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In dieser Predigt von Hartmut Wischnat, Teil 2 von Daniel 2, wird die Bedeutung der „gegenwärtigen Wahrheit“ im Kontext der biblischen Prophezeiungen beleuchtet. Der Sprecher erklärt, wie das Buch Daniel, insbesondere Kapitel 10, uns hilft, Gottes Plan für unsere Zeit zu verstehen. Es wird betont, wie wichtig es ist, Jesus Christus in jedem Kapitel zu erkennen und die Botschaft der Wiederkunft Christi als gegenwärtige Wahrheit zu verkündigen. Die Predigt fordert die Zuhörer auf, sich auf das Wirken des Heiligen Geistes zu verlassen und den Charakter Christi in ihrem Leben sichtbar werden zu lassen, um so die Welt auf die Wiederkunft Jesu vorzubereiten.


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Serie: J.O.S.U.A. BW-Camp Meeting 2016: Offenbarung 10

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Transkript

[0:30] Ich bin dankbar, dass ich keinen Übersetzer brauche, auch wenn er es gestern Abend hervorragend gemacht hat. Doch halt, ich brauche einen Übersetzer, damit jeder von uns versteht, was unser Gott uns sagen möchte. Denn meine Worte, ob sie in Arabisch, Englisch oder Deutsch sind, sind nicht das Maßgebliche, sondern was der Heilige Geist in unserem Herzen jetzt bewegt. Und dafür danke ich meinem lieben Bruder, dass er genau darum jetzt gebetet hat.

[1:36] Ich bin dankbar auch für das Thema gestern Abend. Ich bin dem John so dankbar und ich habe gestern Abend wieder erlebt, dass wirklich Gott uns führt. Ich habe gedacht, wenn jeder Sprecher, wir sind ja einige, ein Thema vorbereitet oder zwei, dann kann es Überschneidungen geben. Und als er anfing, habe ich gedacht, Halleluja. Als er fertig war, habe ich gesagt, Gott, ich danke dir. Die Botschaft, die wir gestern gehört haben, war so wertvoll und eine hervorragende Vorbereitung, beziehungsweise ich darf jetzt ergänzen.

[2:18] Vater im Himmel, bitte sprich zu unserem Herzen durch deinen Geist. Amen.

[2:26] Das Thema des diesjährigen Joshua Camp Meetings ist: Du musst abermals Weiß sagen. Dieser Text steht in Offenbarung 10 Vers 11 und er sprach zu mir: „Du sollst nochmals Weiß sagen über viele Völker und Nationen und Sprachen und Könige.“ Dieser Vers und das ganze Kapitel werden in diesen Tagen der Ausgang jedes Themas sein, das wir betrachten. Darum lasse ich jetzt auch die meisten Details heute Vormittag weg und für die nächsten Themen übrig. Aber trotzdem ganz kurz im Überblick: Worum geht es im Kapitel 10? Was hat es mit uns zu tun?

[3:11] Jemand kommt zu Johannes. Dieser Jemand wird als Engel bezeichnet und gestern wurde uns schon beschrieben, die Merkmale dieses Engels. Sie lauten: „Und ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herabsteigen, bekleidet mit einer Wolke und ein Regenbogen war auf seinem Haupt und sein Angesicht war wie die Sonne und seine Füße wie Feuersäulen.“ Und dann wird gesagt, er ruft mit einer lauten Stimme, wie ein Löwe brüllt. Danke Reinhardt für die Andacht heute Morgen. Es ist kein von Christus gesandter Bote, wie an manchen anderen Stellen in Daniel und der Offenbarung, sondern hier wird Christus selbst beschrieben. Er übergibt Johannes ein Büchlein. An anderen Stellen wird von Büchern gesprochen. Es ist keines der anderen Bücher. Es ist ein kleines Büchlein, ein kleines Büchlein für eine bestimmte Zeit. Wir lesen das weiter, was für eine Zeit das ist, fünf und sechs. „Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah, erhob seine Hand zum Himmel und schwor bei dem, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist und die Erde und was darauf ist und das Meer und was darin ist. Es wird keine Zeit mehr sein.“

[4:41] Christus bestätigt und bekräftigt die Worte dieses Kapitels mit den Worten, die parallel zu Kapitel 14 Eigenschaften Gottes beschreiben, die zu einer ganz bestimmten Zeit aktuell sind. Gegenwärtige Wahrheit. Und dieses Wort „gegenwärtige Wahrheit“ wird manchmal missverstanden oder auch nicht tief genug verstanden. Was ist gegenwärtige Wahrheit? Ich bin schon Menschen begegnet, die haben gesagt: „Hör mir auf mit gegenwärtiger Wahrheit, die ganze Bibel ist wahr.“ Ja, natürlich, aber was ist gegenwärtige Wahrheit?

[5:19] Wir wissen, Gott ist Schöpfer, Jesus Christus ist der Erlöser, er wird wiederkommen, das ist ewiges Evangelium. Was ist gegenwärtige Wahrheit? Hätte jetzt jemand zu den Tagen Noahs sagen können: „Noah, was predigst du hier für ein eingeschränktes Evangelium? Wir wissen, dass Gott der Schöpfer ist, wir glauben an ihn, wir gehören nicht zu denen, die alle böse sind, wir gehören nicht zu denen, die Morden und Ehebruch betreiben, wir glauben an Gott und wir glauben, dass er uns rettet. Was willst du mit deiner Arche? Ist das so wichtig? Wir haben die ganze Wahrheit, wir brauchen das doch nicht.“ Was haben sie erlebt, die so gedacht haben? Ich kann mir vorstellen, dass da welche dabei waren, die sagten: „Ja, mag ja was dran sein, aber muss ich genau das tun, was Gott sagt?“ Noah hatte eine gegenwärtige Wahrheit. Es stimmte alles, aber in diesem Moment wollte Gott, dass seine Menschen einen Schritt gehen. Gott wollte, dass sie die Botschaft, die in diesem Moment zur Aktion auffordert, verstehen und ausleben und die wurden gerettet, die das taten. Gegenwärtige Wahrheit war: Ja, Gott ist der Schöpfer, ja, es wird der Messias kommen, ja, es wird eine endgültige Erlösung von der Sünde geben. Gegenwärtige Wahrheit ist: Geh in die Arche! Und es nützte nichts, auf dem Dach zu sitzen, es nützte nichts, irgendwo auf einem Felsen zu sein, es nützte nichts, alle Menschen anzufeuern und zu sagen: „Ich habe eine wichtige Botschaft für euch, Noah kommt von Gott!“ und nicht in die Arche zu gehen.

[7:03] Gegenwärtige Wahrheit wird uns von Gott gegeben, damit wir erkennen, was Gottes Plan für diesen Moment ist, was Gott von seinem Volk möchte, was wir jetzt tun, welcher Schritt steht uns vor Augen. Und gegenwärtige Wahrheit ist mehr. Gegenwärtige Wahrheit, das ist so universal, dass wir darüber stolpern ständig. Gegenwärtige Wahrheit ist Gott in Aktion.

[7:28] Wenn ich diesen Zettel nehme und ich lasse ihn los, was passiert? Er fällt runter. Ihr habt richtig geraten. Woher wisst ihr das? Funktioniert das auch hier? Ich meine, das kann ja dort ein Mechanismus installiert sein, dass das funktioniert. Ich brauche das Experiment euch nicht mehrfach vorzuführen. Warum geschieht das? Es können Menschen sagen: „Wir sind weise und wir haben das erforscht. Es ist die Gravitation, dafür brauchen wir keinen Gott.“ Moment, wer hat denn die Gravitation geschaffen? Wer sorgt dafür, dass sie gilt? Wer sorgt dafür, dass ich mich darauf verlassen kann? Wer sorgt dafür, dass wir jetzt nicht alle von den Stühlen gleiten oder hinauf schweben, sondern sitzen bleiben?

[8:32] Wenn ich den Zettel jetzt wieder loslasse, fällt er wieder runter. Warum? Nicht wegen der Gravitation. Ja, aber dahinter steht: Gott ist treu. Er erhält die Naturgesetze, genau wie das moralische Gesetz, in jeder Sekunde. Warum betone ich das? Es gibt Momente, in denen Gott sich die Freiheit nimmt, diese Gesetze auch einmal anders zu benutzen. Jesus kann auf dem Wasser gehen, auch Petrus geht auf dem Wasser. Warum? Weil Gott der Herr über die Naturgesetze ist. Er hat sie gemacht. Und gegenwärtige Wahrheit finden wir in der Natur.

[9:20] Die Menschen denken manchmal, die sind so schlau. Ich kann mich erinnern, im ersten Semester Informatik, das ich studiert habe, da haben wir die mathematischen, die Philosophie dahinter auch studiert. Mathematik ist Philosophie, wisst ihr das? Und dort haben wir ein Übungsheft gehabt und da war eine ganz interessante Illustration auf der ersten Seite. Es war ein Neandertaler mit einer großen Keule und darüber stand die Denkblase: „Ich fühle mich so richtig wissenschaftlich.“ In der Situation mag das gestimmt haben. Auch ein Affe ist wissenschaftlich. Er stochert mit einem Stock in einen Termitenhaufen und stellt fest, was passiert. Und so denken wir manchmal auch, wir sind wissenschaftlich, wir wissen, was gegenwärtig im Moment wichtig ist.

[10:13] Wisst ihr, wo gegenwärtige Wahrheit sichtbar wird? In jedem eurer Körper, in jeder Zelle. Die Menschen haben gedacht, sie verstehen alles. Vor einigen Jahren kam die Botschaft rund um die Welt: Das menschliche Erbgut ist entschlüsselt. Was heißt entschlüsselt? Wenn ich die Reihenfolge der Buchstaben kenne, kann ich es noch lange nicht lesen. Die Menschen haben geschaut, was passiert, wenn ich hier hinein stochere. Das hat Auswirkungen aufs Auge und so weiter. Man hat gesagt, diese Stellen in unserem Erbgut haben die und die Bedeutung. Aber man fand heraus, man war so richtig wissenschaftlich, dass 30 Prozent Erbgut sind und der Rest keine Bedeutung hat. Man nannte es Junk, Müll. Und dann stellte man fest, wir waren damals wohl doch nicht so wissenschaftlich. Dieser Junk, diese ganzen Stellen im Erbgut, die scheinbar nutzlos sind, die bestimmen, in welchem Moment, welcher Teil des Erbguts welche Wirkung hat. Wann ist es aktiv und welche Wirkung hat es.

[11:29] Gegenwärtige Wahrheit bestimmt, in welchem Alter dein Körper sich wie entwickelt. Gottes gegenwärtige Wahrheit ist überall zu finden. Und hier wird uns gezeigt, dass es eine bestimmte Zeit gibt, in der eine gegenwärtige Wahrheit existiert.

[11:50] Diese Beschreibung legt eine Parallele zu der Zeit nahe, die in Kapitel 14 beschrieben wird. Wir befinden uns am Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Zeit, in der die letzte Warnungsbotschaft um die ganze Welt gehen soll. Die Zeit der Adventbewegung. In Vers 8 bis 10: „Und die Stimme, die ich aus dem Himmel gehört hatte, redete nochmals mit mir und sprach: Geh hin, nimm das offene Büchlein in der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf der Erde steht.“ Und ich ging zu dem Engel und sprach zu ihm: „Gib mir das Büchlein.“ Und er sprach zu mir: „Nimm es und iss es auf, und es wird dir Bitterkeit im Bauch verursachen. In deinem Mund aber wird es süß sein wie Honig.“ Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und aß es auf, und es war in meinem Mund süß wie Honig. Als ich es aber aufgegessen hatte, wurde es mir bitter im Bauch. Hier wird die Erfahrung der Adventbewegung vor und nach um 1844 beschrieben.

[12:54] Der nächste Hinweis auf die Zeit, die hier gegeben wird. Welche bestimmte Zeit ist es hier? Nochmal Vers 6: „Es wird keine Zeit mehr sein.“ Was bedeutet das? Ist die Zeit knapp geworden? Fährt uns der Zug davon? Wir setzen mal die Hinweise zusammen, um das zu verstehen. Erstens: Christus gibt eine Botschaft. Zweitens: Die Zeit weist auf dieselbe Zeit hin, in der die Botschaft aus Offenbarung 14 aktuell wird, Anfang des 19. Jahrhunderts. Und es wird gesagt: Es gibt keine Zeit mehr.

[13:30] Dieser Begriff steht in einem der Bücher, die sich mit der Endzeit beschäftigen. Im Alten Testament hauptsächlich Daniel, im Neuen hauptsächlich Offenbarung. Wenn es in diesen Büchern um Zeit geht, dann ist es prophetische Zeit, vorhergesagte Zeit, wie wir in Daniel sehen können, berechenbare Zeit. Und in der Geschichte hat sich bestätigt, dass es genau so ist. Gott sagt die entscheidenden Dinge in der Heilsgeschichte voraus, wie die Geburt und den Tod Jesu. In Daniel 2, 7, 8, 9 und so weiter, dort gibt es prophetische Zeit, die man berechnen kann, die Christus im Voraus genannt hat.

[14:14] Die Aussage: „Es gibt keine Zeit mehr“, deutet also auf eine Zeit, in der es keine berechenbaren, prophetischen Zeitabschnitte mehr gibt. Und jetzt kommt die Erkenntnis: Die letzte, am weitesten in die Zukunft gehende Zeitrechnung prophetischer Art in den Büchern Daniel und Offenbarung zielt auf das Jahr 1844. Ein weiterer Fingerzeig auf dieselbe Zeit, Anfang des 19. Jahrhunderts, genauer um die Zeit um 1844.

[14:54] Wir fassen weiter zusammen. Die Menschen der Miller-Bewegung des 19. Jahrhunderts, die durch die in Offenbarung 10 beschriebene Erfahrung durchgingen: die große Freude, dass Jesus zu ihrer Zeit 1844 wiederkommt und dann die bittere Enttäuschung, dass er nicht kam. Die Menschen, die nach dieser Enttäuschung weiter auf Gott und sein Wort vertrauten, entdeckten ihre Erfahrung in Offenbarung 10. Als sie das Büchlein aßen, war es süß und dann, als sie es erlebten, wurde es bitter im Magen. Und sie entdeckten, das Büchlein ist genau das Büchlein, das sie zu dieser Erfahrung geführt hat. Das Buch Daniel, das dort besonders die prophetischen Kapitel mit den vorhergesagten Zeitpunkten versehen ist.

[15:52] Diese kurze Zusammenfassung von Kapitel 10, die ich jetzt mir einfach mal gegönnt habe, wird sicher in den weiteren Themen ausgebaut. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, aber diese Zusammenfassung führt uns zum Verständnis, was es mit dem letzten Satz in Vers 11 auf sich hat: „Und er sprach zu mir: Du sollst nochmals Weiß sagen über viele Völker und Nationen und Sprachen und Könige.“ Weiß sagen heißt, prophetisch reden. Das kann auf zweierlei Weise geschehen. Erstens: Eine Botschaft, die man von Gott empfangen hat, einfach weitergeben. Das zweite: Eine prophetische Botschaft auslegen und verkündigen. In der hier beschriebenen Zeit um 1844 und danach geht es um die zweite Deutung, Auslegung und Verkündigung. Und das steht hier im Zusammenhang mit Daniel. Könnt ihr jetzt verstehen, warum wir bei diesem Joshua BW-Camp Meeting im Zusammenhang mit Offenbarung 10 Daniel studieren?

[16:59] Es geht in dieser Zeit um die Auslegung und Verkündigung dieser Botschaft in diesem Buch. Letztes Jahr im Joshua BW-Camp Meeting haben wir uns mit Offenbarung 14 beschäftigt. Das diesjährige Thema gehört direkt dazu. Wenn ihr euch die Themen noch mal anschaut vom letzten Jahr, das ist ein großer Gewinn. Was wir dieses Jahr machen, passt direkt dazu.

[17:25] Es geht um die gegenwärtige Wahrheit ab 1844. Es geht, und jetzt geht es um dich und mich. Es geht um unseren Auftrag. Interessiert dich das? Unser Auftrag? Ich denke, dazu sind wir da. Und es geht darum, was das kleine Büchlein, das Buch Daniel, als gegenwärtige Wahrheit für unsere Zeit enthält.

[17:53] Und hier ist eine kleine Herausforderung. Was soll ich machen? Thema Daniel 2. Ich hätte hier gerne ein großes Standbild aufgebaut, aber ich erkläre euch, warum nicht. Im zweiten Teil dieses Themas werden wir jetzt nachdenken über zwei Fragen. Erstens: Was ist die gegenwärtige Wahrheit in Daniel 2? Und zweitens: Wie können wir diese Botschaft heute verkündigen? Diese zwei Fragen sind sehr spannend und können manche von uns vielleicht eine kleine Überraschung bescheren.

[18:30] Wenn Menschen Daniel 2 präsentiert bekommen, kann man verschiedene Reaktionen darauf erhalten. Ich erinnere mich sehr gut, als ich als ganz junger Prediger anfing, Bibelstunden zu geben und ich habe in einer Jugendgruppe das Thema Daniel 2 gehalten. Ich liebe dieses Thema. Ich habe so viel Offenbarungs- und Daniel-Seminare in meinem Leben gehalten und werde es weiter tun. Es ist begeistert, was dort geschehen kann und wir sollten nie aufhören damit. Aber ich habe dort eine Erfahrung gemacht. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen die ganze Bedeutung von Daniel 2 präsentiert. Wir haben den Text gelesen, ich habe ihnen die Erfüllung in der Weltgeschichte gezeigt und wohin das führt, dass wir vertrauen können in Gottes Wort. Ihr wisst, wovon ich rede. Und es waren dort ein oder zwei Jugendliche dabei, das waren Freunde, waren noch nie bei Adventisten. Und an einen kann ich mich sehr gut erinnern. Als das Thema vorbei war, die anderen Jugendlichen, ich war ganz neu als Prediger, sie haben mich ermutigt und haben gesagt: „Hast du gut gemacht, haben wir gut verstanden.“ Dann habe ich gefragt: „Was hat denn dieser eine Freund von euch gesagt?“ Und das hat mich betroffen gemacht.

[19:40] Dieser Freund hatte gesagt: „Das war stinklangweilig.“ Die Botschaft, die schon hunderte, tausende, viele Menschen zu Gott geführt hat, zu einem Glauben an das Wort Gottes, und ich glaube, ich habe mir das Herz heraus gepredigt und heraus gebibelstundet in diesem Thema. Aber dieser eine Junge fand es stinklangweilig.

[20:02] Und dann habe ich geheiratet und festgestellt, man kann durch seinen Ehepartner manches lernen. Meine Frau hat in ihren ersten Jahren als Predigerin gebetet: „Ich möchte nicht von deinem Geld bezahlt werden und irgendeine Karriere oder sonst was machen. Ich möchte nur deine Predigerin sein, wenn du mir Menschen gibst, die ich zu dir führen darf. Und zweitens, sag mir wie.“ Das hat er getan. Und meine Frau hat keinen adventistischen Hintergrund. Als sie das erste Mal eine Bibel in den Händen hatte, da war sie schon über 20, hat sie das Johannesevangelium aufgeschlagen und als sie die ersten Verse las, fing sie an zu weinen und sagte: „Ich bin dieses Wort nicht wert. Und dieses Wort wird all meine Sehnsüchte stillen.“ Sie ist Jesus Christus begegnet zum ersten Mal in einem ernst christlichen Elternhaus zum ersten Mal Christus begegnet.

[21:13] Und dann hat sie mir gesagt: „Du Hartmut, wie machst du das eigentlich mit Daniel, die Bibelstunden?“ Und dann hat sie mir einen Tipp gegeben. Sie hat gesagt: „Wenn du Daniel Bibelstunden gibst, Gott hat mir das gesagt, ich mache das wie du willst, ich mache so. Es gibt zwei Fragen in jedem Kapitel zu zeigen, zu demonstrieren und zu leben. Erstens: Wo ist Jesus Christus in diesem Kapitel? Und das zweite ist: Was ist die gegenwärtige Wahrheit, die Endzeitbotschaft in diesem Kapitel?“ Und darum geht es. Und mir fiel es wie Schuppen von den Augen in dieser Bibelstunde, wo ich alle Register der adventistischen Theologie und meiner Redegewandtheit gezogen hatte und es alles nichts nützte, fiel mir auf: Wo habe ich Jesus Christus präsentiert? Außer, dass er der Stein ist und das Reich aufbaut und so weiter und so fort. Aber wo war er anzufassen? Wo hatte dieser, dieser Junge, der noch nie etwas gehört hatte von Jesus, aus erster Hand, wo hat er in dieser Bibelstunde erleben können: Ich begegne hier einem lebendigen Erlöser?

[22:24] Und darum denke ich darüber nach, was ist die gegenwärtige Wahrheit in Daniel 2? Wie können wir diese Botschaft heute verkündigen? Diese zwei Fragen sind so spannend.

[22:35] Adventisten sind gesegnet mit einer gründlichen biblisch fundierten Auslegung vieler Aussagen der Bücher Daniel und Offenbarung. Ich bin dafür überzeugt, es gibt keine Gruppierung auf der ganzen Welt, die auch nur annähernd so exakt, so biblisch begründet darüber sprechen kann. Das sage ich nicht stolz, sondern aller Demut und Dankbarkeit unserem Herrn gegenüber.

[22:53] Die meisten von uns haben nicht nur wiederholt das Buch Daniel gelesen, sondern sind sogar in der Lage und haben es getan, dass sie anderen das weitergegeben haben und das ist gut. Aber kann es sein, dass wir uns oft beschränken auf die Darlegung der faktischen Zusammenhänge, der sicherlich spannenden Theologie und der Geschichte? Wie viel Zeit und Energie verwenden wir darauf, was diese Botschaft mit uns machen will? Was hat Christus mit uns vor, nachdem wir die Botschaft verstanden haben? Und damit meine ich nicht, sich taufen lassen. Selbstverständlich ist das die Folge, aber auch die Taufe ist doch nur eine Äußerung dessen, dass Jesus mich liebt und ich mir Liebe zu ihm habe schenken lassen.

[23:52] In einem Vortrag von Daniel 2 erwarten jetzt viele eine Darlegung des Traumes von Nebukadnezar, die Deutung des Traumes und der endzeitlichen Bedeutung. Und das ist spannend. Ich stehe heute vor Profis. Wenn ich euch das darlege, dann ist es so, als wenn ich einem Abiturienten das kleine Einmaleins beibringe. Ich möchte mich mit diesen zwei Fragen beschäftigen.

[24:19] Ich möchte euch zuerst eine Frage stellen: Was ist die gegenwärtige Wahrheit in Daniel 2? Ist es die Abfolge der Reiche? Fast alle Reiche sind vergangen. Wir dürfen uns nicht auf die Verkündigung der Theologie oder der Geschichte beschränken. So spannend sie auch ist, dann vergessen wir, was Jesus uns in vielen Gleichnissen gesagt hat. Denn als Jesus auf der Erde war, Jesus ist das Wort und er hat das Alte Testament benutzt, um zu zeigen: „Schaut, da steht es geschrieben und vor euren Augen erfüllt es sich.“ Aber was hat Jesus gesagt, wenn es um seine Wiederkunft geht, wenn es um das Reich Gottes geht?

[25:09] Jesus hat sehr viele Gleichnisse gesprochen. Ich zähle ein paar auf: Salz und Licht, Weizen und Unkraut, der Schatz im Acker, die kostbare Perle, der verlorene Schaf, die zehn Jungfrauen. Worum geht es darin? Was zeigt Jesus, was malt Jesus für ein Bild vor unseren Augen mit seinen Gleichnissen? Wir kennen sie manchmal zu gut, als dass wir erkennen können, was malt Jesus uns vor Augen durch das Gleichnis. Ich selber habe über diese Gleichnisse so viele Predigten gehalten, dass ich blind geworden bin für das, was Jesus mir noch sagen könnte.

[25:44] Es geht darum, wer Gott ist, wer wir sind und wie Gott in uns seinen Charakter wiederherstellen kann. Wirklich? Salz und Licht. Wer wirkt durch uns in die Umgebung? Wer ist das? Unsere Taten? Ja, sicherlich, das kann man als Taten bezeichnen, aber es ist in Wirklichkeit Jesu Charakter in uns, der wirkt. Wen habt ihr zu Christus geführt und davon überzeugt, dass die Bibel Gottes Wort ist, dadurch, wie ihr euch kleidet, wie ihr euch ernährt, was ihr sagt, wo ihr am Sabbat hingeht? Durch Gottes Gnade ist auch das geschehen, aber bekehrt, zu Christus gezogen werden die Menschen, wenn sie Jesus begegnen und er möchte ihm begegnen durch sich selbst, der in dir lebt. Salz und Licht. Es geht um die Präsentation des Charakters Jesu.

[26:50] Weizen und Unkraut. Wer lässt den Weizen wachsen? Im übertragenen Sinn. Nicht wir, Gott in uns. Wieder Gott in uns. Der Schatz im Acker, die kostbare Perle. Es geht um Gottes Liebe zu uns und dass Gott seine Liebe zu ihm in unser Herz schenkt, dass sein Charakter in uns lässt uns den Schatz und die Perle über alles lieben und begehren.

[27:20] Der verlorene Sohn und das verlorene Schaf. Wieder Gottes Liebe zu uns und der fehlende Charakter Gottes im zu Hause gebliebenen verlorenen Sohn. Und das ist für uns. Wir sind zu Hause geblieben. Wir sind keine Halotris. Keine, die allen weltlichen Vergnügungen nachjagen und nur fromm tun, oder? Es ist ein Wort für uns, für die zu Hause gebliebenen, die vielleicht verlorene Söhne und Töchter sind, denn dieser verlorene Sohn hatte nicht den Charakter Gottes, denn dann hätte er sich gefreut über alle Maßen, dass sein verlorener anderer Sohn, Bruder, nach Hause gekommen ist und er hätte nicht argwöhnisch, neidisch reagiert. Der verlorene Sohn, Gottes Liebe zu uns, oder die zehn Jungfrauen.

[28:22] Alle haben den Heiligen Geist. Ich liebe dieses Gleichnis. Alle haben den Heiligen Geist, Christus in uns, aber fünf haben ihm nur wenig Raum gegeben und fünf haben ihn ganz gehabt. Christus in uns, durch den Heiligen Geist, lebt Christus dein Leben, zeigt sich sein Charakter in dir.

[28:51] Was ist der Kern des Gesprächs mit Nikodemus? Der Kern des Gesprächs. Religiöse Menschen, die alles richtig machen, müssen neu anfangen. Da geht es nicht darum, ob man recht hat. Da geht es nicht darum, wer die bessere Theologie hat, wer treuer an den Dingen dran hängt. Darum geht es nicht. Das hat der Nikodemus besser gemacht als alle. Man muss neu anfangen mit dem Heiligen Geist, ein neuer Sinn, ein neuer Charakter, der Charakter Jesu Christi, seine Gegenwart in jedem Tag im Leben.

[29:28] Worum geht es in Johannes 10? Jesus als der gute Hirte. Wie der Vater und Christus eins sind, sind Christus und wir eins. Wenn die Menschen uns ansehen, dann sehen sie Christi Charakter an. Meine Güte, wie soll das aussehen? Manchmal wünsche ich mir, dass die Menschen mich nicht zu genau anschauen. Ich bin fehlerhaft und ich möchte nicht zu sehr in dich dringen, aber ich habe den Verdacht, dass der eine oder andere von euch auch Fehler hat. Wie passt das zusammen, dass die Menschen Christus in uns sehen?

[30:07] Das sehen wir gleich, wenn wir die zweite Frage beantworten. Also, was ist die gegenwärtige Wahrheit in Daniel 2? Das ist die erste Frage.

[30:21] Die gegenwärtige Wahrheit in Daniel 2 ist: Der Herr kommt. Das offene Büchlein Daniel 2, alles sagt, Jesus will uns heimholen. Es geht nicht nur um die Fakten, die man in der Tagesschau dann irgendwann sagen kann: „Jesus kommt heute wieder.“ Es geht nicht um die Fakten, es geht darum, er will uns heimholen. Er möchte, dass wir sind, wo er ist. Christus kommt wieder. Aber gegenwärtige Wahrheit ist auch die Frage: Was will Christus jetzt in uns und durch uns tun?

[30:53] Gegenwärtige Wahrheit hat immer dazu geführt, dass wir einen Schritt des Glaubens, angeleitet durch Jesus Christus, gehen. Und wenn wir über gegenwärtige Wahrheit sprechen wollen, dann erfordert das die Bereitschaft, dass wir sagen: „Ich will diesen Schritt gehen.“ Nur dann macht es Sinn, dass Gott ihn uns zeigt. Was will Jesus für uns heute tun? Und da kommen wir jetzt zu der zweiten Frage.

[31:21] Wenn wir nachdenken über die Erfüllung mit dem Heiligen Geist, wir kennen Frühregen und Spätregen. Wissen wir das? Wissen wir das mit Frühregen und Spätregen? Glauben wir das? Erleben wir das?

[31:41] Die zweite Frage ist: Wie können wir diese Botschaft heute verkündigen? Und das hängt eng mit der Frage zusammen: Was erlauben wir Christus in uns heute zu tun? Was möchte Jesus durch dich tun? Seit 1844 wissen wir keine Zeit mehr. Wann der Spätregen fällt, bestimmt unser Herr. Wie vor Pfingsten, vor dem Frühregen, bittet Jesus uns, bereit zu sein und uns bereit zu machen.

[32:19] Wir wissen, dass für die Ausgießung des Spätregens zuvor die Erfahrung des Frühregens notwendig ist. Und für die Verkündigung der gegenwärtigen Botschaft sind nicht lediglich unser Geld, unsere Programme, Präsentationen, unsere Weisheit, unser Wissen, unsere Bemühungen erforderlich. Ja, wir geben Geld aus, ja, wir bemühen uns, aber das ist nicht in erster Linie erforderlich. Die Verkündigung der letzten Warnungsbotschaft wird getragen durch das übernatürliche Wirken Jesu Christi selbst.

[33:05] Wenn wir weiterarbeiten wie bisher mit noch mehr Anstrengungen, dann wird Christus nicht wiederkommen können, weil er uns etwas gesagt hat, was er tun will, bevor er kommt, was über unsere Kraft hinausgeht, was beim Spätregen erwähnt wird und erklärt wird, geht weit über alles hinaus, was wir jemals auch nur ansatzweise bewerkstelligen können. Darum ist es notwendig, dass wir diese Erfahrung des Spätregens machen, zuvor des Frühregens. Wie bereite ich mich vor? Was will Gott tun, damit er kommen kann? Wie kann es geschehen, dass Christus mit seiner Kraft in uns, durch uns schwache Menschen wirkt? Wie kann jemand durch dich und mich Christus sehen?

[33:58] Nur durch den Heiligen Geist. Nur durch die Erfahrung des Frühregens, dass Christus sein Leben lebt. Dann brauchst du nicht mehr darüber nachdenken, was habe ich falsch gemacht? Welche Schwächen habe ich noch? Oder wie jemand mir mal sagte: „Wir müssen sündlos werden.“ Und ich fragte ihn: „Seit wann sündigst du nicht mehr?“ Und er sagte: „Das letzte Mal habe ich vor einem halben Jahr gesündigt.“ Dass wir nicht auf uns schauen, dass wir nicht mit unseren Problemen uns beschäftigen, welche Liederbücher wir gebrauchen, ob dieser Bruder überhaupt in die Gemeinde gehört und ob diese Schwester aufs Podium steigen darf. Dass wir uns nicht damit beschäftigen, wie schlecht ist doch die Umgebung, in der unsere Gemeinde ist, wie schwer ist die Missionsarbeit. Das ist ein in sich gekrümmt sein in unsere Probleme, in unsere Schwachheit und wir verstehen immer noch nicht und leben es nicht, dass Jesus Christus uns zu etwas anderem berufen hat, als um unsere Probleme zu kreisen.

[34:56] Er möchte, dass wir auf ihn schauen. Wir möchten begreifen, was er tun möchte. Und glaubt ihr, dass Jesus über alle Hindernisse hinaus, die wir auf dieser Welt in unserem Leben erleben, dass er über alle diese Hindernisse hinaus es bewerkstelligt, wieder zu kommen? Glaubt ihr, dass er es schafft, durch seinen Geist die Welt vorzubereiten? Dass jeder Mensch versteht, es gibt zwei Seiten. Es gibt Jesus Christus, den Schöpfer, und auf der anderen Seite gibt es seinen Widersacher. Du kannst dich entscheiden, es gibt keine Grauzone, entscheide dich weise. Das kann nur Jesus Christus tun. Auch durch keine Gemeinde, durch keinen Evangelisten, durch keinen begabten Redner, durch kein Geld, durch kein Internet, durch nichts, nur durch den Heiligen Geist in dir. Und das ist die Herausforderung, die er hat.

[35:39] Die Botschaft ist perfekt und vollkommen. Gottes Wort ist eine Richtschnur, die nicht verbessert werden braucht, weil sie nicht verbessert werden kann. Was Gott braucht, sind keine perfekten Menschen, weil sie Jesus nicht brauchen. Was Jesus braucht, sind schwache Menschen, die sich ihrer Fähigkeiten und Grenzen bewusst sind und die sagen: „Herr Jesus, gebrauche mich. Herr Jesus, sieh mich an, mein Leben ist voll mit so vielen Sachen. Ich kann nicht, hilf mir.“ Wie kann der Heilige Geist in etwas eingegossen werden, was voll ist? Sagen wir unserem Herrn: „Herr Jesus, bitte fülle du mich. Herr Jesus, nimm mein Leben in die Hand.“

[36:31] So wie ein Töpfer den Ton. Und ich liebe dieses Bild, weil es mir so fremd ist. Gebt mir einen Klumpen Ton. Der Kunstunterricht, was das anging, war für mich ein Horror. Gebt mir einen Klumpen Ton und alles, was ich bewerkstellige, ist ein Ball und eine Wurst. Mehr nicht. Wenn ich dann schaue, was künstlerisch begabte Menschen, also musikalisch bin ich auch, aber in dem Bereich überhaupt nicht, was die daraus machen können. Die nehmen denselben Klumpen Ton und ich stehe davor und sage nur: „Also, ich sollte mich auf ein anderes Gebiet spezialisieren.“ Und wenn ich mir vorstelle, dass Gott der Töpfer ist, dann kann ich dir nur eins raten: Geh zu Gott und sage ihm: „Schau dir diesen Klumpen, es ist ja eigentlich Dreck, ja? Schau dir mein Leben an, was da übrig ist, mit all den Dingen, die ich selber verschuldet habe, meinetwegen auch mit der Schwachheit. Ich kann mich aus dem Sumpf nicht rausziehen, aber ich schaue auf zu dir. Ich vertraue dir. Du kannst es in deine Hände nehmen, in deine Schöpferhände und du kannst das daraus machen, was dir gefällt.“ Und wenn die Menschen das sehen, kein perfekter Mensch, der besser ist als alle anderen, sondern ein ganz normaler Mensch, aber da ist ein Schöpfer am Wirken, der tut etwas in diesem Leben. Wer da Probleme hat, er hat auch Probleme, aber da passiert etwas, das ist mehr als was ich erlebe. Ich will das auch. Und der Heilige Geist wird sie davon überzeugen, dass es Gott ist, der das tut.

[38:14] Bittet den Vater um den Heiligen Geist. Das bedeutet nicht: „Bitte gib mir den Heiligen Geist“, sondern das heißt eigentlich: „Ich gebe mich dir ganz zur Verfügung.“ Ich habe dieses Beispiel gelesen von diesem Jungen, der eine Taube füttern wollte und das wird als Beispiel genommen für uns und den Heiligen Geist. Die Taube passend, der Heilige Geist und der Junge lockte die Taube an und er nahm ein paar Krümel Brot in die Hand und zeigte es dem Vogel. Der Vogel kam angeflogen und tappelte ran und kurz bevor der Vogel da war, machte die Hand zu und zog es weg. Und er dachte sich: „Das macht Spaß, mache ich gleich noch mal.“ Und er öffnete die Hand, zeigte die Brotkrümel und der Vogel kam an, ein bisschen scheuer schon, etwas langsamer und er nahm die Hand wieder weg. Er versuchte es noch einmal, ein drittes Mal. Er zeigte ihm die Brotkrümel und der Vogel flatterte drumherum, reagierte kaum noch, aber kam dann doch näher und er schloss die Hand und zog sie weg. Ein weiteres Mal kam der Vogel nicht.

[39:22] Wir können uns dem Heiligen Geist öffnen, wir können ihn aber auch wegstoßen. Jedes Mal, wenn der Heilige Geist kommt, jeden Tag, den Gott dir Leben schenkt, am Morgen er dich aufwecken lässt, darfst du darum bitten: „Erfülle mich mit deinem Heiligen Geist, sodass diese Taube schon von weitem angeflattert kommt und schon darauf wartet, bevor du aufgewacht bist.“ Gib mir deinen Heiligen Geist, heißt: Ich gebe mich dir ganz hin.

[39:59] Der Charakter Gottes ist in seinem Volk manifest und lebendig. Das ist der wichtigste Punkt zur Verkündigung des Evangeliums. Nicht unser brillantes Wissen, unsere Theologie. Nur der Charakter Christi wird gebraucht, um das Werk zu vollenden.

[40:17] Offenbarung 14. Hier sind die, die erhalten die Gebote Gottes und die haben den Glauben an Jesus. Oder hier ist die Geduld der Heiligen. Geduld der Heiligen. Jetzt kommt mal: Geduld der Heiligen. Was für Geduld ist das? Wessen Geduld? Wir könnten vermuten, es ist meine Geduld und ich übe mich darin, mehr Geduld zu haben und wenn ich mehr Geduld habe, dann sage ich: „Bravo, ich bin auf dem richtigen Weg, vielleicht werde ich einmal gerettet.“ Meine Lieben, das ist eine Karikatur gewesen. Ich hoffe, wir haben das alle verstanden.

[40:47] Es geht nicht um unsere Geduld, sondern die Geduld der Heiligen bedeutet für mich das unerschütterliche Vertrauen, dass Jesus alles für mich macht. Das ist die Geduld der Heiligen. Und Heilige sind ja etwas anderes, etwas Besonderes, ausgesondert, nicht von dieser Welt, denn unsere Heimat ist woanders. Weil Christus in ihnen wohnt. Hier sind Menschen, bei denen Christus den Menschen begegnet.

[41:22] Ich habe mit Absicht Theologie studiert. Ich wollte Werkzeug haben, mit dem ich arbeiten kann. Man muss sich auskennen, man muss bis an die Grenzen seines Verständnisses in der Bibel fortschreiten, aber man darf sich nicht darauf verlassen, dass dieses Verständnis und Wissen, das ist, was andere Menschen überzeugt. Wenn ich mir ein Auto kaufe, dann sind es, ja doch, manchmal schon die technischen Daten, aber die meisten Menschen kaufen ein Auto nicht, weil sie sagen: „Ja, die Ingenieure, die das entwickelt haben, die kenne ich persönlich, das ist gut.“ Nein, sie fahren das Auto, weil sie sagen: „Hey, das macht Spaß, darin zu fahren, das ist schön.“

[42:01] Die Menschen möchten, das ist ein schlechter Vergleich, weil Christus ja viel mehr ist. Aber die Christen möchten, die Menschen möchten erleben und sie brauchen Christus demonstriert. Ich habe wiederum gehört von einem Prediger, ist schon viele Jahre her, der in New York, in einem Stadtteil, wo die ganzen Slums sind, sich auf die Straße stellte und von Christus predigte. Und plötzlich schreit jemand aus der letzten Reihe nach vorne, ein kleiner Junge, und er sagt: „Wir wollen Jesus und die Liebe aus Fleisch und Blut.“

[42:31] Die Menschen werden dann Christus begegnen, wenn sie ihn in dir finden können.

[42:46] Wenn du um den Heiligen Geist bittest, was willst du mit dem Heiligen Geist? Willst du Hilfe bei deinen Plänen? Willst du Hilfe bei deinen Wünschen, bei deinen Problemen? Was willst du, wenn du um den Heiligen Geist bittest? Oder willst du bitten um die Gegenwart Christi, Ähnlichkeit mit Christus und die Kraft Christi?

[43:20] Ich möchte ein Zitat aus dem Review and Herald aus dem Jahr 1895 bringen, vom 12. Februar, Seite 97. „Beim Plan der Wiederherstellung des göttlichen Bildes im Menschen war vorgesehen, dass der Heilige Geist auf den menschlichen Geist einwirkt und als Gegenwart Christi den menschlichen Charakter gestaltet.“ Und die Folge ist, wenn Christi-Wesen in dir sichtbar wird, nicht weil du Christus bist, sondern weil Christus vollkommen ist. Wenn das sichtbar wird, wenn die Menschen dem begegnen, ist die Folge wie bei Jesaja. Wie war es und wie ist es, wenn du Christus begegnest? Privat, persönlich, ganz ehrlich. Dann ist es doch oft wie bei Jesaja. Ich merke den Unterschied und das kann einem Angst machen. Wer bin ich? Wer ist Gott? Aber wenn diese Begegnung abgelaufen ist, dann kommt eine Reaktion. Gott fragt: „Wen soll ich senden? Wer will mein Bote sein?“ Und wenn ein Mensch bisher nur immer gehört hat und die Wahrheit kennt, dann kommt es nicht so aus ganzem Herzen, dass man sagt: „Ja, ich sende mich.“ Dann kommt das so ungefähr: „Ja, wenn mal wieder ein Missionseinsatz ist, dann gehe ich schon mit.“ Wenn wir Jesus Christus begegnen, dann kommt aus ganzem Herzen: „Hier bin ich, sende mich. Ich habe es erlebt, ich kann nicht schweigen.“

[45:02] Unsere Probleme sind vielfältig. Der Vater möchte, dass wir begreifen, dass unsere Probleme, die wir haben, glauben, dass er sich derer annehmen möchte. Darum hat Jesus gesagt, dass uns das alles gegeben wird: Trachtet zuerst nach Gottes Reich. Aber auch darum geht es in Daniel 2, darum geht es in der gegenwärtigen Wahrheit, darum geht es in der Frage: Wie können wir das verkündigen?

[45:36] Der Inhalt von Daniel 2 ist uns klar, aber wie können wir ihn verkündigen? Was haben die Jünger getan, als sie ihre Schwachheit spürten?

[45:49] Erstens: Sie verließen alles. Sie verließen die Welt, sie verließen ihren Besitz, sie verließen nach und nach ihre menschlichen Meinungen, ihre Gewohnheiten.

[46:04] Als zweites: Sie zweifelten vollkommen an ihren eigenen Fähigkeiten. Schaut, beim Abendmahl, da waren sie voller Selbstvertrauen. Was waren die Gespräche, wie schwer hatte es Jesus, ihre Augen auf das zu richten, was eigentlich jetzt kommen sollte, weil sie so voller Selbstvertrauen waren. Dann kam die Angst. Am Sabbat, was muss das für ein Sabbat gewesen sein? Ihr Selbstvertrauen zerbrach völlig.

[46:41] Und am Tag der Auferstehung: „Nehmt hin den Heiligen Geist.“ Und das ist der dritte Schritt. Sie nahmen den Heiligen Geist gläubig auf. Sie glaubten, weil Jesus es versprochen hat. Glauben heißt, genau das zu tun, was Jesus sagt. Glauben heißt, genau das zu tun, was Jesus sagt.

[47:13] Der Charakter Jesu in uns, das bedeutet ins Heiligtum gehen. Und ich möchte dieses Bild ganz kurz strapazieren, auf eine Weise, wie ich das selbst erst recht spät erkannt habe. Der Weg ins Heiligtum geht in den Vorhof. Du schlachtest das Tier, die Schuld wird dir abgenommen und du wirst gereinigt im Wasserbad und dann gehst du ins Heiligtum. Die meisten Menschen und manche Christen gehen rein und gehen raus. Wenn sie wieder gesündigt haben, gehen sie wieder in den Vorhof, Lamm schlachten, Schuld bekennen und manche sagen sogar: „Ich glaube, ich muss noch mal getauft werden“ und gehen wieder raus. Das sind die Pendler-Christen. Rein, raus, rein, raus. Wozu sind wir aufgefordert? Wir sollen reingehen ins Heiligtum. Was finden wir dort? Den Leuchter, den Heiligen Geist, das Wort Gottes und das Gebet.

[48:28] Was ist gegenwärtige Wahrheit in Daniel 2? Der König kommt, unser Herr kommt, Jesus will uns heimholen, Christus will ganz und gar in uns leben. Wie können wir diese Botschaft verkündigen? Verlasse deine eigene Sicherheit, baue nicht auf Besitz, deine Meinung, deine Weisheit, verlasse deine Gewohnheiten. Sei dir deiner Gaben und Fähigkeiten bewusst, sei dankbar, setze sie ein und stelle fest, dass sie natürlich sind und nicht ausreichen, um das Werk zu Ende zu bringen. Denn das Werk Christi ist ein übernatürliches Werk. Nimm den Heiligen Geist gläubig auf.

[49:10] Und ich möchte jetzt mit euch ein Gebet sprechen und dieses Gebet beinhaltet mehrere Menschen. Es beinhaltet den Menschen, der Christus erkannt hat und feststellt: „Heiliger Geist, habe ich gehört, aber erlebe ihn nicht.“ Ich möchte für euch beten. Ich möchte für die beten, die sagen: „Ich habe den Heiligen Geist erlebt, immer wieder in meinem Leben. Mein Leben wäre gar nicht möglich ohne ihn, aber ich habe erkannt, dass ich den Heiligen Geist noch viel mehr, ihm noch viel mehr Raum geben muss und ich will das.“ Ich möchte für dich beten und ich möchte für alle beten, die erkannt haben, dass das Werk Christi ein übernatürliches Werk ist, das in deinem Leben und in der Gemeinde und in der Welt nicht ohne Gegenwart Christi funktionieren kann. Lasst uns niederknien.

[50:38] Unser Vater in dem Himmel, wenn wir dein Wort lesen, auch Daniel 2, dann gibt es noch vieles zu erforschen und zu erkennen und das ist spannend. Aber wir wollen danach fragen: Wo bist du in diesem Buch? Was ist die Endzeitbedeutung, die gegenwärtige Wahrheit und wie können wir sie verkündigen? Herr, wir haben es heute ein Stück weit erkannt und verstanden. Vater, wir bitten dich, dass du das Gebet deines Sohnes auch in uns erhörst und erfüllst. So wie dein Sohn und du eins sind, so sollen auch wir und dein Sohn Jesus Christus eins sein. Du möchtest uns heiligen. In deinem Wort möchtest du uns heiligen. Herr, wir bitten jetzt für diejenigen unter uns, die selber diese Erfahrung noch nicht gemacht haben, dass ihre Probleme verschwinden wie der Schnee im Frühling, wenn wir uns auf das konzentrieren, was du in uns tun willst und wie schön das ist. Herr, bitte schenke diese Erfahrung. Zeige jedem von uns, welches der Schritt ist, den wir jetzt gehen sollen, persönlich.

[51:58] Herr, wir bitten für diejenigen unter uns, die deinen Heiligen Geist erfahren haben und das sind mit Sicherheit die allermeisten. Wir bitten darum, dass du uns nicht zufrieden sein lässt damit, dass wir ihn erlebt haben, nicht damit zufrieden sind, dass du uns in alle Wahrheit geleitet hast. Herr, wir wollen zufrieden sein, wenn du uns an jedem Tag und auch heute deinen Heiligen Geist schenkst, uns ganz ausfüllst, dass du unsere Flecken und Runzeln damit beseitigst, dass dein Charakter entsteht und Menschen durch die Begegnung mit uns dich sehen, trotzdem wir fehlerhaft sind. Herr, bitte erfülle dein Werk. Bitte sprich zu den Menschen, ziehe sie zu dir und lass uns endlich aufhören, die Menschen, während du sie zu dir ziehst, abzustoßen durch Diskussionen über theologische Spitzfindigkeiten, über Dinge, wo jede Seite glaubt im Recht zu sein. Herr, führe uns zu einer Einheit in deinem Geist. Führe uns zu einem Geist der Vergebungsbereitschaft, des Sündenbekenntnisses, auch vor dem Bruder und der Schwester. Schenke uns die Erfahrung, dass wir als Ministries, als Dienste und als Dienststellen, dass wir und alle Menschen in den Gemeinden, dass wir erleben können, wir sind eins in dir und jeder arbeitet an seinem Ort und du wirkst, wie du willst. Das bitten wir im Namen deines Sohnes Jesus Christus. Amen.

[53:56] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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