieder aufzufinden. Ein Lebenszeichen von ihnen zu finden, aber ohne Erfolg. Jeden Tag und jede Nacht haben sie für ihre Kinder gebetet. Da war einmal die vierjährige Tochter und der siebenjährige Sohn. Nach zehn Jahren stellte der Vater wieder neue Nachforschungen an und auf einmal passierte etwas Unglaubliches. Rund 100 Kilometer von ihrem damaligen Wohnort entfernt fanden sie die Tochter wieder, jetzt 14 Jahre alt. Zehn Jahre war sie untergekommen bei einer Frau, die sie versorgt hatte. Und dann wurden im Internet diese Aufnahmen dargestellt, wie dann die Tochter zum ersten Mal wieder ihre Mutter sieht. Das waren Freudentränen, das war eine unglaubliche Szene. Und die Menschen haben sich gefreut. Die waren wieder beisammen. Voller Freude hat die Familie Gott gedankt.

[3:57] Wie denkt Gott über unsere gefallene Welt? Wie sehr sehnt Gott sich danach, dass alle Menschen erlöst werden? Und was unternimmt Gott alles, damit Menschen heil finden? Wenn wir das Wort Gottes aufschlagen in 1. Timotheus Kapitel 2, Vers 4. 1. Timotheus 2, Vers 4. Da lesen wir davon, was Gott antreibt, was Gott bewegt. 1. Timotheus 2, Vers 4. Und dort steht: Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Das ist Gottes Plan. Und dann haben wir den anderen Text, 2. Petrus 3, Vers 9. Und da geht es darum, dass der Herr langmütig mit uns ist. Er möchte nicht, dass irgendeine Person verloren geht, sondern dass jeder Mann Raum zur Buße finde. Gott liebt diese Welt und er wird alles unternehmen, dass jeder Mensch eine Entscheidung für ihn trifft. Und zu diesem Zweck hat Gott ein Volk auf dieser Erde, und das ist sein Volk, das wir in der Offenbarung 12, Vers 17 finden. Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Die sichtbare Größe der Übrigen. Und Gott möchte, dass durch dieses Volk die Welt auf die Wiederkunft Jesu erstens körperlich, zweitens geistig und drittens geistig vorbereitet wird. Die Adventgemeinde hat die Funktion, die Welt geistig, geistlich und körperlich auf das Kommen Jesu vorzubereiten. Und Jesus Christus hat uns dafür eine wunderbare Botschaft gegeben, und die finden wir in Offenbarung Kapitel 14, Vers 7. Und wir starten aber hier in Offenbarung 14, Vers 6. Offenbarung 14, Vers 6. Und da geht es um die dreifache Engelsbotschaft. Wir wollen uns heute bewusst auf diesen Vers 6 konzentrieren. Offenbarung 14, Vers 6. Und dort in dem 6. Vers, Offenbarung 14, lesen wir: Ich sah einen anderen Engel mitten des Himmels fliegen. Der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen, den, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation, jedem Volkstamm, jeder Sprache und jedem Volk. Der Botschafter, der Engel, wird in Offenbarung 14, Vers 12 dargestellt. Und das sind die Menschen, die standhaft ausharren, die die Gebote Gottes halten und den Glauben an Jesus bewahren. Ellen White sagt dazu, zu der Funktion der Adventgemeinde: Die Gemeinde ist das von Gott erwähnte Werkzeug, Menschen zum Heil zu führen. Es ist ihre Aufgabe, der Welt das Evangelium zu bringen.

[6:37] Heute wollen wir uns gemeinsam drei Fragen in der Weltmission anschauen. Drei Fragen wollen wir uns widmen. Erstens: Wie hat Gott sein Adventvolk seit 1844 geführt bis heute? Die zweite Frage ist: Wo stehen wir heute in der Adventmission? Und die dritte Frage ist: Wie wird Gott sein Werk abschließen? Fangen wir an mit der ersten Frage. Wie hat Gott sein Volk seit 1844 geführt? Wenn wir noch einmal das Wort Gottes aufschlagen, Apostelgeschichte 1, Vers 8. Da lesen wir davon, wie Gott damals seine ersten Jünger ausgesandt hat, nachdem er die Erde verlassen hat. Apostelgeschichte 1, Vers 8. Und hier haben wir den Text: Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem, in ganz Judäa, in Samaria und bis an das Ende der Erde. So haben die ersten Christen geografisch gearbeitet. Und wenn wir die Adventmission nach 1844 betrachten, sehen wir, dass Gott sein Volk auf ähnliche Art und Weise geführt hat. Wir unterscheiden hier zwischen vier zeitlichen Phasen.

[7:49] Die erste Phase finden wir von 1844 bis 1850. Interessant ist, dass damals, bevor überhaupt eine weltweite Verkündigung starten konnte, die Adventgläubigen sich erst einmal sammeln mussten. Man wollte übereinkommen und entscheiden, was sind denn jetzt die wichtigsten biblischen Grundlehren. Und damals hat man sich getroffen bei Konferenzen, hat das Wort Gottes unter Gebet studiert und hat folgende Hauptlehren herausgearbeitet. Da ging es um den Erlösungsplan, um das Heiligtum, um die dreifache Engelsbotschaft, um die Gültigkeit der zehn Gebote, um den Sabbat, Zustand der Toten und die Wiederkunft Jesu. Das erste Ziel oder die erste Zielgruppe, das waren damals die Milleriten, die man versuchte zu erreichen durch die Verkündigung der Predigt, durch Literatur, durch Zeitschriften und durch Bibel- und Sabbatkonferenzen. Das war der Aufbau in der ersten zeitlichen Phase.

[8:47] Kommen wir zur zweiten Phase, das ist dann Nordamerika. Wir datieren das zeitlich von 1850 bis 1870. Die Adventmission hatte Erfolg. Am Anfang, so um 1849, waren es 100 Adventgläubige. 1852 dann 250. 1863 bei der Gründung dann ungefähr schon 3500 Menschen, die Gott zusammengerufen hatte. Da war es Gottes absoluter Wille, dass die Freikirche organisiert ist. Wir haben Organisationen in der Freikirche nur deshalb, damit Missionen vorwärts gehen. Organisationen um der Organisation willen, das macht keinen Sinn und das möchte Gott nicht. Aber manchmal habe ich den Eindruck, handeln wir so. Da müssen wir uns reflektieren und uns selber spiegeln. Ellen White hat in dieser Zeit von Gott Anweisungen bekommen. Da ging es um Theologie, um die Gesundheit, um Erziehung. Die Gesundheitsreform führte zu einem Bau des ersten Sanatoriums, das war dann 1866. Die frühen Adventisten waren damals vor allem in Nordamerika missionarisch tätig. Wir haben dann 1870 ungefähr 4900 Adventisten in über 175 organisierten Gemeinden gehabt.

[10:03] Wir gehen in die dritte zeitliche Phase. Das ist die christliche Welt von 1870 bis 1890. 1871 hat Ellen White eine Vision gezeigt bekommen, dass es wichtig ist, Missionare auszubilden und sie dann auszusenden. Man hat dann die ersten Missionare nach Europa geschickt. Da sind die bekannten Namen dabei wie Madison, Andrews oder Conradi. Conradi hat vor allem hier in Deutschland gewirkt und Spuren hinterlassen, das spüren wir bis heute. Am Anfang hat Conradi erfolgreich gewirkt bei den Baptisten, Lutheranern oder auch Katholiken. Die Adventbotschaft ging weiter nach Südafrika, nach Australien und Südamerika. An dieser Zeit hat man vor allem die Literatur verwendet und darüber mit verschiedenen Sprachen dann die Adventbotschaft in diese Länder geschickt. All das führte zu einem wahnsinnigen, explosiven Wachstum. Innerhalb von 20 Jahren hat sich die Adventgemeinde versechsfacht, wenn wir die Mitgliederzahl anschauen. Es gab dann 1890 bereits 28.000 getaufte Mitglieder.

[11:10] Wir kommen zur vierten zeitlichen Phase. Das ist 1890 bis heute. Ellen White bekam dann weitere Anweisungen von Gott. Gott sagte ihr: Es ist wichtig, dass wir auch die Inseln der Meere erreichen und dass wir dahin Missionare aussenden. Wir brauchen da neue Strategien. Dann war es um das 20. Jahrhundert, dass der Generalkonferenzpräsident Butler anfing, der bewusst ein Ziel setzte. Er sagte: Wir brauchen 100 Missionare, die wir jährlich ausbilden und aussenden. Dann hat man methodisch so gearbeitet, dass man ein Ort oder ein Land, wo eine Adventgemeinde schon stationiert war, als Sprungbrett genutzt hat, damit man vor Ort dann die angrenzenden Kontinente erreicht. Höchst interessant ist, dass in dieser Zeit die Prediger primär nicht Ortsprediger waren, sondern Evangelisten und Ausbilder. Wenn wir in die Adventgeschichte zurückgehen, da lesen wir von Daniel, der 1912 sagte: In der Regel halten wir die Prediger frei für die Arbeit im Missionsfeld. Dann sagt er weiter: Ich hoffe, das wird sich niemals in dieser Glaubensgemeinschaft ändern, denn wenn wir aufhören, vorwärts zu gehen, wenn unsere Prediger bei den Gemeinden bleiben, für sie denken und arbeiten, wird es unsere Gemeinden schwächen. Das wird unser Werk lähmen und wir werden versteinert zurückbleiben. So ähnlich waren seine Worte. Dann geht es weiter. 1957 sagt der bekannte Evangelist Richards: Viel zu viele Prediger verbringen die meiste Zeit damit, Konflikte in den Gemeinden zu lösen. Irgendwie kommt mir das bekannt vor heute. Ich weiß nicht, wie es euch geht. Ich glaube, Seelsorge ist ganz wichtig. Es ist ganz entscheidend. Die Pfadfinderarbeit ist ganz prägend für unsere Gemeinde. Das ist unsere nächste Generation. Die Jugendarbeit ist genauso wichtig für die Mission. Aber es dient das Werk. Es geht immer um das Werk Gottes. Es geht immer um die Mission. Es geht immer um die Vision. Das ist wichtig. Wenn es nicht um Mission geht, ist es herausfordernd. Er sagt weiter: Früher waren unsere Prediger fast alle an der Front. Sie haben Veranstaltungen gehalten, sie haben Männer und Frauen für Christus gewonnen. Sie haben alle paar Monate die neu gegründeten Gemeinden besucht. Wir brauchen heute Prediger, die Evangelisten und Ausbilder sind. Wenn wir das Wort Gottes studieren, auch Ellen White, ist das entscheidend. Jeder Prediger hat es tief in sich, dieses Verlangen, verlorene Menschen zu retten. Das macht die größte Freude aus, wenn wir erleben, wie Menschen sich taufen lassen. Und wir als Gemeinden unsere Prediger fördern, sie entlasten in der Administration und sie freigeben in der Evangelisation und der Ausbildung. Ich glaube, dann wird das Werk Gottes schneller vorangehen. Gott hat mit diesem Konzept damals die Adventgemeinde gesegnet. Wir haben 1900 weltweit 64.000 Adventisten gehabt. 1950 waren das 700.000 Adventisten. Im Jahr 2000 dann über 10 Millionen.

[14:27] Wenn ich die Pioniere der Adventgeschichte studiere, dann begeistert mich vor allem Diran Shakir. Der war einer der ersten adventistischen Pioniere in Armenien und der Türkei. Er wurde damals 1870 in Armenien geboren und er wohnte in Konstantinopel, das ist das heutige Istanbul. Eines Tages, da klopfte es an der Haustür von einem Diran. Der Diran war gerade dabei, eine teure Zigarre zu rauchen. Er genoss seinen freien Nachmittag. Da war ein griechischer Buchevangelist da. Er kam zu ihm und er stellte ihm einige adventistische Bücher dar. Der Diran sagte: Wissen Sie, die habe ich alle schon. Und völlig verwundert starrte ihn dieser Buchevangelist in die Augen und sagte: Mein Freund, wenn du all diese Bücher schon hast, warum rauchst du? Und Diran, er warf seine Zigarre zur Seite und hörte von diesem Tag an auf mit dem Rauchen. In den nächsten Wochen, das war eigentlich schon der nächste Sabbat, da ging Diran in die Adventgemeinde vor Ort in Konstantinopel. Das war ein ganz kleines Gebäude, das war so ein Raum, den man angemietet hatte. Und da oben, da passierte etwas Unglaubliches. Da waren die sonst verfeinerten Armenier, Griechen, Deutschen und Türken friedlich beieinander. Und Diran wurde angesprochen, gepackt von dem Wort Gottes. Und da war noch dieses kleine türkische Mädchen, das war die Diamandela und das war seine Übersetzerin. Die sollte später noch eine wichtige Rolle spielen. Als Folge dessen, dass sich Diran öffnete für den Adventismus, verlor er den Kontakt zu seiner Familie und er wurde seines Amtes enthoben als Professor an der Uni. Diran wurde dann einberufen in die Armee, später aber wieder freigekauft und konnte dann endlich getauft werden. An dieser Zeit hat Gott ihn unglaublich gesegnet. Man sprach über ihn als über einen Mann, der wirklich mit Gott lebte. Er verbrachte Nächte im Gebet und so eine heilige Atmosphäre umgab ihn. Da, wo er war, war Gott. In diesen Monaten und Jahren gab es täglich, jeden Tag, einen Menschen, der sich entschied, Adventist zu werden. Täglich wurden Menschen hinzugefügt in die Adventgemeinde, als Diran am Wirken war. Er kam dann wieder ins Gefängnis aufgrund seines missionarischen Eifers, wurde dann wieder freigekauft, sagte aber noch den Gefängniswärtern: Moment mal, ich kann jetzt noch nicht gehen, könnt ihr noch so eine halbe Stunde warten, ich möchte gerne noch meine Predigt fertig schreiben. Als er dann wieder rauskam, organisierte er neue Gruppen vor Ort, gründete wieder neue adventistische Zellen. Aber eines Tages, da passierte ein schreckliches Unglück. Die Übersetzerin, die kleine Diamandela, die lag im Sterben und war dann nach ein paar Stunden tot. Die Krankenschwestern überprüften ihren Tod und dann wurde Diran gerufen und dort war sie, dort lag sie, tot. Für ihn war das verhängnisvoll, denn es war seine wichtigste Mitarbeiterin vor Ort. Und Diran kniete nieder und er sagte: Gott, du bist der gleiche Gott wie in der Bibel und du kannst heute genauso ein Wunder tun, wie du es damals getan hast. Und dann stand er auf und schaute dieses tote Mädchen an und sagte: Im Namen Jesu, ich befehle dir, steh auf! Und das Mädchen öffnete ihre Augen und stand auf. Diran wurde in den nächsten Monaten dann in neue Gebiete versetzt. Er arbeitete dann dort vor Ort, wo Paulus am Wirken war. Dann kam es aber so, dass er wieder, aufgrund seines missionarischen Eifers, verfolgt wurde. Er wurde dann Opfer des Völkermords in Armenien, musste dann im Todesmarsch mitlaufen, wurde gepeinigt, gefoltert, hat aber immer vor Ort, wo er die Möglichkeit sah, für Gott Zeugen gegeben. Und seine letzten Worte dort am Todesbett waren zu seinen adventistischen Brüdern, die da vor Ort waren: Liebt einander und liebt Gott.

[18:37] Wenn ich sehe, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat, wie er aus dieser kleinen Anzahl von Adventgläubigen heute eine Gemeinschaft hat mit mehr als 19 Millionen Mitgliedern weltweit, dann weiß ich, dass Gott auch in der Zukunft uns weiterführen wird und dass das Werk Gottes abgeschlossen werden kann. Und wenn das Gottes Wille ist, auch in dieser Generation.

[18:58] Wo stehen wir heute? Kommen wir zur zweiten Frage. Wo stehen wir heute in der Adventmission? Mit mehr als 19 Millionen Mitgliedern erleben wir heute ein wahnsinniges Wachstum. In den letzten zehn Jahren werden pro Jahr mehr als eine Million Mitglieder in die Adventgemeinde hinzugefügt. Wir sind die schnellstwachsende Denomination in Amerika und in Australien. Heute wird weltweit jede 27 Sekunden eine Person in die Adventgemeinde per Taufe hinzugefügt. Und jede dreieinhalb Stunden wird eine neue Adventgemeinde organisiert beziehungsweise gegründet. 2014 kamen auf jeden Adventisten 392 Personen in der Weltbevölkerung.

[19:43] Und wo stehen wir heute in Deutschland? Wenn wir so die Zahlen angucken, wir haben aktuell knapp 35.000 Adventisten in Deutschland. Wenn wir dann mal die Zeit zehn Jahre zurückspulen, da haben wir 36.000 Adventisten gehabt. Wenn wir dann nochmal 20 Jahre zurückgehen, da haben wir dann auch ungefähr 35.000 Adventisten gehabt. Den größten Wachstum haben wir wann erlebt in Deutschland? Das war in den Jahren der beiden Weltkriege, beziehungsweise danach. Da hat Gott große Wunder getan. Aber wir müssen heute erkennen, dass wir uns auf so einer Plateauphase begeben, dass wir nicht wirklich wachsen, aber auch nicht wirklich schrumpfen. Okay, wenn wir jetzt so ein bisschen ins Detail gehen und dann so ein bisschen den NDV und SDV anschauen, gibt es da schon Unterschiede. Der NDV, der schrumpft minimal. Der SDV wächst minimal. Wenn wir in die Vereinigung gehen, haben wir auch wieder Unterschiede. Aber ich frage mich, woran liegt das? Warum wachsen wir nicht in Deutschland? Für mich selber habe ich da drei Gründe erkannt. Für mich ganz persönlich, die möchte ich gerne mit euch teilen.

[20:48] Der erste Grund, die erste Herausforderung, die wir erleben, das ist Erweckung. Für viele Menschen ist das Wort Erweckung so ein negatives Modewort. Vielleicht kennt ihr das auch, wenn man das Wort Erweckung hört, dann sagt man: Ah, nicht schon wieder ich und Erweckung, das brauche ich nicht. Wenn wir das Wort Gottes aufschlagen, in Offenbarung Kapitel 14, Vers 6, das haben wir vorhin schon gemacht, da lesen wir von diesem Botschafter, das ist die Adventgemeinde, die weltweit das Evangelium verkündigen wird, bevor Jesus Christus wiederkommt. Dann haben wir auf der anderen Seite aber auch Offenbarung 3, Vers 19. Schlagen wir diesen Text mal auf, Offenbarung 3, Vers 19. Wo sind wir? Bei der zweiten Frage, die erste Herausforderung, da geht es um das Thema Erweckung. Offenbarung 3, Vers 17. Offenbarung 3, Vers 17. Auf der einen Seite haben wir den Botschafter, auf der anderen Seite haben wir den Zustand des Botschafters. Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss und mir mangelt es an nichts. Und du erkennst nicht, dass du elend, jämmerlich bist, arm, blind und bloß. Wir leben da in einer Spannung und diese Spannung, die ist wirklich herausfordernd. Wir haben Adventisten in unserer Gemeinschaft, die am Ende verloren gehen werden. Ellen White geht sogar noch weiter, sie sagt: Die Mehrheit der Adventisten wird am Ende unser Volk verlassen. Das ist die Mehrheit, mehr als 50 Prozent, das ist traurig, das ist schlimm. Diese lauen Adventisten bremsen heute die Mission, die hindern das Werk Gottes. Die sagen: Moment mal, ganz ruhig, entspannt euch, wir können auch warten, unser Herr kommt, ja vielleicht in ein paar Jahrzehnten, ein paar Jahrhunderten, wir können unser Clubleben weiterführen. Ich weiß nicht, ob du so ein lauer Adventist bist. Ich glaube, dass wir schnell in diese Falle geraten können, dass wir meinen, wir sind selbstgerecht, wir sind ja mit dabei, wir gehören zu den Übrigen und wir gehen an dieses Pharisäertum. Falls du so ein lauer Adventist bist, dann ruft Gott dich auf: Kehre um. Es ist Zeit, sage Ja zu Jesus und entscheide dich bewusst für diese tägliche Beziehung mit ihm.

[23:01] Wisst ihr, damals, als ich meine Frau kennengelernt habe, die Rebecca sitzt hier vorne, da war das eine ganz besondere Zeit für mich. Ich habe sie beim Youth & Mission Kongress das erste Mal gesehen, ich war sofort von ihr fasziniert und hingezogen. Und dann haben wir uns kennengelernt und wir haben dann miteinander geredet, geredet und noch mehr geredet. Und ich weiß noch, dass ich mit meinen Freunden noch mehr über sie geredet habe und meine Freunde waren schon teilweise ein bisschen, naja, genervt. Dann hast du auch mal ein anderes Thema, musst du immer über Rebecca reden. Aber diese Frau war mir wichtig, ich wollte mit ihr Zeit verbringen. Ich habe sie von Herzen geliebt und ich habe alles in Kauf genommen, um bei ihr zu sein. Ich habe damals in Bielefeld gewohnt, sie in Hamburg. Und da war noch einmal so ein schlimmer Schneefall und da habe ich gesagt: Mir ist es egal, ich werde jetzt durch, ich werde die A2 hochfahren, auch wenn Schnee und Eis auf der Autobahn ist. Auch wenn ich nur mit 30 km/h die Autobahn rutsche, ich möchte bei ihr sein. Und dann war ich da, ich war sehr oft da. Da war noch eine andere Person, das war ihr Schwiegervater. Der ist Sizilianer und, naja, da hat es oft gebrodelt. Das war nicht ganz so einfach. Lieber Mensch, aber italienische Kultur. Aber das habe ich in Kauf genommen. Und es hat sich gelohnt.

[24:18] Wenn ich jetzt meine Beziehung zu Jesus Christus reflektiere, wenn wir über deine Beziehung zu Jesus reden, wie sieht es da aus? Ist diese erste Liebe da noch vorhanden? Sehnst du dich nach dieser Zeit mit Gott? Redest du gerne mit ihm? Und freust du dich auf seinen Kommen? Oder sagst du manchmal insgeheim: Naja, der Herr kann ja noch warten, bis er kommt. Wenn du diese erste Liebe verlassen hast, dann kehre um und geh dahin, wo du damals warst. Verbringe wieder Zeit mit deinem Erlöser und verliebe dich wieder neu in ihn. Und kehre um, wenn du ein lauer Adventist bist.

[24:53] Die zweite Herausforderung, die wir, glaube ich, heute erfahren, das ist Reformation. Ellen White sagt, dass wir Erweckung brauchen, das ist das dringendste Bedürfnis. Und dann sagt sie aber auch: Reformation haben wir auch genauso nötig. Und sie definiert Reformation hier so: Sie sagt, Reformation zeigt sich in einer Restrukturierung, einer Veränderung in Ideen und Theorien, sowie in Gewohnheiten und Methoden. Was heißt das konkret? Und da müssen wir jetzt ganz ehrlich zu uns sein und da können wir uns jetzt auch reflektieren.

[25:19] In Matthäus 28, die Versen 19 bis 20, da haben wir diesen großen Missionsauftrag. Matthäus 28, die Versen 19 und 20. Wir haben vorhin über Erweckung geredet, das ist der Schlüssel, das ist das Wirken des Heiligen Geistes, das ist der Motor. Und jetzt reden wir über die Methode, über den Weg Gottes. Matthäus 28, die Versen 19 bis 20. Wie passiert denn Mission? Und ich lese vor: Hier sagt Jesus: So geht nun hin, macht sie zu Jüngern in alle Völker, tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Wir haben ja wie viele Schritte? Wir haben ja vier Schritte. Wenn wir uns jetzt persönlich spiegeln, auch in unserer Adventgemeinde, glaube ich, dass wir gewisse Schritte haben, aber andere Schritte vielleicht gar nicht gehen. Und manchmal habe ich den Eindruck auch, dass wir gewisse Schritte stark betonen, aber andere wieder ganz auslassen. Wenn ich zum Beispiel das Säen, das Geht hin betrachte, wir können das ja auch mit der Landwirtschaft vergleichen, ihr kennt das: Säen, Pflegen, Ernten, Bewahren. Also wenn es das Hingehen ist, ich glaube, da sind wir stark. Ich glaube, wir haben viele Möglichkeiten, das Wort Gottes auszusäen. Da sind wir aktiv. Wenn es dann um die Jüngerschaft geht, ja. Wenn es dann um die Ernte geht, um den Aufruf für die Taufe. Ernte-Evangelisationen sind nicht mehr so in Mode in Deutschland. Das ist mein persönlicher Eindruck, vielleicht siehst du das anders, aber so öffentliche Vorträge, so ein Wochenende, vielleicht könnte das auch so eine Bibelwoche sein irgendwo. Aber wo wir Menschen aufrufen zu einer Entscheidung, das wird irgendwie immer weniger. Gott hat draußen ein riesiges Erntefeld vorbereitet. Und wenn wir diese vier Schritte gehen, dann können wir, dann sollen wir, dann müssen wir die Menschen noch aufrufen, eine Entscheidung zu treffen. Und dann haben wir den vierten Schritt, das ist die Trainingsschule. Ellen White sagt: Jede Adventgemeinde sollte eine Trainingsschule sein. Das heißt, es geht darum, dass wir Menschen ausbilden, die ihnen zeigen, wie sie Bibelstunden geben können, wie sie Material weitergeben können, wie sie die Sabbatschule halten können, wie sie predigen können. Jede Adventgemeinde eine Trainingsschule. Ich glaube, wenn wir diese vier Schritte regelmäßig fahren: Geht hin, macht sie zu Jüngern, tauft sie, lehrt sie zu halten. Wenn wir das in unserem Jahreskalender, das können auch zwei oder drei Jahre sein, wenn das da integriert ist. Ich glaube, dann kann Gott uns auch mehr segnen. Warum? Weil wir dann seinen Weg gehen. Seinen Weg der Mission, um die Vision Gottes, die dreifache Engelsbotschaft in der ganzen Welt zu verkündigen, zu erreichen.

[29:56] Kommen wir zum letzten Hindernis, das ist die Botschaft. Ellen White sagte einmal: Der letzte Betrug durch Satan wird darauf abzielen, das Zeugnis des Geistes Gottes unwirksam zu machen. Machen wir mal ein einfaches Beispiel. Wir nehmen den Glaubenspunkt Nummer 18, die Gabe der Weissagung, und werfen das über Bord. Wir sagen: Das brauchen wir nicht mehr. Oder wir formulieren es noch ein bisschen subtiler. Ellen White ist eine liebe, nette, christliche Schriftstellerin. Nicht mehr, nicht weniger. Sie hat auch Ratschläge, uns heute zu geben, aber sie ist eben keine Prophetin mehr, keine Botschafterin Gottes. Das haben wir heute auch innerhalb der Adventgemeinde. Da wird an der Botschaft gekürzt. Was heißt das dann konkret? Wir starten einen Dominoeffekt. Und damit, wenn das Vertrauen in Ellen White geschwächt wird, folgt bald Skepsis der Glaubensüberzeugungen. Da geht es dann zum Beispiel um die Übrigen, die dreifache Engelsbotschaft und das Heiligtum. Dann haben wir irgendwann Zweifel am Wort Gottes. Und irgendwann dann kann es ganz in den Abgrund gehen. Das ist ein gefährlicher Weg. Die Botschaft entscheidet letztendlich, ob wir Menschen wirklich in die Nachfolge Jesu führen, ob wirklich Jünger am Ende dabei entstehen. Drei Dinge: Erweckung, Reformation und die Botschaft. Und da können wir uns reflektieren und uns hinterfragen, was können wir dazu beitragen, dass in unseren Adventgemeinden, dass wir diese Hindernisse über Bord werfen und sagen: Jesus, hier sind wir, gebrauche uns, helfe uns, dass wir den richtigen Weg gehen, diese vier Schritte fahren, helfe uns, dass wir unsere Prediger unterstützen, dass sie das Rollenbild wieder verstehen, was biblisch ist. Und helfe uns, Herr Jesus, dass wir die richtige Botschaft, aber auch auf die richtige Art und Weise, in den richtigen Schritten verkündigen.

[29:43] Kommen wir zur letzten Frage. Wie wird das Werk Gottes abgeschlossen werden? Offenbarung 18, Vers 1. Letzte Frage, Offenbarung 18, Vers 1. Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht. Und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit. Und dann in Vers 4. Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, Babylon, geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt. Dieser letzte laute Ruf wird verkündigt werden in einer Generation. Dieser vierte Engel wird fast zeitgleich mit der dritten Engelsbotschaft der Welt gebracht werden. Und Gott ruft die Menschen auf, die in Babylon sind, die zu der unsichtbaren Größe der Übrigen gehören, herauszukommen. Ich glaube, wir werden uns sehr wundern, werden unsere Augen reiben, wie viele Menschen dort kommen von außerhalb. Unsere Adventgemeinde wird jetzt nämlich leer sein, wenn über die Mehrheit der Adventisten uns verlassen wird. Aber die leeren Stühle werden wieder gefüllt werden. Denn es gibt überall Menschen, die wahrhaft mit Gott leben. Ob das gläubige Katholiken sind, Mormonen, Zeugen Jehovas oder Muslime. Gott wird diese Menschen bewegen und sie führen und in das Volk Gottes bringen. Und ganz am Ende gibt es dann noch zwei Gruppen. Auf der einen Seite ist da das Volk Gottes, die sichtbare Größe der Übrigen, die Adventgemeinde. Auf der anderen Seite ist das Babylon. Das ist das Volk, das gegen Gott rebelliert. Es wird nur noch zwei Tage geben: Sabbat und Sonntag. Und dann wird die Versiegelung kommen. Und Jesus Christus wird dann sehr bald wiederkommen.

[31:31] Wenn wir uns die gewaltigen Endzeitereignisse, die noch kommen werden, einmal kurz anschauen, dann sehen wir, dass wir in Offenbarung 13 ein weltweites Sonntagsgesetz haben werden. Und manchmal denken wir vielleicht, das liegt noch so weit entfernt. Ich möchte euch darauf hinweisen, da gibt es einen Artikel in der aktuellen Bewegung von Dwight Nelson. Ein toller, ein super Artikel. Lesen wir euch mal durch. Und er zeigt da auf, wie schnell es passieren kann, dass Jesus Christus wiederkommt, beziehungsweise diese letzten gewaltigen Endzeitereignisse kommen können. Es kann alles sehr schnell passieren. Erstens haben wir ein weltweites Sonntagsgesetz. Zweitens führt das zu einer Sichtung innerhalb der Adventgemeinde. Wo lesen wir das? Da haben wir zum Beispiel den Text in Hebräer 12, 26 und 27. Drittens haben wir dann den Spätregen, der kommen wird. Joel Kapitel 3, die Verse 1 bis 5. Jesus Christus wird Macht vor seinen Heiligen Geist ausgießen. Und das führt dann zu dem letzten lauten Ruf, den wir hier in Offenbarung 18, die Verse 1 bis 4 vorfinden. Und dann wird in einer ganz kurzen Zeit die ganze Welt erreicht werden durch die dreifache Engelsbotschaft. Und dann wird Jesus Christus endlich wiederkommen. Denn jeder Mensch muss ja eine Entscheidung entweder für oder gegen ihn treffen. Aber Gott kann erst dann wirklich wirken, wenn am Ende ein reines und wahrhaftiges Volk da ist. Erst wenn Gold getrennt ist von den Schlacken, erst dann kann es vorwärts gehen. Erst dann kann viel in kurzer Zeit mit der Kraft des Heiligen Geistes erreicht werden.

[33:06] Heute schon erleben wir, wie Gott große Wunder tut. Heute schon erfahren wir, wie Gott Menschen aus Babylon zieht. Und heute schon können wir, glaube ich, ein wenig erahnen, was noch auf uns zukommen wird. Joachim Götz wurde 1969 in Bayern geboren. Er war Kind von strenggläubigen Zeugen Jehovas. Die waren das bereits in der dritten Generation. Und Joachim Götz konnte schon im Alter von sechs Jahren seine erste Botschaft von vorne predigen. Im Alter von zehn Jahren, da konnte Joachim Götz schon selbstständig Gespräche von Haus zu Haus führen. Und dann im Alter von 14 Jahren entschied sich Joachim für die Taufe. Er war ein aktiver Zeuge. Ein Mann, der überzeugt davon war, dass er den Weg der Wahrheit gefunden hatte und dass Gott von seinem Herzen, von allem, was er hat, dient. Irgendwann, dann, viele Jahre später, kam eine Frau in sein Leben. Das war die Emilia und beide entschieden sich zu heiraten. Joachim sagte dann eines Tages im Gebet zu Gott: Ich möchte jetzt bewusster für dich leben. Und so wurde Joachim Pionier bei den Zeugen Jehovas. Das ist so ein Vollzeitprediger. Und die gehen dann 70 Stunden von Haus zu Haus. Und Joachim hat in dieser Zeit, in den Jahren, sechs Menschen zu den Zeugen Jehovas geführt. Er war erfolgreich und hatte sich überlegt: Mal gucken, wo mich Gott gebraucht. Vielleicht geht da ja noch etwas anderes. Der Koordinator für die ganze Region da vor Ort, wo er lebte. Und Gott, so dachte er, führte ihn auf dem richtigen Weg.

[34:47] 2015 wurde Joachim krank. Er konnte nachts nicht mehr schlafen. Und dann guckte er sich im Internet Filme an. Und das waren biblische Filme. Und da war so ein Film, der hieß: Die Erde ist Zeuge. Kennt ihr den Film? Die Schöpfung. Und am Ende des Films, da kam so ein Mann. Der hat dann so ein Zeugnis gegeben. Und Joachim hat sich das angehört. Und er hatte so ein bisschen so ein schlechtes Gewissen. Also Zeugen dürfen eigentlich gar nicht, also von anderen Denominationen, irgendwie Material anschauen, studieren. Das ist verboten unter denen. Und er schaute sich das an. Und er dachte: Wow, das macht schon Sinn, was der da sagt. Dieser Dr., wie hieß der nochmal? Dr. Walter Veith. Und nach einiger Zeit, dann fing Joachim an, weitere Vorträge von ihm im Internet anzuschauen. Und da war so ein Offenbarungsseminar. Und dieses Offenbarungsseminar, das fesselte ihn. Für einen Zeugen ist es ungemein wichtig zu erleben, zu erfahren, wie kann ich am besten an den Türen argumentieren. Und das war seine Motivation, diese Vorträge anzugucken. Aber da kam eines Tages ein Schock in sein Leben. Da war dieser Vortrag von Veith über die Zeugen Jehovas. Und Walter Veith brachte die Zeugen Jehovas mit dem Satanismus in Verbindung. Und Joachim brachte eine Welt zusammen. Und Joachim ging dann zu seinen Büchern, seiner Literatur, und er prüfte das. Und er fand gewaltige Beweise dafür, dass das, was der Veith da brachte, das stimmte. Da war noch eine andere Hypothese von Veith, dass die Bibel der Zeugen gefälscht ist, an vielen, vielen hunderten Stellen. Und Joachim kaufte sich dann alle Bibelübersetzungen, prüfte das, und das stimmte.

[36:30] Was folgte dann? Dann kamen stundenlange Besuche von den obersten Menschen vor Ort. Das waren dann die Ältesten. Und die kamen dann und haben dann Joachim versucht zu überzeugen, ihm zu zeigen: Weißt du, wir machen das einfach so. Das Beste ist, wenn du einfach deinen Mund hältst. Wenn du nicht darüber redest und einfach schweigst und das für dich behältst. Wir haben keine Argumente dagegen. Das haben sie nicht gesagt, aber da kamen keine Argumente. Ein Aufseher hatte noch nicht einmal eine Bibel mit dabei. Joachim schaute sich dann weiter die Vorträge im Internet an und für ihn war dann klar, er muss die Zeugen Jehovas verlassen. Und das war dann im April 2015. Und das kommt einem geistigen und sozialen Selbstmord gleich, wenn man die Zeugen Jehovas verlässt. Nochmal, ich möchte nicht schlecht über die Zeugen reden. Da gibt es wahrhaftig echte, bekehrte Menschen. Das sind liebe Brüder und Schwestern. Das System untereinander ist sehr intensiv vernetzt. Und Joachim musste dann seine Familie verlassen. Der hat mit seiner Frau in einem Haus seiner Eltern gewohnt und hatte dann erst mal keine sozialen Kontakte mehr. Aber er merkte, wie diese Wahrheit ihn immer mehr begeisterte. Und da waren dann noch so andere Vorträge im Internet. Vielleicht kennt ihr die auch: Offenbarungsseminar, Daniel-Seminar, Prophetie neu entdecken. Von so Menschen, die heißen Schröer und Hartwig. Und dieser Mensch, der Joachim hat mit seiner Frau, sich das immer wieder angehört. Und eines Tages war für ihn die Entscheidung klar: Ich möchte die Adventisten kennenlernen. Und dann kam er bei uns in die Adventgemeinde in Albstadt. Ich war gerade vor Ort nicht da. Kam aber zum Gottesdienst und da war einer meiner Brüder und sagte: Darien, heute ist was Unglaubliches passiert. Hier sind zwei Zeugen, einfach so reinmarschiert. Wir können das nicht verstehen. Die brauchen Bibelstunden, die wollen kommen. Wann treffen wir uns, Darien? Los, gleich diese Woche. Ich sagte: Ja, okay, mal schauen. Und dann trafen wir uns und haben gemeinsam das Wort Gottes studiert. Diese beiden Menschen, Joachim und Emilia, haben einen unglaublichen Fortschritt gemacht. Sie haben erkannt, dass Jesus Christus kein erschaffenes Wesen ist, sondern der Sohn Gottes. Und das hat Wochen, Monate gebraucht. Aber Gott, der Heilige Geist, nicht ich, nicht ein Olaf Schröer, ein Eugen hat es überzeugt, sondern der Geist Gottes durch sein Wort hat gewirkt. Sie haben gesehen, dass die Auferstehungshoffnung im biblischen Licht ganz anders ist wie bei den Zeugen. Da geht es um das Millennium, um eine sichtbare Wiederkunft Jesu. Und sie haben erkannt, dass der biblische Ruhetag der Sabbat ist. Joachim und Emilia waren auf einem sehr guten Weg unterwegs.

[38:56] Dann eines Tages wollte Joachim mich mal zu Hause besuchen. Und er fuhr dann mit dem Auto an der Straße entlang, wusste nicht genau, wo ich wohnte. Ist auch nicht so einfach zu finden dort. Und dort stand er und auf einmal konnte er sich an einen Traum erinnern, den er vor 20 Jahren einmal hatte. Da in diesem Traum fuhr er an einer Straße entlang, hielt sein Auto und sah dort auf der linken Seite ein neu erbautes Haus, dahinter war ein zweites Haus, hatte so eine Form eines Turms. Und er suchte da einen bestimmten Menschen, aber wusste nicht, wo der Mensch wohnte. Und dann kam die Nachbarin aus dem ersten Haus zu ihm und sagte: Sie suchen jemanden, oder? Und Joachim sagte: Ja. Wissen Sie, die Person, die Sie suchen, die wohnt dort unten, in dieser Erdgeschosswohnung. Diese Erdgeschosswohnung, das ist die Mietwohnung von meiner Frau und mir. All das, was Joachim vor 20 Jahren im Traum gesehen hatte, hatte sich an diesem Tag direkt erfüllt, vor Ort.

[39:52] Dann war noch diese große Sabbatfrage da. Joachim, der hatte eine Herausforderung. Er hatte halt seine Teilzeitbeschäftigung, seinen guten Job hatte er damals für die Zeugen aufgegeben, und er hatte da am Sabbat gearbeitet. Und er wusste, er muss das über Bord werfen, er muss sich für Gott entscheiden. Er wollte aus Liebe Gott dienen, das war sein tiefster Wunsch. Und dann bekam er ein neues Jobangebot mit mehr Geld, aber hätte am Sabbat arbeiten müssen. Und Joachim sagte: Nein, das möchte ich nicht. Und das war ungefähr zwei Wochen vor seiner Taufe. Joachim und Emilia wurden beide getauft, das war dieses Jahr im Februar 2016. Und kurze Zeit nach seiner Taufe erhielt Joachim ein neues Jobangebot mit wieder mehr Geld, aber er musste weniger arbeiten, und er hatte dann Sabbat frei. Gott hatte Joachim in den letzten Wochen gewaltig verwendet im Werk Gottes. Es kam dann eine Einladung zum News & Mission Kongress, er sollte bei einem Workshop mitwirken, und dort hielt er Zeugnis. Und dann kam seine erste Predigt in der Adventgemeinde Ostfildern, das war vor Kurzem, das waren vor ein paar Wochen. Und als er dann vor an sein Zeugnis kam, da passierte etwas, was wir in der Adventgemeinde also weniger erleben. Da kamen die Menschen nach vorne geströmt, und wollten alle mit ihm reden, umringten ihn, und er wollte dann irgendwann auch mal essen gehen und sagte: Nein, nein, wir möchten weiter von dem Wunder Gottes in deinem Leben hören. Joachim hat sich entschieden, von Haus zu Haus zu gehen. Er macht das jetzt schon aktiv in den letzten Tagen. Er wird weiterhin predigen, und er wurde auch schon ausgebildet, um Bibelstunden zu geben. Und ich glaube, dass Gott Großes mit Joachim vorhat. Und wisst ihr, wenn Gott einen Joachim Götz aus Babylon holen kann, um das Werk Gottes in der Adventgemeinde voranzubringen, glaubst du, dass Gott dann auch dich verwenden kann?

[41:42] Jesus Christus sehnt sich danach, bald wiederzukommen. Und das ist sein innigster Wunsch. Und dort draußen gibt es so viele Menschen, die das Wort Gottes gar nicht richtig verstehen, die ein vollkommen verdrehtes Gottesbild haben. Und Jesus möchte, dass wir diese Liebe, die wir von ihm empfangen haben, weitergeben. Und das soll nicht Formalismus sein, das ist keine Werksgerechtigkeit, sondern das, was uns selber erfüllt, das treibt uns an. Wenn wir das Wort Gottes lesen, wenn wir diesen Frieden Gottes spüren, wenn wir erleben, wie Gott unser Leben verändert hat, dann kommt das ganz automatisch aus uns heraus. Ich weiß nicht, wie es dir heute geht in deiner Beziehung zu Gott, oder auch wenn du das Wort Mission hörst, wie es dir da so geht. Vielleicht gehörst du zu der Gruppe der Menschen, die aktiv sind im Dienst für Gott. Du gibst Bibelstunden, vielleicht erzählst du anderen Menschen, warum du an Jesus glaubst, du gibst Material weiter, du betest für Menschen, dann möchte ich dich ermutigen: Mach weiter, hör nicht auf und bleib dran, vor allem deine Beziehung zu Jesus, das ist der Motor. Vielleicht gehörst du aber auch zu den Menschen, die damals mal in der ersten Liebe für Gott gewirkt haben. Aber heute ist für Mission für dich so eine Sache, wo du sagst: Ich weiß nicht, ich quäle mich, ich bin so frustriert. Dann kehre wieder um und geh in diese erste Liebe mit Jesus Christus. Vielleicht bist du aber auch dieser Mensch, der sagt: Mission und ich, niemals. Vielleicht bist du heute zufällig hier gelandet, kann ja sein. Und du hast Argumente gegen Mission, hunderte Argumente. Du sagst: Ich kann das nicht, ich will das nicht, weil... Dann gib dieses Hindernis Gott und lass es von ihm beseitigen. Ich bin davon tief überzeugt, dass wir in diesen letzten Jahren der Weltgeschichte leben. Das ist meine persönliche Meinung. Ich kann mir gut, sehr gut vorstellen, dass Jesus in dieser Generation wiederkommt. Weil dafür wird er ein Werk in dieser letzten Zeit vollbringen, das durch die Laien vollbracht wird. Und das sind die Prediger mit den Laien zusammen. Und du bist der erfolgreichste Evangelist. Und Gott möchte dich mit allem, was du hast und was du bist, gebrauchen, damit die dreifache Engelsbotschaft in ganz Deutschland, in deiner Vereinigung, dort, wo du lebst, verkündigt wird, damit Jesus Christus endlich wiederkommen wird.

[43:58] Wenn du heute sagst: Mit mir zusammen, ja, ich möchte mit allem, was ich bin und habe, mit jeder Phase meines Lebens, möchte ich Gott dienen. Ich möchte meinen kleinen, geringen, demütigen Beitrag Gott geben, damit das Werk Gottes in dieser Generation abgeschlossen wird. Wenn das dein tiefster Wunsch ist. Wenn du heute sagst, im Gebet zu Gott: Ja, ich möchte mich von dir gebrauchen lassen. Und ich weiß nicht, wie ich das anpacken soll. Ich weiß nicht, wie geografisch wir die Orte vor Ort erschließen können. Aber wenn du diesen Wunsch hast, dann kannst du im Gebet Gottes sagen, und er wird dich gebrauchen. Und dann schauen wir vielleicht zurück in 10, 20, 30 Jahren und dann sehen wir, wie Gott uns geführt hat. Und dann sind wir hoffentlich alle schon im Himmel. Deswegen ist meine Frage an dich: Wie ist deine Entscheidung heute? Egal, zu welcher Gruppe du gehörst. Möchtest du heute erneuert oder wieder die Entscheidung für die Mission treffen, für das Werk Gottes? Wenn das dein Wunsch ist, dann lade ich dich ein, einfach da, wo du jetzt bist, aufzustehen. Ja, ich möchte Gott in allem, was ich bin und habe, dienen, damit das Werk in dieser Generation, nicht in der nächsten, in dieser Generation abgeschlossen wird. Beten wir doch gemeinsam.

[45:19] Unser Vater im Himmel, wir sind schwache, sündige Menschen. Wir enttäuschen dich so oft, und wir erreichen so wenig. Aber Vater, du bist allmächtig. Dir gehören alle Ressourcen. Du kannst in kurzer Zeit das vollbringen, was wir für unmöglich halten. Herr, hier sind wir heute vor dir, wir stehen vor deinem Thron. Wir möchten uns von dir gebrauchen lassen. Herr, wir möchten dich bitten, dass du dieses Feuer in uns wieder entzündest. Wir möchten dich einladen, dass du uns diese Liebe wieder schenkst für verlorene Menschen. Helfe uns, dass unsere Selbstsucht stirbt, dass wir nicht für uns leben, sondern für andere Menschen. Offenbare uns, wie wir unsere Adventgemeinden daran unterstützen können, dass Erweckung passiert, dass Reformation wieder stattfindet, dass wir den Weg der Mission gehen. Und vor allem, gib uns auch Kraft, dass wir die rechte Botschaft zur richtigen Zeit bringen. Und Vater, danke dafür, dass es dein Werk ist. Danke dafür, dass du verantwortlich sein wirst für den Erfolg. Danke. Amen.

[46:30] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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