In dieser Cannstatt Study Hour-Episode, „Christus und Sein Gesetz“, taucht Christopher Kramp tief in die verschiedenen Gesetzeskategorien zur Zeit Jesu ein. Er beleuchtet das Fundament des Gesetzes, die Bedeutung der Zehn Gebote als königliches Gesetz und wie diese sich in der Liebe widerspiegeln. Die Serie erklärt auch die Rolle von Opfer- und Zeremonialgesetzen sowie menschlichen Traditionen und staatlichen Gesetzen im biblischen Kontext.
Christus und Sein Gesetz (CSH 2014/Q2): 1. Diverse Gesetze zur Zeit Christi
Christopher Kramp · Cannstatt Study Hour 2014 Q2: Christus und sein GesetzWeitere Aufnahmen
Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q2: Christus und sein Gesetz
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Schön, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.de und auch auf Amazing Discoveries zu einer ganz neuen Serie der CSH. Wir freuen uns, dass wir mittlerweile jetzt in das vierte Jahr hinein starten dürfen mit der CSH. Seit dem zweiten Quartal 2011 sind wir unterwegs, um mit euch gemeinsam das Wort Gottes tiefer zu studieren und uns Gedanken zu machen über viele Dinge, die unser praktisches Leben berühren.
[0:56] Und die vorliegende Serie, die wir haben werden in den nächsten drei Monaten, Christus und sein Gesetz, ist vielleicht eine der wichtigsten Themen, die wir bisher überhaupt gehabt haben. Wir werden besprechen, wie Gnade und Gerechtigkeit, wie die Liebe Gottes und sein Gesetz eine Einheit bilden und wie sich das im Leben von Jesus gezeigt hat. Es gibt viele, viele Aspekte zu betrachten und ich freue mich schon darauf, dass wir diese Dinge euch näher bringen dürfen. Und heute wollen wir beginnen mit einer fundamentalen Studie, die übertitelt worden ist in unserem Lektionsheft Diverse Gesetze zur Zeit Christi. In dieser, wie gesagt, grundlegenden Studie, in der es vor allem darum geht, welche Arten von Gesetze gab es zur Zeit Jesu, wollen wir noch ein Stück weitergehen und uns grundsätzlich Gedanken machen, welche Kategorien von Gesetz gibt es im Allgemeinen. Denn die verschiedenen Kategorien von Gesetz, die es zur Zeit Jesu gab, die gibt es auch heute noch. Und wir müssen wissen, welche Gesetze haben welche Autorität, welche sind wann gültig und welche sind nur zeitlich begrenzt oder nie gültig für uns als Gläubige. Damit wollen wir uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 5. April. Und bevor wir beginnen, dieses fantastische und äußerst spannende Thema, möchten wir ein Gebet sprechen, um den, der das Gesetz erfunden hat, um Weisheit zu bitten, dass er uns dieses Gesetz erklärt. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir zu dir kommen können, dass wir uns Gedanken machen dürfen über deinen Sohn und dein Gesetz. Und wir möchten wirklich ein gutes Fundament legen, um viele biblische Wahrheiten besser verstehen zu können. So sei du bei uns, durch deinen heiligen Geist sprichst du unsere Herzen an und verwandelst uns durch deine Wahrheit und durch deinen Geist. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[2:47] Wenn man sich mit Gesetzen beschäftigt, dann stellt man fest, dass nicht alle Gesetze dieselbe Autorität und dieselbe Reichweite haben. Nicht alle haben dasselbe Anwendungsgebiet. Es gibt höher stehende Gesetze, es gibt niedrige Gesetze, es gibt Gesetze, die nur zeitlich begrenzt sind. Und dann gibt es auch Gesetze, die sozusagen das Fundament aller anderen Gesetze sind. Und in leichter Abweichung der Reihenfolge der Studienanleitung wollen wir uns heute Gedanken machen von dem Urgrund des Gesetzes. Was ist das eigentliche Fundament des Gesetzes? Und von dort aus wollen wir dann die verschiedenen Kategorien der Gesetze, die es in der Bibel gibt, die es zur Zeit Jesu gab und die es heute noch gibt, prinzipiell betrachten.
[3:30] Fangen wir mal an unser Studium in Jakobus Kapitel 2. In Jakobus Kapitel 2 und dort Vers 8 ist die Rede von einem ganz bestimmten Gesetz. Jakobus Kapitel 2 Vers 8 sagt: „Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt, nach dem Schriftwort: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, so handelt ihr recht.“ Ein König ist das Oberhaupt, ist der Oberste, hat die höchste Autorität. Offensichtlich gibt es in der Bibel ein königliches Gesetz. Ein Gesetz, das alle anderen Gesetze übertrifft, das sozusagen im Zweifelsfall oder im Widerspruchsfall alle anderen Gesetze bricht. Das Gesetz, das der König aller Gesetze ist. Das königliche Gesetz.
[4:14] Das heißt hier: „Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt, nach dem Schriftwort, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, so handelt ihr recht.“ Jakobus geht jetzt weiter, erklärt einige Dinge und wir können anhand der Erklärung erkennen, was dieses königliche Gesetz ist. Das Gesetz, das über allen anderen Gesetzen steht. Vers 9 sagt: „Wenn ihr aber die Person anseht, so begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter verurteilt. Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber an einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden.“ Jetzt kommt die Erklärung, die uns hilft. Vers 11: „Denn der, welcher gesagt hat: Du sollst nicht Ehe brechen, hat auch gesagt: Du sollst nicht töten. Wenn du nun zwar die Ehe brichst, aber tötest, so bist du ein Übertreter des Gesetzes geworden.“
[4:58] Jeder, der nur einen leisen Schimmer, eine leise Ahnung von der Bibel hat, weiß, dass diese Zitate, „Du sollst nicht töten“ oder „Du sollst nicht Ehe brechen“, Zitate sind aus den 10 Geboten, die Gott in 2. Mose 20 hat niederschreiben lassen, dann später auf Stein geschrieben, in 5. Mose 5 wiederholt. Diese 10 Gebote werden von der Bibel das königliche Gesetz genannt. Das heißt, der Urgrund, das Wichtigste aller Gesetze in der Bibel, von dem alles andere ausgeht, sind die 10 Gebote. Sie sind abgesetzt von allen anderen Vorschriften, Regeln, Satzungen, die es ja natürlich sonst gibt in der Bibel. Manchmal hört man heute Christen, die alle Gebote so über einen Kamm scheren, in eine Box stecken. Aber die Bibel macht eine deutliche Unterscheidung. Die 10 Gebote werden genannt, das königliche Gesetz. Und dieses königliche Gesetz ist offensichtlich nicht teilbar. Das heißt, wenn du einen zu betreten hast, hast du alle betreten. Es ist eine Einheit, die man nicht in Stücke zerteilen kann und sagen kann, das ist wichtiger als das. Sondern wer eins übertritt, übertritt alles. Es ist eine kompakte Einheit. Es ist das Fundament aller biblischen Gesetzgebung.
[6:18] Auch Paulus hat einiges über diese 10 Gebote geschrieben. Schauen wir zum Beispiel in den Römerbrief, in Römer Kapitel 13 und dort ab Vers 8. Römer 13, Vers 8 bis 10. Paulus sagt: „Seid niemand etwas schuldig, außer dass ihr einander liebt. Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.“ Paulus macht deutlich, dieses Gesetz ist das Gesetz der Liebe. Und er spricht ebenfalls von den 10 Geboten, wie Vers 9 deutlich macht. Das heißt dort: „Denn die Gebote: Du sollst nicht Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen, du sollst nicht begehren und welches andere Gebot es noch gibt, werden zusammengefasst in diesem, nämlich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Paulus macht deutlich, all diese Gebote, diese 10 Gebote werden zusammengefasst in der Liebe. Die 10 Gebote, das königliche Gesetz, ist das Gesetz der Liebe. Das bedeutet, das fundamentale Prinzip aller biblischen Gesetzessprechung ist Liebe.
[7:15] Nun, unser Thema heißt ja Christus und sein Gesetz und im Denken der allermeisten Christen sind das zwei unterschiedliche Dinge. Da ist Jesus der liebevolle Erlöser und dort ist das Gesetz. Aber hier lernen wir schon in den ersten beiden Versen, dass das königliche Gesetz, die 10 Gebote, Ausdruck der Liebe Gottes sind. In Vers 10 heißt es: „Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses, so ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.“ Wer wirklich liebt, der wird auch wirklich das Gesetz halten und man kann dieses Gesetz nur halten, wenn man liebt. Damit unterscheidet sich dieses Gesetz von vielen Regeln oder Satzungen, die wir Menschen gemacht haben oder kennen. Das Gesetz Gottes ist nicht nur eine äußerliche Regelvorschrift, es hat etwas ganz Tiefes, etwas Geistliches, was nur wirklich erfüllt werden kann, wenn da echte Liebe, wenn eine Beziehung ist. Und das ist das Grundfundament biblischer Gesetzessprechung.
[8:24] Diese Zusammenfassung, dass das Gesetz Gottes, die 10 Gebote, das königliche Gesetz, mit Liebe zusammengefasst werden, das hat der Paulus sich nicht ausgedacht, sondern das hat schon Jesus gesagt. In Matthäus 22, da wird er ab Vers 37 vorgefragt: „Was ist das größte Gebot im Gesetz?“ Und Jesus antwortet ab Vers 37: „Und Jesus sprach zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.“
[9:04] Nun, wir wissen schon von Paulus, dass zum Beispiel „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ eine Zusammenfassung ist von konkreten Einzelgeboten, nämlich den 10 Geboten. Das heißt, wenn Jesus sagt, diese beiden Gebote, daran hängt alles, dann ist sich Jesus bewusst, dass diese beiden Gebote, „Du sollst Gott lieben von deinem ganzen Herzen, von deiner ganzen Seele, von deinem ganzen Gemüt und deinen Nächsten wie dich selbst“, diese beiden Gebote sind bereits die Zusammenfassung des königlichen Gesetzes der 10 Gebote. Das heißt, dieses königliche Gesetz, dieses ewige Gesetz, das Gottes Charakter beschreibt, denn Gott ist ja die Liebe, so sagt uns 1. Johannes 4, Vers 8. Dieses Gesetz hat offensichtlich zwei Dimensionen. Die eine Dimension beschreibt die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Die andere Dimension beschreibt die Beziehung zwischen Mensch und Mensch. Gottes Gesetz hat zwei Dimensionen. Eine ist horizontal und eine ist vertikal. Gottes Gesetz beschreibt zwei Dimensionen und beide werden getrieben durch das Prinzip der Liebe, durch das Prinzip der Gemeinschaft, der Beziehung.
[10:16] Wir haben gesagt, dieses Gesetz ist Ausdruck des Wesens Gottes. In Römer sagt uns Paulus einiges über dieses Gesetz. Im Römer Kapitel 7 und dort Vers 12. Römer 7 und dort Vers 12. Es heißt dort so: „Ist nun das Gesetz heilig und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.“ 10 Gebote sind heilig, sind gerecht und sie sind gut. Das sind alles Attribute und Adjektive, die eigentlich auch Gott beschreiben. Gott ist heilig, Gott ist gerecht, Gott ist gut und damit natürlich Jesus, denn Jesus ist ja der Ausdruck des Wesens Gottes. Wenn wir also wissen wollen, wie Gott ist, wenn wir wissen wollen, wie Jesus ist, dann müssen wir die 10 Gebote anschauen. Auf der tiefsten Ebene ist das die Verbindung zwischen Christus und seinem Gesetz. Das Gesetz ist Ausdruck seines Wesens, weil er die Wahrheit ist, sagt er: „Du sollst kein falsches Zeugnis reden.“ Weil er das Leben ist, sagt er: „Du sollst nicht töten.“ Und so weiter und so fort.
[11:29] Das Gesetz Gottes beschreibt den Charakter Gottes und solange Gott derselbe bleibt, wie er ist, und die Bibel sagt, er ändert sich nie, bleibt auch sein Gesetz so, wie es ist, dieses königliche Gesetz. Dieses Gesetz bleibt ewig und deswegen sagt die Bibel, Jesus sagt es in Matthäus 5, steht nicht im Sendemanuskript, aber ihr könnt es nachlesen, in Matthäus 5, Vers 18: „Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe, noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen.“ Das Gesetz Gottes bleibt bestehen.
[12:14] Nun, dieses Gesetz ist übertreten worden. Die Bibel macht uns deutlich, auch das nicht im Sendemanuskript, in 1. Johannes 3 und dort Vers 4. 1. Johannes 3 und dort Vers 4. „Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit, und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.“ Wir wollen heute nicht so sehr über das Thema Sünde sprechen, wir wollen nur feststellen, dass es Sünde gibt. Das heißt, es gibt Gesetzesübertretung und dass diese Gesetzesübertretung zum Tod führt und zur Knechtschaft, denn dasselbe Gesetz, das auch das königliche Gesetz genannt wird, wird auch das Gesetz der Freiheit genannt, so in Jakobus 2 und dort Vers 12.
[12:59] Und so hatte Gott letztendlich die Aufgabe, den Menschen, die gesündigt hatten, oder hat sich selbst diese Aufgabe gestellt, den Menschen, die gesündigt hatten, die dieses Gesetz übertreten haben, einen Weg zu eröffnen, wieder zurückzukehren. Wir wissen aus der Bibel, dass die einzige Möglichkeit, zurückzukommen, darin bestand, dass Jesus Christus für uns sterben würde. Und um das den Menschen zu erklären, hat Gott eine andere Gruppe von Gesetzen verordnet. Diese Gruppe von Gesetzen nennt man die Opfergesetze, weil in das Dement wurden die Kinder Israels und die Patriarchen angewiesen, Opfer zu bringen und diese Opfer sollten vorausschauen auf den Preis, den Jesus bezahlen würde.
[13:52] Wenn wir in Hebräer 10 einmal aufschlagen, können wir sehen, welchen Nutzen diese Opfer hatten. Mit diesen Opfern waren zahlreiche Gesetze verknüpft, zum Beispiel fast das gesamte Buch 3. Mose enthält solche Opfergesetze oder weil es einen zeremoniellen Charakter gehabt hat, auch Zeremonialgesetz genannt. In Hebräer 10 und dort Vers 4 lesen wir: „Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen.“ Diese Opfer, die dort gebracht wurden, hatten eine rein symbolische, ja man könnte sagen eine rein prophetische Bedeutung. Wenn dort ein Lamm geschlachtet worden ist im Allentestament, hätten die Menschen zumindest wissen sollen oder können, dass das Blut dieses Lammes nicht wirklich Sühnung erwirkt für die Sünde, die getan worden ist. Nicht wirklich. Es war eine Metapher, es war eine Prophezeiung, dass dort jemand kommen würde und der jemand, der wird in der Bibel sehr deutlich beschrieben.
[14:57] In Johannes 1 Vers 29 wird uns gesagt, Johannes 1 und dort Vers 29. Es ist der Vorläufer Jesu, Johannes der Täufer, der als er Jesus sieht, ausruft: „In Johannes 1 Vers 29: Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ Seit dem Sündenfall hat die ganze Menschheit gewartet auf denjenigen, der die Sünde wieder hinwegnehmen würde, der die Kraft bringen würde, Sünde zu überwinden und der durch seinen Tod die Strafe für alle geschehenen Sünden und die, die noch begangen werden würden, bezahlen würde. Und in Erwartung dieses Ereignisses hatten die Menschen symbolisch Opfer gebracht und die Durchführung dieser Opfer war durch bestimmte Regeln gekennzeichnet. Und wer das nachlesen will, kann in 3. Mose, das erste, zweite, dritte, vierte, fünfte Kapitel mal lesen. Aus Zeitgründen lesen wir es jetzt nicht komplett, aber dort wird genau beschrieben, wie diese Opfer stattfinden sollten und sie sollten damit bestimmte Lektionen verdeutlichen im Hinblick, prophetisch, symbolisch auf dieses eine Opfer, das gebracht werden musste, weil ja das eigentliche Gesetz immer noch gültig ist und gültig war, das was übertreten worden ist.
[16:20] Die Tatsache, dass ein Zeremonialgesetz gibt und die Tatsache, dass dieses Zeremonialgesetz auf ein bestimmtes Ereignis hinwies, ist Beweis dafür, dass es ein tiefer liegendes Gesetz gibt, das nicht von dem Zeremonialgesetz abhängig ist. Vielmehr ist das Zeremonialgesetz eine notwendige Einrichtung, nachdem das eigentliche Gesetz, das königliche Gesetz übertreten worden ist. Jesus hat durch seinen Tod wirklich die Freiheit den Menschen ermöglicht, aber wir wissen schon im Alten Testament, konnten die Menschen im Glauben vorausschauen und glauben, dass Gott dieses Opfer einmal wirklich bringen würde, schon zu dem Zeitpunkt, in dem sie lebten, Vergebung bekommen. Das bedeutet, dass diese Menschen Vergebung bekamen, für die Gott noch nicht einmal bezahlt hatte. Gott schenkt ihnen etwas, was er selbst nicht bezahlt hatte und deswegen nennt die Bibel das auch eine Schulden, die Gott gemacht hat. Um sie daran zu erinnern, die Menschen, dass dieses Opfer noch gebracht werden müsste, hat er ihnen diese Opfergesetze gegeben, Satzungen, Regeln, die ihnen deutlich machen sollten: Da kommt noch jemand, der den Preis für die Vergebung, die du schon bekommen hast, noch bezahlen muss. Und als dann Jesus starb, waren all diese Schulden gelöscht.
[17:45] Deswegen sagt der Kolosser im Brief, Kolosser 2 und dort Vers 13 und 14: „Er hat auch euch, die ihr tot wart in den Übertretungen und im unbestimmten Zustand eures Fleisches, mit ihm lebendig gemacht, indem er euch alle Übertretungen vergab und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete.“ Als Jesus starb, hat er all diese Satzungen, die mit der Schuldschrift zu tun hatten, das heißt mit den Gesetzen, die mit dem Opfer zu tun hatten, er hat alles ausgelöscht. Warum? Weil all diese Prophezeiungen sich jetzt erfüllt hatten und man brauchte diese Opfer nicht mehr bringen.
[18:39] Der Hebräerbrief macht das sehr deutlich. In Hebräer 10 Vers 12 steht: „Hebräer 10 Vers 12: Er aber hat sich, nachdem er ein einziges Opfer für die Sünden dargebracht hat, das für immer gilt, zur rechten Gottes gesetzt.“ Das einzige Opfer, das wirklich gilt, ist das von Jesus und weil es gilt, braucht es keine anderen Opfer mehr. Wenn es aber keine anderen Opfer mehr gibt oder geben braucht, dann werden damit natürlich alle Opfergesetze überflüssig, weil wenn ich nicht mehr Opfern brauche, brauche ich auch die Gesetze, die das Opfern beschreiben, nicht mehr und aus diesem Grund ist durch den Kreuzestod sind die Schlacht- und Speisopfer abgeschafft, so wie Daniel 9 Vers 27 sagt, könnt ihr gerne zu Hause nachlesen.
[19:29] Aber damit ist unter keinen Umständen das zugrunde liegende, königliche, fundamentale Gesetz abgeschafft. Ganz im Gegenteil. Paulus sagt uns im Römerbrief, als er von dieser Erlösung schreibt, die hier geschehen ist durch Jesus Christus, da stellt er genau diese Frage, die heute viele Christen sich stellen. In Römer 3 Vers 31 er fragt: „Heben wir nun das Gesetz auf durch den Glauben? Ist also der Glaube an Jesus, an seinen Opfertod, an die Sühnung, die Jesus am Kreuz von Golgatha erwirkt hat, hebt dieser Glaube das Gesetz auf?“ Und Paulus antwortet sehr deutlich: „Im Neuen Testament unter dem Neuen Bund: Das sei ferne! Vielmehr bestätigen wir das Gesetz.“ Warum? Weil die Tatsache, dass die Schuld gesühnt werden musste, ist Beweis dafür, dass das Gesetz, das ja durch die Schuld übertreten worden ist, immer noch gültig ist. Wenn das nicht gültig gewesen wäre, hätte es keine Sühnung gebraucht. Das heißt, die Abschaffung des Zeremonialgesetzes durch den Tod Jesu ist eine zusätzliche Bestätigung des königlichen Gesetzes, der Zehn Gebote. Die sind nicht aufgehoben worden, sondern bestätigt.
[21:00] Wir sehen also hier schon zwei grundlegende Kategorien: das königliche Gesetz, die Zehn Gebote, das Wesen Gottes und dann das Zeremonialgesetz, das zeitlich begrenzt war, einen prophetischen Charakter hatte, um auf ein Ereignis hinzuweisen. Und dieses Gesetz hatte dann keine Bedeutung mehr, als das Ereignis gekommen war. Aber das sind nicht die einzigen Gesetze, die wir in der Bibel finden oder die heute noch hier und dort angesprochen werden.
[21:22] Eine weitere Gruppe von Gesetzen findet sich weiterhin im Alten Testament. Das sind Gesetze, die neben den Zehn Geboten existieren, die allerdings nichts mit Opfern zu tun haben. Manchmal machen Christen den Fehler, allein die Zehn Gebote und das Opfergesetz zu sehen. Und dann kommt diese andere Satzung und man weiß nicht genau, wie die jetzt einzuordnen sind. Schauen wir mal in 2. Mose 23. 2. Mose 23 und dort ab Vers 1. Lesen wir einige dieser Gebote.
[21:48] 2. Mose 23 als Beispiel Vers 1: „Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten. Leihe keinem Gottlosen deine Hand, sodass du durch dein Zeugnis einen Frevel unterstützt. Du sollst nicht der Menge folgen zum Bösen und sollst vor Gericht deine Aussagen nicht noch der Menge richten, um das Recht zu beugen. Oder aber Vers 3: Du sollst auch den Armen nicht begünstigen in seinem Rechtsstreit. Wenn du das Rind deines Feindes oder seinen Esel antriffst, der sich verlaufen hat, so sollst du ihm denselben auf jeden Fall wiederbringen. Siehst du den Esel deines Feindes unter seiner Last erliegen, könntest du es unterlassen, ihm zu helfen. Du sollst ihm samt jenem unbedingt aufhelfen. Du sollst das Recht deines Armen nicht beugen in seinem Rechtsstreit. Von einer betrügerischen Sache halte dich fern und den Unschuldigen und Gerechten bringe nicht um, denn ich spreche keinen Gottlosen gerecht und nehme kein Bestechungsgeschenk an, denn das Bestechungsgeschenk macht die Sehenden blind und verkehrt die Sache der Gerechten. Und bedrücke den Fremdling nicht, denn ihr wisst, wie es den Fremdlingen zumute ist, denn ihr seid Fremdlinge gewesen im Land Ägypten.“
[23:08] Und wir könnten weitermachen. Es gibt viele solcher Satzungen, solcher Regeln, solcher Gebote. Diese Gebote sind nicht eigentlicher Teil der 10 Gebote. Vielmehr handelt es sich hier um konkrete Anwendungen der 10 Gebote. Zum Beispiel, wenn es heißt: „Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten“, ist das eine Anwendung, eine Applikation des Gebots aus dem königlichen Gesetz: „Du sollst kein falsches Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ Und wir können für jedes dieser Satzungen hier ein Gebot in den 10 Geboten finden, auf das es letztendlich zurückzuführen ist. Diese Gebote erläutern die 10 Gebote und sie haben nichts zu tun mit dem Opfergesetz und sind demzufolge auch für uns immer noch bindend oder gültig. Wir können ja viele dieser Dinge sehen, wie sie auch im Neuen Testament nach wie vor eingefordert werden.
[23:53] In diese Gruppe fallen zum Beispiel auch die berühmten Speisegesetze aus 3. Mose 11, die ihr zu Hause auch nachlesen könnt. Dort werden Dinge erwähnt, die nichts mit Opfern zu tun haben. Ob ein Schwein oder ein Klippdachs oder ein Kamel rein oder unrein ist, hat nichts mit dem Opferdienst zu tun, hat nichts mit dem Plan Gottes zu tun, dass jedes einmal sterben wird. Während die umliegenden Kapitel oftmals von Opfergesetzen sprechen, ist dieses Kapitel dort, obwohl es in der Nähe von Zeremonialgesetzen steht, kein Zeremonialgesetz. Wir können das unter anderem damit beweisen, dass die Unreinheit hier in 3. Mose 11 eine andere ist als die Unreinheit in den Opfergesetzen. Zum Beispiel wäre ein Fisch mit Schuppen unrein zum Opfern, am besten rein zum Essen. Zudem ist die Unterscheidung von rein und unrein etwas, das zurückgeht auf die Zeit von Noah und letztendlich, wir können Schlussfolgern, bis in die Zeit der Schöpfung. Diese Gebote sind also nach wie vor gültig und sind letztendlich Anwendung der 10 Gebote. Denn wenn ich nicht töten soll, dann soll ich auch nicht Dinge essen, die letztendlich meinen Körper schädigen und so weiter und so fort.
[25:11] Interessanterweise hat das Alte Testament auch bestimmte Exekutionsvorschriften. Das heißt, wenn dort jemand die Gebote größer betreten hat, gab es bestimmte Regeln, um zum Beispiel einen Menschen tatsächlich auch zu steinigen. Und das ist für viele etwas, womit sie nicht ganz gut klarkommen. Schauen wir uns mal so einen Fall an in 4. Mose 15. In 4. Mose 15 und dort Vers 36.
[25:42] Das heißt, dort in 4. Mose 15, Vers 36, da führte die ganze Gemeinde vor das Lager hinaus und sie steinigten ihn, dass er starb. Und bis hierhin lesen die meisten und stellen fest: Schaut her, damals haben Menschen andere Menschen umgebracht. Aber der Vers geht weiter. Das heißt, wie der Herr es Mose gebeten hatte. Wenn dort im Alten Testament ein Mensch umgebracht worden ist, zum Beispiel als Folge der Betretung des Gesetzes Gottes, dann einzig und allein dann, wenn Gott selbst es angeordnet hatte und zwar als ein sichtbarer, hörbarer Regent seines Volkes. Das nennt man Theokratie. Das heißt, in den beiden Versen vorher, Vers 34 und 35. Und sie legten ihn in Gewahrsam, denn es war nicht genau bestimmt, was mit ihm geschehen sollte. Sie konnten nicht eigenständig entscheiden, sondern Vers 35 sagt: „Der Herr“ – und das ist derselbe Christus, der später der Ehebrecherin in Johannes 8 vergeben hat – „Der Herr versprach zu Mose: Der Mann muss unbedingt getötet werden. Die ganze Gemeinde soll ihn außerhalb des Lagers steinigen.“
[26:53] Gott kann solche Entscheidungen treffen, denn Gott sieht ins Herz. Er weiß, ob da noch Hoffnung ist oder ob ein Mensch die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen hat. Gott kann solche Entscheidungen treffen und nur wenn Gott sichtbar, hörbar unter seinem Volk ist und sichtbar, hörbar diese Entscheidung, dieses Urteil fällt, dann und er dann Menschen auffordert, dieses Urteil zu verstrecken, dann haben Menschen das Recht, das zu tun. Da wir aber heute offensichtlich nicht in einer Theokratie leben und eine Theokratie entsteht nicht dadurch, dass der Präsident des Landes plötzlich christlich ist, sondern eine Theokratie entsteht dann, wenn Gott sichtbar, hörbar, physisch unter seinem Volk weilt und zwar so, dass selbst die Heiden das anerkennen, so wie es im Fall des Volkes Israel war. Wenn das nicht der Fall ist, dann gelten diese Exekutionsvorschriften nicht, weil die sind direkt an die Gegenwart, an die physische Gegenwart, die sichtbare, hörbare Gegenwart und Herrschaft Gottes in seinem Volk gebunden.
[27:52] Diese Gebote sind aber nicht völlig abgeschafft, sondern es kommt eine Zeit, wenn Jesus wieder sichtbar, hörbar regieren wird und dann werden diese Gebote, zum Beispiel, dass ein Mensch, der die Sünde gegen den Heiligen Geist getan hat und Gottes Gebote übertreten hat, dauerhaft letztendlich gesteinigt wird, diese Gebote werden dann wieder gelten. Schauen wir mal in Offenbarung 6. Offenbarung 6 und dort Vers 14, das ist die Wiederkunft, wenn Jesus sichtbar und hörbar als König der Welt wiederkommen wird.
[28:25] Vers 14: „Und der Himmel entwich wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden von ihren Orten weggerückt. Und die Könige der Erde und die Großen und die Reichen und die Herrführer und die Mächtigen und alle Knechte und alle Freien verbargen sich in den Klüften und in den Felsen der Berge. Und sie sprachen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes.“ Wenn Jesus sichtbar und hörbar wiederkommt, dann werden Menschen getötet werden auf ihren eigenen Wünschen. Sie möchten sogar gesteinigt werden, wie es hier steht, weil sie nicht mit Jesus sein wollen. Und die Bibel sagt deutlich in 2. Thessalonicher 1 und dort Vers 7, 8, 9 usw., dass Gott diese Menschen bestrafen wird.
[29:18] Wichtig ist, dass dieses Recht der Exekution, der exekutiven Ausführung des Gesetzes sozusagen, bei Gott liegt. Paulus hat das sehr gut verstanden. In Römer 12, Vers 19, zitiert er so einen Vers aus der Bibel. In Römer 12, Vers 19. Dort steht: „Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes, denn es steht geschrieben: Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr.“ Gott sagt also, dass die Gebote Gottes er selbst rächen wird. Es sei denn, er macht deutlich, dass er dieses Recht an jemanden delegiert oder aber mit ihm teilt, wie zum Beispiel in der Theokratie diese Todesurteile durch Menschen vollstreckt worden sind, weil Gott gegenwärtig war und den Menschen sagen konnte: Dieser Mensch wird sich nicht mehr bekehren, er ist des Todes. Aber selbst dann liegt die volle Autorität, die volle Verantwortung für diese Handlung bei Gott selbst. Keiner derjenigen, die jemals im Volk Gottes jemanden gesteinigt haben, wie Achan oder so, trägt die Verantwortung für diese Steinigung. Es ist die Verantwortung, die Gott selbst trägt. Sein ist die Rache und deswegen können wir niemals selbst die Sache in die Hand nehmen und selbst urteilen, entscheiden und Menschen für eine Übertretung des Gesetzes Gottes bestrafen.
[30:47] Wir werden gleich sehen, wie das sich auswirkt auf die zwischenmenschlichen Gesetze. Da gibt es nämlich noch einen entscheidenden Punkt, den wir noch nicht gesagt haben, den wir jetzt gleich besprechen wollen. Zunächst einmal wollen wir feststellen, dass es neben dem königlichen Gesetz und dem Zeremonialgesetz und an diesen weiteren Gesetzen, die in verschiedene Kategorien fallen, auch noch Traditionen gab, vor allem zur Zeit Jesu. Traditionen, die nicht aus dem Jubel hervorkamen, sondern die zwar religiösen Charakter hatten, aber menschlichen Ursprungs waren. Auch sie wurden wie Gesetze gehalten, hatten aber wie gesagt einen anderen Ursprung.
[31:21] Und schauen wir mal an, was Jesus dazu sagte. In Matthäus 15 Vers 2 wird er gefragt: „Warum übertreten deine Jünger die Überlieferung der Eltern, also die Tradition? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen.“ Die Juden hatten dieses Gesetz aufgestellt, bevor man Brot isst, muss man seine Hände waschen. Das war ein religiöses Gesetz für sie. Und die Jünger haben sich nicht daran gehalten. Und Jesus sagt in Vers 3, er beantwortet und sprach zu ihnen: „Und warum übertretet ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen? Denn Gott hat geboten und gesagt: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, und wer Vater oder Mutter nicht flucht, der soll des Todes sterben.“ Jesus zitierte übrigens wieder auch aus den 10 Geboten. Vers 5: „Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Was dir von mir zugute kommen sollte, ist zur Weihegabe bestimmt, der braucht auch seinen Vater oder seine Mutter nicht mehr zu ehren. Und so habt ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen aufgehoben.“
[32:20] Jesus hatte keine große Achtung vor den Geboten der Menschen. Menschliche Traditionen sind nicht bindend. Und auch heute noch gibt es viele Traditionen, die von Menschen erfunden worden sind, die religiösen Charakter anziehen und die dann sogar den Gläubigen aufgedrückt werden oder aufgedrängt werden. Und Jesus sagt, diese Gebote braucht man nicht halten. Oftmals ist es sogar so, dass diese Traditionen, ob das offensichtlich ist oder nicht, in gewisser Weise den eigentlichen Gesetzen Gottes, besonders dem königlichen Gesetz, entgegenstehen und widersprechen. Und heute gibt es viele solcher menschlichen Traditionen, die von vielen Menschen als heilig angesehen werden, als Gebote Gottes, die aber gar keine Gebote Gottes sind. Und dort, wo tatsächlich falsche Theorien gepredigt worden sind, hat es Jesus sich zur Aufgabe gemacht, diese falschen Gesetze, diese falschen Normen, diese falschen Werte umzudrehen und zu korrigieren.
[33:15] Schauen wir ein Beispiel an in Matthäus, Kapitel 5. In Matthäus 5 finden wir die Bergpredigt bis Kapitel 7, wo Jesus ausführlichst das Gesetz Gottes, das königliche Gesetz erläutert, auslegt und den geistlichen Gehalt wirklich zeigt. Wir werden in einer zukünftigen Folge uns da speziell darauf konzentrieren. Ich freue mich schon sehr darauf, wenn wir sehen können, wie Jesus himmlisches Licht auf das königliche Gesetz der Zehn Gebote wirft in dieser Bergpredigt. Und unter anderem erklärt er dort auch bestimmte Gesetze der Zehn Gebote, aber er geht auch auf Dinge ein, die als Gesetze gelehrt worden sind, die gar nicht in der Bibel stehen.
[33:54] Zum Beispiel hier in Matthäus 5, Vers 43. Matthäus 5, Vers 43 heißt es: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.“ Es gibt in der ganzen Bibel kein Vers, der das so sagt. Das war eine menschliche Tradition. Es wurde ihnen gesagt. Und Jesus sagt jetzt aber: „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen.“ Jesus wusste, diese menschliche Tradition, die gepredigt worden war, stand im Widerspruch zum Gesetz Gottes, zum königlichen Gesetz und deswegen korrigiert er das. Und so ist es auch unsere Aufgabe als Christen, menschlichen Traditionen entgegenzuwirken, die Normcharakter haben, aber das Gesetz Gottes mit Füßen treten.
[34:44] Es gibt aber auch Momente, wo bestimmte Traditionen oder Regeln eingefordert werden, die nicht wirklich im Kontrast oder im Widerspruch zu den Zehn Geboten stehen, obwohl sie vielleicht für uns nicht mehr gültig sind. Interessanterweise gibt es da ein Beispiel aus dem Leben Jesu, das wir kurz betrachten wollen. In Matthäus 17, da geht es um die Tempelsteuer. Matthäus 17, ab Vers 24.
[35:12] Es heißt dort: „Als sie aber nach Kapernaum kamen, traten die Einnehmer der Tempelsteuer zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Meister nicht auch die zwei Drachmen?“ Das waren die Tempelsteuer. Vers 25: „Er antwortete: Doch. Und als er ins Haus trat, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was meinst du, Simon? Von wem nimmt die Königin der Erde den Zoll oder die Steuer? Von ihren Söhnen oder von den Fremden?“ Petrus sagte zu ihm: „Von den Fremden.“ Da sprach Jesus zu ihm: „So sind also die Söhne frei.“ Damit macht er deutlich, ich als Sohn Gottes brauche keine Tempelsteuer zahlen. Aber, Vers 27: „Damit wir ihnen aber keinen Anstoß geben, geh hin an den See, wirf die Angel aus und nimm den ersten Fisch, den du herausziehst, und wenn du seinen Maul öffnest, wirst du einen Starter finden. Den nimm und gib ihn für mich und für dich.“ Jesus macht deutlich, es gibt Situationen, wo bestimmte Regeln von uns gefordert werden und wir sehen, obwohl wir sie eigentlich nicht halten müssten nach der Bibel, gibt es auch keinen Widerspruch zur Bibel und das Beispiel Jesus lehrt uns, dann diese Dinge einfach auch zu tun, um keinen Anstoß zu erregen. Widerstand gegen menschliche Traditionen ist dort angebracht und dort richtig und notwendig, wo das Gesetz Gottes angegriffen wird, ob es offen oder versteckt ist.
[36:29] Die letzte Kategorie, die wir noch betrachten wollen, ist das Gesetz, das nicht einmal von den religiösen Menschen kam, sondern von den areligiösen oder den Ungläubigen zumindest, den heidnischen Römern. Die Bibel sagt, dass zur Zeit Jesu das herrliche Land, das Land Israel, besetzt war vom römischen Reich. In Daniel 8, Vers 9 lesen wir von diesem kleinen Horn, das hier für das für Rom steht, für das römische Reich zunächst einmal, später für das Papsttum.
[37:03] In Daniel 8, Vers 9 heißt es: „Und aus einem von ihnen wuchs ein kleines Horn hervor. Das tat außerordentlich groß gegen den Süden und gegen den Osten und gegen das herrliche Land.“ Das römische Reich in seiner Expansionspolitik hat im ersten Jahrhundert vor Christus auch Judäa eingenommen, war dort Besatzungsmacht und hat dort römische Gesetze durchgedrückt. Einer, der besonders aktiv in dieser Hinsicht war, war jemand, der in Daniel, Kapitel 11, Vers 20 erwähnt wird.
[37:32] In Daniel, Kapitel 11, Vers 20 wird genau diese Zeit kurz vor dem öffentlichen Auftreten von Jesus beschrieben. Das heißt es: „Und an seiner Stelle wird einer auftreten, der einen Steuereintreiber durch die Herrlichkeit des Reiches ziehen lässt. Aber nach einigen Tagen wird er zerschmettert werden und zwar weder durch Zorn noch im Krieg.“ Das spricht von Kaiser Augustus, der übrigens friedlich im Jahre 14 gestorben ist, der Steuern erließ im ganzen römischen Reich. Und das war reine römische Gesetzgebung. Steht nicht in den zehn Geboten, weder im Zeremonialgesetz noch in anderen Geboten, ist noch nicht einmal religiöse Tradition. Es ist reines heidnisches staatliches Gesetz.
[38:11] Wie soll der Gläubige damit umgehen? Das Beispiel der Eltern Jesu oder der Mutter Jesu und Josef, der dann ihr Mann geworden ist, genau zu sein, gibt uns eine interessante Lektion, die wir dann noch vertiefen wollen. In Lukas, Kapitel 2, lesen wir genau von dieser Zeit, als Kaiser Augustus Steuern erhebt, die im ganzen Land gelten.
[38:40] Lukas 2, Vers 1 heißt es: „Es begab sich aber in jenen Tagen, dass ein Befehl ausging von dem Kaiser Augustus, dass der ganze Erdkreis sich erfassen lassen sollte. Diese Erfassung war die erste und geschah, als Kyrenius Stadthalter in Syrien war. Und es zogen alle aus, um sich erfassen zu lassen. Jeder in seine eigene Stadt. Es ging aber auch Josef von Galiläa aus der Stadt Nazareth hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Bethlehem heißt, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war, um sich erfassen zu lassen mit Maria, seinem angetrauten Frau, die schwanger war.“
[39:11] Was hier interessant ist, ist, dass diese beiden gläubigen Menschen des Volkes Gottes bereit waren, den römischen Steuergesetzen Folge zu leisten. Und damit kommen wir zu einem Punkt, der manchmal Christen nicht gern gesehen wird, aber den wir trotzdem in diesem Thema ansprechen müssen.
[39:30] In Römer 13 und dort Vers 1. Dort sagt Paulus, der selbe Paulus, der so schön über die zehn Gebote spricht, über das königliche Gesetz. Er sagt in Kapitel 13, Vers 1: „Jedermann ordnet sich den Obrigkeiten unter, die über ihn gesetzt sind, denn es gibt keine Obrigkeit, die nicht von Gott wäre; die bestehenden Obrigkeiten aber sind von Gott eingesetzt.“ Er macht es ganz, ganz deutlich, dass niemand das verstehen kann. Staatliche Macht ist von Gott eingesetzt. Das heißt nicht, dass alles, was staatliche Macht tut, Gottes Wille ist. Genauso wenig, wie alles das, was christliche Prediger tun, die von Gott eingesetzt sind, ein bestimmtes Amt, nämlich zu predigen, dass alles, was sie tun, Gottes Wille ist. Ein Prediger ist von Gott eingesetzt, um zu predigen und er kann es treu tun oder kann auch entsprechend seiner Berufung falsch leben. Und genauso geht es dem Staat. Der Staat ist von Gott für eine bestimmte Aufgabe eingesetzt, und wir als Gläubige sollten dem Staat Gehorsam leisten.
[40:28] Paulus beschreibt, warum das so ist, Vers 2: „Wer sich also gegen die Obrigkeit auflehnt, der widersetzt sich der Ordnung Gottes. Die sich aber widersetzen, ziehen sich selbst die Verurteilung zu, denn die Herrscher sind nicht wegen guter Werke zu fürchten, sondern wegen böser. Wenn du dich also vor der Obrigkeit nicht fürchten willst, so tue das Gute, dann wirst du Lob von ihr empfangen.“ Idealerweise hat ein Mensch, der nichts Böses tut, nichts von der Obrigkeit zu befürchten. Nun, wir wissen, es gibt Ausnahmen, wenn die Obrigkeit selbst nicht so handelt, wie sie handeln sollte, wenn sie ihren Auftrag, den sie von Gott bekommen hat, missbraucht. Aber idealerweise ist das der eigentliche Punkt.
[41:04] Vers 4: „Denn sie ist Gottesdienerin zu deinem Besten. Gott benutzt heidnische Staatsmänner. Er benutzt römische Staatsmänner zum Beispiel oder heute Politiker unserer Zeit zu unserem Besten. Und ich glaube, es ist nicht besonders christlich, wenn wir als Christen über Politiker unserer Zeit schimpfen und meckern und uns beklagen. Es sind Gottesdiener, das sagt die Bibel, zu unserem Besten. Tust aber das Böse, so fürchte dich, denn sie trägt das Schwert nicht umsonst. Gottesdienerin ist die eine Rächerin zum Zornrecht an dem, der das Böse tut.“
[41:38] Das heißt, hier finden wir, dass Gott erneut die Autorität zur Exekution weitergeleitet hat. Und das müssen wir verstehen. Gott hat die Autorität zur Exekution von bestimmten Gesetzen weitergegeben an die staatliche Macht. Und sie dient Gott in dieser Sache. Er hat diese Aufgabe nicht den Gläubigen gegeben, sondern der staatlichen Macht. Und wir müssen jetzt verstehen, was darf die staatliche Macht exekutieren und was nicht. Wir haben ja gesagt, das Gesetz Gottes hat zwei Dimensionen. Die eine ist zwischen Mensch und Gott, die andere zwischen Mensch und Mensch. Und wenn wir das uns vor Augen halten, ist es nicht schwer zu erkennen, dass Gott die Dimension Mensch-Mensch, alle Gesetze, die damit zu tun haben, die Exekution davon, der staatlichen Macht übertragen hat.
[42:46] In anderen Worten, die staatliche Macht ist nicht dazu da, mich zu bestrafen, wenn ich einen anderen Gott anbete. Sie ist nicht dazu da, mich zu bestrafen, wenn ich nicht Gottes Ruhetag halte. Sie ist nicht dazu da, mich zu bestrafen, wenn ich Gottes Name missbrauche. Aber sie ist dazu da, mich zu bestrafen, wenn ich töte. Sie ist dazu da, wenn ich mich zu bestrafen, wenn ich Eigentum stehle. Sie ist dazu da, eigentlich sogar, um mich zu bestrafen, wenn ich die Ehe breche. Das könnte sie zumindest tun. In Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes und mit der Bibel. Dazu hat Gott die Obrigkeit, die Staatsgesetze zugelassen.
[43:27] Das heißt mit anderen Worten, die Staatsgesetze sollen die zweite Hälfte des königlichen Gesetzes, die zwischen Mensch und Mensch sich abspielt, die sollen sie beschützen. Und bei allem Ärger über den einen oder anderen Politiker, der Dinge tut, die wir nicht gutheißen können, müssen wir feststellen, dass durchaus der Staat dieser Aufgabe immer wieder auch gut nachkommt. Manchmal besser, als wir unseren Aufgaben nachkommen. Und nicht nur das. Genauso wie wir als Gläubige die Prediger Gottes unterstützen, für die Aufgabe des Evangeliums zu predigen, sollen wir auch den Staat unterstützen für seine Aufgabe.
[44:10] Schaut mal in Vers 6. Es heißt: „Deshalb zahlt ihr ja auch Steuern, denn sie sind Gottesdiener, die eben dazu beständig tätig sind.“ Wir zahlen nicht nur Steuern, weil es halt nicht anders geht, sondern wir zahlen sogar Steuern, um eine Aufgabe, die Gott dem Staat gegeben hat, zu gewährleisten, dass der Staat das auch tun kann. Und da diese Gesetze für alle Menschen gelten, ist es auch nur gut und recht, dass Gott von allen Menschen erwarten kann, dass sie entsprechend Steuern zahlen, damit der Staat, die gewählten Oberhäupter des Staates, diese Aufgaben wahrnehmen können, selbst wenn sie nicht gewählt sind. Paulus spricht ja zu einer Zeit, als die Römer keine Demokratie hatten, sondern Diktatur im Wesentlichen, Kaiserreich.
[45:02] Die letzten Verse, die wir anschauen wollen, zunächst einmal in Daniel 3. Drei Verse nur noch. In Daniel 3 finden wir diese beiden Prinzipien sehr deutlich ausgedrückt. Daniel 3 zeigt uns exakt, was der Staat nicht darf und was er darf. In Daniel 3 finden wir Nebukadnezar, den König Babylons, damit beschäftigt, Menschen zu zwingen, ein religiöses Gesetz anzunehmen, nämlich ein goldenes Standbild anzubeten. Aber die Gläubigen, in dem Fall die drei Freunde Daniels, weigern sich, dieses höchstrichterliche Gesetz Nebukadnezars anzuerkennen.
[45:43] Vers 18 sagt: „Und wenn es nicht so sein soll, o weiser König, dass wir deinen Göttern nicht dienen und auch das goldene Bild nicht anbeten, das du aufgestellt hast.“ Warum? Der König hatte seine rechtmäßige Autorität verlassen und hatte sich jetzt auf die erste Hälfte der zehn Gebote gewagt. Er hatte dort ein Gesetz erlassen, das mit den ersten vier Geboten in Kontrast war. Speziell mit dem ersten und dem zweiten Gebot. Und die Gläubigen sagen: Das können wir nicht anerkennen und wir werden es nicht anerkennen, kostet es unser Leben. Und wenn wir im Ofen verbrennen.
[46:17] Interessanterweise, einige Verse später, wir kennen die Geschichte, die drei werden in den Ofen geworfen. Jesus kommt, um sie dort zu retten, im Feuer. Und dann heißt es in Vers 26: „Darauf trat Nebukadnezar vor die Öffnung des glühenden Feuerofens, begann und sprach: Sadrach, Meschach und Abed-Neggo, ihr Knechte Gottes allerhöchsten, tretet heraus und kommt her.“ Ein Gebot des Königs. Diese drei Freunde standen unversehrt im Feuer, haben gerade mit Jesus gesprochen. Und jetzt ruft dieser König, der sie gerade umbringen wollte, ruft sie heraus. Und die Bibel sagt: „Da kamen Sadrach, Meschach und Abed-Neggo aus dem Feuer hervor.“ Sie gehorchten dem König, obwohl sie bestimmt noch gern länger im Feuer geblieben wären bei ihrem Meister. Aber sie gehorchten dem König, weil dieses Gebot des Königs nicht im Widerspruch stand zu den Zehn Geboten.
[47:14] Und damit haben wir die angemessene Sphäre der staatlichen Gesetze genau beschrieben. Alles basiert auf dem königlichen Gesetz, der Zehn Gebote, alle anderen Arten, die es gibt. Seien es die Tradition, das Zeremonialgesetz, die anderen Satzungen der Bibel, seien es die staatlichen Gesetze. All das kann man nur wirklich verstehen und anwenden im Kontrast oder im Spiegel der Zehn Gebote. Die Zehn Gebote zeigen deutlich, welche staatlichen Gesetze gültig sind und welche nicht. Welche Zeremonialgesetze, ob das Zeremonial gültig ist oder nicht. Sie zeigen deutlich, welche Gesetze wann, wie, wo anzuwenden sind. Ohne die Zehn Gebote würde Chaos herrschen. Deswegen müssen wir vor allem das königliche Gesetz als Fundament gut kennen, um alle anderen Gesetze richtig einordnen zu können.
[48:07] In diesem Sinne möchtest du dich mehr beschäftigen mit dem Gesetz Gottes und mit dem, wie es unser Leben regelt und uns die Liebe und das Wesen Gottes zeigt. Wir werden jetzt in den nächsten Wochen noch viel darüber zu sprechen haben, verschiedene Aspekte beurteilen und untersuchen. Und dazu laden wir euch herzlich ein, nächste Woche wieder einzuschalten auf joelmedia.de oder auf Amazing Discoveries, wenn wir das nächste Thema studieren werden. Bis dahin wünschen wir euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes.
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