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Manuskript: CSH_2014_Q1_09_Lukas_Hermann

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour mit Lukas Hermann geht es darum, wie man mächtige Menschen für Jesus gewinnt. Es wird beleuchtet, was Macht bedeutet, welche Herausforderungen damit verbunden sind und wie Jesus selbst mit mächtigen Persönlichkeiten interagierte. Anhand biblischer Beispiele wie dem Hauptmann von Kapernaum und dem Gleichnis vom Sämann wird erklärt, wie man die Herzen dieser Menschen erreicht und sie zu Jüngern macht. Die Lektion betont die Wichtigkeit von persönlicher Arbeit und der Liebe Christi, um auch die härtesten Herzen zu erweichen und eine reiche Ernte zu erzielen.

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour mit Lukas Hermann geht es darum, wie man mächtige Menschen für Jesus gewinnt. Es wird beleuchtet, was Macht bedeutet, welche Herausforderungen damit verbunden sind und wie sich mächtige Menschen von anderen unterscheiden. Anhand biblischer Beispiele wie dem Hauptmann von Kapernaum und dem Gleichnis vom Sämann wird gezeigt, dass auch mächtige Menschen Jesus brauchen und wie sie durch persönliche Arbeit und Gottes Wort zu Jüngern gemacht werden können.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q1: Jüngerschaft

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Heute mit Lektion Thema 9 mit dem sehr interessanten Namen: Mächtige für Jesus gewinnen.

Unsere Lektionsserie dieses Quartal steht nach wie vor unter dem Thema Jüngerschaft. Ein Thema, das mich sehr begeistert und ich hoffe, ich kann dem Thema wenigstens etwas gerecht werden heute an diesem Tag. Ich möchte auf jeden Fall alle willkommen heißen hier auf joelmedia.de und natürlich auf Amazing Discoveries TV. Ich würde mit einem kurzen Gebet starten und dann ins Thema einsteigen. Große Pfade im Himmel, wenn wir jetzt dein Wort öffnen zu diesem sehr interessanten Thema, möchte ich dich bitten, Herr, dass du uns heute etwas beibringst, das einen Effekt, Herr, einen Effekt in unserem Leben zeigt. Amen.

So, das Thema Mächtige zu Jesus führen. Ich muss sagen, als ich über das Thema nachgedacht habe, sind mir folgende Gedanken gekommen: Eigentlich bin ich absolut unqualifiziert, über dieses Thema zu reden. Warum bin ich unqualifiziert? Erstens, und das gebe ich zu, ich habe noch nie einen Mächtigen zu Jesus gewonnen. Zweitens, ich war schon mal krank. Ich kann nachfühlen, wenn es hier heißt, Kranke zu Jesus führen. Ich war auch, ich habe mich schon mal als Außenseiter gefühlt. Ich weiß, wie sich das anfühlt. Ich habe sogar schon mal, als ich im Missionsfeld war und das sehr, ja, man würde es hierzulande beschreiben als ärmliche Verhältnisse, also unter ärmlichen Verhältnissen gelebt und kann damit assoziieren. Aber ich war noch nie mächtig. Ich kann mich also nicht in einen Mächtigen hineinversetzen. Und aus diesem Grund heraus kenne ich auch die Ängste, die Nöte, die Herausforderungen nicht, die Mächtige haben. Also alle Anhaltspunkte, die ich eigentlich habe über Mächtige, ist das, was ich entweder gelesen in anderen Büchern oder gelesen habe in der Bibel. Und damit möchte ich euch auch heute dienen. Und wir sehen mal, was wir da alles Interessantes herausziehen können.

Macht und Reichtum sind ja oft zwei Seiten der gleichen Medaille. Wir hatten in der letzten Woche das Thema Reichtum. Heute haben wir das Thema Macht. Und es geht ja oft einher. Oft sind die Mächtigen gleichzeitig die Reichen bzw. die Reichen die Mächtigen. Oft bedeutet nicht immer. Was zum Beispiel der Fall ist bei Lotteriegewinnern. Jemand, der in der Lotterie gewinnt, der mag schnell blitzartig sehr reich werden, heißt aber noch lange nicht, dass er mächtig ist. Oftmals natürlich begleitet mit der Erscheinung, dass er überhaupt nicht mit seinem Reichtum umgehen kann, keine Verantwortung hat mit diesem Geld. Und wahrscheinlich kennt ihr, genauso wie ich, diese Geschichten wie Millionärsgewinner am Ende einsam und sogar verarmt dastehen. Was aber immer eine andere Seite der Medaille von Macht ist, ist die Verantwortung. Wer mächtig ist, hat immer Verantwortung. Und eine dritte Seite dieser Medaille, wobei man da natürlich jetzt nicht mehr von einer Medaille sprechen kann, eine dritte Seite wäre die Korruption. Weil oft bringt Macht Korruption. Oft nicht immer, aber in den meisten Fällen bringt Macht irgendwo Korruption. Korruption nicht immer nur in Bezug auf Geld. Wir kennen die Korruption, wo man Schmiergeld gibt, wo man sich durch mehr Reichtum noch mehr profiliert und seine Macht ausnützt, sondern auch Korruption im Sinne von den Charakter korrupiert. Dadurch, dass man die Macht nicht abgeben will. Man wird süchtig nach dieser Macht und fängt an, illegale Mittel zu verwenden. Alles haben wir in der Bibel. Wir kennen die Geschichten von Haman, der andere Leute umgebracht hat, damit er seine Macht behält. Wir kennen die Geschichten von Nebukadnezar, der auf den Mauern seiner Stadt seine Mächtigkeit zelebriert. Wir kennen unseren Hauptmann aus Syrien, Naaman, der sich sehr schwer tut dabei, seine Macht in den Sand zu legen und nackt in den Jordan hinabzusteigen. All die Dinge bringt Macht doch so oft mit sich.

Ich möchte einsteigen mit einem kleinen Zitat. Ein Zitat unserer inspirierten Quellen, die uns als Adventgemeinde zur Verfügung gestellt wurden. Und zwar auf der letzten Seite, am Freitag der Lektion. Das hatte ich sehr schön gefunden. Hier steht: „Ein gelegentlicher oder zufälliger Hinweis genügt nicht, um reiche, wertverliebte Menschen zu Christus zu führen. Sie sind oft am schwierigsten zu gewinnen. Der persönliche Einsatz von Männern und Frauen, die mit einem missionarischen Geist erfüllt sind und nicht verzagen oder sich entmutigen lassen, ist hierbei vonnöten. Einige sind für die Arbeit in höheren Gesellschaftsschichten besonders geeignet.“ Wir haben ja auch schon die Aussage, es ist nicht einfach, Mächtige zu Jesus zu gewinnen. Es ist eine Herausforderung, wo es einfacher ist, Menschen, die sich ihrer Nöte mehr bewusst sind, zu Jesus zu führen. Das ist bei den Reichen, bei den Mächtigen vor allem recht schwierig. Nichtsdestotrotz, die gute Botschaft ist, es ist möglich. Und natürlich die heilsbringende Botschaft, auch mächtige Menschen brauchen Jesus.

Ich möchte anfangen hier und den ersten Teil meiner Betrachtung dieses Themas Mächtige damit verbringen, was sind Mächtige? Mit was beschäftigen sich Mächtige? Was haben sie zu tun? Was sind die Nöte, die Ängste? Wie kann man sich dieses Leben vorstellen? Wie können wir uns in jemanden hineinversetzen, der eine gewisse Macht, eine gewisse Befehlsgewalt hat? Und ich dachte, ein sehr gutes Beispiel, das in der Lektion gebracht wird, ist der Hauptmann, der zu Jesus kommt in Matthäus Kapitel 8. Möchte ich mit euch aufschlagen. Und zwar Matthäus Kapitel 8, die Verse 5 bis 13. Ich werde wiederum die Verse kurz vorlesen und danach schauen wir uns mal an, was wir daraus lernen können, über diesen Hauptmann. Matthäus 8, die Verse 5 bis 13.

„Als Jesus aber nach Kapernaum ging, trat ein Hauptmann zu ihm, bat ihn und sprach: Herr, mein Knecht liegt daheim gelähmt da nieder und ist furchtbar geplagt. Und Jesus spricht zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen. Der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach kommst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund werden. Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Vorgesetzten steht und Kriegsknechte unter mir. Und wenn ich zu diesen sage: Geh hin, so geht er. Und zu einem anderen: Komm her, so kommt er. Und zu meinem Knecht: Tu das, so tut er es.“ Als Jesus das hörte, verwundert er sich und sprach zu denen, die nachfolgen: „Wahrlich, ich sage euch, einen so großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Ich sage euch aber, viele werden kommen von Osten und vom Westen und werden im Reich der Himmel mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tisch sitzen. Aber die Kinder des Reiches werden in die äußerste Finsternis hinausgeworfen werden. Dort wird heulen und Zähneknirschen sein.“ Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: „Geh hin, und dir geschehe, wie du geglaubt hast.“ Und sein Knecht wurde in derselben Stunde gesund.

Jesus begegnet einem mächtigen Römer, einem Zenturion, einem Hauptmann, einem, der viele Menschen unter sich hat. Was können wir hier lernen? Dieser Hauptmann hat eine klare Vorstellung von Befehlsgewalt. Denk darüber nach. Vermutlich hast du einen Beruf. Ich weiß nicht, was du für einen Beruf hast, aber vielleicht kennst du es auch in deinem Beruf, dass du über anderen Menschen stehst. Also eine gewisse Befehlsgewalt, sage ich jetzt mal, um nicht im Negativen auszudrücken, aber dass du eine gewisse Befehlsgewalt hast. Dann weißt du, dass es eine Fähigkeit ist, die man lernen muss. Ich selber bin seit geraumer Zeit, man kann sagen, Bibelarbeiter in einem Gemeindebezirk und habe jetzt auch angefangen, Dinge zu leiten. Zum Beispiel machen wir momentan eine Gesundheitsserie und natürlich muss man immer Menschen dazu motivieren, verschiedene Aufgaben zu übernehmen. Man muss Dinge in die Wege leiten, muss gucken, dass alles seinen rechten Wege geht, damit dieses Gesundheitsseminar so abläuft, dass der Sprecher Ruhe hat, der Sprecher die, wie sagt man, die Zuhörer am besten adressieren kann. Und ich habe gelernt, dass es gar nicht so einfach ist, Menschen zu leiten, Menschen ja eine gewisse Befehlsgewalt zu haben. Es ist etwas, das man lernen muss.

Wenn Mächtige zu Jesus finden, dann beweisen sie sich außerordentlich treu. Es ist interessant zu sehen, und das sehen wir ja auch bei dem Hauptmann, obwohl er gesagt hat, es ist sehr schwierig, Mächtige zu Jesus zu gewinnen. Sehen wir doch, dass wenn ein Mächtiger, ein Mensch in einer Führungsebene, ein Mensch, der Macht hatte oder noch hat, zu Jesus findet, dass er ein sehr treuer Nachfolger Jesu ist. So lang und so schwierig wie der Weg ist, für diesen Menschen zu Jesus zu finden, so treu und standhaft ist er. Wir kennen natürlich dieses Prinzip, dass Menschen von Jesus abfallen, dass Menschen irgendwann nicht mehr in die Gemeinde kommen, irgendwann keine Interesse mehr haben am christlichen Lebensstil. Aber wir sehen auch zum Beispiel, nehmen wir das Beispiel von Nikodemus. Nikodemus kam zu Jesus bei Nacht. Er war ein natürlich mächtiger Führer des Reiches damals. Und Nikodemus hat sich nicht gleich hinter Jesus gestellt. Er war sehr vorsichtig, er war sehr zurückhaltend, er hat natürlich nicht gezögert, ein gutes Wort für ihn einzulegen vor dem Hohen Rat. Aber doch hat er sich nicht auf die Seite Jesu bekannt, bis nach seinem Tod bzw. Auferstehung, als er sich dann wirklich sichtbar auf die Seite der Jünger geschlagen hat. Dann aber mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele. Und wirklich dabei war auch seine Reichtümer, für diesen Zweck gegeben hat. Wir haben ein ähnliches Bild bei Zachäus, der auch wirklich die kompletten Konsequenzen daraus gezogen hat und gesagt hat: Wenn ich mein Herz für Jesus gebe, dann gebe ich mein ganzes Herz für Jesus. Gleiches Bild bei Paulus. Paulus, ein Mächtiger unter den Pharisäern. Als er bekehrt wurde, hat er wirklich seine ganze Energie ins Reich Gottes gesteckt. Das ist ein Vorteil, ein interessanter Wesenszug.

Warum ist es so? Mächtige, und das sehen wir auch hier, mächtige Menschen müssen Entscheidungen treffen. Aus Entscheidungen kommt immer auch eine Verantwortung. Aber mächtige Menschen lernen und wissen, wie sie Entscheidungen treffen. Interessant, als ich in New York war, hat mir jemand erzählt, den Unterschied zwischen Autoverkäufern. Es gibt die Autoverkäufer, die haben ihre Zielgruppe in der breiten Bevölkerungsschicht. Wir nehmen zum Beispiel Fiat, Volkswagen. Das wären solche Automarken, die eher an die breite Bevölkerungsschicht gerichtet sind. Und dann gibt es natürlich Automarken, die eher an die obere, an die reichere Gesellschaftsschicht gerichtet sind. Sie können sich sicher vorstellen, welche das auch sind. Und er hat mir Folgendes erzählt: Bei den Autoverkäufern, die eine normale, eine Mittelschicht Zielgruppe haben, wenn jemand in dieses Autohaus kommt, was dieser Autoverkäufer macht, ist, er fängt an, das Auto zu bewerben. Er fängt an, die guten Vorteile, die dieses Auto hat, hervorzuheben. Er preist dieses Auto quasi an und hilft den Menschen, eine Entscheidung zu treffen. Er macht quasi, er versucht es einfach für die Menschen zu machen, eine Entscheidung zu treffen. Er hat mir sogar gesagt, sie versuchen, eine Entscheidung für die Menschen zu treffen, weil diese Menschen in dieser Zielgruppe oft nicht fähig sind oder nicht wissen, wirklich, wie man selber eine Entscheidung trifft. Vielleicht kennen Sie das von sich selber. Entscheidungen treffen ist nicht jedermanns Lieblingsbeschäftigung. Wir quälen uns oft, manchmal sogar Tage, Monate damit rum, Entscheidungen zu treffen. Und hier gibt dieser Autoverkäufer Entscheidungshilfen. Und wenn natürlich die Person nicht anspricht, dann hat er immer noch seine Möglichkeiten, den Preis runterzusetzen, hier noch ein Extra draufzulegen, hier noch eine Prämie oder hier einen Gutschein und so weiter und so fort.

Wie sieht es bei reichen Zielgruppen aus? Die Autoverkäufer bei reichen Zielgruppen verhalten sich ganz anders. Sie stehen an ihrem Tisch, nicht ungleich eines, wie ich ihn hier habe. Und eine reiche Person kommt in diesen Autoladen, wo es wirklich nur reiche, sehr teure Autos gibt. Und dieser Autoverkäufer bleibt einfach nur stehen. Er steht quasi nur zur Verfügung. Die Käufer-Zielgruppe geht im Raum umher, schaut sich die Autos an und bei Fragen steht der Verkäufer jederzeit zur Verfügung. Aber er gibt keine Anpreisung, er gibt keine Werbung für dieses Auto und er gibt keine Entscheidungshilfen. Warum macht er das nicht? Weil mächtige Menschen, reiche Menschen gelernt haben, selbst Entscheidungen zu treffen, beziehungsweise die Voraussetzung für ihr Reichtum ist es, Entscheidungen zu treffen.

Vielleicht waren Sie schon mal bei einer Evangelisation. Bei einer Evangelisation macht der Prediger meistens Aufrufe. Warum? Das ist im Prinzip genau das gleiche Prinzip. Wir geben Entscheidungshilfen. Wir rufen die Menschen dazu auf, jetzt eine Entscheidung zu treffen. Wir haben hier die Vorteile auf den Tisch gelegt, wir haben die Nachteile aus dem Weg geräumt. Wir geben dir, lieber Bruder, lieber Schwester, hier im Raum jetzt eine Entscheidungshilfe, wo wir dich aufrufen dazu: Entscheide dich für Jesus. Wenn wir im Prinzip eine Evangelisation unter Reichen, eine Evangelisation unter Reichen machen würden, dann würden wir hier anders vorgehen. Weil Reiche gelernt haben, mächtig gelernt haben, selbst zu entscheiden. Sie wissen, welche Entscheidungen zu treffen und sie ziehen ihre Entscheidungen durch. Vielleicht haben Sie das auch schon erlebt, dass es Menschen gibt, die bei einer Evangelisation im Gottesdienst überhaupt nicht auf die Entscheidungen eingehen. Ich habe das in meiner Gemeinde erlebt. Ich mache manchmal Aufrufe bei meinen Predigten und es gibt Menschen, wo ich genau weiß, die haben ihre Hand nicht gehoben. Die haben diese öffentliche Entscheidung nicht getroffen. Aber am Ende überraschen sie mich manchmal, dass genau die Menschen, die sind, die diese Entscheidung am ehesten noch umsetzen und am konsequentesten umsetzen, im Gegensatz zu denen, die die Entscheidung getroffen haben. Das sind Ausnahmefälle. Das bedeutet nicht die Regel. Wir machen nach wie vor Aufrufe, weil Aufrufe eine sehr gute und sehr wichtige Arbeit sind. Auch Jesus selbst hat Aufrufe gemacht. Und Paulus natürlich, wie wir alle kennen.

Also mächtige Menschen wissen, wie man Entscheidungen trifft. Sie haben es gelernt und sie können es. Und noch eine andere Sache, die ich interessant fand, auch hier aus dem Text. Jesus kommt nicht, kommt sehr selten selbst zu den Mächtigen. Also wir kennen ja zum Beispiel die Geschichte von der Frau am Jakobsbrunnen, wo Jesus gezielt zu dieser Frau hingeht. Oder wir kennen die Geschichte von dem Besessenen im Zehn-Städte-Gebiet, wo Jesus sogar den See überquert, um zu ihm hinzukommen. Bei Mächtigen sehen wir das eher nicht. Das ist eher umgekehrt. Die Mächtigen entscheiden sich dafür. Und hier kommt die Entscheidung wieder mit ins Spiel. Sie entscheiden sich dafür, Jesus zu begegnen. Sie senden ihren Diener. Sie kommen selbst, wie bei diesem Hauptmann und konfrontieren Jesus direkt. Oder, wie später dann, wenn Jesus verurteilt wird, der Hohe Rat lädt Jesus vor oder fängt Jesus ein. Das heißt, hier ist wirklich eine Entscheidung mit im Spiel. Klar, Mächtige haben nicht viel Zeit. Wer viele Entscheidungen zu treffen hat, wer viel Verantwortung hat, hat nicht die Zeit, sich einen Tag lang am Berg zu versammeln, um vielleicht noch ein bisschen ein Brot abzukriegen von Jesus Speisung der 5.000, sondern er kann nur gezielt seine Zeit entscheiden, ob er sie opfert oder nicht opfert.

Und noch eine interessante Sache bei Mächtigen. Und ich habe es schon erwähnt, aber es ist wichtig nochmal zu sagen: mächtige Menschen können vor allem eins, und das kommt glaube ich am stärksten in dieser Geschichte heraus: mächtige Menschen können mit anderen Menschen umgehen. Denkt darüber nach. Jemand, der mächtig ist, kann man auch bezeichnen als einen Leiter, als eine Leiterpersönlichkeit oder eine Führerpersönlichkeit. Ich meine, das Wort Führer im Deutschen ist ein bisschen negativ besetzt, aber im Prinzip ist es genau das, eine Führungskraft. Ein mächtiger Mensch ist eine Führungskraft. Er weiß, wie man Menschen anleitet, wie man Menschen führt, wie man Menschen begeistert und im Prinzip begeistert dafür, das zu tun, in die Richtung, in die ich gerade leite. Das war jetzt ein bisschen kompliziert ausgedrückt, aber ich hoffe, es war verständlich. Denken wir darüber nach. Unsere Angela Merkel muss viele Entscheidungen treffen und hat eigentlich hauptsächlich damit zu tun, mit Menschen. Mit Menschen ihrer Partei, mit Menschen ihrer Oppositionspartei, mit Menschen im ganzen Land. Ein Mensch, der nicht mit Menschen umgehen kann, ist zwangsläufig ein schlechter Politiker, ist zwangsläufig ein schlechter, mächtiger Mensch, beziehungsweise wäre er gar kein mächtiger Mensch, weil er keine Macht hat, weil er keine Befehlsgewalt hat, weil er keine Menschen hat, die er anführt, weil er es nicht kann. Deswegen ist eine der Hauptmerkmale von Menschen, die mächtig sind, die Fähigkeit, mit anderen Menschen umzugehen. Und wir sehen es hier in dem Text, wenn der Hauptmann sagt: „Wenn ich sage: Komm her, dann kommt die Person. Wenn ich sage: Geh hin, dann geht mein Diener. Wenn ich sage: Tu das, dann tut er es.“ Er hat gelernt, mit Menschen umzugehen.

Nun wären natürlich zwangsläufig auch schwarze Schafe unter den mächtigen Menschen. Wir wissen natürlich, die Monarchen wurden vererbt und da war vielleicht nicht mehr so viel Führungskraft vorhanden, aber heutzutage, wenn viel durch Demokratie geregelt wird, wenn Menschen an der Spitze von Unternehmen stehen, dann stehen sie da nicht, außer sie können mit Menschen umgehen. Und das bringt uns auch zu einem interessanten Konzept. Wenn wir über mächtige Menschen nachdenken, dann haben wir oft das Bild von Ungläubigen. Wir sind hier, die Mächtigen sind da. Aber im Prinzip ist dem, dem wir nachfolgen, der mächtigste Mensch des Universums, Jesus Christus, der Mächtigste des Universums. Und Jesus möchte, dass wir ihm nachfolgen. Jesus möchte auch, dass wir mächtig werden. Und das illustriere ich jetzt kurz an dem Matthäus 28. Die Bibelkenner wissen, was in Matthäus 28 steht. Hier steht der Missionsbefehl und ich lese von Vers 18: „Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.“ Wenn wir von Mächtigen reden, dann können wir Jesus eigentlich gar nicht außen vor lassen, ihm ist gegeben alle Macht. „So nun geht hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Jesus möchte auch uns eine Macht geben. Vielleicht nicht unbedingt die Macht, die er hat, die Macht, eine Welt zu erschaffen. Aber er möchte uns die Macht geben im Sinne von Leitung, im Sinne von andere Menschen führen. Denn wir sind angehalten, Menschen zu Jesus zu bringen, Menschen auszubilden im Wort Jesu, Menschen zu lehren. Und wer immer einen Menschen lehrt, wer ihn ausbildet, wer ihn führt, hat automatisch eine gewisse Macht. Und so möchte auch Jesus, dass wir lernen, mächtig zu sein, dass wir lernen, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu tragen und eine gewisse mit Macht umgehen zu können. So sage ich es mal, weil Macht doch ein bisschen ein negativer Begriff ist unter uns.

Gut, jetzt kommen wir zur guten Botschaft. Das heißt, wir haben uns ein bisschen angeguckt, was machen Mächtige aus? Wie verhalten sich Mächtige? Was geht in ihrem Leben vor? Natürlich konnten wir nur einen ganz kleinen Glimps von dieser Welt erhalten. Vor allem auch, weil du und ich, wir nicht wissen, vermutlich. Es kann natürlich sein, dass jemand hier zuschaut, der an einer sehr hohen Position sitzt. Und dann würde ich mich natürlich freuen über eine E-Mail, die mich darüber aufklärt, was ich falsch und was ich richtig gesagt habe. Aber ich gehe mal davon aus, dass du und ich uns nicht sehr reinversetzen können. Aber Mächtige, und das lernen wir auch in der Bibel, Mächtige zu gewinnen, funktioniert nicht arg viel anders, wie jeden anderen Menschen auf dieser Welt zu gewinnen. Und hier möchte ich ein bisschen eintauchen jetzt. Wie gewinnen wir eigentlich Menschen? Denn unser Thema hier ist ja Jüngerschaft. Jüngerschaft schließt natürlich mit ein, dass ich einen Menschen zu einem Jünger mache. Zu einem Jünger Jesu, aber natürlich auch zu meinem eigenen Jünger. Umsonst hat Paulus gesagt: „Folgt mir nach, tut so wie ich, imitiert mich.“ Das heißt, während wir das Spiegelbild Jesu sein sollen, sollen Menschen sich auch an uns orientieren, sollen wir ein Vorbild für Menschen sein.

Und der beste Ort, wo wir lernen können, wie wir Menschen zu Jüngern machen, das ist das Gleichnis vom Sämann. Und gleichzeitig auch mein Lieblingsgleichnis, muss ich natürlich zugeben. Und ich möchte es mit euch kurz lesen. Wir gehen in den Matthäus, wir bleiben im Matthäus, genau zu sein, und gehen ins Kapitel 13. Und hier haben wir das Gleichnis vom Sämann. Ich lese es kurz durch: „Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus, um zu säen. Und als er säte, fiel etliches an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf. Anderes aber fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und es ging sogleich auf, weil es keine tiefe Erde hatte. Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Anderes aber fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten es, und anderes fiel auf das gute Erdreich und brachte Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig und etliches dreißigfältig. Wer Ohren hat zu hören, der höre.“

So, das Gleichnis vom Sämann lehrt uns zwei wichtige Prinzipien. Das eine Prinzip ist, der erfolgreiche Sämann sät nicht nur den Samen. Und das zweite Prinzip ist, der erfolgreiche Sämann erntet nicht nur, was er sät. Und wir schauen uns das Gleichnis vor allem unter einem Aspekt an: Wo lassen sich hier die Mächtigen einordnen? Denn dieses Gleichnis spricht von vier Böden. Vier unterschiedlichen Böden. Während wir zwei Dinge haben, die immer gleich sind. Das eine, was immer gleich ist, bei allen vier unterschiedlichen Böden, ist der Sämann. Der Sämann ist immer der gleiche. Der Sämann, sagt uns die Bibel, ist Jesus Christus, beziehungsweise symbolisch natürlich auch wir selber, da wir diejenigen sind, die Jesus Christus nachfolgen, die seine Werke tun. Das zweite ist der Samen. Der Samen ist immer gleich auf jedem Boden. Der Samen, wird uns in Markus 4, Vers 14 gesagt, der Samen ist das Wort Gottes. Das Wort Gottes auch reflektiert durch unsere Erfahrungen. Aber ein Faktor unterscheidet sich, und zwar der Boden. Der Boden steht symbolisch fürs Herz. Das Wort Gottes muss ins Herz der Menschen eingesät werden. Und jetzt haben wir vier unterschiedliche Herzen. Grund und Boden. Und zwar der harte, der Weg, der steinige, der dornige und der fruchtbare. Wir alle wissen, der fruchtbare ist natürlich der, wo wir hin möchten.

Jetzt, warum hat Jesus nicht einfach gesagt: Also ein Sämann ging aus und es gab den schlechten Boden und den guten Boden. Und beim schlechten Boden, da ist nichts gewachsen und am guten Boden, da wuchs alles. Nee, er hat uns diesen harten, den steinigen und den dornigen Boden präsentiert. Und hier ist der Grund, warum: Jesus verwendet das Bild einer Pflanze. Eine Pflanze, die aus einem kleinen Samen wächst. Jetzt, wenn eine Pflanze aus einem Samen wächst, dann wächst eine Pflanze in zwei Richtungen im Prinzip. Kratzt mich ein bisschen. In zwei Richtungen. Einmal wächst sie nach unten. Das kennen wir unter den Wurzeln. Und einmal wächst sie nach oben. Alles, was die Blätter sind, die Früchte, die Blumen, der Stamm. Was bedeutet das? Was bedeuten die Wurzeln? Die Wurzeln sind eigentlich größtenteils unsichtbar. Das ist genau wie unsere persönliche Verbindung zu Gott. Wenn wir ein Leben mit Gott haben, dann gibt es einen Teil unseres Lebens mit Gott, der unsichtbar ist. Wenn wir morgens aufwachen, wenn wir morgens unsere Bibel zur Hand nehmen, wenn wir unsere Andacht machen, wenn wir unser stilles Gebet machen, dann sieht das kein anderer. Das ist im stillen Kämmerlein. Vielleicht sieht es noch unsere Frau, aber es ist eine persönliche Verbindung mit Gott. Niemand sieht unsere Morgenandacht, wenn wir auf der Straße von Stuttgart umherlaufen. Niemand sieht unser persönliches Gebet am Morgen, wenn wir am Sabbat im Gottesdienst sitzen. Es ist ein unsichtbarer Teil. Es sind die Wurzeln, die quasi nach unten gehen, die ins Erdreich gehen. Unsere Wurzeln mit Jesus, unsere persönliche Beziehung mit Jesus.

Das andere ist der sichtbare Teil. Wir sehen die Blätter, wir sehen die schönen Blüten, die schönen Blumen, die aus der Erde herauskommen. Das steht für das, was sichtbar ist im Leben eines Christen. Unsere guten Werke, unser Charakter, unser positiver Einfluss. Und ja, als Christ haben wir immer einen Einfluss. Entweder wir haben einen negativen oder wir haben einen positiven. Das Sichtbare ist das, was andere an uns sehen als Christen, beziehungsweise was wir an anderen sehen als Christen. Und das Gleiche deckt alle Fälle ab.

Das erste ist der harte Boden. Der harte Boden, wird gesagt, da kommt gleich der Vogel und pickt das Korn auf. Das heißt, es gibt keinen Wurzel und es gibt keine sichtbaren Blumen. Es gibt keine Blätter, es gibt keine Blüten. Das heißt, im Prinzip wächst der Samen überhaupt erst gar nicht. Wird gleich aufgepickt und kein christliches Leben kann entstehen im Leben dieses Menschen, wo das Samen auf ein hartes Herz fällt. Das steinige Herz ist eins, wo keine Wurzeln wachsen können. Aber uns wird gesagt, dass die Pflanze trotzdem aufspringt. Ja, sie springt auf, sie bringt ihre Blätter hervor. Es ist etwas sichtbar. Es sind Menschen, die eine gewisse Bekehrung erleben im Sinne davon, dass wir etwas Sichtbares sehen. In der Erklärung im gleichen Kapitel lesen wir: „auf den felsigen Boden gestreut, aber es ist bei dem, der das Wort hört und sogleich mit Freuden aufnimmt.“ Ich lese es gerade aus Verse 20 und 21: „Er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist wetterwindig. Wenn nun Bedrängnis oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, so nimmt er sogleich Anstoß.“ Es gibt also etwas Sichtbares. Es gibt eine gewisse Veränderung im Leben dieses Menschen. Wir können etwas sehen. Wir sehen, er nimmt das Wort Gottes mit Freude auf. Aber gleichzeitig wird uns gesagt, dass die Sonne rauskommt. Und die Sonne, da die Pflanze keine Wurzeln hat und keine Stärke, keine Kraft, verdorrt die Sonne diese Pflanze. Die Sonne hier beschrieben mit Verfolgung, mit Schwierigkeiten, mit Herausforderungen im Leben eines Christen, die wir alle so gut kennen. Aber ist es nicht interessant, dass die Sonne genau das ist, was bei der fruchtbaren Pflanze dazu beiträgt, dass sie Frucht bringt? Jede Pflanze braucht Sonne, um zu wachsen. Das heißt genau das, was bei einem gesunden, einem wachsenden Christen dazu führt, dass er stärker und ausgewachsener wird. Die Herausforderungen, die Schwierigkeiten im Leben, die er mit Gottes Hilfe übersteht, die ihn wachsen lassen, um besser für das Leben als Christ, um besser Christus quasi zu dienen in seinem Leben. Genau das ist das, was einen Menschen, der keine Wurzeln hat, also keine persönliche Beziehung mit Jesus, sondern nur äußerliche Erscheinungen, nur die Freude, wie es hier beschrieben wird, hat. Genau das nimmt seine Bekehrung wieder weg.

Jetzt kommen wir zu den Dornen. Die Dornen ist genau umgekehrt. Bei den Dornen wachsen die Wurzeln tief, aber die Pflanze kann nicht richtig wachsen, weil es heißt, die Dornen wachsen schneller und bedecken die Pflanze und ersticken sie quasi. Hier haben wir also das Beispiel eines Menschen, der eine tiefe Beziehung mit Gott hat. Vielleicht keine tiefe Beziehung, aber eine gewisse Beziehung mit Gott. Er hat seine Morgenandacht, er hat seine Gebete, er vertraut in Gott, aber in seinem Leben ist es nicht wirklich sichtbar. Man kann nicht wirklich sehen, dass er ein Christ ist. Und es beschreibt uns wie: Ich lese kurz aus Vers 22: „und die Dornen gesät, aber es ist bei dem, der das Wort hört, aber die Sorge der Weltzeit und der Betrug des Reichtums erstickt das Wort.“ Also die Sorge der Weltzeit, die Sorgen unserer Welt, ist das, was unseren sichtbaren christlichen Charakter wieder erstickt. Das heißt, die sündigen Angewohnheiten, die Angewohnheiten, die nicht mit der Bibel in Verbindung stehen, ist das, was unseren christlichen Charakter erstickt. Und sind wir mal ehrlich zu uns: Irgendwo haben wir alle genau dieses Problem. Irgendwo sind wir genau alle in dieser Kategorie.

Denn der letzte Boden ist der fruchtbare Boden. Der fruchtbare Boden ist der, wo es wächst. Es gibt gute Wurzeln, eine gute Beziehung zu Jesus. Es gibt sichtbare Werke. Jeder kann es sehen. Es ist ein Christ. Er macht was für Jesus. Es gibt eine äußerliche Erscheinung und er bringt viel Frucht. Aber sind wir ehrlich, wenn wir uns umsehen, oft in unserem eigenen Leben, wo sind die Früchte? Wo sind die Früchte? Und es liegt daran, dass wir oft noch an diesen Dornen hängen. Wir hängen noch an diesen Dornen. Jesus möchte uns in unserem christlichen Leben zu einem fruchtbaren Christ machen. Aber dazu muss er diese Dornen ablegen. Wir haben es schon geschafft, eine Beziehung mit Jesus aufzubauen. Wir haben es schon geschafft, dass wir nicht mehr abhängig sind von den Christen um uns herum. Dass wenn eine Herausforderung kommt in unserem Leben, dass wir dann uns auf Jesus verlassen können und nicht gleich von den Herausforderungen abgebracht werden vom Glauben. Aber wir haben immer noch Angewohnheiten. Wir haben immer noch Sünden in unserem Charakter. Immer noch Herausforderungen in unserem Leben. Sünden, mit denen wir kämpfen, tagtäglich, wöchentlich. Du weißt genau, von was ich rede. Ich weiß genau, von was ich rede. Und Jesus möchte, dass wir diese Dornen loswerden. Und die gute Nachricht, es geht.

Wo können wir also mächtige Menschen einordnen hier in diesem kleinen Schaubild der verschiedenen Böden? Nun, mächtige Menschen, so wie ich es gelesen habe aus der Bibel, lassen sich einordnen und zwar beim harten Boden. Wir kennen die Pharisäer. Ja, warum hatte Jesus so wenig Erfolg unter den Pharisäern? Die Antwort ist ganz einfach. Sie steht in Matthäus Kapitel 9. Heute sind wir stark in Matthäus unterwegs, merke ich gerade. Matthäus Kapitel 9, die Verse 10 bis 12. „Und es geschah, als er in dem Haus zu Tisch saß. Siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch.“ Also Jesus isst mit den Sündern und den Zöllnern. „Und als die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isst euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Jesus aber, als er es hörte, sprach zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Geht aber hin und lernt, was es heißt: Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer, denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.“ Jesus sagt ganz eindeutig: Ihr seht eure Bedürfnisse nicht. Ihr denkt, ihr seid gerecht, ihr denkt, ihr braucht keinen Arzt, deswegen bin ich nicht zu euch gesandt. Und das ist genau dieser harte Boden, dieser harte Boden. Wenn der Same Gottes kommt, wenn der Same des Wortes Gottes kommt, dann kommt Satan gleich und pickt es weg. Der Mensch sagt: Das brauche ich nicht, habe ich kein Interesse, interessiert mich gar nicht. Genauso wie die Pharisäer gesagt haben: Interessiert mich nicht, ich brauche keinen Arzt, ich brauche keine Erlösung, ich bin schon gerecht. Und das ist genau dieser harte Boden in unserem Beispiel.

Und jetzt kommt aber die gute Nachricht. Jetzt gehe ich kurz zurück zu meinen Notizen, damit ich hier den Faden nicht verliere. Die gute Nachricht ist, dass wir Menschen nicht in Schubladen packen müssen, nicht in Schubladen packen dürfen, um genauer zu sein. Haben wir nicht diese wunderbare Fähigkeit zu sagen: Der ist ja ein steiniger Boden, der ist ja ein dorniger Boden, da wird nichts draus, da wird nichts draus. Nein, dieses Gleichnis lehrt uns etwas ganz anderes. Es lehrt uns, auf den Boden kommt es an. Und es lehrt uns, wenn der Boden gut ist, dann ist die Frucht gut. Und es lehrt uns, ein unfruchtbarer Boden muss nicht so bleiben. Und hier möchte ich nochmal ein kleines Zitat vorlesen aus unseren inspirierten Schriften. Und zwar das Buch Christi Gleichnisse, Seite 56. Wer mitschreiben möchte: Christi Gleichnisse, Seite 56. Und hier steht Folgendes: „Die Arbeit des Sämanns ist es, die Herzen für die Annahme des Evangeliums vorzubereiten. Im Dienst am Wort wird zu viel gepredigt und zu wenig von Herz zu Herz gewirkt. Persönliche Arbeit für die Seele der Verlorenen ist notwendig.“ Und ich mache weiter im nächsten Satz. Und hier steht: „Ihre Herzen mögen so hart sein, wie eine hart getretene Landstraße.“ Hört euch das an. Ihre Herzen mögen so hart, hart, hart sein, wie es hier beschrieben wurde, bei der Landstraße. Aber, und es mag ein anscheinend nutzloser Versuch sein, ihnen von einem Heiland zu erzählen. Genau das Beispiel, das wir hatten bei den Pharisäern. Aber während sie auf dem Weg des Verstehens nicht bewegt werden können und alle Beweisgründe machtlos sein mögen, sie zu überzeugen, jetzt lese ich das nochmal, weil gerade bin ich selber ein bisschen rausgekommen: „während sie auf dem Weg des Verstehens nicht bewegt werden können und alle Beweisgründe machtlos sein mögen, sie zu überzeugen, so mag doch in persönlichem Dienst offenbarte Liebe Christi das steinerne Herz erweichen, sodass das Same der Wahrheit Wurzel fassen kann.“

Also, was lernen wir? Ein harter Boden kann aufgebrochen werden. Durch, und hier steht es, der persönliche Dienst, die Offenbarung der Liebe Christi. Wie auch vorher schon gelesen, manchmal wird zu oft gepredigt, zu viel gepredigt, zu wenig von Herz zu Herz gewirkt. Und überlegen wir mal, wenn wir zurückgehen zu den Pharisäern. Unser Leittext in der Studienanleitung, in der Lektion ist aus Apostelgeschichte 6, Vers 7. Wir können alle mitlesen, hier steht: „Und das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester zum Glauben gehorsam.“ Also am Ende wurden doch viele Priester zum Glauben gehorsam. Wie hat es funktioniert? Wir haben es gerade gelesen. Jesus hat durch seine guten Werke, hat durch seinen Charakter die Herzen der Priester erweicht. Interessanterweise wird uns gesagt, dass während Jesus verurteilt wurde im Hohen Rat, viele der Priester eigentlich Sympathie mit Jesus hatten. Nur aufgrund des Gruppenzwangs, von natürlich den höheren, den Hohen Priestern her rührend, haben sie sich nicht getraut, diese Einstellung offenbar zu vertreten. Aber viele waren schon mit ihrer Sympathie bei Jesus, weil sie gewusst haben: Dieser Mensch tut Gutes. Er ist offenbar, und das hat Nikodemus auch gesagt: „Herr, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der gesandt ist von Gott, weil kein anderer solche guten Sachen tun kann. Keiner andere kann so heilen, außer er ist gesandt von Gott.“ Und genau durch diese Werke hat Jesus das Herz aufgebrochen, damit dann in der Apostelgeschichte nach Jesu Auferstehung, nach Jesu Himmelfahrt, die Jünger den Samen in das vorbereitete, in das gute Erdreich säen konnten. Und da hat er auch Frucht gebracht. Und genau das ist die gute Nachricht in unserem Gleichnis hier.

Wenn wir mit den Menschen arbeiten, und genau das ist, was wir zum Beispiel gerade in unserem Bezirk, in meinem Heimatbezirk tun. Unsere Zielgruppe sind zwar nicht Reiche, aber das Prinzip ist kein anderes. Wir machen eine Gesundheitsserie, das heißt, wir bieten Gesundheitsvorträge an. Und diese Gesundheitsvorträge dienen dazu, dass die Herzen der Menschen erweicht werden, dass der harte Grund und Boden der Menschen aufgebrochen wird. Damit wir dann, wenn wir anfangen, den Samen Gottes in die Herzen zu legen, damit der Boden der Herzen vorbereitet ist und er gute Frucht bringen kann, anstelle von schlechter Frucht.

Das heißt, und jetzt möchte ich nochmal kurz zurückgehen zu den zwei Prinzipien, die ich am Anfang genannt habe. Das erste Prinzip ist eine Bedingung. Und das erste Prinzip geht folgendermaßen: Der erfolgreiche Sämann sät nicht nur den Samen, sondern der erfolgreiche Sämann tut mehr als nur säen. Er bearbeitet den Grund und Boden des Herzens, damit er den Samen empfangen kann. Er kümmert sich um die Pflanze und arbeitet, um Dornen und Unkraut zu entfernen. Auch das muss getan werden, sobald der Samen anfängt zu wachsen. Die Bedingung ist, dass der Sämann sät nicht einfach nur den Samen. Und so gewinnen wir auch mächtige Menschen zu Jesus. Nicht einfach nur den Samen auf das harte Erdreich schmeißen, sondern mit viel persönlicher Arbeit, mit Herz-zu-Herz-Arbeit den Boden aufbrechen.

Und Prinzip Nummer zwei, und hier ist das Versprechen: Der erfolgreiche Sämann erntet nicht nur, was er sät. Stellt euch mal vor, ein Farmer, ein Bauer geht aufs Feld, und ich glaube, ich habe das Beispiel schon 50 mal gebracht, geht aufs Feld, nimmt einen Samen, steckt ihn in die Erde und im Sommer wächst der Samen und am Ende kommt genau ein Samenfrucht heraus. Dann hätte der Samen gar nicht erst in die Erde stecken müssen. Nee, er steckt ihn in die Erde, weil er weiß, da kommt 30-fältig, 60-fältig, 100-fältig Frucht. Und so ist unser Prinzip. Prinzip Nummer zwei, das Versprechen vom Sämann. Der erfolgreiche Sämann erntet mehr, als er sät. Er erntet so viel mehr. Er erntet 30-fältig, 60-fältig, 100-fältig mehr, damit all die Arbeit, all der Schweiß, all die Herausforderung, die wir quasi eingehen, um Menschen, auch mächtige Menschen, wo es noch mehr Herausforderung, noch mehr Arbeit bedarf, zu Jesus zu gewinnen. All die Herausforderung wird vielfach, ja vielfach zurückgezahlt. Und Gott macht das so, damit die Ernte größer ist, als die Arbeit, die wir in sie hineinstecken. Das ist die gute Nachricht. Das ist die wunderbare Nachricht. Und das ist, wie wir Menschen, wie wir mächtige Menschen zu Jesus führen. Durch Arbeit und durch die Prinzipien des Sämanns.

Ich würde am Ende dieser Lektion beten und möchte Sie bitten, kurz mit mir den Kopf zu neigen. Großer Pfad im Himmel, ich danke dir, dass wir lernen durften, einen kleinen Blick ins Herz von mächtigen Menschen zu werfen und einen kleinen Blick auf die Methode Jesu, diese Menschen zu sich zu holen, zu erlösen. Und Herr, ich möchte dich auch bitten, dass du uns hilfst, dieses Wissen nicht nur auf eine Schublade, auf ein Regal in unserem Gehirn zu legen, sondern dieses Wissen einzusetzen, dieses Wissen umzusetzen. Zu lernen, wie wir selber mächtige Menschen werden können. Mächtig in Leidenschaft, mächtig als Führungskraft im Reiche Gottes andere Menschen zu Jesus zu führen. Im Namen Jesu, Amen.

Dann bleibt mir nur noch, euch einzuladen zur nächsten Cannstatt Study Hour nächste Woche mit dem Thema 10 der Lektion. Und die heißt: Völker Jünger machen. Jetzt haben wir alle unterschiedlichen Bevölkerungsschichten durchgearbeitet, jetzt geht es um das Volk, die Völker Jünger machen. Wie das geht und wie wir das machen, lasst euch überraschen.


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