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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2015 4th Nr 7

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird die fortwährende Krise im Buch Jeremia beleuchtet. Christopher Kramp analysiert die Kapitel 9, 10 und 26 und zeigt auf, wie Jeremia eine systemische Krise beschreibt, die trotz Gottes Warnungen anhält. Die Predigt betont die Wichtigkeit der Gotteserkenntnis und warnt vor menschlichen Theorien und Traditionen, die das Wort Gottes verdrängen. Es wird auch die Bedeutung der Botschaft Gottes als Rettungsbotschaft hervorgehoben, selbst wenn sie Gericht ankündigt.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2015 Q4: Jeremia

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.tv.de. Herzlich willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Wir wollen uns heute mit einer weiteren Folge beschäftigen im Buch Jeremia. Wir sind ja dabei, diesen wirklich faszinierenden Propheten zu studieren mit seinen zum Teil sehr aufrüttelnden und zum Teil auch sehr ernüchternden Botschaften. Wir bereiten uns heute vor auf das Bibelgespräch am 14. November und das Thema ist: Die Krise geht weiter. Wir mögen keine Krisen, aber was wir noch weniger mögen als Krisen, sind Krisen, die ständig anhalten, die sich scheinbar nicht lösen lassen und nicht lösen lassen wollen. Jeremia beschreibt nicht nur eine kurzzeitige Krise, die mal plötzlich auftrat und dann mit viel Anstrengung gelöst werden konnte, sondern er beschreibt eine Krise, die sozusagen systemisch geworden war, die immer weiter ging trotz all der Warnungsbotschaften, all der Rettungsangebote Gottes. Und heute wollen wir da diesbezüglich drei Kapitel studieren: Jeremia 9, 10 und 26. Und bevor wir das tun, möchte ich euch einladen, dass wir gemeinsam beten.

[1:33] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir in deinem Wort kraftvolle Verheißungen finden und Warnungen, die für unsere Zeit heute gelten. Wir möchten dich bitten, dass wenn wir jetzt in deinem Wort lesen, dass du uns den Heiligen Geist schenkst, damit wir erkennen, was die Botschaft des Jeremia für uns heute ist. Bitte sei du bei uns, bewahre uns vor falschen Interpretationen und gib, dass dein Wort mit Vollmacht zu uns spricht. Im Namen Jesu. Amen.

[2:01] Wir wollen mit Jeremia 9 beginnen und interessanterweise ist eigentlich Jeremia 9, Vers 1 so mitten in den Gedanken hineingebaut, so dass wir eigentlich zwei Verse vorher am Ende von Jeremia 8 anfangen sollten. Ich beginne mal in Vers 22, Jeremia 8 und dort Vers 22. Dort heißt es: „Ist denn kein Balsam in Gilead? Ist kein Arzt da? Warum hat die Heilung der Tochter meines Volkes keine Fortschritte gemacht?“ Mit anderen Worten: Warum wird es nicht besser? Stichwort: Die Krise geht weiter. Gibt es keine Medizin? Ist kein Arzt da? Gibt es nicht irgendetwas, was dem Volk Israel helfen könnte, was Juda zur Einkehr bringen, zur Rückkehr bringen könnte, zur Einsicht? Jeremia stellt diese Frage. Die Frage, die Gott hat: Warum macht das Volk keine Fortschritte? Manchmal können wir vielleicht auch diese Frage stellen. Wir sehen, dass es im Volk Gottes Krisen gibt und wir hoffen vielleicht, dass sie schnell gelöst werden und irgendwann kommt uns dieser Gedanke: Vielleicht sind diese Krisen ja systemisch. Warum gibt es keinen Fortschritt? Und Jeremia hat das sehr, sehr mitgenommen.

[3:17] Vers 23 sagt uns: „O, dass mein Haupt zu Wasser würde und mein Auge zum Tränenquell, so würde ich Tag und Nacht die Erschlagenen der Tochter meines Volkes bewahren.“ Jeremia war zu Tode betrübt, er hat geweint und geweint und geweint. Er hat sich nicht in seine heilige Ecke verkrochen und gesagt: „Nein, ich habe es euch ja gesagt, ihr wolltet nicht hören.“ Er hat geweint, er hatte ein Mitleid mit den Menschen und wir sehen in ihm auch hier wieder ein Vorbild auf Jesus Christus, der, als er Jerusalem sah, anfing zu weinen. Schon in Vers 21 hat er gesagt: „Wegen des Zusammenbruchs der Tochter meines Volkes bin ich ganz zerbrochen, ich trage Leid und Entsetzen hat mich ergriffen.“

[4:07] Und dann in Kapitel 9, Vers 1 sagt er: „O, dass ich in der Wüste eine Herberge für Wanderer hätte, dass ich mein Volk verlassen und von ihm wegziehen könnte.“ Es kam der Punkt, wo Jeremia nicht mehr bei seinem Volk sein wollte. Er weint um das Volk, er hatte Mitleid mit dem Volk, aber er konnte ihre Rebellion nicht mehr ertragen. Er sagt: „Denn sie sind alle Ehebrecher und ein treuloser Haufen.“

[4:41] Vers 2: „Sie haben ihre Zunge als ihren Bogen mit Lügen gespannt und nicht durch Wahrheit sind sie mächtig geworden im Land, denn sie schreiten fort von Bosheit zu Bosheit.“ So wie im Neuen Testament wir fortschreiten können von Glauben zu Glauben und von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, so schritten diese Gläubigen des Volkes Gottes – in Anführungsstrichen – von Bosheit zu Bosheit vor. Und dann sagt er: „Mich aber erkennen sie nicht.“ Das Entscheidende in der Erfahrung des Volkes Gottes ist die Gotteserkenntnis, die fehlte.

[5:20] In Johannes 17, Vers 3 lesen wir: „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den, den du gesandt hast, hier ist Christus, erkennen.“ In 2. Korinther 4 und dort Vers 4 heißt es bei den Ungläubigen: „Denen der Gott dieser Weltzeit die Sinne verblendet hat, sodass ihm das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit des Christus nicht aufleuchtet.“ Nun, was ist das Herrliche, das Evangelium von der Herrlichkeit des Christus? In Vers 6 heißt es: „Denn Gott hat ihm Licht geboten, aus der Finsternis hervorzuleuchten. Er hat es auch in unseren Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ Das heißt, die Herrlichkeit Gottes, die Erkenntnis Gottes – eine Herrlichkeit, etwas, was wir erkennen können im Leben von Jesus Christus. Dieses Evangelium erleuchtet unser Herz. Der Satan möchte, dass wir so verblendet werden, dass wir diese Erkenntnis nicht haben. Der Satan hatte also offensichtlich das jüdische Volk damals, zur Zeit von Jeremia, verblendet. Die Gotteserkenntnis war nicht mehr da.

[6:36] 1. Korinther 15 und dort Vers 34. Paulus spricht hier zu der Gemeinde in Korinth und sagt: „Werdet doch wirklich nüchtern und sündigt nicht, denn etliche haben keine Erkenntnis Gottes. Das sage ich euch zur Beschämung.“ Das heißt, wer Gott nicht erkennt, der sollte sich schämen. Paulus sagt: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht.“ Das Evangelium bringt die Erkenntnis Gottes. Dem Volk Gottes damals fehlte es also, wenn wir alles zusammennehmen, an dem Evangelium der guten Nachricht. Sie nannten sich zwar Volk Gottes, das Evangelium hatte keine Wurzel in ihrem Leben, sondern sie schritten fort von Bosheit zu Bosheit. Es wurde immer schlimmer.

[7:38] Und weil sie Gott nicht kannten und keine Beziehung zu Jesus Christus hatten, wurde auch ihr zwischenmenschliches Leben immer dramatisch schlimmer. In Jeremia 9, Vers 34 heißt es: „Jeder hüte sich vor seinem Freund und keiner traue seinem Bruder, denn jeder Bruder übt Hinterlist und jeder Freund geht als Verleumder um.“ Ähnlich das, was der Satan schon im Himmel getan hat. Einer hintergeht den anderen und die Wahrheit reden sie nicht. Sie haben ihre Zungen das Lügen gelehrt, sie mühen sich ab mit Unrecht tun. Wenn wir kein Vertrauen zu Gott haben, werden wir irgendwann auch kein Vertrauen mehr zueinander haben können. Und die Geschichte drängt sich auf von Judas, der nicht wirklich erkennen wollte, was die Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi ist, und er dann als Verleumder und Lügner umherging.

[8:24] Und dann in Vers 5 sagt Jeremia ganz deutlich, dass es nicht daran liegt, dass sie vielleicht zu dumm waren oder keine Gelegenheit gehabt haben, Gott kennenzulernen. Vers 5: „Deine Wohnung ist mitten in Arglist, aus Arglist wollen sie mich nicht kennen, spricht der Herr.“ Sie wollen es einfach nicht. Andere Verse im Buch Jeremia sagen zum Beispiel Jeremia 13, Vers 10: „Dieses böse Volk, das sich weigert, auf meine Worte zu hören, das in der Verstocktheit seines Herzens wandelt und fremden Göttern nachgeht, um ihnen zu dienen und sie anzubeten und so weiter und so fort.“ Das Volk weigert sich. Es hat das Wort Gottes gehört, es kennt die Wahrheit und möchte diese Wahrheit nicht umsetzen. Das ist eine Sache, gegen Gott zu rebellieren oder falsche Dinge zu tun, zumindest ohne zu wissen, was richtig ist. Eine andere Sache ist es, wenn Gott sehr deutlich gesprochen hat, unmissverständlich gesprochen hat, und wir trotzdem gegen ihn rebellieren, dann wird alles immer schlimmer. Könnte sein, dass manche Krise heute in unserem Volk Gottes daher rührt, dass wir eindeutige, klare Botschaften Gottes schlichtweg ignorieren, uns weigern, sie umzusetzen, und einfach nicht wollen.

[9:39] Vers 6: „Darum spricht der Herr.“ Jeremia 9, Vers 6: „Darum spricht der Herr der Herrscharen: Siehe, ich will sie schmelzen und läutern, denn wie sollte ich anders umgehen mit der Tochter meines Volkes?“ Mit anderen Worten: Gott hat auch keinen anderen Weg, als dieser Weg des Schmelzens und der Läuterung. Und das ist nicht mal der schlechteste Weg. Es gibt Menschen, die aufgrund all der Missstände in der Gemeinde oder all der Missstände auch damals im Volk Gottes schnell zu der Schlussfolgerung kommen, dass Gott sein Volk verworfen hat und wir eine neue Gemeinde gründen, ein neues Volk gründen müssen. Die Gemeinde ist Babylon geworden.

[10:19] Schauen wir gemeinsam, was Gott tut in Jesaja 1 und dort Vers 24 bis 26. „Darum spricht der Herr, der Herr, der Herrscher, der Herr, der Herrscher, der Mächtige Israels: Wehe! Ich will mir genug Tugend verschaffen von meinen Feinden und mich rechnen an meinen Widersachern.“ Er beschreibt, wie die Stadt Jerusalem und wie das Volk Israel, das Volk Juda, dramatisch abgefallen war, wirklich dramatisch. Und dann sagt er: „Vers 25: Und ich will meine Hand gegen dich wenden und deine Schlacken ausschmelzen, wie mit Laugensalz, und all dein Blei wegschaffen. Und ich werde deine Richter wieder machen, wie sie ursprünglich waren, und deine Ratsherren wie am Anfang. Danach wird man dich nennen: die Stadt der Gerechtigkeit, die treue Stadt.“ Wenn Gott also läutert und schmilzt, dann verwirft er nicht das Volk, sondern er tut all das, was in das Volk nicht hineingehört, wegschmelzen, wegläutern und eine Reformation bringt, sodass das Volk so sein wird, wie es mal im Anfang gewesen ist. Gott verwirft sein Volk, er reformiert sein Volk, und das bedeutet, dass manches weggeläutert, weggeschmolzen wird.

[11:34] Ähnliche Idee auch in Maleachi, Maleachi Kapitel 3 und dort Vers 3, wo es um den Boden des Bundes geht, der kommen soll. Dort in Maleachi ein Hinweis auch auf das Untersuchungsgericht ab 1844. Das heißt im Vers 3: „Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen. Er wird die Söhne Levis – das heißt diejenigen, die mit dem Wort Gottes umgehen, die die Botschafter des Evangeliums, die sie sein sollten und abgefallen waren – er wird die Söhne Levis reinigen und sie läutern wie das Gold und das Silber, dann werden sie dem Herrn Opfergaben darbringen in Gerechtigkeit.“ Gottes Botschaft ist eine Gerichtsbotschaft, aber nicht, um das Volk zu verwerfen, sondern um das Volk zu reinigen und zu läutern. Und auch wir sollten das genauso verstehen.

[12:24] Zurück zu Jeremia 9, Vers 7: „Ihre Zunge ist ein tödlicher Pfeil, Lügen reden sie, mit dem Mund redet man Frieden mit seinem Nächsten, aber im Herzen legt man ihm einen Hinterhalt.“ Das ist das, was Satan getan hat im Garten Eden, als er der Eva gesagt hat: „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben“, und im Herzen dachte er: „Ich bringe euch um.“ Wie es ja Johannes 8, Vers 44 deutlich macht, er war ein Menschenmörder von Anfang an. Das Volk Gottes handelt und denkt hier wie Satan.

[12:58] Vers 8: „Sollte ich sie wegen dieser Dinge nicht strafen, spricht der Herr, und sollte sich meine Seele an einem solchen Volk nicht rächen?“ Eine Formulierung, die öfter im Buch Jeremia vorkommt, zumindest auch in Jeremia 5, Vers 9, könnt ihr nachlesen im Sendemanuskript.

[13:07] Vers 9 und 10: „Auf den Bergen will ich ein Weinen und Klagen anheben und auf den Auen der Steppe ein Trauerlied anstimmen, weil sie so verbrannt sind, dass niemand sie mehr durchwandert. Man hört das Blöken der Herde nicht mehr, die Vögel des Himmels und das Vieh sind entflohen, weggezogen. Ich will Jerusalem zu einem Steinhaufen machen und zu einer Wohnung für Schakale, und die Städte Judäas will ich so wüst machen, dass niemand mehr darin wohnt.“ Eine Prophezeiung, die oft gegeben worden ist von Jesaja, von Jeremia, von vielen anderen.

[13:34] Und dann kommt die Frage in Vers 11: „Wer ist so weise, dass er dies versteht, und zu wem hat der Mund des Herrn geredet, dass er verkündet, weshalb das Land zugrunde geht und warum es verbrannt ist, gleich an der Wüste, die niemand durchwandert?“ Jeremia stellt die Frage: Wer ist so weise, dass er diese Botschaft versteht? Das bedeutet nicht, dass man besonders intelligent sein muss, um sie zu verstehen, sondern dass man Weisheit braucht. Und in der Bibel ist Weisheit ein Symbol für Jesus Christus. Erste Korinther 1, Vers 30 macht das sehr deutlich. Mit anderen Worten: Wer hat eine solche Beziehung zu Jesus, dem Sohn Gottes, zum Wort Gottes, dass er das Wort Gottes versteht und umsetzt? Eine ganz ähnliche Frage wird gestellt von Hosea am Ende seines Buches. In Hosea 14, als Hosea, inspiriert vom Heiligen Geist, ganz außergewöhnlich schöne Verheißungen gibt und dann in Vers 10 sagt: „Wer ist so weise, dass er das einsehe und so klug, dass er das verstehe? Denn die Wege des Herrn sind richtig, und die Gerechten wandeln darauf, aber der Übertreter kommen auf ihnen zu Fall.“ Wer ist so weise, dass er das versteht?

[14:55] Was war der Grund für all diese dramatischen Botschaften? Vers 12 und 13: „Und der Herr spricht: Weil sie mein Gesetz verlassen haben, das ich ihnen gab, und meiner Stimme nicht gehorcht haben und nicht danach lebten.“ Sie haben das Gesetz gebrochen und sie haben ihr Leben nicht nach dem Wort Gottes ausgerichtet. „Vers 13: Sondern dem Starrsinn ihres Herzens und den Bahnen auch gelaufen sind, was ihre Väter sie gelehrt haben.“ Für die Menschen damals gab es zwei Dinge, die wichtiger waren als das Wort Gottes: Das war ihr eigenes korruptes Denken, der Starrsinn ihres Herzens, und die Tradition der Vorväter. Wie viele Menschen heute opfern die biblische Wahrheit zugunsten ihrer eigenen Vorstellung, ihres eigenen Wunsches, ihres starrsinnigen Herzens und zugunsten irgendwelcher Traditionen. „Das haben wir schon immer so gemacht. Unsere Väter, Vorväter haben das gemacht.“ Und wenn die Bibel sagt, es sollte anders gemacht werden, dann folgen wir so oft doch dem, was Menschen gesagt haben. Sind wir nicht auch in derselben Situation wie das Volk Israel, wo unsere eigenen Gedanken und das, was Menschen gesagt haben, wichtiger werden als das, was das Wort Gottes sagt?

[16:05] Darum Vers 14: „So spricht der Herr der Herrscher, der Gott Israels: Siehe, ich will sie, dieses Volk, mit Wermut speisen und sie mit Giftwasser tränken.“ Können wir im Sendemanuskript noch Bibelverse finden, die da mehr dazu sprechen, zu diesem Wermut und der Galle und dem Giftwasser? Interessanterweise können wir eine Parallele ziehen zu Jesus, der am Kreuz solch giftiges Getränk zu sich nehmen musste, der für uns mit Wermut gespeist worden ist, auch und vor allem im übertragenen Sinne, der für uns das Giftwasser getrunken hat. In Jeremia sagt also Gott: „Ihr werdet es trinken müssen, weil ihr das Evangelium, dass Gottessohn für euch das Giftwasser trinkt, weil ihr das nicht angenommen habt, nicht auslebt, nicht haben wollt, und deswegen die Strafe dann doch auf euch bleibt.“

[17:03] Vers 15: „Ich will die Heidenvölker zerstreuen, die weder sie noch ihre Väter gekannt haben, und ich will das Schwert hinter ihnen her schicken, bis ich sie aufgerieben habe.“ Das ist natürlich eine Referenz an die entsprechende Prophezeiung in 5. Mose 28 bei Segen und Fluch, wo das eines der schwerwiegendsten Flüche ist, die Gott angekündigt hatte, wenn über lange Zeit hinweg der Abfall bestehen bleiben würde. Ja, und die Krise ging weiter, sie war systemisch geworden, und jetzt musste Gott zu drastischen Mitteln greifen.

[17:36] Interessanterweise wird jetzt ein Klagelied angestimmt in Vers 16: „So spricht der Herr der Herrscher: Und ruft die Klageweiber herbei und lasst sie kommen und schickt nach Waisenfrauen und lasst sie kommen.“ Und dann wird beschrieben, wie das vonstatten gehen soll. Klagelieder erinnern uns natürlich an das Buch Klagelieder, das Jeremia geschrieben hat, und natürlich auch an Hesekiel 28, wo der Fall des schönsten, weisesten und perfektesten Engels beschrieben wird mit den Worten in Vers 12: „Menschensohn, stimme ein Klagelied an über den König von Tyrus und sprich zu ihm: So spricht Gott der Herr: O du Siegel der Vollendung, voller Weisheit und vollkommener Schönheit.“ Wenn es hier heißt: „Stimme ein Klagelied an über das Volk Israel“, dann sieht man sowohl an dem Verhalten Israels, auch an dem Verhalten Gottes, dass der Fall Israels sehr deutliche Parallelen zu dem Fall Luzifers hatte. Besonders gesegnet, vor allen anderen Völkern, mit dem mit dem Evangelium vertraut, das Wort Gottes in ihre Hände gegeben. So wie Luzifer direkt das Gesetz Gottes anschaute als Schirm der Cherub, so war das Volk Gottes mit dem Gesetz Gottes vertraut gemacht worden. Und doch hatten sie es gebrochen und hatten, wie wir gelesen haben, Charaktereigenschaften entwickelt, die genau dem entsprechen, was Luzifer dann zu Satan werdend im Himmel entwickelt hatte und dann auf der Erde.

[19:14] Und so wie Gott ein Klagelied über Luzifer anstimmt, der zu Satan wurde, so stimmt Gott hier ein Klagelied an über das Volk Juda. Vielleicht mit dem einen Unterschied, dass das Volk Juda noch nicht so weit gegangen war, dass sie unerlösbar waren. Es gab noch Hoffnung für sie. Aber deutlich sehen wir, dass wenn wir dieselben Dinge tun wie der Satan, dann werden wir auch irgendwann dasselbe Schicksal erleiden müssen wie der Satan.

[19:48] Und dann kommt ein Schlüsselgedanke in Vers 22: „So spricht der Herr: Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums, sondern wer sich rühmen will, der rühme sich dessen, dass er Einsicht hat und mich erkennt, das Evangelium kennt, dass ich der Herr bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden, denn daran habe ich Wohlgefallen, spricht der Herr.“ Die Menschheit heute rühmt sich tatsächlich meistens wegen drei Dingen, nämlich Weisheit, Stärke oder Reichtum. Wir bewundern Menschen, die besonders klug sind, wir bewundern Menschen, die besonders stark sind und mächtig, und wir bewundern Menschen, die besonders reich sind. Das sind in der Regel die drei Dinge, die zum Ruhm verleiten, vielleicht sogar in Kombination. Aber die Bibel sagt: Egal, ob du weise oder stark oder reich bist, all das ist kein Grund zum Rühmen.

[20:46] Sondern was ist der Grund zum Rühmen? Dass wir Christus erkennen. Hier kommt der interessante, schöne Punkt. Lass uns gemeinsam Erste Korinther 1 aufschlagen. Erste Korinther 1 und dort Vers 31. Erste Korinther 1 und dort Vers 31: „Und es geschehe, wie geschrieben steht: Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn.“ Paulus zitiert diesen Gedanken aus Jeremia und dann schauen wir mal, was er sagt in Vers 30: „Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit, zur Gerechtigkeit und zur Erlösung und zur Heiligung.“ In anderen Worten: Christus ist die wahre Weisheit. Wer Christus hat, kann sich rühmen, nicht wegen eigener Weisheit, sondern wegen Christus, der unsere Weisheit ist.

[21:35] In Jeremia ging es ja um Weisheit, Stärke und Reichtum. Passenderweise heißt es in Philipper 4 und dort Vers 13. Philipper 4 und dort Vers 13: „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht.“ Christus. Also Christus ist unsere Weisheit, Christus ist unsere Stärke. Und 2. Korinther 8, Vers 9 sagt uns: „Denn ihr kennt ja die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, obwohl er reich war, um euren Willen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet.“ In anderen Worten: Christus ist unsere Weisheit, Christus ist unsere Stärke und Christus ist unser Reichtum. Deswegen sagt die Bibel: Wer weise ist, rühme sich nicht seiner Weisheit. Wer stark ist, rühme sich nicht seiner Stärke. Wer reich ist, rühme sich nicht seines Reichtums, sondern wer Christus kennt, der kann sich rühmen, wenn Christus gibt wahre Weisheit, wahre Stärke und wahren Reichtum.

[22:36] Zurück zu Jeremia, Kapitel 9 und dort Vers 24: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da werde ich alle heimsuchen, die, obgleich beschnitten, doch unbeschnitten sind: die Ägypter, die Juden, die Edomiter, die Ammoniter, die Moabiter und alle mit gestutztem Bart, die in der Wüste wohnen; denn alle Heiden sind unbeschnitten.“ Das ganze Haus Israel aber hat ein unbeschnittenes Herz. Diese beiden Verse machen deutlich, dass Gott keinen tatsächlichen Unterschied macht zwischen seinem Volk und den Heiden, wenn sein Volk dasselbe tut wie die Heiden. Gott ist nicht parteiisch. Er segnet das Volk Israel nicht wegen Genen oder wegen Tradition oder weil es schon immer das Volk Gottes gewesen ist. Wenn sie dasselbe tun wie die Moabiter und die Ammoniter und die mit gestutztem Bart und die Ägypter und die Edomiter, dann werden sie auch so behandelt werden. Gott ist gerecht. Israel war nur äußerlich beschnitten, innerlich lebten sie tatsächlich heidnisch mit unbeschnittenem Herzen. Und wenn wir äußerlich zum Gottesdienst gehen, wenn wir äußerlich den Sabbat halten, oder ja, die Bibel für wahr halten, wenn wir äußerlich Lieder singen und beten, aber in unserem Herzen unbeschnitten sind, dann betrachtet uns Gott nicht viel anders als die Menschen, die ihn gar nicht kennen und gegen ihn rebellieren, ganz offen.

[24:21] Es geht direkt weiter in diesem Kontext in Jeremia Kapitel 10. Da heißt es: „Hört das Wort, das der Herr zu euch redet, o Haus Israel. So spricht der Herr: Lernt nicht den Weg der Heiden.“ Mit anderen Worten: Jetzt kommt der Aufruf: Warum tut ihr das denn, dass ihr den Heiden alles nachmacht, dass ihr die Welt versucht zu imitieren und versucht vielleicht sogar die Welt in die Gemeinde hineinzubringen? „Lernt nicht den Weg der Heiden.“ Manchmal sagen wir, man kann so viel lernen von der Welt und man kann das alles irgendwie übertragen und adaptieren und natürlich ein bisschen verändern. Die Bibel sagt: „Lernt nicht den Weg der Heiden.“ Das ist doch nicht so schwer zu verstehen, oder? „Lernt nicht den Weg der Heiden und erschreckt nicht vor den Zeichen des Himmels, auch wenn die Heiden sich vor ihnen fürchten.“ Die Bibel warnt vor magischem Denken und manchmal, da kriecht das sogar in unser Denkgebäude hinein, dass man ein ganz bestimmtes Gebet sprechen muss, in einer ganz bestimmten Zeit, vielleicht in einem ganz bestimmten Raum. Die Bibel sagt: Beschäftige dich nicht mit dem Weg der Heiden. Lerne nicht von ihnen und fürchte dich nicht vor Dingen, die sie, die Heiden, fürchten.

[25:31] Warum? Vers 3 bis 5: „Denn die Bräuche der Heiden sind nichtig, sinnlos, nutzlos. Denn ein Holz ist es, das von dem Wald gehauen hat und das der Künstler mit dem Schnitzmesser anfertigt.“ Zusammenfassend: Es geht hier um die Götzen, aber die Götzen werden hier als Bräuche oder wörtlich als Satzungen, das heißt als religiöse Ideen, Dogmen, bezeichnet. Es geht also um die Lehre, das philosophische Gebäude des Heidentums. „Vers 4: Er verziert es mit Silber und Gold und befestigt es mit Hämmern und Nägeln, damit es nicht wackelt. Sie sind gedrechselten Palmenbäumen gleich, sie können nicht reden, man muss sie tragen, denn sie können nicht gehen. Fürchtet euch nicht vor ihnen, denn sie können nichts Böses tun und auch Gutes zu tun steht nicht in ihrer Macht.“ Was Jeremia sagt: Die Götzen sind menschengemacht und deswegen braucht man überhaupt keine Angst vor ihnen zu haben. Und er nennt sie dann die Bräuche der Heiden, die Satzungen der Heiden. Das wird auf heute übertragen. Auch heute gibt es viele heidnische, säkulare, weltliche Ideen, Philosophien, Gedankengänge, die genauso menschengemacht sind, genauso machtlos sind, genauso sinnlos sind wie die Bräuche der Heiden. Seien es die Theorien über den Ursprung der Welt, seien es moderne Ideen über die Geschlechterfrage, seien es Ideen über die Unterhaltung, was alles gut ist für den Menschen. Dinge, die unsinnig sind, nutzlos sind und allein auf menschlicher Theorie basieren.

[27:08] Und manchmal, selbst als bibelgläubige Christen, haben wir ein bisschen Angst davor. Oh, was werden wir jetzt darauf sagen? Müssen wir vielleicht nicht ein bisschen was davon adaptieren, um die Menschen der Welt zu erreichen, oder müssen wir nicht vielleicht doch etwas von ihnen lernen? Dann geht es uns vielleicht genauso wie den Israeliten, die auf die Götzen geschaut haben und gesagt haben: „Alle glauben an diese Götzen, wir sind die einzigen, die es nicht tun. Vielleicht kann man ja etwas davon lernen, vielleicht können wir das ja irgendwie kombinieren, vielleicht können wir die Götzen nehmen und sie ja fürweihen, so wie am goldenen Kalb. Vielleicht können wir irgendwie eine gute Mischung für die Integrativ, die Menschen erreichen in ihrer Sprache.“ Doch die Bibel sagt: „Lernt den Weg der Heiden nicht.“ Hat nichts damit zu tun, es ist menschliche Theorie, menschliche Bräuche. Es wird mit Hämmern und Nägeln befestigt, damit es nicht wackelt, weil es so unstabil ist. Genauso wie die Theorien heute, die immer wieder versucht werden, in die Gemeinde hineinzubringen. Instabile Theorien, die nutzlos sind.

[28:13] Paulus sagt uns ja in 1. Korinther 8, Vers 4, beziehend sich auch hier auf diese Idee, dass wir keine Angst zu haben brauchen, denn all diese Götzen sind in Wirklichkeit nichtig, machtlos. Ganz im Gegensatz zu Gott, unserem Herrn.

[28:30] Vers 6 und 7 in Jeremia 10 sagt uns doch: „Dir, o Herr, ist niemand gleich, groß bist du, und groß ist dein Name an Macht. Vers 7: Wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Denn dir gebührt dies, und allen Weisen der Völker und in allen ihren Königreichen ist ja keiner wie du.“ Diese Größe und Allmacht Gottes, die wird interessanterweise auch sehr ähnlich in Offenbarung beschrieben, in Offenbarung 15 und dort Vers 4, in diesem wunderbaren Abschnitt über die Überwinder, die am Gläsernen Meer stehen. Das Lied des Mose und das Lied des Lammes singt, da heißt es in Vers 4: „Wer sollte dich nicht fürchten, o Herr, und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig; ja, alle Völker werden kommen und vor dir anbeten, denn deine gerechten Taten sind offenbar geworden.“ Gottes Charakter wird sich in seiner ganzen Schönheit und Fülle offenbaren. Kein Vergleich zu den wackeligen Götzen der Edomiter und der Moabiter und der Babylonier und der Ägypter, kein Vergleich zu den ständig wechselnden Theorien menschlicher Prägung, die heute unsere Welt überfluten. Am Ende werden alle Menschen sich vor Gott beugen und feststellen, dass er der König aller Könige, der Herr der Herren ist. Sein Königreich gilt allen.

[29:52] Zurück zu den Götzen in Jeremia 9, Jeremia 10, Vers 8 und 9: „Sie sind allesamt dumm und törig, deine äußerste nichtige Lehre.“ Es geht also nicht nur um die Götzen selbst, die Gegenstände, es geht auch um die Theologie, die Lehre dahinter, eine äußerst nichtige Lehre. Und wenn wir uns die Irrlehre dieser Welt anschauen, mit der viele Religionen und Kirchen hantieren, dann müssen wir feststellen, wenn wir sie an der Bibel prüfen, wenn wir sie auch einfach mal logisch durchdenken, dass sie tatsächlich dumm und äußerst nichtig sind. Die geben oftmals überhaupt keinen Sinn. Wenn man sie gründlich durchdenkt, stellt man oft viele Widersprüche fest. Und trotzdem haben diese nichtigen Lehren oft einen gewaltigen Einfluss auf Millionen von Menschen, so wie damals diese nichtigen Götzen, die nichts weiter waren als Holz, das irgendwie vielleicht mit Gold überzogen war, einen mächtigen Einfluss ausübten. Viele, viele Menschen. Holz sind sie.

[30:54] Vers 9: „Gehämmertes Silber wird von Tarsis gebracht und Gold von Uphaz, eine Arbeit des Künstlers und der Hände des Goldschmieds, mit blauem und rotem Purpur bekleidet. Sie sind alle nur das Werk von Kunstfertigen.“

[31:13] Vers 10: „Aber der Herr ist in Wahrheit Gott. Er ist der lebendige Gott und ein ewiger König.“ Das ist etwas, was sogar der babylonische König Nebukadnezar schließlich feststellen muss. In Daniel 4 und dort Vers 3, oder besser gesagt in Daniel 3 Vers 33, je nach Zählung der Bibel, heißt es: „Wie groß seine Zeichen und wie gewaltig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft wird von Geschlecht zu Geschlecht.“ Der Heide Nebukadnezar, der hat nach einer Begegnung mit Gott, mit einer Begegnung mit Jesus in verschiedenen Stufen schlussendlich erkannt: Gott ist ein König. Sein Königreich ist ewig.

[32:05] Das Volk Gottes ist dagegen, das seit Jahrhunderten die Bibel in der Hand hatte, zumindest die Schriften des Alten Testaments, soweit sie bis dahin existierten, ging genau den anderen Weg. Statt vom Götzendienst zu Gott zu finden, rannten sie von Gott in den Götzendienst. Kein Wunder, dass Gott es nur gerecht hielt, sie dann schließlich tatsächlich dort nach Babylon zu bringen.

[32:24] Vers 11: „So solltet nun zu ihnen sagen: Die Götter, welche weder Himmel noch Erde erschaffen haben, sie werden von der Erde und unter dem Himmel verschwinden.“

[32:44] Vers 12: „Er ist, der die Erde erschaffen hat, durch seine Kraft, der in seiner Weisheit den Weltkreis abgegrenzt und mit seinem Verstand den Himmel ausgespannt hat.“ Verstand, Weisheit, Einsicht, Kraft – all das sind Worte, Begriffe, die wir gesehen haben, im Neuen Testament immer mit Christus verknüpft sind. Er ist unsere Weisheit, er ist unsere Kraft. Und die Bibel sagt uns sehr deutlich, dass Jesus, das Wort Gottes, alles erschaffen hat, was da erschaffen worden ist. Alles wurde erschaffen durch das Wort. Christus hat alles gemacht. Christus ist der Schöpfer. Und als sie den Schöpfer ablehnten, da war es um das Volk geschehen.

[33:26] Wenn wir heute die Schöpfung ablehnen, wenn wir leugnen, dass Christus die Kraft hat und die Macht hat und die Weisheit hat, in sechs buchstäblichen Tagen die Welt zu erschaffen, wenn wir das leugnen und sagen: „Das kann nicht sein, wir haben hier andere Theorien, die zwar ein bisschen wackeln hier und dort, aber wir hämmern fleißig, dass sie dann stehen. Die schauen auch schön aus, wenn wir ein bisschen Gold überziehen.“ Dann tun wir genau dasselbe wie das Volk Israel damals. Und die Botschaft des Jeremia gilt uns genauso, denn auch die Evolutionstheorie ist nichts weiter als ein Götze. Eine menschliche Theorie, befestigt, schön im Holz gemacht, mit interessanten Argumenten, schön umkleidet und kann überhaupt nichts sagen, überhaupt nichts helfen dem Menschen in seiner Not. Stumm. Und so wie der Götze willenlos umhergetragen wird, wird die Evolutionstheorie von jedem neuen Wissenschaftler woanders hingetragen. Jeder neue Fund muss irgendwie sie wieder verändern, und Millionen Jahre werden zugefügt und abgezogen. Willenlos ergibt sich die Evolutionstheorie dem Willen ihrer Ausleger. Aber das Wort Gottes beugt sich nicht den Theologen. Das Wort Gottes ist lebendig, denn im Wort Gottes ist die schöpferische Kraft. Christus ist der Schöpfer. Und deswegen sollten wir uns nicht den toten Götzen der Evolutionstheorie zum Beispiel beugen, sondern dem lebendigen Schöpfer, der durch sein Wort die Erde gemacht hat. Und ich denke, das ist sehr aktuell in unserer Zeit, und wir sollten auf Jeremia hören.

[35:02] Vers 14: „Dumm steht jeder Mensch da, ohne es zu begreifen. Und jeder Goldschmied wird an seinem Götzenbild zu Schanden, denn sein gegossenes Bild ist Betrug und kein Geist ist darin. Schwindel ist ein lächerliches Machwerk. Zur Zeit ihrer Heimsuchung gehen sie zugrunde.“ Das Volk hatte diese Botschaft gehört, aber das Volk war überhaupt nicht begeistert. Stattdessen lesen wir in Jeremia 26, dass man dem Jeremia an den Kragen wollte. Schauen wir gemeinsam in Jeremia 26 und dort ab Vers 1.

[35:59] die zum Gottesdienst ging und zwar zum Tempel, die an den Tempel, an das Heiligtum glaubten. Er predigte nicht zu Atheisten oder Leuten, die allen Glauben und alles aufgegeben hatten. Er predigte zum Volk Gottes, das zum Gottesdienst ging. Vielleicht denkst du nachher: „Ich geh doch zum Gottesdienst, alles ist richtig mit mir.“ Und Gott macht sehr deutlich: Ich möchte, dass du die Botschaft nicht reduzierst. Heute stehen wir so oft in der Gefahr, dass wir manche Dinge weglassen, weil sie altmodisch sind oder nicht in unser Denken passen, und da fühlt sich der vielleicht angegriffen oder das oder jenes, und dann wird das alles klein gehackt, bis der kleinste gemeinsamen Nenner übrig bleibt, den man dann immer noch unterminiert. Aber Gott sagt: Nimm kein Wort davon weg. Jeremia wusste, dass das schwer wird. Er wusste, dass das Volk ihn wahrscheinlich umbringen wird, aber er durfte die Botschaft nicht verwässern. Ja, wir sollen die Botschaft in aller Liebe predigen, die uns nur irgendwie möglich ist. Und Jeremia hat geweint um das Volk, er hat gebetet für das Volk, er hat sich eingesetzt, aber er durfte die Botschaft nicht reduzieren. Und wir sollen die Botschaft der Welt und auch in der Gemeinde predigen mit all unserem und aller Liebe, die in unserem Herzen uns geschenkt werden kann vom Heiligen Geist. Aber wir dürfen die Botschaft nicht reduzieren.

[37:24] Vers 3: „Hier ist der Grund, warum Gott ihn schickt: Vielleicht werden sie hören und umkehren, jeder von seinem bösen Weg. Dann wird mich das Unheil reuen, dass ich ihnen zu tun gedenke, wegen ihrer bösen Taten.“ Gottes Ziel ist nicht, sie zu verdammen, ist nicht, sie zu verurteilen oder sie schlecht zu machen. Gottes Ziel ist, sie zu retten. Selbst die Gerichtsbotschaft des Jeremia, wo viele Menschen denken: „Oh, das ist so tragisch und so traurig und so gerichtsmäßig, wo ist denn hier das Evangelium?“ Gottes Botschaft ist immer darauf abgerichtet, die Menschen zu retten. Und die erste und zweite und dritte Engelsbotschaft, wo es vor dem Malzeichen warnt und vor dem Tier und dem Bild des Tieres – all diesen Dingen – es ist eine Evangeliumsbotschaft, eine Rettungsbotschaft. Gott möchte die Menschen retten. Wir müssen das verstehen. Anstatt zu sagen: „Ach, das ist so angstmachend, das tun wir jetzt beiseite, das predigen wir nicht mehr. Wir predigen nur noch, was uns gefällt.“ Nein, Gott möchte die Menschen retten.

[38:18] Und dann sehen wir in Vers 4 und 5, wie diese Rettungsbotschaft hörbar aussah. Vers 4 und 5: „Und zwar sollst du ihnen sagen.“ Also, wir wissen, das Ziel ist, rette die Menschen, oder die Menschen sollen gerettet werden. Jetzt, wie klang das? „Vers 4: Wenn ihr nicht auf mich hört, dass ihr nach meinem Gesetz wandelt, das ich euch vorgelegt habe, und dass ihr auf die Worte meiner Knechte, der Propheten hört, die ich auf, die ich zu euch sende, indem ich mich früh aufmache und sie immer wieder sende, ohne dass ihr bisher auf sie gehört habt, dann will ich dieses Haus wie Silo machen und diese Stadt zum Fluch für alle Völker der Erde.“ Gott sagt: Ich möchte, dass ihr mein Gesetz befolgt. Ich möchte, dass ihr meinen Propheten hört, zuhört und das befolgt. Wenn nicht, werdet ihr Vernichtung erleben. Wow, das klingt doch gesetzlich, oder? Das klingt so angstmachend. Nein, es war genau diese Botschaft, von der Gott sagt: Damit möchte ich sie erreichen. Ich möchte sie retten. Ich möchte nicht das Unheil bringen, das ich sonst bringen muss.

[39:14] Gott hat heute dieselbe Botschaft. „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, in die Stunde seines Gerichts zu kommen und betet den, den er gemacht hat, Himmel, Erde, Meer und Wasserquellen.“ Das Aussehen der Heiligen, die erhalten die Gebote Gottes, haben den Glauben Jesu. Die Gebote Gottes und der Glaube Jesu. In Offenbarung 12, Vers 17 spricht es von einer Gruppe von Menschen, die die Gebote Gottes bewahren und das Zeugnis Jesu, den Geist der Weissagung. Gott möchte heute, dass wir seine Gebote, sein Gesetz halten und predigen, und dass wir seinen Propheten, die er gesandt hat, ob uns das gefällt oder nicht, auch seine moderne Prophetin, dass wir auf sie hören und das tun, was sie sagt.

[39:59] Vers 7: „Es hörten aber die Priester und alle Propheten und das ganze Volk, wie Jeremia diese Worte redete im Haus des Herrn.“ Sie hätten gehört, wie er gesagt hat, dass sonst Jerusalem werden wird wie Silo, die berühmte Stadt, wo früher mal das Heiligtum stand und dann zerstört worden ist. Die Städte.

[40:26] Vers 8: „Und es geschah, als Jeremia alles gesagt hatte, was ihm der Herr zu dem ganzen Volk zu reden befohlen hatte, da ergriffen ihn die Priester, die Propheten und das ganze Volk, die Leitung und die Laien, und sprachen: Du musst gewisslich sterben.“ Das ist eigentlich das, was Gott sagt zum Sünder. Interessant, nicht? Gott sagte Adam und Eva: „Wenn ihr sündigt, dann müsst ihr gewisslich sterben.“ Hier sprechen jetzt die rebellischen Sünder zu dem Sprachrohr Gottes, da er das Wort Gottes predigt, und sie sprechen damit indirekt zu Jesus selbst: „Du musst gewisslich sterben.“ Sie drehen den Spieß um.

[41:06] Vers 9: „Warum hast du im Namen des Herrn geweissagt und gesagt: Diesem Haus wird es wie Silo ergehen und diese Stadt wird verwüstet werden, sodass keiner darin wohnt?“ Warum hast du das getan? Wie kannst du nur solch eine Schreckensbotschaft predigen? Willst du etwas sagen für mich mit dem Heiligen Geist? Und das ganze Volk sammelte sich um Jeremia im Haus des Herrn. Es war nicht nur die Leitung, es war das ganze Volk, das sich um ihn gesammelt hat, wie eine Traube, um ihn zu zerdrücken.

[41:31] Vers 10: „Als aber die Fürsten von ihr diese Worte hörten, kamen sie vom Königspalast herauf zum Haus des Herrn und setzten sich in den Eingang des neuen Tores des Herrn.“ Es gab ein Gericht.

[41:42] Vers 11: „Und die Priester und die Propheten sprachen zu den Fürsten und zum ganzen Volk: Dieser Mann verdient die Todesstrafe, weil er gegen diese Stadt geweissagt hat, wie wir es mit eigenen Ohren gehört haben.“ Stimmt es, dass er geweissagt hat gegen die Stadt? Ja. Haben sie es mit eigenen Ohren gehört? Ja. Aber warum verdient er die Todesstrafe? Auch heute erleben wir das, dass Menschen sagen: „Dieser Mensch, dieser Bruder, diese Schwester hat kein Recht mehr zu predigen, bekommt Redeverbot, weil er die Gemeinde kritisiert hat, weil er Missstände angesprochen hat. Und das darf man nicht.“ Das ist verboten. Damals verdiente man angeblich sogar die Todesstrafe, wenn man auf Sünden und Missstände im Namen Gottes, im Namen der Bibel, im Namen seiner Propheten hingewiesen hat.

[42:29] Vers 12: „Da sprach Jeremia zu allen Fürsten und zum ganzen Volk: Der Herr hat mich gesandt gegen dieses Haus und gegen diese Stadt, alle Worte zu weissagen, die ihr gehört habt.“ Lasst uns sehr deutlich sein: Niemand hat das Recht, mit eigenen Worten, aus eigener Bitterkeit, nutzlos zu kritisieren. Ja, ja, ja, ja. Wir wollen nicht einen Geist der Kritik und einen Geist des Fehlerfindens haben. Ganz im Gegenteil. Aber wenn Gott schmerzhafte Botschaften hat, wer sind wir, dass wir sie zurückhalten?

[42:55] Vers 13: „Und nun bessert eure Wege und eure Taten und gehorcht der Stimme des Herrn, eures Gottes. So wird den Herrn das Unheil reuen, dass er euch angedroht hat.“ Mit anderen Worten: Kehrt um, tut Buße, dann wird alles in Ordnung sein. Nur sollt ihr gewiss – übrigens Vers 14 – „Was aber mich betrifft, siehe, ich bin in eurer Hand, macht mit mir, was gut und recht ist in euren Augen.“ Jeremia hat sich nicht um sich selbst gekümmert. Er wusste, ich bin nur das Instrument.

[43:13] Vers 15: „Nur sollt ihr wissen, gewiss wissen, dass ihr, wenn ihr mich tötet, unschuldiges Blut auf euch und auf diese Stadt und auf eure Bewohner bringt. Denn wahrhaftig, der Herr hat mich zu euch gesandt, um vor euren Ohren all diese Worte zu reden.“ Jeremia sagt: Ihr könnt mit mir böse sein, ihr könnt mit mir machen, was ihr wollt, aber wisst, wenn ihr mit mir böse seid, dann seid ihr mit Gott böse, denn es sind die Worte Gottes, die ich predige. Es ist die Botschaft Gottes an sein Volk, dass ich euch gebe. Und wenn ihr böse seid mit mir, wenn ihr mir Redeverbot gebt, dann würdet ihr auch Jesus Redeverbot geben, wenn er kommen würde.

[43:52] Es ist nämlich das Zeugnis Jesu, das er gesprochen hat als Prophet. Wenn wir Ellen White ablehnen und sie verbannen und sie kritisieren, dann kritisieren wir auch Jesus, verbannen wir Jesus und lehnen ihn ab.

[44:11] Interessanterweise gab es offensichtlich noch einige Männer im Volk, die klar denken konnten. Vers 16: „Da sprachen die Fürsten und das ganze Volk zu den Priestern und zu den Propheten: Dieser Mann verdient die Todesstrafe, denn er hat im Namen des Herrn unseres Gottes zu uns geredet.“ Verzeihung, dieser Mann verdient nicht die Todesstrafe, denn er hat im Namen des Herrn unseres Gottes zu uns geredet. Das Volk war offensichtlich leichter wieder zum Positiven zu beeinflussen als die Priester und Propheten.

[44:44] Vers 17: „Da standen auch etliche Männer von den Ältesten des Landes auf und sprachen zu der ganzen Gemeinde des Volkes: Micha, der Morästide – das ist übrigens der, der das Buch Micha geschrieben hat – hat in den Tagen Hiskias, des Königs von Juda, geweissagt und zu dem ganzen Volk von Juda gesagt: So spricht der Herr der Herrscher: Und man wird Zion wie einen Acker pflügen, und Jerusalem soll zum Steinhaufen werden, und der Tempelberg zu einem bewaldeten Hügel. Haben ihn denn Hiskias, der König von Juda, und ganz Juda deshalb getötet? Hat man nicht den Herrn gefürchtet und das Angesicht des Herrn angefleht, so dass den Herrn das Unheil reute, das er ihnen angedroht hatte? Und wir sollten ein so großes Unrecht gegen unsere Seelen begehen?“

[45:21] Übertragen auf uns: Bedeutet das, ist nicht auch schon früher die Laodizäerbotschaft gepredigt worden? Ist auch nicht schon früher die Dreivölkerbotschaft gepredigt worden? Gab es nicht auch früher schon zum Teil wirklich schmerzhafte Botschaften vom Geist der Weissagung? Wie sind denn unsere Administratoren und unsere Prediger und unsere Gemeindeglieder früher damit umgegangen? Hat man nicht eher darauf gehört? Hat man nicht eher sich reformiert? Hat man nicht eher Erweckung und Reformation erlebt? Hat man nicht eher das angenommen? Wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Wenn wir die Geschichte kennen, dann werden wir manche Fehler vermeiden können.

[46:03] Und dann ist etwas sehr Interessantes hier ganz am Ende des Kapitels. Wir denken vielleicht, Jeremia wurde bewahrt, weil er ein Prophet Gottes war, aber die Geschichte sagt uns hier ab Vers 20: „Es war aber auch ein anderer Mann, der im Namen des Herrn weissagte, Urija, der Sohn Schemajas von Kirjath-Jearim.“ Niemand kennt ihn, oder so gut wie niemand. Aber trotzdem hatte er eine genauso wichtige Botschaft, der weissagte gegen diese Stadt und gegen dieses Land, ganz entsprechend den Worten Jeremias. Jeremia war nicht allein, es gab einen anderen, Urija. „Als aber der König Jojakim und alle seine Gewaltigen und alle Fürsten seine Worte hörten, suchte der König ihn zu töten. Doch als es Urija hörte, fürchtete er sich und floh und entkam nach Ägypten. Da sandte der König Jojakim Männer nach Ägypten, Elnathan, den Sohn Achbors, und mit ihm noch andere. Und sie holten Urija aus Ägypten und brachten ihn zum König Jojakim. Der erschlug ihn mit dem Schwert und warf seinen Leichnam in die Gräber des gemeinen Volkes.“

[46:49] Dass Jeremia überlebte, war keine Selbstverständlichkeit. Es gab andere Propheten, die dieselbe Botschaft hatten, genauso treu zu Gott waren und die umgekommen sind. Im Buch Hebräer, Kapitel 11, da wird uns gesagt über die Glaubenshelden in Vers 34: „Sie haben die Gewalt des Feuers ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwertes entkommen.“ Und dann steht in Vers 37: „Sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht, sie erlitten den Tod durchs Schwert.“ Manch einer wird durch den Glauben am Leben bleiben, manch einer wird durch den Glauben sterben. Wer hatte mehr Glauben, Abel oder Henoch? Abel, der gestorben ist, oder Henoch, der nie gestorben ist? Wir sehen also, dass an äußeren Dingen man nicht festmachen kann, ob jemand Glauben hat, ob jemand geheilt wird oder nicht, hängt nicht damit zusammen, ob er sündigt oder nicht, zumindest nicht in dem Fall. Es ist gut möglich, dass wir vielleicht nicht wie Jeremia auf übernatürliche Weise bewahrt werden, sondern dass wir wie Jan Hus zum Beispiel oder wie Urija sterben müssen für unseren Glauben. Und Gott weiß warum und Gott weiß weshalb.

[47:58] Dass Jeremia jedenfalls überlebte all die Jahrzehnte und die Erfüllung seiner Prophezeiung sah, war offensichtlich Gottes besonderes Wirken in diesem Fall aus einem Grund, den wir vielleicht noch ausführlicher kennenlernen werden. Deutlich ist, dass Gott Menschen benutzt, um das zu erreichen.

[48:19] Vers 24: „Doch die Hand Achikams, des Sohnes Schafans, war mit Jeremia, sodass er dem Volk nicht zur Tötung preisgegeben wurde.“ So wie es in der Reformation Gott die Kurfürsten von Sachsen benutzt hat, um Luther zu bewahren, so hat Gott auch hier den Achikam benutzt, um Jeremia zu bewahren, damit eine Stimme konstant hindurch gehört werden könnte.

[48:41] Die Krise ging weiter, aber Gott sorgte dafür, dass nicht nur die Krise konstant war, sondern dass auch konstant das Evangelium, die aufrüttelnde Gerichtsbotschaft gehört werden konnte. Und damals wie heute, wo auch heute die Krise weitergeht, sind wir aufgerufen, jeder Einzelne von uns, uns zu erinnern, wie man früher mit solchen Krisenbotschaften umgegangen ist und dann umzukehren, die Götzen dieser Zeit, die Götzen dieses Zeitgeistes abzulegen und dass wir uns wieder hinwenden zu dem einen Schöpfergott, der Kraft, Stärke und geistlichen Reichtum geben kann. Ist es auch dein Wunsch? Gott segne dich in deiner Entscheidung. Nächste Woche wollen wir weiter studieren im Buch Jeremia. Es gibt noch viele interessante Dinge zu entdecken. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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