In dieser Cannstatt Study Hour-Ausgabe taucht Andreas Buchholz tief in die symbolischen Handlungen des Propheten Jeremia ein. Er erklärt die Bedeutung von Gottes Verwendung von Bildsprache, von universellen Bildern bis hin zu alltäglichen Metaphern, und wie diese uns helfen, tiefere Wahrheiten zu verstehen. Anhand von Beispielen wie dem verdorbenen Gürtel und dem zerbrochenen Tonkrug zeigt er die Konsequenzen von Sünde und Abkehr von Gott auf, betont aber auch Gottes souveräne Liebe und seinen Wunsch nach Umkehr und Beziehung.
Jeremia (CSH 2015/Q4): 6. Symbolische Handlungen
Andreas Buchholz · Cannstatt Study Hour 2015 Q4: Jeremia ·Themen: Altes Testament, Bibel, Bibelstudium, JeremiaWeitere Aufnahmen
Serie: Cannstatt Study Hour 2015 Q4: Jeremia
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Transkript
[0:00] Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe der Cannstatt Study Hour. Ich begrüße euch heute zu dem sechsten Thema dieser Studienreihe über das Buch Jeremia. Und das Thema, was wir heute besprechen wollen, sind die symbolischen Handlungen. Bevor wir aber in das Thema einsteigen, möchte ich nach unserer guten Gewohnheit wieder zunächst, dass wir uns an Gott wenden und dass er uns den Segen für dieses Studium geben kann. Vater im Himmel, in deinem Namen versammeln wir uns hier und bitten dich Herr, dass du das Studium, was wir jetzt beginnen wollen, segnest. Wir werden es später auch noch explizit sehen, wie wichtig es ist, dass wir dich brauchen für jegliches Studium. Und so machen wir uns jetzt von dir abhängig und danken dir, dass du uns helfen wirst, mehr über dich und dein Wort zu verstehen, dass wir ausgerüstet sind mit dem, was wir für diese Zeit brauchen. So segne uns und wir danken dir, dass du es tun willst, im Namen Jesu. Amen.
[1:26] Es ist schon eine Zeit her, ich war etwas jünger gewesen, vielleicht so etwa 13 oder 14 Jahre und ich war auf einer Kinderfreizeit, auf einem Jugendcamp. Ich weiß nicht genau, wie lange es ging, aber dort haben wir in einer Art Jugendherberge übernachtet und ich habe mit verschiedenen Leuten dort auf dem Zimmer übernachtet, in einem Mehrbettzimmer geschlafen und an einem Tag kam es zu einer Unterredung und einer Unterhaltung zwischen zwei anderen Teilnehmern dieser Freizeit und sie unterhielten sich angeregt über die Offenbarung. Sie tauschten sich aus und man merkte ihnen einfach an, wie begeistert und Feuer und Flamme sie für dieses Buch, für das Wort Gottes insgesamt waren. Sie waren so begeistert, dass der Funke von ihnen auf mich übergesprungen ist. Ich kannte die Offenbarung nicht wirklich zu diesem Zeitpunkt. Ich hatte noch nicht so viel studiert und so war es für mich erst mal ein kleines bisschen Spanisch, was sie da alles gesagt hatten, aber ich habe mir dann fest vorgenommen, wenn ich nach Hause komme, ich will unbedingt die Offenbarung studieren. Und so bin ich dann nach Hause gekommen, habe dann irgendwann nach sehr kurzer Zeit meine Bibel rausgekramt, habe die Offenbarung aufgeschlagen und habe gelesen. Und wie gesagt, ich war hochmotiviert, ich wollte ja verstehen, worüber diese beiden Personen sich unterhalten hatten und so war ich voller Elan und wollte einfach lesen, am besten die ganze Offenbarung durchlesen und genauso begeistert sein, wie diese anderen beiden. Und dann habe ich angefangen mit großer Motivation, in Offenbarung 1, Offenbarung 2 und 3, die sieben Szenen schreiben. Na ja, da gab es schon so ein paar Sachen, wo ich auf den ersten Blick nicht ganz verstanden habe, worum es da geht. Offenbarung 4 und 5, die Thronszene, interessant, aber auch das war so ein bisschen, na ja, viel Symbolsprache schon in diesen beiden Kapiteln. Und dann kamen aber Kapitel über die Posaunen, die ganzen sieben Reihen, die es halt da in der Offenbarung gibt, mit den sieben Siegeln und so weiter. Und ich weiß nicht mehr genau, wann es zu diesem Zeitpunkt kam, aber es kam der Zeitpunkt, wo ich mich einfach nur noch gefragt habe, was lese ich dort eigentlich. Da wurde nur noch von Tieren und Posaunen und diesem und jenem Symbol geredet und ich habe es einfach nicht verstanden. Ich weiß nicht, bis wohin ich gekommen bin, aber irgendwann wurde die Bibel zugemacht, sie wurde ins Regal gelegt und alle Begeisterung für Gottes Wort und speziell für die Offenbarung, die ich von diesen beiden anderen Personen mitgekriegt hatte, war vorbei.
[4:42] Die Bibel spricht an vielen, vielen Stellen von Symbolik. Symbolik, Bildsprache, ist erst mal etwas, was man nicht sofort auf Anhieb komplett versteht. Es ist ein Bild, was man analysieren muss, es ist ein Bild, was es gilt zu studieren, zu betrachten, warum ist genau dieses Bild ausgewählt. Und so müssen wir uns als erstes mal die Frage stellen, warum, was sind die Gründe, warum Gott Bildsprache verwendet, warum er Symbolik im Wort Gottes verwendet. Zunächst einmal, Bilder sind eine relativ universelle Sprache. Ja, es mag unterschiedliche Kulturen geben, die Symbole auch unterschiedlich verstehen, aber trotzdem, Bilder ist erst mal etwas, wo man nicht die Sprache kennen muss, man kann sich theoretisch auch übergreifend verständigen. Dann sagt man, ein Bild sagt oftmals mehr als tausend Worte. In einem Bild kann so viel enthalten sein, was manchmal sehr, sehr schwierig ist zu umschreiben und dann sind da vielleicht sogar ein paar Nuancen, die sich gar nicht so richtig in Worte fassen lassen. Ein Bild sagt oftmals mehr als tausend Worte. Dann sagt uns die Bibel durch diese Bildsprache auch oftmals etwas oder sie verwendet dort Elemente aus unserem Alltag. Es ist etwas, was uns bekannt vorkommt. Jesus sagt zum Beispiel in all den Gleichnissen, die er an das Volk gerichtet hat, er sagt, ich bin das Licht der Welt, ihr seid das Salz der Erde, ich bin das Brot des Lebens. Alles Dinge, die jeder Mensch im Alltag kennt. Jeder kann automatisch mit dieser Art von Symbolsprache, mit dieser Bildsprache etwas anfangen und dann hat es auch den positiven Effekt, dass es einen Erinnerungseffekt hat. Wenn man beispielsweise diesen Satz von Jesus gehört hat, ich bin das Brot des Lebens und ich beim nächsten Mal Brot essen vielleicht doch wieder an diesen Text denke, dann hat das für mich immer wieder eine tiefere Bedeutung. Dann erinnere ich mich daran und dann festigt sich dieser Gedanke, den ich schon dann oft gehört habe, aber immer wieder als Erinnerung bekomme durch die Symbolik, die einfach in meinem Alltag auftritt, wie das täglich Brot oder was es auch für Symbole sein mögen. Dann erfordern Bilder oftmals nicht wirklich einen allzu hohen Bildungsgrad. Was meine ich damit? Um Gottes Wort zu verstehen, muss man nicht zwangsläufig griechisch und hebräisch in Perfektion gelernt haben, um Dinge richtig zu interpretieren. Wenn Gott etwas in Bilder verkleidet, dann tut er das, damit auch die einfachsten Menschen es verstehen können. Auch Kinder können die großen Wahrheiten des Evangeliums oftmals sehr gut verstehen, weil sie in viel Bildsprache eingepackt sind. Das ist ein großer Vorteil, nicht das große Studium ist erforderlich. Natürlich brauchen wir ein Studium des Wortes Gottes, aber keinen höheren Bildungsgrad. Man braucht nicht unbedingt ein Doktor der Theologie zu sein, um Jesus in den Evangelien zu verstehen.
[8:06] Warum Gott es auch noch verwendet, diese Bildsprache, ist, er ist derjenige, der uns geschaffen hat und er hat in uns hineingelegt, dass wir immer nach mehr Wissen graben, dass wir nach höherem Streben, dass wir unseren Geist beschäftigt haben wollen. Ein Mensch, der sich langweilt, geht zugrunde. Und so gibt Gott in seinem Wort oftmals Bildsprache, damit man angeregt ist, Dinge noch tiefer zu verstehen und die verschiedenen Facetten davon zu beleuchten, sodass man am Ende ein großes Ganzes, ein großes Bild des Evangeliums versteht. Oftmals ist es auch so, dass es sich viel schwieriger ist, Fakten einfach so zu merken. Wer hat das gerne in der Schule gemacht, einfach eine Liste von, ich weiß nicht was und seien es nur eine Liste von Vokabeln. Wer hat Spaß daran gehabt, einfach stur 100 Vokabeln am Stück zu lernen? Fakten wissen. Man weiß nicht genau, wie man es anwenden soll. Man weiß nicht genau, wie man es überhaupt schaffen soll, das alles einfach trocken auswendig zu lernen. Aber wenn etwas in eine Geschichte verpackt ist, wenn etwas in ein Bild verpackt ist, dann arbeiten mehrere Sinne in unserem Wesen. Wir können das, was wir dort haben, quasi mit all unseren Sinnen irgendwie noch viel intensiver nachvollziehen und so ein tieferes Verständnis noch erlangen.
[9:47] Dann wird aber auch von Gott oftmals noch Bildsprache verwendet, um bestimmte Dinge vorzuschatten. Wir haben viel, vielmals diese Relation von Typus und Antitypus, dass etwas, was im alten Testament vorgeschattet war, dann im neuen Testament eine Entsprechung gefunden hat. Das Opferlamm, das Opferlamm ist ja auch ein Bild, ein Tier. Jeder kann sich das vorstellen, wie es aussieht. Ein unschuldiges, kleines Lämmlein und das wurde geschlachtet, geopfert und so konnten die Menschen sehen, wie schlimm Sünde ist, dass so ein makelloses, kleines Tierchen sterben musste wegen meiner Sünde. Und dann im neuen Testament verstehen wir ganz klar, dass die Erfüllung dieser ganzen Bildsprache, dieser ganzen Symbolik rund um das Heiligtum sich in Jesus erfüllt hat. Dass er das wahre Opferlamm ist, dass er derjenige ist, der all die Symboliken, die rund um das Heiligtum angesiedelt sind, erfüllt. Und so haben wir auch in dieser ganzen Relation von Typus und Antitypus immer wieder Bildsprache. Bilder, die sich leicht einprägen lassen, Bilder, die ein Gesamtes ergeben.
[11:11] Es gibt aber auch in der Bibel Bilder, die man durchaus auch falsch verstehen kann. Da haben wir beispielsweise in Matthäus 16, jetzt wie gesagt, einfach nur mal zwei Beispiele rausgegriffen. In Matthäus 16 haben wir eine Konversation zwischen Jesus und Petrus und Jesus sagt zu Petrus, du bist Petrus und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen und ich werde dir die Schlüssel des Himmels und der Hölle geben. Und wir wissen, dass viele, viele aufrichtige Christen diesen Text heutzutage missverstehen. Was Jesus an dieser Stelle sagt, ist, du bist Petrus, du bist der kleine Stein und auf diesen Felsen, ich bin der Felsen, auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen. Und so wird dieses Bild, was an dieser Stelle verwendet wird, oftmals falsch verstanden.
[12:17] Dann haben wir ein weiteres Bild, in diesem Fall einfach mal ein Gleichnis. In Lukas 16 sind sogar zwei Gleichnisse beschrieben, die oftmals falsch verstanden werden. In Lukas 16 von den Versen 19 bis 31 geht es um das Gleichnis vom reichen Mann und armen Lazarus. Und der oberflächliche Leser wird in dieser Bildsprache erstmal, zumindest in dem Kontext, in dem wir heute sind, nicht wirklich verstehen, worum es geht. Was soll der Text uns sagen? Wir haben jetzt nicht die Zeit, da tiefer darauf einzugehen, aber dort geht es halt darum, dass jemand gerne aus dem Leben danach zurückkehren würde und andere Leute warnen würde. Dann könnte der oberflächliche Leser natürlich denken, okay, die Toten haben ein Bewusstsein und die Toten würden gerne zurück, um zu warnen, weil sie genau wissen, was danach kommt. Aber Jesus verwendet dieses Bild an der Stelle, weil es eine gängige Auffassung der Zeit damals war. Und der Kern dieses Gleichnisses ist folgender, dass Jesus primär an der Stelle einfach sagen wollte, es ist jetzt die Zeit, dich vorzubereiten. Wenn du einmal gestorben bist, dann ist es vorbei. Du kannst dich nicht nochmal neu entscheiden. Bereite dich vor. Und er sagt, sie haben doch die Propheten, sie haben doch die Schriften, sie haben alles, was sie benötigen, um sich vorzubereiten. Da brauchst du nicht aus dem Totenreich nochmal zu ihnen kommen. Sie haben alles, was sie benötigen. Ja, auch dieses Gleichnis kann und wird oft falsch verstanden.
[14:08] Aber es ist ganz wichtig, dass wir uns zwei Texte jetzt angucken und die möchte ich mit euch aufschlagen, weil die einfach ein Fundament, eine Grundlage für das Verständnis von allem, aber auch vor allem dieser Bildsprache, uns helfen zu geben. Schlagen wir auf 2. Timotheus 3, Vers 16. In 2. Timotheus 3, Vers 16 sagt der Apostel Paulus Folgendes. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit. Es ist also so, dass Gott der Autor seines Wortes ist, natürlich, aber somit halt auch der Autor all dieser Bildsprache.
[15:10] Dann lasst uns den nächsten Text aufschlagen, das ist 2. Petrus 1, Vers 20. Und das schließt sich da nahtlos dran an. 2. Petrus 1, Vers 20 sagt Folgendes. Dabei solltet ihr vor allem das erkennen, dass keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist. Gott ist der Autor und die Deutung ist nichts eigenmächtiges. Niemand sollte sich anmaßen, aus seinem eigenen Überlegen, aus seiner eigenen Weisheit, aus seinem eigenen Verstand zu versuchen, was in der Bibel als Wahrheiten tief vergraben sind. Wir benötigen Gottes Hilfe. Gottes Wort sagt es ganz klar, wir brauchen Gott als Autor und als Erklärenden, der uns hilft. Und genau diesen Beistand haben wir in der Form des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist ist es, der uns die Bibel erklärt, der uns die Symbolsprache erklärt, der uns erklärt, was mit all diesen Bildern letztendlich gemeint ist. Gott als Autor weiß am besten, was er uns durch diese Bilder sagen will. Deswegen ist es auch so unheimlich wichtig, dass immer, wenn wir Gottes Wort aufschlagen, wir um den Beistand des Heiligen Geistes bitten. Das ist keine bloße Floskel, dass wir sagen, naja, es wäre schön, wenn du uns jetzt unterstützt, sondern es ist eine Notwendigkeit. Wir brauchen Gottes Beistand, um zu verstehen, was er direkt zu uns sagen möchte.
[17:01] Soweit erstmal als kurzer Überblick, als Einleitung. Aber wir wollen uns ja in diesem Quartal mit dem Buch Jeremia beschäftigen. Und so lasst uns jetzt rübergehen in das Buch Jeremia und dort einfach mal zwei Bilder herausgreifen, die in dieser Woche angesprochen waren und ein bisschen darüber nachdenken und dann hoffentlich die richtigen Schlüsse daraus für uns ziehen. Als erstes möchte ich mit euch Jeremia Kapitel 13 aufschlagen. Jeremia Kapitel 13 ist ein Bild und zwar das Bild des leinenden Gürtels. Wir wollen es einfach mal durchlesen, auf uns wirken lassen und dann ein bisschen darüber sprechen. Lesen wir in Jeremia 13 Abvers 1. So sprach der Herr zu mir, geh hin und kaufe dir einen leinenden Gürtel und lege ihn um deine Lenden, bringe ihn aber nicht ins Wasser. Verkaufte ich einen Gürtel nach dem Wort des Herrn und legte ihn um meine Lenden. Da geschah das Wort des Herrn zum zweiten Mal so zu mir, nimm den Gürtel, den du gekauft und um deine Lenden gelegt hast und mache dich auf, geh an den Euphrat und verbirg ihn dort in einer Felsspalte. So ging ich hin und verbarg ihn am Euphrat, wie mir der Herr geboten hatte. Und es geschah nach vielen Tagen, da sprach der Herr zu mir, mache dich auf und gehe an den Euphrat und hole dort den Gürtel, von dem ich dir geboten hatte, dass du ihn dort verbergen sollst.
[18:32] Jeremia bekommt also einen Auftrag, er soll sich einen Gürtel besorgen und etwas Bestimmtes mit ihm machen. Er soll bis zum Fluss Euphrat gehen, was höchstwahrscheinlich eine ganze Strecke weit weg gewesen ist und er soll diesen Gürtel, der sinnbildlich für etwas steht, weil der Gürtel, den legte man ja eng an den Leib an und genauso sollte dieser Gürtel, der das Volk repräsentiert, nahe bei Gott sein. Aber dieser Gürtel soll bewusst dann weggelegt werden, mit einer Symbolik dahinter. Er soll verborgen werden und so macht Jeremia das genauso, wie ihm gesagt wurde und dann kommt der Auftrag, dass er ihn wiederholen sollte. Und dann gibt es eine Bestandsaufnahme und die Bestandsaufnahme wollen wir jetzt lesen in Vers 7. Dort heißt es, so ging ich hin an den Euphrat und grub auf und nahm den Gürtel weg von dem Ort, wo ich ihn verborgen hatte und siehe, der Gürtel war verdorben. Er taugte zu gar nichts mehr. Mit dem Gürtel war nichts mehr anzufangen. Er war verrottet, nicht mehr zu gebrauchen, hat seinen Zweck nicht mehr erfüllen können.
[19:51] Diese Bestandsaufnahme ist natürlich etwas, im Bild gesprochen, nicht so dramatisches, weil man kann ja schnell mal seinen Gürtel austauschen, einen neuen Gürtel besorgen, aber der Gürtel steht ja für etwas. Der Gürtel steht für das Volk Gottes und wenn Gott über sein eigenes Volk sagt, mein Gürtel, mein Volk ist zu nichts mehr zu gebrauchen, er taugt nichts. Ich habe mir einen Gürtel besorgt, um bestimmten Zweck damit zu verfolgen, aber er bringt mir dazu nichts mehr. Zielverfehlung. Es ist nicht mehr das, wozu er eigentlich gedacht war. Und dann steht in Vers 8 und 9 etwas, wie Gott darauf reagieren will. Es heißt, da ging das Wort des Herrn an mich folgendermaßen, so spricht der Herr, gerade so will ich den Stolz Judas und den Stolz Jerusalem, der sehr groß ist, verderben. Was will Gott machen? Er will nicht länger zusehen. Er sieht, dass das Volk komplett auf Abwägen sind. Wir haben ja in den letzten Kapiteln oder in den letzten Studienabschnitten schon immer wieder die Punkte gehabt, was faul war an der Einstellung des Volkes. Und so will Gott ihnen helfen. Was sagt er? Er möchte ihren Stolz zerbrechen. Er weiß, dass ihr Stolz letztendlich das ist, was sie selber kaputt macht. Und Gott will nicht länger zusehen, dass sie sich durch ihren Stolz selbst kaputt machen, sondern er will eingreifen. Gott sieht nicht zu, wie sein Volk einfach verdirbt, sondern er will helfen.
[21:49] Und wie geht Gott in solchen Fällen immer damit um? Es gibt diesen schönen Vers in Amos 3, Vers 7, wo es heißt, nein, der Herr tut nichts. Er tut gar nichts. Es sei denn, er erkündigt es an, er sagt es durch seine Propheten vorher. Und so sieht Gott einen Missstand im Volk. Er will seinem Volk helfen. Und so wendet er sich jetzt an seinen Propheten Jeremia und gibt ihm weitere Aufträge. Erstmal geht er mit Jeremia so um, dass Jeremia noch mehr verstehen kann, was die eigentliche Problematik ist, um ihm dann Aufträge zu geben, um das Volk zu warnen und letztendlich zu einer Umkehr zu bewegen.
[22:34] Lesen wir einfach weiter in Jeremia Kapitel 18, wo Jeremia auch noch etwas mitgeteilt bekommt von Gott. Er soll noch besser verstehen, wie das Verhältnis ist zwischen Gott und seinem Volk. Lesen wir in Jeremia 18, die ersten sechs Verse. Das Wort, das an Jeremia von Seiten des Herrn erging, lautete folgendermaßen. Mache dich auf und geh in das Haus des Töpfers hinab. Dort will ich dich meine Worte hören lassen. Und ich ging in das Haus des Töpfers hinab und siehe, da fertigte er gerade ein Werkstück auf der Scheibe an. Aber das Gefäß, das er aus Ton machte, verdarb in der Hand des Töpfers. Da fing er von Neuem an und machte daraus ein anderes Gefäß, wie es in den Augen des Töpfers richtig war. Daher ging das Wort des Herrn an mich folgendermaßen. Kann ich mit euch nicht genau so umgehen, wie dieser Töpfer, du Haus Israel, spricht der Herr? Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid auch ihr in meiner Hand, spricht der Herr.
[23:51] Gott macht zunächst erstmal seinem Propheten klar, worum es eigentlich geht. Er macht ihm nochmal klar, in diesem Bild gesprochen, dass Gott wirklich dieser Töpfer ist, der uns als Werkstück in seiner Hand halt. Und je nachdem, wie etwas gelingt oder nicht gelingt, je nachdem, wie etwas herauskommt, ob es seinem Zweck und Sinn und Ziel gerecht wird oder eben nicht, hat Gott diese Souveränität, mit uns so umzugehen, wie er es für richtig hält. Das macht er seinem Propheten ganz klar und deutlich.
[24:46] Aber es bleibt nicht dabei. Gott will Jeremia dann noch weiteres offenbaren, beziehungsweise es gibt dann schon sofort als nächstes den Auftrag, was in dem gleichen Bild gesprochen, Jeremia dann an das Volk weitergeben soll. Und zwar können wir einfach weiterlesen in Jeremia 19 und dort die Verse 1 und 2. Da heißt es, so sprach der Herr, geh hin und kaufe beim Töpfer einen Krug aus Ton und nimm etliche von den Ältesten des Volkes und von den Ältesten der Priester und geh hinaus in das Tal Ben-Hinnom, das außerhalb des Scherbentores liegt und verkündige dort die Worte, die ich dir sagen werde.
[25:29] Der Auftrag sollte jetzt also sein, dass Jeremia es weitergibt, dass er nicht einfach nur das, was Gott ihm alles erklärt hat, für sich behält, sondern es hat ja ein Ziel, ein Zweck. Ein Prophet ist ja ein Sprachrohr Gottes. Er möchte durch die Propheten eine bestimmte Botschaft mit einer Zielsetzung an das Volk richten, damit sich etwas verändert. Wir haben ja gesagt, Gott der Herr tut nichts, es sei denn die Propheten kündigen es vorher an und so soll er sich jetzt Älteste nehmen und ihnen etwas symbolisch vorstellen. Und die Symbolik, die dort angesprochen ist, ist etwas plastisch, was wie Gott eigentlich mit seinem Volk dann umgehen will. Zunächst aber begründet er noch einmal, warum es so ist. Jeremia soll nicht einfach, sage ich jetzt mal, das Unheil ankündigen, sondern er soll mit dieser Symbolik, wir werden gleich noch sehen, er soll den Topf, den er gekauft hat, zerschmettern. Er soll mit dieser Symbolik nicht einfach nur drohen, sondern er soll erklären, worum es eigentlich geht. Und das finden wir in den weiteren Versen in Vers 4 und 5. Da steht noch einmal, darum, weil sie mich verlassen und diesen Ort missbraucht und dort anderen Göttern geräuchert haben, die weder sie noch ihre Väter noch die Könige von Judah gekannt haben. Und sie haben diesen Ort mit dem Blut Unschuldiger gefüllt. Sie haben auch die Höhlen des Baal gebaut, um ihre Kinder dem Baal als Brandopfer mit Feuer zu verbrennen, was ich nicht gebeten, geboten und wovon ich nichts gesagt habe und was mir nie in den Sinn gekommen ist. Sie haben Dinge gemacht, die dem Wesen Gottes so was von fremd sind. Das Volk hat sich so sehr von Gott entfernt, dass sie bereit waren, die schändlichsten Dinge zu tun und am besten noch in ein religiöses Gewand gehüllt. Als Gottes Volk, wir sind doch sein auserwähltes Volk. Aber sie sind so weit abgewichen, dass Gott ihnen jetzt hier, bevor er ihnen dieses Bild gibt, noch einmal sagt, worum es hier eigentlich geht. Er weist sie nochmal explizit darauf hin, was im Volk falsch läuft. Und es sind wirklich starke Stücke, die sie machen. Die eigenen Kinder verbrennen und irgendwelchen Götzen zu opfern, ist schon etwas Grausames.
[28:14] Und dann geht es weiter. Dann soll Jeremia dieses Bild auch ganz plastisch den Leuten vor Augen führen. Und das haben wir in Vers 10. Dort steht, du sollst den Krug zerbrechen vor den Augen der Männer, die mit dir gehen. Was sollte er tun? Sollte er ein kleines Werkzeug nehmen und etwas ankratzen? Sollte er eine kleine Delle hinein machen? Sollte er es irgendwie verschmutzen? Nein. Das Bild, was hier gebraucht wird, ist, Gott ist der Töpfer. Er hat ein Gefäß geformt. Und was soll mit diesem Gefäß geschehen? Es soll zerschmettert werden. Es ist zu nichts mehr zu gebrauchen. Komplett zerstört. Ich weiß nicht, wem es schon mal passiert ist, dass vielleicht eine Vase runtergefallen ist oder ein Blumentopf oder irgendetwas. Man hat bei sowas ja vielleicht noch die Hoffnung, dass es nur in, sage ich jetzt einfach mal, zwei große Teile zerbricht. Dann holt man etwas Sekundenkleber, versucht es wieder zu reparieren und es ist vielleicht nicht mehr ganz so schön, es hat einen Makel, aber trotzdem ist es vielleicht noch zu gebrauchen. Aber das Bild, was Gott hier verwendet, hat nichts damit zu tun, dass man noch etwas verwenden könnte. Dieser Topf sollte zerstört werden, in x-beliebige kleine Teile zerbersten, sodass klar war, mit dem Ding kann man nichts mehr anfangen. Das ist kein Topf mehr, das sind nur noch Tonscherben, so klein, dass sie zu nichts mehr Nütze sind und nur dazu bestimmt sind, einfach weggeworfen zu werden. Es drückt eine gewisse Endgültigkeit aus. Gott macht zwar an anderer Stelle immer wieder Hoffnung, dass er sagt, ich möchte aber ganz anderes mit euch verfolgen, aber in diesem Bild gesprochen bleibt es erst mal bei dieser Endgültigkeit, dass der Topf zerstört ist und nichts mehr damit anzufangen ist.
[30:20] Und wenn das Volk versteht, was Gott damit sagen will, dann müsste es einen tiefen Eindruck auf sie haben. Gott will nicht einfach nur damit sagen, naja, wäre gut, wenn er morgen mal ein bisschen versucht, euch ein bisschen weniger zu Baal zu orientieren. Nein, Gott sagt, ihr müsst euch entscheiden. Ihr müsst euch entscheiden, was ihr wirklich wollt. Wollt ihr mir dienen, dann bin ich der Glücklichste, denn das ist mein Ziel mit euch.
[30:56] Er sagt an anderer Stelle, warum er zum Beispiel in diesem Bild mit dem Gürtel, warum er das Volk sich auserwählt hat. Es sollte ihm zum Ruhm dienen. Es sollte ihm Ehre bereiten. Wir lesen beispielsweise im fünften Buch Mose, dass das Ziel gewesen wäre, dass andere Völker dazu kommen und sehen, was für verständiges Volk ist das. Sie haben so gerechte Satzungen und alles, was sie tun, ist von ihrem Gott so wunderbar geführt. Das ist der Ruhm und die Ehre, die Gott sich so gerne für sich gewünscht hätte. Aber ist es etwas, was Gott selbstsüchtig macht? Natürlich nicht, denn dadurch, dass das Volk treu gewesen wäre, wären sie natürlich selbst die Glücklichsten damit gewesen. Aber oftmals ist es anders gekommen und so muss Gott manchmal den Menschen bildlich vor Augen halten, was die Konsequenzen wirklich sind. Wenn du nicht von diesem Weg, den du eingeschlagen hast, umkehrst, dann tut es Gott zwar weh, aber er hat die Macht und die Souveränität und er muss dich leider zerstören. Es ist eine harte Botschaft, die Jeremia an das Volk richtet, aber es hat immer ein Ziel, es hat einen Zweck, es hat einen Sinn.
[32:38] Wenn wir beispielsweise einfach mal woanders hingehen im Alten Testament, in Hesekiel 18 und dort lesen wir einfach mal den Vers 32. Wieder ein weiteres Puzzlestück im Großen und Gesamtbild, um Gott zu verstehen, was Gottes Absicht mit uns ist. Hesekiel 18 und dort der Vers 32 sagt, denn ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muss, spricht Gott der Herr. So kehrt denn um und ihr sollt leben. Kehrt um ist immer wieder sein Aufruf. Kehrt um und geht nicht unter.
[33:23] Wir haben die Wahl. Wir können Gottes Rufen, auf Gottes Rufen antworten oder wir können die feine, sanfte, säuselnde Stimme des Heiligen Geistes immer wieder unterdrücken, beiseite tun, sodass Gott vielleicht noch direkter, wie im Falle von Jeremia dann mit diesen Bildern an das Volk rangehen musste, um es noch dringlicher zu sagen, um ihnen die Dringlichkeit bewusst zu machen, wenn ihr euch nicht ändert, dann bedeutet es Vernichtung. Es ist vorbei, aber Gott sendet seine Botschaften immer aus mit einem Ziel und mit einem Plan. Es gibt nichts Zufälliges, was Gott mitteilt. Es ist immer mit einem Sinn dahinter verbunden.
[34:09] In der Lektion wird aber auch der Text in Römer Kapitel 9 angesprochen. Römer Kapitel 9 ist wieder etwas, was man möglicherweise falsch verstehen könnte, wenn man nur oberflächlich einfach mal diesen Vers isoliert lesen würde. Römer 9, dort lesen wir mal die Verse 20 und 21. Es ist wieder die gleiche Bildsprache. Es geht um Töpfer und Ton. Mal schauen, was aus diesem Vers wir lernen können und in das Gesamtbild einfügen können. Römer Kapitel 9, die Verse 20 und 21 heißen, ja, oh Mensch, wer bist denn du, dass du mit Gott rechten willst? Spricht aus das Gebilde zu dem, der es geformt hat, warum hast du mich so gemacht? Oder hat nicht der Töpfer Macht über den Ton aus derselben Masse, das eine Gefäß zur Ehre, das andere zur Unehre zu machen?
[35:11] Wie ist es nun? Ist Gott willkürlich? Macht er sich vorher in seiner göttlichen Allmacht Gedanken, wen er zu Ehre und zu Unehre schafft? Kann ich mich also entschuldigen, wenn mein Leben nicht optimal verläuft, dass es Gottes Verantwortung ist? Ist er derjenige, der mein Schicksal vorherbestimmt?
[35:39] Gehen wir zurück zur Jeremia. Schauen wir nochmal einen Text in Jeremia 18 an. Wir haben ja vorhin schon die Verse 1 bis 6 gelesen. Dann stehen aber weitere Verse in Jeremia 18, die Verse 7 bis 10. Und wir müssen verstehen, dass Gott, wie gesagt, ein Ziel und ein Zweck mit jedem Menschen und mit seinem Volk hat. Und dort lesen wir jetzt ab Vers 7, einmal rede ich über ein Volk oder ein Königreich, das sich es ausrotten, verderben oder zugrunde richten will. Wenn aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit umkehrt, dann reut mich auch das Unheil, das ich über sie zu bringen gedachte. Und ein anderes Mal rede ich über ein Volk oder ein Königreich, das sich es bauen und pflanzen will. Wenn es aber das tut, was böse ist in meinen Augen und auf meine Stimme nicht hört, so reut mich auch das Gute, das ich mir vorgenommen hatte, ihnen zu tun.
[36:54] Ich denke, wenn wir die Gesamtaussage zusammennehmen, dann ist Gott nicht willkürlich, sondern er tut immer das, was zu unserem Besten dient. Alles das, was er tut, ist nicht aus einer möglichen egoistischen Haltung Gottes, dass du bereitest mir keine Ehre, dann muss ich dich leider vernichten, sondern er sieht, wohin Sünde und Abweichen von seinem Willen führt. Und zu unserem Besten muss er manchmal Schranken geben. Er sagt aber hier, wenn jemand in die falsche Richtung läuft, wenn etwas falsch läuft, man aber umkehrt, dann ist es ganz natürlich für Gott, dass er barmherzig ist, dass er des Unheils geräut, was er eigentlich über die Person bringen wollte. Aber warum wollte er das Unheil denn über sie bringen? Doch nur, um sie wieder auf den richtigen Weg zurückzubringen. Aber auch das gegenteilige Bild, wenn Gott Segnungen verheißen hat, die Menschen sich aber nicht an seinen Planen halten, dann führt es dazu, dass auch das Gott wiederum geräut. Warum geräut es ihn? Weil er sieht, wie das Abweichen von seinem Willen ins Verderben führt. Und so tut Gott alles, um Menschen dazu zu bewegen, umzukehren, dass alles getan wird, damit sie doch zurückkommen zu ihrem Vater im Himmel.
[38:27] Er wünschte sich so sehr die Beziehung zu seinem Volk, dass er aber ist, ihr Vater. Eine enge Verbindung, der Gürtel, der ihm so eng angelegt ist. Er beschreibt sich auch selbst als Henne, der die Küken unter ihren Flügeln bewacht. Gott möchte sich so intensiv um sein Volk kümmern und sorgen. Aber je weiter man aus freien Entscheidungen und aus freien Stücken sich immer weiter und weiter von Gott entfernt, obwohl es dafür eigentlich keinen Grund gibt, weil Gott ist gut und will das Beste für uns. Wenn wir uns aber trotzdem immer weiter und weiter entfernen, dann kommen wir irgendwann an den Punkt, wo der Gürtel zu nichts mehr Nütze ist, wo wir vielleicht gar nicht mehr in der Lage sind, auf Gottes Stimme zu hören, gar nicht mehr in der Lage sind, umzukehren. Und so bleibt Gott leider gar nichts anderes übrig, als uns untergehen zu lassen, uns die Folgen zu geben, die wir selbst durch unsere Entscheidung auf uns gebracht haben.
[39:41] Die Symbolik, die in Jeremia in dieser Woche angesprochen wurde, das Bild mit dem Gürtel und das Bild mit dem Töpfer und dem Gefäß, was er gemacht hat, soll nicht nur für die Leute damals ein ernster Aufruf gewesen sein, umzukehren, zu überdenken, was in der Vergangenheit gewesen ist und vielleicht doch wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Nicht nur für die Leute damals, sondern auch für uns heute sollten wir das Studium heute nicht nur abtun damit, zu wissen, was in der Vergangenheit geschehen ist, dass es einen Propheten gab, der mit einem Volk bestimmt umgegangen ist, sondern wir sollen persönlich lernen aus dieser Geschichte, aus dieser Erfahrung des Jeremia mit seinem Volk. Wir sollen aus der Bildsprache etwas herausnehmen.
[40:39] Und Paulus spricht es ja auch im Neuen Testament an. Wir sind nämlich genauso Tongefäße in den Händen Gottes. Und er, das sagt er an verschiedenen Stellen, er hat diese Souveränität, dass er mit uns machen kann, wie es ihm am besten erscheint. Und wir dürfen wissen, dass Gott nicht willkürlich handelt. Wir dürfen wissen, dass er, weil er Liebe ist, gar nicht anders kann, als für uns das Beste, für sein Gegenüber, nämlich uns das Beste zu wollen und das Beste zu verfolgen.
[41:18] Was nehmen wir also persönlich mit aus diesem Studium von heute? Ich habe mir einfach mal ein paar ganz praktische Sachen überlegt. Wir haben ja zunächst erstmal über Bildsprache im Allgemeinen nachgedacht. Warum verwendet Gott überhaupt Bilder? Wir haben gesehen, dass es viele Vorteile hat, weil in Bildern bestimmte Dinge ganz anschaulich und plastisch erklärt werden können. Kann man Bilder falsch verstehen? Durchaus. Kann man Bilder vielleicht auch nicht genug und nicht richtig interpretieren? Ja. Kann man Bilder vielleicht auch überstrapazieren, dass man vielleicht ein Bild sieht und versucht, jedes minutiöse Detail zu deuten? Ja, man kann es auch überstrapazieren und dem Bild auch wieder nicht gerecht werden. Ich möchte dich aufrufen, heute mit ganz neuer Begeisterung und mit ganz neuem Bewusstsein an das Bibelstudium ranzugehen und zu verstehen, dass wir Gott brauchen für die Auslegung, was er uns durch sein Wort sagen möchte. Möchtest du dich neu entscheiden, dass der Heilige Geist jedes Mal, wenn du sein Wort öffnest, wenn du die Bibel öffnest, dass er dein Lehrer sein soll? Manchmal haben wir ja unsere eigenen Vorstellungen in Bezug auf Bibelstudium. Aber lasst uns immer, wenn wir Gottes Wort lesen, mit der demütigen Haltung da herangehen, dass wir bereit sind, unsere Vorstellung abzulegen und der Stimme des Heiligen Geistes für unser Leben gehorsam zu leisten und darauf einzugehen, was Gottes Plan mit uns ist.
[43:06] Dann ist natürlich als nächstes vielleicht etwas, was ich auch am Anfang angesprochen habe. Gibt es vielleicht in der Bibel irgendein Gleichnis, irgendein Bild, irgendetwas, was du vielleicht noch nie so wirklich verstanden hast? So wie ich beispielsweise damals an die Offenbarung herangegangen bin und nicht genau wusste, was diese ganze Symbolik bedeutet und dann irgendwann war es mir zu viel Symbolik und ich habe das Buch beiseite gelegt. Gibt es in deinem Leben, in deinem Verständnis irgendetwas, wo du dich vielleicht noch nie herangetraut hast? Wo du vielleicht sogar gesagt hast, das Buch Jeremia, ich kann damit nicht wirklich was anfangen. Bilder, die verwendet werden, die mir nichts sagen. Möchtest du vielleicht in der Zukunft dir vielleicht ein so ein Thema raussuchen und intensiver studieren? Dann bitte Gott, dass er es dir erklärt und gib nicht eher locker und gib nicht eher Ruhe, bis du es wirklich verstanden hast.
[44:08] Vielleicht gibt es aber auch Bilder, die du vielleicht schon mal verstanden hast, Symboliken, die dir geläufig waren, aber über die Jahre hat man es vielleicht nicht immer wiederholt, sondern es ist irgendwie verblasst und du weißt gar nicht mehr so richtig, was damit letztendlich gemeint ist oder du weißt zwar noch in etwa, was es bedeutet, aber du hättest nicht mehr die Möglichkeit, es jemand anderes zu erklären und das ist ein wichtiger Punkt. Du hast nie etwas richtig tief verstanden, bis du nicht jemandem anderen in der Lage wärst, etwas zu erklären, bis er in der Lage wäre, es zu verstehen und es anderen weiterzugeben. Ich sage es nochmal, du hast etwas noch nicht so richtig tief verstanden, bis du nicht an den Punkt kommst, dass du es so tief verstanden hast, dass du es anderen erklären könntest, sodass auch sie es weitergeben könnten. Weil wenn man jemandem etwas erklärt, dann kommen Rückfragen und Rückfragen können manchmal ganz gefährlich sein, weil da kommt es dann wirklich darauf an, dass man auch die Hintergründe und so alles richtig versteht und es gibt in unserer heutigen Zeit viele wichtige Themen, die wir als Volk Gottes, als Kinder Gottes wirklich verstehen müssen. Es gibt die Bilder in der Prophetie, die wir erklären müssen. Ist es einfach ein Zwang, den wir irgendwie machen müssen? Nein, aber wir sollten die Sachen verstehen, damit wir der Welt weitergeben können, was in Zukunft auf die Welt hereinbrechen wird. Wenn du beispielsweise noch nie wirklich verstanden hast, was bedeutet das Mahlzeichen des Tieres oder was bedeutet die Abfolge der Reiche in Daniel 2? Wie kann man das anderen weitergeben? Wie kann man es erklären? Wenn du diese Bilder vielleicht noch nie oder nicht mehr so richtig verstehst, dann nimm dir doch vielleicht in dieser Woche vor oder auch darüber hinaus natürlich noch intensiver zu studieren, was diese ganzen Bilder aussagen.
[46:18] Da mag es aber vielleicht auch noch weitere Sachen geben, die dir vielleicht helfen in deinem persönlichen Leben mit Gott. Es mag vielleicht Bilder geben, die du dir selbst überlegen kannst, die dir helfen. Beispielsweise, wenn die Bibel sagt, ich bin das Brot des Lebens. Das kommt aus Jesu Mund. Ich bin das Brot des Lebens, sagt Jesus. Dann kann man sich ja selbst Eselsbrücken bauen und jedes Mal, wenn man Brot isst, daran denken, was Jesus für einen wirklich bedeutet. Dass er derjenige ist, der, wenn wir ihn verdauen und kauen und die Wahrheiten richtig versuchen in uns aufzunehmen, dass er unseren Körper erbaut. Das Material, was wir durch ihn bekommen, erbaut uns geistlich. Schau in deinem Leben einfach nach irgendwelchen Dingen, die dich immer wieder erinnern an das, was Gott in seinem Wort uns offenbart hat. Oder immer, wenn ihr ein Hungergefühl habt, wenn ihr vielleicht sogar mal fastet oder einfach nur es wieder ein bisschen länger gedauert hat, bis das Mittagessen kam, dann kann euch dieses Hungergefühl sagen, hey, eigentlich ist noch viel wichtiger, dass ich auch so ein Hungergefühl nach dem Wort Gottes habe. Vielleicht sollte ich doch mal wieder häufiger in Gottes Wort studieren. Auch wieder eine Symbolik, ein Bild, was einem helfen kann im Alltag. Wie gesagt, die Bilder, die Gott verwendet, sind ja Dinge unseres Alltags, damit wir immer wieder darüber stolpern, immer wieder darauf stoßen und uns die Wahrheiten einprägen.
[48:08] Und einen letzten Punkt, den ich noch als Gedankenanstoß mitgeben möchte, ist der folgende, dass du vielleicht noch mal ganz bewusst darüber nachdenkst, wie du dazu stehst, dass Gott absolut souverän ist. Bist du damit einverstanden, dass Gott mit deinem Leben das tun will, wie es ihm gefällt? Wir wissen ja, dass Gott kein Tyrann ist, der willkürlich irgendetwas tut. Er will ja nur das Beste für uns. Und so haben wir Texte in der Heiligen Schrift, beispielsweise in Römer 8, Vers 28. Denn wir wissen ja, dass denen, die Gott lieben, wie viele Dinge zum Besten dienen. Alle Dinge. Alle Dinge dienen uns zum Besten, wenn wir darauf aus sind, Gottes Willen zu erfüllen. Oder Jakobus 1, Vers 2 steht, dass wir in Versuchungen, Anfechtungen, Prüfungen, dass wir uns freuen sollen. Warum? Weil Gott mit diesen Dingen, die er in unser Leben bringt, ein Ziel verfolgt. Er möchte uns wieder zurück auf den richtigen Weg bringen. Er möchte, dass wir in ihm die Fülle des Lebens haben. Das ist sein Wunsch, das ist sein Ziel. Er möchte, wie er auch zu Abraham gesagt hat, in 1. Mose 12, ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein. Das ist unser Gott, der ein Ziel und einen Zweck mit uns persönlich, aber auch mit uns als seinem Volk hat. Lasst uns weiterhin darüber nachdenken, über all diese Themen, über all diese Bilder und den Segen davontragen, dass aus dem Gehorsam Gottes Wort gegenüber, aus dem Verständnis, was er uns für sein Wort gibt, unser Leben bereichert wird und wir die glücklichsten Menschen sind, die Gott in allem verherrlichen.
[50:02] Zum Abschluss möchte ich diese Gedanken noch einmal vor Gott legen und möchte mit euch beten. Vater im Himmel, wir danken dir Herr für all das, was du in deinem Wort hast aufschreiben lassen. Wir danken dir Herr, sowohl für die wunderbaren Wahrheiten, die Schönheiten des Evangeliums, aber auch für die eindringlichen Warnungen, die wir auch heute studiert haben. Wir haben studiert, dass du der Töpfer bist, wir der Ton in deinen Händen und dass du möglicherweise uns sogar zerbrechen musst, zerstören musst, weil es das Beste für uns wäre. Aber wir wollen aus dieser dringlichen Warnung, die Jeremia an das Volk damals gerichtet hat, heute die richtigen Schlüsse ziehen. Und so segne uns, dass wir dieses Bild richtig verstehen, dass wir in der Hand des Töpfers, in deiner Hand geborgen sind und dass du alles dafür tust, dass wir glücklich sind und in Ewigkeit bei dir sind, dass wir dein Ruhm sind, deine Herrlichkeit und dass wir in Ewigkeit enge Gemeinschaften mit dir haben können. So segne uns im weiteren Studium deines Wortes und wir danken dir dafür. Amen.
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