In diesem Video der Serie „Keine Zeit für Untätigkeit“ beleuchtet David Nießner die tiefgründige Frage „Willst du vollkommen sein?“. Anhand biblischer Beispiele wie der Heilung des Kranken am Teich Bethesda und der Begegnung mit dem reichen Jüngling erklärt er, warum Jesus Fragen stellt und welche Rolle unsere Entscheidungsfreiheit auf dem Weg zur geistlichen Vollkommenheit spielt. Der Vortrag ermutigt dazu, die Ursachen unserer geistigen Hindernisse zu erkennen und den Weg der Veränderung aktiv zu beschreiten, während er gleichzeitig Missverständnisse über die Bedeutung von Vollkommenheit ausräumt.
Keine Zeit für Untätigkeit: 5. Willst du vollkommen sein?
David Nießner · Keine Zeit für Untätigkeit ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Christlicher Lebensstil, Grundlehren der Bibel, Leben als ChristWeitere Aufnahmen
Serie: Keine Zeit für Untätigkeit
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Transkript
[0:32] [Musik] [Applaus]
Willst du vollkommen sein? Ihr Lieben, ich begrüße euch recht herzlich zu unserem fünften Teil in dieser Serie, wo wir uns beschäftigen mit aktuellen Themen für diese Zeit, aber nicht unbedingt prophetisch nur gesehen, was in der Welt passiert, sondern ganz besonders, was Gott von uns als Volk Gottes dieser letzten Zeiten möchte. Und in diesem Thema möchten wir uns der wichtigen Frage stellen: "Willst du vollkommen sein?" Bevor wir einsteigen und gemeinsam die Bibel öffnen, lade ich euch ein, das Haupt zu neigen und zu beten.
[1:01] Himmlischer Vater, wir wollen dir von Herzen danken, dass wir auch heute wieder das Vorrecht haben, dein Wort zu studieren. Und wir bitten dich auch heute nach deiner Verheißung, dass du uns leitest durch den Heiligen Geist, dass du uns in alle Wahrheit führst und dass wir dieses Thema, das oft so missverstanden, auch abgelehnt wird, besser verstehen werden. Dir dankbar sein werden, hinterher und näher zu dir gezogen werden. Das bitten wir und danken es in Jesu Namen. Amen.
[1:31] Ihr Lieben, zu Beginn möchte ich eine Frage stellen. Und diese Frage bedeutet: Warum stellt man Fragen? Jetzt mag jemand sagen, man stellt Fragen vielleicht, um Zeit zu gewinnen in unangenehmen Gesprächen, wenn man nicht weiß, wie man weiter sprechen soll. Aber es hat einen tieferen geistigen Sinn, warum ich diese Frage stelle. Wenn wir das Leben Jesu anschauen, dann sehen wir, dass er oft, wenn er mit Menschen ins Gespräch kam, ob es jetzt kontroverse Gespräche waren oder ob es Gespräche waren, wo er zu Entscheidungen geführt hat, dass gewissen Punkten, wo es wichtig wurde, eine Frage gestellt hat.
[2:05] Lass uns gemeinsam einmal ein Beispiel anschauen, von wo aus wir dann das Thema "Willst du vollkommen sein?" in der Bibel näher studieren werden. Und ich glaube, dass das ein sehr wichtiges Thema ist, weil es mir persönlich die Bibel noch weiter geöffnet hat und noch mehr Freude im Glaubensleben gebracht hat. Schlagt mit mir Johannes Kapitel 5 auf.
[2:28] In Johannes Kapitel 5 wird uns gesagt ab Vers 1: "Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. Es ist aber in Jerusalem beim Schafstor ein Teich, der auf Hebräisch Bethesda heißt und der fünf Säulenhallen hat. In diesem lag eine große Menge von Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten, welche auf die Bewegung des Wassers warteten. Denn ein Engel stieg zu gewissen Zeiten in den Teich hinab und bewegte das Wasser. Und wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der wurde gesund, mit welcher Krankheit der aber auch geplagt war."
[3:05] Es war der allgemeine Glaube, dass wenn sich in diesem Wasser eine Regung zeigt und man diese kleinen Kreise, von was auch immer sie ausgelöst wurden, sieht, dass dann ein Engel hinabstieg und jeder, der in das Wasser geht, zumindest der, der zuerst unten war, wird von seiner Krankheit gesund werden. Und wenn man den Bericht auch sieht, dann merkt man, dass da Hunderte Menschen drauf gewartet hatten, weil viele Kranke in diesen Hallen lagen, um auf diesen einen Moment zu warten, der für viele vielleicht gar nicht kommen sollte.
[3:35] Denn Vers 5 sagt uns: "Es war aber ein Mensch dort, der 38 Jahre in der Krankheit zugebracht hatte." 38 Jahre wartet dieser Mensch auf diesen einen Moment, von dem er hofft, dass er dann gesund werden kann. Und dieses lange Warten sollte aber bald zu Ende gehen. Vers 6: "Als Jesus diesen da liegen sah und erfuhr, dass er schon so lange Zeit in diesem Zustand war, spricht er zu ihm: 'Willst du gesund werden?'"
[4:06] Ihr Lieben, das ist eine Frage, die man so erstmal nicht erwartet dort. Da liegt jemand, der ist 38 Jahre krank, wartet sehnsüchtig auf den einen Moment, wo er gesund werden kann. Und dann kommt Jesus vorbei und fragt ihn: "Willst du gesund werden?" Es ist weder provokativ noch überheblich, was Jesus fragt. Es hat einen ganz tiefen Grund, warum er diese Frage stellt.
[4:28] Möchte euch dazu, bevor wir weitergehen in der Bibel, eine Erfahrung erzählen, die ich letzte Woche gemacht hatte. Ich habe seit einiger Zeit einen ehemaligen Glaubensbruder kennengelernt, der leider sehr in Alkoholsucht abgerutscht ist und auch viel raucht, auch viele okkulte Belastungen hat und sehr stark auch daran zweifelt, dass Gott es mit ihm gut meint, dass er immer noch zu retten ist und dass Gott einen Plan hat für ihn. Und die ersten Male, als ich ihn besucht hatte, haben wir immer zusammen die Bibel studiert und besonders die Stellen, wo sehr deutlich wird, dass Gott jeden Menschen retten möchte.
[5:06] Und wir denken vielleicht oft, wenn wir in der Gemeinde sitzen und alles schön ist und ich sag mal in Anführungszeichen "rosarot" ist, dass diese Texte für uns fast keine Bedeutung mehr haben. Wir hören sie und denken uns: "Das kenne ich schon." Aber ich kann nicht sagen, es ist so eine Macht, wenn man mit Menschen studiert, die das nicht begriffen haben und man selbst wieder sieht, was Gott eigentlich für einen Menschen getan hat. Wenn man diese Gleichnisse liest von dem einen verlorenen Schaf, von diesem einen verlorenen Talent, von dieser einen Grosche, die verloren geht, und man sich bewusst macht, dass es bedeutet, dass Christus für einen einzigen Menschen gekommen wäre und dieser Mensch ich sein kann, dann bringt einen das ziemlich nahe auf den Boden und macht einen sehr demütig. Und man sieht dann auf der anderen Seite, wie mächtig Gottes Wort ist, wenn diese Menschen, die daran Zweifel haben, aufblühen.
[5:56] Aber es gab dann irgendwann Punkte, weil dieser Mann auch sehr in seinen Gedanken versunken war, sich sehr von Gefühlen und Umständen hat lenken lassen, dass er irgendwann zu mir sagte: "Weißt du, das bringt alles nichts und mit Gott, das funktioniert nicht. Und je mehr ich mich Gott hingebe, desto schlimmer werden die Kämpfe und der Satan greift umso mehr an." Und ich hatte viel für ihn gebetet und auch die Gemeinde. Und wir hatten ihn ermutigt, dass er weiter diesen Weg geht, dass es so gesehen erstmal nicht einfach wird, aber dass er einen richtigen Weg eingeschlagen hat. Und man konnte auch schon langsam sehen, wie Gott ihn immer mehr und immer weiter vorbereitet und immer freier macht.
[6:34] Aber er hat sich auch trotzdem leiten lassen von seinen stofflichen Süchten und hat gewisse Ratschläge nicht angenommen, hat dann angefangen, mich zu versetzen, hat die Tür nicht mehr aufgemacht oder hat abgesagt spontan. Und so. Und na ja, es war dann die Frage, wie geht es weiter mit ihm? Und Gott hat mir dann einen Gedanken gegeben, ihn einzuladen in den Garten, um ihn dort so zu therapieren. Und als er angefangen hatte, sich körperlich zu bewegen und seine ganzen Gedanken verloren hatte, hat er auf einmal gesagt: "Weißt du, Gott hat mir heute gezeigt, ich muss wieder arbeiten." Und er hat gesprüht vor Freude. Und ich war selber total überrascht, dass körperliche Arbeit mit einem Menschen machen kann. Aber auch das hat nur so lange gehalten, bis das nächste emotionale Tief kam, in das er wieder reingerutscht ist.
[7:19] Und dann einem Mittwoch, dann letzte Woche, als wir Gebetskreis hatten, bin ich abends dann noch zum Garten gefahren und habe gesehen, wie er auf dem Netto-Parkplatz auf einer Parkbank sitzt, neben ihm eine Flasche Bier und so eine kleine Schnapsflasche. Und ich habe dann angehalten, mit ihm gesprochen und wieder die gleiche Leier. Er hat wieder erzählt, dass er nicht mehr zu retten ist und es keine Möglichkeit mehr gibt und er kommt einfach nicht weg davon. Und er fragt sich, warum Gott nicht einfach ein Wunder wirkt, dass er frei wird.
[7:44] Und ich hatte dann innerlich gebetet und habe ihm dann nur eine Frage gestellt. Habe ihn gefragt: "Möchtest du frei werden? Willst du den Alkohol aufgeben?" Und er hat dann gesagt: "Ich weiß es nicht, ob ich das will." Und ich habe ihm dann sehr sanft – man muss sehr vorsichtig sein mit solchen Menschen – dann aber gezeigt, dass Gott kein Wunder wirken wird, wenn man nicht diese Entscheidung hat. Ich habe ihm gesagt, wenn du an die Gergasener denkst, die Besessenen in den Gräbern, die von 6000 Dämonen besessen waren, die nicht mal selber reden konnten, hatten diesen einen kleinen Wunsch in der Seele, frei zu werden. Jesus hat diesen Wunsch, der zugemüllt war von 6000 Dämonen, gehört und er hat sie frei gemacht."
[8:25] Und er hat dann gesagt: "Warum offenbart sich Gott nicht so mächtig und macht mich einfach von diesen ganzen Sachen frei?" Und ich habe dann innerlich gebetet, gesagt: "Herr, offenbare dich in deiner ganzen Herrlichkeit, dass er merkt, dass du ihn nicht aufgegeben hast." Und so haben wir weiter gesprochen und ich habe ihm nochmals gesagt: "Alles hängt an deiner Entscheidung. Wenn du frei werden willst, wird Gott dir auch die nächsten Schritte zeigen. Aber wenn du weiter trinken möchtest, weil du denkst, das ist deine Lösung, dann wirst du immer ein Gefangener davon bleiben."
[8:59] Und so haben wir ein bisschen gesprochen. Irgendwann kam der Punkt, wo er mich angesehen hat und mir sehr tief in die Augen geschaut hat. Und es ist nicht unbedingt angenehm, wenn einmal dann noch die Alkoholfahne ins Gesicht gepustet wird. Aber er sagte: "Du hättest mich fast gehabt. Ich hatte noch nie so eine starke Überzeugung in mir, dass ich frei werden möchte." Der Mann hat an diesem Tag die Entscheidung leider nicht getroffen. Aber Gott hat sich für ihn so mächtig offenbart, nachdem wonach er gefragt hat, dass er in ihm diese Entscheidung so weit hat reifen lassen, dass nur noch ein "Ich möchte frei werden" gefehlt hat. Hätte er diese Entscheidung getroffen, hätte Gott ihn noch weitere Schritte führen können.
[9:39] Aber das ist der Grund, warum Jesus Fragen stellt. Das ist der Grund, warum viele Menschen auch nicht frei werden können, weil sie auf die Frage "Willst du gesund werden? Willst du frei werden?" keine klare Antwort haben und denken, dass Gott für sie Dinge tut, die sie selber tun könnten. Sicherlich können wir uns nicht befreien aus Süchten und aus solchen zwanghaften Gefangenschaften. Das Einzige, was wir können, wo auch der Satan nichts gegen tun kann, ist die Entscheidung zu treffen. Der Jordan hat sich bei den Israeliten geteilt, als der Fuß der Priester im Wasser war. Die Israeliten haben das Wasser nicht geteilt, aber sie haben die Entscheidung gehabt, voranzugehen im Glauben.
[10:17] Und das ist so ein wichtiger Punkt, wenn wir manchmal über einige Fragen uns wundern, die Jesus gestellt hat, wo man sich denkt: "Ist doch offensichtlich, dass der Mensch gesund werden will", dann möchte Jesus sie auf etwas hinweisen.
[10:32] Wenn wir nämlich Vers 14 lesen, sagt Jesus, nachdem er dann gesund geworden ist: "Danach findet ihn Jesus im Tempel und spricht zu ihm: 'Siehe, du bist gesund geworden. Sündige hinfort nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres wieder fährt.'" In diesem Fall sagt uns auch der Geist der Weissagung, dass die Krankheit dieses Menschen eine Folge der Übertretung der Naturgesetze war, die er begangen hat.
[10:54] Also, wenn Jesus diese Frage stellt: "Willst du gesund werden?", hat das zwei Gründe. Erstens möchte er auf die Ursache hinweisen und zeigen: Solange wir die Ursache nicht beheben, solange wir nicht die Entscheidung treffen, frei werden zu wollen, wird Gott uns auch nicht freimachen können. Und die zweite, der zweite Grund, warum er die Frage stellt, ist: "Willst du gesund werden?" ist eine Frage, die ihn direkt zu dem hinbringt, der ihn freimachen kann. Es ist nicht der Teich oder der mysteriöse Engel, der hinabsteigt. Es ist Christus allein, der einen Menschen gesund machen kann. Und deswegen stellt Jesus Fragen.
[11:31] Ihr Lieben, ich glaube, dass diese Thematik nicht nur auf körperliche Krankheiten zutreffen muss, sondern es geht noch weiter, nämlich in eine Gefangenschaft, die viel tiefer ist. Und dazu möchte ich euch einladen, dass wir uns gemeinsam die Begebenheit von dem reichen Jüngling anschauen.
[11:46] Wenn wir gleich den Text lesen, wundert euch nicht über die verschiedenen Farben. Ich habe diese Begebenheit in den Evangelien parallel studiert und habe das, was ich bei Matthäus gefunden habe, gelb markiert, bei Markus blau, bei Lukas habe ich es weiß gelassen. Und es ist sehr interessant, weil die Bibel sich wunderbar ergänzt. Und wenn man diese Texte übereinander legt, dann sieht man ein wundervolles Bild und viele Details, die manche Evangelisten auslassen, die andere aber erwähnen. Deswegen lasst uns hier dieses Gleichnis lesen und sehen, warum auch Jesus hier eine entscheidende Frage stellt, nach der auch dieser heutige Vortrag benannt ist.
[12:23] Wir lesen also Matthäus 19, Verse 16 bis 22, Markus 10, Verse 17 bis 22 und Lukas 18, Vers 18 bis 23. "Und als Jesus auf den Weg hinausging, lief ein Oberster herzu, trat herzu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn und sprach: 'Guter Meister, was soll ich oder muss ich tun, um das ewige Leben zu erben oder zu erlangen?'"
[12:50] Das Bemerkenswerte ist, weil es nur Markus erwähnt, dass dieser Jüngling, dieser Oberste, der eine hohe Stellung hat in seinem jungen Alter, wirklich ernsthaft zu Jesus kam, vor ihm auf die Knie gefallen ist und gesagt hat: "Was muss ich tun, damit ich das ewige Leben bekomme?" Dieser Mann hat offensichtlich gemerkt, dass in seinem Leben etwas nicht passt. Es gibt eine Kleinigkeit, die er selber vielleicht nicht benennen konnte, wo er aber gemerkt hat: "Das hindert mich, geistig zu wachsen." Und so kam er wirklich aufrichtig zu Jesus, fiel vor ihm auf die Knie und stellte ihm diese Frage.
[13:28] "Da sprach Jesus zu ihm: 'Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein.'" Das ist auch noch ein interessanter Punkt hier. Jesus sagt hier nicht: "Ich bin nicht Gott, nur Gott ist gut, warum nennst du mich gut?" Er sagt ihm: "Warum nennst du mich gut? Wer hat dir gesagt, dass ich Gott bin? Woher weißt du, dass ich derjenige bin, der diese Antwort dir geben kann?" "Willst du aber in das Leben eingehen, so halte die Gebote." Er sagt zu ihm: "Jesus aber sprach: 'Du kennst die Gebote.'"
[14:02] Ist es nicht auch bei uns oft so, dass wir denken, wir warten auf eine neue wunderbare Offenbarung vom Himmel, irgendein Engel, der uns neues Licht bringt, wo wir erkennen: "Diesen Weg muss ich gehen, dann wird alles besser werden." Aber eigentlich kennen wir die Dinge schon, die wir brauchen, die Voraussetzung, die erfüllt werden müssen, damit wir das ewige Leben erben können. "Du kennst die Gebote: Du sollst nicht Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis reden, du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren." Und jetzt fasst er in Matthäus das Ganze noch mal zusammen: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
[14:44] "Der junge Mann aber antwortete und sprach zu ihm: 'Meister, das alles habe ich gehalten von meiner Jugend an.'" Und jetzt stellt diese interessante Frage, die auch hier nur bei Matthäus erwähnt wird: "Was fehlt mir noch?" Ich glaube nicht, dass dieser junge Mann hier sicherlich ein hohes Selbstwertgefühl gehabt und dachte: "Ich bin doch gut." Aber, und er sagt zu Jesus: "Von dem, was du gerade sagst, sehe ich keinen Widerspruch zu dem, wie ich gelebt habe. Was fehlt mir noch?"
[15:20] "Als Jesus dies hörte, blickte ihn Jesus an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm." Der Grund, warum Jesus ihn lieb gewinnt, ist, weil er diese Frage stellt: "Was fehlt mir noch?", weil er wirklich aufrichtig war und gefragt hat: "Was fehlt mir noch? Was muss ich noch erfüllen?" "Und sprach zu ihm: 'Eines fehlt dir noch. Willst du vollkommen sein? So geh hin, verkaufe alles, was du hast, und verteile es an die Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben. Wenn du das gemacht hast, komm, nimm das Kreuz auf dich und folge mir nach.'"
[15:54] Der Weg, den Jesus hier beschreibt, ist: Es gibt eine Sache, die in deinem Leben wichtiger ist als das, was du schon getan hast. Scheinbar hatte dieser junge Mann mit der zweiten Hälfte der Gesetzestafel kein Problem. Er war vielleicht ein guter Mann, er hat seinen Mitmenschen gegenüber nie was Böses getan, war immer freundlich, war immer zuvorkommend, war hilfsbereit. Aber Jesus zeigt ihm, dass die erste Tafel, die wichtiger ist als die zweite Tafel oder den höheren Stellenwert hat, dass dort sein Problem ist. Er sagt: "Eines fehlt dir noch. Das, was du hast, deine ganzen materiellen Güter, sind dein Gott. Und deswegen kannst du Gott nicht so lieben, wie du es gerne möchtest."
[16:37] "Als aber der junge Mann das Wort hörte, wurde er ganz traurig über dieses Wort und ging betrübt davon, denn er war sehr reich und hatte viele Güter." Ihr Lieben, Jesus stellt ihm hier eine Frage und er fragt: "Willst du vollkommen sein?"
[16:56] Ihr Lieben, ich glaube, dass dieses Thema, wenn man das auch in den Gemeinden betrachtet, über die Vollkommenheit, was auch immer das bedeutet – wir möchten es gleich im biblischen Kontext studieren – dass das sehr bekämpft wird, sehr missverstanden wird, aber es ist eines der schönsten Themen. Und bevor wir jetzt auch weiter hineingehen, diese Frage stellt Christus jedem von uns heute: "Willst du auch vollkommen sein?" So wie zu dem kranken Mann am Teich Bethesda die Frage gestellt hat: "Willst du gesund werden?" Er hat gesagt: "Es gibt eine Ursache für deine Krankheit, aber es gibt auch eine Lösung dafür." So fragt auch jeden von uns heute: "Willst du vollkommen sein?" Er sagt: "Es gibt einen Grund, warum ihr selbst auch merkt, dass ihr geistig noch wachsen müsst. Ihr merkt, irgendetwas passt nicht. Es gibt einen Grund dafür. Willst du diesen Grund erkennen? Und wenn ja, willst du dann auch den Weg gehen, diesen Grund zu beseitigen und dann Schatz im Himmel zu haben?"
[17:59] Deswegen, wenn wir jetzt auch das Bibelwort studieren, nehmt das noch mal persönlich ins Gebet, bevor wir weiter in die Bibel hineingehen, euch die Frage zu stellen: "Möchte ich vollkommen sein? Möchte ich diesen Weg gehen, den Gott mich führt Schritt für Schritt bis dahin, wo er mich haben möchte."
[18:15] Lass uns zu Beginn noch einige Dinge klären, wenn wir über Vollkommenheit sprechen, weil ich glaube, dass es oft sehr missverstanden wird. Ich habe euch immer eine Liste gemacht aus dem, was wir auch gleich studieren werden, was Vollkommenheit nicht bedeutet, was man aber oft voraussetzt und denkt, wenn Leute von Vollkommenheit sprechen, dann meinen sie genau das. Aber das möchte ich vorher geklärt haben, dass wir hier auf dem selben Fundament uns bewegen können.
[18:40] Wenn wir von Vollkommenheit sprechen, dann sprechen wir nicht davon, dass wir eine absolute Vollkommenheit erlangen wie Gott. Wenn ich davon spreche, dass Gott uns vollkommen machen möchte, dann meine ich nicht, dass wir auf ein Level oder auf einen Status kommen mit Gott. Genauso bedeutet das auch nicht, dass wir mit Christus gleich werden. Ja, wir werden sein Ebenbild werden, ihm ähnlicher, bis wir sein Bild eines Tages widerspiegeln werden. Aber wir werden weder die Stellung noch die Macht noch das Wissen noch alles, was Christus als Gott beinhaltet, erreichen. Es meint im Übrigen auch nicht, und das werden wir auch noch sehen, kein Mangel an Schwäche. Es bedeutet auch nicht, dass wir von Versuchungen frei sind. Bedenken wir: Jesus war vollständig frei von Sünde, und er wurde sein ganzes Leben lang versucht, aber er siegreich geblieben. Es bedeutet auch nicht, dass wir von körperlichen
[19:34] auch nicht, dass wir von körperlichen Fehlern verschont bleiben. Das ist auch nicht gemeint. Unser Körper wird frei von körperlichen Fehlern und Krankheiten sein, wenn Jesus wiederkommt.
[19:45] Aber wenn wir von Vollkommenheit sprechen, geht es um eine charakterliche Reife. Das werden wir gleich noch genauer sehen. Bedeutet auch nicht, dass wir von geistigen Fehlern frei sind, ja, also im Sinne von, dass wir mal Dinge vergessen können oder etwas falsch verstehen.
[20:00] Und dann ganz wichtig: Vollkommenheit ist weder messbar noch sichtbar noch fühlbar. Die Menschen, die nämlich Christus am meisten widergespiegelt haben, das sehen wir auch in der Bibel, das sind die Demütigsten, die am wenigsten von sich behauptet haben: „Ich bin vollkommen.“ Wenn wir also jemanden hören, der sagt: „Ich bin vollkommen, schaut mich an!“ Übrigens, Paulus sagt das in 1. Korinther 11, Vers 1: „Ahmt mich nach, wie ich Christus nachgeahmt habe.“ Aber er sagt das frei von stolzer Überheblichkeit, er sagt das unter Inspiration des Heiligen Geistes. Aber für uns ist ganz wichtig: Kein Mensch, der vollkommen ist, wird auf der Stirn geschrieben haben: „Ich bin vollkommen“, oder dass man das irgendwie messen kann.
[20:41] Vollkommenheit ist, um es mal vorwegzunehmen, tatsächlich mehr eine Beschreibung von: Habe ich das Licht, das Gott mir gegeben hat, umgesetzt? Man kann es vergleichen mit einer Pflanze. Ein kleiner Same, der anfängt zu keimen, ist von all den Umständen her genauso vollkommen wie ein großer Baum, weil er alle Möglichkeiten, die ihm zur Verfügung standen an Nährstoffen, Wasser und sonstigen Dingen, die zum Wachsen brauchte, genutzt hat.
[21:06] Vollkommenheit schließt ein geistiges Wachstum nicht aus. Denn wenn wir Lukas 2, Vers 52 lesen, dann heißt es, dass auch Christus an Alter und Weisheit und Gnade zugenommen hat. Auch Jesus ist gewachsen und er war ohne Sünde. Vollkommenheit heißt nicht, dass wir nicht mehr wachsen können.
[21:26] Und ganz, ganz wichtig, damit wir auch da uns auf einem Level bewegen: Vollkommenheit ist niemals durch eigenes Tun oder eigene Verdienste erlangbar. Es ist immer das Wirken des Heiligen Geistes und nie unser eigener Verdienst.
[21:47] Zu Beginn noch eine kleine Wortstudie, damit ihr auch hier seht, was der Begriff eigentlich bedeutet, wenn wir im Neuen Testament schauen. Wir werden uns in vielen neutestamentlichen Texten jetzt bewegen. Dann gibt es mehrere Worte, die als „vollkommen“ oder „völlig“ übersetzt werden. Das eine, ihr seht hier einige Beispieltexte, hat den Wortstamm von *Telos*. Und *Telos* ist übrigens das Wort, wo das Wort Teleskop herkommt. Bedeutet immer, dass etwas auf ein Ziel hingerichtet ist, ja. Wir werden das gleich noch in den Texten dann sehen, dass es bedeutet, dass Gott uns auf ein bestimmtes Ziel hin vorbereitet, das wir eines Tages erreichen sollen. Und das andere Wort ist das Wort *artios*. Und wenn Jesus oder die Bibel davon sprechen, dass ein Mensch vollkommen ist oder dass das der Plan ist, den Gott mit einem Menschen hat, bedeutet das, dass er in Gottes Augen bereit sein soll oder geeignet, auch hier für einen bestimmten Zweck. Und das ist auch, denke ich, ein wichtiges Verständnis, dass wir wissen, was „vollkommen“ eigentlich bedeutet. Es bedeutet, es gibt ein Ziel, auf das hingearbeitet wird, und ein Ziel, für das wir bereit sein sollen.
[22:54] Und jetzt werden wir uns anschauen, nach und nach, was das bedeutet.
[23:02] Die erste Frage, die wir uns stellen möchten, ist: Was benennt die Bibel als vollkommen oder vollendet? Lass uns dazu Römer 12, Vers 2 lesen. Paulus sagt hier: „Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“
[23:27] Paulus sagt hier, dass wir uns nicht den weltlichen Gepflogenheiten hingeben sollten, den weltlichen Geschwätz, den weltlichen Sitten, die der Bibel widersprechen, sondern dass wir eine Erneuerung des Sinnes brauchen. Und das ist so entscheidend, damit wir prüfen können, was Gottes Wille für mein Leben ist. Wir können theoretisch viel ableiten aus der Bibel, wo wir theoretisch sagen können, was Gott gerne möchte. Ja, Gott möchte nicht, dass ein Mensch leidet. Gott möchte nicht, dass ein Mensch verloren geht. Gott möchte auch nicht, dass man sich gegenseitig umbringt.
[24:01] Aber was ist mit einem konkreten Plan für mein Leben? Wenn wir das erfahren wollen, dann sagt uns die Bibel: Müssen wir von Gott unseren Geist, unseren Sinn erneuern lassen, damit wir überhaupt in der Lage sind, nach biblischem Maßstab prüfen zu können, was Gottes Plan ist für mein Leben. Er sagt aber auch, dass Gottes Wille vollkommen ist. Also, wenn wir von Vollkommenheit sprechen und sagen, ein Mensch ist auf dem Weg dahin, vollkommen zu werden, oder das ist Gottes Plan, dann sagen wir eigentlich, dass der Mensch auf dem Weg dahin ist, den Willen Gottes vollständig zu erfüllen, weil Gottes Wille, wie es hier heißt, gut ist, er ist wohlgefällig und er ist vollkommen. Also alles, was Vollkommenheit beinhaltet, bedeutet eigentlich so, wie es Gott gedacht hat, so wie es Gott geplant hat, so wie es vor dem Sündenfall von Gott gedacht war. Der Garten Eden war vollkommen. Und wenn wir davon sprechen, dass Gott uns also vollkommen machen möchte, wie ich vorhin schon sagte, dann reden wir davon, dass Gott uns wieder so an diesem Punkt führen möchte, wie es in Eden einmal war, wo es gut ist, wo wir fröhlich sind, wo wir glücklich sind und wo es kein Leid gibt.
[25:11] Im Übrigen, weil man das auch oft hört: Vollkommenheit bedeutet nicht, dass ich nicht mehr lachen darf. Man sieht oft Leute, die davon sprechen oder hört Seminaren zu, die einen sind furchtbar erbost darüber, die anderen reden zwar davon, aber da hängen die Mundwinkel bis zu den Kniekehlen runter und man denkt, das ist wirklich kein sehr überzeugendes Zeugnis und überhaupt nicht ansprechend für dieses Thema.
[25:37] Auch eine wichtige Sache, die mir beim Studium aufgefallen ist: Welche zwei Optionen gibt es für mich, vollendet oder vollkommen zu werden?
[25:48] Die gute Nachricht ist: Jeder Mensch wird eines Tages vollkommen sein. Die Frage ist nur, in welche Richtung. Lass uns mal dazu zwei Texte lesen.
[25:57] Philipper 1, Vers 6 sagt uns: „Weil ich aber davon überzeugt bin, dass der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.“
[26:10] Das heißt, die Bibel sagt hier zum einen: Wenn wir Gott treu bleiben, wenn wir den richtigen Weg wählen, den Gott vorgesehen hat, dann wird Gott das Werk, das in uns begonnen hat, der Charakterreife auch vollständig beenden bis zur Wiederkunft. Das ist der eine Weg.
[26:28] Den anderen Weg finden wir in Jakobus Kapitel 1, Verse 13 bis 15: „Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht auch niemand, sondern jeder Einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde. Die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.“
[26:59] Es geht ja noch um weit aus mehr als das, was ich jetzt hervorheben möchte, aber der Text sagt uns, dass auch die Sünde einen Menschen in die Vollendung bringen kann. Allerdings ist das der genau entgegengesetzte Weg zu dem, was Gott eigentlich vorhat. Insofern ist es ja treffend zu sagen, dass es für jeden Menschen eine Option gibt. Es gibt zwei Optionen im großen Kampf, vollendet zu werden: Einmal vollendet in Christus, dass wir vollständig sein Bild widerspiegeln. Es gibt aber auch das genaue Gegenteil, dass wir nämlich das Bild Satans vollständig widerspiegeln.
[27:31] Und insofern ist es wahr: Je nachdem, welche Entscheidung ich treffe, je nachdem, welchen Weg ich wähle, werde ich an diesem Endziel ankommen. Ich werde entweder Jesus widerspiegeln, in ihm vollkommen sein, oder eben im Erzrebell. Und das ist ganz, ganz wichtig zu bedenken, weil wenn wir von, wenn es Leute auch gibt, die sich sehr gegen dieses Thema auflehnen und sagen: „Davon will ich nichts wissen, das ist alles extrem!“, muss man bedenken: Jeder Mensch wird vollkommen werden, weil es nur zwei Wege gibt. Es gibt im kosmischen Konflikt keine Schweiz, es gibt keinen neutralen Boden. Entweder ich bin voll auf Gottes Seite, oder ich bin voll auf der Seite des Feindes.
[28:13] Insofern sieht man, dass es einen Kampf gibt in der ganzen Bibel um die Vollendung. Aber die Frage ist, wo entscheide ich mich? Wie werde ich auf die Frage reagieren, wenn Jesus mich fragt: „Willst du vollkommen sein? Willst du den Grund wissen, warum du noch einen Makel hast und willst du, dass ich dich hinausführe, dass du Freude erleben kannst?“
[28:36] Wo finde ich diesen Kampf ums vollendet oder vollkommen sein noch in der Bibel?
[28:44] 2. Korinther 7, Vers 1: „Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht.“
[28:57] Also auch im Korintherbrief schreibt Paulus davon, dass unser Anliegen es sein sollte, die Vollendung der Heiligkeit, also unsere Heiligung, letzten Endes, was sie hier meint, ist diesen ganzen Weg, den wir in unserem Glaubensleben gehen. Er sagt: „Wegen den Verheißungen, die Gott uns gegeben hat, sollen wir diesen Weg auch bis zum Ende gehen und nicht vorher abbiegen. Denn es gibt auch das Gegenteil.“
[29:18] Und das schreibt er an die Galater in Galater 3, Vers 3. Wir erinnern uns: Paulus fragt die Galater in der Eröffnung seines Briefes: „Wer hat euch verzaubert, dass ihr ein anderes Evangelium angenommen habt als das, das wir euch gepredigt haben?“, weil sie wieder zurückgefallen sind in die Werksgerechtigkeit. Und Paulus stellt ihnen dann hier in Kapitel 3, Vers 3 die Frage: „Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen und wollt es nun im Fleisch vollenden?“
[29:50] Auch hier ist der Gedanke drin, dass es ein Ziel gibt, das zu erreichen ist. Nur die Frage ist: Wie und welches Ziel möchte ich erreichen? Möchte ich in Jesus vollkommen sein? Möchte ich sein Bild widerspiegeln, oder will ich das Bild des Feindes widerspiegeln?
[30:06] Auch im Alten Testament, im Psalm 101, Vers 2 und 3 finden wir, dass es nur diese beiden Wege gibt. Es heißt hier in Vers 2: „Ich will acht haben auf den vollkommenen Weg.“ Es gibt aber auch einen anderen Weg: „Das Tun der Abtrünnigen hasse ich, es soll mir nicht anhaften.“ Wir sehen also auch hier in diesem Text, es gibt nur diese zwei Wege. Es gibt an diesem Scheideweg, ne, zwei Abbiegemöglichkeiten: Entweder ich gehe den Weg, den Gott vorbereitet hat, oder ich werde das Tun der Abtrünnigen tun.
[30:43] 2. Timotheus 3, Vers 16 und 17: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“
[30:54] Warum hat Gott uns die Bibel gegeben? Vers 17 gibt die Antwort: „Damit der Mensch Gottes ganz zubereitet, ja, Luther übersetzt: vollkommen sei zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“
[31:07] Der Grund, warum Gott uns die Bibel gegeben hat, ist, um genau das zu tun: Jesu Bild vollständig widerzuspiegeln, dass der Mensch Gottes, wie es hier in Schlachter heißt, ganz zubereitet sei. Das heißt, dass er in allem, was er tut, in jeder Kleinigkeit ohne Fehler sein kann und zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.
[31:26] Aber wir haben oftmals das Bestreben, wir kennen alles, wir sind reich, wir sind gar nicht blind. Es reicht, wir müssen nicht weiter voranschreiten. Und so kann es sein, dass Jesus dann auch zu uns sagt, wie zu Laodizea: „Ihr sitzt zwischen zwei Stühlen. Entscheidet euch! Wollt ihr in mir vollendet werden, oder wollt ihr doch euren eigenen Weg gehen?“
[31:52] In Hesekiel 28 finden wir auch eine sehr interessante Aussage. Vers 12 und 15: „So spricht Gott der HERR – ist hier die Rede über den Satan –: Oh du Siegel der Vollendung, voller Weisheit und vollkommener Schönheit! Du warst vollkommen in deinen Wegen vom Tag deiner Erschaffung an, bis Sünde in dir gefunden wurde.“
[32:17] Die Bibel sagt uns also, dass auch Satan eines Tages vollkommen war. Er war ohne Fehler, bis die Sünde kam und das alles kaputt gemacht hat. Wenn wir also davon sprechen, dass Gott uns vollkommen machen möchte, wie ich vorhin schon sagte, dann reden wir davon, dass Gott seinen Willen in unserem Leben umsetzen kann, dass es so wird, wie Gott es eigentlich gedacht hatte, nämlich ohne Sünde und voller Freude in Harmonie, so wie es in Eden auch war.
[32:43] Und man merkt oft an diesem Punkt, dass die Leute dann hippelig werden. Ich hatte es auch jetzt letzten Sabbat in der Predigt, als ich auch davon gesprochen hatte, dass der Heiligungsprozess zwar ein lebenslanger Prozess ist, dass ich aber glaube, dass es eine Generation gibt vor der Wiederkunft, die vor Gott vollständig reinstehen kann. Denn wie könnte es sonst sein, wenn Jesus das Allerheiligste verlässt, dass die Menschen auf der Erde vor Gott bestehen können, wenn dann nur noch ein Runzel übrig wäre in ihrem Charakter? Und da hat man gemerkt, dass im ganzen Saal die Stimmung auf einmal gekippt ist, so sehr gefallen ist. Aber ich muss euch ehrlich sagen, ich kann das nicht nachvollziehen, weil wenn wir wirklich verstehen, wozu Sünde in der Lage ist, was Sünde eigentlich ist, dann sollten wir jubeln, wenn wir so eine Botschaft hören.
[33:30] Verstehen wir, wenn ich erkannt habe, wozu Sünde fähig ist, wenn wir denken, was der Mensch alles tun kann in seiner Boshaftigkeit, und wenn ich begriffen habe, dass diese Sünde nicht nur mich quält, sondern dass sie Gottes Herzen direkt durchbohrt und dass das der Grund ist, warum Christus gekreuzigt werden musste, dann werde ich eine Abscheu haben gegen jeden Charakterfehler, den ich habe. Ich werde sagen: „Herr, wegen dir möchte ich das nicht mehr tun.“
[34:02] Ich habe letzte Woche eine interessante Predigt gehört von Emilio Knechtle, wo er ein Bild benutzt hat, wo er sagte: „Wir haben oft Lieblingssünden, mit denen wir kuscheln wie mit Kuscheltieren, die wollen wir nicht loslassen, aber die schaden uns so dermaßen und vor allem tun sie im Herzen Gottes weh.“ Ich glaube, dass es ein Problem ist der Selbstsucht, dass wir diese Dinge nicht loslassen wollen, aber ich glaube, dass Gott einen Weg hat, dass wir frei werden können davon, dass wir sie loslassen können, wenn wir wirklich verstanden haben, was Sünde tun kann.
[34:33] Ich möchte gleich darauf zurückkommen. Dann werden wir jubeln darüber, wenn Gott uns sagt: „Ich kann euch in diesen Zustand bringen, dass alles so ist, wie ich mir das gedacht hatte, nämlich gut, wohlgefällig und vollkommen.“
[34:47] Welches Ziel hat Gott mit jedem von uns?
[34:52] Lukas 6, Vers 4 ist eine der schönsten Definitionen, wie ich finde, für Vollkommenheit: „Der Jünger ist nicht über seinen Meister; jeder aber, der vollendet ist, wird so sein wie sein Meister.“
[35:07] Liebe Freund, liebe Freundin, ist es dein persönlicher Wunsch, so zu sein wie dein Meister?
[35:14] Vor ein paar Wochen hatte ich bei mir in der Gartenanlage ein Gespräch mit einem von den Vorständen und wir kamen über den Glauben ins Gespräch. Und man hat schnell gemerkt, dass er das so ein bisschen belächelt hat und er sagt dann irgendwann zu mir, so ein ganz kräftiger Feuerwehrmann gewesen: „Weißt du, ich glaube nur das, was ich sehe.“ Und ich hatte dann erst mit ihm gesprochen über die C14-Methode der Altersbestimmung von Gesteinen und über gewisse Dinge, warum die Evolution keinen Sinn macht. Aber ich habe dann gemerkt, man kommt da nicht sehr weit bei ihm und hatte ich noch mal gebetet innerlich und Gott hat mir einen Gedanken gegeben und ich habe dann ganz anderen Ansatz gewählt. Ich habe ihm eine Frage gestellt und habe gesagt: „Kann es sein, dass dein Problem darin liegt, weil du siehst, dass die Christen Dinge behaupten oder davon sprechen, aber dass sie nicht danach leben? Kann es sein, dass es deswegen für dich so schwierig ist, diese ganze Idee von Glauben anzunehmen?“
[36:10] Dann war er kurz ruhig, hat mich angeschaut und sagte: „Ja, so könnte man das sagen.“ Und mit diesem Moment war das komplette Eis gebrochen. Wir haben sehr offen reden können. Er hat sich alles angehört, was ich gesagt habe, ohne auch nur einmal sarkastisch zu lächeln und hat mich danach in seinen Garten genommen, weil er noch ein paar Tipps haben wollte und ich habe gemerkt, er war sofort Vertrauen da, weil dieser eine wunde Punkt, den er hatte, Gott durch seinen Heiligen Geist offen gelegt hat und er dann gemerkt hat, dass ich in diesem Punkt genauso denke wie er.
[36:43] Ihr Lieben, ich glaube, wenn wir wirklich so sind wie unser Meister, wenn es unser größtes Bestreben ist, vollendet zu sein, damit wir so sein können wie Jesus, ich glaube, dass dann die Welt einen ganz anderen Blick über die Christen und besonders die Siebenten-Tags-Adventisten hat.
[37:00] Epheser 4, Verse 11 bis 15: „Und der hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer.“
[37:16] Wozu hat er diese ganzen Ämter eingesetzt? „Zur Zurüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus.“
[37:23] Also, um seine Gemeinde zu bauen und um Menschen für ihn zu gewinnen. Aber noch viel mehr: „...bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus, damit wir nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern wahrhaftig in der Liebe heranwachsen in allen Stücken zu ihm, der das Haupt ist, der Christus.“
[38:04] Ihr Lieben, das ist ein langer Text, aber den Punkt, den Paulus hier macht, ist: Gott hat all diese Ämter und Gaben in die Gemeinde gegeben, damit wir vollständig eins werden im Glauben und wie er hier vorher gesagt hat, zur vollkommenen Mannesreife kommen, in allen Stücken zu ihm heranwachsen. Wir sehen also, dieser Gedanke der Vollendung, der Vollständigkeit, der Vollkommenheit ist in der gesamten Bibel vorhanden, wird aber immer verknüpft mit dem Bild Jesu widerzuspiegeln und in der Liebe vollständig zu wachsen.
[38:33] Und das ist so, so bemerkenswert, weil es nichts damit zu tun hat, kriegskrämig auf den Stühlen zu sitzen und mit der Ellen White-Keule die Leute niederzuknüppeln. Wenn die Leute das sehen würden, wie die Gemeinde vollständig eins ist, wie sie in der Liebe wächst, wie sie Christus widerspiegelt, wie sie diesen demütigen, liebenden Charakter widerspiegelt, dann würden sie die Gemeinden stürmen und wir hätten keine Chance, auch ansatzweise zu zählen, wie viele da eigentlich kommen.
[39:03] Wisst ihr, die Bibel sagt in Römer 1, Vers 16, dass das Evangelium die Kraft Gottes ist im Leben der Menschen. Und als ich angefangen habe, das zu verstehen, ist mir klar geworden, warum viele Menschen, viele Ungläubige, alles, was mit Christentum zu tun hat, ablehnen, weil sie diese Kraft nicht sehen. Sie sehen Lippenbekenntnisse, aber sie sehen nicht diese lebensverändernde Kraft im Leben der Menschen. Sie sehen nicht, dass Christen mit Schicksalsschlägen oder mit Leid anders umgehen. Sie sehen nicht, dass wir uns anders kleiden, nicht damit wir uns abgrenzen von den anderen. Sie sehen nicht, dass wir uns anders ernähren, nicht um uns abzugrenzen, sondern einen ganz anderen Plan zu verfolgen. Sie können das nicht sehen und deswegen
[39:47] können das nicht sehen und deswegen lehnen sie es ab. Paulus schreibt im Kolosserbrief Kapitel 4 Vers 12: „Es grüßt euch Epaphras, der einer der euren ist, ein Knecht des Christus, der allezeit in den Gebeten für euch kämpft, damit ihr fest steht, vollkommen und zur Fülle gebracht in allem, was der Wille Gottes ist.“ Hier ist der gleiche Gedanke wie in Römer Kapitel 12 Vers 2. Paulus sagt ja, einer seiner Mitarbeiter, Epaphras, betet allezeit für die Gemeinde in Kolossä, damit sie vollkommen werden, damit sie zur Fülle gebracht werden in allem, was der Wille Gottes ist. Das bedeutet, dass in der Gemeinde alles geschehen kann, was Gott sich vorgenommen hat. Und jetzt ist die Frage: Glauben wir, dass alles, was Gott tut, dass das gut ist? Wenn ja, dann haben wir keinen Grund mehr zu sagen: „Vollkommenheit macht mir Angst!“, weil wir glauben und sehen, dass alles, was Gott tun möchte, wunderbar ist.
[40:53] Hebräer 6 Vers 1: „Darum wollen wir die Anfangsgründe des Wortes von Christus lassen und zur vollen Reife übergehen, wobei wir nicht nochmals den Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an Gott.“
[41:06] Das ist auch so ein interessanter Aspekt, den Paulus hier bringt. Er sagt, es gibt Anfangsgründe. Und hier ist jeder selber gefragt, wenn wir uns darüber Gedanken machen, über was wir uns in den Gemeinden unterhalten, wie wir die Sabbatschule gestalten, wie wir die Predigt gestalten, wie wir auch die missionarischen Aktivitäten gestalten. Es ist nicht überall so, aber es ist oft so, dass wir uns immer um die gleichen Dinge drehen. Am Ende der Sabbatschule immer das gleiche Fazit: „Gott liebt dich, mach dir keine Sorgen! Alles ist gut so wie es ist, du musst dich nicht verändern.“ Komm, wir machen irgendeine Aktivität in der Stadt, die überhaupt keine Frucht bringt, aber wir machen was, damit wir aktiv bleiben.
[41:48] Aber Paulus sagt: „Wir wollen diese ganzen Anfangsgründe lassen. Wir möchten zur vollen Reife übergehen. Wir wollen das, was Gott von uns möchte, vollständig erfüllen. Wir wollen den Menschen dienen wie Christus. Das ist alles, was es bedeutet. Wir wollen nicht nochmals den Grund legen und das, was wir eh schon kennen, nochmals durchkauen, damit es durchgekaut ist, damit unsere Zeit irgendwie sinnvoll genutzt ist.“ Er sagt: „Wir wollen endlich anfangen zu arbeiten. Wir wollen zur vollen Reife übergehen.“ Und ich glaube, dass das genau das ist, was auch das Problem von Laodizea wunderbar beschreibt. Man denkt, man hat alles, braucht nichts mehr, aber Jesus sagt zu Laodizea nichts anderes wie Paulus zu den Hebräern: „Wir wollen zur vollen Reife übergehen. Der Glaube muss rein sein wie Gold. Wir sollen die weißen Kleider tragen. Wir brauchen die Augensalbe, damit wir nicht immer wieder hängen bleiben und noch träger werden, sondern endlich vorankommen.“
[42:49] Worum geht es letzten Endes, um das noch mal genau benannt zu haben? Wenn wir wie unser Meister sein sollen, wenn wir vollkommen sind.
[42:56] Philipper 2 Vers 5: „Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war.“ Es geht um das Denken, es geht um den Charakter. Es – wie ich vorhin sagte – es geht nicht darum, dass wir körperlich frei sind von Fehlern, dass wir nicht mehr versucht werden. Das ist nicht der Punkt. Es geht darum, dass die Gesinnung, die Gedanken, der Charakter ist wie der von Christus. Und wenn wir nämlich diesen Text im Kontext lesen, dann sehen wir, was Paulus hier für wunderbare Dinge beschreibt. Er beschreibt, dass Christus, bevor die Welt – bevor er auf die Welt kam – bereit war, seine gesamte göttliche Macht im Himmel zu lassen, seine Anbetung der Engel, sein Allwissen, seine Allmacht, alles abgelegt hat, sein Zepter im Himmel gelassen hat, auf die Erde kam und wie die Menschen gedient und den Menschen gedient hat und wie die Menschen gelebt hat. Und in Lukas 12 gibt es diesen bemerkenswerten Text, wo Jesus sagt in Vers 37: „Wenn wir eines Tages auf der neuen Erde sein werden, dann wird der Hausherr, was ein Symbol ist für ihn, kommen und wird uns dienen.“
[44:07] Ich möchte das mit euch gerne einmal lesen. Lukas 12 Vers 37. Er sagt hier: „Glückselig sind jene Knechte, welche der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird. Wahrlich, ich sage euch, er wird sich schürzen und sie zu Tisch führen und hinzutreten und sie bedienen.“
[44:28] Ihr Lieben, das bedeutet, wenn wir eines Tages im Himmel sein werden, endlich diese Welt verlassen haben, dass Christus sich schürzen wird, zu uns kommen wird und uns dient. Das Erstaunliche am Erlösungsplan ist, dass Christus für allezeit Diener bleibt. Das ist gewaltig! Der jetzt wieder in der Stellung Gottes ist, bleibt für allezeit Diener. Und diese Gesinnung, allezeit Diener zu sein, sollen wir auch haben, wie Paulus es hier in Philipper 2 Vers 5 sagt. Und das ist die praktische Auswirkung vom Vollkommensein.
[45:07] Matthäus 5 Vers 48: „Darum sollt ihr vollkommen sein, gleich wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“
[45:16] Ihr Lieben, wenn wir den Paralleltext in Lukas lesen, dann heißt es dort: „Darum sollt ihr barmherzig sein, gleich wie euer Vater barmherzig ist.“ Und viele sagen: „Guck, Vollkommenheit bedeutet gar nicht, frei zu sein von jeder Sünde, sondern du sollst ja nur barmherzig sein.“ Ihr Lieben, da macht man Wortspielerei. Vollkommenheit ist barmherzig zu sein, und Barmherzigkeit bedeutet, vollkommen zu sein. Wenn wir nämlich die Texte davor lesen, Matthäus 5 in der Bergpredigt, was Jesus hier alles aufzählt, ja, wir haben, wie er das Gesetz tiefer deutet, wie er zur Versöhnlichkeit mahnt, wie er die Erfüllung des Gesetzes ist, die Seligpreisungen zu Beginn, die Liebe zu den Feinden – alles das ist der Kontext zu diesem Vers. Und dann sagt er als Begründung: „Darum, weil das so gegeben ist von Gott, sollt ihr das Gleiche tun. Sollt ihr genauso barmherzig handeln, sollt ihr vollkommen sein, so wie auch Gott im Himmel diesen Charakterzug hat.“
[46:14] Ihr Lieben, das muss uns keine Angst machen, weil dieser Zustand des Vollkommenseins, dieser lange Prozess niemals aus eigener Kraft erreicht werden kann. Aber Gott ist bereit, wenn wir auf die Frage „Willst du vollkommen sein?“ sagen: „Ja, ich möchte!“, dann ist Gott bereit, uns zu führen, Schritt für Schritt, damit wir diese Eigenschaften alle praktisch umsetzen und in allen Stücken heranwachsen zur vollen Mannesreife in Christus.
[46:43] Psalm 19 Vers 8: „Das Gesetz des Herrn ist vollkommen, es erquickt die Seele. Das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig, es macht den Unverständigen weise.“
[46:56] Wenn wir von Vollkommenheit sprechen, dann sprechen wir davon, dass alles so ist, wie Gott es sich gedacht hat und dass wir in vollständiger Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes leben können.
[47:06] Ihr Lieben, haben wir verstanden, was Sünde eigentlich bedeutet? Wenn ja, dann werden wir uns freuen, wenn die Bibel sagt, wir werden eines Tages vollständig so leben können, wie Gott es sich gedacht hat und vollständig in Gehorsam zu seinem Gesetz leben.
[47:23] Aber wie wird mein Glaube jetzt verändert? Welche praktischen Schritte gibt uns die Bibel und welches Vorbild ist uns gegeben, um zu erkennen, wie Gott diese Reife in uns heranwachsen lässt?
[47:37] Hebräer 5 Vers 8 und 9: „Und obwohl Jesus der Sohn Gottes war, hat er doch an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt. Und nachdem er zur Vollendung gelangt ist, ist er allen, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.“
[47:57] Der Text war für mich auch so ein Augenöffner, weil ich gesehen habe, dass selbst Christus, obwohl er ohne Sünde war, gelernt hat, gehorsam zu sein. Jesus war nicht von Anfang an auf dem Level, wie er war. Erinnern wir uns: Lukas 2 Vers 52 sagt uns, er hat zugenommen. Das heißt, er ist gewachsen in Gnade und Weisheit und Alter. Und an dem, was er litt, ja, die ganzen Schläge, die er eingesteckt hat, die ganzen geistigen Kämpfe, die er gewonnen hat, die Versuchungen, die er besiegt hat – alles das, diese ganzen Leiden haben Jesus geholfen, Gehorsam zu lernen. Und genauso ist es auch eine Ermutigung für uns, dass wir alles, was uns auch Böses entgegenschlägt, als Erfahrung nehmen können und dass wir durch Gottes Hilfe daran den Gehorsam zu Gott lernen können. Und das Resultat von all diesen Leiden ist nicht, dass es uns schlechter geht und wir trauriger werden, sondern dass wir zur Vollendung gelangen, dass wir das Bild Jesu vollständig widerspiegeln und dass wir, wie wir es gleich auch sehen werden, vollständige und vollkommene Freude in Gott erleben dürfen.
[49:03] Also, so ist das Leben, auch wenn es manchmal schwierig ist, der Weg und der Prozess, wie Gott unseren Charakter schleift, damit wir Jesus widerspiegeln können.
[49:14] Wenn Jesu Gesinnung als Ziel gesetzt ist, was bedeutet das für mein Glaubensleben? Hebräer 12 Vers 2: „Paulus sagt, wir sollen hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens.“
[49:31] Denken wir an die Wortstudie, die wir zu Beginn hatten. Vollendung bedeutet, es gibt ein Ziel, auf das Gott uns hin vorbereiten möchte. Und dieses Ziel ist ein Bereitsein, ist ein Fertigsein, dass wir frei sind von eigenen Ich, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.“
[50:02] Ihr Lieben, ich möchte es noch mal vorheben: Wenn wir auch durch Leiden zur Vollendung kommen, durch die Kämpfe mit der Sünde, die manchmal sehr schmerzhaft sind, so sagt uns die Bibel, dass Jesus diesen gleichen Weg beschritten hat. Jeder Dorn, der unseren Fuß piekt, hat auch seinen Fuß gepiekt. Aber wegen der Freude, die am Ende wartet, wenn wir zur Vollendung gelangt sind, hat Jesus selbst das Kreuz auf sich genommen. Und das ist so wichtig zu bedenken, ihr Lieben: Wenn Gott uns auf diesen Weg führt, gibt es eine Freude dahinten, die mit nichts zu vergleichen ist, was wir hier auf dieser Welt haben. Der Weg des Vollkommenwerdens ist der schönste Weg, den es gibt. Und das Ziel entschädigt alles.
[50:48] Was ist unser größter Feind auf dem Weg zur Vollendung oder Vervollkommnung? Der Prozess der Vollkommenheit fängt in der Bibel schon sehr früh an. Und ich möchte euch zeigen, wo er. 1. Mose 4 Vers 7: „Nachdem Kain Abel erschlagen hat, fragt Gott Kain: „Ist es nicht so: Wenn du Gutes tust, so darfst du dein Haupt erheben? Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür, und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet. Du aber sollst über sie herrschen.“
[51:24] Das ist genau der gleiche Gedanke, den wir die ganze Zeit schon studieren. Noch mal einfacher ausgedrückt, noch mal anders ausgedrückt: Wir werden alle von der Sünde beherrscht. Wir sind alle Gefangene im Gefängnis Satans. Aber Gottes Plan ist es, dass nicht die Sünde über uns herrscht, sondern dass wir über die Sünde herrschen. Wenn Gott uns also vollkommen machen möchte, dann möchte er, dass wir so leben, wie er es gedacht hat, in Übereinstimmung mit seinem Gesetz, mit Freude und frei von der Sünde, die uns knechtet und die uns kaputt macht.
[52:02] Manuskript 40 aus dem Jahr 1897: „Christus zeigt, dass die Menschheit ohne die kontrollierende Macht des Geistes Gottes eine schreckliche Macht zum Bösen ist.“
[52:14] Ich hatte es vorhin schon angesprochen, dass, wenn wir gewisse Vorbehalte haben gegen dieses Thema, ich glaube, wir oft nicht verstehen, wozu Sünde in der Lage ist. Hätte Gott nicht eingegriffen und diesem ganzen sündigen Treiben ein Ende gemacht durch den Erlösungsplan, dann wäre genau das eingetreten, wovon Ellen White hier schreibt, dass die gesamte Menschheit eine schreckliche Macht zum Bösen geworden wäre und der Bosheit, die Satan verursacht hat, keine Grenze gesetzt wäre. Und das ist wirklich die Frage: Wollen wir wirklich, dass so ein Zustand kommt? Wollen wir sagen: „Herr, ich will nicht von der Sünde frei werden!“ Wollen wir wirklich, dass dieser Zustand kommt?
[52:56] Denken wir an die Nazarener, als Jesus seine erste Predigt gehalten hat in Nazareth. Was war das Kernelement, das er gepredigt hat? Hat er nicht davon gesprochen, dass er gekommen ist, in Übereinstimmung mit Jesaja 61, die Gefangenen der Sünde freizumachen, die Blinden sehen zu machen? Und hat er nicht am Ende noch gesagt, dass die Heiden in einem besseren Zustand sind als das Volk Gottes? Und genau das war der Punkt, wo die Nazarener rasend geworden sind und Jesus den Abhang runterstürzen wollten. Der Geist der Weissagung sagt, dass einige sogar Steine nach ihm geworfen haben, weil er genau das gepredigt hat, was wir heute studieren. Und die Frage ist: Wie reagieren wir darauf? Wie antworten wir, wenn Jesus uns heute die Frage stellt: „Willst du vollkommen werden?“
[53:51] Was wird das Ergebnis sein, wenn wir Sünde überwinden, wenn Gott uns an diesen Punkt bringt, vollständig die vollständige Mannesreife erreicht zu haben? Was wird das Ergebnis sein? Jakobus 3 Vers 2: „Denn wir alle verfehlen uns vielfach. Wenn jemand sich im Wort nicht verfehlt, so ist er ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib im Zaum zu halten.“
[54:19] Ihr Lieben, ist das nicht erstrebenswert, dass wir uns selbst in den Worten, die wir sprechen, keinen Fehltritt mehr leisten müssen? Wie oft sagt man was, wo man sich hinterher denkt: „Ach, hätte ich doch nur geschwiegen!“ Oder: „Hätte ich das doch anders gesagt!“, weil wir merken, was es für ein Leid verursacht hat. Aber was wäre, wenn Gott tatsächlich das Gegenmittel hat – und ich glaube, er hat es – dass das nicht mehr passieren muss? Ist das nicht ein erstrebenswerter Gedanke, dass wir selbst in Worten uns nicht mehr versündigen? Für mich auf jeden Fall!
[54:53] Johannes 4 Vers 17 und 18: „Darin ist die Liebe bei uns vollkommen geworden, dass wir Freimütigkeit haben am Tag des Gerichts, denn gleich wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht hat mit Strafe zu tun. Wer sich nun fürchtet, ist nicht vollkommen geworden in der Liebe.“
[55:21] Ihr Lieben, ich glaube, der Text wird oft missverstanden, dass man ihn zitiert und sagt: „Guck, solange du Angst hast, bist du nicht vollständig in der Liebe Gottes.“ Jesus hatte auch Angst in Gethsemane. Er hatte Angst vor der Sündenlast. Der Text sagt uns aber, wenn wir vollkommen geworden sind in der Liebe – und das ist nichts anderes, wie das, was wir jetzt schon studiert hatten – dann haben wir keine Angst mehr vor Gott, weil wir wissen, dass Gott uns nicht ins Gericht schickt. Wir haben keine Angst mehr vor dem Tag des Gerichts, weil wir in der Liebe zu Gott vollkommen geworden sind und verstanden haben, wie er ist, wie er uns liebt, dass er uns retten möchte und durch uns auch andere Menschen. Ist das nicht erstrebenswert, dass wir nicht mehr mit zitternden Gedanken an Gott denken? Bitte nicht falsch verstehen, ich sage nicht, dass wir keine Ehrfurcht vor Gott haben sollten, aber dass wir nicht mit Furcht kommen und denken: „Werde ich bestehen? Wird Gott mich retten?“ Wenn wir an diesem Punkt sind, dann können wir mit voller Gewissheit sagen: „Wir wissen, dass der Herr alles gut macht, und ich vertraue ihm zu 100%.“
[56:26] Wie wäre es, wenn auch das in unserem Leben Realität ist? Und das ist alles ein Resultat davon, wenn wir Ja sagen auf die Frage: „Willst du vollkommen sein?“, und Gott uns diesen Weg führt bis hin zur Vollendung. Das ist alles ein wunderbares Resultat davon. Und ich denke, wir sehen hier ganz deutlich, dass das Vollkommenheitsthema überhaupt nicht so traurig und furchteinflößend ist, wie es oft präsentiert wird oder wie es oft angenommen wird zu sein. Es ist eines der schönsten Themen, die die Bibel zu bieten hat.
[57:01] Johannes 15 Vers 11: „Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde.“
[57:12] Selber Gedanke. Jesus sagt: „Meine Freude, die ich habe, die Gewissheit in Gott zu ruhen, diese Freude, diese – das ist auch ein Teil der Vollkommenheit – soll in euch sein.“ Ihr Lieben, was wäre, wenn wir die glücklichsten Menschen der Welt werden? Wenn die Menschen sehen: „Diese Menschen sind vollkommen in Gott, sie haben vollkommene Freude. Das will ich auch haben!“ Ist auch das nicht ein erstrebenswerter Gedanke? Und das ist alles das Resultat der Vollkommenheit.
[57:47] Hebräer 12 Vers 11: „Alle Züchtigung aber scheint uns für den Augenblick nicht zur Freude, sondern zur Traurigkeit zu dienen.“
[57:53] Das ist der Kontext von dem, was wir vorhin gelesen hatten, dass die Vollendung über die Leiden in dieser Welt stattfinden.
[58:02] Aber Paulus sagt hier danach: „Aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind.“
[58:11] Ihr Lieben, ist auch das nicht ein erstrebenswerter Gedanke, wenn wir über Vollkommenheit nachdenken, dass es alles dazu führt, dass wir im Herzen eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit haben, dass wir nicht mehr hin- und hergeworfen sind, völlig verwirrt, sondern eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit im Herzen tragen.
[58:31] Wie reagieren wir, wenn Jesus uns fragt: „Willst du vollkommen sein? Möchtest du völlige Freude haben in mir? Willst du diese friedsame Frucht der Gerechtigkeit im Herzen haben?“
[58:44] Warum sollten wir die Vollendung oder die Vollkommenheit anstreben?
[58:49] Auch hier: Ich rede nicht davon, das durch eigene Verdienste zu erlangen. Ich rede aber davon, sich dafür zu entscheiden, dass Gott diesen Weg mit uns gehen kann. Warum sollten wir das anstreben?
[59:03] Kolosser 1 Vers 27 und 28: „Ihnen, den Heiden, wollte Gott bekannt machen, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um was zu erreichen? Um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen.“
[59:32] Ihr Lieben, Paulus sagt hier: Es gibt ein Geheimnis unter den Heiden, es gibt ein Geheimnis, dass die Heiden nicht verstehen. Sie sehen auf die Menschen – ich rede jetzt von den wahren Christen, die ausleben, was sie sagen – und sie sehen: „Christus lebt in diesen Menschen. Die sind irgendwie anders. Wie kann das sein?“ Das ist das Geheimnis unter den Heiden, worüber sich die Heiden wundern, wie es sein kann, dass Christen in manchen Situationen so umgehen oder solche Worte haben oder Antworten haben auf Fragen, die sie sich schon immer gestellt haben.
[1:00:17] Ihr Lieben, ich kann nicht sagen, das ist so ein Vorrecht und so eine Freude zu sehen, wenn Menschen zum Glauben kommen, die wirklich aufrichtig sind und man sieht, wie sie nach diesem ganzen Wissen dürsten, wo man es ihnen weitergeben kann.
[1:00:31] Und auch hier das Ziel, alles in zusammengefasst, bedeutet, dass ein Mensch vollkommen ist, dass Christus in ihm leben kann.
[1:00:42] Ist es wirklich möglich, dass ich nicht mehr sündigen werde? Ihr Lieben, auch hier noch mal: Es ist nicht der Punkt, dass wir das durch eigene Verdienste erreichen können. Aber ist es möglich, wenn man dagegen so viel geredet hört, wo Leute sagen: „Es ist nicht möglich, wir sind in dieser Welt, wir sind in der Sünde geboren.“ Stimmt!
[1:01:05] Aber wie kommt es zu Sünde? Sünde: Wir sind vor Gott nicht schuldig, weil wir in eine sündige Welt geboren werden. Das wird oft missverstanden.
[1:01:11] Wir sind vor Gott schuldig, weil wir uns entschieden haben, eine Sünde zu tun. Wenn Sünde also eine Entscheidung ist, kann sie auch aufhören, wenn ich mich dagegen entscheide und Gott um Gnade bitte.
[1:01:26] Hebräer 6 Vers 6: „Und die dann abgefallen sind, wieder zu Buße zu...“
[1:01:28] abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und zum Gespött machen. Was ich vorhin erklärt hatte, möchte ich euch noch mal sagen: Wenn wir wirklich uns bewusst sind, was Sünde ist, dass wir dadurch Christus immer wieder kreuzigen, wenn wir immer weiter in dieser Sünde gehen, dann sollte uns das aufschrecken lassen. Wenn wir wirklich mit Liebe zu Jesus erfüllt sind, und es sollte unser größter Wunsch sein, unseren Herrn und Erlöser nicht mehr wehzutun. Wenn das unser Antrieb ist, ich glaube, dann haben wir einen ganz anderen Blickwinkel darauf, ob es mit der Sünde ein Ende nehmen kann oder nicht.
[1:02:07] Johannes 3, Vers 6 bis 9 beantwortet ganz klar die Frage: Ist es möglich, dass wir aufhören zu sündigen? „Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht. Wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt. Jeder, der aus Gott geboren ist, tut nicht Sünde, denn sein Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist.“ Ihr Lieben, wie gesagt, es ist ein lebenslanger Prozess, aber es ist möglich, dass dieser Prozess, den sündigen Reizen nicht mehr nachzugeben, ein Ende findet.
[1:02:49] Wisst ihr, was Eva gerettet hätte? Vollständig von der Sünde unberührt zu bleiben. Was Eva hätte zurückhalten können, zu sündigen, wenn sie dem Wort Gottes geglaubt hätte. So einfach es klingt, hätte sie dem einfachen Wort Gottes geglaubt, dass sie nicht von diesem Baum essen darf, und hätte nicht Zweifel daran gehabt, hätte sie nie sündigen können. Der Glaube an Gott, der durch Gott natürlich kommt, kann uns vor dem Sündigen bewahren.
[1:03:17] Nur wird es oft gesagt, es meint ja mehr dieses andauernde Sündigen. Ich habe auch schon Theologen gehört, die gesagt haben, als Jesus zu dieser Frau, der Ehebrecherin, sagt: „Geh und sündige nicht mehr“, das ist im Griechischen das Partizip, das meint das andauernde Sündigen, nicht das einmalige. Aber, ihr Lieben, das wäre wirklich ein schwacher Gott, wenn er mich zwar vor dem andauernden Sündigen befreien kann, aber nicht vor einzelnen Taten. Weil, wie erklären wir nach dieser Theorie, dass Eva am Baum gesündigt hat? Hat Eva im Sinne des Partizips gesündigt, oder war es eine Sünde, die sie begangen hat, die das ganze Schleusentor für das Leiden der Welt geöffnet hat? Ich glaube, dass wir unseren Blick ändern müssen und wirklich studieren müssen und gucken müssen, was sagt die Bibel wirklich. Jesus will uns vollständig von der Sünde freimachen. Jesus sagt in Johannes 8: „Wenn der Sohn frei macht, der ist wirklich frei.“ Der ist nicht im Sinne des Partizips frei, der ist wirklich frei. Nur wenn wir uns von ihm wieder lösen, wenn wir wieder, wie man so schön sagt, vom Weinstock abkoppeln und dann sündigen, ist das nicht das Problem, dass Gott es nicht kann, sondern dass wir uns wieder dazu entschieden haben. Aber die Möglichkeit besteht, und wenn wir die Sünde wirklich hassen, ist es eine frohe Botschaft, in diesen Weg einzutreten.
[1:04:33] Review and Herald am 10. März 1904 drückt es sehr deutlich aus: „In der Zeit des Gerichts wird der Weg des Menschen, der die Schwachheit und Unvollkommenheit seines menschlichen Willens beibehält, nicht gerechtfertigt werden. Für ihn gibt es keinen Platz im Himmel.“ Also für die Menschen, die sagen: „Ich kann ja nicht aufhören zu sündigen“, er hätte nämlich an der Vollkommenheit der Heiligen im Licht keine Freude. Was ist Vollkommenheit? Vollkommenheit bedeutet, in Übereinstimmung mit Gottes Gesetz zu leben, so zu leben, wie Gott es sich gedacht hat, nämlich gut, heilig, gerecht. Wer nicht glaubt, dass Christus ihn vor dem Sündigen bewahren kann, hat nicht den Glauben, der ihm den Eintritt in Gottes Reich gewährt.
[1:05:25] Das ist eine sehr deutliche Aussage, und ich glaube, so wie es auch an einer anderen Stelle heißt, dass diese Botschaft von der Gerechtigkeit aus Glauben eine ganz klare Trennungslinie zieht. Der Geist der Weissagung sagt uns nämlich, dass für die einen diese Botschaft, es ist wie ein Balsam für die Seele, wo sie hören: „Ich kann wirklich frei werden!“ Aber die anderen, die sich dem entgegenstellen, für diese ist es ein hartes Eisen. Die Frage ist: Wie ist es für uns? Ist es der Balsam, oder ist es das harte Eisen? Wie reagieren wir auf die Frage, wenn Jesus die Frage stellt: „Willst du vollkommen sein? Eines fehlt dir noch. Willst du auch das?“
[1:06:09] Aber wer soll denn bei diesem hohen Standard gerettet werden, ihr Lieben? Man mag denken, dass es unerreichbar aus menschlicher Kraft ist. Es ist unerreichbar. Aber schauen wir mal, weil wir bei der Geschichte ja vorhin gestartet sind, wie Jesus diese Frage beantwortet, wer bei diesem hohen Standard gerettet werden kann, im Bezug auf den reichen Jüngling. Markus 10, Vers 23 bis 27, sowie Lukas 18, Vers 24 bis 27.
[1:06:37] „Als aber Jesus ihn so sah, dass er ganz traurig geworden war, blickte Jesus umher und sprach zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes eingehen!“ Und ich glaube, dass man durchaus hier die kleine Übertragung anmaßen darf, dass auch Laodizea denkt, sie sind reich, reich an geistigem Wissen, reich an geistigen Gütern. Jesus sagt: „Wie schwer werden die, die so reich sind und denken, sie brauchen nichts, in das Reich Gottes eingehen!“ Die Jünger aber erstaunten über seine Worte. Da begann Jesus wiederum und sprach zu ihnen: „Kinder, wie schwer ist es für die, welche ihr Vertrauen auf den Reichtum setzen, in das Reich Gottes hineinzukommen!“
[1:07:30] Reichtum ist nicht das Problem. Reichtum ist auch bei Laodizea nicht das Problem. Aber verstehen wir jetzt, warum Laodizea trotzdem ein Problem hat? Weil sie auch ihr Vertrauen auf den Reichtum setzen, ihr Vertrauen darauf setzen: „Wir haben so viel Licht, das wird reichen, dadurch bin ich sicher.“ Aber Jesus sagt: „Setzt euer Vertrauen nicht auf das, den Reichtum, nicht auf das, was ihr wisst, sondern auf etwas anderes.“
[1:07:57] „Es ist leichter, dass ein Kamel durch das Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.“ Sie aber entsetzten sich sehr und sprachen untereinander: „Wer kann dann überhaupt errettet werden? Wer kann diesen hohen Standard überhaupt erreichen?“ Jesus aber blickte sie an und sprach: „Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich.“
[1:08:24] Ihr Lieben, das Heilmittel für die geistig Reichen ist, den Reichtum richtig einzusetzen, nicht den Reichtum zu nehmen als Ticket für den Himmel und zu sagen: „Deswegen, weil ich das alles weiß, kann ich gerettet werden“, sondern mit Jesus diesen Weg zu gehen, wenn er die Frage stellt: „Willst du vollkommen sein? Möchtest du diesen Weg gehen, dass dein Leben vollständig so aussieht, wie Gott es gedacht hat? Ist es dein größter Wunsch? Möchtest du dich durch den Heiligen Geist verändern lassen und diese kleinen Punkte im Charakter, wo man merkt, da fehlt noch was, möchten wir sie aufgeben und Jesus vollständig übergeben?“
[1:09:05] Was bedeutet Vollkommenheit stattdessen? Ich habe euch vorhin eine Liste gezeigt, um klarzumachen, was es nicht bedeutet, aber ich möchte euch jetzt noch mal zusammenfassen, was Vollkommenheit stattdessen eigentlich bedeutet, biblisch gesehen. Vollkommenheit bedeutet, dass wir eine so enge Beziehung zu Christus haben, dass wir sündigen Reizen nicht mehr nachgeben, dass, wenn die Sucht kommt, wir sagen: „Brauche ich nicht, ich möchte den Weg gehen, den Gott mich führt.“ Man kann auch sagen, dass Vollkommenheit eine völlige Kooperation mit Christus ist, ein ständiges Sterben des Ichs, dass man Stolz absolut ablehnt und der Heilige Geist in finaler Kontrolle ist, dass ich in Übereinstimmung mit Gottes Gesetz lebe und der Wille Gottes in meinem Leben zutage kommt. Es ist auch ein ununterbrochenes Ausüben des Glaubens, denn erinnern wir uns: Hätte Eva dem Wort Gottes einfach nur geglaubt und im Zweifel nicht nachgegeben, hätte sie nie sündigen können. Nicht, weil es nicht möglich ist, aber weil der Glaube sie davor bewahrt hätte.
[1:10:10] Vollkommenheit – und das ist ganz, ganz wichtig noch mal zu betonen – ist ein ständiges Wachstum in der Gnade und der Weisheit. Selbst in Ewigkeit werden wir nicht aufhören zu wachsen und dazuzulernen. Es ist ein Prozess, der hier anfängt, dem der Sünde nicht mehr nachzugeben, auch hier schon abgeschlossen werden kann, aber das Wachstum bis in alle Ewigkeit weitergeht, dass wir zunehmen an Weisheit, an Verständnis, an Klarheit, an Verstandeskraft und dass dieses Werk sich fortsetzt.
[1:10:43] Ihr Lieben, Jesus stellt Fragen, um Menschen zu einer Entscheidung zu führen, um ihnen zu zeigen, was die Ursache ist von ihrem Leiden, um ihnen aber auch zu zeigen, wie sie da wieder rauskommen werden. Wir haben heute intensiv darüber studiert, was Vollkommenheit bedeutet. Und in Anbetracht all der Themen, die wir studiert haben in dieser Serie und auch bei dem nächsten Thema, das wir noch studieren werden, über die Beschleunigung der Wiederkunft durch die medizinische Missionsarbeit, haben wir gesehen, dass das alles einen roten Faden hat. Es sind so viele wichtige Aspekte, die wir beleuchtet haben, aber alles zusammen läuft darauf hinaus, dass das, was wir wissen, wir umsetzen im praktischen Leben und zur Errettung der Menschen einsetzen.
[1:11:27] Und Jesus stellt jedem von uns die persönliche Frage durch sein Wort, was er den Jüngling auch gefragt hat: „Willst du vollkommen sein?“ Ihr Lieben, wenn es euer Wunsch ist, dass wir diesen Weg, den wir gemeinsam studiert und gesehen haben, mit Gott gehen, dass wir das Bild Jesu vollständig widerspiegeln, dass wir diese vollständige Freude und diese friedsame Frucht der Gerechtigkeit im Herzen tragen und dass, wenn Menschen unser Leben sehen, sie eigentlich Jesus sehen – wenn das euer Wunsch ist, dann lade ich euch ein, dass wir gemeinsam beten und da, wo es möglich ist, sich auch niederzuknien und Gott zu preisen.
[1:12:09] Himmlischer Vater, wir wollen dir von Herzen danken, dass du uns geführt hast durch dein Wort, dass wir erkennen konnten, was dein Wort bedeutet, was dein Wort uns sagt. Wir danken dir auch von Herzen, Herr, dass du uns so viele wunderbare Dinge darin gezeigt hast. Herr, Vollkommenheit ist das schönste Thema, das die Bibel uns zu bieten hat, weil es uns zu dem macht, wozu du uns gesehen hast, nämlich dein Bild vollständig widerzuspiegeln. Herr, du siehst, wo wir noch kleine Dinge haben, wo du auch zu uns sagen musst: „Eines fehlt dir noch.“ Herr, egal, was es ist bei jedem, der zuschaut, der das sieht, du kennst die Gedanken, und wir möchten dir diese Punkte übergeben. Wir bitten dich, dass du diese Dinge von uns nimmst und dass du uns den Weg der Vollkommenheit weiterführst, dass wir dein Bild widerspiegeln werden und dass die Menschen durch uns Christus sehen. Wir danken dir, dass wir das vor dich bringen durften, und wir danken dir, dass du nicht aufhörst, an uns zu arbeiten, sondern dass du jeden Tag für uns eine weitere Erfahrung möglich machen möchtest. Und so legen wir das alles zu Jesu Füßen und preisen dich dafür. In Jesu Namen, Amen.
[1:13:24] Amen. Ihr Lieben, ich freue mich, wenn wir uns beim nächsten und letzten Teil dieser Serie noch mal sehen. Dort wird es, wie gesagt, gehen über die medizinische Missionsarbeit und wie Gott die medizinische Missionsarbeit benutzen möchte, um die Wiederkunft zu beschleunigen. Ist ein spannendes Thema, und ihr solltet es nicht verpassen. Möge euch Gott bis dahin segnen und behüten und euch bewahren.
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