In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour 2014 Q1 zum Thema Jüngerschaft geht Frank Schleipfenbauer darauf ein, wie wichtig es ist, Kinder zur Nachfolge Jesu einzuladen. Er beleuchtet biblische Beispiele und Prinzipien, die Eltern und Gemeindeglieder ermutigen sollen, Kinder aktiv im Glauben zu erziehen und sie auf ihrem Weg zu Christus zu begleiten. Der Vortrag betont die Verantwortung der Erwachsenen, durch ihr eigenes Vorbild und konsequente Ausrichtung auf Gottes Wort, den Kindern einen sicheren geistlichen Weg zu ebnen.
Jüngerschaft (CSH 2014/Q1): 4. Kinder zur Nachfolge einladen
Frank Schleipfenbauer · Cannstatt Study Hour 2014 Q1: JüngerschaftWeitere Aufnahmen
Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q1: Jüngerschaft
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Bible Study Hour. Ich freue mich, dass wir wieder zusammen Gottes Wort studieren können und begrüße auch alle, die jetzt über ADTV zugeschaltet haben. Ich wünsche uns allen gottesreichlichen Segen, wenn wir wieder von ihm lernen können. Und bevor wir mit dem Thema einsteigen, Kinder zu Jüngern zu machen, das Thema der aktuellen Woche, würde ich gerne mit einem Gebet beginnen, damit wir auch von Gott geführt sind.
[0:51] Lieber Vater im Himmel, Herr Jesus, wir danken dir, dass wir wieder von dir lernen dürfen. Jedes Thema, das du uns gibst, ist wichtig. Vielleicht ist dieses ganz besonders wichtig, denn es geht um unsere Kinder in allen Altersgruppen, also um unsere Kinder und Jugendlichen. Und du hast wie für uns auch für sie einen besonderen Plan und möchtest uns als Eltern, Großeltern, auch als erwachsene Glaubensgeschwister in der Gemeinde als Werkzeuge benutzen, um die Kinder zu dir zu führen. Wir bitten dich, dass du uns jetzt hilfst zu verstehen, dass wir deine Lehre annehmen und umsetzen mit deiner Hilfe, damit wir alle eins zusammen sind bei dir. Amen.
[1:37] Ich möchte einsteigen mit einem Zitat in Matthäus Kapitel 21, Vers 16. Da geht es um eine Situation, wo die Kinder lautstark Gott gepriesen haben und gelobt haben für die Heilungen, die dort vollzogen wurden. Denn Jesus trat in den Tempel, trieb alle hinaus, die dort lärmten. Wir viele von uns kennen diese Situation, die dort beschrieben wird. Und er hat viele Menschen geheilt. Dann sind die Kinder zu ihm gekommen und im Vers 16 lesen wir, nachdem die Schriftgelehrten sich beschwert haben, was die Kinder für einen Lärm machen, lesen wir im Vers 16, wie Jesus sagt: "Hörst du, was diese sagen? Jesus aber sprach zu ihnen: Ja, habt ihr nie gelesen? Aus dem Mund der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet." Und ich habe nachgeschlagen im Psalm 8, denn darauf bezieht sich Jesus hier. Psalm 8, Vers 3, wenn wir das mal nachschlagen gemeinsam. Psalm 8, Vers 3 heißt: "Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du Macht gegründet, wegen deiner Bedrängnis und zum Schweigen zu bringen den Feind und den Rachgierigen."
[3:13] Also Jesus wird in Matthäus zitiert, dass aus dem Mund der Kinder Lob bereitet wird, Lob für Gott. Und im Psalm 8, auf den Jesus sich hier bezieht, lesen wir, dass aus dem Mund der Unmündigen Macht begründet wird. Welche Macht? Welche Macht haben Kinder, Jugendliche, egal in welchem Alter? Vielleicht habt ihr auch schon Gott durch Kinder sprechen hören. Ich kann selber aus Erfahrung sagen, mit unseren ganz Kleinen, wenn sie so im Alter von drei, vier Jahren waren, hat Gott uns schon wichtige Hinweise gegeben, auch durch Aussagen unserer Kinder, weil wir gemerkt haben, das konnten sie selber gar nicht sich zurecht gedacht haben, was wir jetzt als Hinweis bekommen haben. Und wir haben Verheißungen in der Bibel, wo Gott Kinder nutzen wird, um Menschen zu sich zu ziehen. Ist es nicht unglaublich eigentlich, dass Gott durch die Kinder wirkt? Das zeigt uns auch im Laufe dieser Sabbatschule-Lektion, wie wichtig Gott die Kinder sind und wie sehr er mit ihnen Gemeinschaft haben möchte.
[4:26] Interessant ist eine, ja, vielleicht harte Tatsache, die wir einfach sehen müssen in unserer Organisation, in unserer Glaubensgemeinschaft. Wir könnten berechnen, dass, wenn wir alle Energie und alle Zeit, die wir in irgendwelche Missionsaktivitäten stecken, was gut und richtig ist und auch Gottes Wille ist, wenn wir das ausschließlich auf unsere Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde konzentrieren würden, dann hätten wir das größte Gemeindewachstum aller Zeiten. Nämlich schon alleine dadurch, dass sicher nicht so viele ältere Jugendliche und junge Erwachsene unsere Gemeinden verlassen würden, wie sie das tun. Und nur ein Teil kommt später als Erwachsene im Alter von 30, Mitte 30 wieder zurück.
[5:25] Wie können wir unsere Kinder zu Christus führen? Wir können Glauben sicher nicht vererben und es gibt keine Garantien. Fest steht, dass Christus gesagt hat: "Wenn ich eins von der Erde erhöht bin, will ich alle zu mir ziehen", ohne Einschränkungen. Am Sonntag in der Lektionswoche können wir nachlesen, dass die hebräischen Kinder im Volk Israel Vorteile hatten, wenn wir das aus der richtigen Sicht sehen, Vorteile gegenüber Kindern der heidnischen Völker. Das geht bis hin zu den grausamen Tatsachen, dass viele heidnische Völker damals und leider ist es auch heute nicht ganz ausgestorben, ihren Götzen sogar die eigenen Kinder opfern, bis hin zum Tod. Aber auch in vielen alltäglichen Dingen hatten die hebräischen Kinder Vorteile, wenn man es aus der richtigen Sicht sieht. Warum sind die Israeliten, die Kinder Gottes damals anders mit den Kindern umgegangen, wenn sie Gott gefolgt sind, als die heidnischen Völker? Welche Motivation hatten sie?
[6:35] Wir können ein paar Texte lesen und bleiben zunächst in den Psalmen und zwar als erstes den Psalm 127, dort die Verse 3 bis 5. Psalm 127, die Verse 3 bis 5 und ich möchte jetzt mit euch einfach ein paar Psalmtexte lesen, bevor wir uns dann Gedanken darüber machen. Psalm 127, 3 bis 5: "Siehe, ein Erbe vom Herrn sind Söhne, eine Belohnung die Leibesfrucht. Wie Pfeile in der Hand eines Helden, so sind die Söhne der Jugend. Glücklich der Mann, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat. Sie werden nicht beschämt werden, wenn sie mit Feinden reden im Tor." Und gleich den nächsten Psalm 128, auch dort ab Vers 3: "Deine Frau gleicht einem fruchtbaren Weinstock im Innern deines Hauses. Deine Söhne den Ölbaum sprossen rings um deinen Tisch. Siehe, so wird gesegnet sein der Mann, der den Herrn fürchtet. Es segne dich, der Herr von Zion aus. Schaue das Wohl Jerusalems alle Tage deines Lebens. Und sieh deiner Kinder Friede über Israel."
[7:55] In der orientalisch bildhaften, blumigen Sprache wird hier ganz verstärkt ausgedrückt, welchen Segen damals die Eltern und auch Großeltern empfunden haben, wenn sie viele gesunde Kinder haben durften. Leibesfrucht ist ein Geschenk Gottes, lesen wir an anderer Stelle in der Heiligen Schrift. Und es war nicht nur deshalb so, weil damals auch unter anderen materiellen Verhältnissen in der damaligen menschlichen Gesellschaft Kinder auch eine sichere Altersvorsorge waren. Kinder Pflegekräfte waren für die Eltern im Alter. Sondern man galt als gesegnet, man galt als erfolgreich, als wohlhabend und als erfolgreich im Leben, wenn man viele gesunde Kinder hatte und besonders natürlich auch Söhne.
[8:53] Wie ist es heute? Heute muss man schon Blicken begegnen, die nicht so ganz angenehm sind, wenn man mehr als zwei Kinder hat in der heutigen Gesellschaft. Die durchschnittsdeutsche Familie hat, wenn ich richtig informiert bin, 1,6 oder 1,7 Kinder. Welchen Wert haben Kinder heute? Welchen Wert hatten sie damals? Welchen Wert aber haben sie für uns als biblisch Gläubige, als adventistische Eltern?
[9:28] Gottes Wort hat dort einen sehr mahnenden, aber auch zugleich motivierenden Text. Und zwar in 5. Mose Kapitel 6. Auch ein sehr bekannter Text, den wir, obwohl er sehr bekannt ist, vielleicht doch noch öfter wirklich auch im Detail studieren sollten und vor allen Dingen auch in der Umsetzung, was es für uns im Erziehungsalltag und im Alltag mit unseren Kindern bedeutet. 5. Mose Kapitel 6, ab Vers 6. Lasst ihn uns zunächst mal lesen. Wir lesen ab Vers 4: "Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft." Das ist die Aufforderung an uns alle. Und jetzt wird es bedeutsam für die Kindererziehung. Ab Vers 6: "Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen. Und du sollst davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt und wenn du auf den Weg gehst, wenn du dich hinlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden. Und sie sollen als Merkzeichen zwischen deinen Augen sein. Und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben."
[11:03] Also man könnte zusammenfassen, dass wir unsere Kinder erziehen sollen nach Gottes Willen, indem wir ihnen sein Wort einschärfen, immer und überall. Wie ist das gemeint? Wie sollen wir das tun? Welche Reaktionen rufen wir dabei bei unseren Kindern hervor? Vor allen Dingen, wenn sie ins jugendliche Alter kommen. Hier ist sicher nicht der militärische Kommandoton zur Aufforderung, die zehn Gebote umzusetzen gemeint. Sondern hier ist das ganze Wirken der Eltern gemeint, durch das, was sie selber sagen, durch das, was sie selber tun. Und wie viele Fehler haben wir zu bekennen? Und wie sehr haben wir Gottes Hilfe nötig, damit wir das überhaupt wollen und können? Immer und überall. Wenn du dich hinlegst, wenn du aufstehst. Also am Abend, am Morgen. Wenn du zu Hause bist, wenn du aus dem Haus gehst. Also immer und überall. Wie konsequent sind wir, Gottes Wort weiterzugeben oder gemeinsam mit unseren Kindern aufzunehmen? Jeden Tag, jeden Morgen und jeden Abend. Wie willig sind wir und wie viel Anstrengung übernehmen wir, um unsere Tagesabläufe bei allen Zwängen, mit Schulzeiten, mit Arbeitszeiten, mit Wegen, mit Dingen, die zu Hause zu tun sind. Wie willig und angestrengt sind wir, das auszurichten darauf, dass es möglich ist, morgens und abends mit den Kindern gemeinsam zu Gott zu kommen. Um gestärkt und geführt und geschützt in den Tag zu gehen. Also der geistliche Einfluss im christlichen Heim.
[12:58] Und wenn ich den Vers 9 noch einmal lese: "Du sollst sie, also die Worte, auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben." Dann erinnert mich das an die erste Passah-Nacht in Ägypten. Wo das Blut Jesu, symbolisch vorweggenommen durch das Blut eines Opfertieres, an die Pfosten der israelitischen Häuser gebracht werden sollte, um wirklich auch unter der Vergebung und unter der Kraft der Erlösung von Jesus zu stehen. Denn wie wollen wir unsere Kinder zu Jesus führen, wenn wir nicht selbst bei ihm sind.
[13:34] Aber nochmal zurück in den Vers 7, 5. Mose 6, Vers 7: "Du sollst sie, die Worte Gottes, deinen Kindern einschärfen." Also nicht oberflächlich oder im Vorbeigehen, sondern Zeit nehmen. Eine wichtige Anleitung. Und wir haben das Beispiel Jesu als Kind seiner menschlichen Eltern, Maria und Josef. Sein Werdegang, das schauen wir uns jetzt bei den nächsten Tagen in dieser Sabbatschulwoche an. Sein Werdegang soll uns Motivation und Sicherheit und auch Anleitung geben, wie wir unsere Kinder führen sollen.
[14:21] Am Montag haben wir zu lesen Lukas Kapitel 2. Vielen ist Lukas Kapitel 2 als sogenannte Weihnachtsgeschichte bekannt. Zumindest bei Christen außerhalb der Adventgemeinde. Und so habe auch ich das früher gelernt. In Lukas Kapitel 2 steht die Weihnachtsgeschichte, die menschliche Geburt Jesu. Aber da steht noch mehr. Nämlich ab Vers 21, Lukas Kapitel 2, ab Vers 21: "Und als acht Tage vollendet waren, dass man ihn beschneiden sollte, da wurde sein Name Jesus genannt." Was bedeutet? Yahweh, also Gott ist Rettung. Da wurde sein Name Jesus genannt, der von dem Engel genannt worden war, ehe er im Mutterleib empfangen wurde. Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Moses vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem hinauf, um ihn dem Herrn darzustellen, wie im Gesetz des Herrn geschrieben steht. Alle männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig heißen." Wir springen weiter zu Vers 39: "Und als sie alles vollendet hatten, die Eltern von Jesus, nach dem Gesetz des Herrn kehrten sie nach Galiläa zurück in ihre Stadt Nazareth. Das Kind aber wuchs und erstarkte, erfüllt mit Weisheit und Gottes Gnade war auf ihm." Vers 42: "Und als er zwölf Jahre alt war, gingen sie hinauf, nach der Gewohnheit des Festes, hier ist das Passafest gemeint." Und Vers 52: "Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei Gott und den Menschen."
[16:30] Wir haben im Grunde genommen kaum etwas mehr Beschreibung über das Aufwachsen und die Kindheit von Jesus Christus. Aber wir haben hier sehr viel. Es fängt damit an, dass Maria und Josef als seine menschlichen Eltern Gott im Glauben gehorsam geblieben sind. Sie haben die Dinge getan, die Gott seinem Volk damals vorgegeben hat, um auf dem Weg der Erlösung zu gehen mit ihren Kindern. Sie sollten acht Tage nach der Geburt die Söhne beschneiden als äußeres Zeichen der Zusammengehörigkeit mit Gott. Sie sollten, nachdem die Mutter die Fristen der Reinheitsgebote befolgt hatte, sollten sie ihn darstellen vor der Gemeinde, vor Gott darstellen. Das heißt ihn für heilig erklären, für Gott zugehörig, abgesondert, abgetrennt von allem, was gegen Gott ist. Also anders als bei den heidnischen Völkern, die nicht an den wahren Gott geglaubt haben.
[17:38] Wie ist das heute? Wir haben die gute und sicher auch richtige Gewohnheit, unsere Kinder Gott darzustellen, wenn sie ein paar Wochen oder ein paar Monate alt sind. Und wir sollten das auch weiter tun. Welche Bedeutung hat es für uns als Eltern und auch als Großeltern, als ganze Gemeinde, als Erwachsene in der Gemeinde, wenn ein junges Elternpaar das neugeborene Kind im Zusammensein mit der Gemeinde Gott darstellt und es auch vom Prediger gesegnet wird. Wie sehr haben wir uns vor dieser Darstellung vor Gott und auch danach damit befasst, welchen Weg wir mit diesem Kind gehen möchten. Und wie viel sind wir bereit von unserer Lebensorganisation, von unserem Alltag darauf einzustellen, dass das auch möglich ist in der heutigen Zeit. Unter all den Zwängen, unter denen wir leben, wenn wir uns nicht mit Gottes Hilfe von ihnen frei machen.
[18:43] Stehen wir mehr unter dem Einfluss anderer Menschen oder richten wir unser Leben in Liebe zu unseren Mitmenschen, aber konsequent nach dem Willen Gottes aus. Als sie alles vollendet hatten, haben wir gelesen im Vers 39, nach dem Gesetz des Herrn kehrten sie zurück in ihre Heimatstadt. Das Kind aber wuchs und erstarkte, erfüllt mit Weisheit und Gottes Gnade war auf ihm. Jesus, von dem wir aus der Heiligen Schrift wissen können, dass er ganz Gott und ganz Mensch war, aber durch seine Aufgabe, die er wahrgenommen hat als Erlöser, auf das Anwenden seiner göttlichen Macht, auf das Gebrauchen seiner göttlichen Kraft verzichtet hat, um ganz Mensch zu sein, um für uns Vorbild sein zu können, um Versuchungen zu erleben, um ein eigenes Gespür und Verständnis zu bekommen für das, was Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene in ihrer sündhaften Natur durchmachen. Auch wenn er keine sündhafte Natur hatten wie wir, so war er doch in einem sündhaften Körper, in einer sündhaft geprägten Genetik durch die leibliche Seite seiner Eltern. Und er hat alles geführt. Er hat alles gespürt, das wissen wir aus der Heiligen Schrift und auch aus den begleitenden Schriften von Ellen White, dass er ganz Gott und ganz Mensch war. Und das fing an mit der Geburt als Säugling und ging über die gesamte Kindheitsphase bei der Erziehung durch seine menschlichen Eltern.
[20:31] Dieser allmächtige Gott, unser Vater im Himmel, hat das, was ihm am teuersten war, Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, Mensch werden lassen und in den Mutterleib einer menschlichen, sündhaften Natur gelegt. Und hat ihr Verheißungen gegeben, der Maria, und hat ihr Anweisungen gegeben, schon vom Namen an und was sie mit ihm tun sollen. Und so hat Gott uns allen Eltern Verheißungen gegeben und Grundregeln gegeben, wie wir unsere Kinder zu Jesus führen können. Und die Folge wird dann auch bei unseren Kindern sein. Das Kind aber wuchs und erstarkte, erfüllt mit Weisheit und Gottes Gnade war auf ihm.
[21:16] Als er zwölf Jahre alt war, haben sie ihn zum ersten Mal mitgenommen nach Jerusalem zum Passafest. Die Jahre zuvor sind sie ohne ihn gegangen. Und wir finden diesen Zeitpunkt, dass ein Kind zwölf Jahre alt geworden ist, auch bei anderen bekannten Personen, die wir aus der Heiligen Schrift kennen. Mose kam, obwohl er beim Pharao aufwachsen musste, weil Gott es so geführt hat, mit dem bis zum zwölften Lebensjahr bei seinen leiblichen Eltern. Erst danach wurde er woanders geprägt, hatte andere Ausbildungen, hatte andere Kenntnisse zu bekommen, die ihn für seine Aufgabe vorbereiteten. Aber den Grundstein konnten seine gläubigen leiblichen Eltern legen, in einem bescheidenen Elternhaus, dort in der Gefangenschaft in Ägypten. Sodass Mose eine Basis bekam, die später eigentlich nicht mehr zu zerstören war, weil der Same festgelegt war und seine Entscheidungen beeinflusste. Er hatte die richtige Wertetabelle aus dem Erleben seiner ersten zwölf Jahre bekommen, durch Gottes Wirken als Segnung für den Gehorsam seiner Eltern. Johannes der Täufer und auch andere und Jesus selbst, ab dem zwölften Lebensjahr ging es Schritt für Schritt hinaus, um in der Erwachsenenwelt zu lernen, noch unter der Führung und Sicherheit der Eltern. Aber bis zum zwölften Lebensjahr war die Prägung sehr konzentriert im gläubigen Elternhaus.
[22:58] Im Leben Jesu, in dem Buch, das Ellen White geschrieben hat über das Leben Jesu, können wir in der englischen Ausgabe auf Seite 70, im Deutschen ist es irgendwo auch dann um diese Seite herum, lesen, dass Jesus keine Synagogenschule besuchte, sondern er ist ausschließlich unterrichtet worden in diesen ersten Jahren von seiner Mutter und dann später auch immer mehr von seinem Vater, als er älter wurde, im Handwerk und in anderen Dingen. Das heißt, nach Gottes Willen war es so, dass die Mutter die erste Lehrerin der Kinder sein sollte.
[23:50] Hat sich dieser Grundsatz für heute verändert? Auf jeden Fall nachdenkenswert. Wie sieht es mit der Prägung unserer Kinder heute aus? Wer ist der erste Lehrer unserer Kinder, wenn sie lernfähig sind? Bewusst lernfähig. Sicher werden unsere Kinder von ihren Müttern geprägt, im Säuglingsalter, im Kleinkindalter. Nur was passiert dann, wenn unsere Kinder zwei, drei, vier oder sechs Jahre und älter sind? Wer sind die Einflusspersonen, Einflussfaktoren und Lehrer unserer Kinder? Und welche Inhalte und Werte werden vermittelt? Ja, es mag unbequem sein, darüber nachzudenken, aber Gott fordert uns dazu auf. Denn 5. Mose 6 bleibt bestehen. Wir sollen dafür sorgen, dass das Wort Gottes unseren Kindern eingeschärft wird, damit sie, wenn sie selbst entscheiden, die richtigen Entscheidungen treffen, die ihnen zum Segen dienen und damit auch zum Segen anderer Menschen und dass sie nicht verloren gehen.
[24:59] Am Dienstag lesen wir in Matthäus Kapitel 9. Matthäus Kapitel 9, ab Vers 18 bis 26, da geht es um die Tochter des Jairus, die durch den Glauben ihres Vaters letztendlich von Christus errettet wurde. Denn der Vater war überzeugt davon, dass es einen gibt und nur einen, der seiner Tochter helfen kann. In Markus 7, ab Vers 24, lesen wir von einer griechischen Frau, die eine vom bösen Geist besessene Tochter hatte und Jesus mit ihr gesprochen hat. Und sie selbst wusste, dass sie in der Sprache der Juden als Hund, als Hündin bezeichnet wurde, weil sie eine Heidin war in ihren Augen und deshalb auch nicht das Vorrecht hatte, das die Juden hatten in dieser Gemeinschaft mit dem wahren Gott und mit den Vorrechten, die sie dadurch hatten. Aber sie hat in ihrer gläubigen Demut zu Jesus gesagt, nachdem er sie scheinbar abgewiesen hatte durch sein Wort: "Es ist nicht schön, wenn das den Hunden gegeben wird." Ihm entgegnet aber: "Die Hunde, die unter dem Tisch sitzen, die bekommen die Krümel ab von dem, was herunterfällt und können davon essen." Und er hat ihren Glauben und ihre Standhaftigkeit belohnt, dass sie an ihm festgehalten hat und hat der Tochter geholfen und sie wurde geheilt. Der Dämon wurde ausgetrieben.
[26:58] Und in Johannes Kapitel 4, ab Vers 46, lesen wir von einem königlichen Beamten und seinem Sohn, der ebenfalls besessen war und der Vater hat sich im Glauben an Christus geklammert als dem Einzigen, von dem er überzeugt war, dass er seinem Sohn helfen könnte. So was haben diese Eltern oder Elternteile jetzt für ihre Kinder getan, dass Christus sie heilen konnte, sie von der Sünde und ihren Folgen befreien konnte? Sie selbst konnten nicht wirklich etwas tun, aber eins konnten sie tun und das haben sie getan. Sie wollten im Glauben gehorsam sein und sich nur auf den verlassen, von dem sie gehört haben, dass es der Einzige ist, der es kann. Sie haben geglaubt und sie haben für ihre Kinder gebeten. Sie haben zugegeben, dass sie selber mit nichts und auch nicht mit Hilfe anderer Menschen in der Lage sind, ihren Kindern zu helfen. Aber sie haben fest daran geglaubt, dass es diesen einen Jesus Christus gibt, der ihren Kindern helfen kann, das auch will und es auch tun wird. Und so haben sie nicht von ihm abgelassen, bis er es getan hat. Und Jesus hat an anderer Stelle gesagt: "Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet." Diese Eltern haben gebeten mit vollem Herzen und haben den Segen für sich und ihre Kinder erfahren.
[28:26] Jesus Christus ist der himmlische Vater aller Kinder und aller Menschen. Warum erhört er heute aus unserer Sicht scheinbar zumindest nicht jedes Gebet, genauso wie das Bitten dieser drei Elternteile in den biblischen Beispielen? Ich kann die Antwort darauf nicht geben. Ich habe nur die Antwort, die Gott uns selber in seiner Schrift gegeben hat. In Römer 8, Vers 28: "Denen, die Gott lieben, wird alles, was ihnen geschieht, zum Besten dienen." Und auch das gehört zum Glauben und zum Vertrauen, alles zu seiner Zeit. Und Gott allein weiß, wann was für wen am besten geschehen sollte. Und wir müssen einfach darauf vertrauen. Mir fällt es sicher mindestens so schwer wie manch einem von euch. Er weiß, was am besten ist. Und wir bekommen seine Kraft, dass wir im Glauben die Zeit bis zur Gebetserhöhung durchstehen können. Und er möchte in seiner Liebe keine Gebete erhören, von denen er weiß, dass sie uns selbst schaden würden oder dass sie uns auf den falschen Weg führen würden oder unsere Kinder. Und das ist das Einzige, worauf wir uns verlassen können, aber das ist genug. Denn wir haben in der Heiligen Schrift und wenn wir wollen auch in unserem Leben, in der Vergangenheit kleine und große Situationen, wo wir genau das erlebt haben. Und daran sollten wir uns festhalten. Das ist Gottes Wille für unsere Heiligung und für die Heiligung unserer Kinder.
[30:16] Wir sind beim Mittwoch angelangt. Und als ich die Texte gelesen habe in Matthäus 11 und in Matthäus 18, wie Jesus mit den Kindern umgegangen ist. Wir kommen gleich auf die Texte noch zu. Da ist mir eingefallen, eine Erfahrung, von der ich gehört habe, von einem mir bekannten Prediger, der einige Jahre gedient hat in Südafrika dort in der deutschen Gemeinde. Und es ist einige Jahre her und es war damals leider dort nicht immer möglich, dass das Predigergehalt gezahlt wurde, das ohnehin nur für das Notwendigste reichte. Und so gab es eine Phase für diese Predigerfamilie, dass sie über mehrere Monate bei weitem nicht genug Geld und Mittel bekommen haben, um das Nötigste zu essen zu kaufen. Und sie hatten mehrere Kinder, unter anderem auch eine kleine Tochter. Und als sie wieder mehrere Tage fast nichts zu essen hatten, haben sie am Tisch gemeinsam gebetet. Und der Vater betete: "Lieber Gott, wenn es dein Wille ist, dann lass uns doch bitte etwas Brot zukommen. Durch wen oder wie auch immer. Wir würden dir sehr danken." Und die kleine Tochter unterbrach ihren Vater im Gebet und rief vom anderen Ende des Tisches: "Ja, lieber Gott, nicht nur ein Brot und ein bisschen Brot, sondern ganze Körbe voll und noch was Leckeres dazu." Und die Familie schmunzelte über diese Kindlichkeit. Und kurze Zeit später klopfte es an der Tür. Und als dann jemand ging, die Tür zu öffnen, war niemand mehr da. Aber es stand ein sehr großer Korb vor der Tür, der gefüllt war mit Broten, mit anderen Nahrungsmitteln, mit Obst, mit Gemüse und allem, was die Familie für mehrere Tage dort abmachte.
[32:24] "Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet." Und wenn ihr nicht werdet wie diese da, wie diese Kinder, sagt Jesus, dann werdet ihr das Himmelreich nicht ererben. Lasst uns lesen in Matthäus 11, ab Vers 25. "Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen, Verborgenen und des Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir." Es heißt, prophetische Rede, die uns zeigt, was in Zukunft geschehen wird, die Wahrheit des Evangeliums, was Jesus wirklich getan hat, was wir dadurch bekommen haben und noch bekommen werden, was es bedeutet, hat er so offenbart, dass Kinder es verstehen können und es nicht nur für sie gilt, sondern dass sie es auch anderen weitergeben. Und wie viel können wir von den Kindern lernen, von Gott lernen, durch unsere Kinder, wenn wir sie ihm überlassen?
[33:41] Matthäus 18, ab Vers 1: "In jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wer ist denn der Größte im Reich der Himmel? Und als Jesus ein Kind herbeigerufen hatte, stellte er es in ihre Mitte und sprach: Wahrlich ich sage euch, wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen. Darum, wenn jemand sich selbst erniedrigen wird wie dieses Kind, der ist der Größte im Reich der Himmel. Und wenn jemand ein solches Kind aufnehmen wird in meinem Namen, nimmt er mich auf. Wenn aber jemand einen dieser Kinder, die an mich glauben, Anlass zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde." Harte Worte, wahre Worte.
[34:38] Gott liebt die Einfachheit der Kinder, die natürliche Einfachheit der Kinder, dieses Urvertrauen, dass ein gesundes Kind mitbekommt, schon während der Schwangerschaft, im Mutterleib, durch die Atmosphäre, die die Mutter erleben darf, möglichst in Ruhe und Frieden und dann auch in den ersten Monaten und Jahren. Aber er liebt besonders dabei, diese selbstverständliche Übergabe ihres Lebens an Erwachsene, denen das Kind vertraut, in erster Linie Mutter und Vater. Und wichtig ist, dass wir wissen, dass unsere kleinen Kinder das Verhalten, das sie von uns als Mütter und Väter wahrnehmen, übertragen auf ihr späteres Gottesbild. So ist es Gottes Wille, dass wir mit unseren Kindern so umgehen, wie er es tun würde. Und wie viele Fehler machen wir dort? Also ich habe als Vater schon meine Schwierigkeiten, wenn ich in die Vergangenheit schaue und mir Situationen hochkommen, wie ich dort mit meinen Kindern umgegangen bin, sei es im Kleinkindalter, im mittleren oder auch im Jugendalter, weil ich meine eigenen Schwächen habe, weil ich meine eigenen Gefühle habe, die ich vielleicht nicht in jeder Situation, so wie es notwendig gewesen wäre, Gott übergeben habe. Und ich denke, euch geht es genauso. Aber wir brauchen nicht verzweifeln, denn alles können wir durch den, der uns stark macht. Und wir dürfen 1. Johannes 1, Vers 9 auch als Eltern nicht vergessen. Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er so treu und gerecht und vergibt uns unsere Schuld und reinigt uns von jeder Ungerechtigkeit.
[36:30] Auch für die weitere Aufgabe als Väter und Mütter, als Großeltern und auch, wenn du in der Gemeinde bist und selber keine oder noch keine eigenen Kinder hast, so möchte Gott, dass du Verantwortung übernimmst und Eltern und Großeltern unterstützt bei der Gemeinschaft mit Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde. Wir alle sind für die Lämmer in unserer Herde mitverantwortlich. Natürlich an erster Stelle Väter und Mütter.
[36:56] In Matthäus 18, Vers 10 bis 14, das möchte ich mit euch noch lesen, denn das sind wunderbare Einsichten, die wir hier bekommen, wie Gott unsere Kinder liebt. Ab Vers 10: "Seht zu, dass ihr nicht eines dieser Kleinen verachtet. Denn ich sage euch, dass ihre Engel in den Himmeln alle Zeit das Angesicht meines Vaters schauen, der in den Himmeln ist. Was meint ihr, wenn ein Mensch 100 Schafe hätte und eins von ihnen sich verirrte? Lässt er nicht die 99 auf den Bergen und geht hin und sucht das Irrende? Und wenn es geschieht, dass er es findet, wahrlich ich sage euch, er freut sich mehr über dieses als über die 99, die nicht verirrt sind. So ist es nicht der Wille eures Vaters, der in den Himmeln ist, dass eines dieser Kleinen verloren gehe."
[37:49] Die Engel unserer Kinder schauen in den Himmeln alle Zeit das Angesicht des Vaters. Gott hält selber ganz persönlich durch die Engel unserer Kinder die Verbindung. Und er möchte, dass nicht ein einziges dieser kleinen verloren geht. Und er möchte, dass wir als Eltern uns dadurch von ihm retten lassen, dass wir diese Aufgabe erfüllen. Dass wir unsere Kinder zu ihm bringen, jeden Tag, morgens und abends besonders, aber auch durch unser Verhalten. Denn er hat den Kindern gesagt: "Ihr Kinder seid gehorsam den Eltern im Herrn." Ihr Kinder seid gehorsam euren Eltern im Herrn.
[38:43] Und wenn wir das als Eltern jetzt weiter verstehen, dass Jesus selbst sagt: "Wenn du in mir bist, dann bin ich in dir. Und ohne mich könnt ihr nichts tun." Dann haben wir die Bedeutung, dass unsere Kinder uns gehorsam sein sollen, wenn wir im Herrn sind. Denn dann lernen sie durch die Gemeinschaft mit uns Gott kennen, solange sie klein sind. Das Thema Gerechtigkeit, das Thema Zuverlässigkeit, das Thema Schutz, also die ganze Liebe. Nicht die falsche Liebe, die falschen Belohnungen, die falschen Bestätigungen und nicht die Inkonsequenz, sondern auch Strafe und Zurechtweisung kann Liebe sein. Und so ist es in Gottes Augen. Und das können wir nur von ihm nehmen, weil wir selber dort nicht die richtigen Maßstäbe haben. Aber Gott geht mit uns den Weg. In der gleichen Geduld, die er mit uns hat, sollten wir mit unseren Kindern umgehen. Und das können wir nur mit ihm.
[40:06] Was ist der Grund, dass in den vergangenen Jahren so viele ältere Jugendliche und junge Erwachsene weltweit und vor allen Dingen in den sogenannten reichen Ländern hier bei uns in Europa, in Deutschland, aber vor allem auch in Amerika die Gemeinden verlassen und ein großer Teil von ihnen nicht zurückkehrt. Vor Jahren, vielleicht kennt ihr auch diese Information, ist es untersucht worden und man hat Erwachsene, die als Jugendliche und junge Erwachsene die Gemeinden verlassen haben, befragt. Also Männer und Frauen, die teilweise in die Gemeinde wieder zurückgekehrt sind und Männer und Frauen, die draußen geblieben sind. Was war der Grund? Was war der hauptsächliche Grund, dass ihr die Gemeinden und eure gläubigen Familien letztendlich verlassen habt? Und fast alle haben gesagt: "Irgendwann, als ich älter wurde und besser verstehen konnte und beobachten konnte, habe ich den Unterschied festgestellt zwischen dem, was meine Eltern am Sabbat nach außen tragen, zwischen dem, was sie außerhalb der Familie sagen und tun und wie sie sich geben und zwischen dem, was ich zu Hause wirklich von ihnen erlebt habe. Und der Unterschied war so groß, dass ich Zweifel bekommen habe." Und manche sagen sogar, sie haben Zweifel bekommen daran, dass Gottes Gnade wirklich in ihnen wirken kann, in ihrer eigenen Sündhaftigkeit, wenn es schon bei ihren Eltern nicht funktioniert.
[41:38] Das heißt, für dich und für mich als älteres Gemeindeglied und vor allem als Vater und als Mutter, der erste Schritt, unsere Kinder wirklich zu Jesus zu führen, ist zunächst mal unabhängig von unseren Kindern, selbst in ihm zu sein. Jeden Morgen, jeden Abend, bevor wir dann mit unseren Kindern zusammen zu Gott kommen. Und das verlangt uns Demut ab und Energie und Verzicht und ein Einstellen unserer Abläufe auf diese Notwendigkeit. Und vielleicht auch darüber nachzudenken, dass mein Tag abends beginnt mit meiner Schlafenszeit, damit ich am nächsten Morgen auch fit genug bin, den Tag mit Gott zu beginnen, bevor ich mit meinen Kindern zusammentreffe. Vorleben ist besser als Predigen. Ich glaube, das ist die Wahrheit, die dahinter steckt.
[42:42] Am Donnerstag lesen wir in Markus Kapitel 10 ein Beispiel, wie wir uns unseren Kindern gegenüber oder generell Kindern gegenüber verhalten sollen. Markus Kapitel 10, ab Vers 13. Eine sehr bekannte Szene, die sich dort abgespielt hat, wie Jesus unser Vorbild ist im Verhalten gegenüber den Kindern. Dort heißt es: "Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrührte. Also Eltern sind mit ihren Kindern gekommen, weil sie gehört haben, dass Jesus da ist. Die Jünger aber fuhren sie an, diese Eltern und diese Kinder. Als aber Jesus es sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen, wehrt ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch, wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird dort nicht hineinkommen. Und er nahm sie in seine Arme, legte die Hände auf sie und segnete sie."
[43:59] Wie bereit sind wir, unsere Abläufe im Alltag und unsere Ziele hinten anzustellen, wenn unsere Kinder auf uns zukommen, mit Bedürfnissen, mit Fragen. Und auch da muss ich wieder kritisch über mich selbst nachdenken. Wie weit bin ich bereit, meine kleinen Kinder zu mir zu nehmen und meine Dinge zu unterbrechen? Mit solch einfachen Entscheidungen fängt es an. Die Jünger wollten es gut. Sie haben einfach die Prioritäten anders eingeschätzt als Jesus gegenüber den Kindern. Sie wollten, dass er das tun kann, was er sich vorgenommen hat, was auch immer er dort gerade getan hat. Und die Eltern mit ihren Kindern kamen jetzt überraschend in diesen Ablauf. Aber Jesus hat ihnen gesagt: "Halt, hindert die Kinder nicht zu mir zu kommen." Und er hat sofort sich auf die Kinder eingestellt, hat ihnen körperliche Nähe gegeben und hat ihnen seine Liebe gezeigt, zum Ausdruck gebracht und auch spüren lassen. Er hat sich Zeit genommen für sie.
[45:14] Und in der heutigen schnellen Welt sind wir dort in einer ganz großen Gefahr. Der Gegner Gottes hat uns eingestrickt in Zeitdruck und in Dinge und in Verlangen und in Ziele, die es uns aus unserer Sicht nahezu unmöglich machen, spontan uns Zeit zu nehmen während des laufenden Tages, um mit unseren Kindern Zeit zu verbringen. Aber wie gut würde uns selbst uns das noch tun? Und wenn wir es dann tun, wie schön war es dann, mit unseren Kindern Gemeinschaft zu erleben, sie zu hören, anzuschauen, was sie geschnitten, gemalt, gebastelt haben? Wie schön ist es, wenn ein Papier unter dem Türschlitz durchgeschoben wird, morgens am Bad zum Beispiel, weil eine kleine Hand schon irgendetwas gemalt oder geschnitten hat, um uns eine Freude zu machen? Und wie viel bringen wir dem entgegen? Jesus hat es uns gezeigt.
[46:18] Aber Jesus hat noch mehr gesehen. Im Leben Jesu, ab Seite 512, schreibt Ellen White dazu, dass er in diesen Kindern schon prophetisch in die Zukunft vorausschauend gesehen hat, wie der weitere Werdegang sein wird. Er hat durch seine Liebesbekundung und durch die Gemeinschaft, die er ihnen gegeben hat, einen Samen tief eingepflanzt, der nicht mehr herausgerissen werden konnte in diese Kinder. Und es ging sogar soweit, dass er gesehen hat, wie sehr ihm diese Kinder später als Erwachsene dienen werden und einige sogar bis in den Tod, dass sie ihr eigenes Leben geringer achten als die Treue zu ihrem Heiland. Und das ist das, worum es geht.
[47:03] Wie oft klagen wir über Prägungen aus unserer Vergangenheit bis in die Kindheit zurück? Wie oft begründen wir Schwächen, die wir heute nicht loswerden wollen vielleicht oder nicht genug mit Gott daran arbeiten? Wie oft begründen wir, dass es ja gar nicht anders geht, weil man uns in der Vergangenheit so und so behandelt hat oder das und das angetan hat? Zeigt es nicht, wie wichtig es ist, wie unsere Kinder geprägt werden? Wenn diese Dornen, die in der Vergangenheit statt guten Samen gesetzt werden unter Menschen, so nachhaltig wirken bis fünf, sechs Jahrzehnte später. Also lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran. Richtet alles darauf aus, dass die Kinder zu mir geführt werden, sagt Jesus, dann geht ihr automatisch mit ihnen.
[48:09] Und ich möchte diese Sabbatschul-Lektion diese Woche zusammenfassend beschließen mit einem Text in den letzten Versen des Alten Testaments, also an der Schnittstelle zwischen Altem und Neuem Testament, was sicher auch kein Zufall ist, dass es dort steht in Maleachi Kapitel 3, die Verse 22 bis 24. Maleachi Kapitel 3, Vers 22 bis 24: "Haltet im Gedächtnis das Gesetz meines Knechtes Mose, dem ich am Horeb für ganz Israel Ordnungen und Rechtsbestimmungen geboten habe. Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des Herrn kommt, der große und furchtbare. Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage."
[49:15] Wenn wir die Reihenfolge sehen in dem Text, dass dieser Elia, der sicher ein symbolischer Elia hier sein muss, weil dort weder Elia der Prophet noch Johannes der Täufer gemeint sein kann, wenn wir in die in die vergangenen Kontexte schauen und in die Chronologie des Wortes Gottes. Dieser Elia wird die Herzen der Väter zu den Söhnen umkehren lassen und die Herzen der Söhne zu den Vätern. Und es gilt sicher auch für Mütter und Töchter, aber hier in der alten Sprache ist halt der Schwerpunkt auf Väter und Söhne gelegt.
[49:56] Was soll damit gemeint sein? Wie viel arbeiten wir mit unseren Kindern zusammen? Ich meine, nützliche Arbeit, nützlich für andere. Es ist gut, wenn wir am Sabbatnachmittag an einem Missionssabbat unsere Kinder mitnehmen, wenn sie dann alt genug sind, bei Verteilaktionen, wenn wir Menschen ansprechen. Es ist gut, wenn sie in der Kindersabbatschule dabei sind und in der Jugendstunde. Und es ist sehr wichtig, weil es ergänzende Prägung durch Gott ist, ergänzend zu der Erziehung im Elternhaus zu Hause. Nur je älter die Kinder werden, und auch da kann ich als Erfahrung als Vater sprechen, dass es sehr, sehr wichtig ist, dass wir planen, mit unseren Kindern gemeinsam anderen nützlich zu sein, andere zu Jesus zu führen, mit anderen Menschen zu sprechen, für andere zu arbeiten. Und lasst uns damit in den Familien anfangen, füreinander zu arbeiten. Und lasst uns Eltern das nicht nur von den Kindern verlangen, sondern wenn sie sehen, dass wir wirklich viel für sie tun, für das, was wirklich gut und wichtig ist, wenn sie sehen, dass wir vergeben wollen, wenn sie sehen, dass wir nicht nur strafen und korrigieren, sondern auch mit ihnen und für sie beten, so wie das auch Eltern hier in den Szenen der Heiligen Schrift getan haben. Und Jesus hat gerettet. Dann wird es uns hoffentlich wie Mose gehen, dem Gott gesagt hat, unmittelbar als er ihn beauftragt hat, das ganze Volk aus der Gefangenschaft des sündhaften Ägyptens zu führen: "Ich tue Wunder mit dir. Ich lege meine Kraft in dich. Aus deinem Stab wird eine Schlange und wenn du sie am Schwanz fasst, diese giftige Schlange, mir also dein Leben übergibst, dann werde ich dich retten. Und wenn sie, die ich dir anvertraue, sehen, dass du mir dein Leben übergibst, dann werden sie dir folgen."
[52:06] Lasst uns als Väter und Mütter unseren Kindern zeigen im Alltag, dass wir unser Leben Jesus übergeben. Auch wenn wir Fehler machen, dass wir auch unsere gemachten Fehler und unsere falschen und schlechten Emotionen, die unsere Kinder mitbekommen, Jesus übergeben. Dass unsere Kinder sehen, dass wir bereuen und bekennen und genauso auf Gottes Gnade angewiesen sind wie sie. Dann werden sie uns auf diesem Weg folgen, hin zu Jesus in die ewige Gemeinschaft. Das wünsche ich euch und mir und unseren Kindern und Jugendlichen. Lasst uns diese Sabbatschulwoche dort als Motivation und als Anleitung nehmen, Entscheidungen zu treffen und die Wege zu gehen und auch zu korrigieren, da wo Gott uns zeigt, dass es notwendig ist. Ich wünsche euch Gottes Segen dazu und seinen Schutz und seine Führung.
[53:11] Lasst uns Gott bitten, dass wir seine Kraft und Führung bekommen. Herr Jesus, du als unser aller Vater bist freiwillig Mensch geworden und hast den ganzen Weg gemacht, vom Säugling bis zum erwachsenen Mann und hast bewiesen, dass es möglich ist, allein im Glauben aus der Kraft des Vaters zu leben, in kleinen und in großen Dingen. Wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, gut und richtig und falsch und böse jeweils zu trennen und voneinander zu unterscheiden. Dass wir an erster Stelle zu dir kommen, dass wir Gemeinschaft mit dir haben, dass wir unsere Tage im Alltag danach ausrichten, dass wir von dir gefüllt und beeinflusst und geführt sind, damit unsere Kinder durch uns dich selbst erleben und das Verlangen wächst, auch als erwachsene Menschen die Entscheidung zu treffen, den Weg mit dir zu gehen und bei dir zu bleiben. Wir danken dir, dass auch wir als Eltern dadurch gerettet werden, gerettet bleiben und mit dir versöhnt werden. Wir danken dir, dass du so viel Geduld hast und es schon so lange tust und auf uns wartest. Hilfe uns, dass wir beschleunigen, dir näher zu kommen, damit du bald kommen kannst und uns und unsere Kinder zu dir holst, dass niemand fehlt. In Jesu Namen, Amen.
[53:44] Bevor ich mich verabschiede, möchte ich euch noch ermuntern, in der nächsten Woche genauso freudig und angestrengt zu studieren. Dort geht es auch um Kinder, aber in erster Linie geht es um Kranke. Kranke Menschen, egal in welchem Alter, wo wir dort biblische Beispiele studieren können, von denen wir wieder Prinzipien und Anleitungen für uns finden, kranke Menschen zu Jesus führen. Ich wünsche euch jetzt schon Freude und Segen dabei. Jetzt verabschiede ich mich von euch mit den besten Segenswünschen für einen gesegneten und friedlichen Sabbat, dass Gott uns in unseren Gedanken ganz nahe bei sich behält. Ich wünsche euch in Cannstatt und sonst überall, wo ihr seid und auch allen, die über ADTV zugeschaltet waren, einen gesegneten Sabbat und eine gesegnete darauf folgende Woche.
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