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Diese Lektion aus der Cannstatt Study Hour 2015 Q4 über das Buch Jeremia beleuchtet das zentrale Thema des Bundes. Sprecher Reinhard Gelbrich erklärt die Bedeutung von Bünden im biblischen Kontext, beginnend mit dem Bund Noahs und dem Bund mit Abraham. Er erläutert die Entwicklung des Bundes am Sinai und die Bedeutung des neuen Bundes in Christus, wie er im Hebräerbrief und in Jeremia 31 dargelegt wird. Die Botschaft betont die Gnade Gottes und die Rolle des Glaubens im Leben der Gläubigen.

Diese Predigt beleuchtet die Bedeutung von Bünden in der Heiligen Schrift, beginnend mit dem Bund Gottes mit Noah und Abraham. Es wird erklärt, wie diese Bünde, insbesondere der Gnadenbund mit Abraham, die Grundlage für die Heilsgeschichte bilden und wie sie sich im Bund am Sinai und schließlich im neuen Bund durch Jesus Christus fortsetzen. Der Vortrag betont die Rolle von Glauben und Vertrauen im Verhältnis zu Gott und wie der neue Bund eine tiefere, innere Beziehung ermöglicht, die sich in der Liebe zu Gottes Geboten und im Gehorsam ausdrückt. Das Abendmahl wird als Zeichen der Erneuerung dieses Bundes hervorgebracht.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2015 Q4: Jeremia

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Transkript

[0:00] Ein herzliches Willkommen zum Bibelstudio. Bevor wir uns mit dem Wort Gottes beschäftigen, denke ich, dass wir miteinander beten. Guter Vater im Himmel, wir wollen dir danken, dass du uns immer wieder Möglichkeiten schenkst, dein Wort aufzuschlagen. Wir wollen dir danken, dass du uns Weisheit schenkst, die Dinge so zu sehen, wie du sie siehst, und dass du uns Freude schenkst, nach diesem Wort zu leben. Jetzt bitten wir dich um deine Gegenwart und deinen Segen und danken es dir im Namen Jesu. Amen.

[0:53] An diesem Sabbat werden wir uns ja mit dem Gedanken des Bundes beschäftigen. Der Gedanke des Bundes zieht sich eigentlich durch die ganze Heilige Schrift wie ein roter Faden. Gott bietet uns einen Gnadenbund an, der ausschließlich eigentlich von seiner Seite ausgeht und uns Erlösung anbietet. Diese Lektion möchte uns wieder den Wert dieses Bundes bewusst machen und motivieren, unsere Rettung nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

[1:38] Wir möchten sie erst mal darüber nachdenken, welche Bedeutung Bünde in unserem Leben haben. Da gibt es Verbindungen, Verträge auf der Ebene der Geschäftswelt, aber auch im persönlichen Bereich. Wir kennen zum Beispiel den Ehevertrag. Und wir machen Verbindungen, wir machen Bündnisse, machen Verträge eigentlich darum, dass etwas nicht aus dem Ruder läuft. Am besten hält ein Vertrag natürlich, wenn gegenseitiges Vertrauen da ist, wenn man sich auf den anderen verlassen kann, wenn jemand da ist, der wirklich zu uns hält. Aber wir kennen auch genügend Situationen, wo Knebelverträge ausgehandelt werden oder wo der Stärkere dem Schwächeren über den Tisch zieht und ihn ausnutzt.

[2:32] Ich denke, es ist notwendig, dass wir uns darüber Gedanken machen, welche Beziehung besteht denn zwischen dem Bund, den Gott mit uns Menschen macht. Zum ersten Mal in der Heiligen Schrift finden wir diesen Gedanken im 1. Mose 6, Vers 18. Ich werde den Text mal lesen: „Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner Söhne.“ Hier haben wir zum ersten Mal den Gedanken des Bundes mit Noah. „Mit dir will ich meinen Bund aufrichten.“

[3:19] Und er wird ein bisschen erläutert im 9. Kapitel des 1. Buches Mose ab Vers 12, wenn es dann dort heißt: „Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig. Meinen Bogen habe ich in den Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein des Bundes, der zwischen mir und der Erde.“ Es ist ein Versprechen, das Gott gegeben hat, und dieser Bund war eigentlich ein einseitiges Abkommen von Seiten Gottes. Da waren keine Verpflichtungen, keine Bedingungen, keine Auflagen für den Menschen. Das hat zur Folge, dass dieser Bund etwas zu tun hat mit der ganzen Menschheit, mit den Tieren, sogar mit der Natur, wird uns berichtet.

[4:15] Und als Zeichen dafür, dass wir immer wieder sehen können, dass Gott diesen Bund aufgerichtet hat mit uns Menschen, sagt das Wort – und wir können das ja nachvollziehen – ist der Regenbogen. Wenn wir den Regenbogen sehen, vielleicht lohnt es sich immer wieder darüber nachzudenken, dass Gott immer noch diesen Bund aufrechterhält, dass er diese Welt nie mehr mit Wasser vernichten wird, dass es ein Bund der Liebe ist und des Entgegenkommens Gottes, dass er uns retten möchte. Und auch wenn dunkle Gewitterwolken am Himmel stehen, dürfen wir wissen, es ist die Liebe Gottes und die Hoffnung, die Zuneigung zu uns, das will der Regenbogen zum Ausdruck bringen.

[5:09] Aber wir haben schon einige Kapitel weiter einen Bund in der Heiligen Schrift, der uns sehr bekannt ist. Ein Bund, den Gott mit Abraham geschlossen hat. Interessant, Abraham ist in allen drei großen monotheistischen Weltreligionen eine besondere Persönlichkeit. Er ist bei den Juden der Stammvater, er ist bei den Muslimen die Gemeinschaft Abrahams in der Sure 2, und für die Christen ist er der Glaubensvater. Die Frage ist natürlich, was macht Abraham so bedeutungsvoll?

[5:53] Auch hier haben wir einige Texte, die wir im Wort Gottes uns anschauen. Im 1. Mose 12 finden wir zum ersten Mal den Hinweis, wo Gott den Bund mit Abraham darstellt. In den ersten Versen, in Vers 12 heißt es: „Und der Herr sprach zu Abraham: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Haus in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.“

[6:46] Ein Punkt, den wir gleich am Anfang hier sehen, ist: Gott sagt, ich möchte dich zum großen Volk machen, und du sollst ein Segen sein für alle Völker, nicht nur für ein kleines Volk oder für irgendein besonderes Volk, sondern für alle Völker. Und wir merken, wenn wir einige Verse dann weiterlesen im 5. Kapitel, dann kommt Abraham mit einer großen Frage zu Gott, und er sagt: „Wie soll das zugehen, dass ich ein Segen sein soll für alle Völker, wenn ich gar keine Nachkommen habe?“ Gott sagte ihm: „Schau zum Himmel, du kannst die Sterne nicht zählen, deine Nachkommen werden sein wie das Sand am Meer.“ Und trotzdem hatte Abraham diese große Frage auf seinen Lippen und er wusste nicht, wie er das lösen sollte.

[7:41] Aber das Wort sagt uns hier in 1. Mose 15: „Aber Abraham glaubte Gott.“ Und dann sagt er im 17. Kapitel des 1. Buches Mose in den ersten Versen wieder, dass Gott sagt: „Ich möchte einen ewigen Bund mit dir machen. Du sollst ein Vater vieler Völker sein, und das Zeichen soll sein, dass ich dir das Land gebe, und man soll es sehen, indem du dich beschneiden lässt, dass die Nachkommen beschnitten werden.“

[8:20] Der Gnadenbund, den Gott mit Abraham geschlossen hat, hat eigentlich eine Grundlage für alle Völker, ist der Verlauf für die ganze Heilsgeschichte. Er soll ein Vater des Glaubens sein. Paulus greift das ja auf. Er nimmt diesen Gedanken heran, wenn er im Galater 3 diesen Gedanken aufgreift.

[8:52] Im Galater 3, da kommt Paulus auf diesen Gedanken, und zwar ab Vers 6, da sagt er: „So war es mit Abraham. Er hat Gott geglaubt, und es ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden.“ Ein interessantes Wort. Paulus sagt: „Deshalb, weil Abraham geglaubt hat, wurde ihm das zur Gerechtigkeit zugerechnet.“ Er kennt also, die aus dem Glauben sind, die sind Abrahams Kinder. Plötzlich bekommt dieser Gedanke, den damals Gott mit Abraham geschlossen hat, eine ganz neue Gewichtung. Es war nicht begrenzt auf irgendjemand, sondern alle, die aus dem Glauben sind, die sollen Abrahams Kinder sein. Es war sein Glaubenspunkt.

[9:53] Und er geht sogar noch ein Stückchen weiter, im 16. Vers des 3. Kapitels, dann sagt er hier: „Nun ist die Verheißung Abrahams zugesagt und seinem Nachkommen. Es heißt nicht, und den Nachkommen, als gäbe es vieles, sondern es gilt einem und deinem Nachkommen, welcher ist Christus.“ Und wir merken schon, dieser Bund geht weit darüber hinaus, nur einige wenige Menschen anzusprechen oder für sie in diesem Bund einzugliedern, sondern sie gilt allen.

[10:36] Die Frage müssen wir uns natürlich stellen: Inwiefern gilt dieser Bund dann auch mir, uns heute, wo wir schon so viele Jahre danach leben? Abraham hat vor vielen tausend Jahren gelebt. Interessant ist, dass Jesus, als er auf dieser Erde war, Ähnliches sagte, was Paulus dann in Galater 3 auch sagt. Er sagt: „Wenn ihr Abrahams Kinder wäret“, so sagte er seinen Genossen, seinen Volksgenossen, den Menschen, mit denen er dort miteinander redete. Er sagte: „Wenn ihr Abrahams Kinder wäret, dann würdet ihr auch die Werke tun, die Abraham getan hat.“

[11:17] Genauso geht der Schreiber des Hebräerbriefes im 11. Kapitel auf diesen Gedanken noch mal ein. Er sagte im 11. Kapitel, ab Vers 8: „Er sagte, durch den Glauben wurde Abraham gehorsam.“ Das ist ja interessant. Abraham, der immer das getan hat, was Gott gesagt hatte, von ihm wird hier gesagt, er wurde durch den Glauben gerettet, nicht durch die Werke, nicht, weil Abraham gemeint hätte, er müsste etwas tun, damit Gott ihm gnädig ist, sondern weil Abraham Gott vertraute. Das ist eigentlich der Gedanke des Glaubens. Glauben heißt eigentlich, Gott zu vertrauen. Weil er Gott vertraute, deshalb heißt es, ist er der Vater des Glaubens, ist er der, der diesen Bund mit Gott einhielt.

[12:33] Wenn wir an den Bund in der Heiligen Schrift denken, dann fällt uns natürlich der Bund am Sinai ein. Das ist vielleicht der bekannteste Bund überhaupt, den wir in der Heiligen Schrift so finden, der uns immer wieder bekannt ist. In 2. Mose, Kapitel 24, finden wir diesen Hinweis, und jeder weiß um diesen Bund, der hier beschrieben ist. Es geht um die Zehn Gebote. Gott hat damals Mose die Zehn Gebote gegeben auf steilenden Tafeln. Das war ein großes Ereignis. Das war etwas, was das ganze Volk nicht mehr vergessen hat. Sie sahen, wie Mose auf den Berg hinaufging, und sie sahen, dass er 40 Tage und 40 Nächte auf dem Berg oben war, und er kam mit diesen Zehn Geboten zurück.

[13:35] In 2. Mose, Kapitel 24, da lesen wir dann in Vers 3 und in Vers 7 folgende Worte. Da steht: „Mose kam und sagte dem Volk alle Worte des Herrn und alle Rechtsordnungen.“ Da antwortete alles Volk wie aus einem Munde: „Alle Worte, die der Herr gesagt hat, wollen wir tun.“ Wir haben den gleichen Wortlaut noch einmal im Vers 7: „Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.“

[14:10] Das ist doch interessant. Ich meine, wenn wir persönlich mit Gott Erfahrungen machen, dann kommen wir manchmal zu ähnlichen Aussagen, dass wir sagen: „Das, was ich erlebt habe, ich habe Gott erlebt, ich möchte das tun, was Gott sagt.“ Das ist ja auch nicht schlecht. Es ist eine Sache, dass wir etwas Gott versprechen, dass wir sagen: „Lieber Gott, ich möchte das tun, weil ich dich erlebt habe.“ Aber es ist eine andere Sache, ob wir das auch im Glauben ausleben, ob wir das auch in unserem Leben erfahren, ob wir bereit sind, auch das zu tun, was Gott sagt.

[14:48] Das Volk hatte damals einmütig gesagt: „Alle Worte, das, was wir hören von Gott, wollen wir tun.“ Und wir merken schon, damals, es dauerte gar nicht lange, einige Tage später haben sie schon wieder alles vergessen. Viele Christen heute sagen ja, das, was die Menschen damals zur Zeit Mose bekommen haben von Gott, diese zehn Gebote, das waren ja eigentlich Dinge, die mit dem alten Bund zu tun haben. Und der alte Bund ist ja nicht mehr das, was so Gültigkeit hat. Eigentlich leben wir doch in der Zeit des neuen Bundes, und der neue Bund hat etwas mit der Gnade zu tun. Das ist ein Gedanke, den wir immer wieder hören.

[15:44] Aber interessant, wenn wir die Worte hier lesen im 2. Mose 24 und dort im Vers 8 mit einbeziehen, wo das Volk erst sagt: „Alles, was der Herr sagt, wollen wir tun“, das wir im Vers 7 lesen, dann sagt der Vers 8: „Da nahm Mose das Blut und besprengte das Volk damit und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der Herr mit euch geschlossen hat, aufgrund aller dieser Worte.“ Und wir merken schon, wenn es um diesen Bund ging, um diesen alten Bund, um das Bündnis, das Gott aufgerichtet hat mit dem Volk Israel damals, mit den Menschen, die damals lebten, mit Mose und dem Volk, dann sagt er, dieser Bund hat Bestand, weil da Blut eine besondere Rolle spielt.

[16:42] Wenn wir diesen Gedanken aufgreifen, dann merken wir, dass die ganzen Opferungen, die auch damals gemacht worden sind, die Gott dem Volk gegeben hat, alle hinzielten auf den einen, auf den einen, der kommen sollte, der das Lamm dieser Welt war, dessen Blut uns rettet. Wir können auch heute nur durch den Glauben Gottgehorsam sein.

[17:13] Wenn wir meinen, wir schaffen das selbst, werden wir genauso Schiffbruch erleiden wie damals das Volk, das in dieser großartigen Stunde gesagt hat: „Alles, was der Herr sagt, wollen wir tun.“ Aber wenn wir die Verheißungen Gottes ergreifen, dann können wir im Glauben Gott nachfolgen. Der Gehorsam drückt sich dann aus, dass wir bereit sind, das zu tun, was Gott sagt. Es ist nicht andersrum, dass wir etwas tun, damit Gott dann mit uns zufrieden sein kann, sondern Gott sagt: „Ich bin derjenige, der in dir etwas Neues schafft, damit du mit Freude mir nachfolgen kannst.“

[18:01] Denn so sagt es Jesus, wenn er von den Geboten spricht, im Neuen Testament, im Johannesevangelium, im 14. Kapitel, da sagt Jesus etwas ganz Außergewöhnliches und Wichtiges in dem Gespräch mit den Menschen. Er sagt: „Liebet ihr mich? Dann“, sagt er, „so werdet ihr meine Gebote halten.“ Er sagt, das Halten der Gebote, das ist eine Folge, wenn wir Gott anfangen zu lieben. Es ist nicht die Voraussetzung, dass ich sagen muss: „Ich möchte die Gebote halten, dann kann ich Gott lieben.“ Nein, Gott sagt: „Wenn ihr mich liebt, wenn ihr mir vertraut, wenn ihr gelernt habt, auf das zu hören, was ich euch sage, dann werdet ihr nichts mehr lieben, als meine Gebote zu halten.“

[19:01] Das ist ein wichtiges Moment, und ich denke, das ist wichtig, dass uns das alles bewusst wird. Das Gesetz, sagt die Heilige Schrift, ist eigentlich wie so ein Pädagoge. Diese zehn Gebote, die sind nicht die Grundlage, dass wir durch die zehn Gebote gerettet werden, sondern die zehn Gebote werden uns in unserem Leben einen Wert darstellen, dass wir den finden können, der uns eigentlich alles ist, nämlich das Leben und die Freude und der Segen für unser Leben.

[19:41] Die zehn Gebote sind so wie ein Wegweiser. Wenn ich zum Beispiel in die Stadt gehe und möchte zum Bahnhof, und ich fahre in die Stadt hinein und ich sehe ein Schild „Bahnhof“, dann nützt es mir überhaupt nichts, dass ich am Schild aussteige, mein Auto stehen lasse, das Schild umklammere und sage: „Jetzt bin ich am Bahnhof.“ Das ist Unsinn. Ich muss den Weg gehen, den mir das Schild zeigt.

[20:03] Wenn ich schuldig geworden bin, so hat das Gesetz nur eine Aufgabe, nämlich, dass es mir zeigt, ich bin schuldig geworden. Und wenn ich schuldig geworden bin, muss ich zu dem gehen, der mich von der Schuld wieder befreien kann. Genau das ist der Sinn, warum Gott uns die zehn Gebote gegeben hat.

[20:30] Und wir merken schon, wenn das die Ursache ist, der Grund ist, warum Gott uns diesen Bund gegeben hat, diese zehn Gebote, dann stellen wir fest, dieses Problem, dass der Mensch im Clinch steht durch die Sünde, gilt nicht nur irgendjemand in der Vergangenheit. Das gleiche Problem haben wir heute auch. Und das gleiche Problem wird sein bis in die Zukunft hinein. Deshalb sagt auch der Prediger im Wort aus dem Alten Testament ganz zum Schluss, Salomo schreibt hier: „Die Hauptsache ist, dass wir Gottes Gebote halten.“ Das gilt allen Menschen, nicht nur den Juden, nicht nur irgendjemand, sondern allen Menschen, und damit uns auch. Das ist ein wichtiges Wort.

[21:23] Jetzt, wenn wir im Neuen Testament noch ein wenig hineinschauen und den Hebräerbrief mit zurate ziehen, dann wird uns im 4. Kapitel des Hebräerbriefes ein interessanter Gedanke gesagt. Und das Kapitel hier, das 4. Kapitel im Hebräerbrief, bezieht sich noch mal auf diese Situation, dass Gott damals dem Volk die zehn Gebote gegeben hat und stellt nun fest, dass die Menschen, die gesagt haben: „Wir wollen Gott folgen, alles, was der Herr sagt, wollen wir tun“, eigentlich immer wieder gebrochen haben.

[22:09] Und es wird uns auch gesagt, weshalb. Hier lesen wir in Vers 2 im 4. Kapitel des Hebräerbriefes: „Denn es ist auch uns verkündigt wie jenen; aber das Wort der Predigt half jenen nichts, weil sie nicht glaubten, als sie es hörten.“ Plötzlich kommt ein sehr wichtiger Gedanke mit hinein. Wenn ich also Gott folgen will, dann heißt es, dass der Glaube eine ganz wichtige Rolle spielt. Das Vertrauen zu Gott spielt die wichtigste Rolle, ob das, was das Gesetz mir sagt, in mir Fuß fassen kann, wirksam werden kann oder nicht.

[22:53] Im gleichen Kapitel, ab Vers 7, wird uns das noch mal gesagt, weil das Volk damals ungehorsam war, steht hier: „Sagt das Volk: Bestimmt er abermals einen Tag, heute, und spricht nach so langer Zeit durch David, wie eben gesagt: Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht. Es ist also als noch eine Ruhe vorhanden für das Volk Gottes. Und wer zu Gottes Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken, so wie Gott von den Seinen. So lasst uns nun bemüht sein, zu dieser Ruhe zu kommen, damit nicht jemand zu Fall kommt durch den gleichen Ungehorsam.“

[23:38] Interessant, dass uns hier in diesem Wort des Hebräerbriefes die gleiche Situation noch mal vor Augen gestellt wird, wie damals, als Mose dem Volk die zehn Gebote gegeben hat. Und er sagt: „Passt auf, dass ihr nicht den gleichen Fehler macht wie damals.“ Das, was uns zu Gott hinführt, ist unser Vertrauen zu ihm, unsere Entscheidung, ihn in unser Herz mit aufzunehmen. Erst dann kann in unserem Leben etwas passieren, erst dann beginnt in unserem Leben etwas, was wir alleine gar nicht können.

[24:08] Wir können vielen etwas vormachen, wir können vielen etwas sagen, was wir denken oder fühlen, aber wie die Wirklichkeit ausschaut, kann nur Gott sehen. Deshalb steht hier im Vers 12 im 4. Kapitel: „Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“ Wer die Entscheidung trifft, wie ich etwas darstelle, wie ich etwas empfinde, wie ich etwas erlebe, das kann Gott eigentlich nur selbst sehen, und er kann richten nach dem, was ich wirklich in meinem Innersten habe.

[25:07] Der alte Bund weist auf Jesus hin. Das hat uns das Wort ganz deutlich gesagt. Wie schaut es nun mit dem neuen Bund aus? Weil die Bibel kennt ja auch diesen neuen Bund, und wir nennen immer diesen neuen Bund den Bund der Gnade. Interessant ist aber, dass die Inhalte des neuen Bundes wir eigentlich im Alten Testament finden. Natürlich auch in den Aussagen des Neuen Testamentes, aber wir lesen zum Beispiel im Jeremia 31 die Inhalte des alten Bundes. Das ist nicht nur in Jeremia niedergeschrieben, wir finden das auch im Ezechiel, aber ich nehme mal diesen Jeremia-Text, weil er sehr deutlich das zum Ausdruck bringt.

[25:52] Jeremia 31, ab Vers 31: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen.“ Jetzt müssen wir wissen, dass auch Israel ein Synonym ist, das nicht nur im Alten Testament gebraucht wurde, sondern auch ein Synonym ist für Menschen im Neuen Testament. Israel heißt eigentlich „Überwinder“, „Kämpfer Gottes“. Wir haben in der Offenbarung sehr viel diesen Hinweis: „Wer überwindet, will ich geben, in den sieben Cent schreiben.“ Immer wieder wird Israel auch als Menschengruppe dargestellt, die Gott von ganzem Herzen nachfolgen.

[26:44] Hier heißt es: „Ich will einen neuen Bund machen, nicht wie der Bund, der gewesen ist, den ich mit den Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm und sie aus Ägypten anführte. Einen Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich der Herr war, spricht der Herr. Sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.“

[27:27] Interessantes Wort. Gott möchte eigentlich in uns leben. Er möchte Teil sein in meinem Leben, und nur wenn er in mir lebt, dann beginnt etwas Neues in mir zu werden. Das ist ein roter Faden, den die ganze Heilige Schrift immer wieder aufbricht und zeigt. So Nikodemus sagt Jesus: „Du musst von Neuem geboren werden. So wie du bist, kannst du nicht bleiben.“ Ich möchte gerne, sagt Gott, einen neuen Bund mit dir schließen. Ich möchte etwas Neues aus dir machen.

[27:58] Und wenn Jesus diesen neuen Bund in dir und mir beginnen möchte, dann weiß er, dass wir die gleichen Probleme hatten oder haben wie die Leute damals. Aber wir brauchen eine neue Beziehung. Im Ezechiel 36, da wird noch ein bisschen mehr dazu gesagt zu diesem Gedanken. Er sagt: „Ich will euch ein neues Herz geben, neuen Geist euch geben. Ich will meinen Geist euch geben.“ Vers 27: „Und solche Leute auch was machen, die meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und tun.“ Also die Gebote sind nicht abgeschlossen, sind nicht weg, wenn es darum geht, eine Beziehung zu Gott aufzubauen, sondern sie bekommen eine ganz andere neue Qualität. Sie bekommen einen richtigen Stellenwert, nämlich sie sind die Folge, dass es mir wertvoll ist, das zu tun, was Gott tun möchte, das zu tun, was er für richtig hält, und das zu tun, was auf seinem Herzen ist.

[29:07] Und deshalb wird im 36. Kapitel des Ezechielbriefes auch noch gesagt: „Dann werdet ihr an euer böses Wandeldenken und an euer Tun, das nicht gut war, und werdet euch selbst zuwider sein um eurer Sünde und eures Götzendienstes willen.“ Das heißt, wenn der Geist Gottes unsere Herzen bewegt, wenn wir ihn einlassen in unser Leben, dann wird sich in unserem Leben etwas verändern zu ihm hin. Dann wird er in meinem Leben die erste Geige spielen, und wenn er in meinem Leben die erste Geige spielt, dann sagt Paulus im Galaterbrief, dann werden auch die Früchte des Geistes in meinem Leben sichtbar werden. Dann wird das zur ersten Priorität werden, was meinem Gott am Herzen liegt.

[30:17] Interessant ist, dass im Neuen Testament dieser Bund noch bei einer anderen Situation mit aufgenommen wird, und der ist sehr interessant, wenn wir darüber nachdenken. Und zwar greift das Neue Testament und damit Paulus im 1. Korinther Kapitel 11 diesen Gedanken nochmal auf, wenn es um das Abendmahl geht. Jesus hat es damals eingeführt, als er die letzten Stunden mit seinen Jüngern zusammen war. Er hat den Jüngern das Abendmahl gegeben, er hat ihnen zuerst die Füße gewaschen, hat sie gereinigt noch einmal, hat sie zu sich gebeten, und dann gab er ihnen das Brot, er brach es mit ihnen und er gab ihnen den Kelch.

[31:08] Jetzt nimmt Paulus im 1. Korinther, im 11. Kapitel diesen Gedanken nochmals her und er sagt hier desgleichen im 25. Vers des 11. Kapitels: „Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das Tod, so oft er daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis.“ Und das ist ein spannendes Wort. Hier greift Paulus nochmal diesen Bund auf. Das heißt, dieser Bund hat etwas zu tun mit mir heute. Dieser Bund, den Gott schließen möchte mit dir und mit mir, jedes Mal neu.

[31:50] Und wir merken schon, dieser Bund, den wir geschlossen haben mit Gott, der uns von Abraham schon gezeigt worden ist, den wir persönlich schließen, mit Gott nochmal schließen, wenn wir uns ihm hingeben in der Taufe und in ihm sterben und mit ihm aufstehen, dann sagt uns Gott: „Ich möchte mit dir diesen Bund wieder erneuern.“

[32:28] Das heißt, wenn wir darüber nachdenken, wer diesen Bund gebrochen hat, dann ist es nicht Gott. Gott steht immer zu seinem Wort. Wenn jemand den Bund gebrochen hat, den Gott gegeben hat, dann sind es wir. Dann sind es wir, weil wir nicht achtsam gewesen sind, weil wir leichtsinnig waren, weil wir uns von Gott abgewendet haben, weil wir unsere eigenen Wege wichtiger angesehen haben als das, was Gott sagt.

[32:57] Und wir merken schon, diese Dinge berühren nicht nur das, was wir tun, sondern auch das, was wir sagen, das, was wir denken. Jesus sagt: „Aus euch selbst kommen furchtbare Gedanken heraus.“ Es ist gut, dass Gott uns immer wieder aufmerksam macht. Obwohl wir manchmal Dinge in unserem Leben tun, die nicht in Ordnung sind, möchte Gott diesen Bund trotzdem mit uns wieder erneuern. Und das Zeichen dafür, wo er das tun möchte, ist das Abendmahl. Immer wenn wir den Kelch nehmen, sagt Gott: „Ich möchte dir versichern. Ich möchte dir bewusst machen. Ich möchte den Bund, den ich mit dir geschlossen habe, wieder neu machen. Ich möchte ihn erneuern.“

[33:51] Wir haben einen wunderbaren Gott, einen Gott, der uns nie alleine lässt, der uns immer wieder anspricht und der uns bewusst macht: Wir leben heute in dem gleichen Bund, nicht der Werke, sondern der Gnade, dem Bund, den Gott geschlossen hat mit jedem von uns, damit er uns retten kann. Und er möchte gerne, dass wir einmal bei ihm sind für alle Zeit. Wir haben einen wunderbaren Gott, dem wir vertrauen dürfen. Und das möchte uns auch in dieser Woche wieder neu bewusst werden.

[34:23] Ich denke, dass wir diesen Gedanken mit einem Gebet abschließen. Lieber guter Vater im Himmel, wir danken dir, dass du der Gott bist, der uns liebt. Wir danken dir, dass wir nie alleine zu sein brauchen. Wir danken dir, dass du uns mit einem Bund an dich gebunden hast und dass du uns immer die Möglichkeit schenkst, Entscheidungen zu treffen, die uns näher zu dir bringen. Und wenn wir auch einen Weg eingeschlagen haben, der uns von dir weggebracht hat, dann möchtest du uns immer wieder vor Augen stellen, dass du da bist und uns einlädst, wieder den Bund mit dir zu schließen. Wir möchten dich bitten, Herr, dass du uns das immer wieder neu bewusst machst und dass wir wissen dürfen, in dir dürfen wir geborgen sein. Und im Glauben dürfen wir dich bei der Hand nehmen, und du wirst uns zum Ziel führen. Dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Amen.

[35:31] Ich darf alle wieder einladen für das nächste Studium, das wir in einer Woche haben werden. Das Thema wird sein: „Zurück nach Ägypten“. Es wird bestimmt ein spannendes Thema werden, und ich freue mich, dass wir uns immer wieder neu mit dem Wort beschäftigen dürfen.


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