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Dieses Video beleuchtet die zunehmende Orientierungslosigkeit in unserer modernen Welt und innerhalb der christlichen Gemeinschaft. David Nießner hinterfragt die Wirksamkeit traditioneller Neujahrsvorsätze und präsentiert stattdessen den „besten Neujahrsvorsatz“ aus biblischer Sicht. Er argumentiert, dass ein Leben im Dienst am Nächsten, nach dem Vorbild Jesu, der Schlüssel ist, um Widersprüche zu überwinden, Klarheit zu finden und ein „dem Herrn angenehmes Jahr“ zu gestalten.


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Serie: Keine Zeit für Untätigkeit

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Transkript

[0:31] Hallo, liebe Freunde unserer neuen Serie, in der wir uns beschäftigen wollen, wie wir Gottes Willen in dieser letzten Zeit erkennen und erfüllen können. Was ist eigentlich Gottes Wille für sein Volk in dieser letzten Zeit und welche wichtigen Botschaften hat Gott seiner Gemeinde gegeben, die wir praktisch umsetzen sollen, die in dieser letzten Zeit für das Abschlusswerk so entscheidend sind? Lasst uns gemeinsam beten zu Beginn, damit alles unter Gottes Führung steht.

[1:00] Himmlischer Vater, wir wollen dir danken, dass du uns die Möglichkeit gibst, dein Wort zu studieren. Wir wollen dir danken, dass du uns aber auch die Möglichkeit gibst zu prüfen, wo wir selber stehen, dass du unsere Herzen durchforschst und dass wir erkennen können, wo wir Veränderung nötig haben. Und so möchten wir dich bitten, dass du uns heute Erkenntnis schenkst, wie wir die Größten sein können in deinem Reich, welche wichtigen Lehren darin für uns enthalten sind und wie wir so ein besserer Segen oder überhaupt erst ein Segen für unser Umfeld und die ganzen Menschen um uns herum sein können. Mögest du uns führen in diesem Studium und deine Worte in meinen Mund legen und mögest du auf jedes Herz diesen himmlischen Eindruck prägen, damit wir deinem Bild ähnlicher werden und dass wir ein nutzvolles Werkzeug sein können für dich. Das bitten wir und danken es dir in Jesu Namen.

[1:56] Amen. Am Ende eines Jahres, auch wenn 2023 jetzt schon etwas vorangeschritten ist, macht man sich doch immer wieder die Gedanken: Was ist im letzten Jahr passiert und wie möchte ich das nächste Jahr gestalten? Man macht die berühmten Neujahrsvorsätze und man wundert sich jedes Jahr aufs Neue am 31. Dezember, wie schnell dieses Jahr vorbeiging und was in diesen letzten 365 Tagen alles passiert ist. Und auch wenn das Jahr jetzt schon ein paar Wochen vorangeschritten ist, ist es dennoch sehr, sehr wichtig, sich über gewisse Dinge für dieses Jahr bewusst zu werden. Wir werden gleich auch aus biblischer Sicht sehen, dass man nicht unbedingt nur am Anfang des Jahres sich diese Vorsätze machen sollte, sondern dass man sich ständig bewusst machen sollte und die Frage stellen sollte: Wie kann ich dieses Jahr, das vor mir liegt, zu einem dem Herrn angenehmen Jahr machen?

[2:50] Wenn wir an das letzte Jahr denken, an 2022, dann blickt man mit dem einen Auge auf viele Ereignisse dankbar zurück, egal ob es jetzt beruflich, privater oder vielleicht auch auf gemeindetechnischer Ebene war. Aber mit dem anderen Auge schaut man eher sorgenvoll auf manche Ereignisse zurück. Am 24. Februar zum Beispiel erfolgte der russische Überfall auf die Ukraine, gefolgt von einer Massenflucht, weltweiten Protesten und sehr vielen Sanktionen gegen Russland. Und die öffentliche Meinung ist ziemlich gespalten zwischen Solidarität und Mitgefühl für die Ukraine auf der einen Seite, was aber auch einhergeht mit allem, was russisch heißt, dass man das ablehnt und hasst. Und auf der anderen Seite man sich die Frage stellt: Was können eigentlich die ganzen russischen Staatsbürger dafür?

[3:46] Am 8. September verstirbt die langjährige britische Monarchin Elisabeth II. Und auch wenn man jetzt keinen persönlichen Bezug zum britischen Königshaus hat, ist man sich doch bewusst geworden, dass alles, was man irgendwie für selbstverständlich hält, sehr schnell enden kann. Menschen sterben, und Menschen werden aber auch geboren. Ein Ereignis, das viele gar nicht so richtig mitbekommen haben, war am 15. November, wo laut UN-Angaben die Weltbevölkerung die Marke von 8 Milliarden Menschen überschreitet. Und damit einhergehen sehr viele andere Fragen, wie die Überbevölkerung, wie kann man die ganze Menschheit ernähren, die ganze Umweltproblematik, und all diese Fragen werden damit auch wieder aufgeworfen. Und zu guter Letzt war da noch die Fußballweltmeisterschaft der Männer in Katar, wo man auf der einen Seite die schrecklichen Bedingungen bei der Vorbereitung der WM hatte, auf der anderen Seite aber das sogenannte Fußballfieber. Und auch hier sind die Meinungen gespalten.

[4:48] Man könnte dabei noch sehr, sehr viel mehr Ereignisse aufzählen. Und auch wenn man in den familiären Kontext schaut oder einfach in seinem kleinen Ort, wo man wohnt, oder vielleicht sogar in der Gemeinde, dann sieht man, dass 2022 sehr viele Widersprüche in sich hatte. Es gab viele Hochs und Tiefs. Und auch auf privater Ebene gab es solche Hochs und Tiefs. Und diese ganzen Hochs und Tiefs haben einen Ursprung. Dieser Ursprung kommt nicht erst aus dem Jahr 2022, sondern existiert schon weitaus länger. Aber ich glaube, dass dieser Ursprung immer weitere Ausmaße annimmt.

[5:26] Es ist nämlich so, dass die heutige Welt voller Widersprüche ist. Widersprüche bestimmen unser Denken. Und diese ganzen Widersprüche, die existieren, machen uns irgendwo sehr orientierungslos. Man weiß nicht mehr, was richtig und falsch ist, weil nur noch Widersprüche unser Denken bestimmen. Auf der einen Seite hört man das, auf der anderen Seite aber das. Auf der einen Seite sind wir mit dem konfrontiert, auf der anderen Seite mit dem. Und man weiß nicht mehr, was richtig und falsch ist. Allein in der ganzen Coronazeit war das öffentliche Narrativ eine lange Zeit auf einer Schiene unterwegs, und plötzlich, über einen gewissen kurzen Zeitraum, schwingt es in das ganz andere Extrem. Und man weiß nicht mehr, von was man ausgehen soll als richtig und falsch.

[6:16] Lass mich euch ein paar Beispiele geben, wo wir diese ganzen Widersprüche und diese ganze Orientierungslosigkeit noch wahrnehmen. Noch nie zuvor hatten wir so viel Zugang zu Wissen und Bildung, und trotzdem sehen wir, wie die Menschen immer mehr in Ziellosigkeit versinken. Noch nie zuvor war der allgemeine Wissensstand der Menschheit so hoch, und trotzdem sieht man, wie der durchschnittliche IQ-Punkt pro Jahr laut Expertenangaben um circa 1 Prozentpunkt sinkt, auf die ganze Menschheit betrachtet. Noch nie zuvor gab es so viel soziale Kommunikation, und dennoch wurde eine soziale Entfremdung geschaffen, wie sie nie zuvor da war. Man ist immer mit jedem und überall verbunden, aber trotzdem ist die persönliche Nähe praktisch nicht vorhanden.

[7:08] Noch nie zuvor besaß die Menschheit so große und tiefe medizinische Erkenntnisse, und trotzdem sieht man, wie die Menschen immer kränker werden und immer mehr abbauen, sowohl körperlich als auch seelisch. Noch nie zuvor war das Geschrei nach Frieden und Sicherheit so laut, aber noch nie zuvor hat man so viel Krieg und Zerreißproben gesehen wie heutzutage. Und wer mir nicht glaubt, der muss nur einmal die Nachrichten anmachen und wird sehen, dass überall nach Liebe, Frieden, Sicherheit geschrien wird, aber was wir tatsächlich sehen, ist genau das Gegenteil. Noch nie zuvor wurde so viel über Liebe gesungen, geredet und geschrieben, und trotzdem ist Hass und Gewalt an der Tagesordnung. Noch nie zuvor gab es so viele Einheitsbemühungen in Politik, Wirtschaft und in Religion, und dennoch sieht man weltweit nur den Zerfall von Institutionen, von Gruppen an Menschen, von Strukturen und sogar von ganzen Nationen. Noch nie zuvor war der Name Gottes so oft im Mund der Menschen. Man hört so oft Leute sagen: „Oh Gott! Oh Jesus! Oh je!“, und trotzdem handelt kaum einer nach diesem Namen. Und viele wissen gar nicht, warum, wenn man zum Beispiel an die Weihnachtsgeschichte denkt, warum da überhaupt ein kleines Baby in einer Krippe liegt. Und auch in unserer eigenen Gemeinschaft gab es noch nie zuvor so viele Aufrufe zum Aufbruch und zur Erweckung, aber was man tatsächlich sieht, ist Spaltung und sinkende Mitgliederzahlen.

[8:46] Und mitten in diese Orientierungslosigkeit sitzen wir und wir denken uns: Wie in aller Welt komme ich daraus? Geht das nächste Jahr, gehen die nächsten Jahre einfach so weiter? Was wird im nächsten Jahr mit meiner Familie sein? Was wird im nächsten Jahr mit mir sein? Und die Frage, die wir uns alle stellen, ob bewusst oder unbewusst, ist: Wie bekomme ich Orientierung in mein Leben? Wir sehen, dass selbst im Gemeindekontext so viel Orientierungslosigkeit herrscht, weil genau das Gleiche, was wir in der Gesellschaft sehen, auch in der Gemeinde sich abspielt. Nicht im Detail, aber wir sehen, dass Widersprüche in der Gesellschaft dazu führen, dass man nicht mehr weiß, was richtig und falsch ist und völlig orientierungslos ist. Und genauso auch im Gemeindeleben. Wir haben auf der einen Seite unser klares Bekenntnis, unser klares Fundament, die Bibel. Wir wissen, was wir eigentlich zu tun haben. Auf der anderen Seite sehen wir aber zum einen Menschen, die genau das Gegenteil lehren, oder wir sehen, dass Menschen – und wir vielleicht sogar selber – nicht dementsprechend leben. Und dieser Widerspruch zwischen dem, was sein sollte und was ist, macht uns auch orientierungslos. Und deswegen die wichtige und alles entscheidende Frage ist: Wie bekomme ich Orientierung in meinen Alltag und wie kommt Orientierung in meine Gemeinde? Wie können diese ganzen Widersprüche gelöst werden?

[10:06] Das alles bewegt uns alle, den einen vielleicht mehr als den anderen. Aber es ist so entscheidend, sich über diese Punkte klar zu werden, weil wir wissen nicht, ob wir im nächsten Jahr in der Konstellation, wo wir jetzt zusammen sind als Gemeinde, noch zusammen sein können. Wir wissen nicht, ob das nächste Jahr schwerer wird oder einfacher als das vergangene Jahr. Wir wissen nicht, ob uns Krankheit oder Unfälle wegraffen. Wir wissen nicht, was mit unserem Nächsten passieren wird. Wir wissen nicht, was mit unserer Familie passieren wird. Wir wissen gar nichts. Die Welt heutzutage ist so schnell, es passieren so viele Dinge auf einmal, und man hat keine Sicherheit, dass es einfach so weitergehen kann.

[10:46] Jeder von uns hat den innerlichen Wunsch nach Ruhe und Frieden und möchte Klarheit haben und Orientierung. Und keiner von uns liebt diese Widersprüche. Und dann gibt es am Ende des Jahres diese sogenannten Neujahrsvorsätze, mit denen wir versuchen, ein bisschen Orientierung in unseren Alltag zu bekommen. Ja, es gibt Leute, die sich seit Jahren vornehmen, eine Sprache zu lernen, beispielsweise, und seit Jahren jedes Jahr am Jahresende feststellen: Sie haben die Sprache nicht gelernt. Oder es gibt Leute, die sich andere Vorsätze vornehmen, wie sie möchten endlich geduldiger werden, sie möchten endlich mehr investieren in Familie. Und jedes Jahr am Ende merkt man: Wir haben es wieder nicht geschafft. Und die Orientierungslosigkeit bleibt.

[11:34] Aber was wäre, wenn es diesen einen Neujahrsvorsatz gibt, der so gut ist, dass er Orientierung für das nächste Jahr bringen wird? Was wäre, wenn es diesen einen Neujahrsvorsatz gibt, der so gut und heilig ist, dass er nicht nur für ein uns bekanntes neues Jahr gilt, sondern auch für alle Folgejahre bis zur Wiederkunft? Und was wäre, wenn es diesen einen Neujahrsvorsatz gibt, der so gut und heilig ist, dass Gott davon sagen kann: „Das ist oder wird oder war mir ein angenehmes Jahr.“

[12:10] Wisst ihr, dass Jesus einmal an genau diesem Punkt stand? Jesus stand sicherlich nicht am Ende des Jahres in einer Synagoge und hat über Neujahrsvorsätze nachgedacht und gedacht: Wie kann ich mein Leben besser machen? Weil Jesu Leben war vollkommen. Aber Jesus stand an diesem Punkt, als er seinen Dienst begonnen hat, als er in der Synagoge in Nazareth stand und seinen Dienst angefangen hat. Und er hat darüber gepredigt, und er hat zitiert aus Jesaja und hat sich diesen einen Vorsatz vorgenommen, hat ihn mit Gottes Hilfe umgesetzt, und das Resultat war sein dreieinhalbjähriger Dienst. Schlägt mit mir einmal Lukas Kapitel 4, die Verse 16 bis 19 auf, damit wir von der Bibel erfahren, was dieser eine Neujahrsvorsatz ist, der nicht nur für ein uns bekanntes neues Jahr gilt, sondern der dazu da ist, um das angenehme Jahr des Herrn zu verkünden.

[13:07] Lukas Kapitel 4, Verse 16 bis 19: „Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbattag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen. Und es wurde ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja gegeben. Und als er die Buchrolle aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben steht: Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden. Er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzen sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wiedersehend werden, Zerschlagenen in Freiheit zu setzen, um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn.“

[13:52] Wie ich vorhin bereits gesagt habe, ich glaube, es gibt einen Grund, warum wir auch in der Gemeinde so viel Orientierungslosigkeit haben, warum wir nicht wissen, was zu tun ist, warum wir nicht wissen, wie wir aus diesem ganzen Gedankenchaos wieder rauskommen. Die Formel ist allgemeingültig: Orientierungslosigkeit ist das Ergebnis von Widersprüchlichkeit. Also kurz gesagt, wir haben keine Orientierung wegen all diesen Widersprüchen. Wir sehen auf der einen Seite das Glaubensbekenntnis, wir sehen theoretisch, was wir zu tun haben. Wir sehen auf der anderen Seite, was wir als Gemeinden, auch was wir persönlich machen, und merken, dass es nicht hundertprozentig in Übereinstimmung ist. Und das trifft, wie gesagt, auch auf das Glaubensleben vieler Gläubiger zu. Das angenehme Jahr des Herrn zu verkünden, bestand aber darin, den Menschen durch praktischen Dienst das Evangelium zu bringen. Wisst ihr, die Bibel sagt in 1. Johannes 2, Vers 6: „Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist.“

[15:00] Das bedeutet: Wer sagt, dass er ein Christ ist, dessen Pflicht ist es, so zu denken und zu handeln, wie Christus gedacht und gehandelt hat. Der sagt, dass er ein Christ sei, dessen Pflicht ist es, vor Gott seinem Nächsten so zu dienen, wie Jesus gedient hat. Das angenehme Jahr des Herrn zu verkünden, diesen Vorsatz, den Jesus sich vorgenommen hatte, bestand darin, dem Nächsten zu dienen. Das ist das, was die Rolle des Messias war, und das war das Einzige, was dem Leben Jesu und was auch unserem Leben Orientierung bringen kann, weil das unser Glaubensbekenntnis ist: unserem Nächsten zu dienen wie Christus. Und wenn wir an diesen Text uns erinnern, 1. Johannes 2, Vers 6, bedeutet es, wenn wir sagen, wir sind Christen, dass wir verpflichtet sind, so zu wandeln, wie er gewandelt ist.

[15:50] Und der Grund, warum viele Christen heutzutage in so einer undurchdringlichen Orientierungslosigkeit stecken, ist, weil wir nicht mehr so dienen, wie Christus gedient hat.

[15:59] Wir Christen allgemein, aber besonders wir Siebenten-Tags-Adventisten, haben unsere Aufgabe in dieser Welt leider vergessen. Und darum sind wir so ängstlich. Und wir beschränken oftmals die Verkündigung des Evangeliums nur auf Vorträge und auf Pastoren. Und wir vernachlässigen aber diesen so wichtigen persönlichen Dienst. Weil wenn wir persönlich dienen würden, dann würden wir die gleiche Erfahrung machen wie Christus, dass wir sagen könnten voller Freude: „Ich danke dir, dass du mich allezeit erhörst.“ Weil am Nächsten dienen und uns selbst vergessen, und diese ganze dunkle, depressive Wolke um uns herum würde sich sehr schnell auflösen. Und bis hierher, ich denke, was wäre das für ein angenehmes Jahr, nicht nur für Gott, sondern auch für uns, wenn dieses ganze Durcheinander weg wäre, wenn wir zu dem zurückkehren würden, was unsere Aufgabe ist.

[16:54] Wenn wir unserem Nächsten dienen würden, also sprich, unserer Aufgabe als Christen nachkommen würden, dann wüssten wir ganz genau, was zu tun ist, und wir würden im Glauben wachsen. Und das ist auch ein Problem, das wir oftmals feststellen, aber wir nicht wissen, wie wir da rauskommen. Wir merken, wir hatten früher diese erste Liebe, dieses Feuer, aber wir sind jetzt in so einer Stagnation, wo wir nicht weiterkommen.

[17:15] Wisst ihr aber, was faszinierend ist am Erlösungsplan? Es ist nicht nur faszinierend, dass Christus die Anbetung der Engel, die Gemeinschaft mit dem Vater verlassen hat und auf diese Welt kam, sondern was mich vor nicht allzu langer Zeit sehr, sehr bewegt hat, ist, was wir hier finden in Lukas Kapitel 12, Vers 37. Es heißt hier: „Glückselig sind jene Knechte, welche der Herr, wenn er kommt, wachen finden wird. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich schürzen und sie zu Tisch führen und hinzutreten und sie bedienen.“ Wir haben das vielleicht schon mal gelesen, aber das Faszinierende am Erlösungsplan ist, dass Christus für immer Diener bleiben wird. Er wird für immer die Rolle eines dienenden einnehmen. Und hier wird uns gesagt, wenn wir einmal an den Punkt kommen, wenn wir auf der neuen Erde von Christus ins Reich Gottes geführt werden, der Geist der Weissagung beschreibt uns hier, dass er uns an einen Tisch bringen wird, der etliche Meilen lang ist, gefüllt mit den ganzen Früchten, die auf dem himmlischen Boden gewachsen sind. Und dann wird Christus kommen und, wie der Text hier sagt, wird sich schürzen und uns dienen. Und die Frage, die man sich stellen muss, ist: Welchen Grund hat Christus in der Ewigkeit dann, uns zu dienen? Wir hätten jeden Grund, ihm zu dienen, und dazu sind wir auch aufgerufen. Aber Christus wird für immer ein Diener bleiben. Und das ist so faszinierend, wenn man darüber nachdenkt, dass alles, was Christus getan hat, Dienen wird. Er wird für immer ein Diener bleiben. Und ich glaube, wenn wir das tun – wir möchten uns jetzt noch anschauen, wo das konkret anfängt im Gemeindeleben – dann würde Gott auch zu uns sagen können: „Euer Leben war mir ein angenehmes Jahr.“ Das wird dann nicht nur das folgende Jahr, sondern alle Jahre bis zur Wiederkunft zu einem dem Herrn angenehmen Jahr machen. Und wir wüssten ganz genau, was unsere Aufgabe ist und hätten Orientierung.

[19:20] Aber die wichtige Frage ist, die wir uns jetzt stellen müssen: Warum dienen wir nicht? Wir wissen theoretisch, dass das unsere Aufgabe ist, das ist nichts Neues für uns. Aber warum machen wir das nicht? Wieso dienen wir nicht? Es gibt einen einfachen, aber folgeschweren Grund. Und ich glaube, das ist derselbe Grund, der auch die zwölf Apostel lange davon abgehalten hat, zum einen Jesu Aufgabe und sein Werk zu verstehen, und zum anderen sie auch davon abgehalten hat, einander zu dienen. Es ist derselbe Grund, der die Apostel in so einer katastrophalen Orientierungslosigkeit gehalten hat. Und derselbe Grund trifft auch auf uns zu, wenn wir das durchdenken.

[20:01] Christus hat unmittelbar vor seiner Kreuzigung in den wenigen Tagen und Wochen davor den Aposteln dreimal verkündet, dass er verraten, ausgeliefert, bespuckt und getötet werden würde. Und das hat er ihnen dreimal mitgeteilt, und dreimal haben sie nicht verstanden, was er damit sagen wollte. Und für uns stellt sich die Frage: Wie konnten sie das missverstehen? Was ist daran so schwer zu verstehen, wenn man sagt: „Ich werde ausgeliefert, bespuckt und getötet werden.“ Was ist daran so schwer zu verstehen?

[20:40] Lasst uns einmal lesen in Markus Kapitel 10, die Verse 35 bis 45. Wenn wir verstanden haben, welcher Grund es war, der die Apostel so lange zurückgehalten hat zu dienen und die Aufgabe Jesu zu verstehen, dann können wir auch verstehen, warum wir die Aufgabe Jesu in unserer Zeit nicht wirklich verstehen und warum wir nicht dienen. Es ist keine neue Erkenntnis, die man noch nie zuvor gehört hat, aber ich glaube, wir blenden sie oft aus, und das ist für uns ein fataler Fehler. Markus Kapitel 10, Verse 35 bis 45: „Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sprachen: Meister, wir wünschen, dass du uns gewährst, um was wir bitten. Und er sprach zu ihnen: Was wünscht ihr, dass ich euch tun soll? Sie sprachen zu ihm: Gewähre uns, dass wir einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen mögen in deiner Herrlichkeit.“

[21:33] einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken sitzen dürfen in deiner Herrlichkeit." Allein die Frage schon: "Gewähre uns, um was wir bitten," ist ein bisschen riskant, weil sie sich wahrscheinlich nicht im Klaren waren, was sie da eigentlich fordern. Aber Jesus sagt einfach: "Was wünscht, dass ich euch tun soll?" Das ist so faszinierend, dass Christus nicht als verurteilender Mensch kommt, sondern er öffnet ihnen erstmal selbst den Weg für ihre Gedanken, damit sie erkennen, auf was für einem Pfad sie eigentlich unterwegs sind. Vers 38: "Jesus aber sprach zu ihnen:

[22:08] Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde?" Der Kelch, von dem Jesus hier spricht, ist derselbe Kelch, von dem er in Gethsemane sagt: "Wenn es möglich ist, lass diesen Kelch an mir vorübergehen." Und es ist derselbe Kelch, den Babylon am Ende der Zeit trinken muss. Es ist der Kelch, wo der unvermischte Zorn Gottes eingeschenkt ist über eine sündhafte Welt. Christus hat diesen Kelch bis zur Neige geleert, und es hat bei ihm diese schreckliche Trennung mit dem Vater verursacht. Jesus sagt: "Könnt ihr diesen bitteren Leidenskelch trinken, den ich getrunken habe, und könnt ihr mit derselben Leidenstaufe getauft werden, wie ich getauft werde?" Versteht ihr, was das bedeutet,

[22:56] Christus nachzufolgen? Wenn wir oftmals bei Predigten oder auch bei Kongressen dazu aufrufen: "Folgt Jesus nach! Wer will Jesus nachfolgen?" Das ist nett und das ist gut, aber wir müssen den Leuten auch klarmachen, was es bedeutet, Christus nachzufolgen. Jesus sagt: "Wer mir nachfolgen will" – erstens mal ein entscheidender Punkt ist – "ist eine Willensentscheidung. Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich täglich selbst und nehme sein Kreuz auf sich." Das bedeutet es, Christus nachzufolgen. Und das ist etwas, was oftmals nicht betont wird. Da wird schnell ein Aufruf gemacht: "Kommt, lasst uns Jesus nachfolgen! Wer will Jesus nachfolgen?" Aber wir müssen verstehen, was es bedeutet: die völlige Aufgabe des eigenen Ichs. Und darauf kommen wir gleich noch zurück. Jedenfalls fragt er sie: "Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde?" Und sie sprachen zu ihm: "Wir können

[23:52] es." Jesus aber sprach zu ihnen: "Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, womit ich getauft werde; aber das Sitzen zu meiner Rechten und zu meiner Linken zu verleihen steht nicht mir zu, sondern es wird denen zuteil, denen es bereitet ist von Gott dem Vater." Und als die Zehn es hörten, fingen sie an, über Jakobus und Johannes unwillig zu werden. Aber Jesus rief sie zu sich und sprach zu ihnen: "Ihr wisst, dass diejenigen, welche als Herrscher der Heidenvölker gelten, sie unterdrücken, und dass ihre Großen Gewalt über sie ausüben. Unter euch aber soll es nicht so sein, sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener. Und wer von euch der Erste werden will, der sei aller Knecht. Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele."

[24:55] Der Grund, der die orientierungslos machte und es verhindert hat, dass sie der Welt und zuerst einander gedient haben, macht uns orientierungslos und hält uns ab zu dienen. Es war der Stolz, der

[25:09] vorgeherrscht hat. Stolz verblendet und schafft Widersprüche zwischen unserem Bekenntnis, das absolute Selbstaufgabe fordert, und zwischen dem, wie wir leben. Und dadurch verlieren wir dann die Orientierung, weil wir merken: Das, was wir glauben, was wir sagen, das, was wir tun – das passt nicht zusammen, zumindest zu großen Teilen vielleicht nicht. Und die anderen Zehn, wie auch bei den Aposteln, die anderen in der Gemeinde, die anderen in der Gesellschaft werden unwillig über uns, weil sie – weil sie sehen: "Eigentlich folgen sie Christus nach, sie wissen, wie Christus gelebt hat, aber sie fordern und tun Dinge, die dem entgegenstehen." Und dann werden die anderen in der Gemeinde, aber auch in der Gesellschaft unwillig, weil sie sagen: "Das sind keine Christen." Und das ist ein riesen Problem.

[26:05] Jesus sagt, wer lau ist – über die Gemeinde Laodizea, wer weder heiß noch kalt ist, wer weder für ihn ist noch gegen ihn, sondern wer so ein bisschen dazwischen mitschwimmt, den wird er ausspucken. Man spuckt nur das aus, was widerlich und ekelhaft ist. Und das sollte uns zu denken geben, wenn Christus sagt: "Wer in dieser Mitte bleibt, wer versucht ein bisschen von dem, was die Bibel lehrt, aber nicht so ganz, weil es unbequem ist," dass die keinen festen Stand haben und dass die ausgespuckt werden.

[26:37] Geschwister, ich glaube, dass die einzige Möglichkeit, wie wir Orientierung im Glauben haben können und im Glauben wieder wachsen können, ist, wenn wir diese wichtigen, aber so entscheidenden Grundlehren uns zu Gemüte führen und mit dem Heiligen Geist und seiner Kraft umsetzen, dass wir wieder einander dienen, weil dann die Welt sieht: "Das, was sie behaupten, das tun sie auch." Die Kraft in Jesu Dienst lag nicht darin, in dem, was er gepredigt hat, sondern lag darin, dass das, was er gesagt hat, in absoluter Übereinstimmung war mit dem, wie er gelebt hat.

[27:07] Ungläubige merken sehr viel schneller, ob wir eine Fassade haben oder ob wir wirklich authentisch echt leben. Und glaubt mir, wenn die Bibel Recht hat in Jesaja 60, wenn die Herrlichkeit des Herrn über uns aufgeht, wenn wir das tun, was die Bibel von uns fordert, dann werden Heidenvölker zu uns kommen, weil sie sagen werden: "Das, was ihr habt, das wollen wir auch haben." Bevor wir weitergehen,

[27:33] lass uns einmal zu Jesaja Kapitel 58 springen, um dort von der Bibel zu erfahren, was die ganzen Menschen zu Gottes Volk bringen wird, dass wir von der Bibel erfahren, worin die Herrlichkeit bestehen wird. Jesaja Kapitel

[27:55] 58 ab Vers 2: "Sie suchen mich Tag für Tag und begehren, meine Wege zu kennen, wie ein Volk, das Gerechtigkeit geübt und das Recht seines Volkes nicht verlassen hat. Sie verlangen von mir gerechte Urteile und begehren die Nähe Gottes." Das ist das, was wir als Anspruch haben als Gottes Volk. Wir kennen Gottes Gesetz, wir kennen das, was Gott uns offenbart hat. Wir wollen den praktischen Segen davon haben, aber wie in Vers 3 es heißt, stellen wir uns oft die Frage: "Warum fasten wir, und du siehst es nicht? Warum kasteien wir unser Gemüt, und du beachtest es nicht?" Und jetzt kommt der entscheidende

[28:35] Punkt, dass Gott sagt: "Zwischen eurem Bekenntnis und zwischen dem, wie ihr lebt, ist ein Widerspruch." Der zweite Teil von Vers 3: "Seht, an eurem Fastentag geht ihr euren Geschäften nach und treibt alle eure Arbeiter an. Siehe, ihr fastet, um zu zanken und um zu streiten und um drein zu schlagen mit gottloser Faust." Kennen wir das? Streit und Zank in der Gemeinde, obwohl es gar nicht so sein müsste und obwohl jeder von uns weiß: "Das passt da nicht hin." "Ihr fastet gegenwärtig nicht so, dass euer Schreien in der Höhe Erhörung finden könnte. Meint ihr, dass mir ein solches Fasten gefällt, wenn der Mensch sich einen Tag lang selbst quält und sein Kopf hängen lässt wie ein Schilfhalm und sich in Sacktuch und Asche bettet? Willst du das ein Fasten nennen, an dem Herrn wohlgefälligen Tag?"

[29:27] Wir das, wenn wir singen: "Oh, welch Glück ist erlöst zu sein," und die Mundwinkel bis zu den Kniekehlen hängen, man im Raum rumschaut und irgendwie noch die Worte des Liedes vor sich herstammelt, aber die Freude, die Christus selber hatte, kaum spürbar ist?

[29:45] Vers 6: "Jetzt kommt hier der entscheidende Punkt, wie man daraus kommen kann: Ist nicht das ein Fasten, an dem ich gefallen habe, dass ihr ungerechte Fesseln losmacht, dass ihr die Knoten des Joches löst, dass ihr die Unterdrückten freilasst und jegliches Joch zerbrecht? Besteht es nicht darin, dass du dem Hungrigen dein Brot brichst und Arme Verfolgte in dein Haus führst, dass wenn du einen Entblößten siehst, du ihn bekleidest und dich deinem eigenen Fleisch nicht entziehst?" Geschwister, was

[30:11] Gott hier sagte, ist die Art von Fasten, die Art von Demütigung, die er sehen möchte, ist, dem Nächsten zu dienen. Was ist dann das Resultat davon?

[30:21] Vers 8: "Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung rasche Fortschritte machen." Das ist eine schöne, eine schöne Verheißung für alle, die leiden, seelisch wie körperlich, dass Gott sagt: "Wenn ihr dem anderen dient, wenn ihr die Freude habt, dem anderen zu helfen, dann wird auch eure Heilung rasche Fortschritte machen, und dein Licht wird hervorbrechen wie die

[30:48] Morgenröte. Deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird deine Nachhut sein." Und jetzt lasst uns zu Jesaja

[30:55] Kapitel 60 gehen: "Mache dich auf und werde Licht!" mit dem Kontext von Jesaja 58. "Denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir durch den Dienst am Nächsten. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tiefes Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir." Und das ist genau das, was wir heute sehen: diese Finsternis, diese schreckliche Orientierungslosigkeit, die leider auch viele in der Gemeinde gepackt hat, hat die ganze Welt umschlossen. Aber durch den Dienst am Nächsten, wie Jesus es getan hat, wird auch in unser Leben Orientierung bringen, und Gottes Herrlichkeit wird aufgehen, und die Menschen werden sehen, was wirklich Freude und Frieden bringt. Und dann Vers 3: "Und die Heidenvölker werden zu deinem Licht kommen und Könige zu dem Glanz, der über dir aufgeht." Wenn wir das tun, was Christus

[31:49] getan hat, wenn wir, wie Jesaja es sagt, diejenigen, die bedürftig sind in der Nachbarschaft, die Hilfe brauchen, die einfach ein Wort der Ermutigung brauchen, ein Ohr, dem sie ihre Sorgen ausschütten können, wenn wir das anfangen zu tun, wenn wir Leuten, die Schmerzen haben, durch einfache Behandlungen helfen, wenn wir ihnen helfen durch die Gesundheitsbotschaft, die so mächtig ist – das wollen wir uns in dieser Serie auch noch anschauen durch ein paar konkrete Beispiele – dann, wenn wir dadurch den Menschen helfen werden und sie sehen, wir kümmern uns um sie, ist es genau der Dienst, den Christus getan hat. Und dann werden die Menschen sehen, wenn wir etwas sprechen über die Wahrheit, dass das, was wir sagen, in Übereinstimmung ist mit dem, was wir tun. Und die Herrlichkeit des Herrn wird aufgehen, und laut der Verheißung werden Heidenvölker zu dieser Herrlichkeit kommen und werden fragen: "Wer seid ihr, und wer ist euer Gott?" Und es werden selbst Könige kommen, Staatsoberhäupter, Bürgermeister, wer auch immer es sein wird, und wird Fragen über Gott stellen, und wir können ihnen sie dann

[32:59] beantworten. Was bedeutet es jetzt zu dienen? Es bedeutet absolute Selbstverleugnung. Paulus rief in 1. Korinther 15, Vers 30 und 31, im Dienst für verlorene Menschen aus: "Und warum begeben auch wir uns stündlich in Gefahr? Warum würde sich jemand für andere Menschen stündlich in Gefahr begeben?" "So wahr ihr mein Ruhm seid in Christus Jesus, unserem Herrn: Ich sterbe täglich."

[33:27] Aber das Problem, das wir haben, ist, dass viele von uns nie erfahren haben, was es bedeutet, täglich dem eigenen Ich zu sterben, obwohl das in unserem Glauben das alles Entscheidende ist, wie Paulus es sagt in Galater 2, Vers 20: "Christus lebt in mir, nicht mehr ich lebe." Das ist das, was es bedeutet, täglich dem Ich zu sterben, dass in mir nur noch das Wesen Jesu sichtbar ist und nicht mehr mein eigenes Wesen, was den Menschen aufstößt, wodurch sie unwillig werden über die Wahrheit.

[34:01] Wisst ihr, warum die Jünger nicht fähig waren, der Welt das Evangelium durch ein selbstloses Leben zu bringen? Warum konnten sie nicht wie Jesus das angenehme Jahr des Herrn verkünden? Weil sie untereinander diesen selbstlosen Dienst nicht praktiziert haben. Und konnten, solange der Stolz vorrangig war: "Du schweigst mich an, ich schweige dich an. Du grüßt mich nicht, ich grüße dich nicht. Du willst nicht mit mir reden, dann rede ich auch nicht mit dir." Kennen wir diese Phrasen? Haben wir die schon mal gehört oder vielleicht sogar selber ausgesprochen? Solche Phrasen triefen geradezu von Stolz und Selbstsucht. Jetzt mag jemand sagen: "Dem

[34:41] anderen renne ich bestimmt nicht hinterher. Ich buckel mich doch nicht für die. Ich bin ja im Reinen mit denen, aber die wollen ja nicht reden." Gewiss, die Bibel sagt in Matthäus 7, Vers 6: "Gebt das Heilige nicht den Hunden, und werft eure Perlen nicht vor die Säue, damit diese sie nicht mit ihren Füßen zertreten und jene sich nicht umwenden und euch zerreißen." Das bedeutet, dass wir auch

[35:08] unsere Würde nicht verlieren dürfen. Sich ausnutzen lassen ist unbiblisch. Aber hier ist das Bibelwort aus Römer 12, Vers 18: "Wenn es möglich ist, so viel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden." Es gibt hier vier wesentliche

[35:26] Bausteine in diesem Text. Das erste ist: "Ist es möglich?" Das zweite ist: "So viel an euch liegt." Das dritte: "Allen." Und das vierte: "Frieden." Manche Konflikte sind nicht so

[35:42] einfach zu lösen. Jesus ist immer die Extra-Meile gegangen, hat aber dabei nie seine Würde verloren und hat auch nie einen Schritt auf der Extra-Meile gemacht auf Kosten der Wahrheit. Wenn euch jetzt aber Konflikte in den Sinn kommen, dann hütet euch, euch jetzt auszuruhen und zu denken: "Na ja, der andere sollte das mal

[36:10] umsetzen. Ja, der andere könnte ja, er ist ja nicht bereit." Wir müssen verstehen, dass der zweite Punkt in diesem Vers, Römer 12, Vers 18, ist: "So viel an euch liegt." Und der dritte Punkt: "Zu allen Menschen sollen wir Frieden halten." Das ist genau der Punkt, wo wir leider oft scheitern, weil wir nicht darum bemüht sind, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um mit unseren Geschwistern Frieden zu halten, weil wir nicht darum bemüht sind, alles in unserer Macht Stehende zu tun, die Extra-Meile zu gehen, um mit unseren Geschwistern im Reinen zu sein und einander zu dienen.

[36:48] Versteht, noch mal, ich rede hier nicht darüber, dass man irgendein göttliches Prinzip aufgibt und sich, sage ich mal, unnötigerweise in den Staub begibt, damit die anderen drüber trampeln können. Wir reden auch nicht davon, dass man seine Würde in solchen Konflikten verliert, weil auch Jesus hat gefragt, als er geschlagen wurde: "Warum schlägst du mich?" Oder wenn ihm Fallen gestellt wurden, hat er auch hier nicht seine Würde verloren, hat sich auch nicht unnötigerweise in die Ecke drängen lassen, sondern er hat auch eine Gegenfrage gestellt in vielen Fällen. Er hat seine Würde bewahrt und sich nicht ausnutzen lassen. Aber es gibt einen riesen Unterschied

[37:27] zwischen dem Bewahren seiner Würde und aus Egoismus nicht die Extra-Meile gehen wollen. Lass mich das noch mal wiederholen: Es gibt einen riesen Unterschied zwischen dem Bewahren seiner Würde und aus Egoismus nicht die Extra-Meile gehen wollen. Matthäus 5, Vers 46 und 47, sagt:

[37:47] "Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso?" Was ist daran besonders, mit denen

[38:06] gut klarzukommen, mit denen wir von Natur aus kein Problem haben? Was ist daran besonders, mit denen in Frieden zu leben, die uns wohlgesonnen sind? Darüber wird uns niemand applaudieren. Kein Engel wird vom Himmel kommen und uns einen himmlischen Orden verleihen und sagen: "Herzlichen Glückwunsch, du bist mit denen im Reinen, die dir wohlgesonnen sind." Wie wollen wir denn jemals in

[38:31] Krisenzeiten unsere Feinde lieben, worüber wir so oft reden: Feindesliebe, Feindesliebe, wenn wir es nicht mal aushalten, zwei Stunden im Gottesdienst mit Leuten zusammen zu sein, mit denen wir unterschiedliche Ansichten haben? Es gibt Menschen, mit denen wir

[38:48] nicht auf einen Nenner kommen werden. Wenn wir alles in unserer Macht getan haben, um Versöhnung herzustellen, wenn wir vor Gott im Reinen sind und die Leute sich dann weigern, dann kann es durchaus sein, dass es Leute gibt, mit denen wir nicht auf einen Nenner kommen werden. Aber das ist nicht der Punkt, über den wir sprechen, denn der Weg der Selbstverleugnung bis dahin ist uns leider oft so fremd. Und egal, woran wir jetzt denken, wenn wir jetzt nur im Kopf haben: "Der andere könnte ja," haben wir nicht verstanden, wo Gott uns heute hinführen möchte. Kann euch sagen, als ich dieses Thema studiert habe, hat Gott mich an einen Punkt in meinem Leben, in meinem Charakter geführt, wo ich erkennen musste: Ich bin oft nicht diesen Weg gegangen, den Römer 12, Vers 18, vorgibt. Der Weg der Selbstverleugnung ist uns oft so fremd, weil wir uns immer im Recht sehen. Lass mich euch ein Zitat vorlesen aus dem Leben Jesu im Englischen, Seite 440, im zweiten Abschnitt. Hier heißt es: "Wenn einer dieser Kleinen überwunden wird und dir gegenüber einen Fehler begeht, dann ist es deine Aufgabe, seine Wiederherstellung zu suchen. Warte nicht, dass er die erste Anstrengung zur Versöhnung macht." Ihr Lieben, das ist ein unglaublich herausforderndes Zitat für das fleischliche Herz. Der Kontext hier ist das verlorene Schaf, über das sie schreibt, und sie sagt, dass Gott derjenige war, der dem Schaf nachgegangen ist, obwohl das Schaf in die Irre gegangen ist. Und jetzt müssen wir uns die Frage stellen: Wenn jemand in der Gemeinde an uns einen Fehler begeht, wie haben wir in der Vergangenheit darauf reagiert? Haben wir darauf so reagiert, wie es hier geschrieben steht, durch göttliche Feder inspiriert, dass es unsere Aufgabe gewesen ist, diesen Menschen nachzugehen und die Versöhnung zu suchen und seine Wiederherstellung zu suchen? Haben wir wirklich nicht darauf gewartet, dass er den ersten Schritt geht, sondern haben wir die Hand ausgestreckt?

[41:02] Wenn wir immer noch denken, dass in den Konflikten, in denen wir verwickelt waren, der andere doch hätte dies und das tun müssen, haben wir nicht verstanden, wo Gott uns heute hinführen möchte. So selten sind in Konflikten, ist in Konflikten nur eine Partei schuld. Es sind immer zwei

[41:25] involviert. Wenn es nicht unsere Pflicht sein sollte, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um Frieden zwischen unseren Geschwistern herzustellen, dann hätte Gott uns das so deutlich nicht offenbart. Und selbst die Heilige Schrift hat das schon Jahre, Jahrhunderte vor allen Dingen niedergeschrieben. Es heißt hier in Matthäus 5, Vers 23: "Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich am Altar erinnerst, wenn du dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, wie ist dann vorzugehen? So lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe." Geschwister, dieser Text sagt uns,

[42:14] dass Gott unseren Dienst nicht annehmen wird, solange Konflikte zwischen uns und unseren Geschwistern bestehen, die wir hätten bereinigen können, die wir hätten ausräumen können. Und ich weiß nicht, ob uns das immer so bewusst ist, dass Gott unseren Dienst, unsere Bereitschaft, für ihn zu arbeiten, ja sogar unser Bekenntnis nicht annehmen wird, solange diese Konflikte, die zwischen uns und unseren Geschwistern bestehen, nicht bereinigt sind. Jesus sagt ganz deutlich: "Wenn du dich erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, lass vor dem Altar, bevor du sie Gott gibst, geh hin und versöhne dich mit deinem Bruder. Suche zuerst seine Wiederherstellung, und dann komm und opfere deine Gabe."

[43:00] Wenn wir unsere Fehler und Streitigkeiten nicht schnellstmöglich bereinigen, kann es sehr teuer werden, genau genommen...

[43:05] es sehr teuer werden, genau genommen unsere Annahme bei Gott in unser ewiges Leben. Aber heute ist der beste Tag, das zu ändern. Wir müssen nicht erst warten bis zum nächsten 31. Dezember, wo wir uns wieder einen Neujahrsvorsatz nehmen und uns denken: „Na ja, ich möchte im nächsten Jahr ein bisschen versöhnlicher sein, ich möchte ein bisschen mehr Frieden haben mit meinen Geschwistern.“ Heute ist der beste Tag, das zu ändern. Heute ist der beste Tag, diesen einen Neujahrsvorsatz, wenn man so will, sich vorzunehmen und so wie Jesus anzufangen zu dienen – praktisch, persönlich, am Nächsten und in der Gemeinde zu dienen und durch Gottes Hilfe das zu einem dem Herrn angenehmen Jahr zu machen.

[43:47] Wie steht es um euch? Ist es euer ernstes Anliegen, euer tiefer Wunsch, euer langes, ersehntes Verlangen, alles zwischen uns und unseren Geschwistern zu bereinigen? Ist es wirklich unser Verlangen, unseren Geschwistern zu dienen? Wisst ihr, die Bibel sagt auch, wenn es schwerfällt, dass Gott derjenige ist, der in uns das Wollen und das Vollbringen schaffen kann. Aber ich möchte euch eins sagen: Solange wir nicht anfangen, das umzusetzen, werden wir immer weiter und tiefer in diese Orientierungslosigkeit sinken, weil wir merken: „Eigentlich müsste das und das passieren, aber es passiert das.“ Und wir verstehen oft nicht, warum. Aber der Grund ist so radikal wichtig und so einfach zu verstehen, dass wir heute das umsetzen können, wenn wir Gottes [Willen] im Gebet vorlegen. Aber ohne seine Hilfe ist so ein gewaltiges Unterfangen nicht möglich.

[44:43] Ich möchte euch gerne ein Wort der Ermutigung noch mitgeben. Als ich vor etwas mehr als zwei Jahren meine Diagnose bekommen hatte, hatte ich nach drei Monaten das Privileg, eine Krankensalbung erlebt zu dürfen. Und in der Vorbereitung dieser Krankensalbung hat der Prediger, der es durchgeführt hat, mir ans Herz gelegt, das Kapitel „Das Gebet für Kranke“ in dem Buch „Der Weg zur Gesundheit“ unter Gebet zu studieren und unter Gebet umzusetzen. Und in diesem Kapitel werden diese Prinzipien erläutert, die wichtig sind zu verstehen und auch im Leben dann auszuleben, wenn man Gott um ein Gebet für die Heilung bittet. Unter anderem ist da eben sehr deutlich aufgeschrieben – es gibt viele Aspekte, aber worauf es jetzt ankommt, ist das, was Jakobus auch sagt in Kapitel 5, Vers 16: „Bekennt einander die Übertretungen, dass ihr geheilt werdet.“

[45:42] Das bedeutet, dass, wenn wir Gott um Heilung bitten, dass Gott von uns möchte, dass wir alles, was unter uns Geschwistern nicht im Reinen ist, dass wir das ausräumen, dass wir es vor Gott bringen und dass wir dann auch Gott bitten, unser Herz zu durchforschen, dass er uns zeigen kann, wo im eigenen Leben die stinkenden Fische sind. Und ich kann euch sagen: Wenn Gott einem das dann aufzeigt, dann stinkt es manchmal sehr gewaltig. Und für das eigene Ich ist es so erniedrigend, wenn man dann zu Leuten gehen muss und sie um Vergebung bitten muss, wenn man etwas über sie gesagt oder gegen sie getan hat, was nicht im Einklang ist mit dem Wort Gottes. Und noch demütigender ist es dann, wenn man zu anderen Leuten gehen muss, denen man bekennen muss, dass man über jene Geschwister etwas gesagt hat, was nicht richtig ist. Aber hinterher, wenn wir das getan haben, wird Gott uns so eine friedsame Frucht der Ruhe ins Herz geben, und wir werden die Gewissheit haben, dass Gott uns vergeben hat und dass Gott sich verherrlichen möchte.

[46:44] Im Falle meiner Krankensalbung war das so eindrücklich, dass Gott nach dem Gebet sich so mächtig gezeigt hat, dass ich wusste, dass Gott geantwortet hat. Ich wusste nicht genau, wie die Antwort aussieht, aber ich wusste, er hat es gehört, er hat es angenommen, und er hat in dem Fall mit mir einen Bund geschlossen, und er würde seinen Plan, den er hat, weiter ausführen.

[47:10] Wir müssen nicht immer todkrank werden, um an diesem Punkt geführt zu werden, dass wir versöhnungsbereit sind. Es ist ein Schritt, den Gott uns manchmal führt, weil wir auf andere Möglichkeiten, da wir auf andere Möglichkeiten nicht gehört haben. Aber wir müssen nicht immer dahin kommen. Lasst uns heute diesen Schritt gehen und erfahren, was es heißt, einander zu dienen.

[47:37] Wenn wir alles tun, was wir können, um Streit beiseitezulegen, dann wird sich das Bibelwort in Matthäus 7, Vers 2 an uns erfüllen, wo es heißt: „Mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird euch zugemessen werden.“ Wir sehen das oft nur im Kontext von Richten, wo wir denken, okay, wenn ich einen anderen richte, werde ich auch gerichtet werden. Und das stimmt, das ist auch der Kontext davon. Aber Jesus sagt hier noch viel mehr. Er sagt: „Mit dem Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird euch zugemessen werden.“ Mit dem Maß, wie wir andere behandeln, wird uns zugemessen werden, wir behandelt werden. So wie wir den anderen die Hand ausstrecken zur Versöhnung, wird uns die Hand ausgestreckt werden. Und dann wird die Versöhnung aufgehen wie die Sonne.

[48:24] Gott lässt uns durch inspirierte Feder wissen – wir finden das im ersten Band der Zeugnisse, im Englischen auf Seite 143: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und die Tür auftut, zu dem will ich hineingehen und will mit ihm essen, und er mit mir.“ Ich habe gesehen, dass sich bei vielen so viel Unrat vor der Tür ihres Herzens aufgetürmt hat, dass sie die Tür nicht aufbekommen. Hier zitiert sie den Text aus Offenbarung 3. Jesus sagt: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an, ich bin nicht im Herzen drin.“ Und der Geist der Weissagung sagt uns: „Bei vielen Menschen hat sich vor der Tür so viel Unrat, so viel Müll angehäuft, dass wir die Tür gar nicht aufbekommen für Christus.“ Und sie sagt jetzt einen Grund, was dazu führt, dass dieser ganze Müll vor dem Herzen ist, was dieser Müll eigentlich ist:

[49:18] „Manche haben Schwierigkeiten, zwischen sich und ihren Brüdern zu beseitigen. In vielen adventistischen Herzen kann Jesus nicht einziehen, weil Schwierigkeiten zwischen uns nicht beseitigt sind.“ Wenn der Heilige Geist euch jetzt überführt, Schwierigkeiten auszuräumen, die Hand dem anderen auszustrecken, auch wenn das für uns erstmal Selbstverleugnung und Demütigung bedeutet, dann widersteht ihm nicht!

[49:43] Dieses Hinter-dem-Rücken-Reden muss aufhören! Denn der Geist der Weissagung sagt im gleichen Buch, zwei Seiten weiter, Folgendes über Gläubige, die sich den ganzen Tag nur darüber auslassen, was andere Geschwister nicht richtig machen oder nur über andere lästern – Seite 145: „Wenn sie sich nicht bessern, wird es keinen Platz im Himmel für sie geben, denn sie würden den Herrn selbst tadeln.“

[50:10] Als ich das gelesen habe, habe ich mir gedacht: „Wow!“ Leute, die nichts anderes zu tun haben, als ständig nur über andere zu lästern – auch wenn wir das vielleicht nicht als Lästern bezeichnen würden, sondern sagen: „Na ja, der hat einen Fehler gemacht, wir reden ja nur darüber.“ Oftmals ist es schon Lästern, Geschwister, weil der schmale Weg, der Grat, sage ich mal, zwischen Lästern und über Fehler reden, ist oftmals nicht so weit, wie wir denken, dass er ist. Und oft lästern wir mehr, als dass wir wirklich suchen, dass unser Nächster wiederhergestellt wird. Weil, was bringt es denn, wenn wir untereinander über einen Dritten lästern, über einen Dritten seine Fehler reden, aber keinen Schritt tun, um ihm zu helfen, wieder von seinen Abwegen umzukehren? Das ist Lästern! Und sie sagt: „Wer damit nicht aufhört, wer sich nicht bessert, wird keinen Platz im Himmel haben, weil sie selbst Christus tadeln würden.“ Das ist unfassbar! Wie kann man denken, dass der Himmel einen Platz finden wird, wenn wir Selbstlosigkeit gar nicht gewohnt sind? Wie wollen wir denn die Ewigkeit mit denen verbringen, wenn wir sie nicht mal zwei Stunden morgens am Sabbat ertragen oder wenn wir nicht mal den Gedanken an sie ertragen, geschweige denn die Ewigkeit?

[51:24] Diese ganze Selbsterhöhung, dieses elendige Herausreden aus Konflikten muss aufhören! Ja, diese Haltung von: „Ich habe ein-, zwei-, dreimal Hallo gesagt, aber er ist ja nicht angesprungen oder sie hat ja nicht reagiert.“ Das muss aufhören, Geschwister, das ist kein christliches Verhalten! Wer immer die Schuld nur bei dem anderen sieht, sofern es nicht auf Kosten der Wahrheit ist, hat nicht verstanden, wo Gott ihn heute hinführen möchte. Es ist unsere Pflicht vor Gott, unseren Geschwistern die Hand auszustrecken und uns mit ihnen zu versöhnen, egal, ob sie irren oder wir. Wer nicht in der Lage ist, in den biblischen Spiegel zu schauen und sich von Gott seine Runzeln aufzeigen zu lassen und auszumerzen, der hat ein enormes Problem. Und ja, es ist sehr schmerzhaft, wenn Gott einem das aufzeigt, aber es ist auf der anderen Seite so heilsam, dass er es tut, damit wir Freude und Orientierung bekommen können.

[52:21] In „Erfahrungen und Gesichte“, Seite 112, 113, gibt es auch ein faszinierendes Zitat. Es heißt dort, es geht um ein Konfliktgespräch: „Das Gespräch zwischen den Beteiligten hat sich stundenlang hingezogen.“ Das kennen wir auch. Manchmal gibt es solche Klärungsgespräche in der Gemeinde, und es zieht sich stundenlang, tagelang, wochenlang. Am Ende ist auch nichts passiert, man hat sich nur die Nerven kaputt gemacht. Aber jetzt kommt die Lösung für das Ganze: „Wenn Stolz und Selbstsucht beiseitegelegt würden, könnten in fünf Minuten die meisten Schwierigkeiten beseitigt sein.“ Wenn Stolz und Selbstsucht beiseitegelegt würden, könnten in fünf Minuten die meisten Schwierigkeiten beseitigt werden. Sie sagt hier nicht: „Alle Probleme, nicht alle Schwierigkeiten.“ Manche Schwierigkeiten sind sehr komplex, die kann man nicht so schnell lösen. Aber es ist trotzdem faszinierend, dass sie hier sagt, unter Inspiration des Heiligen Geistes: „Wenn Stolz und Selbstsucht beiseitegelegt würden, könnten die meisten, die meisten Schwierigkeiten in fünf Minuten beseitigt sein.“ Fünf Minuten!

[53:32] Ja, wie gesagt, es sind nicht alle Probleme so schnell lösbar, aber wer sagt: „Das glaube ich nicht, das kann nicht sein“, der soll es ausprobieren! Legt euren Stolz und Selbstsucht beiseite, nehmt eine Stoppuhr und guckt, wie schnell ihr eure Probleme lösen könnt. Ich meine, überlegt mal: Streitigkeiten, die sich jahrelang hinziehen, jahrelang, könnten in fünf Minuten beerdigt sein, wenn wir diesen Stolz, den auch die Apostel hatten, beiseitelegen würden und einander dienen würden, einander die Hand ausstrecken würden und füreinander die extra Meile gehen würden. Fünf Minuten, und alles könnte am Fuß des Kreuzes liegen bleiben und würde uns nicht mehr tangieren.

[54:16] Gott möchte, dass wir so handeln, und wird es uns vergelten. Lasst uns mit dem Wort Gottes abschließen, und während ihr es hört, möchte ich euch bitten, dass ihr betet, dass Gott euch noch mal persönlich zeigt, wo in eurem Herzen Veränderung stattfinden muss. Bittet auch um Kraft und Demut, dass wir diese ganzen Streitigkeiten, diese ganzen Ungereimtheiten beiseitelegen können, dass wir anfangen werden, einander zu dienen, weil nur so und nicht anders wird in unser Leben Licht kommen, wie Jesaja es gesagt hat. Und nur so wird Orientierung in unser Leben kommen, und nur so wird, auch wenn die äußeren Umstände nicht danach aussehen, nur so wird das Jahr 2023 und auch alle Folgejahre zu einem uns und vor allem dem Herrn angenehmen Jahr.

[55:10] Lasst uns 1. Korinther Kapitel 6, Verse 2 und 3 sowie 7 bis 9 lesen. Paulus schreibt hier: „Wisst ihr nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden? Wenn nun durch euch die Welt gerichtet werden soll, seid ihr dann unwürdig, über die allergeringsten Dinge zu entscheiden? Wisst ihr nicht, dass wir Engel richten werden? Wie viel mehr die Angelegenheiten dieses Lebens!“

[55:40] Paulus sagt uns hier, dass im Millennium, in diesem tausendjährigen Reich, in das wir bald eintreten werden, Gott die Bücher vor uns auftun wird, und wir sehen werden, warum manche Menschen, die wir nicht im Himmel erwartet hätten, dort sind. Und er wird uns vor allem auch zeigen, warum manche Menschen, die wir dort erwartet hätten, nicht da sind. Aber es geht sogar noch einen Schritt weiter: Gott wird sich so transparent machen, dass er uns offenlegen wird, dass wir erkennen werden, warum die gefallenen Engel – keine Umkehr mehr, für sie keine Umkehr mehr möglich war, warum sie sich selber entschieden haben, gegen Gott zu gehen, warum sie verloren sind. Gott wird uns das alles offenlegen, und wir werden durch unseren eigenen Verstand, durch unser eigenes Urteilsvermögen künden können: „Der Herr hat gerecht entschieden.“ Und Paulus sagt hier: „Wenn wir tatsächlich über das ewige Schicksal von Dämonen entscheiden werden, beziehungsweise sagen werden: ‚Der Herr hat gerecht entschieden‘, und Gott sich so offenlegt, wenn wir das machen können“, er sagt: „Warum sind wir dann unwürdig, über die allergeringsten Dinge in der Gemeinde zu entscheiden? Warum führen wir solche sinnlosen Streitereien über Thema X, Y? Warum können wir da nicht dem Wort Gottes folgen und eine klare Entscheidung zum Guten hin treffen?“

[57:07] Vers 7: „Es ist ja überhaupt schon ein Schaden unter euch, dass ihr Prozesse miteinander führt. Warum lasst ihr euch nicht lieber Unrecht tun? Warum lasst ihr euch nicht lieber übervorteilen? Warum pochen wir wie ein sturer Bock auf unser Recht? Warum sind wir solche Betonköpfe? Warum lassen wir uns nicht lieber übervorteilen und sagen: ‚Gut, ich trage diese Schande geduldig um Christi willen.‘ Stattdessen übt ihr Unrecht und übervorteilt, und dies gegenüber Brüdern!“ Der Punkt ist nicht, dass wir nicht mit der Welt so umgehen können, sondern es geht um die eigene Gemeinde. „Wisst ihr denn nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden?“ Und Paulus spricht hier über Ungerechte, die im Gemeindekontext über Streitigkeiten ungerecht entscheiden, ungerecht sich verhalten. Die werden im Reich Gottes keinen Platz haben. Warum wollen wir im Versöhnungsprozess nicht die extra Meile gehen? Warum führen wir Prozesse miteinander? Warum führen wir solche langen Streitereien? Und warum sind diese Prozesse meistens sogar ungerecht? Warum verstehen wir nicht, dass uns das vom ewigen Leben ausschließen kann oder wird, sofern wir uns ändern?

[58:28] Geschwister, wir sind jetzt hier an einem Punkt angelangt, wo Gott uns hingeführt hat, wo wir das sicherlich vom Verstand her mit einem Ja bekunden werden, dass wir uns ändern möchten, dass wir das als Realität sehen möchten in der Gemeinde. Aber die Frage ist: Wie machen wir jetzt weiter? Bleibt es dabei, dass wir das rein intellektuell oder vielleicht sogar aus einer Überzeugung, die uns der Heilige Geist gegeben hat, jetzt mit einem Ja besiegeln und sagen: „Wir wollen das tun“? Aber wie geht es tatsächlich weiter? Wir können durch Gottes Gnade heute diesen Neujahrs- oder überhaupt diesen Vorsatz fassen, das zu ändern, weil Gott sich in seiner Gemeinde verherrlichen möchte und sehnsüchtig darauf wartet, wie Paulus es gesagt hat: „Christus in uns, das Geheimnis, was unter den Heiden nicht verstanden wird, dass sich Christus in einem Menschen verherrlicht.“ Gott möchte das sehen, und es wird auch uns helfen, dass wir in das liebevolle, selbstlose und dienende Bild Jesu wieder umgestaltet werden. Das ist die einzige Möglichkeit, Orientierung zu bekommen. Geschwister, es wird Gott ein Lächeln aufs Gesicht bringen, wenn wir uns jetzt wirklich im Gebet vor ihm beugen werden, sagen: „Herr, ich weiß um die Fehler in meinem Charakter, ich weiß um die Fehler in meiner Gemeinde, aber ich bitte dich, dass du mir hilfst, das umzusetzen. Zeig mir, wo ich anfangen soll zu dienen. Zeig mir, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und den Menschen zu dienen, ihnen durch praktischen Dienst das Evangelium zu bringen.“

[1:00:01] Überlegt dann mal – und das ist keine Utopie, das ist nichts Ungreifbares, das ist nichts Unmögliches, was ich hier euch sage – was glaubt ihr, wie das sein wird, wenn wir ohne Vorbehalte in die Gemeinde kommen werden, mit tiefem Frieden, mit völliger Einheit einander begegnen können? Wenn wir mit jedem in der Gemeinde gerne reden, wenn wir mit jedem lachen können und ohne Bauchschmerzen und schlechte Gedanken uns begegnen können, zusammen dann beten, zusammen Menschen retten. Das ist genau das, was in der Urgemeinde auch vorgeherrscht hat. Und Geschwister, das ist nichts Unmögliches. Die Bibel sagt: „Mit Gott sind alle Dinge möglich.“ Die Frage ist nur, wie wir uns dazu entscheiden.

[1:00:51] Wir können heute zu diesen Friedensstiftern werden. Und wenn es auch euer Wunsch ist, so zu dienen, wie Christus gedient hat, damit die Herrlichkeit Gottes über uns aufgeht und dass die Herrlichkeit Gottes sichtbar wird und die Menschen zu Gottes Volk strömen werden, nicht wegen uns, sondern wegen Gottes Wesen, dann möchte ich euch bitten, dass wir gemeinsam beten, und wer kann, auch zum Gebet niederknie, dass wir Gott das vorlegen werden.

[1:01:19] Himmlischer Vater, wir möchten dir danken, dass du uns geführt hast in diesem Studium. Wir wollen dir danken, dass du uns gezeigt hast, was der einzige Weg ist, die einzige Möglichkeit, aus dieser dichten und dunklen, depressiven Orientierungslosigkeit herauszukommen. Vater, wir haben gesehen, dass es der eigene Stolz ist, der die Apostel, aber der auch uns hindert, zu dienen und zu verstehen, was dein Werk eigentlich ist. Vater, du siehst all die Herzen, die sich jetzt vor dir beugen. Du siehst jeden, jede Regung im Herzen, du siehst jeden Gedanken, den wir denken. Wir bitten dich, dass du, Herr, die Fesseln, die Satan um unsere Herzen gelegt hat, zerreißt, dass du diese Banden zerbrichst und dass dein Licht in unser Herz scheint, dass wir Veränderung erfahren und dass wir willig sind und dass du uns aber auch zeigst, wo wir unserem Nächsten dienen können. Hilf uns, Herr, untereinander zu dienen und zu verstehen, was es bedeutet, einander die Füße zu waschen, dass es nicht nur Hydrotherapie ist, sondern dass es um eine innere Haltung geht. Und dann hilf uns, Herr, dass wir durch diesen Dienst verstehen werden, wie wir Menschen erreichen, dass Menschen durch diesen Dienst zu dir gezogen werden. Herr, mögest du jedem helfen, diesen Vorsatz, den auch du umgesetzt hast, umzusetzen, und mögest du uns helfen, das zu bewahren, nicht abzufallen davon. Und mögest du am Ende des Jahres und auch am Ende unseres Lebens dann sagen können: „Das war ein mir angenehmes Jahr, und ich konnte mich durch diesen Menschen verherrlichen.“ Wir möchten dir danken, dass du alles bereitstellst dazu und dass wir durch dich zu Friedensstiftern werden können und dass wir Werkzeuge sein dürfen in deinem Abschlusswerk. Das beten wir in Jesu Namen. Amen.

[1:03:09] Ihr Lieben, ich möchte euch auch gerne einladen zum nächsten Vortrag, der den Titel trägt: „Der beste Influencer: Jesus als Kind.“ Die Kindheit Jesu ist vielleicht schmal beschrieben, aber es sind so wichtige und entscheidende Lehren da drin, die das Fundament waren für seinen späteren Dienst, mit dem wir uns heute intensiv beschäftigt haben. Und ich denke, dass für jeden Menschen, aber besonders auch für Kinder und Jugendliche, die Gott dienen möchten, die verstehen möchten, was das bedeutet, dass ein sehr, sehr entscheidender Vortrag sein kann, zu erkennen, wie Jesus in der Kindheit gelebt hat, wie er gedient hat und was wir davon lernen können. Deswegen schaltet auch beim nächsten Mal ein zu dem Vortrag „Der beste Influencer: Jesus als Kind.“ Bis dahin möge Gott euch segnen, möge Gott uns helfen, diese Vorsätze umzusetzen, möge Gott uns zu Friedensstiftern machen, damit Menschen durch uns gerettet werden können.


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