[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Cannstatt Study Hour. Wir sind froh, dass ihr wieder zugeschaltet habt und dass ihr mit uns das Thema, das Joch von Jeremia, studieren möchtet. Das uns ja vorbereitet hat und soll auf den 28. November, das Bibelgespräch am 28. November. Und wie es unsere Gewohnheit ist, möchten wir zuallererst mit einem Gebet beginnen. Ich lade euch dazu ein. Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir vor dich kommen können, dass wir dein Wort studieren können, dass du es uns aufschreiben hast lassen, dass wir wunderbare Wahrheiten darin erkennen dürfen. Und so bitte ich dich, dass du jetzt alles Störende fernhältst, dass wir uns voll und ganz auf dein Wort und auf dich konzentrieren können. Segne du doch jetzt die folgende Zeit in deinem Namen. Amen.
[1:10] Das Joch von Jeremia war das Thema diese Woche und wir haben gesehen, dass das Leben Jeremias, nicht nur das Joch, sondern auch was wir davor schon studiert haben, ein Zeichen war, das sich nicht nur auf ihn beschränkt hat, sondern auch auf das ganze Volk und das Volk Gottes damals und wie ich glaube, wie wir auch gesehen haben in dieser Woche, auch auf das Volk Gottes in der letzten Zeit. Und so wollen wir direkt einsteigen in eins der Hauptkapitel. Wir haben dieses Mal drei Kapitel uns angeschaut, Jeremia 16, 27 und 28, und wir wollen heute mit Kapitel 16 einsteigen.
[2:00] In Vers 1 heißt es: "Und des Herrn Wort geschah zu mir, mir ist Jeremia." Das Wort des Herrn geschah zu Jeremia. Jeremia konnte sich sicher sein und war sich sicher, dass das, was folgt, eine Prophezeiung von Gott ist. Und das ist wichtig zu wissen, weil es kommt eine sehr interessante Äußerung in Vers 2. Da heißt es: "Du sollst dir keine Frau nehmen und weder Söhne noch Töchter zeugen an diesem Ort." Jeremia sollte nicht heiraten und Gott verstärkt es sogar noch und sagt: "Du sollst keine Kinder haben an diesem Ort."
[2:51] Man stellt sich die Frage, wieso verlangt Gott das von einem. Aber was uns immer hilft, wenn wir etwas nicht verstehen, dass wir weiterlesen. Aber noch einen weiteren Punkt möchte ich nennen, dass es ja nicht nur eine krasse Forderung war, einfach zu sagen: "Okay, Jeremia, du darfst jetzt einfach nicht heiraten und keine Kinder haben", sondern in Texten wie Jesaja, Kapitel 8, sehen wir auch, dass vor allen Dingen zur Zeit damals die Familie wohl das Wichtigste war und dass man das ja schon in dieses Ziel der Familie in sehr jungen Jahren verfolgt hat. Und heißt es in Jesaja, Kapitel 8, Vers 18: "Siehe, hier bin ich und die Kinder, die mir der Herr gegeben hat, als Zeichen und Weissagungen Israel vom Herrn Zebaoth, der auf dem Berg Zion wohnt." Die Kinder, die von Gott gegeben sind, sind ein Zeichen. Und oft sind sie natürlich ein Zeichen der Segnung Gottes. Und diese Segnung, so scheint es, war Jeremia verwehrt.
[3:58] Nun, wieso? In Vers 3, in Kapitel 16, lesen wir: "Denn so spricht der Herr von den Söhnen und Töchtern, die an diesem Ort geboren werden, und von ihren Müttern, die sie gebären, und von ihren Vätern, die sie zeugen in diesem Lande. Sie sollen an bösen Krankheiten sterben und nicht beklagt noch begraben werden, sondern sollen dumm werden auf dem Acker. Durch Schwert und Hunger sollen sie umkommen und ihre Leichname sollen den Vögeln des Himmels und den Tieren des Feldes zum Fraß werden." Wir haben gesehen, dass Kinder auch ein Zeichen sind. Und hier wird der Blick von den nicht vorhandenen Kindern Jeremias auf die Kinder des Volkes gelenkt. Und so wird etwas direkt deutlich, dass Gott hier mit dieser Aufforderung an Jeremia, keine Kinder zu bekommen, keine Frau sich zu nehmen, eigentlich ein Zeichen verdeutlichen soll, das sich an das Volk richten sollte.
[5:02] Und genauso wie Jeremia keine Familie haben sollte, und eine Familie ist ja das Zeichen für das Leben. Man bekommt Kinder und die Kinder bekommen Kinder, es ist eine voranschreitende Generation. Und in Vers 4 haben wir dann von diesen Krankheiten gelesen und von der Verwüstung. Und genauso erlebt das Volk auch, dass kein Leben da ist und dass sie sterben werden an den Krankheiten, wie es dort hieß. Und wir lesen von der Verwüstung, wir lesen von dem Schwert, das ja ein Zeichen dafür ist, dass eine andere Macht kommt und es wegnimmt, eine menschliche Macht. Oder wir lesen vom Hunger, die vielleicht eine natürliche Macht ist, kein Mensch, der das Leben nimmt. Und so erinnert uns auch dieser ganze Text ja direkt an die Endzeit, sozusagen.
[6:07] Wenn wir auch den Text lesen, das Ende von Vers 4, da heißt es, dass die Vögel fressen werden. Und wir kennen diesen Text aus Offenbarung Kapitel 19. Da wird auch ein ähnliches Szenario beschrieben, eine direkte Parallele zu dem Jeremia-Vers. In Vers 17 heißt es in Offenbarung Kapitel 19: "Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen und der rief mit großer Stimme allen Vögeln zu, die hoch am Himmel fliegen: Kommt, versammelt euch zu dem großen Mahl Gottes und esst das Fleisch der Könige und der Hauptleute und das Fleisch der Starken und der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller Freien und Sklaven, der Kleinen und der Großen." Hier wird deutlich, dass kein Unterschied gemacht wird zwischen Arm und Reich, zwischen Sklave und König. Und wir wissen, dass diese Zeit sich auch bezieht auf die tausend Jahre, auf was während der tausend Jahren passieren wird. Und so spricht dieser Text auch von den Gottlosen und diesem Zustand des völligen Verlassenseins.
[7:24] In Jeremia 16 hieß es, sie werden wie Dung sein, sie werden nicht begraben sein, da wird einfach nur Tod auf der Erde sein, sozusagen. Und der Vers geht, das Kapitel geht weiter. In Vers 5 heißt es in Kapitel 16: "So spricht der Herr, du sollst in kein Trauerhaus gehen, weder um zu klagen noch um zu trösten, denn ich habe meinen Frieden von diesem Volk weggenommen, die Gnade und die Barmherzigkeit." Spricht der Herr Gott, er hat den Frieden weggenommen, er hat die Gnade weggenommen, er hat die Barmherzigkeit weggenommen. Und Jeremia durfte nicht mal mehr zu einer Beerdigung gehen, könnte man sagen. Und in der damaligen Zeit war das etwas sehr Unherrnhaftes, wenn man nicht zu einer Beerdigung gegangen ist, wenn man nicht den Trost gespendet hat und wenn man nicht ins Trauerhaus gegangen ist. Und das zeigt, dass Jeremia hier persönlich zurückstecken musste, um etwas zu verdeutlichen für das Volk Gottes, damit sie verstehen, in welcher Lage sie sich befinden.
[8:36] Und ein ähnliches Bild sehen wir auch in Lukas Kapitel 9, das ja unser Merkvers war für diese Woche. Lukas Kapitel 9 und dort in Vers 23, da sprach er zu ihnen allen: "Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach." Sich selbst zu verleugnen. Und es ist auch parallel zu diesem Bild der Trauer, die man eigentlich nicht ausleben darf. Man muss gegen die eigene Natur kämpfen. Eigentlich sieht man Trauer und man will trösten, aber man darf es nicht.
[9:37] In Vers 6 heißt es: "Groß und Klein sollen sterben in diesem Lande und nicht begraben noch beklagt werden, und niemand wird sich ihretwegen Wundritzen oder kahl scheren." Genau das gleiche Bild, dass hier kein Unterschied gemacht wird zwischen reich und arm, zwischen groß und klein. Und eine Parallele auch zu diesen Wundritzen und Kahlscheren sehen wir in 5. Mose Kapitel 14. Wenn man sich vielleicht die Frage auch stellt, was bedeutet das im 5. Buch Mose Kapitel 14.
[10:29] Ich habe mir wohl ein, in Vers 1 sehe ich es gerade, heißt es im 5. Mose Kapitel 14, Vers 1: "Ihr seid Kinder des Herrn, eures Gottes. Ihr sollt euch um eines Toten willen nicht wundritzen noch kahl scheren über den Augen." In Vers 2: "Denn du bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott, und der Herr hat dich erwählt, dass du sein Eigentum seist aus allen Völkern, die auf Erden sind." Dieses Nicht-Wundritzen und das Kahlscheren, was wahrscheinlich die anderen Völker gemacht haben, war auch ein Zeichen dafür, dass sie zu Gottes Volk gehörten, dass sie das Eigentum von Gott waren.
[11:06] Und wir haben auch gelesen, dass Gott den Frieden weggenommen hat. In Vers 7 heißt es in Kapitel 16: "Auch wird man keinem das Trauerbrot brechen und ihn trösten wegen eines Trostes und auch nicht den Trostbecher zu trinken geben wegen seines Vaters oder seiner Mutter." Wenn man sich überlegt, dass Gott den Frieden wegnimmt, nun, was herrscht? Wenn der Friede weg ist, dann herrscht Krieg. Und das bringt auch der Text ein, verdeutlicht es, dass in der Zeit des Krieges und der bevorstehenden Krieges, und wir werden das auch weiter sehen und haben auch schon teilweise gesehen, von dem Schwert war die Rede, dass während der Zeit des Krieges, da wird es gar keine Zeit mehr geben, die zu trösten, wenn jemand gefallen ist. Da geht es mehr oder weniger um das eigene Leben. Und all diese Bilder sollten durch das Verhalten von Jeremia dem Volk kundgetan werden.
[12:12] Und es geht weiter. In Vers 8 heißt es: "Du sollst auch in kein Hochzeitshaus gehen." Der Urtext sagt nicht genau Hochzeitshaus, sondern allgemein Festmahl. Also man sollte kein Festmahl gehen, um bei ihm zu sitzen, zum Essen und zum Trinken. Es heißt, Jeremia musste sich sogar völlig abschirmen, könnte man sagen, von der Freude in der Gesellschaft. Und er musste so ein einsames Leben führen, um ein Zeichen zu setzen dem Volk.
[13:00] Und man stellt sich die Frage, wieso verlangt Gott von Jeremia, dass er nicht heiraten darf, dass er nicht trösten soll und auch nicht, dass er sich auch total in die Einsamkeit begeben soll. In Vers 9 heißt es: "Denn so spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Siehe, ich will an diesem Ort vor euren Augen und zu euren Lebzeiten ein Ende machen dem Jubel der Freude und Wonne, der Stimme des Bräutigams und der Braut." Gott wollte die Menschen, das Volk aufrütteln. Und er sagt, er wird ein Ende machen, der Freude und die Stimme des Bräutigams und der Braut wird nicht mehr gehört.
[13:50] Und wieder dieses Bild von einem Ehepaar, das das Sinnbild auch ist für folgende Generationen, für das Leben. Aber wir sehen natürlich auch, ja, auch auf die letzte Zeit bezogen, die Braut, die wahre Gemeinde, die die Botschaft verkündigt, ihre Stimme ist nicht mehr da. Und genauso auch die Stimme Jesu, die Stimme des Bräutigams ist nicht mehr im Land zu finden. Und so beziehen sich all diese Bilder auch immer in prophetischer Weise auf die letzte Zeit.
[14:26] Ein Lichtblick gibt es in Jeremia 33, und ich bin mir sicher, dass wir den zu einem späteren Zeitpunkt in unserer Studienreihe betrachten werden. Aber nur als Hinweis, weil es diese direkte Parallele zu der Stimme des Bräutigams ist. In Jeremia 33, Vers 10 und 11 heißt es: "So spricht der Herr: An diesem Ort, von dem ihr sagt, er ist wüst ohne Menschen und Vieh, in den Städten Judas und auf den Gassen Jerusalems, die so verwüstet sind, dass niemand mehr darin ist, weder Mensch noch Vieh. Also genau das gleiche Bild wie in Kapitel 16, wird man dennoch wieder hören den Jubel der Freude und Wonne, die Stimme des Bräutigams und der Braut und die Stimme derer, die da sagen: Dank dem Herrn Zebaoth, denn er ist freundlich und seine Güte wird ewiglich, wenn sie Dankopfer bringen zum Hause des Herrn. Denn ich will das Geschick des Landes wenden, dass es werde, wie es im Anfang war, spricht der Herr Gott."
[15:32] Sagt, auf der einen Seite, er wird diese Freude wegnehmen, er wird die Wonne wegnehmen, er wird die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut wegnehmen, aber sie wird wieder kommen. Und das macht deutlich, dass Gott hier immer noch einen Plan hat und ihn verfolgt. Aber zu diesem Zeitpunkt, Kapitel 16, wird die Stimme des Bräutigams nicht mehr gehört.
[15:52] Und wir sehen das in Vers 10 in Kapitel 16: "Und wenn du das alles diesem Volk gesagt hast und sie zu dir sprechen werden: Warum kündigt uns der Herr all dieses große Unheil an? Was ist die Missetat und Sünde, womit wir wieder den Herrn, unseren Gott, gesündigt haben?" Sie sagen, das Volk sagt: "Was haben wir denn getan? Wir haben doch gar nichts Schlimmes getan", so sagen sie. Und sie sind sich ihrer Sünde nicht mehr bewusst. Ihr Sinn ist verschleiert, weil sie die Stimme des Bräutigams nicht mehr hören.
[16:25] Und das ist keine neue Botschaft. Wir haben es schon in Kapitel 5 von Jeremia gesehen, in Vers 19. Da heißt es: "Und wenn sie sagen: Warum tut uns der Herr, unser Gott, dies alles? Sollst du ihnen antworten: Wie ihr mich verlasst und fremden Göttern dient in eurem eigenen Land, so sollt ihr auch Fremden dienen in einem Lande, das nicht euer ist." Genau das gleiche Bild. Und der Götzendienst ist ja, was zuvor vorangegangen ist.
[17:01] Und genau das gleiche sehen wir in Jeremia 16, Vers 6, Entschuldigung, Vers 11: "So sollst du ihnen sagen: Weil eure Väter mich verlassen haben, spricht der Herr, und anderen Göttern nachgelaufen sind, ihnen gedient und sie angebetet, mich aber verlassen und mein Gesetz nicht gehalten haben." Sie haben den Herrn verlassen. Und so hängt das Verlassen von Gott und der Götzendienst immer eng miteinander zusammen.
[17:40] In Richter Kapitel 2, dort lesen wir Folgendes. In Richter Kapitel 2 und dort in Vers 12 heißt es, oder schon in Vers 11: "Da taten die Israeliten, was dem Herrn missfiel, und dienten den Baalen und verließen den Herrn, den Gott ihrer Väter, der sie aus Ägypten geführt hatte, und folgten anderen Göttern nach von den Göttern der Völker, die um sie her wohnten, und beteten sie an und erzürnten den Herrn." Die Geschichte scheint sich immer wieder zu wiederholen. Gott hatte sie aus Ägypten geführt und sie folgten anderen Göttern nach. Und zur Zeit Jeremias haben sie auch erlebt, wie Gott ihnen immer wieder geholfen hat, und dennoch folgten sie den falschen Göttern nach.
[18:37] Und wie der Text ja auch sagt, sind sie blind geworden ihrer eigenen Übertretung. Wir lesen das in Jeremia 13 auch, Vers 22, woher diese Blindheit eigentlich kommt. Heißt es: "Und wenn du in deinem Herzen sagen wirst: Warum begegnet mir das?" Das ist genau die gleiche Formulierung, also paraphrasieren könnte man sagen: "Ja, wieso passiert uns das alles?" Und dann heißt es: "Um der Menge deiner Sünden willen wird dir dein Gewand aufgehoben und wird die Schande angetan." Es heißt, es wird offenbart, es kommt zum Licht.
[19:22] Vers 23: "Kann etwa ein Mohr seine Haut wandeln oder ein Panther seine Flecken? So wenig könnt auch ihr Gutes tun, die ihr ans Böse gewöhnt seid." Das Problem war, dass sie sich dem Bösen hingegeben haben, dass sie immer und immer wieder es getan haben und sich dadurch daran gewöhnt haben und nicht mehr die Stimme Gottes wahrgenommen haben und nicht mehr ihre eigene sündige Natur festgestellt haben.
[20:00] Und am Ende von Vers 11 in Kapitel 16 heißt es auch, dass sie sein Gottesgesetz nicht mehr gehalten haben. Sie haben das Gesetz nicht mehr beachtet und das lesen wir auch in Daniel 9.
[20:07] Daniel Kapitel 9 und dort in Vers 10, da heißt es: "Und gehorchten nicht der Stimme des Herrn, unseres Gottes, und wandelten nicht in seinen Gesetz, das er uns vorlegte durch seine Knechte, die Propheten." All diese Dinge, das Gesetz Gottes wird vorgelegt, wird ausgelegt durch die Bibel, durch das prophetische Wort, und die Menschen haben das Gesetz nicht mehr beachtet und sie haben auch so dementsprechend auch nicht mehr das prophetische Wort nicht mehr beachtet.
[20:58] Aber der Text geht weiter in Kapitel 16 und es ist wirklich erstaunlich. In Vers 12 heißt es: "Ihr aber noch ärger tut als eure Väter, denn siehe, ein jeder lebt nach seinem verstockten und bösen Herzen, sodass er mir nicht mehr gehorcht." Das heißt, was Gott ihnen sagt, dass sie sogar noch schlimmer sind als das, was er gerade gesagt hat, als das, was die Väter gemacht haben. Und der Text sagt, jeder lebt nach seinem bösen und verstockten Herzen. Jeder macht das, was er will.
[21:30] Und nach dem bösen Herzen zu leben, wenn wir in Jeremia bleiben, sehen wir auch, was das bedeutet. In Jeremia Kapitel 7, Vers 24, da heißt es: "Aber sie wollten nicht hören, nach ihren Ohren mir zu kehren, sondern wandelten nach ihrem eigenen Rat und nach ihrem verstockten und bösen Herzen und kehrten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht." Nach seinem verstockten Herz zu handeln ist wie Gott den Rücken zu kehren, und Gott möchte uns eigentlich ins Angesicht schauen.
[22:08] Zurück zu Kapitel 16, da heißt es in Vers 13: "Darum will ich euch aus diesem Lande verstoßen in ein Land, von dem weder ihr noch eure Väter gewusst haben. Dort sollt ihr anderen Göttern dienen, Tag und Nacht, weil ich euch keine Gnade mehr erweisen will." Hier haben wir zwei Punkte. Das eine ist, dass sie in dieses andere Land verstoßen werden und den Göttern dienen, den anderen Göttern dienen, Tag und Nacht. Und auf der anderen Seite, dass Gott ihnen keine Gnade mehr erweisen will.
[22:44] Und was hier deutlich wird, ist, dass Gott sagt, im Prinzip gibt er sie völlig hin, er liefert sie aus. Er gibt ihnen genau das, was sie eigentlich die ganze Zeit wollten, nämlich die anderen Götter. Und der Text sagt Tag und Nacht, und wir wissen, dass wenn man etwas will, aber dann hat man es die ganze Zeit und die ganze Zeit, irgendwann wird man dessen überdrüssig. Und Gott sagt uns eigentlich, Gnade bedeutet, wenn Gott gnädig ist, dann heißt es eigentlich auch, dass er uns beschützt vor dem, was wir wollen, aber er weiß, dass es uns nicht zum Guten dient. Das heißt, Gott beschützt uns davor, aber wenn er seine Gnade entzieht, dann gibt er uns praktisch unseren eigenen Begierden frei, und das Resultat ist fatal.
[23:42] Und so sollte sich Jeremia selber verleugnen, all diese Bilder, um andere von Gottes Wahrheit zu überzeugen. Und wir sehen das auch in dem zweiten Kapitel, was wir diese Woche studiert hatten, in Jeremia Kapitel 27.
[24:03] Und dort in Vers 1 heißt es: "Im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, geschah dies Wort vom Herrn zu Jeremia. So spricht der Herr zu mir: Mach dir ein Joch und lege es auf deinen Nacken." Es war zur Zeit des Königs Zedekias, und Gott sagt zu Jeremia: "Mach dir ein Joch und lege es auf deinen Nacken." Und wir sehen, dass es ja nicht nur sich auf Jeremia bezog, sondern dass es wieder so ein Bild sein sollte, um das Volk aufzurütteln.
[24:40] Weil in Vers 13 heißt es: "Und schicke Botschaft zum König von Edom, zum König von Moab, zum König der Ammoniter, zum König von Tyrus und zum König von Sidon durch die Boten, die sie zu Zedekia, dem König von Juda, nach Jerusalem gekommen sind." Die Botschaft sollte allen verbreitet werden. Und Luther übersetzt hier mit: "Er schickt die Botschaft, er soll die Botschaft schicken." Andere Übersetzungen sprechen sogar davon, dass das Joch geschickt werden sollte. Und je nachdem, was es auch ist, ob die Botschaft geschickt wird oder das Joch, beidesmal wird deutlich, dass es eine Botschaft war, die alle, auch die umliegenden Völker erreichen sollte.
[25:40] Und wir sehen gleich, wieso genau diese Völker genannt werden. Auch in Vers 4 sehen wir: "Ihre Herren sagen: So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels, so sollt ihr euren Herren sagen." Das heißt, die Botschaft galt nicht nur Jeremia, sondern die Botschaft sollte auch an alle anderen umliegenden Völker kommuniziert werden.
[26:03] Und dann sagt in Vers 5 Gott durch Jeremia: "Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden sind, durch meine große Kraft und meinem ausgereckten Arm und gebe sie, wem ich will." Gott sagt, er ist der Schöpfer, er hat die Macht und er benutzt auch dieses Beispiel des ausgereckten, des ausgestreckten Arms, das auch ein Zeichen dafür ist, dass er aus der Gefangenschaft sogar führen kann.
[26:42] In Jeremia Kapitel 32 lesen wir zum Beispiel in Vers 17: "Ach Herr, Herr, siehe, du hast Himmel und Erde gemacht durch deine große Kraft und durch deinen ausgereckten Arm, und es ist kein Ding für dich unmöglich." Gott sagt, nichts ist unmöglich vor ihm. Und in 2. Mose 6, wir müssen es jetzt nicht lesen, aber da ist auch die Rede von dem ausgereckten Arm, der Israel praktisch herausgeführt hat. Und so ist dieser ausgereckte Arm ein Zeichen für die Allmacht Gottes und auch für die Erlösung.
[27:29] Und in Daniel 4, Vers 14, da sehen wir auch, wie sich die Allmacht Gottes auswirkt. Daniel Kapitel 4, Vers 14, heißt es.
[28:16] In Vers 15 lesen wir dann auch von Nebukadnezar. Und genauso ist es auch in Jeremia 28, wenn wir den den Versen folgen. Verzeihung, Kapitel 27, da heißt es in Vers 6.
[28:38] Und diese Prophezeiung finden wir auch in Daniel 2, Vers 38, wo sich das erfüllt. Und in Vers 7 in Jeremia, Kapitel 27, heißt es:
[29:08] Also erneut eine Prophezeiung. Wir kennen auch, dass diese Prophezeiung erfüllt wurde, vorhergesagt auch durch Daniel, dass die Meder und Perser kommen. Und all das zeigt, dass sich hier der Plan Gottes zeigt und dass es in diesem Fall der Plan Gottes war, dass sie sich Nebukadnezar unterwerfen, weil Gott selbst spricht hier auch von Nebukadnezar als Knecht, obwohl Nebukadnezar Teil dieses gegnerischen Volkes war, der Kopf des gegnerischen Volkes, der Babylonier. Aber Gott hat alles im Blick.
[29:47] Und in Vers 8, in Jeremia 27, heißt es: "Das Volk aber und das Königreich, das dem König von Babel, Nebukadnezar, nicht untertan sein will und das seinen Nacken nicht unter das Joch des Königs von Babel beugt, das will ich heimsuchen mit Schwert, Hunger und Pest, spricht der Herr, bis ich sie durch seine Hand umbringe." Hier wird erneut deutlich, dass das Joch von Jeremia eigentlich ein Sinnbild war. Und es war Sinnbild für die Herrschaft der Babylonier über das Volk Israel.
[30:35] Und Gott gibt praktisch die Anordnung, dass sich das Volk sogar ergeben soll. Und sonst, sagt er, würde ihn Schlimmeres widerfahren. Und so ist es, dass es besser gewesen wäre und besser ist, wenn sie dem König Nebukadnezar, wie sagt man, tributpflichtig sind, als durch das Schwert zu sterben.
[31:00] Und weiter heißt es in Vers 9: "So hört doch nicht auf eure Propheten, Wahrsager, Traumdeuter, Zeichendeute und Zauberer, die euch sagen: Ihr werdet nicht untertan sein müssen dem König von Babel." Es gab da offenbar falsche Propheten und Zeichendeuter und Leute, die gesagt haben, die eine falsche Gnadenbotschaft verbreitet haben. "Macht euch keine Sorgen, es wird alles gut werden. Ihr werdet befreit werden."
[31:38] Und wenn wir uns diese Worte genau anschauen, "ihr werdet nicht untertan sein müssen", dann erinnert es uns auch an die Worte aus dem Paradies, nicht wahr? Sagt Satan durch die Schlange: "Ihr werdet keineswegs des Todes sterben." Es ist eine falsche Gnadenbotschaft, die parallel zu der Botschaft von Jeremia steht. Und wir wollen das in einem Moment auch genauer betrachten. Und sie sagen praktisch: "Eure Verfehlung, das ist nicht so schlimm. Ja, ihr habt gesündigt und Gott hat das gesagt, dass jetzt ihr unter die Knechtschaft kommt, aber macht euch da keine Gedanken drüber und lasst euch nicht erdrücken von dem Joch, was Gott auferlegt."
[32:17] Und vielleicht erinnert es uns auch, oder lasst uns noch einen Text lesen aus Jeremia 14, Vers 13, da heißt es: "Da sprach ich: Ach Herr, Herr, siehe, die Propheten sagen ihnen: Ihr werdet das Schwert nicht sehen und keine Hungersnot bei euch haben, sondern ich will euch beständigen Frieden geben an diesem Ort." Und dann heißt es in 14: "Aber der Herr sprach zu mir: Diese Propheten weissagen Lüge in meinem Namen." Sie sagen, es wird beständigen Frieden geben.
[32:56] Und vielleicht erinnern wir uns an die Worte in 1. Thessalonicher 5, 1. Thessalonicher 5, Vers 2 bis 4: "Denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr, dann wird sie das Verderben schnell überfallen, wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen. Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme." Wir sollen nicht in der Finsternis sein. Wir sollen achtgeben auf das Licht.
[33:53] Und in 1. Petrus 2, oder 2. Petrus 1, Vers 19, wo es heißt, dass wir umso fester das prophetische Wort haben und wir sollen acht darauf geben, wie auf ein Licht, das das scheint an einem dunklen Ort. Und so kann uns nur das Achtgeben auf das prophetische Wort, auf das, was Gott gesprochen hat, uns davor bewahren, dass wir hineintappen in eine falsche Gnadenbotschaft und dass wir die Zeit verpassen, uns vorzubereiten, und wir nicht erkennen, wenn der Tag kommt des Herrn. Und die, die sich nicht vorbereiten, für die wird der Tag kommen wie ein Dieb, heißt es.
[34:40] In Vers, ja, zurück in Jeremia Kapitel 27, in Vers 10 heißt es: "Denn sie weissagen euch Lüge." Also genau das Gleiche, dass es falsche Propheten sind. "Sie weissagen euch Lüge, auf dass sie euch aus dem Land, aus eurem Land fortbringen, und ich euch verstoße und ihr umkommt."
[35:07] Vers 11: "Aber das folgt, dass sein Nacken unter das Joch des Königs von Babel beugt und ihm untertan ist, das will ich in seinem Lande lassen, dass es dasselbe bebaue und bewohne, spricht der Herr." Gott hatte offensichtlich einen Plan. Und am Anfang haben wir gesehen, wie diese Vertreter der Nation nach Jerusalem kamen, ja, diese verschiedenen Könige. Und all diese Themen, ja, all diese Ereignisse machen deutlich, dass sich da wohl so eine Art Allianz gebildet hat. Ja, die völlige Einnahme, die völlige Herrschaft von Babylon stand bevor, und die betroffenen Nationen haben sich Gedanken gemacht: "Okay, wir müssen dagegen kämpfen", und sie haben sich zusammengeschlossen.
[36:04] Und in Vers 3 haben wir gelesen, dass sie nach Jerusalem gekommen sind, dass sie zu Zedekiah, dem König, gekommen sind. Und offenbar wollten sie ihn auch davon überzeugen. Und dann haben wir diese falschen Propheten, die sagen: "Ja, macht euch keine Sorgen, alles ist okay und Gott wird uns schon befreien." Und das macht deutlich, wie ernst die Lage war. Und dagegen predigte Jeremia. Er sagte: "Gott hat einen Plan und der Plan sieht so aus, dass ihr euch unterwerfen sollt, ja, unterwerfen sollt unter die babylonische Herrschaft und so nicht getötet werden."
[36:40] Und dann richtet sich die Botschaft direkt an Zedekiah. In Vers 12 heißt es: "Und ich redete all diese Worte zu Zedekiah, dem König von Juda, und sprach: Beugt euren Nacken unter das Joch des Königs von Babel und seid ihm und seinem Volk untertan, und so sollt ihr am Leben bleiben."
[37:12] Zedekiah sollte sich beugen, das Volk sollte sich beugen unter dem Joch, das Gott auferlegt hatte. Aber wir wissen, wie es ausgegangen ist. Wir wissen, dass sich Zedekiah dagegen entschieden hat, und er sich für den falschen Weg entschieden hat, und er auf die Meinung des Volkes, auf die Meinung der Könige und der falschen Propheten acht gegeben hat.
[37:34] Auf die falschen Propheten, von denen es auch in Vers 14 heißt: "Darum hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch sagen: Ihr werdet nicht untertan sein müssen dem König von Babel, denn sie weissagen euch Lüge."
[37:51] Vers 15 heißt es: "Und ich habe sie nicht gesandt, spricht der Herr, sondern sie weissagen Lüge in meinem Namen, auf dass ich euch verstoße und ihr umkommt samt den Propheten, die euch weissagen." Und zu den Priestern und zu diesem ganzen Volk redete ich und sprach: "So spricht der Herr: Hört nicht auf die Worte eurer Propheten, die euch weissagen und sprechen: Siehe, die Geräte aus dem Haus des Herrn werden nun bald von Babel wieder herkommen, denn sie weissagen euch Liebe, denn sie weissagen euch Lüge."
[38:26] Was die falschen Propheten hier probiert haben, sie haben auch probiert, die Priester auf ihre Seite zu bekommen. Der König Nebukadnezar hatte schon Geräte aus dem Tempel entfernt und nach dem Tempel in Babel gebracht, und das war ein Zeichen dafür, dass Gott auch nicht mehr wirklich anwesend war unter dem Volk Israel. Und dann sagen die falschen Propheten: "Ja, aber die Geräte, die kommen wieder zurück." Und die Hoffnung der Priester war: "Ja, wenn die Geräte wieder zurückkommen, dann kommt ja auch Gott wieder zurück." Aber Gott lässt sich von uns nichts aufzwingen und er macht deutlich, dass das hier falsche Propheten waren.
[39:07] Und so gibt er diese deutliche Botschaft, wie wir sie später auch noch mal in Kapitel 28 sehen werden. Die Propheten, die sagen, dass die Geräte zurückkommen, die weissagen Lüge. Und in Vers 14 heißt es: "Hört nicht auf sie, sondern seid dem König von Babel untertan, so werdet ihr am Leben bleiben." Warum soll diese Stadt zur Wüstenei werden? Das ist doch eine klare Botschaft.
[39:44] Und Jeremia in all diesen Wirken war auch ein Sinnbild für das, was Jesus getan hat. Jesus hat auch das Joch getragen und er hat nicht nur durch seine Worte die Menschen erreicht, sondern auch durch seine Handlungen offenbart, wie die Liebe des Vaters ist. Und auch die Situation den Menschen aufgezeigt, in welcher aussichtslosen Lage sie sich befinden, dass sie nichts sagen können, ja, es ist Friede, es ist Sicherheit, alles ist okay. Aber auf der anderen Seite hat er auch immer wieder gezeigt, dass Gott einen Plan hatte.
[40:19] Und Jesus, der diese Unterjochung gespürt hat, die Belastung, die er hatte, bedeutet, dass er nicht einfach nur von Dingen geredet hat, sondern dass er sie selber erfahren hat. Und so sehen wir immer, wie diese Zeit zu Jeremia auch ein Zeichen, ein Symbol darauf ist, was in der letzten Zeit passieren wird. Genauso wie Jesus auch, ja, genauso wie Jeremia mit falschen Propheten zu kämpfen hatte, so hat auch Jesus mit falschen Propheten zu kämpfen.
[40:58] Und diese falsche Prophet oder einer von ihnen sehen wir auch in Jeremia Kapitel 28, das letzte Kapitel, was wir für heute studieren möchten. Da heißt es in Vers 1: "Im selben Jahr, im Anfang der Herrschaft Zedekias, des Königs von Juda, im fünften Monat des vierten Jahres, sprach Hanania, der Sohn Assurs, ein Prophet von Gibeon, zu mir im Hause des Herrn, in Gegenwart der Priester und des ganzen Volkes." Mit anderen Worten, diese Geschichte war noch nicht vorbei. Sie geht weiter im Kapitel 28, und wir wollen uns anschauen, was dort passiert.
[41:40] Ja, es war offensichtlich eine Versammlung im Tempel und dieser Prophet Hanania spricht gegen Jeremia und gibt folgende Prophezeiung von sich. So spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: "Ich habe das Joch des Königs von Babel zerbrochen." Und das macht zum einen klar, dass allen klar war, dass dieses Joch, was auf Jeremia war, das Joch von Babel war, dass es ein Sinnbild für das Joch, für die Knechtschaft unter Babylon war. Und das Gefährliche ist, dass er dieses Bild benutzt, was der wahre Prophet Jeremia benutzt, aber dann fügt er etwas hinzu.
[42:26] Und viele würden sagen, das ist doch eine super Botschaft. "Ich habe das, Gott hat das Joch des Königs von Babel zerbrochen." Und in Vers 3 heißt es: "Und ehe zwei Jahre um sind", das heißt, er fügt eine Zeitperiode hinzu, "ehe zwei Jahre um sind, will ich alle Geräte des Hauses des Herrn, die Nebukadnezzar, der König von Babel, von diesem Ort weggenommen und nach Babel geführt hat, wieder an diesen Ort bringen." Also genau diese falsche Prophezeiung, wo Zedekiah und auch das Volk durch Jeremia gewarnt wurde. Und Gott hat sie davor gewarnt.
[43:04] In Jeremia 29, Vers 10 lesen wir auch von der richtigen Prophezeiung. Da heißt es: "Denn so spricht der Herr: Wenn für Babel 70 Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe." Das heißt, nicht zwei Jahre, sondern 70 Jahre. Und der falsche Prophet hat das einfach so hinzugedichtet.
[43:39] Und wenn man sich vorstellt, dass das im Haus des Herrn im Tempel stattgefunden hat und das ganze Volk war anwesend und da stand auf der einen Seite Hanania und auf der anderen Seite Jeremia. Und Hanania sagt: "Okay, schaut her, das Joch von Nebukadnezzar ist zerbrochen. Macht euch keine Sorgen. Friede, Friede, Friede, Gnade, Gnade, Gnade." Und man kann sich vorstellen, die Euphorie im Volk, wie sie begeistert war. Und dann dreht er sich zu Jeremia. Hanania dreht sich zu Jeremia und sagt: "Okay, und jetzt sag du noch mal, was du gesagt hast."
[44:15] Versteht ihr? Und ich glaube, das ist auch ein Bild für die letzte Zeit, dass Menschen kommen werden, religiöse Menschen im religiösen Gewand und sie sagen: "Ja, mit der Menschheit geht es nicht gut, aber Gott wird alle retten und es wird alles wunderbar sein. Es wird alles wiederhergestellt und eure Übertretung, das ist alles nicht so wichtig, hat keine Auswirkung. Gott zieht darüber hinweg." Und alle schreien: "Ja, wunderbar." Und dann öffentlich steht da jemand. Stehst du vielleicht und musst dir jetzt überlegen, was sagst du dazu? Wie stehst du dazu?
[44:50] Und Jeremia gibt eine interessante Antwort in Vers 6 von Kapitel 28. Er sagt nicht Amen, sondern er sagt: "Amen, der Herr tue so, der Herr bestätige dein Wort, das du geweissagt hast, dass er die Geräte aus dem Hause des Herrn von Babel wiederbringe an diesen Ort und alle weggeführten." Jeremia selber hätte sich nichts Seelischer gewünscht. Und wir wünschen uns natürlich auch, dass das alles wunderbar wird und dass Gott alle rettet. Aber Jeremia sagt, du musst Acht geben auf das, was das Wort Gottes sagt. Und es wird sich zeigen, ob du recht hast, wenn es so eintritt. Und daran wird gemessen, ob du ein wahrer Prophet bist, Hanania.
[45:56] Und dann geht er weiter und sagt: "Doch höre dies Wort, das ich vor deinen Ohren rede und vor den Ohren des ganzen Volkes. Die Propheten, die vor mir und vor dir gewesen sind von Alters her, die haben gegen viele Länder und große Könige, reiche Gewalt gesagt und von Krieg und von Unheil und Pest." Und mit anderen Worten sagt er: "Okay, Hanania, du hast es jetzt geweissagt, aber bedenke auch Folgendes, schau dir an, was die Propheten zuvor immer wieder getan haben." Und die Propheten waren zum Beispiel ein Amos, ein Nahum und ein Jona, die immer dieses Unheil angekündigt haben. Und wir haben es auch in den letzten Studienreihen gesehen, dass Gott dieses Unheil angekündigt hat, damit noch das Volk eine Chance hat, umzukehren, noch zur Buße zu finden. Ja, wie bei Jona sollten die Menschen umkehren, und sie haben das gemacht.
[47:03] Und Jeremia sagt das dem Hanania und geht weiter und sagt: "Wenn aber ein Prophet von Heil weissagt, ob ihn der Herr wahrhaftig gesandt hat, wird man daran erkennen, dass sein Wort erfüllt war." Das heißt, die einen Propheten haben sowohl von dem Zustand, von dem schlechten Zustand gesprochen, die wahren Propheten, und gesagt: "Kehrt um, kehrt um." Und man muss aber aufpassen, wenn ein Prophet nur von dem Heil redet, nur davon, dass alles wohl wird, dass Friede, Friede herrscht, dass Gnade, Gnade herrscht, dann sollte man aufpassen. Und man wird daran erkennen, dass er recht hat, dass er wahrhaftig ist, dass sein Wort erfüllt wird.
[47:50] Und Gott hat die Propheten ja mit einem Grund geschickt. Die Propheten waren dazu da, das Volk aufzurütteln. Und so konnte Gott sich auch nicht, Gott war nicht daran gehindert, dass das Volk jetzt in der Knechtschaft war in Babylon. Das hat ihn auch bei Ägypten nicht daran gehindert, dass er einen Plan verfolgen kann mit seinem Volk. Und so geben diese Prophezeiungen aber immer eine Orientierung, wie wir uns verhalten sollen.
[48:30] Und wenn eine Prophezeiung uns nur sagt, ja, ist alles okay, wenn unser Bibelverständnis uns sagt, ja, es ist nicht so schlimm, unsere Sünde ist nicht so schwer, dann haben wir auch keinen Grund, uns zu ändern. Und umgekehrt sollte auch sein, wenn wir sagen, ja, Jesus kommt bald, Jesus kommt bald, dann sollte auch diese Prophezeiung eine Auswirkung haben auf unser Leben.
[48:51] Und Gott sendet Propheten. Wir sehen das auch in 5. Mose, Kapitel 18. Da heißt es, ab Vers 18: "Ich will einen Propheten, ich will ihnen einen Propheten wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinem Mund geben. Der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde." Gott benutzt die Propheten. Und sie sollten das reden, was Gott ihnen sagt.
[49:39] Und dann heißt es aber in Vers 19: "Doch wer meine Worte nicht hören wird, die er in meinem Namen redet, von dem will ich es fordern. Doch wenn ein Prophet so vermessen ist, dass er redet in meinem Namen, was ich ihm nicht geboten habe, und wenn einer redet in dem Namen anderer Götter, dieser Prophet soll sterben." Wenn du aber in deinem Herzen sagen würdest: "Wie kann ich merken, welches Wort der Herr nicht geredet hat?" Wenn der Prophet redet im Namen des Herrn und es wird nichts daraus und es tritt nicht ein, dann ist das ein Wort, das der Herr nicht geredet hat. Der Prophet hat es aus Vermessenheit geredet. Darum scheue dich nicht vor ihm.
[50:15] Wir sollten auch Acht geben auf das prophetische Wort. In Ezechiel 33 lesen wir folgenden Gedanken. Ezechiel 33 und dort in Vers 33, wenn es aber kommt, und siehe, es kommt, so werden sie erfahren, dass ein Prophet unter ihnen gewesen ist. Manchmal ist es mit den Propheten so, dass man das erst hinterher bestätigt bekommt.
[50:52] Und so war es auch mit Jesus. Er hat auch Prophezeiungen gesagt und zum Beispiel den Jüngern gesagt: "Wenn das und das passieren wird, dann könnt ihr sicher sein und dann wisst ihr, wie ihr handeln müsst." Und so sollten wir auch Acht geben auf das prophetische Wort.
[51:14] Und während Jeremia ja all das gesagt hatte, da hatte Hanania Zeit zum Überlegen. In Kapitel 28 von Jeremia heißt es in Vers 10: "Da nahm der Prophet Hanania das Joch vom Nacken des Propheten Jeremia und zerbrach es." Und Hanania sprach in Gegenwart des ganzen Volkes: "So spricht der Herr: Ebenso will ich zerbrechen das Joch Nebukadnezzars, des Königs von Babel, ehe zwei Jahre um sind und es vom Nacken aller Völker nehmen." Und der Prophet Jeremia ging seines Weges.
[51:51] Das heißt, während dieser Zeit, während Jeremia gesprochen hat, hatte das Volk und Hanania selbst zu überlegen, wer recht hat. Und wir haben gesehen, dass Hanania nicht von seinem Kurs abgewichen ist, dass er sogar so weit ging, dass er das sichtbare Zeichen zerstört, das Joch von Jeremia, das sichtbare Zeichen von Gott zerstört. Und dann heißt es, der wahre Prophet Jeremia geht seines Weges. Und es sieht so aus, als ob die Lüge gewonnen hat.
[52:39] Und als Jesus am Kreuz starb, da sah es auch so aus, als ob die Lüge, als ob die Sünde, als ob das Böse, als ob Satan den Sieg errungen hätte. Aber Jesus ist wieder auferstanden. Und so heißt es in Vers 12: "Aber des Herrn Wort geschah zu Jeremia." Das Wort kam wieder. Und das sagt uns auch, dass zuvor Jeremia wohl keine spezielle Weisung von Gott bekommen hat.
[53:16] Während dieses Gesprächs mit Hanania, dass uns erst in Vers 11 gesagt wird, dass das Wort zu Jeremia geschah, macht eins deutlich, dass Jeremia zu diesem Zeitpunkt, also während des Gesprächs davor, keine spezielle Weisung von Gott erhalten hatte. Und dass das Volk entscheiden musste und der Prophet nicht in seiner prophetischen Autorität gesprochen hatte, sondern dass er deutlich gemacht hat, wir haben gesehen, dass es eine Prophezeiung gab, dass das und das und das so eintreffen muss. Dass die Propheten, die sagen, es werden die Geräte wieder zurückkommen zum Tempel, das sind falsche Propheten.
[54:03] Und dann sagt Jeremia während des Gesprächs mit Hanania, oder dem Volk wird deutlich: "Okay, sie könnten jetzt eigentlich selbst zu dem Schluss kommen, dass dieser Hanania ein falscher Prophet war, weil es zuvor vorhergesagt wurde." Und so hatte das das Volk Zeit, sich zu entscheiden und auch wird deutlich, dass man kein Prophet sein musste, um zu verstehen, ob Hanania jetzt ein falscher Prophet war oder nicht. Erst ab Vers 12 heißt es, dass das Wort des Herrn zu Jeremia geschah. Das heißt, erst dann hat er eine spezielle Weisung von Gott bekommen.
[54:47] Da heißt es, nachdem der Prophet Hanania das Joch auf dem Nacken des Propheten Jeremia zerbrochen hat: "Gehe hin." Ja, und dann folgt eine klare Offenbarung Gottes: "Gehe hin und sage Hanania: So spricht der Herr, du hast das hölzerne Joch zerbrochen, aber du hast nun ein steinernes Joch an seine Stelle gesetzt." Und vielleicht stellt man sich die Frage, okay, wieso jetzt ein steinernes oder ein eisernes Joch, wie es hier heißt, anstatt von dem hölzernen Joch. Okay, das Eiserne ist schwerer, ist eine größere Last.
[55:18] Aber schauen wir auch, was die Bibel dazu sagt in 5. Mose Kapitel 28. 5. Mose, Kapitel 28 und dort in Vers 48: "Und du wirst deinem Feinde, den der Herr gegen dich schicken wird, dienen in Hunger und Durst, in Blöße und allerlei Mangel, und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vertilgt hat." Das Eiserne Joch ist auch ein Symbol dafür, für die Vertilgung, für die völlige Zerstörung. Und das ist auch das, was Hanania später erfahren muss.
[56:20] Wenn wir weiterlesen in Vers 14, Kapitel 28 heißt es: "Denn so spricht der Herr Zebaoth, in Jeremia 28, denn so spricht der Herr Zebaoth, der Gott Israels: Ein eisernes Joch habe ich allen diesen Völkern auf den Nacken gelegt, dass sie untertan sein sollen Nebukadnezzar, dem König von Babel, und ihm dienen, und auch die Tiere habe ich ihm gegeben." Und der Prophet Jeremia sprach zum Propheten Hanania: "Höre doch, Hanania, der Herr hat dich nicht gesandt, aber du machst, dass dieses Volk sich auf Lügen verlässt."
[56:57] Darum spricht der Herr: "Siehe, ich will dich von Erdboden nehmen. Dies Jahr sollst du sterben, denn du hast sie mit deiner Rede vom Herrn abgewendet." Jeremia, der wahre Prophet, spricht diese Prophezeiung gegen Hanania aus.
[57:08] In Vers 17 heißt es: "Und der Prophet Hanania starb im selben Jahr, im siebenten Monat." Die Prophezeiung des wahren Propheten erfüllen sich immer. Und das ist die gute Botschaft. Es sah so aus, als ob die Wahrheit unterdrückt wird, als ob die Wahrheit zerstört wird, aber das Wort des Herrn kam wieder.
[57:34] Und ja, so wird es auch in unserem Leben immer wieder falsche Propheten geben, Menschen, die sagen: "Ja, das Joch des christlichen Lebens, das ist nicht so wichtig, und lass dich doch nicht unterdrücken." Und so scheint es auch manchmal, als ob die Wahrheit auf den Boden geworfen wird, als ob die Wahrheit unterjocht wird und zerstört wird, aber wir wissen, dass selbst in der Knechtschaft in Babylon ja Gott wirken konnte, und er hat seinem Diener, dem Daniel, wunderbare Prophezeiungen gegeben in dieser Zeit, die ja wie wenig andere Prophezeiungen so exakt auf Gottes Plan hinweisen und seine Erfüllung, die Zeit, wann das Wort des Herrn wiederkommen wird, wann Jesus wiederkommen wird.
[58:15] Und wir können diesen wahren Frieden haben, nicht diesen Friede und Sicherheit, sondern den Frieden gegründet, nicht auf das Wort von Menschen, sondern auf das Wort von Jesus Christus. Und wir dürfen diesen Glauben haben, dass Jesus uns frei machen kann. Und das passiert nur, wenn wir uns bewusst sind über unseren sündigen Zustand, wenn wir erkennen, dass eben nicht Friede ist in meinem Herzen, sondern dass Jesus uns den Frieden geben kann und dass er ihn uns geben will.
[59:02] Und so dürfen wir die Hoffnung auf Jesus werfen. Und die Frage, die ich dir stellen möchte, ist: Möchtest du das Joch von Jesus aufnehmen? Es heißt in Matthäus 11: "Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht." Möchtest du sein Joch auf dich nehmen?
[59:37] Lass uns beten. Vater im Himmel, wir danken dir erneut für diese Möglichkeit, dein Wort zu studieren und ja auch zu erkennen, dass diese Botschaft von Jeremia nicht nur für die Zeit damals galt, sondern dass sie auch für uns heute gilt und dass wir vielleicht auch als Christen oft erleben, dass wir Gegenwind bekommen von anderen Menschen und dass wir manchmal das Gefühl haben, einsam zu sein, wie auch Jeremia einsam gewesen ist. Aber wir doch immer wieder Erfahrungen mit dir machen dürfen und dass wir erleben können, dass es wunderbar ist, dein Joch auf dem Rücken zu tragen, weil es sanft und leicht ist, weil es uns eigentlich befreien möchte, weil wir ehrlich erkennen, wie unser Zustand ist und wir wissen, dass wir auf deine Kraft angewiesen sind.
[1:00:41] Und du verheißt uns diese Kraft und wir danken dir dafür, dass wir sie empfangen dürfen. Und so bitte ich dich, dass du uns die Kraft gibst in dem Alltag, in dem wir sind, dort, wo du uns hingestellt hast, wie Jeremia auch ein Zeugnis zu sein für dich. In deinem Namen bitten wir. Amen.
[1:01:13] Ja, schön, dass ihr eingeschaltet habt auf die CSH, dass ihr zugeschaut habt und Gottes Segen bis zum nächsten Mal.