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In dieser Spezialausgabe von Joel Media TV analysiert Christopher Kramp die Entwicklungen des vergangenen Jahres im Lichte biblischer Prophetie, insbesondere im Hinblick auf die Corona-Krise. Der Fokus liegt auf der Rolle des Papsttums und der USA als zentrale Akteure in prophetischen Texten wie Offenbarung 13. Es werden tiefgreifende theologische und kirchenrechtliche Fragen beleuchtet, die sich aus den jüngsten Entwicklungen in der katholischen Kirche ergeben, sowie die Rolle der USA im globalen Kontext.

In dieser Ausgabe des Joel Media Spezial diskutiert Christopher Kramp die Entwicklungen im Jahr 2020 im Lichte biblischer Prophetie. Der Fokus liegt auf der Rolle des Papsttums und den USA, wie sie in Offenbarung 13 beschrieben werden. Es werden die Auswirkungen der Corona-Krise auf die katholische Kirche beleuchtet, insbesondere die Diskussionen um den Zölibat und die Bedeutung von Titeln des Papstes. Auch die Haltung der US-Präsidenten zur Pandemie und die Rolle evangelikaler Prediger werden thematisiert.


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Serie: Joel Media TV Spezial (Zeitgeschehen im jährlichen Update)

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Transkript

[0:30] Hallo und herzlich willkommen zur siebten Ausgabe des Joel Media Spezial, hier auf www.joelmedia.de. Herzlich willkommen! Schön, dass ihr eingeschaltet habt, jetzt live oder später das Video anschaut. Wie alles andere zurzeit auch, dieses Joel Media Spezial als reiner Livestream, fast ohne Menschen vor Ort. Schön, dass ihr jetzt dabei seid. Wenn du, lieber Freund, liebe Freundin, diesen Link von irgendjemandem erhalten hast und gar nicht genau weißt, worum es geht und dich noch nie mit biblischer Prophetie beschäftigt hast und noch nie etwas von kleinen Hörnern und Tieren aus dem Meer gehört hast, dann lade ich dich ein, dieses Video gleich wieder auszumachen. Diese Sendung, dieses Joel Media Spezial richtet sich an Menschen, die sich schon intensiv mit biblischer Prophetie beschäftigt haben, die sich mit den Büchern Daniel und Offenbarung eingehend beschäftigt haben. Und es dient nur dazu, den Auslegungen sozusagen ein bisschen Relevanz in der heutigen aktuellen Situation zu verleihen. Wenn du diese Dinge noch gar nie studiert hast, lade ich dich ein, stattdessen erst einmal dich auf Joel Media mit Serien wie Magna Conflictio oder Entscheidung 21 oder Ausweg 2012 oder Weltengeschichte mit der biblischen Prophetie vertraut zu machen.

[2:16] Für uns, die wir vielleicht seit einiger Zeit schon mit biblischer Prophetie beschäftigen, wir wollen heute jetzt uns anschauen, was im vergangenen Jahr passiert ist. Und das Ganze steht natürlich auch so ein bisschen unter dem Zeichen von Corona und deswegen auch der Titel: Corona, die Medien und die wahre Krise. Es wird aber nicht nur um Corona gehen, und das ist vielleicht eine gute Nachricht für den einen oder anderen. Und wir werden versuchen, eine möglichst biblische Position auch zu all diesen Fragen einzunehmen. Bevor wir das alles tun, möchten wir allerdings Gott bitten, dass er uns durch seinen Heiligen Geist erfüllt, dass er uns segnet in unserem Studium. Und wir möchten, wenn es uns möglich ist, dazu auch gerne niederknien.

[3:01] Lieber Vater im Himmel, wir leben in ganz außergewöhnlichen Zeiten und wir sehen schon seit einigen Jahren, wie Prophezeiungen der Bibel sich immer deutlicher vor unseren Augen erfüllen. Und Herr, wir haben uns hier vorgenommen, immer wieder auch uns rückzuversichern, wo wir gerade stehen im Laufe dieser Endzeit. Aber Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns Weisheit schenkst, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass wir Wahrheit von Irrtum unterscheiden können und dass wir von deinem Geist geleitet die Wahrheit, deine Wahrheit und deinen Charakter der Welt präsentieren können. Wir möchten dich bitten, dass du uns jetzt segnest und dass wir erkennen, was unsere Botschaft für unsere Zeit ist und auch, wo wir in unserem persönlichen Leben uns von dir korrigieren lassen müssen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[4:07] Unsere biblische Prophetie, der wir vollstes Vertrauen schenken, sagt uns, dass in dieser letzten Zeit es einige Mächte gibt, auf die wir unser Auge richten sollten. Gerade in der Corona-Zeit spricht es ja vor lauter Theorien, wie oder was alles in der Welt passieren könnte. Wer Daniel und Offenbarung kennt, weiß, wir erwarten nicht irgendeine dunkle Diktatur der Bundesregierung. Wir erwarten, dass die Vereinigten Staaten von Amerika eine religiöse Gesetzgebung initiieren werden, die die ganze Welt dazu bringen wird, das Papsttum wieder als religiöse Führungsmacht anzuerkennen. Wir haben gesehen, dass in den vergangenen Jahren gerade Papst Franziskus, wie auch einige seiner Vorgänger, hohe Popularität bekommen haben.

[5:15] Und wir haben in den vergangenen Jahren versucht, so Schritt für Schritt, jeweils im Jahrestakt, mitzuverfolgen, was in der Welt passiert. Einige von uns erinnern sich vielleicht noch, wie wir 2014, damals um die Ereignisse mit Tony Palmer, uns angeschaut haben, wie die evangelikale Welt auf den Papst zugegangen ist, oder vielmehr der Papst auf jene evangelikale Welt zugegangen ist. Wir haben das dann ausführlich in dem Spezial "Papst Franziskus und der dritte Engel" dokumentiert, haben auch dann im Zuge der Klimakrise die Enzyklika des Papstes unter die Lupe genommen. Dann in den Zeiten des Reformationsjubiläums und mit der Beziehung zwischen den protestantischen Kirchen und dem Vatikan beschäftigt, auch das Aufkommen von Donald Trump auf der Bühne der Weltpolitik ganz sorgfältig analysiert. Und haben im letzten Jahr, und vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch daran, uns versucht daran zu erinnern, dass wir nicht nur auf die biblische Prophetie oder nicht nur auf die Zeichen der Zeit schauen müssen, sondern dass wir uns auch fragen müssen, wie wir dieses Werk zum Abschluss bringen können. Wir haben damals in einem Überblick uns die ersten sechs Kapitel von Nehemia angeschaut und gesehen, dass in kürzester Zeit das Werk abgeschlossen werden kann. Und ich hoffe, nicht zuletzt auch, weil wir dann ja in einige Monate später Nehemia noch mal sehr ausführlich studiert haben in der Sabbatschule, dass wir uns diese Prinzipien zu eigen gemacht haben und dass wir uns immer wieder daran erinnern, dass es letztlich darauf ankommt, durch das Studium des Wortes Gottes und ein systematisches Verbreiten der Gutnachricht, dass den Auftrag Jesu in dieser Welt zu erfüllen.

[6:59] Noch einmal zur Erinnerung, wir haben gesehen, was wir in den vergangenen Jahren uns angeschaut haben. Tony Palmer war schon erwähnt. Wir haben gesehen, wie viele Televangelisten den Papst besucht haben, wie es dort zu großen Sammelküssen gekommen ist von wahrhaft historischem Ausmaße. Wir haben gesehen, wie der Papst diese große, epochale Chance zu nutzen versucht hat, die Katholiken und die Evangelikalen zusammenzubringen. Wir haben auch gesehen und das immer wieder auch, obwohl es nicht so sehr in den Medien behandelt worden ist, versucht zu sehen, wie er auch Richtung der orthodoxen Kirche sich bewegt hat und auch dort die Ökumene vorangetrieben hat. Wir haben gesehen, wie einflussreiche Politiker den Papst als einen neuen Führer der vereinten Religionen vorgeschlagen haben. Wir haben gesehen, wie immer mehr Menschen in den USA, insbesondere unter den Republikanern, sich ein Staatschristentum wünschen. Wir haben gesehen, wie der Vatikan nach Aussage führender Berater eine Ordnung plant, eine globale Idee verfolgt, bei der die Prinzipien oder zumindest einige der Prinzipien der US-Verfassung ausgehebelt werden würden. Wir haben über einige ökumenische Bewegungen berichtet, die nicht nur in Amerika für großes Aufsehen gesorgt haben, gerade auch im Zuge der Reformationsbewegung. Wir haben, wie gesagt, über die Enzyklika des Papstes, über das Klima gesprochen und gesehen, dass einflussreiche Nachrichtenmagazine wie Time Magazine zum Beispiel prognostiziert hat, dass das goldene Zeitalter des Katholizismus gerade erst begonnen hat.

[8:59] Fast im Monatstakt hat der Papst in den letzten Jahren große weltgeschichtliche Ereignisse immer wieder fabriziert, zum Beispiel auch die Begegnung mit dem russisch-orthodoxen Patriarchen Kirill I. in Kuba. Wir haben auch gesehen, dass manche dieser Ereignisse dann schnell in den Medien waren und wieder verschwunden sind. Wir haben uns hier beim Joel Media Spezial auch die Aufgabe gestellt, diese Entwicklung immer weiter zu verfolgen und zu sehen, wie sie auch dann nachbereitet worden sind, um nicht einfach nur irgendwelchen plötzlichen, impulsiven Emotionen zu verfallen, sondern eher nüchtern die Entwicklungslinien aufzuzeigen, zu sehen, was schon geschehen ist und was auch noch geschehen muss. Das Reformationsjubiläum, wie gesagt, hat uns ja da auch einiges gelehrt, wie nah beieinander die Kirchen schon gekommen sind, aber auch, was noch unbearbeitet geblieben ist. Über Donald Trump haben wir auch einiges gesagt und vor allem über seine Beziehung zu den Evangelikalen in den USA, was sich nicht zuletzt in der Wahl seines Vizepräsidenten Mike Pence ausdrückt und der Tatsache, dass Donald Trump immer wieder mit Gesetzesvorschlägen von sich hat reden machen, bei denen er die politischen Interessen der religiösen Rechten besonders im Blick gehabt hat.

[10:23] Heute also soll es mit den Ereignissen des letzten Jahres weitergehen. Das heißt, vor allem schauen wir uns die letzte Hälfte oder die letzten zwei Drittel von 2019 an, werden allerdings natürlich auch einiges noch über die Corona-Krise sagen und zwar nicht nur in Bezug auf das, was geschieht, sondern auch auf das, was wir tun und was wir tun sollten. Und ich lade euch ein, auf jeden Fall bis ans Ende dieses Programms dabei zu sein. Ich denke, wir haben einige sehr wichtige Dinge zu lernen, die mir persönlich sehr auf dem Herzen liegen. Aber zunächst einmal wollen wir weiterverfolgen, was diese beiden Hauptakteure der biblischen Prophetie, Offenbarung 13, das Papsttum und die USA, in den letzten Monaten getan haben, was zumindest in einer gewissen Weise von prophetischer Relevanz ist.

[11:19] Fangen wir jetzt einmal mit dem Papst an. Und auch Franziskus ist betroffen, wie der Rest der Welt, von der gegenwärtigen Corona-Krise. Wir sehen hier seine Warnung vor der Viralisierung der Kirche. Wir haben vielleicht die Bilder gesehen, wie der Papst ganz alleine die Ostermesse zelebriert hat, wie er alleine im strömenden Regen den Segen Urbi et Orbi der Stadt und dem Weltkreis gespendet hat, den er normalerweise nur zu Ostern und Weihnachten und bei seiner Amtseinführung spendet. Interessant ist, dass jetzt immer mehr katholische Verantwortungsträger die Implikationen dieser Corona-Krise schwer sich dazu äußern, weil nämlich der ausgesetzte Gottesdienst insbesondere für gläubige Katholiken eine ganz schwere Last darstellt. Das hängt damit zusammen, dass der katholische Gottesdienst von der Eucharistie lebt. Und diese Eucharistie, diese Idee der Wandlung des Brotes in den vermeintlichen Leib Jesu, die lässt sich nicht per Livestream übertragen. Und entsprechend lesen wir hier auf der Seite katholisches.info: "Der wachsende Unmut, der sich hinter den Kulissen über die historisch beispiellosen Einschränkungen der Kultusfreiheit breit macht, scheint bis zum Stuhl Petri vorgedrungen zu sein. Papst Franziskus ließ erstmals ernste Zweifel anklingen." Dann heißt es hier im Zitat von Sandro Magista: "Der scheinbare Erfolg dieser Messübertragung birgt eine Gefahr, die bereits von vielen Katholiken beklagt wurde, dass das Sakrament vom realen ins virtuelle kippt und sich damit auflöst."

[13:20] Dazu muss man verstehen, und das ist, denke ich, sehr wichtig, auch im Hinblick auf die biblische Prophetie, dass die Eucharistie das Kernstück der katholischen Theologie ist und auch ein Kernstück, wenn es darum geht, das Papsttum als Institution, als religiöse Entität, in Daniel 7 als dieses kleine Horn zu identifizieren, das sich an die Stelle Gottes oder das durch Lästerungen, durch Gotteslästerungen, sich an die Stelle Gottes hebt. Denn bei der Eucharistie ist es ja bekanntermaßen so, dass der Priester durch sein eigenes Wort das Brot in den Leib Christi vermeintlich verwandelt. Also die Corona-Krise hat auch hier einen ganz schwerwiegenden Einfluss auf die Praxis des katholischen Glaubens.

[14:10] Eine möglicherweise historische Zäsur stellt eine etwas eher unscheinbare Meldung dar, die ebenfalls hier verzeichnet worden ist, die durch die Medien gegangen ist: "Papst Franziskus nicht mehr der Stellvertreter Christi." In der jährlichen Ausgabe des "Annuario Pontificio", das eigentlich nichts weiter als ein Adressbuch ist, hat der Papst oder irgendjemand, der dazu autorisiert war, eine ganze Reihe von bedeutsamen Papsttiteln vom Haupttitel "Bischof von Rom" abgetrennt und sie unter der Überschrift "Historische Titel" vermerkt. Und die Spekulation ist, ob Papst Franziskus jetzt diese Titel ablegen möchte. Da sind zum Beispiel Titel wie "Stellvertreter Jesu Christi", "Nachfolger des Fürsten der Apostel", "Pontifex Maximus der Universalen Kirche", "Primas von Italien", "Erzbischof und Metropolit der Provinz Rom", "Souverän des Staates der Vatikanstaat", "Diener der Diener Gottes". Einige enorm wichtige Titel für das Verständnis der katholischen Kirche. Nur "Bischof von Rom" blieb noch direkt neben seinem Namen stehen.

[15:29] Und jetzt war die große Frage und ist die große Frage: Was hat es damit auf sich? Hier heißt es, der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf sagte: "Das irritiert mich schon etwas. Es gibt möglicherweise zwei Lesarten. Die erste Lesart würde bedeuten, dass die genannten Titel dem Bischof von Rom in der Geschichte zugewachsen sind, also sie weiterhin noch gelten und das lediglich mit dem Vermerk 'historisch' gemeint ist. Das heißt, es würde sich nichts ändern, sondern man will nur deutlich machen, das sind also die Titel, die im Laufe der Geschichte so dem Papst anerkannt worden sind." Eine andere, zweite Lesart würde bedeuten, dass diese Titel vergangen sind, dass sie historisch im Sinne von "ehemalig" zu verstehen sind, dass sie keine Bedeutung mehr haben. So ähnlich wie es hier heißt: "Der Erbtruchsessor, der Münzmeister, das waren mal bedeutende, aber heute verschwundene Ämter." Und das hätte allerdings, wie es hier so schön heißt, gravierende dogmatische und rechtliche Konsequenzen. Denn zum Beispiel das Unfehlbarkeitsdogma des Papstes basiert auf dieser Idee der direkten, ungebrochenen Abfolge von Päpsten seit dem Apostelfürsten Petrus. Das ist ja die ganze Idee, die Ende des vierten und vor allem im fünften Jahrhundert durch Leute wie Siricius und Bonifatius und Leo den Großen und Gelasius entwickelt worden ist, dass man diese Fiktion einer direkten Sukzession von Bischöfen seit Petrus aufrecht erhalten wollte oder geschaffen hat, wo man sogar Dokumente gefälscht hat, um dann beweisen zu wollen, dass Petrus den Bischof von Rom, sein Nachfolger Klemens, in ein besonderes legales Amt versetzt hat. Und deswegen ist diese Frage eigentlich enorm entscheidend und sehr, sehr wichtig.

[17:22] Denn wie hier Wolf dann weiter fragt: "Mit welcher Vollmacht spricht der Papst?" Wenn die genannten Titel heute irrelevant wären, dann hätte der Papst im Grunde genommen gar keine juristisch begründbare Autorität in der Kirche selbst. Und richtig analysiert heißt es hier: "Damit würde Franziskus sein Amt in einen Zustand versetzen, wie in den ersten drei Jahrhunderten, also vor Siricius, der sich als erster Papst nannte, als der Bischof von Rom unter den anderen Bischofssitzen den Vorsitz in der Liebe hatte, wie es Franziskus es am Abend seiner Wahl auf dem Balkon des Petersdomes verkündet hat." Ein Primat der Liebe, aber sei ohne juristische Kompetenz. Also, wir sehen, da ist eigentlich zwischen den Zeilen eine enorme theologische und kirchenrechtliche Explosionskraft.

[18:23] Nun, das Ganze erinnert ein bisschen an das Vorgehen von Benedikt dem 16., der vor einigen Jahren den Titel "Patriarch des Abendlandes" abgelegt hatte, weil der mittlerweile obsolet geworden war. Das war ja schon seit geraumer Zeit, aber irgendwann kam das dann sozusagen auch zu dieser Entscheidung, diesen Titel abzulegen. Auch dort hatte Benedikt den Titel zunächst im Jahrbuch abgelegt, um dann einige Zeit später noch offiziell abzulegen. Es bleibt also spannend, ob Franziskus hier tatsächlich vielleicht einmal vorgetastet hat, was passieren würde, wenn er diese Titel oder einen dieser Titel ablegt. Und das ist für jeden Prophetiestudenten von äußerstem Interesse, denn die Frage ist: Können wir unsere prophetische Auslegung von Daniel 7 und Offenbarung 13 immer noch gut begründen, wenn der Papst plötzlich behauptet, all diese Titel treffen nicht mehr auf ihn zu? Es lohnt sich also hier noch ein bisschen genauer hinzuschauen, auch im Verlauf der nächsten Wochen und Monate und vielleicht auch Jahre, denn so wird uns gesagt in der Prophetie und auch in der Inspiration: Rom ändert sich nicht. Möglicherweise ändert sich aber so manche Kommunikation und so manche Argumentation, und darauf sollten wir uns auch in unserer Prophetieauslegung einstellen.

[19:52] Interessant ist, dass Papst Franziskus offensichtlich, und das ist jetzt in der gegenwärtigen Corona-Krise vielleicht dem einen oder anderen gar nicht mehr so richtig geläufig, Papst Franziskus sich in einer äußerst schwierigen Situation befindet. Innerhalb der Kirche tobt ein regelrechter Bürgerkrieg, wie es hier der Spiegel ausgedrückt hat. "Franziskus-Feinde haben ihn an die Wand gedrückt", so der Vatikan-Experte Marco Politti. Und anderswo heißt es hier: "Papst Franziskus will das Zölibat nicht lockern." Das war genau das Thema dieses Bürgerkrieges. Es gab offensichtlich Bestrebungen, auch möglicherweise direkt bei Papst Franziskus selbst, in dieser Frage ein wenig auszutarieren, ob man vielleicht gewisse Ausnahmen machen könnte. Das Ganze hat dann zu einer regelrechten Schlacht der beiden Päpste geführt. "Zwei Päpste streiten über den Zölibat." Benedikt, von dem man ja vielleicht meinen konnte, er wäre jetzt so ganz verschwunden von der Bildfläche, was die innerkirchlichen Debatten angeht, hat sich zu Wort gemeldet und hat durch verschiedene Schachzüge deutlich gemacht, dass die Fraktion, die strikt gegen eine Lockerung des Zölibats in der Kirche ist, eine sehr prominente Befürworterstimme in ihm hat. Der Spiegel nannte das auch: "Benedikt geht." Ein regelrechter Skandal. Die Frage, inwieweit er an diesem umstrittenen Buch beteiligt gewesen ist, ist ja dann sehr breit diskutiert worden. Ein Krieg der Päpste.

[21:33] Alles hatte zu tun mit dieser Amazonas-Synode. Der Hintergrund war: Im Amazonas gibt es so wenige Priester, dass die Kirche versucht hat, dort nach Ausnahmeregelungen zu schauen. Auf der Synode in Rom war eine Aussicht gestellt worden, dass möglicherweise auch verheiratete Männer diese Aufgabe eines Priesters übernehmen könnten. Das ist dann letztendlich nicht durchgekommen. Franziskus hat sich in seinem Schreiben "An das geliebte Amazonien", wie er es genannt hat, dagegen doch ausgesprochen. Und dahinter steckt wiederum so eine für die katholische Kirche ganz entscheidende theologische Überzeugung. Nämlich, dass die Priester in ihrer Heiligkeit sich absondern müssen von den Laien und den Beweis ihrer Heiligkeit. Das war so die Idee, wie sie im Spätmittelalter entstanden ist, als man Angst hatte vor den vielen Asketen und Säulenheiligen und Mönchen der Wüste, die so scheinbar besonders heilig waren und die dann besonderen Einfluss bekamen auf das Kirchenvolk. Diese Heiligkeit sollte dargestellt werden durch den Verzicht auf die Ehe.

[22:54] Es ist müßig zu betonen, wie viel Leid und wie viel Unrecht und Sünde auch über die Jahrhunderte durch diese strikte Regelung entstanden ist. Abgesehen davon, dass die Bibel uns ja in der 2. Timotheus sehr deutlich sagt, das können wir vielleicht sogar kurz lesen. Ist jetzt nicht in der Präsentation drin, aber der Vollständigkeit halber ist erwähnt, dass diese Lehre eine Lehre von Dämonen ist. In 1. Timotheus Kapitel 4 und dort Vers 1 heißt es: "Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in dem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind. Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen hat, damit sie mit Danksagung gebraucht werden von denen, die gläubig sind und die Wahrheit erkennen." Wer verbietet zu heiraten und das noch aus religiösen Gründen, der folgt an der Lehre der Dämonen, und diese Lehre wird hier in der Kirche vehement verteidigt.

[23:48] Es gibt allerdings einen innerkirchlichen Disput. Es ist sehr interessant zu sehen, dass es offensichtlich verschiedene Kräfte gibt, mehr konservative und mehr liberale Kräfte bis in die höchsten Ebenen der katholischen Kirche, ja bis auf die Ebene des Papstes. Denn Papst Franziskus, das sieht jeder recht deutlich, gehört zu den eher liberalen Kräften, wegen Papst Emeritus, der Benedikt XVI. es mit den Konservativen hält.

[24:20] Franziskus versucht unterdessen weiterhin seine Basis auszubauen. Bei der Wahl neuer oder der Ernennung neuer Kardinäle hat er vor allem eigene Unterstützer in das Kardinalskollegium aufgenommen. Das war im Oktober letzten Jahres, 13 neue Kardinäle, und das zeigt, dass er weiterhin eine Agenda verfolgt. Die New York Times sagte: "Papst Franziskus mag vielleicht die Welt nicht ändern, aber er formt die Kirche neu." Und wenn wir die letzten Jahre anschauen, dürfen wir erwarten, dass wir noch mit so manchen Überraschungen zu rechnen haben. Manche Dinge, die uns so altvertraut vorkommen, könnten sich möglicherweise ändern.

[25:04] Was sich nicht ändern wird, ist die biblische klare Identifikation des Papsttums als das kleine Horn in Daniel 7, Daniel 8, als der König des Nordens in Daniel 11 und das Tier aus dem Meer in Offenbarung 13 und Offenbarung 17 dann ebenfalls das Tier. Aber wir sollten sehr genau achten, was in dieser Zeit passiert und in welche Richtung sich die katholische Kirche weiter bewegt. Wir sollten die Prophetie sehr genau kennen, denn es könnte sein, dass so manche traditionelle Argumentation, mit der wir manchmal etwas gedankenlos die Dinge begründen, in Zukunft vielleicht an Substanz verlieren könnte.

[25:45] Franziskus hat sich auch geäußert über die Glaubenssituation, gerade hier in Deutschland, hat den Verfall des Glaubens beklagt und hat auch an anderer Stelle zur Mission aufgerufen. Es gibt diese Idee von Franziskus schon seit etlichen Jahren, dass die Botschaft des Evangeliums, das meint in seinem Kontext natürlich die Botschaft der katholischen Lehre, wieder vermehrt und systematisch in die Welt hinausgetragen werden soll. Es gab den Weltmissionstag 2019, zu dem Papst Franziskus sich hier auf den offiziellen Vatican News auch geäußert hat oder da werden sie hier erwähnt. Und es gibt eine Reihe von sehr guten Dingen, die er sagt über Mission als solches, aber auch einige Dinge, die uns zeigen sollten, dass Rom sich eben doch nicht ändert.

[26:53] Hier heißt es zum Beispiel in dem gelb unterlegten Satz: "Unsere Beziehung im Sinne eines Sohnes, unsere Sohnesbeziehung mit Gott ist nicht irgendetwas Privates, sondern immer in der Beziehung zur Kirche." Laut Franziskus gibt es das nicht, dass man eine rein private Beziehung zu Gott hat, sondern immer in Beziehung zur Kirche. Wir werden noch gleich sehen, was die Kirche in diesem Kontext meint. Weiter haben wir hier, weiter diesen gelb unterlegten Satz, ebenfalls interessant: "Wir sind Kinder unserer natürlichen Eltern, aber in der Taufe empfangen wir den Ursprung aller Vaterschaft und aller wahren Mutterschaft. Niemand kann Gott als einen Vater haben, der nicht gleichzeitig die Kirche als Mutter hat." Das bezieht sich auf Cyprian, einen Kirchenvater, und das zeigt erneut oder zeigt uns, wie die Missionierung, die Evangelisierung, wie sie dort genannt wird, in der katholischen Kirche verstanden wird. Das Evangelium hängt an der Kirche. Das müssen wir im Hinterkopf behalten, wenn wir uns gleich noch anschauen werden, wie diese Kirche auch im letzten Jahr wieder ganz konkret anlässlich von theologischen Debatten definiert worden ist.

[28:25] Papst Franziskus wünscht, dass möglichst viele Menschen zu der Kirche gehören. Hier noch ein dazugehöriger Satz: "Unsere Mission ist also in der Vaterschaft Gottes und der Mutterschaft der Kirche verwurzelt." Also die Mission, von der er spricht und die manchmal auch von Protestanten als so vorbildhaft und beispielhaft beschrieben wird, ist eine, die die Kirchenzugehörigkeit nicht nur als einen Nebenpunkt oder eine Fußnote bezeichnet, sondern wo die Kirchenzugehörigkeit das Wesen der ganzen Mission ausmacht. Und so sagt er auch noch zusätzlich: "Wir vertrauen die Mission unserer Kirche, hier gelb unterlegt, unserer Mutter Maria an."

[29:26] Wir haben ja in den letzten Jahren immer auch gesehen, dass der Papst sich mit der Orthodoxie und mit den östlichen Kirchen auseinandergesetzt hat. So gab es auch im letzten Jahr eine größere Konferenz der Gesellschaft für das Gesetz oder für das Kirchenrecht der östlichen Kirchen, und der Papst ist dort dabei gewesen und hat betont, dass auch das Studium des Kirchenrechts der östlichen Kirchen der Ökumene hilft. Und das ist ein sehr wichtiger Punkt, den wir heute hier noch ein bisschen vertiefen wollen. Bei der Ökumene geht es nicht um die Frage von theologischen Übereinstimmungen oder einer pragmatischen Lösung, wie man mit theologischen Differenzen umgeht. Es geht ja immer auch um die Frage der Kirche an sich.

[30:12] So hier in diesem nächsten Beitrag der katholischen Zeitung Crux Now, da geht es darum, dass man im Vatikan bewusst wird, dass es einen immer weiter wachsenden ökumenischen Konsens gibt, was eigentlich eine Kirche ist oder was die Kirche meint. Denn alle sprechen von der Kirche, die Protestanten, als auch die Orthodoxen, als auch die Katholiken, aber wer genau ist die Kirche und wer legt fest, was die Kirche ist? Und es leuchtet ja ein, dass das im Zuge auch der vielen ökumenischen Bestrebungen von einer ganz entscheidenden Bedeutung ist, wer jetzt Kirche ist und wer zur Kirche dazugehört.

[31:00] Dazu muss man wissen, dass schon 2013 das World Council of Churches, also das Weltkonzil der Kirchen, da waren Orthodoxe dabei, Anglikaner, Protestanten, Katholiken und Pfingstler, dass sie gemeinsam ein Dokument veröffentlicht haben, in dem sie die Punkte des größten gemeinsamen Konsens veröffentlicht haben. Und jetzt 2019, Ende Oktober, also sechs Jahre später, hat der Vatikan dann seine formale Antwort auf dieses Dokument gegeben. Und es lohnt sich etwas genauer dort hineinzuschauen. Das Dokument oder die Antwort des Dokumentes ist: "Die Kirche auf dem Weg zu einer gemeinsamen Vision." Also man wünscht sich im Vatikan, dass die verschiedenen christlichen Kirchen eine gemeinsame Vision bezüglich dessen haben, was eine Kirche ist. Und das ist genau die Frage, die hier gestellt wird im zweiten gelb unterlegten Satz: "Was meint man eigentlich mit einer Kirche?" Das ist eine Schlüsselfrage in der Ökumene, wenn nämlich Christen versuchen und beten und arbeiten dafür, dass diese Einheit hervorkommt oder entsteht, von der Jesus gesagt hat, dass er sie haben möchte unter seinen Nachfolgern.

[32:20] So die Antwort der Katholiken. Und weiter heißt es hier in diesem Dokument, dass die Frage, wer die Kirche ist, das entscheidendste, das elementarste theologische Ziel ist, auf dem Weg oder auf der Suche nach christlicher Einheit. Mit anderen Worten, man kommt zu der Überzeugung, wenn wir wirklich echte Ökumene haben wollen, und den biblischen Prophetie-Studenten sollten da die Ohren klingeln, dann ist die Frage nach der Ekklesiologie, der sogenannten Lehre von der Kirche, die fundamentalste Frage. Mit anderen Worten, wenn man sich einig geworden ist, wer oder was die Kirche ist und man kann quasi eine kirchliche Struktur gemeinsam akzeptieren, dann kann man möglicherweise sogar mit verschiedenen Lehrpunktmäßigen Fragen, die unterschiedlich gesehen werden, leben, solange eben alle Teil der einen Kirche sind. Und deswegen sollten wir uns diese Frage hier genauer anschauen.

[33:15] Aus einer katholischen Perspektive heißt es hier, bedeutet der Begriff Kirche, und das sollten wir uns jetzt gut merken, weil das ist 2019, das ist nicht irgendwie aus dem 19. Jahrhundert, das ist jetzt das, was nach wie vor heute gilt: Der Begriff Kirche bezieht sich auf die katholische Kirche in Gemeinschaft, in Kommunion mit dem Bischof von Rom. Und vielleicht wird das dann schon ausreichen, wenn der Papst Franziskus sich Bischof von Rom nennt, weil damit die gesamte katholische Kirche sozusagen definiert wird. Alle anderen Kirchen sind nur, wie es hier heißt, kirchliche Gemeinschaften, die nicht über die reale Eucharistie verfügen, also genau das, was wir gerade beschrieben haben, was für das katholische Verständnis so entscheidend ist, und auch über die apostolische Sukzession.

[34:15] Und dahinter versteckt sich die Idee, wie schon angedeutet, dass die einzelnen Päpste alle zurückverfolgt werden können bis auf Petrus, weil nämlich das ganze Papsttum eigentlich eine juristische Angelegenheit ist. Das ist oft nicht so bekannt. Spätestens Leo der Große im 5. Jahrhundert hat diesen Punkt deutlich gemacht. Das Papsttum ist deswegen von so großer Autorität seiner Meinung nach, weil sie die legalen Erben des Petrus gewesen sein sollen, was natürlich sich so gar nicht nachweisen lässt und nur durch historische Fälschung dann behauptet worden ist. Aber dieser legale Aspekt ist ganz wichtig und dazu ist es wichtig nachzuweisen, dass man eine Leiterschaft hat, die bis zu den Aposteln zurückverfolgt werden kann, weswegen es dann auch entsprechende Papstlisten gibt.

[35:04] Das Problem ist, dass eine protestantische Kirche so etwas nie haben kann, weil eine protestantische Kirche erst irgendwann im Laufe der Reformation entstanden ist und deswegen auch niemals Kirche im katholischen Sinne sein kann, weil keine Kirchenleitung einer protestantischen Kirche sich bis auf die Apostel zurückverfolgen lässt. Statt also auf dem Wort Gottes und biblischen Prinzipien die Kirche zu gründen, gründet sie sich auf einem legalen Aspekt, der eigentlich bei Leo aus dem Staatsrecht des römischen Reiches gekommen ist, dass nämlich ein Erbe dann verantwortlich ist für das, was ihm vererbt worden ist. Das hat übrigens dann den Leo dazu veranlasst zu sagen, naja, wenn ein Papst auch ein schlechter Christ ist, dann ist er trotzdem Erbe, weil das kennt man ja aus dem heutigen Leben auch, wenn man etwas vererbt, dann ist der Sohn oder die Tochter erbberechtigt, ganz egal, ob sie ein fähiger Mensch ist oder eher das alles nur verprassen wird.

[36:11] Dieser juristische Aspekt ist also für das Verständnis der katholischen Kirche sehr entscheidend und entsprechend bemerkt der Vatikan jetzt in dieser Antwort, dass man zwar schon großen Konsens in vielen Fragen hat, aber eben noch nicht die volle sichtbare Einheit. Und die entsteht halt erst dann, wenn man eine Kommunion, eine direkte Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom hat, wenn man diese apostolische Sukzession anerkennt und die wahre Eucharistie hat. Entsprechend, so wird es hier in dem gelb unterlegten Teil gesagt, braucht es weiteren theologischen Dialog und weitere Studien.

[36:53] Weiter heißt es hier, und das ist interessant, dass es auch um den dreifachen Dienst geht, der in der katholischen Kirche anerkannt ist: von Bischof, Presbyter und Diakon. Und, und das ist noch wichtiger für uns, der Vatikan hat sich lobend geäußert über dieses Dokument, dass in dem Dokument sowohl die Schrift als auch die Tradition als, Achtung, notwendige Quellen betrachtet worden sind, um zu entscheiden, was eine Kirche wirklich ist. Das heißt, mit anderen Worten, in diesem Dokument, an dem Pfingstler und Protestanten und Anglikaner und Orthodoxe und Katholiken gemeinsam mitgewirkt haben, in diesem Dokument stand drin oder steht drin, dass, um entscheiden zu können, wer oder was eine Kirche ist, die Bibel alleine nicht ausreicht, sondern dass die Tradition der Kirchengeschichte ebenfalls notwendig ist. Und wenn das tatsächlich die Überzeugung der protestantischen Vertreter dort gewesen ist, dann ist das schon der Weg nach Rom, denn ein Studium der Kirchenväter wird letztendlich dazu führen, die Behauptungen des Papstes anzuerkennen. Soweit sind wir noch nicht vollständig, aber wir sehen hier eine vielleicht nicht so spektakuläre Weichenstellung. Sie ist in den Medien jetzt nicht so besonders groß hervorgetreten, aber eine, die uns zeigt, in welche Richtung auch hier der ökumenische Weg sich fortbewegen wird.

[38:29] Der Vatikan hat übrigens wohl mit Bedauern festgestellt, dass in diesem Dokument nichts gesagt worden ist über die Rolle des Papsttums, des Dienstes des Papstes. Auch das zeigt, dass eine ökumenische Verständigung zum Thema Kirche nur dann möglich ist, wenn die Autorität des Papstes und die Institution des Papsttums auch von den Protestanten anerkannt wird. Und hier gilt es für uns als diejenigen, die die Prophetie kennen, wirklich sauber und gründlich die Bibel zu studieren und die Kirchengeschichte zu studieren, um, wenn diese Dinge immer mehr zunehmen, klare, präzise und christozentrische Antworten geben zu können.

[39:06] Weitere Themen, die noch nicht behandelt oder noch nicht völlig gelöst sind, nach Ansicht des Vatikans, und wir wollen ja hier nicht nur sehen, was alles schon sich erfüllt hat, sondern was noch geschehen muss. Ungelöste Probleme nach Ansicht des Vatikans sind auch die Frage der Taufe, die Frage der Gegenwart Christi in der Eucharistie, wie gerade vorhin schon erklärt, und auch die Beziehung der Eucharistie zum Opfer Jesu am Kreuz und zu den Gemeinden, die keine Taufe oder Eucharistie praktizieren. Also, dass der Vatikan sieht hier noch Nachholbedarf. Entsprechend bleibt die Anmerkung, dass nach wie vor, auch wenn es schmerzhaft ist, es den katholischen Gläubigen nicht erlaubt ist, die Eucharistie mit Mitgliedern anderer Kirchen zu feiern. Und wir sehen hier also den Grund. Es geht nicht darum, dass man in Rom nicht der Ökumene aufgeschlossen ist, sondern es geht um ganz fundamentale theologische und kirchenrechtliche Fragen. Rom weicht bis heute nicht davon ab, dass sie allein die eigentlich wahre Kirche in apostolischer Sukzession sind.

[40:22] So viel also überblicksmäßig über das, was im letzten Jahr oder bis heute sich in der katholischen Kirche aus prophetischer Perspektive ereignet hat. Wenn wir unseren Blick jetzt zur zweiten Macht, die in Offenbarung 13 so ausführlich beschrieben wird, zu den USA. Auch hier ist das Coronavirus jüngst ganz wichtig gewesen. Kenneth Copeland, den haben wir fast jedes Mal dabei gehabt. Dieses Mal habe ich der Versuchung widerstanden, wieder ein Video von ihm zu spielen. Wer die finden will, kann die im Internet schnell finden. Es ist so absurd, dass man eigentlich die Zeit damit nicht verschwenden sollte. Er hat zunächst mal Anfang März noch eine Prophezeiung in seiner Kirche verkündigt, wonach der Herr ihm persönlich mitgeteilt habe, an einem Freitagabend, dass die Krise schnell vorbei sei und dass das Virus schnell wieder vorbei sein würde. Ich denke, wir können jetzt schon sagen, dass er ein falscher Prophet ist, allein deswegen.

[41:23] Als dann das Ganze doch schlimmer wurde, hat er in einer sehr fast schon makabren Aufnahme mit einigen wenigen Mitarbeitern in seiner leeren Megakirche ein Gericht über Covid-19 ausgesprochen, hat Covid-19 angepustet, kein Witz, tatsächlich angepustet und gesagt, dass er den Wind Gottes auf diesen Virus herbeiruft und als Prophet sozusagen dafür sorgt, dass dieses Virus jetzt stirbt und dass sofort ein Impfstoff da ist und so weiter und so fort. Also eine ganz merkwürdige Sache. Es gibt übrigens eine ganze Reihe von evangelikalen, vor allem in der charismatischen Szene, charismatischen Predigern, die mit Prophezeiungen rund um den Coronavirus auf sich aufmerksam machen. Da gibt es jemanden, der schon angeblich vor zwei Jahren von einem Virus prophezeit hat, das kommen würde und jetzt darauf sich bezieht und sagt: "Ich habe das schon vor zwei Jahren gesehen." Also diese ganze Frage befeuert auch die charismatische Szene.

[42:34] Natürlich steht im Zentrum der Aufmerksamkeit der US-Präsident selbst. Und hier konnte ich nicht widerstehen, zumindest einige seiner Zitate kurz noch mal zusammenzufassen, wie sie die Frankfurter Allgemeine Zeitung ohne Kommentar einfach nacheinander gedruckt hat, weil das braucht eigentlich auch keinen Kommentar. Am 22. Januar: "Wir haben es vollkommen unter Kontrolle. Es geht um eine Person, die aus China gekommen ist. Wir haben es unter Kontrolle. Alles wird gut sein." Oder dann am 10. Februar: "Es sieht so aus, als müsste es im April vorbei sein. Wenn es wärmer wird, verschwindet es auf wundersame Weise." Das habe ihm der chinesische Präsident gesagt. "Wir stehen kurz davor, einen Impfstoff zu haben." Vielleicht hat er damit gemeint, dass er kurz davor stand, deutsche Unternehmen einfach aufzukaufen, um ein exklusives Medikament zu haben. Aber das ist ja dann aufgedeckt worden. 26. Februar: "Wenn man 15 Fälle hat, dann sind wir in wenigen Tagen runter auf fast null. Da haben wir eine ziemlich gute Arbeit geleistet." Und dann hier: "Es ist eine Grippe wie eine Grippe." 26. Februar und alles ganz wunderbar.

[43:42] Dann sagt er folgendes hier am 6. März: "Ich kapiere dieses Zeug sehr gut. Die Leute staunen, dass ich es verstehe. Jeder dieser Ärzte fragt: Warum wissen Sie so viel darüber? Vielleicht bin ich ein Naturtalent. Vielleicht hätte ich das machen sollen, anstatt für die Präsidentschaft anzutreten." Und er, mit Verlaub, Mr. President, ohne Ihnen zu nahe zu treten, wir sind froh, dass wir andere Virologen haben. Über die wird schon genug gestritten. Aber ich glaube, egal wie man sonst zu den Virologen hier im Lande steht oder auch auf der Welt, ich glaube, jeder ist wahrscheinlich froh, dass Donald Trump kein Virologe geworden ist.


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