Im abschließenden Teil der Kurzbibelschule 2025 führt Christopher Kramp die tiefgehende Analyse der prophetischen Zeitangaben 508 und 538 n. Chr. zusammen. Erfahre, wie diese historischen Meilensteine den Aufstieg des Papsttums beleuchten und welche Bedeutung diese Erkenntnisse für das Verständnis der biblischen Prophetie heute haben.
KBS Bogenhofen 2025: 508, 538 und der Aufstieg des Papsttums – Teil 5/5
Christopher Kramp · Predigten ·Themen: Bibel, BibelstudiumWeitere Aufnahmen
Serie: Predigten
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Transkript
[0:06] So, das ist jetzt glaube ich der letzte Vortrag der Kurzbibelschule, richtig? Herzlichen Dank. Ich hoffe, ihr seid gesegnet worden in dieser Woche und habt einiges mitnehmen können. Ich weiß nicht, wie ihr heute so den Tag verbracht habt, ob ihr ein paar schöne Dinge erlebt habt am Nachmittag. Ich hatte heute Nachmittag das Vorrecht, mit Geschwistern in China verbunden zu sein, über einen Pastor in Macau, der über Zoom Vorträge von Amerikanern oder Europäern für Geschwister in China anbietet. Da konnte ich heute Nachmittag anderthalb Stunden über die dreifache Engelsbotschaft sprechen; ich habe eine Dreiviertelstunde gesprochen und er hat eine Dreiviertelstunde mich übersetzt.
[1:07] Ich weiß nicht, ob ihr jemals die Gelegenheit gehabt habt, nach China zu gehen. Wenn ihr jemals nach China kommt, macht das. Aber seid vorsichtig: Man darf als Ausländer dort nicht über Religion reden. Ich habe das trotzdem zweimal gemacht, schon über zehn Jahre her. Und ich kann euch sagen, wenn die chinesischen Adventisten singen, das ist sehr bewegend. Wenn Geschwister so im Chor singen, die vor einigen Jahrzehnten noch schwere Verfolgung erlebt haben, die bis heute nie genau wissen, wie weit sie gehen dürfen und wann wieder die Planierwalzen kommen, um den Gottesdienstraum kaputt zu machen – ich habe ein „Soft Spot“, ein Herz für die Chinesen. Genau, das war heute noch etwas, was ich erlebt habe, aber das ist nicht unser Thema heute.
[2:02] Ich stelle mit Staunen fest, dass die Uhrzeit noch nicht losgeht. Also, ich nehme an, solange da 1:30 steht, habe ich immer noch 90 Minuten vor mir. Was wir heute machen wollen, ist, dass wir quasi den Sack zumachen – wobei das vielleicht falsch gesagt ist, da es immer Dinge gibt, die man später noch weiter studieren kann. Das habt ihr, denke ich, gemerkt. Aber wir wollen heute so ein bisschen auf die Zielgerade kommen und das zusammenfassen.
[2:32] Ich werde zunächst einmal heute noch das nachtragen, was wir heute Morgen nicht geschafft haben: die unmittelbaren Jahre nach 538, warum wir selten etwas darüber hören, warum wir etwas darüber hören sollten und wie wir auf die damit verbundene Problematik vielleicht eingehen können. Dann möchte ich auch noch etwas über eine alternative Theorie zu 538 sagen oder eine zusätzliche, die es auch noch gibt, die sehr interessant ist und die man immer wieder hört.
[3:06] Dann wollen wir uns heute vor allem verstärkt der Frage zuwenden: Was haben wir jetzt eigentlich gelernt und wie hängt das mit Daniel und Offenbarung zusammen? Inwieweit kann man diese geschichtlichen Ereignisse, die wir uns erarbeitet und zum Teil rekonstruiert haben, mit dem Bibeltext tatsächlich in Verbindung bringen und wo bleiben dann vielleicht auch noch Dinge offen? Wenn wir die Zeit haben, möchte ich gerne am Ende die letzten Minuten nutzen, um ein bisschen auf die andere Seite der Zeitprophezeiung zu schauen: Was war dann, als die 1260, die 1290 und dann auch die 1335 Jahre sich erfüllt haben? Das vielleicht ganz am Ende, um das Ganze abzurunden und in den Sabbat hineinzuleiten.
[3:59] Ich werde jetzt am Anfang keine Fragemöglichkeit geben, sondern vor oder nach der Pause, aus dem einfachen Grund, weil ich jetzt gerne das von heute Morgen abschließen möchte. Dann haben wir alles zusammen und dann ist es sinnvoller, die Fragen zu stellen, bevor wir in den zweiten Teil gehen. Lange Rede, jetzt wollen wir beginnen. Wenn es euch möglich ist, lade ich euch ein, mit mir niederzuknien.
[4:38] Lieber Vater im Himmel, du hast uns von Herzen lieb und das merken wir immer und immer wieder. In allen schönen Momenten des Lebens, auch in den herausfordernden, bist du immer bei uns, du trägst uns und du führst uns. Du schenkst uns schöne Dinge und du stärkst uns auch dann, wenn es uns nicht gut geht. Wir danken dir so sehr für die vielen schönen Erlebnisse, die wir bei dieser Kurzbibelschule haben durften. Herr, lass das in unserem Herzen ganz fest als Entschluss reifen, dass wir das mitnehmen nach Hause, dass wir uns mit deinem Wort, mit deinem Charakter, mit deiner Prophetie beschäftigen, dass wir uns mit viel Freude das aneignen, was du uns Stück für Stück zeigen möchtest. Und dass wir nie vergessen, dass die beste Kurzbibelschule immer die ist, die wir am Morgen in der Morgenandacht bei dir haben können. Wir möchten dich jetzt bitten, dass du in den kommenden Minuten bei uns bist, dass du unser Lehrer bist, dass du uns Weisheit schenkst und dein gutes Urteilsvermögen und dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[5:55] Ich wollte noch eine Sache kurz sagen, weil das heute beim Heinz auch in der Fragezeit kurz aufgekommen ist und ich das auf jeden Fall noch einmal betonen wollte: Nichts von dem, was wir besprochen haben in dieser Woche, ist notwendig, um erlöst zu werden. Nichts davon. Gott wird nicht im Untersuchungsgericht testen, wie viel wir über 538 wussten. Ist euch das bewusst? Man kann gerettet werden, ohne eine einzige Folie davon gehört und verstanden zu haben. Man kann auch verloren gehen, auch wenn man alles von dem, was wir besprochen haben, versteht und rückwärts wiedergeben kann.
[6:42] Vielleicht fragt ihr euch dann: Warum machen wir denn das? Nun, vielleicht wisst ihr, es gibt eigentlich relativ wenig, was notwendig ist für die Erlösung. Nicht einmal der Kreuzestod Jesu ist eine notwendige Information für die Erlösung. Abraham wusste nichts von einem Kreuz und die Indianer im 7. Jahrhundert vor Christus wussten nicht einmal etwas von einem Messias, und einige von denen werden trotzdem im Himmel sein – ihr wisst, Römer 2. Die einzige Bedingung, um gerettet zu werden, wisst ihr, welche das ist? Johannes 3,16: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ein ewiges Leben hat.“ Glauben ist die einzige Bedingung.
[7:36] Glauben bedeutet jetzt aber in Römer 1,17: „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ Und Jesus sagt in Matthäus 4,4: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.“ Was immer Gott zu uns spricht, ist für uns. Und wenn ein Indianer im 6. Jahrhundert vor Christus im mexikanischen Urwald durch den Heiligen Geist und durch Beobachtung der Natur versteht, er sollte seine Frau nicht betrügen und er sollte beim Nachbarstamm nichts stehlen, und er tatsächlich anders als seine Kompanen wirklich auf die Stimme Gottes hört, dann lebt er aus Glauben oder er lebt aus dem, was Gott ihm gesagt hat. Mit anderen Worten: Wenn jemand nur so viel weiß, aber er glaubt das von Herzen und zeigt das durch sein Leben, wird er gerettet.
[8:31] Und wenn jemand so viel weiß und sich dann denkt: „Na ja, der andere kommt mit so viel durch, nicht wahr? Wenn ich jetzt ungefähr 60 % von dem umsetze, da bin ich ja locker im Himmel, oder?“ Seht ihr? Es geht nicht um die Menge, es geht nicht um die Quantität, es geht immer darum: Was zeigt Gott mir und was ist mir möglich? Ich glaube, an der Stelle ist es interessant, sich Gedanken zu machen: Was hat Gott mir offenbart? Ich glaube, für den einen oder anderen von uns ist die biblische Prophetie schon sehr wichtig, weil wir sie verstehen können. Es gibt Menschen, die können sich das nicht merken mit den Daten, es gibt Menschen, die können sich das merken. Wusstet ihr, dass Ellen White gesagt hat, zur Zeit, als sie Kind war, konnte sich jedes Kind merken, wie man 1844 ausrechnet? Die liebten halt die Botschaft. Ich glaube, manchmal fehlt es uns nicht immer nur an Verständnis, manchmal fehlt es uns vielleicht ein bisschen auch an der Liebe zur Botschaft, uns auch mit den Details ein bisschen zu beschäftigen.
[9:44] In diesem Sinne glaube ich, verstehen wir, warum wir das hier machen. Mir war es einmal wichtig, diese Sachen gründlich darzulegen, weil als Evangelist habe ich immer die Sache, dass ich Daniel mache, Offenbarung mache, ich komme dann zu den Versen in Daniel 7, in Offenbarung 11, 12, 13 und dann sage ich so mit drei, vier Folien ganz gedrängt, was da ungefähr gewesen ist. Und kennt ihr das? Dann sagt der Sprecher immer: „Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit dafür, das zu erklären.“ Da haben wir jetzt leider nicht die Zeit dafür, deswegen müssen wir da schnell drüber gehen. Mein Ansinnen war einmal, in dieser Kurzbibelschule die Zeit dafür zu haben, das mal so richtig gründlich anzuschauen, dass man das später noch einmal nachvollziehen kann.
[10:31] 508, 538, der Aufstieg des Papsttums. Wir sind dort gewesen. Wir haben uns heute Vormittag die Zeitleiste angeschaut. Also 536, 537: Ihr erinnert euch, die Geschichte mit dem Agapetus, der vom Ostgotenkönig nach Konstantinopel gesandt wird, der dort empfangen wird mit höchsten Ehren, der dann etwas tut, was es in 500 Jahren Kirchengeschichte nie gegeben hat und das auch als solches gewürdigt wird und sogar zu den Akten genommen wird. Er setzt den Anthimos einfach ab, obwohl der Kaiser das nicht will, und weiht stattdessen den Mennas. Er stirbt in Konstantinopel, wird mit Trauerfeierlichkeiten betrauert, wie es noch nie für einen Kaiser oder Bischof jemals der Fall gewesen ist. So sagt ein Augenzeuge in diesem Dokument, das ich euch gezeigt habe.
[11:29] Und dann geht diese ganze Intrige los: Wer wird jetzt der neue Papst? Theodahad wählt seinen eigenen Mann in Silverius, und dann kommt der Vigilius, und dann ziehen die Goten ab von Rom und kommen dann wieder mit großer Belagerung. Der Silverius wird abgesetzt durch Belisar, Vigilius zum Papst gewählt, der offensichtlich der Wunschkandidat von Agapetus und von Justinian gewesen ist. Der ist derjenige quasi, der jetzt in der Tradition von diesem Agapetus steht, dessen Machtfülle quasi übernimmt, und die Ostgoten brechen 538 dann nach einem Jahr die Belagerung Roms ab. Bis dahin sind wir heute gekommen.
[12:12] In der adventistischen Diskussion geht man immer bis dahin. Was mir aufgefallen ist, weil wir halt immer nur dieses Datum kennen und wissen, der Justinian gibt jetzt die Macht an den Papst und so weiter, dann stellen wir uns immer vor, dann ziehen die Ostgoten ab und dann nimmt der Papst seine Macht und jetzt geht’s los und dann fängt er an, so richtig durchzuregieren und zu verfolgen und so weiter. Das steht manchmal sogar in unseren Publikationen, so dass der jetzt so loslegt und so richtig mächtig ist und so weiter. Die meisten haben wohl nie die Jahre danach sich angeschaut. Die Geschichte ist nämlich komplett anders, und das will ich euch heute jetzt kurz zeigen.
[13:01] Die Goten sind natürlich 538 noch nicht besiegt. Sie ziehen sich ja nur von Rom zurück, aber es gelingt Belisar in den kommenden Monaten bis 540 tatsächlich, die Ostgoten fast aus ganz Italien zurückzudrängen. Dann im Nordosten haben sie so ihre letzten Widerstandsnester bei Ravenna, und als Belisar 540 in Ravenna – also wo der König ja eigentlich seinen Sitz hat – einmarschiert, ist der Krieg eigentlich kriegsjuristisch zu Ende. Die bis dahin regierenden ostgotischen Könige werden auch später von Ostrom anerkannt. Also in Ostrom sagt man: Alles, was bis 540 gewesen ist, das waren legitime ostgotische Könige. Und dann haben wir sie besiegt und dann haben wir das Land übernommen.
[13:56] Was dann allerdings passiert ist: Die Römer, also die Oströmer, die kriegen das Land Italien nicht so richtig in den Griff, und die Ostgoten sind sehr unzufrieden, wie sie behandelt werden von den Römern. Intrigen und alles Mögliche – müssen wir uns jetzt nicht im Detail anschauen. Jedenfalls kommt dann die Macht bei den Ostgoten in die Hände eines wirklich fähigen Mannes namens Totila. Und Totila beginnt so einen Partisanenkrieg, einen Rückeroberungskrieg im Grunde genommen, und der dauert Jahre. Das heißt, nicht das Imperium schlägt zurück, die Ostgoten schlagen zurück, und zwar richtig massiv. Und das dauert jetzt ziemlich lange, das dauert jetzt fast 14 Jahre.
[14:42] Und dieser gesamte Ostgotenkrieg ist so brutal, ist so heftig, dass im Grunde genommen am Ende alles, was eigentlich in Italien Antike gewesen ist, ausgelöscht ist. Es gibt lange die Diskussion mittlerweile, inwieweit Antike/Mittelalter: War das jetzt so ein Bruch oder mehr eine Transformation? In Italien ist es ein totaler Bruch. Das ist alles dem Erdboden gleichgemacht. Ich habe euch ja schon gesagt, es war ja ohnehin eine furchtbare Zeit: Kälteeinbrüche, kaum Sonnenlicht, die Justinianische Pest, die jetzt auch noch durch das Reich geht, und dann dieser jahrelange Abnutzungskrieg, in dessen Folge viele Eliten Italiens ausgelöscht werden. Der Totila schafft es fast, wieder Italien komplett unter seine Hand zu bekommen, und das endet erst dann 14 Jahre später im Jahre 555.
[15:38] Es kommt dann ein weiterer General, irgendwann ist Belisar einfach auch der, der schafft es da nicht mehr, und der Justinian sendet noch einen anderen, einen Eunuchen sogar, Narses. Das ist ein persischer Eunuch, schon irgendwie glaube ich 80 Jahre alt oder so, und der schafft es als General dann letztlich, die Ostgoten auszumanövrieren, zu besiegen, und dann sind die Ostgoten völlig aufgerieben. Jetzt kann man sich die Frage stellen: Sind die Ostgoten also erst 555 ausgerissen? Und das ist wohl auch die realistischere Sache. Auf jeden Fall kann man nicht das Jahr 538 nehmen, oder anders gesagt: Man kann nicht das Ausreißen der Ostgoten als Anfangspunkt 538 nehmen, weil 538 sind die Ostgoten nicht ausgerissen worden. Wenn dann könnte man argumentieren, dass sie 540 eigentlich schon juristisch besiegt waren.
[16:38] Tatsächlich ist das auch eine Option, die in der Geschichte durchaus dargestellt wird. Der Jordanes, der war ein Zeitgenosse, der lebte in der Zeit, und der schreibt eine Geschichte der Goten am Ende dieses Krieges, aber er lässt den Krieg nur bis 540 gehen, weil auch er der Meinung war, 540 war der Krieg eigentlich vorbei. Das andere war dann halt sozusagen nur noch die Nachwehen, aber da kann man sich jetzt drüber streiten. Auf jeden Fall, was man manchmal bei uns liest: „Drei Hörner werden ausgerissen. Wenn das Dritte ausgerissen ist, dann gehen die 1260 Jahre los.“ Das geht nicht ganz so auf. Die Ostgoten sind sicherlich erst, egal ob 540 oder 555, danach ausgerissen worden. Es gibt viele Kennzeichen in Daniel 7 über das Papsttum, aber nicht alle Kennzeichen spielen direkt auf das Jahr 538 an.
[17:31] Sondern wie wir heute gesehen haben – und das werde ich ja nachher noch einmal kurz wiederholen – glaube ich, gibt es ein entscheidendes Kennzeichen für das Jahr. Was ist mit Rom? Im Zuge dieses Rückeroberungskrieges wird Rom erneut belagert. Habt ihr das gewusst? Rom wird noch mal belagert von den Ostgoten, und diesmal erobern sie die Stadt. Es kommt zu einer schweren Hungersnot in der Stadt. Mittlerweile leben da nicht mehr viele tausend Menschen. Also Rom war zur Zeit von Augustus die größte Stadt mit einer Million, zur Zeit Anfang des 6. Jahrhunderts lebten dann noch so 100.000. War schon extrem geschrumpft. Konstantinopel war schon fünfmal so groß, aber jetzt ist es fast eine Gespensterstadt. Und 546 fällt die Stadt wieder in die Hände der Ostgoten. Okay, ist also wieder weg, und die Stadt ist jetzt quasi leer.
[18:25] Die Stadt ist leer, da lebt quasi niemand mehr. Das ist eine riesige antike Stadt mit Ruinen. Und der Totila denkt sich: „Was sollen wir denn mit dieser riesigen Ruinenstadt?“ Wir schleifen jetzt die Mauern. Er fängt an, die Stadt zu schleifen, stoppt dann aber. Und der Belisar, der General von Justinian, der schafft es dann in einem Handstreich, als Totila gerade woanders ist, das quasi leere Rom noch mal zu erobern, errichtet dann ein paar Barrikaden und besetzt mit 3000 Soldaten diese riesige Stadt. Ja, gibt’s jetzt Kampf um das leere Rom sozusagen. Die Ostgoten kommen wieder, greifen wieder Rom an. 549, dritte Belagerung der Ostgoten von Rom. Also seht ihr, das geht hin und her, und da befinden sich jetzt 3000 oströmische Soldaten quasi dort, die dort hausen, und 550 fällt Rom schon wieder an die Ostgoten, wieder durch Verrat. Das sind meistens die sogenannten Isaurier. Das sind keine Dinosaurier, Isaurier. Das sind ein Volksstamm in Kleinasien, ziemlich robuste Leute, die für Ostrom kämpfen, aber deren Treue oft so ein bisschen... die lassen sich dann leicht bestechen und dann verraten die immer. Und jetzt erobert Totila die Stadt zum zweiten Mal und will jetzt aber Leute dort ansiedeln, weil er denkt: „Ja, Rom ist doch auch eine tolle Stadt, warum sollen wir die jetzt so leblos lassen?“ Und 552 wird die Stadt erneut zurückerobert, und zwar durch den Narses, und dann bleibt es in römischer Hand.
[20:02] Also, wenn ihr gedacht habt, die Ostgoten sind 538 weg: Nein, nein, nein. Die kommen noch zweimal noch in die Stadt, und die Stadt ist eigentlich komplett menschenleer. Vielleicht fragt ihr euch ja: „Moment mal, aber wo ist dann der Papst? Wo ist der Papst, wenn die Stadt menschenleer ist?“ Ja, der ist dann nicht mehr in Rom. Der wird 545 mit einer militärischen Eskorte aus Rom nach Konstantinopel gebracht. Man kann sich drüber streiten: Der Papst hat das als Demütigung empfunden, so nach dem Motto: Man hat ihn quasi gekidnappt. Der Justinian wird gesagt haben: „Wir haben dich gerade gerettet vor den heranstürmenden Ostgoten, haben dich gerade noch so in Sicherheit gebracht.“ Aber so ganz friedlich war das nicht, denn der Papst wird jetzt in Konstantinopel festgehalten, weil der Kaiser etwas von ihm möchte.
[21:04] Justinian hat einen Plan, und zwar soll der Papst zustimmen. Ja, jetzt ahnt ihr schon wieder, nicht wahr? Wenn ein oströmischer Kaiser einen theologischen Plan hat, dann wird’s wahrscheinlich gleich wieder kompliziert, nicht? Komplizierte Begriffe und irgendwelche komischen Dinge, von denen wir noch nie was gehört haben. Jetzt kommt’s: die „Drei Kapitel“. Schon mal davon gehört? Die Drei Kapitel. Der Justinian hat natürlich immer noch das Problem, dass obwohl er Chalkedon-treu ist und Rom treu ist, dass in seinem eigenen Reich, in Ägypten, natürlich die Monophysiten – die sagen, Jesus ist vor allem nur Gott und nicht Mensch – immer noch da schalten und walten und sich nicht richtig integrieren lassen. Und auch in Syrien gibt es etliche, und er überlegt sich: „Wie kriege ich die nur irgendwie wieder integriert?“ Ja, also im Grunde genommen genau das schon, was ein paar Jahrzehnte vorher mit diesem komischen Henotikon geschehen sollte.
[21:59] Aber Justinian hat eine neue Strategie. Er sagt: „Wie schaffe ich es, die beiden Parteien miteinander zu versöhnen? Ich hab’s. Ich suche einen gemeinsamen Feind. Wir müssen ein gemeinsames Feindbild aufbauen, etwas, was die in Rom und im Westen, die Chalkedon-Anhänger, nicht mögen und was die Monophysiten auch nicht mögen, und dann kriegen wir sie vielleicht zusammen.“ Und dann überlegt er kurz und stellt fest: Was beide nicht mögen, das sind die Nestorianer, die schon 431 auf dem Konzil von Ephesus verurteilt worden sind. Also, wenn ihr euch vorstellt, die Position von Rom ist sozusagen im Zentrum, ja, im Sinne von: Jesus ist Gott und Mensch, dann sind die Monophysiten irgendwie ziemlich weit links und sagen, Jesus ist nur Gott und quasi fast gar nicht Mensch. Und da gibt’s viele Zwischenpositionen natürlich. Und die Nestorianer, die tendieren mehr so auf die andere Seite. Ja, die betonen vor allem die Menschlichkeit. Das ist so ein bisschen die Schule von Antiochia. Da war man sehr rational, da hat man auch mal ein bisschen Bibelkritik betrieben. Es war so sehr sachlich und historisch. Nestorius.
[23:10] Und jetzt sucht sich der Justinian drei Theologen aus der Vergangenheit aus, die schon alle gestorben sind, aus dem 5. Jahrhundert, die eigentlich mit Nestorius so gar nichts zu tun hatten, die allerdings auch, sagen wir, eher so auf dem Spektrum ein bisschen da gewesen sind und denen man jetzt unterschiebt, sie wären Nestorianer gewesen, und die man jetzt verdammen soll: Ibas von Edessa, Theodoret von Kyros und besonders schön: Theodor von Mopsuestia. Übrigens ganz, ganz, ganz interessanter Theologe, aber das nur so am Rande. Und jetzt ist Justinians Plan: Wenn ich den allen verkaufen kann, dass das drei Nestorianer waren und wir uns alle einigen, dass wir deren Bücher verdammen, vielleicht kommen wir alle wieder zusammen. Das war so der Plan.
[24:02] Das Problem ist: Vor allem in Rom denkt man sich: „Das sind gar keine Nestorianer, das sind doch eigentlich gute Leute. Warum sollen wir die jetzt quasi als Bauernopfer da geben, nur wegen der Politik?“ Und die so am linken Rand, die Monophysiten, die riechen auch: „Das ist wieder nur so eine komische Strategie.“ Na ja, der Justinian hat jetzt den Papst in Konstantinopel. Der Papst kann ja momentan noch nicht nach Rom, weil in Rom ja quasi alles zusammengebrochen ist. Und er versucht den Papst jetzt zur Zustimmung zu zwingen: „Bitte stimme doch zu, dass wir diese drei Theologen...“ Deswegen sagt man „die Drei Kapitel“, weil es von jedem Theologen ein Buch oder ein Abschnitt oder das ganze Lebenswerk sein soll, das verdammt werden soll.
[24:47] Also die „Drei Kapitel“ meint diese drei Theologen, und der Justinian, der bearbeitet den Papst: „Mach doch, irgendwie, können wir das nicht irgendwie durchdrücken?“ Und Vigilius hat tatsächlich dann 547 geheim zugestimmt, aber nur geheim und gesagt: „Bitte sag niemand, ich stimme geheim zu, aber das traue ich mir nicht öffentlich zu sagen, da kriege ich ja Probleme zu Hause.“ Er weigert sich beharrlich öffentlich gegen diese drei Kapitel zu sprechen. Diese Episode der Kirchengeschichte nennt man den „Drei-Kapitel-Streit“. Okay, aber der Justinian lässt nicht locker. Der hat ihn ja jetzt jahrelang in Konstantinopel und bearbeitet ihn und drängt ihn und drückt ihn.
[25:33] Und dann kommt es 553 zum Zweiten Konzil von Konstantinopel, und dort macht man Folgendes: Man verurteilt die Drei Kapitel als angeblich nestorianisch, aber um einen Kompromiss zu machen, sagt man: „Es waren keine Häretiker. Es war zwar falsch, aber sie sind keine Häretiker.“ Ja, das so versucht man irgendwie es allen recht zu machen. Und der Vigilius, der stimmt nicht zu, erst einmal. Und die Diplomaten von dem Justinian, die alle Winkelzüge und Schachzüge, die sie einsetzen können, versuchen ihn auszumanövrieren, und irgendwann haben sie einen guten Plan: Sie nehmen seine geheime Zustimmung, die sie schriftlich haben, und lesen sie einfach laut vor. Jetzt ist der Papst blamiert. Jetzt muss er sich auch öffentlich dazu bekennen. Er nimmt zwar nicht am Konzil offiziell teil, aber er tut jetzt offiziell diese Verurteilung der Drei Kapitel gutheißen. Und jetzt darf er nach Rom zurück. Mission erledigt.
[26:38] Im Westen ist man völlig von den Socken: „Wie kann der Papst aus solchen Gründen drei unbescholtene Theologen verurteilen?“ Ja, das führt dann dazu, dass sogar viele italienische Bischöfe sich vom Papst wieder abwenden. Ja, also ziemliches Desaster. Und aus dieser Zeit kommen die ganzen Quellen über die Einsetzung von Vigilius 537/536. Deswegen sagen die Leute, als der damals eingesetzt worden ist, dass das bestimmt die Theodora war, die hat das alles schon von langer Hand vorbereitet. Ja, das ist so die Verschwörungstheorie, die dann kommt, wo wir heute gesehen haben, das ist natürlich wahrscheinlich Quatsch. Daher kommt quasi dieser Twist in den Quellen, weil man jetzt das schon gesehen hat und jetzt im Nachhinein überlegt: „Dann muss der von Anfang an irgendwie ein Häretiker gewesen sein oder so.“
[27:33] Und jetzt ist die große Frage: Was machen wir denn damit? Ja, also wir können auf jeden Fall nicht die Geschichte erzählen: „538 hat der Papst diese ganze Machtfülle bekommen und dann legt er los.“ Er legt sich vor allem selbst aufs Bein erst einmal, fällt auf die Nase. Und da ist, glaube ich, jetzt ein Gedanke sehr entscheidend, den ich schon bei 508 ein bisschen versucht habe zu entwickeln. Gut, versucht gut mitzudenken: Diese persönliche Demütigung des Papstes – also der Vigilius ist sicherlich einer der schwächsten Päpste der Spätantike, mit Sicherheit – diese persönliche Demütigung des Papstes beweist allerdings interessanterweise, wenn man genau drüber nachdenkt, welche strukturelle Macht das Papsttum als Instanz besaß. Ich versuche das kurz zu erklären.
[28:26] Der Justinian braucht jetzt zwingend die päpstliche Zustimmung. Also, wenn wir uns ein paar Jahrzehnte zurückversetzen, so Anfang des 6. Jahrhunderts oder in die Mitte des 5. Jahrhunderts, und ein Kaiser in Ostrom jetzt irgendwas entscheiden will: Hat da irgendjemand mal den Papst gefangen genommen und versucht, den Papst zu bearbeiten? Überhaupt gar nicht. Das wäre ihm doch vollkommen egal gewesen, was der Papst sagt, weil wir machen in Ostrom unser eigenes Ding. Oder die Tatsache, dass der Justinian auf Gedeih und Verderb diese Unterschrift von dem Vigilius braucht, auch wenn er sie ihm quasi sozusagen durch Bedrohung und durch Einschüchterung und Bestechung so abzwingt: Er braucht diese Unterschrift, weil er sich jetzt an dieses Institution-Papsttum gebunden hat.
[29:18] Das heißt, obwohl der Inhaber des Amtes ziemlich schwach ist und sich unter... umfällt, zeigt das: Der Justinian kann jetzt nicht mehr ohne Papsttum. Er braucht das Papsttum, ansonsten kann er nicht weitergehen. Und das zeigt, dass obwohl der Papst schwach ist, jetzt seit 538 das Papsttum als Institution, das quasi die Unterschrift gibt, das ist unerlässlich. Das kann jetzt nicht mehr ignoriert werden. Und das war natürlich wenige Jahrzehnte komplett anders. Und das zeigt tatsächlich, dass obwohl diese Geschichte auf den ersten Blick... und das ist jetzt der entscheidende Punkt, den ihr euch vielleicht... dass ich am Anfang am Sonntagabend erzählt habe, ja, wie der Kaspar, dieser große Papstgeschichtsexperte, gesagt hat: „Diese Geschichte hier ist der Tiefpunkt der Papstgeschichte.“
[30:11] Ja, und das... also wenn man jetzt quasi Papstgeschichte definiert: guter Papst, schlechter Papst, mächtiger Papst, schwacher Papst, standhafter Papst, komischer Papst, ja, dann ist Vigilius mit Sicherheit so da ganz unten, ne? Aber wenn man sich die Papstgeschichte als Struktur vorstellt: Wann hat das Papsttum welche Autorität? Dann haben der Gelasius, der so mächtig gepredigt hat, ja, und der Leo mit all seiner ganzen Wortgewalt, haben die nicht ansatzweise die strukturelle Macht gehabt, die der Vigilius hat. Ja, Leo und Gelasius, die haben in kühnsten Worten die Papsttheorie verkündet und in Ostrom hat man gesagt: „Lalalalala, interessiert uns gar nicht. Ihr könnt reden, was ihr wollt.“ Aber jetzt sagt der mächtigste Mann der Welt, der wartet jahrelang, der tut sich quasi das Gehirn ausbrüten: „Wie kriege ich den dazu? Ich brauche seine Unterschrift. Ja, ich brauche sie unbedingt.“
[31:10] Und so ist das Papsttum strukturell nicht mehr zu ignorieren. Das ist sozusagen jetzt oben an der Spitze der Kirche. Wir behaupten prophetisch nicht, dass die Päpste alle mächtige Leute sind im Sinne von persönlicher Macht oder persönlich so Durchsetzungskraft. Ja, was wir behaupten ist, dass die Institution des Papsttums jetzt sozusagen die leitende Rolle hat. Und das ist ein wichtiger Unterschied. Und das Problem in der Geschichtsschreibung ist oft, dass die Papstgeschichte immer nach einzelnen Päpsten so strukturiert wird. Und ich habe damals in meinen Arbeiten immer wieder die Frage aufgeworfen: Papst oder Papsttum? Punkt. Weil die antichristliche Macht in der Bibel ist nicht ein einzelner Papst, das Papsttum als Institution.
[31:59] Also das so als Idee dazu. Möchte ganz kurz noch auf einen Gedanken hinweisen, den man in den letzten Jahren vermehrt hört. Und zwar hat es vor einigen Jahren einen sehr eifrigen adventistischen Forscher gegeben. Sein Name ist Hady Hakes. Vielleicht habt ihr von ihm gehört. Er hat mehrere Bücher geschrieben, wo er viele Quellen so für 508, 538 gesammelt hat, weil er auch diese Fragen hatte. Ja, wollte da auch weitergehen, also sehr löblich, dass er sich da mit beschäftigt hat. Und er ist auf diese Sache hier gestoßen, und im Zuge dessen hört man jetzt immer wieder vermehrt auch, dass wir vielleicht eher dieses Ereignis hier für 538 heranziehen sollten. Und zwar geht es dabei um die dritte Synode von Orléans. Das wird nur ganz kurz uns jetzt beschäftigen, aber dass ihr das mal gehört habt.
[32:49] Erinnert euch, der Chlodwig war getauft worden und hatte dann 511 die erste Synode im Frankenreich angesetzt. Da gab’s noch eine zweite, und jetzt im Jahre 538 die dritte Synode hier im Frankenreich. Und da kommen tatsächlich... ist also nicht nur so ganz klein, da kommen aus mehreren Kirchenprovinzen aus dem Frankenreich und aus Burgund kommen Leute zusammen, aus Lyon, Vienne und so weiter. Sie wird von 19 Bischöfen unterschrieben, und sieben Bischöfe sind nicht da, die werden dann vertreten von Priestern. Der entscheidende Punkt ist also erst einmal: Es ist trotzdem relativ regional, also kein Konzil für die gesamte Kirche, sondern das ist, wenn ihr das jetzt vergleichen wollt, eher so wie die Unions-Delegiertenversammlung, ja, nicht die Generalkonferenz. Ja, etwas, was die Unionsdelegierten-Tagung beschließt, gilt noch nicht automatisch für die ganze Weltkirche. Ja, das ist so erst das Verhältnis.
[33:49] Aber schauen wir uns ganz kurz an, was dort steht. Da gibt es nämlich einen Kanon, den Canon 28, der hier interessant ist. Da habt ihr die Ausgabe hier von Mansi. Das ist der 28. Kanon, aber den lese ich jetzt euch hier auf Deutsch vor. Und zwar steht dort: „Während die Menschen überzeugt sind, dass sie am Tag des Herrn...“ – was meint Tag des Herrn? Sonntag. – „...und als das der Hady Hakes gefunden hat, war natürlich: Hier gibt’s im Jahre 538 einen Kanon über den Sonntag.“ Das ist interessant, oder? „...dass sie am Tag des Herrn mit Pferden, Ochsen und Wagen weder reisen dürfen oder etwas zum Essen vorbereiten oder etwas tun dürfen, das der Sauberkeit von Häusern oder Menschen dient, also sauber machen, ja, oder waschen, haben wir festgelegt, dass das, was bisher am Tag des Herrn erlaubt war, erlaubt ist, aber wir haben uns entschieden (censuimus), dass man von der Feldarbeit, das heißt vom Pflügen, Weinstock bearbeiten, Ernten, Mähen, Dreschen, Dornen und Hecken beschneiden, Abstand nehmen soll, damit das Volk eher zu den Kirchen kommt und Zeit fürs Gebet hat.“
[35:03] „Wenn aber jemand bei den oben genannten Werken ertappt wird, dass du am Sonntag deine Hecke beschneidest oder dreschst oder den Weinstock bearbeitest oder pflügst, wie soll er dann korrigiert werden? Die Strafe soll nicht durch die Strenge eines Laien, das heißt durch weltliche Beamte, sondern durch die Züchtigung eines Priesters erfolgen.“ Interessant, oder? Und Hady Hakes und einige nach ihm haben jetzt das so gelesen, dass sie gesagt haben: „Hey, hier haben wir ein Sonntagsgesetz im Jahre 538 und definitiv, es ist ein Gesetz über den Sonntag.“ Ganz, ganz klar. Und die Frage ist jetzt, welche Bedeutung das hat. Ist das jetzt sozusagen... oder wenn es heißt, die Strafe soll nicht durch die Strenge eines Laien, sondern durch die Züchtigung eines Priesters erfolgen, dann hatte Hady Hakes daraus geschlussfolgert, dass das bedeutet, dass jetzt die Kirche über dem Staat stehend die Leute einfach alle bestrafen kann, dass quasi jetzt die Kirche die Zügel des Staates in die Hand nimmt mit diesem Sonntagsgesetz.
[36:17] Ich würde sagen, vielleicht, wenn ich mir den Text genau anschaue, bin ich mir nicht ganz sicher, ob der so revolutionär ist, weil wenn wir uns... wenn ihr den Text noch einmal genau lest, dann geht es vor allem erst einmal darum, auch Dinge am Sonntag zu erlauben und nicht zu verbieten. Könnt ihr das sehen? Die Leute haben sogar eine strengere Sonntagsdisziplin als die Kirche. Das braucht... er sagt ja: „Die Leute, die wollen nicht mal reisen am Sonntag, wollen kein Essen vorbereiten, sich nicht waschen, nicht sauber machen, aber wir sagen: Hey, das könnt ihr ruhig alles machen, kein Problem.“ Das heißt, der Grundtenor des Kanons ist eigentlich so ein bisschen eher die Sonntagsruhe zu relativieren, wenn ihr wollt. Ja, aber die Feldarbeit soll verboten bleiben oder sein. Das ist jetzt eine interessante Frage: Tun die das zum ersten Mal verbieten oder tun sie das quasi nur einschärfen? Ja, am Anfang der Konzilakten wird gesagt, dass wir einiges einschärfen und auch einige neue Sachen aufstellen. Jetzt weiß man nicht genau: Ist das jetzt komplett neu oder gab’s das vorher schon, wird nur noch einmal eingeschärft?
[37:24] Es sieht aber so aus, als – zumindest lese ich das so, vielleicht habt ihr eine andere Lesart – dass hier der Punkt ist: Wenn jemand den Sonntag quasi übertritt und tatsächlich draußen arbeitet, soll er zwar nicht staatlich belangt werden, aber innerkirchlich gezüchtet werden. Innerkirchlich, also eine innerkirchliche Gemeindezucht sozusagen. Das ist eigentlich aus meiner Lesart noch etwas anderes, als wenn dann später im Mittelalter die Kirche den Staat bittet, jetzt die Häretiker zu bestrafen. Ja, es ist ausdrücklich eben nicht, dass der Staat das tun soll. Und deswegen würde ich persönlich jetzt – aber nur meine persönliche Meinung – sagen: Das ist eine interessante Sache, das sollte man so im Hinterkopf haben, vielleicht ergänzend dazu nehmen. Ich würde mich nicht trauen, allein aufgrund dieses Kanons das Jahr 538 als den Beginn der 1260 Jahre zu nehmen. Dazu ist das zu regional, zu unklar, wie neu das eigentlich ist. Und eigentlich ist das mehr so ein bisschen: „Lasst es uns nicht übertreiben, ja, aber falls jemand arbeitet, dann müssen wir gemeindeintern dafür irgendwie...“ Also das ist jetzt nicht so das typische Sonntagsgesetz, was wir so für die Endzeit erwarten oder so. Ja, also das nicht als Kritik, sondern einfach nur so als Einordnung.
[38:40] Ich glaube, es ist... wir sind gut beraten, wenn wir bei der traditionellen oder klassischen Geschichte von den Ostgoten und Vigilius bleiben und sie einfach ein bisschen genauer anschauen und verstehen, und das kann man immer noch so im Hinterkopf mit dazu haben. Aber ich würde Daniel 7,25 nicht allein auf diesen Vers... das trägt er nicht. Ja, das ist ein bisschen nicht weitreichend genug sozusagen. Genau. Also, bevor wir zur Pause schreiten, eine kurze Zusammenfassung dessen, was wir gesehen haben. Ja, so jetzt der Versuch, das alles in drei, vier Minuten zusammenzupressen.
[39:23] Im ersten Jahrhundert ist Rom die Vorzeigegemeinde. Paulus sagt: „Die ganze Welt... weiß von eurem Glauben, wird der ganzen Welt verkündigt.“ Eine tolle Gemeinde, die die beste, also die gründlichste Darstellung des Evangeliums bekommen hat. Im zweiten Jahrhundert wird immer deutlicher: Weil es die Hauptstadtgemeinde ist, schauen alle zu ihr auf, und schon dort fängt sie an mit dem Sonntag, mit heidnischer Philosophie. Da gehen schon Dinge in die falsche Richtung, relativ früh. Im dritten Jahrhundert sehen wir, wie sie anfängt, sich überall woanders einzumischen und innerhalb dieser verfolgten Kirche schon so ein bisschen das Haupt zu recken über die anderen.
[40:04] Aber dann kommt Konstantin, und Konstantin befreit das Christentum. Er schenkt auch Rom so manches, aber gerade keine Oberhoheit. Das sind andere Bischöfe, die für ihn wichtiger sind. Rom muss sich erst einmal so ein bisschen orientieren in der neuen Reichskirche. Und als dann Konstantinopel immer wichtiger wird und die Bischöfe in Konstantinopel argumentieren: „Hey, ihr wart Hauptstadt, wir sind auch Hauptstadt, nicht wahr?“, dann kommt dieser ewige Konflikt: Rom oder Konstantinopel, wer hat die Leitung? Und dann beginnt Damasus zu sagen: „Hey, wir sind die Kirche, zu der Jesus gesagt hat: ‚Du bist Petrus.‘ Und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.“ Und dann geht das los. Dann versucht man das zu argumentieren, dass die römische Kirche die Leitungsfunktion haben sollte. Ja, der Siricius fängt an, den Kaiser zu imitieren, und jetzt fängt man so in diese Kaiserrolle da so reinzuwachsen, weil die Kaiser nicht mehr in Rom sind. Innozenz ist dann so der erste richtige Papst, wie man sich so einen Papst vorstellt.
[41:04] Um die Mitte des fünften Jahrhunderts wird dann diese Theorie erfunden: Egal, ob der Papst gut oder schlecht ist, er ist immer der Nachfolger, der juristische Nachfolger von Petrus. Die Autorität von Leo in Glaubensfragen wird zum absoluten Maßstab bei dem Konzil in Chalkedon, um das es ja dann die nächsten 100 Jahre ständig geht, nicht? Ja, und es zeigt: Dogmatisch, theologisch ist dann schon Rom eigentlich auf der Höhe der Macht. Und diese Theorie wird immer weiter ausgefeilt, bis Gelasius sie so richtig mittelalterlich ausformuliert. Ja, also dann bei Gelasius ist die Papsttheorie komplett vollständig, aber zu der Zeit ist das weströmische Reich völlig zerbrochen. Der sitzt in den Ruinen Westroms und hat sich um sich herum nur noch arianische Königreiche, hat da keine Machtbasis mehr. Und im Osten ist er völlig... also vom Osten völlig getrennt durch dieses berühmte – jetzt könnt ihr schon fast mitsprechen – Akakianische Schisma, nicht wahr?
[42:06] Also die Theorie ist über 400, 450 Jahre angewachsen, aber jetzt, wo sie da ist, kann sie nicht umgesetzt werden. Und an dieser Stelle treten unsere Daten ein, denn durch die Taufe Chlodwigs, die eventuell, vermutlich, wahrscheinlich im Jahre 508 war, wird das Frankenreich katholisch und der Papst bekommt plötzlich eines der mächtigsten westeuropäischen Länder, so ein Regnum da in seiner Hand. Da kommen die Burgunder bald dazu, wie wir gesehen haben. Man hat den Chlodwig den „Steigbügelhalter des Papstes“ genannt. Und gleichzeitig wird durch diese Entscheidung von Theoderich, von der ich auch glaube, dass sie 508 rechtskräftig wurde, bestätigt, dass man einen Papst nicht richten darf. Also das, was Gelasius behauptet hat, wird jetzt auch staatlich anerkannt, auch wenn das natürlich im Laufe der Geschichte mal immer wieder auch nicht beachtet worden ist, aber das ist jetzt die staatliche Linie, die eigentlich durchgehalten werden soll.
[43:00] Und dann ist noch die Frage mit dem Osten, nicht wahr? Mit dem Osten, mit dem Akakianischen Schisma, und dann sehen wir, wie 536 der Vigilius dort den Bischof absetzt, einen anderen einsetzt und damit das, was drei Jahre zuvor Justinian schon gesagt hat, jetzt in die Tat umsetzt. Und jetzt ist tatsächlich der Papst real das Oberhaupt. Er sitzt noch in Konstantinopel, weil er dort ja das gerade tut, und dann stirbt er dort und sein Nachfolger kommt nach Rom. 537, da ist die Stadt gerade dann wieder belagert, und 538 ist er dort frei. Das heißt, wenn ich die Frage anders stelle: Wann hat es zum allerersten Mal einen Papst in Rom gegeben, der tatsächlich in der Praxis die Oberhoheit über alle Kirchen gehabt hat und sie jetzt – Achtung – potentiell frei entfalten könnte? Ist das zum ersten Mal im Jahre 538. Ja, zum ersten Mal. Dass das dann nicht immer so funktioniert und dass der dann die nächsten Jahre erst einmal auf die Nase fällt und Dinge falsch macht und ja, das darf uns nicht wundern. Das Papsttum hat nie... hat selten den Anspruch verwirklichen können, den es gehabt hat. Es gab immer auch Widerstände, oder?
[44:19] Eine wichtige Sache am Anfang noch: Ich bin gefragt worden gerade, welches Buch kann man lesen zu dem Thema? Gute Frage. Also, ihr könnt immer die Bibel lesen und immer Ellen White. Das ist nie verkehrt, ist immer richtig. Was die geschichtlichen Sachen angeht, muss ich ehrlich sagen: Ich kenne kein Buch, das diese Sachen so zusammenstellt, wie wir sie hier zusammengestellt haben. Das ist mitunter auch der Grund, warum ich das mache, damit es das mal gibt. In den meisten unserer Büchern ist das – wenn ich das ganz ehrlich sagen darf – oft nicht so gründlich abgehandelt. Das Beste, was ich gefunden habe, ist ein Unterrichtsmaterial von Roy Gane. Das liegt da bei uns in der Bibliothek. Das ist aber so für Theologiestudenten so als Syllabus. Da hat er eine ganze Menge von dem auch für 538, zumindestens. Das zu 508 gibt’s in keinem adventistischen Buch. Also, was wir jetzt mit Symmachus gemacht haben, das einfach, weil durch diese Datierungsfrage sich das noch nie jemand angeschaut hat. Und das war mein Anliegen, deswegen das mal einfach in die breite Welt zu präsentieren, damit jetzt auch dann andere sich das mal anschauen können und dann mal das beurteilen können.
[45:35] Heißt auf Deutsch: Wenn ihr es alles noch einmal nachlesen wollt, hört euch diesen Vortrag an. Und ich weiß nicht, vielleicht kann man das irgendwie machen, dass ich euch die Folien zukommen lasse. Da werde ich mal den Arthur fragen, wie wir das geschickt machen technisch oder so, oder vielleicht irgendwie über einen Link oder so, dass man die hochlädt. Das sind ja meistens nur Textfolien von mir. Das ist also ganz unproblematisch. Ah ja, Luise. Ich werde Luise fragen. Genau. Das kriegen wir schon hin. Dann habt ihr das noch einmal alles zum Nachlesen. Ein Buch schreiben? Ja, das ist vielleicht gar keine dumme Idee. Musst mir noch ein bisschen Zeit geben. Genau. Nee, aber also vorher würde ich das gerne... ja, also egal. Aber genau, dann gehen wir weiter.
[46:30] Müssen wir die Bibeltexte besprechen, und dann, wenn wir die Bibeltexte behandelt haben, dann werden wir noch eine ausführliche Zeit für Fragen gleich noch haben. Daniel 7, Vers 25. Es gibt sieben Texte in der Bibel, die von den 1260 Jahren sprechen. Daniel 7 hat ja mehr als zehn Kennzeichen für das kleine Horn, angefangen davon, dass es aus dem vierten Tier hervorkommt, bis hier zu Vers 25. Aber wie ich schon sagte, nicht alle Elemente sind ein Datierungsmarker sozusagen, wo man sagt: „Jetzt geht’s los.“
[47:11] Und wenn wir uns die Frage stellen vom Text her: Mit welchem Ereignis sollen denn die 1260 Jahre beginnen? Dann steht da nicht: „Ab dem Zeitpunkt, wo das Gesetz verändert wird.“ Dort steht nicht: „Ab dem Zeitpunkt, wo das dritte Horn ausgerissen wird.“ Dort steht nicht: „Ab dem Zeitpunkt, wo es aus dem römischen Reich hervorkommt.“ Dort steht letztlich: „Ab dem Zeitpunkt, wo sie in seine Gewalt gegeben werden“, in seine Hand, im Aramäischen. „Sie werden in seine Hand gegeben für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit.“ Und das Beste, was ich machen kann, ist – so wie ich das verstehen kann – ist, dass letztendlich das Papsttum die Autorität bekommt über die Christenheit. Das ist der Gedanke. Dann sind sie in seiner Gewalt, in seiner Hand.
[48:00] Wir haben das am Anfang schon gesehen. Offenbarung 11, Vers 2 bringt auch diese 1260 Jahre als eine Zertretung der heiligen Stadt. Und wir haben gesehen, das ist letztlich eine Parallele zu der Verwüstung des buchstäblichen Jerusalems 70 nach Christus. Könnt ihr euch daran erinnern? Jerusalem ist verwüstet worden. Die heilige Stadt Jerusalem wird jetzt 1260 Jahre lang zertreten. Das ist natürlich keine buchstäbliche Stadt, das ist die Stadt der Gemeinde, dass die Gemeinde Gottes letztlich da zertreten wird. Und das bedeutet auch, dass die Bibel in dieser Zeit schwer in Mitleidenschaft gezogen wird. Die zwei Zeugen, das wisst ihr, das Alte und das Neue Testament. Man kann auch von Gesetz und Propheten sprechen. Die beiden Zeugen werden ja in Daniel 11 so ein bisschen dargestellt wie Mose und Elia. Ja, sie haben Macht, das Wasser in Blut zu verwandeln und den Himmel zu verschließen. Mose, der Repräsentant des Gesetzes, Elia, der Repräsentant der Prophetie. Gesetz und Propheten sind ja auch quasi so der Überbegriff in der Bibel für die Bibel. Also in dieser Zeit ist es mit der Bibel sehr schwierig. Wie ihr wisst, das hängt natürlich damit zusammen, dass dann irgendwann die Kirche die Übersetzung in die Muttersprache verbietet, unterdrückt und dass es wenig Manuskripte gibt und all diese ganzen Geschichten.
[49:28] Und dann haben wir natürlich die wahre Gemeinde, die Frau, die in die Wüste flieht. Und da bin ich natürlich sehr dankbar gewesen, dass der Heinz immer in dem anderen Thema sich darauf konzentriert hat. Also wir haben hier so ganz strikt uns die Entstehung des Papsttums angeschaut, und wenn ihr dann euch gefragt habt: „Ja, wo sind dann die wahren Gläubigen?“, dann habe ich... weiß ich, habt ihr beim Heinz ja gesehen, da gibt’s die Iroschotten, da gibt’s die Waldenser, die sind da irgendwo. Aber ihr seht schon: So schwierig das ist, das mit dem Papsttum das so eindeutig in den Quellen festzumachen – weil ja es halt Geschichte ist und Leute verschiedene Quellen dann haben, also schreiben –, so viel schwieriger ist es überhaupt, die wahre Gemeinde dann zu greifen, nicht? Und vieles, was wir auch von den Iroschotten und von den Waldensern wissen, kommt ja auch erst aus dem Mittelalter.
[50:18] So, wenn man jetzt sich die Frage stellt: „Wo sind die wahren Gläubigen um 500?“, extrem schwierig da überhaupt etwas zu finden. Es gibt fast nichts, aber die muss es ja gegeben haben. Wir wissen immer wieder mal so aus Gesetzen der letzten römischen Kaiser, dass es die gibt. Dann gibt’s schon im Codex Theodosianus im 16. Buch, da gibt’s so ein Gesetz gegen die ganzen Häretiker, werden sie alle aufgezählt mit Namen. Zack, zack, zack, zack... Und ihr habt bei Heinz gelernt: Das sind alles so Labels, mit denen man sie... da kommen auch die Sabbat-Halter vor, ja, die gibt’s da im 5. Jahrhundert, ja, nur keiner weiß wo. Ja, weil natürlich jetzt der Kaiser in dem Gesetz nicht noch sagt: „Die Sabbat-Halter, die dort und dort und dort und dort und dort und dort wohnen, das hätten wir gern.“ Ja, wir wissen nur: Es gibt sie. Ja, sie ist halt in der Wüste der Gemeinde.
[51:10] Und so haben wir hier in Offenbarung 12, Vers 14 noch einmal dieselbe Geschichte: die Zeiten, zwei Zeiten, eine halbe Zeit, die Frau in der Wüste. Und dann haben wir Offenbarung 13, wo noch einmal deutlich wird: Diese 42 Monate haben damit zu tun, dass das Papsttum Macht bekommt. Aber ich glaube letztendlich, alle diese anderen Verse in Offenbarung basieren ja auf Daniel 7. Das heißt, wir müssen die 1260 Jahre in Daniel 7 verstehen, und alles andere sind dann zusätzliche Erklärungen, was in dieser Periode dann alles passiert mit der Bibel, mit der Gemeinde, mit der Wahrheit und so weiter. Aber um zu definieren, wann die beginnen, brauchen wir Daniel 7. „Sie werden in seine Hand gegeben.“ Das ist meine These, dass das der letztendliche Punkt ist. Und ich habe versucht darzustellen, dass tatsächlich, wenn wir das vom Bibeltext her argumentieren, das Papsttum beginnt die 1260 Jahre in dem Moment, wo die gesamte Christenheit in ihre Hand gegeben ist. Und wir die Frage stellen: „Wann gab es einen Papst in Rom, der zum ersten Mal diese Macht hatte und potentiell hätte nutzen können?“, dann sind wir genau im Jahre 538. Kein einziges Jahr vorher.
[52:26] Nun, der siebte Text ist natürlich der hier in Daniel 12: „Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Denn wenn die Zerschmetterung der Kraft des heiligen Volkes vollendet ist, so wird das alles zu Ende gehen.“ Da gibt’s also den Text, auf den Offenbarung 11 sich dann bezieht: Das Volk Gottes wird zertreten, es wird zerschmettert, es wird kaputt gemacht als Parallele zu der Zerstörung Jerusalems. Und diese Parallele wird ja in Daniel 12 weitergeführt, nämlich dass es ein anderes Ereignis gibt, das dieses ankündigt. Und das kommt nicht so oft in der Prophetie vor. Ja, Daniel, die 1260 sind präsenter, weil die das Hauptereignis sind. Aber es gibt diese Ankündigung in Vers 11: „Und von der Zeit an, da das Beständige beseitigt und der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird, sind es 1290 Tage“, also 30 Jahre früher. Da haben wir auch drüber gesprochen, dass dieser Gräuel der Verwüstung – Jesus schon davon gesprochen hat durch den Propheten Daniel: „Wer das sieht, fliehe, wer in Judäa ist.“ Und wir haben gesehen in der historischen ersten Erfüllung bei Jerusalem: Die Stadt, bevor sie zerstört wurde, gab es ein Anzeichen. Und dieses Anzeichen war jetzt – Achtung, gut zuhören – dass die Armeen... oder also grundsätzlich erst einmal, es war nicht genau dieselben Soldaten, aber Jerusalem sollte durch eine römische Armee zerstört werden, und als zum ersten Mal eine römische Armee am Horizont auftaucht, war das das Zeichen: „Jetzt kommt bald die Zerstörung“, und die Christen sind geflohen.
[54:05] Das noch einmal: Matthäus 24,15 und Lukas 21. Und wir haben damals gesehen: Es gibt den Gräuel der Verwüstung. Das ist die Ankündigung der Verwüstung, Zeichen für die Gläubigen zu fliehen. Und dann gibt’s die tatsächliche Verwüstung. Und dann haben wir gesehen oder sehen jetzt: Es gibt auch zwei Ereignisse in Daniel 12. Den eigentlichen Angriff auf das Evangelium und das Volk Gottes, die Zertretung der heiligen Stadt, die Zerschmetterung des heiligen Volkes, sie werden in seine Hand gegeben. Alle christlichen Kirchen in der Hand des Papstes ab 538. Ob der Papst das dann immer nutzt, ob er das immer macht oder ob manchmal auch seine Macht beschränkt wird durch die Reformation z.B. oder so, das ist eine andere Frage. Wir wissen, dass die 1260 Jahre nicht am Stück maximale Verfolgung waren. Ja, Ellen White sagt selbst im Großen Kampf, dass ungefähr 25 Jahre vor 1798 die Verfolgung fast aufgehört hat. Das ist also nicht so ein undifferenziertes, ständiges Dreinschlagen, das ist eine Periode, in der diese Verfolgung sehr stark ist, aber das hat natürlich Schwankungen.
[55:26] Wenn die Verwüstung selbst in einem geistlichen Angriff besteht, dann wäre mein Argument: Dann muss auch die Ankündigung der Verwüstung in einer geistlichen Sache bestehen. Ja, also so wie eine reale Armee am Horizont eine Zerstörung durch eine reale Armee ankündigt in Jerusalem, so kündigen auch geistliche Angriffe den letztendlichen geistlichen Angriff aus. Und das wäre so ein bisschen mein Punkt, mal drüber nachzudenken, ob 508 nicht auch von einem geistlichen Aspekt her zu deuten ist. Was genau soll geschehen? Wir haben ja gesehen in Daniel 12: „Von der Zeit an, da das Beständige beseitigt und der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird.“ Wenn also dieses Zeichen der baldigen Zerstörung, der baldige Zugriff Roms auf die gesamte Christenheit, wenn das angekündigt wird, dann wird auch das Beständige beseitigt. Und jetzt gibt’s natürlich in der Adventgemeinde diese Riesendiskussion: Was ist das Beständige? Wenn ich mich nicht irre, gab es vor vielen Jahren hier sogar mal bei der Kurzbibelschule eine ganze Reihe über das „Hatamid“. Das hat der Martin gemacht. Hat das auch einmal der Dennis Kaiser gemacht? Ah ne, der hat das woanders gemacht. Ja, aber der Martin wahrscheinlich auch gemacht. Ja, dann könnt ihr vielleicht da noch die alten Aufnahmen bekommen dazu, weil der Martin hat natürlich seine Doktorarbeit unter anderem darüber geschrieben. Ja, das sollten wir hier schon in Bogenhofen mal erwähnen. Tolle Arbeit, „Truth or Terror“ heißt sie.
[57:11] Ihr wisst vielleicht, es gibt bei diesem Beständigen, diesem täglichen („Daily“, wie die Amerikaner sagen), verschiedene Interpretationen. Der Miller glaubte, die Wegnahme des Täglichen, das würde sich auf Opfer beziehen, weil in vielen Bibelübersetzungen das Wort „Opfer“ hinzugefügt ist. Und so dachte Miller: „Na ja, im 6. Jahrhundert, da sind dann die heidnischen Opfer weggenommen worden.“ Ja, weil Miller sich vorgestellt hat, die Goten und so, die haben bestimmt heidnische Opfer gebracht und dann wurden die halt christlich. Das Problem ist natürlich, was Miller noch nicht so richtig durchdacht hatte: Die ganzen Germanen waren gar keine Heiden mehr. Ja, da wurde also gar nichts Heidnisches weggenommen im 6. Jahrhundert. Das ist so das Hauptproblem, weil 380 das gesamte römische Reich schon christlich war. Das Heidentum war verboten und die ganzen Germanen waren ja schon Arianer. Es gab aber Heiden, das waren die Franken. Ja, jetzt könnte man also sagen: „Ne, aber 508 waren die Franken ja noch heidnisch und dann sind sie... ist Chlodwig getauft worden, der Chlodwig, und dann sind sie katholisch geworden. Da wurde das Heidentum weggenommen sozusagen.“ Könnte man ja argumentieren, aber dann müsste man sagen, dass der Vers von dem Heidentum im Frankenreich spricht, weil selbst dann noch gab es Heiden im ehemaligen römischen Reich, nämlich in Britannien. Die Angeln und Sachsen waren immer noch Heiden. Also, man kann eigentlich nicht sagen, dass 508 das Heidentum weggenommen worden ist. Das macht historisch eigentlich keinen guten Sinn.
[58:39] Dann gibt es eine Minderheitenansicht, die man ab und zu mal gehört habe, dass das Beständige der Sabbat sei. Ja, weil der Sabbat ist halt immer da gewesen. Beständig. Ja, aber es ist glaube ich nicht so einfach zu argumentieren, dass jetzt 508 der Sabbat weggenommen werden soll. Ja, das ist also nicht so einfach. Aber die heute meist vertretene Theorie – und die Martin ja auch in seiner Doktorarbeit sehr klar belegt hat – dass nämlich das Beständige der Dienst Jesu im himmlischen Heiligtum ist. Der beständige Dienst Jesu, dass der weggenommen wird, das macht theologisch, biblisch, exegetisch vom Text unglaublich guten Sinn. Das Problem, das alle bisher auch immer haben, ist: Aber wie kann man das jetzt mit einem Datum verknüpfen? Ja, also man kann natürlich sagen, die katholische Kirche hat grundsätzlich über Jahrhunderte die Heiligtumslehre unterhöhlt, aber das war ja nun nicht genau im Jahre 508 zum ersten Mal oder so.
[1:00:29] Und dann haben wir hier noch in Daniel 11 noch ergänzend: „Es werden auch von seinen Truppen zurückbleiben und das Heiligtum, die Zuflucht, entweihen.“ Geht’s auch wieder um diese Entweihung des Heiligtums, ja, mit Truppen. Da kann man sich jetzt... da würde ich jetzt gar nicht aus Zeitgründen hineinsteigen in die Debatte: Ist Daniel 11 ab Vers 22 symbolisch zu deuten oder buchstäblich? Ist eine lange hermeneutische Debatte. Ich glaube, dass man ab Vers 22 dann eine geistliche Auslegung hat, aus dem simplen Grund, weil es in Daniel 11 um das Volk Gottes geht. Ja, das sagt Daniel 10, Vers 14, glaube ich, ist das ganz deutlich, dass Daniel 11 um das Volk Gottes sich dreht. Und mit dem Tod Jesu in Daniel 11, Vers 22 ist natürlich das Volk Gottes nicht mehr das buchstäbliche Israel, sondern das geistliche weltweit. Und dann muss natürlich auch der König des Nordens und der König des Südens nicht mehr buchstäblich sein, sondern geistlich, weltweit. Und dann ist die Frage: Was sind dann Truppen? Ja, sind das dann noch militärische Einheiten oder ist das etwas Geistliches?
[1:01:26] Ja, der Martin hat in seiner Doktorarbeit mal sehr gut dargestellt, dass dieses Heer, das dem Antichristen gegeben wird, das ist dieses Priesterheer. Ja, das sind die ganzen Priester, die jetzt quasi den kultischen, also den Heiligtumsdienst quasi unterminieren mit ihren Handlungen und so weiter. Die Frage ist jetzt: Wie können wir das verstehen? Und was ich euch jetzt versuche vorzutragen, ist natürlich erst einmal nur auch meine Gedanken. Ja, also das ist jetzt quasi frisch aus dem Backofen sozusagen, ja, ist so ein bisschen heiß. Bloß nicht einfach schlucken und denken, das ist jetzt die Lehre der Adventgemeinde. Ja, das ist... wenn ihr die Leute fragt, die sich damit beschäftigt haben, da tut jeder so ein bisschen... Aber ich glaube, dass die ganze Sache mit dem Symmachus interessanter ist, als wir das vielleicht in den letzten Tagen so durchdacht haben oder ihr das erst einmal vielleicht so wahrgenommen habt. Denn ihr erinnert euch: Dieser Symmachus behauptet ja, basierend auf Gelasius, dass er als Papst nicht gerichtet werden kann. Und wenn ihr euch an die Argumentation erinnert, dann wisst ihr ja, dass dieser Papst wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich sündig gewesen ist und trotzdem keine Verantwortung für seine Sünde übernehmen wollte. Er wollte einfach Papst bleiben, ohne sich zu entschuldigen, ohne Buße zu tun, ohne Verantwortung zu übernehmen, mit der Begründung, dass der heilige Petrus den sündigen Papst heiligt. Könnt ihr euch daran erinnern? Das war die Idee. Mit anderen Worten: Ein Papst braucht eigentlich keine Korrektur. Selbst wenn...
[1:03:16] Wenn er sündigt, bleibt er letztlich institutionell quasi sündlos. Und dann kann man sich überlegen, was bedeutet das jetzt praktisch? Das bedeutet, dass der Papst in seinem Amt letztlich eigentlich keine Vergebung braucht. Er braucht eigentlich keinen Hohenpriester, weil er ja durch das Petrusamt an sich geheiligt ist.
[1:03:45] Und das ist interessant, weil das würde bedeuten, dass dann der Leiter der Kirche für sich in Anspruch nimmt, so geheiligt zu sein, dass er zwar sündigen kann, aber dafür keine Konsequenzen zu fürchten braucht, weil er sozusagen nicht um Entschuldigung bitten muss, er muss keine Buße tun, weil er geheiligt ist. Er braucht sozusagen das nicht, was eigentlich wir alle brauchen. Weil wenn ich mich an dir versündige und ich zu Jesus gehe, dann ist ja die Folge, dass ich das auch wieder gut mache, dass ich mich entschuldige, dass ich vielleicht auch eine Konsequenz daraus sehe. Das ist ja der Teil des Erlösungsplanes, wie ihn Jesus als Hohenpriester hat.
[1:04:22] Diese Idee, die von Gelasius kommt, Symmachus so richtig ausgestaltet und seine ganzen Helfershelfer mit den ganzen Fälschungen und so weiter, die macht tatsächlich für den Papst, für den Leiter der Kirche, den Dienst Jesu vollkommen überflüssig.
[1:04:39] Und interessanterweise wird das im Jahre, wie ich versucht habe darzustellen, 508 staatsrechtlich verankert. Vielleicht ist das ein interessanter Ansatz, da mal weiterzudenken in die Richtung, dass das, was wir bisher noch nie richtig beachtet haben – weil wir immer nur 508 Chlodwig gesehen haben und gefragt haben: „Was haben die Armeen der Franken mit dem Dienst Jesu im himmlischen Heiligtum zu tun?“ –, dass wir da vielleicht ein bisschen mehr Unterstützung bekommen, wenn wir diese Geschichte von Symmachus uns richtig anschauen und auswerten.
[1:05:13] Und erinnert euch daran: Gregor, der von Canossa, der sagt doch dann in seinem „Dictatus Papae“, dass diese ganze Macht des Papstes, dass er geheiligt wird durch den Petrus und deswegen quasi unangreifbar ist, dass er das ableitet von den Akten des Symmachus. Ja, die ganze Papstheorie, die im Mittelalter dann sich so unfehlbar gibt, basiert auf diesem Symmachus-Prozess und den Entscheidungen.
[1:05:43] Und dann ist noch ein Gedanke, eine Warnung. Es muss ja gehört werden, oder wenn dieser Prozess jetzt so quasi im Stillen, im Geheimen gewesen ist, wenn der Symmachus mal im Vorbeigehen gesagt hat: „Übrigens, ich glaube eigentlich, dass ich gar nicht um Entschuldigung bitten muss, aber sag's niemandem weiter“, da hätten wir vielleicht sagen können: „Okay, wie soll das für irgendjemand eine Warnung sein?“ Aber wir haben gesehen, dass dieser Prozess weit über Rom Wellen geschlagen hat.
[1:06:10] Ihr erinnert euch: Avitus von Vienne in Burgund, der schreibt für den Papst, und Ennodius aus Pavia, der schreibt für den Papst. In ganz Europa wird das diskutiert: Darf man einen Papst richten oder nicht? Das heißt, diese Theorie ist diskutiert, die wird überall durchdacht: Ist das jetzt richtig oder nicht? Und wir haben natürlich überliefert die Briefe von den Bischöfen auf Seiten des Symmachus. Was wir nicht haben, ist: Wie haben vielleicht einige einsame Christen in Norditalien gedacht, als sie gehört haben, wie ihr Bischof ihnen erzählt, der Bischof in Rom, der ist so heilig, der kann sündigen, das macht gar nichts, der braucht da keine Buße?
[1:06:47] Was haben da die Christen gedacht, die dort gelebt haben? Haben die vielleicht gedacht: „Moment mal“? Und ist gesagt worden, diese Kirche fällt ab? Also, es gibt einen Abfall. Ist das vielleicht der Abfall? Ist das vielleicht das Zeichen, in die Berge zu fliehen? Und jetzt müsst ihr mir das verzeihen, ich habe für das, was ich jetzt sage, absolut überhaupt gar keine einzige Quelle. Das ist wirklich ein Sprung in die Spekulation. Okay, aber es gibt einen Hinweis bei Ellen White, dass die Waldenser vor der Reformation ungefähr 1000 Jahre die Wahrheit abgeschieden gehabt haben. Ja, ungefähr 1000 Jahre spricht sie. Die Reformation ist Anfang des 16. Jahrhunderts. Wenn ich 1000 Jahre zurückrechne, dann komme ich in den Anfang des 6. Jahrhunderts, genau in diese Zeit hier: 508, 538.
[1:07:38] Und ich frage mich: Kann es sein, dass dort Christen dann gesagt haben, als sie diese Sachen mitbekommen in Rom, sie gesagt haben: „Okay, flieht in die Berge“? Ich kann keinen einzigen Brief, keine einzige Quelle vorlegen, dass die Waldenser vielleicht da schon angefangen haben. Wer weiß, vielleicht hat das tatsächlich damit zu tun. Das ist ein Gedanke. Wenn wir das Papsttum im 4. Jahrhundert sehen, sagen wir: „Ach, schau mal hier, wie die sich aufspielen, der Leo der Große und da Konstantin schon mit dem Sonntag und so weiter, das ist ja alles schon abgefallen.“
[1:08:13] Wenn ich im Himmel bin, würde ich gerne mal Gott fragen, ab wann er das Papsttum als abgefallene Kirche betrachtet hat. Ja, weil die römische Kirche begann ja als gute Kirche, oder? Das wird ja nicht so gewesen sein, als der erste Papst anfängt, den Ostersonntag zu halten, dass Gott sagt: „Okay, das ist Papsttum, das ist jetzt die abgefallene Kirche.“ Ich meine, wie lange hat Gott mit dem jüdischen Volk Geduld gehabt, trotz allem Götzendienst?
[1:08:43] Und wir sagen ja auch unseren Geschwistern: Die Gemeinde ist nicht Babylon, nur weil der ein oder andere mal völlig durchdreht oder komische Sachen gemacht werden oder die Geldkritik oder was auch immer es an Skandalen gibt in der Gemeinde. Das heißt nicht, alles, was wir in den ersten Jahrhunderten sehen, bedeutet ja automatisch, dass das noch nicht Gottes Gemeinde ist. Ab wann ist jetzt Rom nicht mehr Gottes Gemeinde? Wäre eine interessante Frage, oder?
[1:09:07] Und vielleicht hat es auch damit zu tun, dass irgendwann ein Gemeindeleiter sagt: „Ich bin so toll, ich brauche keine Erlösung“, dass Gott sagt: „Ja, okay, dann bist du was anderes, aber nicht mehr meine Gemeinde.“ Und dass dann diese Trennung auch stattfindet. Es gibt zumindest Ellen White, sie sagt nicht wann, aber sie sagt, irgendwann gab es einen Zeitpunkt, wo sich die Treuen trennen mussten, weil sie gesehen haben, es geht nicht mehr. Vielleicht war das in dieser Zeit, das weiß ich nicht. Ich will euch einfach nur so ein bisschen versuchen, diese Option mal vor Augen zu halten, damit wir da ein bisschen mal den großen Rahmen auch sehen.
[1:09:40] An dieser Stelle haben wir jetzt noch 11 Minuten Zeit. Das ist doch viel, oder? Und wir können Fragen beantworten. Wenn ihr keine Fragen habt, dann erzähle ich euch noch was über 1798. Aber wenn ihr Fragen habt, ist jetzt die Gelegenheit, die Fragen loszuwerden, die jetzt unklar geblieben sind bei euch. Hat jemand Fragen? Ihr müsst euch keine Fragen aus dem Finger ziehen. Wenn ihr echte Fragen habt, dann ja, bitte.
[1:10:02] „Ist keine Frage, ist eine Bitte: Ob du uns noch mal das Eingangszitat ganz am Anfang von Schwester White zeigen könntest, wo sie sagt, es wäre gut, wenn wir in diesen Dingen gut Bescheid wissen, weil es kann sein, dass wir mit guten Leuten in Kontakt kommen, die sich in der Kirchengeschichte auskennen und die bringen uns dann völlig durcheinander.“
[1:10:23] Ja, ich müsste jetzt die Präsentation ändern, aber das kann ich vielleicht kurz machen. Warte mal, das ist der Brief 6, Nummer so und so. Aber hier ist, was ihr machen könnt: Keine Panik haben, okay? Müsst jetzt nicht denken, dass wenn ihr vor Gericht gezogen werdet, jetzt Gott von euch erwartet, dass ihr – wie war das mal? – 536, wer hat da welchen Brief geschrieben? Schaut mal, es ist genauso wie mit Mose 1. Glaubt ihr, dass Gott die Welt in sechs Tagen geschaffen hat? Könnt ihr genau erklären, warum die Evolutionstheorie biologisch, chemisch, was die Probleme sind? Ich kann es nicht. Also ich kann meinen Glauben erklären, aber irgendwann kommt der Punkt, da sage ich: „Schau mal das Video von dem.“ Der kennt sich aus, der ist ein Biochemiker oder so. Oder es gibt so Themen, da sind wir dankbar, dass es Leute gibt, die es haben. Und ich glaube, was wichtig ist, dass ihr für euch wisst: Was sagt Daniel 7, was sagt Daniel 8, was sagt Daniel 9, was sind die großen Themen und dass ihr so eine Idee habt von dem, was auch da historisch dahinter steckt. Und für die Details könnt ihr in dem Fall dann vielleicht auch mal auf einen Vortrag verweisen oder so. Aber hier ist das Zitat.
[1:11:28] Nein, das war das... Entschuldigung, falsche Folie. Das ist das hier. Das ist auch in verschiedenen Kompilationen drinne. Ich glaube, das – ich weiß nicht, welche das ist, aber auf jeden Fall ist es auch hier in Brief 6: „Jede von unserem Volk vertretene Position der Wahrheit wird der Kritik der größten Denker ausgesetzt sein. Die höchsten der größten Männer dieser Welt werden mit der Wahrheit in Kontakt kommen, und deshalb sollte jede von uns vertretene Position kritisch geprüft, anhand der Bibel getestet werden.“ Und deswegen sagt bitte nicht: „538 begann der Papst wie ein König zu regieren.“ Ihr könnt sagen: „538 war das erste Mal, wo ein Papst in Rom Fülle hatte und potenziell hätte nutzen können.“ Ja, das ist das, was wir sagen können. Genau. Und dann sagt sie hier weiter: „Wenn unsere Theorien der Wahrheit von den Historikern oder den größten Männern der Welt auseinandergenommen werden können, wird es geschehen.“
[1:12:20] Und das ist besonders wichtig: mit Sanftmut und Furcht einen Grund für die Hoffnung zu geben, die wir haben. Ja, nicht überheblich und nicht „wir wissen alles“. Als ich jung war, habe ich auch gedacht, ich weiß alles. Und dann habe ich mich mit vielen Sachen beschäftigt und mittlerweile weiß ich so viele Fragen oder könnte dankbar sein für das, was wir wissen. Aber wenn ihr mal was nicht wisst, sagt einfach, dass ihr es nicht wisst. Seid nicht wie KI. Ja, KI erzählt immer irgendwas. Sagt einfach: „Ich weiß es nicht. Ich werde mich dafür interessieren mit dem Geist Christi.“ So, eine Frage.
[1:12:49] „Wieso gehört, dass in einem bestimmten Jahr der Papst sozusagen den Tag geändert hat vom Sabbat auf den Sonntag? Und es war jetzt in deinem Vortrag, entweder habe ich es nicht mitbekommen oder es war irgendwie nicht so klar. Mal hieß es ja, die haben den Sabbat schon gehalten und dann war irgendwie ein Text und da hieß es, da geht's um den Sonntag und so.“
[1:13:10] Danke schön. Also, das wäre eine eigene Kurzbibelschule für sich: Sabbat und Sonntag. Da gibt's einige gute Bücher, die man tatsächlich... die es tatsächlich auch gibt. Adventisten haben sich da viel mit beschäftigt. Man weiß mittlerweile, dass das schon im zweiten Jahrhundert losgeht in Rom und Alexandria, und es geht sehr schleichend los, dass man sagt: „Okay, wir halten jetzt erstmal parallel Sabbat und Sonntag, um so einen Unterschied zwischen den Juden zu machen.“ Ja, und dann fasten wir am Sabbat, dann freut man sich mehr auf den Sonntag, ja, und das geht so in Etappen und manche sind schneller. Also in Rom und Alexandria wird das schon viel öfter gemacht. In anderen Gegenden ist es noch nur beim Sabbat. Das merkt man dann, wenn auf den Konzilien gesagt wird: „Jetzt sagt doch mal endlich allen, dass sie den Sabbat sein lassen sollen.“ Es gibt also kein Datum, wo jetzt die gesamte Christenheit von Sabbat auf Sonntag geswitcht wäre. Das gibt's nicht. Es gibt so eine Entwicklung und es gibt so Stoßzeiten, die besonders wichtig sind. Anfang des zweiten Jahrhunderts geht das in Rom und Alexandria los. Dann ist natürlich die Zeit von Konstantin wichtig, weil der das mit seinem Gesetz dann noch mal so richtig pusht für alle, und ab dann werden eigentlich die Abweichler unterdrückt. Ja, genau.
[1:14:22] „Ja, ich habe mir das angehört, weil ich eigentlich wissen wollte, wann es begonnen hat mit 508 oder 538. Und zwar, ich verstehe natürlich das tägliche abgeschaffte Opfer, dieses Tamid. Das haben wir damals mit dem Martin Pröbstle gemacht. Ich verstehe es so, dass hier eigentlich das Gräuelbild der Verwüstung das ist, dass Christus sein Hohepriesteramt im himmlischen Heiligtum nach seiner Himmelfahrt weggenommen worden ist durch das irdische Priestertum. Und da habe ich mir gedacht, das müsste ja dann 508 oder 538... wann wurden wirklich irdische Priester eingesetzt, die diese Aufgabe übernommen haben?“
[1:15:10] Das ist eine gute Frage. Also, die Priester gibt es schon lange vorher. Also Priester, die sozusagen Messe lesen, eucharistische Opfer bringen, gibt es schon lange vorher.
[1:15:24] „Schon in der Anfangsgemeinde?“
[1:15:26] Nicht in der Anfangsgemeinde, aber im 4. Jahrhundert, im 5. Jahrhundert hast du diese Priester überall schon, und nicht nur in Rom.
[1:15:33] „Wer hat die eingesetzt?“
[1:15:34] Das entwickelt sich mit der Zeit. Die Verwandlung von der reinen Gemeinde in die abgefallene Gemeinde geht ja ganz schleichend. Das geht so schleichend, dass die meisten gar nicht merken, dass sich das verwandelt. Das ist nicht von heute auf morgen, dass wir sagen: „Ab heute sind wir jetzt der Antichrist.“ Aber die Priester gibt es... wenn du im 5. Jahrhundert kannst du stellenweise... die heißen alle Priester, sind alles Priester. Das ist tatsächlich... deswegen habe ich ja versucht zu erklären, warum ich denke, dass 508 damit zusammenhängt. Weil 508 ist auf jeden Fall nicht das Datum, wo jetzt plötzlich jemand sagt: „Lass uns Priester haben.“
[1:16:10] „Ja, na ja, das ist mir schon klar. Aber wer ist überhaupt auf die Idee gekommen, Priester einzusetzen, wenn doch Christus gestorben ist?“
[1:16:18] Hier ist eine Idee: Die katholische Kirche ist extrem... wenn ich sage „biblisch“, klingt das falsch, aber sie liest die Bibel sehr buchstäblich. Z.B. liest sie: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt...“, ja, sie liest im Alten Testament von Priestern, also hat sie Priester. Sie liest vom Weihrauch, also gibt es Weihrauch. Sie liest von Opfern, also gibt es ein eucharistisches Opfer. Vieles in der katholischen Theologie geht darauf zurück, dass man sozusagen die Bibel einfach wörtlich auslegt, und zwar buchstäblich wörtlich. Und da kommt auch diese Idee mit den Priestern her. Da steckt natürlich auch diese Idee dahinter, dass die heidnischen Priester, ja, Pontifex Maximus, das kommt da alles mit rein. Das ist sozusagen ein, ich würde sagen, ein geistloser Versuch, die Bibel so genau wie möglich umzusetzen, wo man das Geistliche nicht versteht. Aber die Priester gibt es schon lange vor 508, schon lange.
[1:17:15] „Ja, na gut, danke. Ja, weil ich habe von einem Jesuitenpriester, den ich noch gekannt habe vom Bibelkreis, vom katholischen Bibelkreis, der selber hat in seinem Vortrag erwähnt, dass Jesus Christus keine Priester eingesetzt hat, sondern dass es eine Erfindung der katholischen Kirche ist.“
[1:17:31] Ja, da sind die Katholiken auch ganz klar. Ich saß... das war sehr interessant. Ich habe tatsächlich im Studium mal an einem Tag in einem Semester mal zwei Stunden frei gehabt und habe gedacht: „Was mache ich denn, wo setze ich mich denn rein? In welche Vorlesung?“ Ich habe mich reingesetzt in der katholischen Fakultät in Tübingen in eine Vorlesung zu katholischem Verfassungsrecht. Eines der interessantesten Dinge, die ich in meinem Leben gemacht habe. Katholisches Verfassungsrecht in Tübingen, der besten katholischen... also so richtig ganz tiefe katholische Theologie. Und der hat uns gesagt, der Professor, ja, Canon Law, also Kanoniker gesagt: „Die Idee mit dem Papst als Petrus, Petrus als Papst, völliger Quatsch, Papsttum ist im 4. Jahrhundert entstanden.“ Aha, okay, alles klar. Also der war natürlich sehr liberal jetzt für Katholiken, aber viele Katholiken wissen natürlich das, was ich hier präsentiert habe, das ist die historische Wahrheit. So ist das Papsttum entstanden. Und natürlich sind viele solche Dinge wie die Verehrung von Heiligen, ja, die Sachen mit dem Sonntag, das sind alles Sachen, die du katholisch nachlesen kannst. Das sind alles Dinge, die die Kirche verändert, weil die Kirche glaubt, dass sozusagen eine direkte Linie Inspiration hier... da gibt es das Alte Testament, das Neue Testament und dann die Kirche. Das ist sozusagen dasselbe. Und deswegen hat die Kirche auch, so wie das Neue Testament noch Dinge brachte zum Alten, so in Anführungsstrichen, so hat auch die Kirche jetzt das Recht, noch Dinge zu verändern und hinzuzubringen. Deswegen verstehen wir uns quasi mit den Katholiken an der Ebene nicht, weil die sagen: „Ja, natürlich, ihr habt das in der Bibel, aber wir haben halt noch dazu die Tradition.“
[1:19:08] „Ja, das absolut gut. Danke. Der Papst braucht nicht beichten gehen, nicht?“
[1:19:12] Der Papst braucht nicht beichten gehen. Na, zumindest glaube ich, was uns die Geschichte von 508 lehrt, dass diese Idee vom Papst beinhaltet, dass selbst wenn er sündig ist, er geheiligt ist und er keine Buße tun muss vor anderen und so weiter, weil man ihn nicht richten darf. Das ist also definitiv die Idee hier. Und ich glaube, wenn der Leiter der Kirche durch sein Verhalten deutlich macht, dass er den Dienst Jesu nicht braucht, ich glaube, das ist schon tatsächlich ein Gräuel der Verwüstung, das ankündigt. Denn jeder, der das Evangelium kennt, jeder wahre Christ in Norditalien oder in Frankreich wird sich gedacht haben: „Wenn so jemand die Kirche leitet, was wird aus uns?“ Ich glaube, da wird dieser Zusammenhang von Gräuelbild der Verwüstung, Ankündigung der geistlichen Zertretung, der wird da schon deutlich. Aber das ist wie gesagt jetzt erstmal, was ich versuche da rauszunehmen. Ja, noch eine Frage.
[1:20:13] „Dann hat das Gräuel der Verwüstung schon angefangen.“
[1:20:17] Das Gräuel der Verwüstung gibt es sozusagen in einer dreifachen Erfüllung. Das Gräuel der Verwüstung, das gibt es vor Jerusalem im Jahre 66, als der Cestius Gallus mit seinen syrischen Legionärssoldaten dort steht, seine Standarten in den heiligen Sabbat rammt und die Christen von der Mauer sehen: „Das sind römische Soldaten.“ Das ist Gräuel der Verwüstung. Jetzt wissen die: Bald wird Jerusalem zerstört. Das ist Gräuel der Verwüstung. Und dann gibt es Gräuel der Verwüstung im Frühmittelalter oder Spätantike, als nämlich, wie ich jetzt versuche zu argumentieren, ein Theoderich staatlich festlegt, dass die Theorie, dass ein Papst nicht gerichtet werden kann, weil er durch den Petrus geheiligt wird, dass das gültig ist. Und jetzt jeder denkende Christ, von dem wir nicht viele Quellen haben, jetzt realisiert: „Okay, das ist das, was vorher gesagt ist.“ Ja, das ist Gräuel der Verwüstung, das dann zu 538 führt. Und dann glauben wir aber, dass es am Ende der Zeit noch eine letzte... die tödliche Wunde heilt. Das Papsttum kommt noch mal, und dass auch das, was Jesus in Matthäus 24 gesagt hat, letztlich auch noch mal eine Erfüllung für das Ende hat. Wenn ihr Matthäus 24 anschaut, wisst ihr ja, das Gräuel der Verwüstung leitet die große Trübsal ein. Und wenn ihr den „Großen Kampf“ anschaut, also „Vom Schatten zum Licht“, dann legt Ellen White Matthäus 24 auf das Mittelalter aus. Ja, sie sagt, die große Zeit der Trübsal, die ist dann irgendwann zu Ende und dann kommen die Zeichen am Himmel und so weiter. Das heißt, die primäre Auslegung auf Matthäus 24, große Zeit der Trübsal, ist das Mittelalter, und da gibt's ein Gräuelbild der Verwüstung, das ist 508, und dann gibt's aber natürlich von all dem sozusagen einen Endzeitaufguss, ja, eine Endzeit-Ab... also eine letzte Sache, und da wird's auch noch mal ein Gräuelbild der Verwüstung geben, aber das wäre ein anderes Thema.
[1:22:06] Wenn ihr die Frage stellt: „Was wird das Gräuel der Verwüstung sein dann?“, ich denke, da kann man mit guten Gründen in Offenbarung 13 schauen. Da gibt's dann Dinge, die angekündigt werden, die die Verfolgung dann ankündigen, aber das wäre ein eigenes Thema für sich, aber das wäre dann noch zukünftig. Genau. Das sind also drei Ebenen, und wenn man die drei Ebenen hat, dann kann man die ganzen Texte Matthäus 24, Offenbarung, Daniel besser verstehen.
[1:22:27] So, die Zeit ist vorbei. Ihr habt gute Fragen gestellt. Wir sind nicht mehr zu 1798 gekommen. Das macht aber nichts. Da gibt's ja besseres Material dazu. Das könnt ihr mal nachlesen. Ich möchte euch von Herzen danken für euer Mitdenken. Ich weiß, ich habe euch mit vielen Texten und Daten und komischen Begriffen genervt. Vielleicht habt ihr noch nie was von der theopaschitischen Formel oder dem akakianischen Schisma gehört. Jetzt wisst ihr, wie es den Geschwistern, unseren Freunden geht, die zum ersten Mal in die Gemeinde kommen und die dann von irgendwie dem Jom Kippur hören oder so Dingen. Für uns ist alles klar. Es ist auch mal schön, wenn man was lernt, was man noch nie gehört hat, nicht?
[1:23:08] Am Ende zählt folgendes, nämlich, dass ich glaube, dass auch wenn wir geschichtlich nicht bis ins Letzte alles immer nachvollziehen können, wir doch Vertrauen haben können, dass das prophetische Wort gilt. Und ich habe oft ermutigt, auch wenn ich sehe, dass das, was unsere Pioniere so damals mit ihrem Wissensstand von Gott geleitet gefunden haben, dass man das oft erweitern kann, man kann es vertiefen. Manchmal muss man es auch ändern, aber man muss es oft gar nicht so viel ändern, wie wir es manchmal ändern wollen. Das Vieles hat richtig Hand und Fuß. Das finde ich ganz toll. Und in diesem Sinne wünsche ich euch viel Freude, weiterhin die Prophetie zu studieren. Denkt daran: Die Kurzbibelschule geht morgen weiter in eurer persönlichen Morgenandacht. Ja, jeder Tag ist eine Kurzbibelschule in der Morgenandacht. Jesus kann euch an einem Tag mehr beibringen durch den Heiligen Geist, als ihr in der ganzen Kurzbibelschule lernen könnt. Wusstet ihr das? Damit wünsche ich von Herzen Gottes Segen und schön, dass ihr da wart. Gottes Segen euch. Amen. Wollen wir noch gemeinsam beten? Wollen wir aufstehen?
[1:24:12] Lieber Vater im Himmel, was für ein Vorrecht ist es doch, in deiner Gegenwart zu sein. Was für ein Vorrecht ist es, gemeinsam zusammenzukommen, mit deinem Wort nachzudenken, auch mal über schwierige Texte nachzudenken, über die Texte, über die wir meistens keine Zeit haben, wo wir sagen: „Ja, das ist ein bisschen schwierig da, da müsste man mal sich Zeit nehmen.“ Herr, wir haben gesehen, wir haben nicht auf alles eine hundertprozentige Antwort und können nicht alles bis ins Letzte belegen und werden vielleicht auch kein Märtyrer für jedes Detail sterben. Aber Herr, wir können sehen, dass es gute Gründe gibt für das, was wir glauben, dass wir nicht Fabeln gefolgt sind und Legenden, und dass vielleicht so manche Lücke, die da noch ist, einfach auch damit zusammenhängt, dass Quellen fehlen, verloren gegangen sind, vernichtet worden sind, aber dass wir im großen Gesamtbild sehr deutlich sehen, dass diese Daten 508, 538 ein gutes Fundament haben, dass diese Daten aber nicht einfach für sich alleine stehen, sondern uns geistliche Lektionen zeigen.
[1:25:13] Und Herr, wir nehmen auch mit, dass bevor alles zusammenbricht, du dein Volk immer warnst. Damals in Jerusalem, dann im Mittelalter, so glauben wir auch am Ende. Und Herr, wenn wir sehen, was die Prinzipien sind, die zur Aufrichtung des Papsttums geführt haben, dann lass uns sehen, wo das in der heutigen Welt wieder geschieht. Du hast uns gesagt durch deine Botin, dass vieles von dem, was gewesen ist damals, sich noch einmal im Prinzip erfüllen wird, mit anderen Begriffen, mit anderen Akteuren, aber im Prinzip wird es sich wieder erfüllen. Und Herr, am allermeisten möchten wir dich bitten, dass wir das beherzigen, was ich weiß nicht, ob es Jones oder Waggoner war, die gesagt haben: „Was nützt es, wenn man den Papst identifizieren kann, aber einen Papst im Herzen hat?“
[1:26:04] Herr, wir wollen lernen, wohin es führt, wenn man immer der Erste sein will, wenn man immer über alle anderen bestimmen will, wenn man sich selbst so wichtig nimmt, dass man am Ende für jede Kritik immun wird. Herr, wir wollen mit Ernsthaftigkeit diese Lektion bedenken, dass die tollste, die beste, die geistlich eine besonders geistlich starke Gemeinde in Rom dann zum antichristlichen System wurde, so wie dein bester Freund, der Luzifer, zum Satan wurde. Herr, das zeigt uns, dass wir nicht einfach davon ausgehen können, dass wir einfach immer bei dir bleiben werden, sondern dass bei dir bleiben eine aktive Entscheidung Tag für Tag ist, bei dir zu bleiben und deine Prinzipien zu ehren, dich zu lieben und von dir uns führen zu lassen und auch korrigieren zu lassen. Herr, dank, Herr Jesus, dass du für uns im himmlischen Heiligtum einstehst und wir wollen das in Anspruch nehmen für unser persönliches Leben. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist und lass uns vorbereiten auf deine Wiederkunft. Im Namen Jesu. Amen.
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