[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Schön, dass du wieder einschaltest auf www.joelmedia.de und ein herzliches Willkommen all denen, die uns auf Amazing Discoveries zuschalten. Auch euch herzlich willkommen. Wir haben heute die dritte Folge in unserer neuen CSH-Serie Jüngerschaft und mit dieser Folge wollen wir uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 18. Januar. Nachdem wir in der ersten Folge über Nachfolgeschaft und die Bibel gesprochen haben und das letzte Mal uns Gedanken gemacht haben über Gleichnisse, wollen wir heute den Fokus auf das Gebet lenken. So ist unser Thema überschrieben, Nachfolge und Gebet. Wie sollen wir beten, was sollen wir beten, gibt es gute Beispiele in der Bibel über das Gebet und darüber wollen wir uns Gedanken machen. Und bevor wir das tun, wollen wir natürlich das passende machen, was bei so einem Thema unabdingbar ist, nämlich zunächst einmal selbst zu Gott beten, dass er unsere Gedanken leitet und uns zeigt, was wir noch lernen können über dieses so wichtige Thema. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir zu dir kommen können. Wir möchten dich bitten, dass dein Heiliger Geist unsere Herzen berührt und dass wir lernen dürfen, wie wir noch deutlicher dir nachfolgen können, noch enger mit dir leben können und auch die große geistliche Kraft des Gebetes noch mehr in unserem Leben nutzen können. Wir bitten dich, dass du uns führst und leitest durch dein Wort. Im Namen Jesu, Amen.
[1:46] Wenn es eine Person gibt in der Bibel, von der man beten lernen kann, außer Jesus, welche Person würdest du benennen? Gibt es eine Person außer Jesus, die bekannt dafür ist, dass sie großartige Gebetserfahrungen gemacht hat? Es gibt natürlich einige, die einem da einfallen könnten. Ich möchte unseren Blick zu Beginn dieser CSH auf Daniel lenken. Von Daniel wird uns ein Gebet berichtet, das so erstaunlich ist, dass man zunächst einmal das Ende dieses Gebetes oder die Gebetserhöhung betrachten muss, um dann zu sehen, was eigentlich für eine Kraft in diesem Gebet gesteckt hat. In Daniel 9 und dort Vers 20, da finden wir folgende Aussage: „Während ich noch redete und betete und meine Sünde und die Sünde meines Volkes Israel und meine Bitte für den heiligen Berg meines Gottes vor den Herrn, meinen Gott brachte.“ Daniel sagt hier, während ich betete, ist etwas passiert. Und was passiert, wird in Vers 21, 22 beschrieben. Der Engel Gabriel kommt und der sagt dann in Vers 23: „Als du anfingst zu beten, erging ein Wort und ich bin gekommen, es dir zu verkünden.“ Dann geht es weiter: „Denn du bist ein vielgeliebter Mann, so achte nur auf das Wort und verstehe das Gesicht.“ Hier finden wir ein Gebet, von dem Daniel berichtet, während er noch betete, das heißt, noch bevor er Amen gesagt hat, kam die Antwort vom Himmel. Und die Antwort vom Himmel in Form von Gabriel sagt ihm sogar, in dem Moment, wo du angefangen hast zu beten, bin ich schon losgesandt. Das heißt, während Daniel zumindest erkennen konnte, dass während des Gebetes die Antwort kam, wurde er dann unterrichtet, dass eigentlich die Antwort sofort mit Beginn des Gebetes da war. Was für ein Gebet ist das, das sobald es begonnen wurde, bereits die Antwort bekommen hat? Ich glaube, wir können viel von diesem Gebet in Daniel 9 lernen, das sofort, ohne die geringste Zeitverzögerung, erhört worden ist. Und wenn wir fragen, was hat Daniel gebetet, warum hat er gebetet, dann sind das gute Fragen, die uns näher bringen zu der Frage, was ist das Geheimnis eines erhörten Gebetes.
[4:14] Dazu gehen wir natürlich an den Anfang des Kapitels und wir wollen nur einige Details herausgreifen, die von besonderer praktischer Bedeutung für uns sind in unserem Leben mit Jesus. In Daniel 9 und dort Vers 2 sagt Daniel: „Im ersten Jahr seiner Regierung achtete ich, Daniel, in den Schriften auf die Zahl der Jahre, von der das Wort des Herrn an den Propheten Jeremia ergangen war, dass die Verwüstung Jerusalems in 70 Jahren vollendet sein sollte.“ Beachten wir, das Gebet von Daniel war nicht einfach nur irgendwie jetzt mal ein Gebet, sondern Daniel betete, weil er vorher die Bibel studiert hatte. Daniel betete nicht einfach nur, weil es seine Pflicht war. Wir wissen, dass er auch regelmäßig gebetet hat, zu bestimmten Zeiten, Kapitel 6 spricht er davon. Trotzdem lernen wir hier, dass das Gebet, das er zu Gott emporbrachte, auch seinem Bibelstudium heraus erwuchs. Manchmal trennen wir diese beiden Bereiche, das Bibelstudium und das Gebet. Aber bei Daniel war es anders. Als er die Bibel studierte, entdeckte er Dinge oder er hatte Fragen und ihm waren einige Dinge unklar und deswegen betet er. Wann war das letzte Mal, dass du gebetet hast, weil du ein Kapitel in Daniel oder Offenbarung oder in welche Prophezeiung auch immer nicht verstanden hast und du gemerkt hast, es ist wichtig für meine Zeit. Ich muss es verstehen, ich verstehe es nicht. Herr, hilf mir. Daniel wusste, diese Prophezeiung im Buch Jeremia mit den 70 Jahren ist wichtig für seine Zeit. Er wusste, diese Prophezeiung stand kurz vor der Erfüllung und so betet er. Warum betest du, warum bete ich, warum beten wir? Beten wir wirklich, weil wir mit den Prophezeiungen für unsere Zeit in Daniel, Offenbarung und wo auch immer kämpfen und ringen und sie verstehen wollen und sehen, dass uns noch einiges fehlt, aber wir merken, die Zeit ist nah. Was würde passieren, wenn Gottes Volk aufgrund dieses Bibelstudiums, dieses Prophetiestudiums beten würde?
[6:09] Nun, wie hat er das gemacht? In Vers 3 sagt er: „Und ich wandte mein Angesicht zu Gott, dem Herrn, um ihn zu suchen, mit Gebet und Flehen, mit Fasten im Sacktuch und in der Asche.“ Also Daniel war es wirklich ernst. Es war nicht nur ein gelegentliches Gebet oder ein reguläres Gebet, es war ein Gebet mit Flehen, mit Fasten. Das bedeutet, er hat bewusst auf etwas verzichtet, nicht einfach, weil darin ein eigener Wert liegt. Gott erhört unsere Gebete nicht einfach deswegen, weil wir fasten und deswegen etwas verdienen. Nein, Gott möchte manchmal, dass wir uns besonders auf ihn konzentrieren. Und wenn wir fasten, wenn wir uns auf bestimmte Dinge verzichten, sei es auf Essen oder auf andere Dinge, die in unserem Lebensalltag auch mal eine große Rolle spielen, dann deswegen, damit wir uns besser und klarer auf Gott, sein Wort und seine Weisung konzentrieren können. Daniel hat also deutlich gemacht: Gott, deine Antwort ist mir etwas wert. Ich bin bereit, sogar Zeit und andere Dinge zu opfern, um ganz deutlich eine Antwort von dir zu bekommen. Und Fasten ist eine gute Möglichkeit, dies zu erleben.
[7:13] Wir lesen in Vers 4: „Ich betete aber zu dem Herrn, meinem Gott, und ich bekannte und sprach: Ach Herr, du großer und furchtgebietender Gott, der den Bund und die Gnade denen bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote bewahren.“ Daniel beginnt sein Gebet, indem er Gott anspricht und zwar als einen Gott, der treu ist, einen Gott, der den Bund bewahrt, einen Gott, der die Gnade bewahrt. Denn wie wir gleich sehen werden, wird Daniel bekennen müssen, dass das Volk selbst sehr treulos gewesen ist. Aber die Grundlage seines Gebetes ist die Überzeugung, dass Gott zu seinen Verheißungen steht, dass Gott gnädig ist und dass er seinen Bund nicht aufgibt. Woher wusste Daniel das? Diese Worte, die er spricht, sind fast wörtlich entnommen aus den zehn Geboten. Wenn wir da ganz kurz hingehen wollen, dann finden wir in 2. Mose 20 und dort in Vers 6, am Ende des zweiten Gebots, eine ganz ähnliche Formulierung. In 2. Mose 20, Vers 6, da heißt es, wir können Vers 5 lesen: „Betet sie nicht an und diene ihnen nicht, denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied, derer die mich hassen, der aber Gnade erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.“ Gott spricht hier in diesem zweiten Gebot auch von seiner Liebesbeziehung zum Volk und dass er eifersüchtig ist, wenn sein Volk andere Götter anbetet, anderen Götzen nachgeht, aber dass er Gnade erweist an denen, die ihn lieben und seine Gebote bewahren. Und genau davon spricht Daniel hier, sagt: Gott, du bist dieser Gott, du bist der Gott, der wirklich eine emotionale Beziehung zu uns sich wünscht, eine innige, tiefe Liebesbeziehung.
[9:14] Der Kontrast zwischen Vers 4 und 5 könnte kaum größer sein. Nachdem er gesagt hat: Gott, du bist der, der die Liebe und den Bund und die Gnade bewahrt. Wir dagegen haben gesündigt. Vers 5 heißt es: „Wir haben gesündigt und haben Unrecht getan und gesetzlos gehandelt. Wir haben uns aufgelehnt und sind von deinen Geboten und deinen Rechtsordnungen abgewichen.“ Erhörtes Gebet hat immer das Geheimnis, dass der Betende ganz ehrlich ist mit seiner Sünde. Nichts beschönigt, nichts besser darstellt, als es gewesen ist. Nicht versucht, eine Ausrede zu finden, sondern zu seiner Sünde steht. Und ja, wie Daniel ist hier im Wacht, eben nicht nur zu seiner Sünde, sogar zu den Sünden des ganzen Volkes. Denn im ganzen Kapitel werden wir sehen, dass Daniel nicht seine eigenen Sünden nur bekennt, sondern die Sünde des ganzen Volkes. Das meiste von dem trifft auf ihn eigentlich persönlich gar nicht zu. Das ist der Geist, den Jesus gehabt hat, die Sünden anderer auf sich zu nehmen. Obwohl das bei Daniel natürlich nicht wirklich real passiert ist. Aber Daniel war bereit, auch noch für das Entschuldigung zu sagen, was er selbst gar nicht individuell verbrochen hatte.
[10:30] Interessanterweise, wenn wir Vers 5 anschauen, können wir hier in Vers 5 zeigen, dass auch im Alten Testament Sünde Übertretung des Gesetzes, also die Gesetzlosigkeit, so wie die klassische Definition der Bibel in 1. Johannes 3 Vers 4 uns sagt. Dort heißt es ja bekanntermaßen: „Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit, und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.“ Genau das bedeutet in den Worten von Daniel, wenn er sagt: „Wir haben gesündigt und haben Unrecht getan und gesetzlos gehandelt.“ Das Gesetz Gottes ist der große Maßstab und jeder, der wirklich Gebetserhöhungen erleben möchte, muss sich diesem Maßstab bewusst sein und sein eigenes Fehlverhalten und Versagen eingestehen.
[11:17] Aber nicht nur das. Daniel sagt nicht einfach nur: „Wir haben gesündigt, wir haben dieses Gebot gebrochen und jenes missachtet.“ Ihm ist auch bewusst, dass Gott sie nicht einfach so in diese Sünde hat hineinschildern lassen, sondern dass Gott viel getan hat, um sie davor zu bewahren. In Vers 6 zum Beispiel heißt es: „Wir haben auch nicht auf deine Knechte, die Propheten gehört, die in deinem Namen zu unseren Königen, unseren Fürsten und unseren Vätern und zu dem ganzen Volk des Landes geredet haben.“ Wenn wir ganz ehrlich sind, wissen auch wir in unserem Leben, dass wir, wenn wir gesündigt haben und zurückschauen, wir ganz deutlich auf Gottes Hand sehen, wie er uns vor dieser Sünde eigentlich bewahren wollte, wie er durch ein Mittel oder ein anderes versucht hat, uns zu warnen, dass wir nicht hineinfallen in die Falle, die Satan uns gelegt hat. Und das kann besonders traurig an dem Nachhinein sein, wenn man nicht nur sieht, wie man Gott enttäuscht hat, sondern auch sieht, wie Gott alles getan hat, um das eigentlich zu verhindern und man es trotzdem getan hat. So ging es Daniel. Und auch das ist wichtig, im Gebet deutlich zu machen, nicht zu sagen: Gott, ich habe gesündigt, sondern ich weiß auch, dass du eigentlich mir die Kraft schenken wolltest, es gar nicht zu tun. Denn manchmal haben wir diese Idee, dass wir sowieso gar nicht anders können und wir entschuldigen uns zwar die Sünde, aber haben im Hinterkopf die Idee: Na ja, was willst du eigentlich Gott, ich kann ja sowieso nicht anders. Aber Daniel wusste, dass Gott alles in die Wege geleitet hatte, um das Volk davor zu bewahren. Er hat Propheten gesandt, die, wie es Jeremia sagt, sich früh aufgemacht hatten, zum frühesten möglichen Zeitpunkt versucht haben, das Volk zu warnen. Und so ist es auch mit uns. Wie oft ist es, dass wenn wir in der Versuchung stehen, etwas Böses zu tun, Gott durch ein Bibelvers in den Sinn kommt oder ein geistliches Lied, an das wir plötzlich denken müssen, versucht uns davor zu bewahren. Und wie oft bist du oder wie oft bin ich schon trotzdem hineingerannt in die Sünde.
[13:21] Dann geht es uns vielleicht so, wie es Daniel in Vers 7 sagt: „Du, Herr, bist im Recht, uns aber treibt es heute die Schamröte ins Gesicht.“ Das Geheimnis von Daniels Gebet war, dass er ganz ehrlich war, ganz ehrlich war mit seiner Situation und mit der Gerechtigkeit Gottes. Wiederum sagt er in Vers 8: „Uns, Herr, treibt es die Schamröte ins Gesicht.“ Er betont es, macht es ganz deutlich. Aber nicht nur sieht Daniel in seinem Gebet den beklagenswerten Zustand seines Volkes und auch seines eigenen Zustandes. Er sieht in Vers 9, dass Gott trotzdem beim Herzen ist. Es heißt in Vers 9: „Aber bei dem Herrn, unserem Gott, ist Barmherzigkeit und Vergebung, obwohl wir uns gegen ihn aufgelehnt haben.“ Daniel betet nicht nur, dass Gott gerecht ist und dass er viel getan hat in der Vergangenheit. Daniel betet, weil er weiß, Gott ist immer noch gnädig und barmherzig und gerecht. Derselbe Gott, der versucht hat, uns vor der Sünde zu bewahren, ist derselbe Gott, der auch willig ist, uns die Sünde zu vergeben, wenn wir es wirklich ernsthaft und aufrecht bereuen.
[14:33] Warum betest du, lieber Freund, liebe Freundin? Warum bekennst du Gott deine Sünden? Ist dir bewusst, dass wenn du ernstlich zu Gott betest, er wirklich bereit ist, dir zu vergeben? Denn er, im Gegensatz zu uns, er ist treu den Verheißungen, er steht zu seinem Bund und seiner Gnade. Er bewahrt diese Gnade für alle, die ihn lieben und seine Gebote halten.
[15:07] Und so macht Daniel ganz deutlich, dass er weiß, warum all das über das Volk Israel gekommen ist, was in den letzten Jahrzehnten erleiden musste dort in der babylonischen Gefangenschaft. In Vers 13 und 14 sagt er genau so, nicht nur einigermaßen oder im Großen und Ganzen andeutungsweise, sondern er sagt genau so: „Wie es im Gesetz Moses geschrieben steht, ist all dies Unheil über uns gekommen. Wir aber suchten das Angesicht des Herrn nicht dadurch zu besänftigen, dass wir uns von unseren Sünden abwandten und auf seine Weisung achteten. Darum hat auch der Herr darüber gewacht, das Unheil über uns zu bringen, denn der Herr, unser Gott, ist gerecht in all seinen Werken, die er getan hat, da wir nicht auf seine Stimme gehört haben.“ Daniel wusste, alles was dem Volk passiert war, war in Übereinstimmung mit dem Wort Gottes. Daniel betete, weil er das Wort Gottes studiert hat und während er betete, hat er sich auf das Wort Gottes berufen. Hier zum Beispiel beruft er sich auf das Gesetz Mose. Vorher haben wir gesehen, wer sich auf die zehn Gebote beruft. Erhörtes Gebet ist immer ein Gebet, das sich auf die Bibel beruft. Die Bibel ist die Wahrheit, die Bibel ist Gottes Wort zu unserer Seele und wenn wir uns auf dieses Buch berufen, auch in unseren Gebeten, dann dürfen wir wissen, dass Gott nicht ablehnend sein wird. Stütze dich in deinen Gebeten auf die Verheißung der Bibel, auf den Maßstab der Bibel, auf die Wahrheiten der Bibel, in deinem Bekenntnis, in deinen Bitten, in deinem Dank. Wenn wir die Bibel zur Grundlage unseres Gebetes machen, dann glaube ich, werden wir ein ganz neues Gebet zu nehmen bekommen. Glaubst du mich auch? Daniel betete mit seiner Bibel in der Hand oder mit seiner Bibel im Kopf, wie auch immer.
[17:01] Und dann in Vers 15 finden wir etwas ganz Erstaunliches. Er sagt: „Nun aber, Herr, unser Gott, der du dein Volk mit starker Hand aus dem Land Ägypten herausgeführt hast und dir einen Namen gemacht hast bis zum heutigen Tag, wir haben gesündigt, wir haben gottlos gehandelt.“ Warum ist es, dass Daniel hier Bezug nimmt auf den Exodus, auf den Auszug aus Ägypten? Warum sagt: Herr, du bist derjenige, der uns mit starker Hand herausgeführt hast? Was war die Situation des Volkes Israel in Ägypten gewesen? Waren sie nicht Sklaven gewesen? Und hatte Gott sie nicht aus der Sklaverei befreit? Wenn Daniel sein Volk anschaut, in dieser seiner Situation, als dieses Gebet spricht, dann muss er feststellen, wir sind wieder Sklaven, zwar nicht in Ägypten, aber in Babylon. Und das macht im Großen und Ganzen für das Volk keinen großen Unterschied, ob man Sklave in Ägypten oder Sklave in Babylon ist. Und der Gott, der uns aus Ägypten befreien konnte, ist derselbe Gott gestern, heute und in Ewigkeit und er wird uns auch aus Babylon befreien können.
[18:15] Als Daniel betet, ist er sich bewusst, was Gott für das Volk in der Vergangenheit getan hat und deswegen hat er Zuversicht, dass Gott sein Gebet erhört. Wenn wir beten, erinnern wir uns daran, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Erinnern wir uns an die Siege, die Gott uns in der Vergangenheit geschenkt hat, auch wenn wir jetzt gerade vielleicht in einem tiefen Loch sind. Erinnern wir uns an die tollen Momente mit Gott, an die Freude, die wir gehabt haben, wenn wir gerade in einer Depression sind und in einem Tal des Todesschattens. Erinnern wir uns daran, wie Gott unser Schicksal gewendet hat, als es unlösbar erschien, wenn wir in einer Situation wieder sind, die verfahren scheint. Wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Daniel hat das nicht vergessen gehabt und wiederum mit der Bibel in der Hand sozusagen hält er Gottes Wort vor und sagt: Gott, du bist derjenige, der das getan hat in der Vergangenheit. Du kannst es tun und wenn du nach deinem Wort handeln möchtest und wirst, dann weiß ich, dass du es tun wirst.
[19:27] Gibt es Dinge in deinem Leben, auf die du in deinen heutigen Gebeten zurückgreifen kannst? Hat Gott dir in der Vergangenheit Dinge gezeigt? Hat Gott dich in der Vergangenheit geführt, dir Siege geschenkt, auf die du heute, selbst wenn du verzweifelt bist, zurückschauen kannst und sagen: Herr, so wie vor zehn Jahren oder zehn Monaten oder zehn Wochen oder vielleicht zehn Tagen, so kannst du mir auch jetzt helfen. Das war das Geheimnis erhörten Gebetes.
[19:48] Und dann sagt er etwas Außergewöhnliches. In Vers 18 sagt er: „Neige dein Ohr, mein Gott, und höre, tue deine Augen auf und siehe unsere Verwüstung und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist.“ Und jetzt Achtung, Daniel macht es sehr, sehr deutlich, dass niemand zu irren braucht, was das Geheimnis erhörten Gebetes ist. Er sagt: „Denn nicht um unserer eigenen Gerechtigkeit willen bringen wir unsere Bitten vor dich, sondern um deiner großen Barmherzigkeit willen.“ Daniel wusste, und das ist das Geheimnis für erfolgreiches Gebet. Es ist nicht unsere Kraft, unsere Macht, unsere guten Werke, unsere Gerechtigkeit, die irgendetwas bei Gott bewirkt, dass Gott sagt: Ich kann nicht anders. Was ist es, das bei Gott dieses Gefühl entstehen lässt: Ich kann nicht anders als dieses Gebet erhören? Es ist nicht, wenn wir unsere Taten bringen, wenn wir unsere Werke vorweisen, wenn wir uns erhöhen. Es ist, wenn wir auf Gottes Barmherzigkeit uns buchen, auf seine Eigenschaften, an seinen Eigenschaften uns festhalten, wenn wir Gottes Wort ihm vorlegen, dann ist es, dass er sagt: Ich kann nicht anders, ich muss dieses Gebet erhören. Nicht unsere Gerechtigkeit, nicht meine guten Taten, nicht das, was ich alles für Gott schon getan habe in der Vergangenheit ist der Schlüssel, das Fundament meines Gebetes, sondern das, was Gott getan hat, sein Charakter, sein Wesen, seine Kraft, auf die möchte ich mich berufen, weil er so ist, wie er ist, deswegen kann er das Gebet erhören und das ist der Schlüssel in der Hand des Betenden.
[21:31] Und achten wir darauf, dass Daniel sein Gebet nicht einfach formal spricht und einfach die Punkte so abeinander, nacheinander abliest oder einfach so daher sagt. Schauen wir mal in Vers 19, mit welcher Emotion er dieses Gebet beendet. Er sagt in Vers 19: „Herr, höre! Herr, vergib! Herr, achte darauf und handle und zögere nicht um deiner selbst willen, mein Gott, denn nach deinem Namen ist deine Stadt und dein Volk genannt.“ Das ist ein intensives Gebet, ein leidenschaftliches Gebet, das ein Imperativ nach dem anderen: Herr höre, vergib, achte darauf, handle, zögere nicht. Gott, tue etwas, nicht wegen uns, sondern wegen deinem Wort. Daniel macht das deutlich, es ist ihm ernst. Wann war das letzte Mal, dass du deinem Gebet Gott deutlich gemacht hast: Es ist mir ernst, Herr, ich möchte, dass dein Wille geschieht. Herr, dein Wort sagt, deswegen lass es geschehen. Herr, du hast versprochen, hier steht es, hier ist die Verheißung, ich möchte sie in meinem Leben erleben, zögere nicht, tue es, handle. Wann war das letzte Mal, dass du so gebetet hast?
[22:50] Könnte es sein, dass wir genau dieses Gebet zu selten besprechen, dass wir Gottes Verheißung nehmen, sie ihm vorhalten und sagen: Herr, nicht wegen uns, aber wegen dir. Wir möchten dir nachfolgen, wir bekennen unsere Schuld, wir sehen, was wir verkehrt gemacht haben, wir sehen all die Fehler, die wir gemacht haben, als Volk Gottes in der Vergangenheit, wir sehen, was schief gelaufen ist, wir können es nicht mehr gut machen, wir können dir nichts präsentieren, aber wir wissen, dass dein Wort nicht fehlgehen kann und du hast versprochen, das Werk wird zum Abschluss gemacht, du hast versprochen, es kommt ein Spätregen, du hast versprochen, dass dieses Werk in Herrlichkeit abgeschlossen wird. Wir berufen uns darauf und bitten dich, tue es um deiner Gerechtigkeit willen, um deiner Barmherzigkeit willen, zu deiner Ehre und deiner Herrlichkeit. Das ist das Gebet, nach dem Gott sich sehnt.
[23:35] Ja, als Gott sah in dem Herzen von Daniel, dass er das beten würde, noch bevor er es ausgesprochen hat, wurde Gabriel losgesandt. Gabriel, geh und gib ihm die Antwort. Und die Antwort, die er bekommt, ist die herrlichste, die vielleicht jemals ein Prophet im Alten und Neuen Testament bekommen hat. Es ist die Botschaft, die Prophezeiung, die auf das Jahr genau hin den Erlösungsplan fixiert und zeigt, wann der Messias kommen würde, wann er getauft werden würde, wann er sterben würde für die Sünden der Welt. Die großartigste Prophezeiung der ganzen Bibel als Antwort auf ein einfaches, aber ernstes Gebet, das die Bibel und Gottes Charakter zur Grundlage hatte.
[24:30] Die Jünger haben einmal Jesus gefragt und gesagt: Herr, lehre uns beten. Und so viel wird über das Gebet gesprochen, aber so selten studieren wir die Bibel, um zu sehen, was biblisches Gebet ist. Heute fokussieren wir uns oft mehr auf bestimmte Gebetshaltung oder Gebetsformen oder Gebetsabläufe und meinen, darin liegt die Kraft. Aber die Kraft im Gebet ist dann vorhanden, wenn wir so beten, wie es die Bibel uns vormacht und zeigt. Was können wir noch aus der Bibel lernen über das Gebet? Was können wir von dem lernen, der der beste Beter aller Zeiten war, noch besser als Daniel? Die Rede ist natürlich von Jesus. Wir wollen einige praktische Dinge uns anschauen, denn als Nachfolger, als Jünger folgen wir nicht Daniel nach, sondern Jesus.
[25:20] In Matthäus 14 und dort Vers 22 und 23 finden wir das erste dieser Prinzipien, die wir gemeinsam betrachten wollen. Matthäus 14 und dort Vers 22 und 23. Es heißt: „Und er nötigte sogleich Jesus seine Jünger, in das Schiff zu steigen und vor ihm ans jenseitige Ufer zu fahren, bis er die Volksmenge entlassen hatte. Und nachdem er die Menge entlassen hatte, stieg er auf den Berg, um abseits zu beten, und als es Abend geworden war, war er dort allein.“ Hier sehen wir, dass Jesus sich an einen einsamen Ort zurückgezogen hat, um zu beten. Wir sehen auch, dass er ganz bewusst diese Zeit sich erkämpfen musste. Er musste seine Jünger nötigen, in das Schiff hineinzusteigen, er musste die Volksmenge entlassen. Wenn er nicht die Initiative ergriffen hätte, hätte er noch die ganze Nacht hindurch predigen können und heilen können. In unserem Leben gibt es viele Dinge, viele gute Dinge, die wir tun können für unsere Mitmenschen und auch für Gott selbst, die uns vielleicht am Ende doch die Zeit für das Gebet rauben könnten. Wir müssen die Initiative ergreifen und Zeit für das Gebet schaffen, so wie Jesus Zeit sich freigeschaufelt hat, um alleine mit Gott zu sein. Im Gebet am Abend und dann an anderer Stelle, wie wir sehen, auch am Morgen.
[26:48] In Matthäus 26, Vers 36 sehen wir, dass Jesus im Gebet wirklich alleine sein wollte, während er sein Herz Gott ausschütten wollte. In Matthäus 26, Vers 36 heißt es: „Da kommt Jesus mit ihnen zu einem Grundstück, das Gethsemane genannt wird.“ Wir wissen, es ist kurz vor der Kreuzigung. Er hatte eine unheimliche Last auf seinem Herzen. Das heißt, er spricht zu den Jüngern: Setzt euch hierhin, während ich weggehe und dort bin. Selbst seine vertrautesten Jünger, seine besten Freunde, mit denen er über drei Jahre zusammengearbeitet hat, sollten sich an diese Stelle setzen. Er wollte etwas beiseite gehen. Es gibt Dinge in unserem Leben, die muss niemand anders hören, als nur Gott. Auch unsere besten Freunde nicht. Jesus hat die Einsamkeit gesucht, um mit Gott reden zu können.
[27:38] Wie wir gesagt haben, nicht nur am späten Abend, auch am frühen Morgen hat er zu Gott gebetet. In Markus 1, Vers 35 heißt es sogar: „Oder morgen, als es noch sehr dunkel war.“ Und ich bin mir sicher, mit einem oder den anderen Punkten, die wir hier nennen, wird sicherlich der eine oder andere immer eine Schwierigkeit haben, sie praktisch umzusetzen. Und ja, das mag sein. Und so geht es mir auch. Aber ist es nicht trotzdem etwas, wonach wir streben sollten und Gott bitten dürfen, dass er uns das schenkt, dass wir Schritt für Schritt ihm nachfolgen, auch in unserem Gebetsleben, früh am Morgen aufzustehen. Er stand auf und ging hinaus an einen einsamen Ort und betete dort. Wenn wir weiterlesen, sehen wir, dass das ein echtes Opfer auch war. Das heißt in Vers 36: „Und es folgten ihm Simon und die, welche bei ihm waren.“ Und als sie ihn gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: „Jedermann sucht dich.“ Jesus wusste das. Er wusste, dass alle etwas von ihm wollten. Und trotzdem hat er sich Zeit am Morgen genommen, um zu beten. Vielleicht stehst du morgen früh auf und weißt, ich muss das und das und das und das und das und das erledigen. Der will was von mir. Der will eine Antwort haben. Die E-Mail muss ich schreiben. Da muss ich anrufen. Das ist ganz dringend. Und trotzdem, wenn wir Jesus nachfolgen, müssen wir uns diese Zeit nehmen am Morgen im Wort Gottes und im Gebet allein mit Gott, in der Selbstprüfung, damit wir gestärkt sind für den Tag.
[29:02] Manchmal hatte Jesus wichtige Entscheidungen zu treffen, so wie auch wir manchmal besondere Aufgaben haben, besondere Entscheidungen treffen müssen, wichtige Dinge, wichtige Kreuzungen in seinem Leben kommen. Sehen wir mal, was Jesus in seiner solchen Situation gemacht hat. In Lukas, Kapitel 6 und dort Vers 12, das ist Vers 12, Vers 13. Da lesen wir: „Es geschah aber in jenen Tagen, dass er hinausging auf den Berg, um zu beten. Und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott. Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und er wählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte.“ Was für eine gewaltige Aufgabe, aus all den Jüngern zwölf Apostel zu wählen. Jesus hat die ganze Nacht gebetet.
[29:51] Könnte es sein, dass wir viele wichtige Entscheidungen in unserem Leben treffen, ohne lange und ausführlich gebetet zu haben. Jesus wusste, er brauchte das Gebet, um zu wissen, wer die zwölf Männer sein sollen, die man später Apostel nennen sollte.
[30:17] In Markus 11 und dort Vers 22-24 finden wir eine interessante Aussage, die oft missverstanden wird. Es heißt in Markus 11, Vers 22-24: „Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott. Denn wahrlich, ich sage euch, wenn jemand zu diesem Berg spricht: Hebe dich und wirf dich ins Meer, und in seinem Glauben nicht zweifelt, sondern in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass das, was er sagt, geschieht, so wird ihm zuteilwerden, was immer er sagt. Darum sage ich euch: Alles, was ihr auch immer im Gebet erbittet, glaubt, dass ihr es empfangt, so wird es euch zuteilwerden.“
[31:01] Das klingt fast so, wenn man es einfach so liest, als ob man um alles bitten könnte, wenn man nur glaubt, dann wird es geschehen. Dazu ist aber notwendig, die Natur und das Wesen des Glaubens zu kennen. Was wir aus diesem Vers lesen können, ganz deutlich ist: Glaube ist eine absolute Bedingung für Gebetserhöhung. Was allerdings ist Glaube? Dazu finden wir eine ganz einfache Antwort und der eine oder andere kennt es vielleicht schon, wenn er längere Zeit die Krankheitsstudie verfolgt.
[31:33] In Römer 1, Vers 17 heißt es, sehr bekannter Vers, Römer 1, Vers 17: „Denn es wird daran offenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben. Wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ Paulus sagt, der Gerechte lebt aus Glauben. Jesus sagt uns in Matthäus 4 und dort Vers 4, und auch das ist eine sehr bekannte Aussage, das heißt es: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.“ Paulus sagt, der Gerechte lebt aus Glauben. Jesus sagt, der Mensch lebt aus jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht. Glaube ist also eine Einstellung, jedes Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht, ernst nehmen, ein Leben aus jedem Wort. Das ist Glaube.
[32:29] Und deswegen sagt uns auch Johannes in seinem ersten Brief, im 1. Johannes 5, in 1. Johannes 5 und dort Vers 14: „Und das ist die Freimütigkeit, die wir ihm gegenüber haben, dass er uns hört, wenn – jetzt kommt die Bedingung – wenn wir seinem Willen gemäß ihm etwas bitten.“ Was ist Gottes Wille? Das Wort Gottes gibt uns Auskunft.
[32:56] Also, was ist das Geheimnis erhörten Gebetes? Nach Jesus ist es Glaube. Er sagt: Wenn du Glauben hast, dann geschieht es. Aber was ist Glaube? Glaube ist das zu beten, was in der Bibel steht. Und wenn die Bibel sagt, dieser Berg wird sich wegheben, dann wird es geschehen. Nicht meine eigenen Ideen und meine eigenen Vorstellungen, meine eigenen Wünsche, wenn ich nur daran glaube. Das ist nicht, was Jesus meint. Sondern wenn Gottes Wort Dinge sagt, die scheinbar nach unseren menschlichen Sinnen unmöglich sind, so als ob sich ein Berg ins Meer versenken würde, dann wird es geschehen, wenn wir darum bitten und Gott an seine Verheißung sozusagen gehen und sagen: Gott, du hast es gesagt, es ist dein Wort, es ist dein Wille. Und dann geschehen Wunder. Selbst die Wunder, die wir für unmöglich halten. Zum Beispiel, dass Gott in uns die Sünde besiegen kann. Sieht vielleicht unmöglich aus. Aber wenn wir glauben, dass die Bibel es sagt und verheißt, dann kann sich selbst dieser Berg heben und ins Meer versenken.
[34:15] Deswegen haben wir gesehen, dass Daniel sich auf die Bibel berufen hat, auf die Bücher Mose, die Zehn Gebote, auf die Propheten, die gesprochen haben im Namen Gottes, auf die Geschichte vom Auszug und gesagt hat: Herr, du hast gesagt, wir wissen aus deinem Wort und deswegen bitte ich das.
[34:37] Ganz ähnlich in dieser Gedankenlinie ist auch die Aussage von Jesus zu sehen, die er in Johannes 14 gemacht hat, in seiner letzten großen Rede an die Jünger, kurz vor der Kreuzigung. Johannes 14 und dort Vers 13 und 14 sagt er: „Und alles, was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht wird in dem Sohn. Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun.“ Er sagt es zweimal: „Wenn es in meinem Namen ist.“ Das bedeutet nicht, dass ich meinen Wunsch ausdrücke und dann den Buchstaben J-E-S-U-S, Jesus, dran klebe, sondern im Namen Jesu zu beten, bedeutet wirklich, das zu beten, was Jesus beten würde. Wenn ich im Namen von irgendjemandem etwas unterschreibe oder etwas tue oder eine Transaktion führe, dann tue ich das so, als würde die Person, in deren Namen ich es tue, es tun. Nach den gleichen Prinzipien, mit der gleichen Vorgehensweise, mit seiner Autorität. Wenn ich also etwas im Namen Jesu bitte, dann meine ich es nicht, dass ich sage: Im Namen Jesu, und dann meinen eigenen Wunsch anführe, sondern es bedeutet, das zu bitten, was Jesus an meiner Stelle gebeten hätte. Und das wird immer erhört werden, denn es ist Gottes Wille, denn Jesus ist das Wort Gottes.
[36:05] Gebet und Bibelstudium, Gebet und das Wort Gottes hängen so eng miteinander zusammen, dass man sie nicht voneinander trennen kann. Jedes echte Bibelstudium, so wie bei Daniel, führt automatisch zu Gebet und jedes echte Gebet basiert auf den Verheißungen der Schrift.
[36:21] Interessanterweise sagt uns Jesus, dass wir nicht ewig lange beten müssen. In Matthäus 6, in der berühmten Bergpredigt, gibt es einige eindrucksvolle Worte, die auch heute, in einer Zeit, in der man immer mehr dazu übergeht, das Gebet zu einem Ritual zu machen und zu mystifizieren, da sagt er in Matthäus 6, Vers 7 und 8: „Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen, denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, um euch zu erheben.“ Daniel musste nicht alles tausendmal wiederholen, er musste sich nicht irgendwelche Meditationsübungen hingeben, er musste nicht irgendwie die Sache visualisieren, tief einatmen. All diese neuartigen Gebetsformen sind völlig unnötig und kommen, ehrlich gesagt, auch aus dem Heidentum. Im Heidentum betet man bestimmte Dinge immer und immer wieder wie ein Mantra. Es ist an der Zeit, sich wieder die biblischen Maßstäbe erfolgreichen, erhörten Gebetes zu eigen zu machen und nicht die nutzlosen Wortwiederholungen und nutzlosen Mantras der Heiden auszugraben.
[37:46] In Matthäus 7, Vers 7 und 8 heißt es: „Bittet, so wird euch gegeben, sucht, so werdet ihr finden, klopft an, so wird euch aufgetan.“ Wir haben bereits die Bedingungen gesehen, woran das geknüpft ist. Vers 8: „Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan.“ In Vers 11 sagt Jesus dann: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.“
[38:26] Ein Blick nach Lukas zeigt uns, was damit gemeint ist. In Lukas 11, und dort Vers 13, finden wir dieselbe Aussage, nur mit einer genaueren Erklärung des Guten. „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.“ Das Gute, um das wir bitten sollen, wenn wir so bitten, wird uns gegeben, wenn wir so suchen, werden wir finden, und wenn wir so anklopfen, wird uns aufgetan. Wenn wir uns nach dem Geistlichen sehnen, nach dem, wonach auch Jesus gebetet hat.
[39:06] Und ja, auch im gemeinsamen Gebet ist große Kraft. Jesus sagt uns das in Matthäus 18, Vers 19 und 20. Er sagt weiter: „Sage ich euch, wenn zwei von euch auf Erden übereinkommen über irgendeine Sache, für die sie bitten wollen, so soll sie ihnen zuteilwerden von meinem Vater im Himmel. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.“ Das ist große Kraft. Wenn wir zu Gaben kommen, in kleinen Gebetsgruppen, in Hauskreisen, in Gebetsversammlungen, Gebetsstunden, um gemeinsam zu beten, bist du Teil. In der Gebetsgruppe, an der Gebetsstunde. Es ist so traurig, dass so viele von uns nur noch am Sabbat zum Gottesdienst gehen, aber nicht mehr zur Gebetsstunde oder zur Gebetsversammlung. Meinen wir wirklich, dass wir es nicht nötig haben? Jesus sagt, da ist Kraft. Er ist gegenwärtig. Auch wenn da nur zwei oder drei sind, aber wenn sie zusammenkommen, gibt es da besondere Kraft.
[40:02] Wir kennen das Mustergebet, das Jesus uns gegeben hat, in Matthäus 6, das Vaterunser. Und es ist sehr, sehr lehrhaft und lehrreich. Man sollte sich Zeit nehmen, das ausführlich zu studieren. Aber es ist interessant zu sehen, wie in so einem kurzen Gebet Jesus so viele unglaublich wunderbare Dinge in dieses Gebet hineinpackt, die uns deutlich machen, wie wir beten können, als Beispiel.
[40:26] Aber noch etwas wollen wir anschauen, in Matthäus 26, und dort Vers 39. Es gibt Situationen in unserem Leben, wo wir wirklich unter der Bürde kaum noch atmen können. Es gibt Situationen im Leben, wo wir nicht mehr hindurchsehen können durch die Finsternis, wo alles um uns herum nur noch dunkel zu sein scheint und wir wirklich im tiefsten Innern verzweifelt sind. Jesus kannte solche Situationen. Manchmal denken wir, dass da nicht die Zeit ist, zu beten. Aber im Gegenteil, gerade dann, wenn wir nicht fühlen, dass wir beten sollten, dann ist die Zeit am allermeisten, zu beten. Jesus hat gebetet, als er wirklich mit der Sündenlast der ganzen Welt beladen war. Und was er dort betet, ist wirklich hilfreich für uns. Denn wir lernen dort zwei Dinge, die wir nicht vergessen dürfen.
[41:18] In Matthäus 26, Vers 39, dort in Gethsemane, wo er alleine ist, wie wir schon gesehen haben, die selbst seine vertrautesten Jünger etwas beiseite lässt, heißt es in Vers 39: „Und er ging ein wenig weiter, warf sich auf sein Angesicht.“ Das war wirklich von ganzem Herzen. Er war verzweifelt. Und er betete und sprach: „Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber.“ Das kommt nicht einfach und sagt: Nun, da die Abendstunde gekommen ist, möchte ich mein Abendgebet sprechen. Vater, danke für den Tag und so weiter. Er versteckt nicht die Gefühle, die in ihm sind. Er sagt Gott so, wie er sich fühlt. Er redet mit Gott ehrlich. Redest du mit deinem Vater auch ehrlich? Sagst du ihm, was in dir ist? Wir können zu Gott kommen und all das ausschütten, was in unserem Herz ist. Wir müssen es nicht anderen Menschen sagen, aber wir können es Gott sagen. So wie Jesus sagt: Ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber.
[42:26] Aber dann kommt das Zweite, was wir lernen können aus diesem kostbaren Vers. Nicht nur, dass Jesus mal sein Herz ausschüttet, sondern Jesus war trotzdem bereit, um Gottes Willen zu bitten. Und nicht um seinen. Denn der nächste Satz ist: „Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ Ja, wir können Gott alles sagen. Wir können all unser Herz ausschütten und dann haben wir trotzdem das Vorrecht zu sagen: Aber Herr, nicht wie ich will, sondern wie du willst. Es gibt zwei Extreme, in die wir fallen. Der eine ist, wenn wir alles sagen, was in unserem Herzen ist, aber wir wollen es Gott nicht sagen, sondern eine fremde Fassade nach außen zeigen. Das andere Extreme ist, wenn wir Gott alles, all unseren Kummer sagen und dann unsere eigenen Forderungen stellen. Und uns dann wundern, dass unsere Gebete nicht erhört werden und enttäuscht sind. Lasst uns doch vom Beispiel Jesu lernen, der seinen ganzen Kummer, seine ganze Sorge, seine ganze Freude, seine ganze Liebe, die er seinem Vater gesagt hat und dann trotzdem gesagt hat: Nicht mein Wille, sondern dein Wille.
[43:46] Jesus hat nicht nur für sich selbst gebetet. Jesus hat auch gerade in den Krisen seines Dienstes, wie kurz vor der Kreuzigung, besonders für seine Jünger, für seine Brüder gebetet.
[44:06] In Lukas 22, Vers 31 und 32 lesen wir: „Er aber sprach daher: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen. Ich aber habe nicht aufgehört. Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre. Denn wenn du umgekehrt bist, so stärke deine Brüder.“ Wir sehen, wie der Glaube abnimmt, wie sie Kompromisse macht, wie sie stolz wird und dann reden wir schlecht über sie hinter dem Rücken. Und dann hast du gehört: Ja, was macht der denn da? Nicht so wie Jesus. Als Jesus sah, dass Simon Petrus geistlich erodierte, als er immer stolzer wurde und immer weniger sein Fundament war, um Simon zu beten und zu beten und zu beten.
[45:02] Betest du für Menschen, von denen du weißt, dass sie es dringend nötig haben? Betest du für Menschen, wo du siehst, dass sie vom Glauben abweichen? In deiner Gemeinde oder sonst wo in deiner Familie, in deinem Bekanntenkreis, betest du für Menschen?
[45:18] Und diese Fürbitte, seine besondere Fürbitte, die Jesus gehabt hat, in Johannes 17 finden wir das Mustergebet für Fürbitte. Und wir können leider nicht das Ganze lesen, obwohl es so ein wunderbares Gebet ist, in dem Jesus nicht nur für seine direkten Jünger bittet, sondern für alle, die er zwar persönlich nie kennengelernt hat auf der Erde, aber die alle noch durch das Wort der Jünger an ihn glauben sollten. Es ist auch für uns ein Vorrecht, dass wir nicht nur für Menschen beten brauchen, die wir gut kennen, sondern auch Menschen, von denen wir vielleicht nur gehört haben. Aber die Natur dieser Fürbitte, die Jesus praktiziert hat, die ist erstaunlich.
[45:58] Denn in Vers 17 sehen wir, dass er sagt: „Heilige sie in deiner Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.“ Jesus hat für Simon Petrus und für Johannes, Jakobus und all die anderen gebetet, dass sie heilig werden. Und was ist der Maßstab der Heiligkeit? Geheiligt durch das Wort der Wahrheit. Wenn du Fürbitte tust, dann bittest du sicherlich und sagst: Gib, dass diese Person einen Arbeitsplatz bekommt. Gib, dass diese Person ihre Ausbildung beenden kann. Gib, dass diese Person wieder gesund wird. Und das ist alles gut und richtig. Bittest du aber trotzdem auch dazu, dass diese Person geheiligt wird durch das Wort Gottes? Bittest du darum, dass die Wahrheit der Bibel diese Person charakterlich transformiert? Das ist das, was Jesus gebetet hat. Jesus hat um Heiligung gebeten für seine Jünger. Bittest du um Heiligung für Menschen in deinem Umfeld, in deiner Gemeinde, in deiner Familie?
[47:06] Ich glaube, wir können viel lernen von dem Beten Jesu. Wir können seine Nachfolger werden. Wir können ihn imitieren und wir wissen, dass seine Jünger etwas gelernt haben von ihm. Denn der letzte Abschnitt, den wir heute lesen wollen, Apostelgeschichte 1, zeigt uns, dass als Jesus ging, seine Jünger wussten, wie man betet.
[47:30] In Apostelgeschichte 1 und aus Vers 13 und 14 heißt es: „Und als sie hineinkamen, gingen sie hinauf in das Obergemach.“ Das ist nachdem Jesus direkt von ihnen gegangen war. „Gingen sie hinauf in das Obergemach, wo sie sich aufzuhalten pflegten, nämlich Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alpheus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus.“ Diese alle blieben beständig und einmütig im Gebet und Flehen, so wie Daniel. Zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu und mit seinen Brüdern. Sie hatten gelernt, was anhaltendes, gemeinsames Gebet ist, das aus dem Wort Gottes hervorkommt und auf dem Wort Gottes passiert.
[48:14] Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du auch das lernen? Möchtest du lernen, so zu beten, wie Daniel gebetet hat? So zu lernen, wie Jesus gebetet hat? Erhört das Gebet. Erleben. Ein Nachfolger Jesu zu sein, auch im Gebet. Möchtest du beten, wie Jesus gebetet hat? Gott segne dich in deiner Entscheidung.
[48:34] Nächste Woche werden wir weitere Aspekte betrachten, was es bedeutet, ein Nachfolger Jesu zu sein. Und wir freuen uns darauf, wenn du wieder einschaltest. Bis dahin wünschen wir dir Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes und in der Fürsprache für andere Menschen und im Gebet zu deinem Herrn und Gott. Amen.