In dieser Folge von „Konstantin – Kaiser der Sonne“ wird die Zeit von 316 bis 321 n. Chr. beleuchtet. Im Fokus stehen die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Konstantin und Licinius, die schließlich zu einem Friedensvertrag im Jahr 317 führten. Die Episode beleuchtet auch die politischen und dynastischen Strategien Konstantins, die Ernennung von Cäsaren und die zunehmende Bedeutung des Christentums im Römischen Reich. Zudem werden verschiedene Gesetze und Entscheidungen Konstantins thematisiert, die das Reich prägten.
Konstantin – Kaiser der Sonne: 4. Der Tag der Sonne (316-321)
Christopher Kramp · Konstantin - Kaiser der SonneWeitere Aufnahmen
Serie: Konstantin - Kaiser der Sonne
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Transkript
[0:38] Die Armee war aufgebrochen. Der Angriff auf das Territorium von Licinius hatte begonnen. Würde dieser Krieg die Entscheidung bringen? Würde der Kaiser des Westens schlussendlich das gesamte römische Reich erobern und alleine herrschen? Herzlich willkommen zu Konstantin, Kaiser der Sonne, zur mittlerweile vierten Folge, in der es heute heißt: "Der Tag der Sonne". Und dabei wollen wir ganz besonders auch im zweiten Abschnitt dieses Programms uns über dieses berühmte Sonntagsgesetz informieren und wollen die historischen Hintergründe besser verstehen. Aber zunächst einmal wollen wir natürlich die Geschichte dort aufgreifen, wo wir sie das letzte Mal im Jahre 316 zurückgelassen haben. Wir haben gesehen, das war eine Zeit großer Veränderungen, nicht nur für das römische Reich im Allgemeinen, sondern auch für die christliche Kirche. Und das letzte Mal gesehen, dass die große sogenannte Konstantin-Wende und wir haben ja gesehen, dass vieles von dem, was heute so behauptet wird, er Fiktion und Propaganda ist, die auf Konstantin zurückgeht. Aber dass insgesamt diese Wende in den Jahren 312, 313, vor allem auch durch die Oberen des Licinius im Osten, dass sie gewaltige Veränderungen für das Christentum gebracht hatte. Aus der verfolgten Religion wurde eine, die plötzlich mehr und mehr privilegiert worden ist, mit neuen Gefahren, nicht äußerlichen Gefahren, sondern Gefahren für die Integrität des Glaubens. Wir hatten das letzte Mal diesen Vers 4 uns angeschaut und Offenbarung 2, Vers 12 und dem Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe, das sagt er, dass scharfe, zweischneidige Schwert hat ein Symbol für das Wort Gottes, das exakt zwischen Wahrheit und Irrtum, zwischen Licht und Finsternis, dessen biblischer Wahrheit und menschlichen Traditionen scheidet. Und auch in dieser Epoche begann die Christenheit in zwei Gruppen zu teilen, aber davon gleich noch mehr.
[2:52] Es war auch die Zeit, wie gerade schon angedeutet und wie das letzte Mal ja schon ausgeführt, des Angriffs des Konstantin, der sich entschlossen hatte, aus eigener Initiative das Gebiet des Licinius im Osten anzugreifen. Sie haben letztes Mal gesehen, dass im Oktober 316 er aus eigenen Stücken diesen Angriff begann und dabei die Hauptstadt Pannoniens, Sirmium, bereits eroberte. Wir können das hier auf der Karte sehen, eingekreist das heutige Sremska Mitrovica. Das ist diese Stadt, die er damals erobert hat. Und hier, wo das Kreuz weiter östlich zu sehen ist, dort stand Licinius mit seiner etwas größeren Armee in Cibala, dem heutigen Vinkovci. Es kam zur Schlacht und zwar am 8. Oktober 316, also knapp vier Jahre, nachdem Konstantin diese berühmte Schlacht an der Milvischen Brücke, den Maxentius, besiegt hatte. Konstantin war numerisch unterlegen, 20.000 Soldaten ungefähr, während Licinius etwa 35.000 zur Verfügung hatte. Aber Konstantin konnte hier in dieser Schlacht die Oberhand behalten, konnte gewinnen und Licinius hat sage und schreibe circa zwei Drittel seiner Armee verloren und ist dann verständlicherweise gen Osten geflohen. Hier zunächst einmal nach Sirmium, einer der berühmten Kaiserresidenzen, in der Nähe, etwas südlich von der Donau, an der Save gelegen. Dort hat er seine Familie zurückgelassen, Licinius kommt und auch seinen Schatz. Beides war ihm wichtig und mit beidem machte er sich jetzt auf den Weg gen Osten.
[4:48] Während er zuvor auch noch an der Save, dort in Sirmium, die Brücken hat zerstören lassen, damit Konstantin mit seiner Armee etwas aufgehalten wird. Das Ziel von Licinius war Adrianopel. Wir sehen hier, an dieser Stelle liegt die Stadt und dort wollte er sich neu gruppieren, um Konstantin davon abzuhalten, dann vielleicht sogar auch noch seinen Fuß auf kleinasiatischen Boden zu setzen, also von Europa rüberzusetzen in die östlichen Reichsgebiete. Licinius war schwer bedrängt und er brauchte Unterstützung. Und so entschloss er sich in dieser verzweifelten Situation, einen anderen General zum Mitkaiser zu erheben, um ein bisschen mehr die Verantwortung teilen zu können. Er hob den Grenzgeneral Valens zum Augustus. Und so gab es jetzt plötzlich wieder drei Augusti: Licinius und Valens, verbündet gegen den Aggressor Konstantin. Konstantin hatte realisiert, dass mit dieser einen Schlacht er zwar den Kampf gewonnen hatte, aber den Krieg noch längst nicht entschieden hatte und bot jetzt Frieden an. Aber die Bedingungen, die er dabei stellte, waren für Licinius nicht annehmbar. Konstantin hat er nämlich gefordert, dass dieser gerade erst erhobene Valens wieder abgesetzt wird.
[6:09] Und so kam es erneut zum Kampf. Der Krieg ging weiter. Konstantin zog ebenfalls gen Osten, dem Licinius entgegen und erreichte dann nach einiger Zeit hier die Stadt Philippopolis, das heutige Plowdiw, Bulgarien. Und das war gar nicht mehr so weit entfernt von Adrianopel. Und hier begann man sich jetzt auf die Entscheidungsschlacht, wie man meinte, vorzubereiten. Licinius sandte dann noch einmal Botschafter an Konstantin, um noch einmal auszuhandeln, ob irgendwie doch Frieden möglich sei. Er hat das brüsk abgewiesen, wollte dann jetzt doch lieber kämpfen. Er suchte die Entscheidung und die kam dann auf dem Fuß kam auf dem sogenannten Campus Ambiantes. Das ist ungefähr hier auf der Karte, wo man hier dieses rote Kreuz sieht, wahrscheinlich an dieser Stelle gelegen. Das ist nicht ganz hundertprozentig klar, wo ungefähr in dieser Gegend. Und auch diesmal konnte Konstantin gewinnen.
[7:22] Eine der besonderen Dinge an Konstantin, die manchmal etwas unterschlagen werden ob seiner großen propagandistischen Leistungen in Anführungsstrichen und seiner großen weltgeschichtlichen Bedeutung auch auf dem religiösen Gebiet, ist die Tatsache, dass er ein äußerst erfolgreicher Feldherr gewesen ist und eine ganze Zahl von sehr wichtigen Schlachten tatsächlich für sich gewinnen konnte. Und Konstantin glaubte natürlich, dass Licinius genau dasselbe jetzt getan hatte, als wie bei der Schlacht zuvor und gen Osten geflohen ist, vielleicht nach Nicomedia, um dort sich wieder neu zu gruppieren. Und so tat Konstantin das, was sehr nahe lag. Er ist dann hier, willkommen, wir sehen auf der Karte weiter gen Osten gezogen zu der Stadt, die dann später da, wo dann noch zukommen, einer späteren Serie, in der Spätfolge Konstantinopel genannt worden ist, die Stadt Byzantion. Und hoffte dort irgendwo Licinius stellen zu können.
[8:18] Der hatte allerdings in einem äußerst brillanten Geistesblitz, eine Kriegslist angewandt. Er war nämlich gar nicht gen Osten gezogen, sondern hatte etwas verwegen eine ganz andere Route eingeschlagen. Ist kann man auf der Karte sehen, er ist nämlich eher in die entgegengesetzte Richtung gezogen, hier nach Beroea, nicht zu verwechseln mit dem Berea in Griechenland. Und hatte damit plötzlich die Möglichkeit, den vorgerückten Konstantin die Nachschubwege abzuschneiden. Hatte also Konstantin einen ziemlich dramatischen, in einer dramatischen Wendung, so ein bisschen in die Falle laufen lassen. Und Konstantin konnte jetzt also die Entscheidung nicht mehr herbeizwingen. Er musste also verhandeln.
[9:03] Weil er die Schlacht gewonnen hatte, hat er natürlich eine ganz gute Verhandlungsposition, die nutzte er dann auch aus, gute Konditionen für sich heraus zu bekommen. Und zwar erhielt er den kompletten Balkan bis Thrakien als Kredit und war damit jetzt der Kaiser, der das größte Gebiet beherrschte. Der Sieg Constantins hatte natürlich auch Auswirkungen auf den neuen Mitkaiser. Der musste jetzt umgehend wieder abgesetzt werden, der Valens. Und wurde dann tatsächlich kurze Zeit später sogar von Licinius getötet, so dass er keinerlei Ansprüche mehr stellen konnte.
[9:47] Es war also, wie wir auch daran sehen, eine äußerste Ruhezeit. Es gab jetzt nur noch wieder die beiden bekannten zwei Kaiser: Konstantin und Licinius. Der Friedensvertrag ist dann am 1. März 317 öffentlich verkündet worden. Das hatte auch damit zu tun, das hat wohl Konstantin auch ganz bewusst so initiiert, dass dieser 1. März der Jahrestag der Berufung seines Vaters von Constantius Chlorus zum Kaiser auch gewesen ist, damals in der Tetrarchie, viele Jahre zuvor. Damit wollte Konstantin auch noch einmal propagandistisch, und wir sehen ja, was für ein Gespür dafür gehabt hat, deutlich machen, wie sehr er mit seiner Familie, mit seiner Dynastie sozusagen den Vorrang haben sollte.
[10:43] Diese Idee der dynastischen Linie wurde durch diesen Friedensvertrag auch wieder deutlich profiliert. Denn jetzt wurden wieder Cäsaren erhoben, wie damals in der Tetrarchie. Sollte jetzt wieder so unter Kaiser geben, aber nicht irgendwelche verdienten Militärs, wie sich das noch Diokletian ausgedacht hatte, vielleicht auch deswegen, weil er keinen eigenen Sohn hatte, sondern tatsächlich wieder die Söhne der Augusti, die Söhne der Kaiser. Und das bedeutete dann konkret, dass es jetzt tatsächlich sogar drei Cäsaren gab, als 13-Jährige, nämlich Crispus, der zu diesem Zeitpunkt höchstens 17 Jahre alt war, der Sohn von Konstantin aus seiner ersten Ehe mit Minervina. Und dann zwei Söhne, die noch nicht einmal laufen konnten: Konstantin der Jüngere, der Sohn von Konstantin mit Fausta, waren erst sieben Monate alt. Und auch Licinius der Jüngere, der Sohn von Licinius, war auch nicht besonders viel älter, er war erst ein Jahr alt, wird hat er gerade die ersten Schritte gemacht.
[11:46] Das war also eine Regelung für die Zukunft und sollte auch für die spätere frühe zur Geschichte ganze richtungsweisend sein, wo dann immer wieder auch sehr junge Kinder auf den Kaisertron gekommen sind. Das Ganze hat natürlich eine sehr brisante Implikation, wenn nämlich Licinius sterben würde als Kaiser des Ostens, dann wäre der nächste Nachrücker der Crispus, der einzige zu diesem Zeitpunkt überhaupt handlungsfähige Caesar. Und damit hätte dann die Dynastie von Konstantin auch über diesen Weg die Kontrolle über das römische Reich erhalten. Also man sieht sehr deutlich, wie geschickt Konstantin das ganze politisch angelegt hat.
[12:35] Er hat jetzt auch seinen Regierungssitz nach Osten, weiter nach Osten verlegt, in den Balkan und zwar in Sirmium, die Stadt, die wir gerade schon kurz erwähnt haben. Dort hat er ab und zu residiert. Am meisten allerdings in der Stadt Serdica, hier sehen wir noch einige Ruinen aus heutiger Zeit aus dem römischen Historiker, dass das heutige Sofia in Bulgarien. Und er nannte diese Stadt zu seinem Hauptsitz, machte sein neues Rom. Also hier schon diese Idee, dass seine quasi zweite Hauptstadt neben Rom, das ist schon lange nicht mehr wirklich setzt der Kaiser gewesen war, wenn man von Maxentius absieht. Eine zweite Hauptstadt sozusagen entstehen sollte. Und das wird auch für die spätere Geschichte ja noch ganz wichtig werden.
[13:23] Den ganzen westlichen Bereich, vor allem Gallien, was sie ja lange Zeit das eigentliche Herrschaftsgebiet von Konstantin gewesen ist, das hat er jetzt seinem Sohn Crispus als Caesar unter seiner Verantwortung und er hat dann mit eigenem Hofstaat in Trier, dem alten Sitz von Konstantin, residiert. Hier sehen das auf der Karte, noch einmal hier mit dem Kreuz, dort sehen wir die Stadt Serdica. Und gar nicht so weit entfernt davon hier in Nicomedia, im Westen von Kleinasien, residierte Licinius. Man hat so ein bisschen den Eindruck, dass es sich ein wenig auch gegenseitig belauert haben, weil man vielleicht geahnt hat, dass dieser Friede wohl nicht auf ewig halten könnte.
[14:11] Derweil gab es in Nordafrika noch immer keine Ruhe. Das Problem der Donatisten war ungelöst, trotz des Konzils in Karthago, trotz der verschiedenen Bemühungen von Konstantin, dort autoritativ einzugreifen. In dieser Zeit gab es Attacken. Römische Soldaten und ein Mob attackierten Kirchen. Die Donatisten trafen sich weiter in eigenen Versammlungen. Es gab die ersten Todesfälle, auch zwei donatistische Bischöfe waren unter den Opfern. Und die Donatisten waren natürlich sich sicher, dass der Bischof Caecilianus aus der Hauptkirche, die für den laxen Umgang mit den Abgefallenen während der Verfolgung eingetreten war, dahinter stehen würde.
[14:59] Es begann jetzt eine regelrechte Verfolgung, in der Christen der Mehrheit sich diesen Donatisten verfolgte und es zum Teil auch zu Todesfällen kam. Und das ist eine sehr traurige Entwicklung, dass diese Christenheit, die bis vor kurzem noch selbst verfolgt worden ist, jetzt aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zu solchen Mitteln griff. 317 wurden auch einige Gesetze von Konstantin verabschiedet. Zum Beispiel, und wir wollen hier noch einige Beispiele herausgreifen aus seiner umfangreichen Gesetzgebung über die Jahre. Er hat bestimmt, dass wir einen Sklaven ohne Wissen des Herrn beherbergt, Strafe zahlen musste und das auch bei Kapitalverbrechen. Senatoren ebenfalls wie alle anderen in der jeweiligen Provinz vor Gericht gestellt werden müssen und nicht wie sonst üblich in Rom.
[15:50] Interessant ist, dass in dieser Zeit Konstantin auch einen gewissen Junius Bassus zu seinem Praetorianer Präfekten ernannte. Wir haben schon gesehen, dieses Amt enorm wichtig hat nicht nur viel Prestige, wie das des Konsuls, das allerdings politisch völlig unwichtig war, sondern dieses Amt ist wirklich eher militärisch und strategisch von hoher Bedeutung, von hoher Machtfülle. Und interessant an dieser Ernennung ist, dass Junius Bassus nach allem, was wir wissen, höchstwahrscheinlich ein Christ gewesen ist. Konstantin hat zwar immer noch auch heidnische Berater gehabt, auch noch viele Jahre später. Er selbst war ja immer noch nicht wirklich Christ, sondern eigentlich ein Anhänger des Sol Invictus, wie wir gesehen haben. Aber er hat nicht nur in das Christentum investiert durch verschiedene Maßnahmen, die wir gesehen haben, sondern hat sich immer mehr auch mit christlichen Ratgebern und Christen in seinem Hofstaat umgeben.
[16:50] Wir haben schon mehrmals über die Propaganda-Maßnahmen des Konstantin gesprochen, vor allem auch im Hinblick auf seinen Schwiegervater Maxentius, der ja umgekommen war vor etlichen Jahren, der ehemalige Augustus der alten Tetrarchie. Und wir haben gesehen, wie im Laufe der Zeit, im Laufe der Jahre, immer wieder Konstantins Position gewechselt hat, um den jeweiligen politischen Gegebenheiten zu entsprechen. Jetzt im Sommer 318 gab es eine erneute Kehrtwende. Nachdem man ja den Maxentius als unehelichen Sohn von Maximinus verunglimpft hatte, wie das letzte Mal gesehen haben, wurde jetzt Maxentius wieder rehabilitiert. Er war ja immerhin der Vater der Fausta und damit auch einher der künftigen Söhne Constantins, wie konnte dem den zweiten und vielleicht weiteren, die noch geboren werden sollten.
[17:42] Und da wäre es sehr schlecht gewesen, wenn diese Söhne dann teilweise von einem schlechten Kaiser abstammen würden. Er wieder rehabilitiert und plötzlich wurde er sogar als vergöttlichter Maxentius auf Münzen abgebildet, als Divus Maxentius. Was wiederum zeigt, dass es mit einem im Christentum bei Konstantin auch in diesem Jahr noch nicht weit her war. Die Geschichtsschreibung wurde jetzt wiederum geändert. Neben seinem eigenen Vater Constantius Chlorus und dem Claudius Gothicus, von dem wir gehört haben, dass er eine Abstammung von demselben fingiert hatte, wurde jetzt Maxentius zu den besten Kaisern gezählt. Was also deutlich machen sollte, dass Konstantin von ganz großen und wichtigen Kaisern abstammt oder sich mit solchen verschwägert hatte.
[18:34] 318 gab es einige Gesetze, die hier nur kurz erwähnt werden sollen. Es wurde bestimmt, dass keine rechtsgültige Ehe mit Sklaven geschlossen werden durfte. Die Frau konnte auch, das war ein weiteres Gesetz, wieder hin die Einzelheiten eingehen wollen, aber es kurz erwähnen wollen. Eine Frau konnte auch ohne das Erbe eines von ihr gestorbenen Kindes antreten. Das war also eine gewisse Hilfe auch für Frauen im Erbrecht.
[19:05] Und 319 sehen wir dann Crispus, so wie früher sein Vater unter Rhein gegen die Franken kämpfen, die immer wieder mal dort auf das Gebiet des römischen Reiches vorstießen oder entsprechend diszipliniert werden mussten, indem man in das fränkische Gebiet vordrang. Weitere Gesetze Constantins aus dem Jahre 319. Er hatte bestimmt, dass unter bestimmten Umständen Verlobungsgeschenke wieder zurückgezahlt werden müssten, wenn die Hochzeit nicht wie geplant zustande käme. Das im Gegensatz zu der bisherigen Praxis. Und auch das ist sehr interessant. Er erlaubte explizit, dass disziplinarische Töten von Sklaven, nur wenn dabei besondere Grausamkeit angewendet werden würde, wäre es erlaubt, einen solchen Herrn des Mordes anzuklagen.
[20:03] Außerdem wurde bestimmt, dass Sklaven auf Freigelassene, die bestimmte Berufe ausübten, an ihre jeweilige Stadt gebunden waren, also nicht einfach willkürlich den Wohnort wechseln konnten, um sicherzustellen, dass bestimmte Berufe überall vorhanden gewesen sind. Eine auch für die Religionspolitik enorm richtungsweisende Entscheidung fällt ebenfalls in jene Zeit, nämlich die Entscheidung, eine weitere gigantische Basilika zu bauen. Wir werden schon gesehen, dass der Lateran, die Lateranbasilika auf Konstantin zurückging, direkt nach der Eroberung Roms. Bitten jetzt sollte auch über dem vermuteten Grab des Petrus auf dem Vatikanhügel, westlich von vom eigentlichen Stadtkern Roms, auf der anderen Seite des Tibers, eine große Basilika gebaut werden, die dann der Vorläufer wurde für den heute noch allseits bekannten Petersdom im Vatikan.
[21:04] Auch aus 320 sind uns ein paar berühmte Gesetze überliefert, vor allem das Gesetz zur Aufhebung des alten Gesetzes von Augustus gegen die Kinderlosigkeit. Es war in der Praxis ohnehin ständig umgangen worden und wurde jetzt einfach gestrichen.
[21:27] In dieser Zeit begann eine neue Entwicklung, die die nächsten Jahre prägen würde. Licinius begann sich offensichtlich deutlicher vom Christentum wieder zu distanzieren. Er war es ja gewesen, der mit seinem Sieg wir Maximinus da ja die Christen des Ostens eigentlich real de facto befreit hatte. Aber jetzt wurden alle Christen aus dem kaiserlichen Dienst des Licinius verbannt. Und wenn Synoden geplant worden waren, also das Zusammenkommen verschiedener Bischöfe aus verschiedenen Städten, dann wurden sie verboten. Ja, wenn Menschen aufgrund ihres Glaubens exekutiert worden sind, wurde das sogar noch gutgeheißen.
[22:11] Der Grund dafür ist nicht ganz klar. Möglicherweise wollte Licinius damit auch Konstantin etwas aus der Reserve locken, provozieren, denn Konstantin hatte sich ja noch mehr als Licinius als Freund der Christen stilisiert und propagandistisch in Stellung gebracht. Und natürlich hat Konstantin das sofort ausgenutzt und noch deutlicher sich positioniert als der Befreier der Christen im Osten, weil er darauf hoffte und auch hoffen konnte, dass die vielen Christen des Ostens, wir haben ja schon gelernt, dass es im östlichen Teil des römischen Reiches mehr Christen gab als im Westen, dass und dort einen ganz wesentlichen Bevölkerungsanteil stellten. Man spricht für Ägypten in dieser Zeit von vielleicht schon etwa 18 Prozent der Bevölkerung, basierend auf Papyri.
[23:05] Konstantin hat also gehofft, dass dieser doch signifikante Bevölkerungsteil dann hinter ihm stehen würde, wenn er erneut den Krieg gegen Licinius beginnen würde. Also die ganze Idee Constantins, sich dem Christentum zu nähern, hat die immer auch in all diesen Phasen, die wir hier auch sehen können, einen ganz klar politisch-geostrategischen Aspekt.
[23:29] In dieser Zeit wurde das Kolosseum vom Blitz getroffen. Und obwohl das Christentum an vielen Bereichen auf dem Vormarsch war, war das natürlich die Stunde auch der alten traditionellen Wahrsager, die Vorhersagen treffen sollten. Und dass vielleicht irgendwie ein böses Omen sei. Und diese Interpretation der Blitze wurde sogar dem Konstantin mitgeteilt, der Achtung in dieser Zeit per Gesetz bestimmte, dass solche öffentlichen Wahrsagerei erlaubt sei. Die private war mittlerweile verboten worden, aber öffentliche Wahrsagerei aufgrund der alten Kultur war ausdrücklich erlaubt, solange Konstantin selbst immer sofort über die entsprechenden Ergebnisse informiert werden würde.
[24:25] Anfang 321 wurde dann allen deutlich, dass zwischen Konstantin und Licinius Feindschaft herrscht. Und zwar schon am 1. Januar. Das war der Tag, an dem traditionell die beiden Konsuln für das römische Reich benannt worden waren, ein Amt, das Jahrhunderte...
[24:42] worden waren ein Amt, das Jahrhunderte zuvor große Bedeutung und Machtfülle hatte. In der Zeit der alten Republik war es aber zu dieser Zeit eigentlich nur noch ein Ehrentitel, war ohne jegliche wirkliche Bedeutung. Ein Amt, das oft auch von den Kindern selbst mit verwaltet worden ist.
[24:59] Und an diesem ersten Jahr nur 321 konnten sich Konstantin und Licinius offensichtlich nicht mehr auf zwei beidseitig anerkannte Konsuln einigen. Stattdessen hat Konstantin seine beiden Söhne, Crispus und Konstantin den Zweiten, der immer noch ein absolutes Kleinkind, zu Konsuln ernannt, während Licinius sich selbst und seinen Sohn Licinius zu Konsuln ernannte. So konnte also jeder sehen, dass hier keine echte Zusammenarbeit zwischen den beiden Hauptkaisern bestand und ein Krieg schien erneut unausweichlich.
[25:34] Am ersten März 321 hat dann Konstantin persische Gesandte getroffen, die offensichtlich diplomatisch die Fühler ausstreckten, um mit dem Kaiser des Westens in Kontakt zu treten. Das hatte natürlich besondere Bedeutung für Licinius, wenn Konstantin sein Feind war und die Perser im Osten ebenfalls mit Konstantin zusammenarbeiten würden, dann war zu fürchten, dass Licinius von West und Ost geopolitisch eingekesselt werden würde.
[26:08] Dazu kam noch, dass Armenien im Nordosten des Römischen Reiches ja mittlerweile quasi staatswegen her christlich geworden war und deswegen selbstverständlich wohl auch eher zu Konstantin als zu Licinius halten würde. Und das führt dazu, dass Licinius tatsächlich die Christenverfolgung wieder aufnimmt, längst nicht so systematisch wie damals in der großen Zeit der zehnjährigen Christenverfolgung, die wir ausführlich studiert haben, eher sporadisch, aber immer wieder geht es doch in die Richtung.
[26:40] Und das bedeutet natürlich eine Entwicklung, die einen Krieg unvermeidbar machen oder in diese geopolitische Situation hineinfällt. Das berühmte Sonntagsgesetz, dass wir am Anfang dieser Serie schon einmal zitiert haben, aus dem März 321, gegeben von Imperator Konstantinos, also von Konstantin an einen gewissen LP Deus, den Stadtpräfekten von Rom.
[27:13] Auch das sehr interessant und in diesem Gesetz heißt es hier im ersten Satz: "Ein Judiz, also alle Richter, es geht sowohl in diesem Argument als auch in dem zweiten, dass wir gleich auch noch mal anschauen werden, vor allem auch um die Rechtssprechung, wie man hier deutlich sehen kann, alle Richter und dann geht es weiter: "Urban, my cassette, player set at officium", also das Volk der Stadt und die alle Werkstätten, könnte man vielleicht übertragen übersetzen.
[27:49] Und dann kommt dieser wichtige Satz: "Wenn der Rabbi, Lidle, Solist, wie es kann, sie sollen ruhen an dem ehrwürdigen Tag der Sonne." Was uns zuallererst hier auffallen sollte, ist die Formulierung des "Solis", "dies Solis", ist die heidnische Bezeichnung für den Sonntag, eine Bezeichnung, die vor allem auch in der römischen Astrologie bezeichnet worden ist. Christen haben den Sonntag in dieser Zeit nie so genannt, sondern immer den Tag des Herrn.
[28:22] Ebenfalls interessant ist dieses Wort "wenn er abily" und dieses Wort wird im Apollo-Kult, Pollen-Kult und auch im Mithras-Kult, auch im Kult des Herkules immer wieder als technischer Begriff auch für diesen "Dies Solis" gebraucht. Allein dieser erste Satz macht aufgrund der Formulierung eindeutig klar, dass es sich um ein Gesetz für den heidnischen Sonnengott eigentlich handelt. Der Witz war hier nicht mehr erwähnt, offensichtlich, weil Konstantin will ja auch den Anschluss an das Christentum suchen, aber dem Text nach handelt es sich um eine Vorgabe, die für jeden Heiden sofort klar erkennbar war.
[29:15] Die sofort Anschluss bot an den Mithras-Kult, an den Kult des Sol Invictus, an den Kult des Herkules. Interessant ist auch, dass die Bestimmung hier ja eben keinen wirklichen vollständigen Ruhetag suggeriert, sondern wie wir damals schon gesehen haben, Ackerbau, landwirtschaftliche Tätigkeiten am Sonntag ausdrücklich ausnimmt und erlaubt, weil wir es in dem Gesetz heißt, dass öfters vorkommt, dass gerade dieser Tag der allerbeste und geeignetste ist, um diese Tätigkeiten auszuführen.
[29:49] Und auch hier wird lediglich auf die Forcierung des Himmels verwiesen. Wir hier im letzten Satz lesen können: "Kein lässt die Provisionen Contest", heißt es. Die Provision würde mein Englisch sagen, die Vorsehung, das, was der Himmel gibt. Auch das vage genug, so dass jede im römischen Recht befindliche Religion sich dort einordnen konnte.
[30:12] Auch das zweite Textfragment, dass wir haben, hier aus dem Codex Theodosianus, diesmal machte deutlich, dass es etwas eine eine eine Gesetzgebung ist, die eigentlich mit dem Sol Invictus zusammenhängt. Denn Konstantin sagte hier: "Sieht in dem um, wie der bad tour, die im ist so uns darüber, denn die es so, dass wenn er rational suliko lepra, dessen Verehrung ich feiere." Und wir wissen, dass bis zu diesem Zeitpunkt, bis zum März 321, es nicht ein einziges sicheres Zeichen dafür gibt, dass Konstantin bereits auch tatsächlich dem der der der christlichen Kirche sich völlig zugewandt hat.
[30:57] Er hat sie akzeptiert, er hat sie enorm gefördert, er hat viel in sie investiert, hat sich als Befreier und Beschützer der Christen ganz offensichtlich propagandistisch positioniert, aber er war kein Christ, geschweige denn getauft. Er war bis zu diesem Zeitpunkt immer noch ein Anhänger des Sol Invictus, wie wir auch an den Münzen gesehen haben.
[31:20] Die wenn der Gesetzgebung nachweisen konnten, dass auch heidnische Elemente oder Elemente, die dem Christentum deutlich widersprachen, immer noch von ihm gut geheißen worden sind. Dass manche Forscher sehen das als eine Zeit des Übergangs und allein die Idee, dass es eine Zeit des Übergangs sei, wo so heilige Elemente noch da sind und das christliche mehr und mehr in seinem Denken zunimmt, zeigt, dass es sich eben nicht um eine eigentliche christliche Bekehrung bei ihm gehandelt haben kann.
[31:49] Denn die ist immer dadurch gekennzeichnet, dass das Alte vergangen ist und sie alles ist neu geworden, wieder Paulus ins zweite 5, Vers 17 sagt: "Wir müssen wir festhalten, dass das Sonntagsgesetz vom März 321 ein Sonntagsgesetz für den Sol, für den Sol Invictus war, der des Solis war, der Tag der Sonne."
[32:13] Und trotzdem war dieses Gesetz überaus geeignet, Heiden und Christen zu vereinen in einer so quasi Synkretismus Ökumene, wenn man so möchte. Denn der Tag der Sonne, der Sonntag, war als sogenannter Tag des Herrn hoch im Kurs der Christenheit. Überall trafen sich Christen an diesem Tag, um Gottesdienst zu feiern und so bot dieser Tag, wie kaum etwas anderes in der christlichen Religion, die Möglichkeit hier Heidentum und Christentum unter einem Banner zu vereinen.
[32:52] Etwas, was aus politischer Sicht für Konstantin natürlich enorm wichtig war, wenn er sich als Befreier der Christen im Osten weiter bewähren wollte. Interessant ist allerdings, dass gerade im Osten des Reiches dieser Sonntag nicht der einzige Tag war, an dem Christen sich zum Gottesdienst trafen.
[33:21] Es ist in der Kirchengeschichte immer wieder etwas übersehen worden, manchmal nur durch fleißiges Nachforschen und Durchstöbern der alten Dokumente entdeckt worden, dass es lange Zeit einen zweiten Tag gab, der ebenfalls als Gottesdienst genutzt worden war. Und hier können wir in einem in der in dem Kirchengeschichtswerk von Sokrates Scholasticus eine entsprechende Stelle finden und zwar im griechischen Original.
[33:51] Dort sagte hier nämlich ab dieser Stelle hier: "Die Kirche in der gesamten Welt an und das heißt hier in Höhe mehrerer Sabbaton am Tag des Sabbats sich trafen, um die Geheimnisse, Mysterien, eigentlich ein Ausdruck für das Abendmahl zu feiern." Und dann erwähnt er zwei christliche Kirchen, nämlich die in Alexandria, hier heute in Alexandria, und die in Rom, die aufgrund irgendwelcher alter Gewohnheiten, Licinius, Asparagus dies aufgehört haben zu tun, wie es hier heißt.
[34:34] Mit anderen Worten, es gab einen zweiten Tag, den Tag des Sabbats, an dem sich in der ganzen Welt die Christen zum Gottesdienst trafen, nur in zwei bedeutenden christlichen Zentren, in Rom und Alexandria, hatte damals, hatte man damit aufgrund alter Traditionen, nicht aufgrund biblischer Aussagen, sondern aufgrund alter Tradition, damit seit längerem aufgehört haben.
[34:58] Wir nochmal die entsprechende Passage in der englischen Übersetzung von Schaff, alle, die das nochmal nachlesen wollen, nur ist der lettischen Riga, lett Samplings, es geht also um religiöse Versammlungen for most of the world of Harry Potter, Christoph Accentro Monaco Nobs, armenischen tischen Heftig Studios, also die Kirchen, fast alle, fast alle Kirchen der Welt feiern die Heiligen, das das Abendmahl, könnte man frei übersetzen, am Sabbat jede Woche, während die Christen Alexandria und in Rom aufgrund alter Traditionen, die es aufgehört haben.
[35:37] Dann geht es weiter hier auch um die Ägypter in der Umgebung von Alexandria, die auch dort Gottesdienst feiern an diesem Sabbat. Wir finden ein ähnliches, ein ähnliches Beweisstück in dem Werk "Die Institute ist von Casinos", wie auch Sokrates, etliche Jahrzehnte nach Konstantin verfasst.
[35:57] Das heißt, wir deshalb wird abgesehen vom öffentlichen und nächtlichen Gebiete des Tages über keine öffentlichen Feierlichkeiten bei ihnen gehalten. Nur am Samstag und Sonntag kommen sie um die dritte Stunde zusammen, um die heilige Kommunion zu empfangen.
[36:14] Wie war es möglich, dass in dieser Zeit es zwei Tage für den Gottesdienst gab? Und zwar ganz besonders im Osten, dort, wo es die meisten Christen gab und dort, wo auch die größten und ältesten Traditionen und große Zentren wie Antiochia oder auch wie Alexandria zu finden gewesen waren.
[36:34] Wie war es möglich, dass in dieser so an christlicher Kultur so reich gesättigten Gegend es zwei Feiertage, zwei Ruhetage gab? Und um das zu verstehen, dass ein bisschen aus und wir wollen jetzt an dieser Stelle ein bisschen den Gang der Geschichte Constantins unterbrechen, um ein bisschen auszuholen und um diese Geschichte genauer unter die Lupe zu nehmen.
[36:55] Wir haben nämlich gesehen, dass die Christen ja durchaus sich an die zehn Gebote gehalten haben. Das war einer der Gründe, warum sie in der Zeit der großen Erfolgen sich geweigert haben, den Göttern zu opfern. In den zehn Geboten, die auch für die Christen nach wie vor Gültigkeit hatten, dort im vierten Jahrhundert steht es im vierten Gebot, in einem Gebot, dass ich heute leider den meisten katechetischen Werken im Katechismus der großen Kirchen nicht mehr so wie das führt.
[37:22] Aber in der Bibel selbst kann man das ohne weiteres zum Nachlesen in 22, 8 bis 11 gedenken an den Sabbat-Tag und heilig gehen. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun, aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn deines Gottes.
[37:35] Damit ist hier genauso wie dann auch in den Werken, die wir gerade zitiert haben, der Samstag vor dem Sonntag, oder besser gesagt, der Sonntag, der Tag nach dem Sabbat, denn nach dem Sabbat gemeint. An diesem Tag sollten die Israeliten hier in dem alten Testament gedenken und ihn heiligen.
[37:55] Und zwar nicht nur sie, es heißt hier weiter: "Da solltest du kein Werk tun, weder du, noch deine Söhne, noch deine Töchter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, wer innerhalb deiner Tore lebt." Ein Gebot also nicht nur für ethnische Israeliten, so war das schon in den zehn Geboten angedacht.
[38:11] Und die Begründung ist sehr interessant, denn in sechs Tagen hat er Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruhte am siebten. Jetzt kommen diese Begründung hier, darum hat der Herr den Sabbat gesegnet und geheiligt.
[38:27] In den zehn Geboten wurde die Feier des Samstages, des Ruhetages, begründet mit der Schöpfung, die laut erster Mose alle Menschen betrifft. So lesen wir in erster Mose, Kapitel 2, Vers 2 und 3, nachdem die Schöpfung vollendet worden ist, und Gott hatte am siebten Tag sein Werk vollendet, das er gemacht hatte.
[38:49] Und er ruhte, hier steht in Hebräisch "Schabbat", es ist das Werk für aufhören, etwas zu tun. Und er ruhte am siebten Tag von seinem ganzen Werk, das er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn.
[39:03] Segen bedeutet, dass sich etwas immer wiederholen sollte. Das war keine einmalige Sache, diese Heiligung, diese Ruhe am siebten Tag, sondern sollte alle sieben Tage neu stattfinden. Verteidigende, er macht diesen Tag besonders heilig.
[39:19] Bedeutet abgesondert, eine eine besondere Qualität haben. Der Sabbat sollte ein besonderer Tag sein, denn die Begründung heißt es hier, denn neben ruhte er von seinem ganzen Werk, das Gott schuf, als er es machte.
[39:31] Und so wie die gesamte Schöpfung gedacht war im alten Testament für die gesamte Menschheit, so auch dieser siebte Tag, der Sabbat.
[39:41] Eine zweite Begründung wird im alten Testament in der Wiederholung der zehn Gebote in fünfter Mose, 5 Geboten, denn dort heißt es: "Denn du sollst bedenken, dass du auch ein Knecht gewesen bist im Land Ägypten und dass der Herr dein Gott dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgestrecktem Arm."
[40:00] Darum hat dir der Herr dein Gott geboten, dass du den Tag halten sollst. Die Begründung ist hier also der Auszug aus Ägypten, die berühmte Geschichte vom Exodus, berühmte Geschichte vom Schlachten des Lammes am 14. Tag des ersten Monats Nissan.
[40:21] Die Israeliten sollten damals das Blut des Lammes an den Türpfosten streichen. Das war das Zeichen der Befreiung, denn an dem Tag, als sie das Blut dieses Lammes an die Türpfosten strichen, sich öffentlich dazu bekannten, wurden sie frei.
[40:35] Und das war eine Geschichte, die dann im Neuen Testament immer und immer wieder als Vorbild, als Gleichnis, sozusagen für die Erlösung durch Jesus Christus verwendet worden ist. Jesus, das Lamm Gottes, wie er in Johannes 1 genannt wird, er die Sünden der Welt, alle Sünden der Welt trägt und durch seinen blöden Menschen mit Gott versöhnt.
[40:58] So dass jeder, der sich öffentlich dafür dazu bekennt, frei wird von der Knechtschaft der Sünde, des schlechten Gedankens, der schlechten Gewohnheiten. Und so ist das auch von Anfang an im Neuen Testament und in der frühen Christenheit verstanden worden.
[41:17] Der Sabbat, so fünfter Mose 5, sollte ein Zeichen für diese erlösende Kraft Gottes sein, für die schöpferische Kraft Gottes und für die erlösende Kraft Gottes. Ein ewiger Bund, wie es 2. Mose 31 heißt.
[41:29] So sollen die Kinder Israels den Sabbat halten, indem sie den Sabbat feiern für alle ihre Geschlechter als ein ewiger Bund, erst ein ewiges Zeichen zwischen mir und den Kindern Israels. Seinen sechs Tagen hat der Himmel und Erde gemacht, aber am siebten Tag ruhte er und erquickte sich.
[41:45] Als Zeichen wird er auch bei den Propheten zum Beispiel, war hier Siegel erwähnt. Ich gab ihnen auch meines, arbeite die ein Zeichen sein sollten zwischen mir und ihnen, damit sie erkennen sollten, dass ich der Herr es in der sie heiligt.
[42:00] Die Propheten im alten Testament hatten einiges über diesen siebten Tag Sabbat zu sagen. Vor allem sticht hier Jesaja heraus, der erneut diese Idee aufgreift, dass der Sabbat eben nicht auf das ethnische Volk Israel beschränkt sein.
[42:18] Jesaja 56, 42 heißt es: "Wohl den Menschen, der dies tut, und dem Menschenkind, der daran festhalte, er den Sabbat hält, um ihn nicht zu entweihen und seine Hand davor bewahrt, irgendetwas Böses zu tun."
[42:30] Das heißt hier dann weiterhin Vers 4 und 5: "Denn so spricht der Herr den Verschnittenen, die meine Sache halten, die wird deutlich, dass Jesaja Bedingungen vor Augen hatte, die nicht dem entsprechen, was man gemeinhin als den alten Bund, den Bund zwischen Gott und dem ethnischen Volk Israel bezeichnet."
[42:48] Denn Verschnittene konnten im alten Bund und in bestimmten des alten Bundes gar nicht Teil des Volkes Gottes im Gottesdienst sein. Aber ich hier wird er darüber hinausgehen, gesagt, dass Gott mehr vorhat als das, was man theologisch den alten Bund genannt hat.
[43:04] Den Verschnittenen, die meine Sache halten und erwählen, was mir gefällt und an meinem Bund festhalten, denen will ich an meinem Haus und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen geben, der besser ist als Söhne und Töchter. Ich bin in einen ewigen Namen geben, der nicht ausgerottet werden soll.
[43:19] Jesaja hat diese Vision, dass der Sabbat auch für die gilt, die nicht nach den Bestimmungen des alten Bundes Teil der Kultgemeinschaft Israel sind. So lässt sich auch erklären, was hier in Vers 6 und 7 steht.
[43:31] Und die Fremdlinge, die sich den Herrn anschließen, um ihm zu dienen und den Namen des Herrn zu lieben und um seine Knechte zu sein und alle, die darauf achten, den Sabbat nicht zu entweihen und die an meinen Bund festhalten, die will ich zu meinem heiligen Berg führen und sie in meinem Bethaus erfreuen.
[43:46] Ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen wohlgefällig sein auf meinem Altar, denn mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden.
[43:56] Der Zusammenhang zwischen dem Sabbat halten und der Idee, dass auch Nichtjuden, Nichtisraeliten Teil des Volkes Gottes werden können, ist hier in Jesaja ganz ausdrücklich erwähnt.
[44:09] Wir finden dann auch natürlich den Sabbat im Neuen Testament. Zuvor vielleicht hier noch in Jesaja 66, Vers 22, eine ganz besondere Vorhersage. "Sized und es wird geschehen, dass an jedem Neumond und an jedem Sabbat alles Fleisch sich einfinden wird, um vor mir anzubeten."
[44:31] Teil einer großen Vision, die schon von einer neuen Erde, von einem neuen Himmel, strich von großen Zukunftshoffnung für das Volk Gottes, Zukunftshoffnung, die längst nicht nur ethisch Israeliten einschließen würden, sondern auch alle Völker aus allen Weltgegenden.
[44:47] Nun, also zum Neuen Testament. Jesus war natürlich als Jude jeden Sabbat in der Synagoge. Wir uns Lukas 4, Vers 16 deutlich sagt: "Und er kam nach Nazareth, wo er erzogen worden war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat-Tag in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen."
[45:06] Jesus also, der das ganze Fundament des Christentums bildet, weil sich Christen ja nach Christus benannt haben, hat den Sabbat, den Sabbat des alten und des Neuen Testamentes übersehen werden gehalten.
[45:21] Und er hat auch nicht nur durch seine Gewohnheit das bestätigt, sondern auch Stellung zu dieser Frage genommen. Markus 2, 4, 27 und 28 lesen wir: "Und das sprach zu ihnen: Der Sabbat wurde um des Menschen willen geschaffen, für alle Menschen, die wir jetzt schon mehrfach gesehen haben, nicht der Mensch und des Sabbat willen."
[45:35] Also ist der Sohn des Menschen, ein Titel, der aus Daniel 7, Vers 13, 14 kommt, für den König aller Könige, den König, der einmal die ganze Welt regieren wird, als der, der König des Reiches Gottes. Also ist der Sohn des Menschen her auch über den Sabbat.
[45:54] Der Sohn des Menschen ist ein Begriff, den Jesus immer wieder auf sich selbst angewendet hat. Und was ich hiermit deutlich macht, es das, wenn der Sabbat für alle Menschen gilt und Jesus selbst einmal in der Zukunft auf Grundlage der Prophezeiung der Propheten einmal als König der Könige herrschen wird, dann wird auch der Sabbat Teil seiner Regierung sein, Teil seines Herrschaftsgebietes sein.
[46:23] Denn er als Sohn des Menschen ist hier auch über den Sabbat. Und anderen Worten, der Sabbat ist Teil seines Herrschaftsgebietes, weil nämlich der Sabbat für die Menschen gemacht ist und er über die Menschen regieren wird.
[46:38] Im Zusammenhang mit dem jüdischen Tempel und der Vorhersage, dass der Tempel in Jerusalem zerstört werden würde, was Jesus in Matthäus 24 vorhergesagt hat und das dann auch mit dem Ende der Welt verknüpft hatte, in einer sehr interessanten Profitabilität, die wir hier aus Zeitgründen natürlich nicht anschauen können. Aber in der sozusagen beide Ereignisse, das Ende der Welt und
[46:58] Beide Ereignisse, das Ende der Welt und die Zerstörung Jerusalems, die dann im Jahre 70 nach Christus stattfand, miteinander verwoben werden. Hat er folgendes gesagt: Bittet aber, dass eure Flucht nicht im Winter noch am Sabbat geschieht. Jesus ging also ganz selbstverständlich davon aus, dass seine Nachfolger, die Christen, auch in der Zukunft, auch nach seinem Tod und seiner Auferstehung, diesen siebenten Tag Sabbat, der seit der Schöpfung das Zeichen zwischen Gott und den Gläubigen ist, halten würden.
[47:28] Die vielleicht besonders die wichtigste erhält, das wichtigste Ereignis im Leben Jesu bezüglich des Sabbat ist vielleicht seine Kreuzigung. Denn er wurde am Freitag, wie allgemein bekannt ist, gekreuzigt und stand am Sonntag wieder auf. Doch war es genau der Sabbat, an dem er ruhte. Sein Tod und seine Auferstehung haben den siebten Tag Sabbat keinesfalls abgeschafft. Im Gegenteil, in einer besonderen Weise bestätigt. So sehr, dass als er die Welt rettete, die Sünden der Welt auf sich nahm und Tod und Teufel besiegte, in dieser gewaltigen Arbeit, die am Freitag und Sonntag vollführte, trotzdem einen ganzen Sabbat im Grab ruhte. Der Sabbat wurde durch das Kreuz Jesu bestätigt.
[48:28] Und so finden wir auch die Apostel, die ersten Christen, wie sie in der Apostelgeschichte den siebenten Tag Sabbat halten. Es heißt hier in der Apostelgeschichte 13: Als aber die Juden aus der Synagoge gegangen waren, baten die Heiden darum, dass ihnen diese Worte auch am nächsten Sabbat verkündigt würden. Also nicht nur den, sondern auch den Heiden haben Paulus und andere den Sabbat nahegebracht. Am folgenden Sabbat aber versammelte sich fast die ganze Stadt, steht in Apostelgeschichte 13, um das Wort Gottes zu hören. Wo immer die ersten Christen hinzogen, brachten sie auch den Sabbat mit, wenn er nicht schon ohnehin dort bekannt gewesen ist, weil es ja auch Juden in der ganzen damals bekannten Welt zerstreut leben, dass überall Synagogen gab. Und wie wir gleich sehen werden, der Sabbat auch dadurch schon bekannt gewesen ist.
[49:19] Hier noch ein Beispiel von Paulus in der Apostelgeschichte 18. Er hatte aber jedem Sabbat Unterredung in der Synagoge und überzeugte Juden und Griechen. Es kann keinen Zweifel geben, der Sabbat war in der sogenannten Urgemeinde der Christenheit der Tag des Gottesdienstes.
[49:41] Was ist also passiert? Und dazu wollen wir ein bisschen uns jetzt in die Geschichte hinein begeben, um zu sehen, was aus diesem Ruhetag in den kommenden Jahrhunderten bis Konstantin geworden ist. Zunächst einmal müssen wir festhalten, dass der Sabbat als Tag der Ruhe, als besonderer Tag, allgemein im römischen Reich bekannt gewesen ist. Und das möchte ich illustrieren mit zwei ganz selten zitierten Zitaten römischer Geschichtsschreiber, die ich in dieser ganzen Diskussion, die oft geführt wird über Sabbat und Sonntag, selbst noch nie irgendwo präsentiert gesehen habe. Deswegen hier auch im lateinischen Original. Sueton schreibt in seiner Vita über den Kaiser Augustus, dass dieser gesagt haben soll: "Das heißt, der Triumvirat Neo Darius kommit, beriet am Dirigent, Esa Battisti, Juni um Servas, Krokodil war." Wie heißt das? Er zu Tiberius gesagt haben soll: "Nicht einmal ein Jude, mein lieber Tiberius, hält so fleißig am Sabbat das Fasten ein, so wie ich heute gefastet habe." Da ging es im Kontext um die etwas unorthodoxen, ungewöhnlichen Essgewohnheiten von Augustus, der längere Zeit auch mal einfach nichts gegessen hat und dann wieder zu ganz außergewöhnlichen Uhrzeiten.
[51:00] Hier sehen wir Kaiser Augustus sehr genau wusste, dass die Juden besonderen Sabbat haben. Obwohl er, wie viele andere, der Meinung waren, dass die Juden an diesem Tag besonders fasten würden, was sich nicht so recht in Übereinstimmung bringen lässt mit den zeitgenössischen jüdischen Aussagen der Rabbiner, die genau das verneinen und sagen, man sollte am Sabbat überhaupt nicht fasten.
[51:18] Ein anderes interessantes, vielleicht noch interessanteres Beispiel ist hier aus der Tiberius-Vita des ist selben Historikers Sueton. Er sagt hier nämlich folgendes: "Diogenes Grammatik des Butare, Sabbat ist Rohdes Soli tus." Da geht es um einen Grammatiker, einen Gelehrten, Diogenes, ein Grieche wahrscheinlich, der dort auf Rhodos, auf der Insel Rhodos, unterrichtet und zwar an Samstagen. Das Besondere hier ist, das geht im Kontext darum, dass Tiberius diesen Dramatiker aufsuchen möchte, ihn sprechen möchte und dann auf einen anderen Tag verwiesen wird, nämlich wieder an den siebenten Tag, nämlich nur an diesen siebten Tag, an diesem Samstag würde Diogenes unterrichten. Das Besondere hier ist, weder Diogenes noch Tiberius, noch irgendjemand anders in diesem Kontext ist ein Jude.
[52:10] Wir sehen hier also, dass offensichtlich, steps in einem völlig begannen, heidnischen Kontext, ein römischer Geschichtsschreiber, der eine Geschichte von einem römischen Politiker erzählt, er mit einem anderen Römer oder Griechen Kontakt hat, an einem Samstag ohne weiteres den Begriff Sabbat verwendet. Der Sabbat war so allgemein verbreitet bekannt, dass auch viele berühmte Schriftsteller sich über ihn geäußert haben, oft spöttisch, wie z.B. Seneca, den wir hier bei Augustin zitiert finden, in dessen berühmten Werk "De Civitate Dei" von der Gottesstaat. Und das heißt, er referiert die Position von Seneca und sagte: "Günter alias gebietes theologie, so petition ist rebhandl, sakramente euromap, maxime sabater." Er tadelt auch die Sakramente der Judäa und insbesondere die Rabatte. Und dann geht es weiter damit, dass seine Gabe gesagt hat, dass dieses an jedem siebten Tag so lächerlich sei, weil man dadurch angeblich ein Siebtel seines Lebens sozusagen sinnlos verschwendet. Hat also offensichtlich nicht verstanden, was für ein Segen es ist, wenn man regelmäßig auch innehalten kann und neue geistliche Kraft tanken kann.
[53:32] Zur Zeit von Nero hatte das Judentum im römischen Reich eine kurze Zeit eine starke Sympathie beim Kaisertum, weil nämlich Nero die Poppea Sabina geheiratet hatte, eine jüdische Großeltern. In seine Zeit fällt die erste Christenverfolgung. Bis dahin waren Christen aus römischen Augen gesehen eigentlich nichts weiter als eine Sonderform der Juden, weil sie im Wesentlichen vieles genauso taten wie auch die Juden. Aber jetzt in dieser Zeit wird zum ersten Mal deutlich, dass die Römer beginnen, zwischen Christen und Juden zu unterscheiden, denn die Christen werden verfolgt, die Juden aber nicht.
[54:15] Die besondere Sympathie für die Juden war schon bald wieder aufgebraucht. Das lag vor allem dann auch an dem großen jüdischen Krieg von 66 bis 70 und die Juden wurden aufgrund ihres Widerstandes dort gegen die Staatsgewalt im ganzen Reich äußerst verhasst. Es gab über die folgenden Jahrzehnte überall im römischen Reich immer wieder antijüdische Tumulte und Pogrome. Vespasian, der Kaiser, der dann ab 69 regierte, hatte den Sanhedrin, den obersten Rat der Juden, aufgelöst, das Amt des Hohepriesters abgeschafft und eine besondere Judensteuer eingeführt, den "Fiscus Judaicus". Die Juden hatten bis zur Zerstörung des Tempels immer einen halben Shekel zu Erhalt des Tempels gezahlt. Jetzt wurden sie gezwungen, als einzige Bevölkerungsgruppe im römischen Reich eine besondere Steuer für den Tempel des Jupiter Capitolinus, also für den Jupiter-Tempel auf dem Kapitol, zu entrichten. Einen halben Shekel. Das war natürlich eine Schikane, die weniger im finanziellen Gewicht ins Gewicht fiel, sondern vor allem, weil man damit die Juden bewusst auch öffentlich etwas diskriminieren wollte.
[55:35] In dieser Zeit blüht der römische Antijudaismus in ganz schlimmer Form. Ohne viele Zitate hier sagen zu wollen oder nennen zu wollen, ein paar Namen wie Seneca, auch Persius und dann vor allem mit Quintus Julianus, Marcius, Martial, Plutarch, Juvenal, all diese Schreiber schreiben zum Teil sehr bissig, giftig und immer wieder auch gegen den Sabbat, gegen die Beschneidung und gegen den Verzicht auf Schweinefleisch, wie es in 3. Mose 11 gefordert wird. Also die typischen Erkennungsmerkmale aus römischer Sicht, woran man einen Juden erkennen könnte.
[56:15] Der letzte, der in diese Reihe noch zu zählen ist, ist Cassius Dio, der noch um 115 solche Dinge schreibt. Danach hört das interessanterweise auch erwähnt. Man sieht, dass damit die antijüdischen Schriften nicht aufhören. Sie kommen dann nur aus anderen Fällen. Nur ein Beispiel hierfür sind solche satirischen und bösartigen Angriffe auf das Judentum bei Juvenal finden wir in den Satiren. Hier eine Warnung vor Eltern, die den Sabbat fürchten. Hier im ersten, ersten Zeile: "Gefühl da muss auch die Metro anthem, sabater patrik", einen Vater, der den Sabbat fürchtet. Das wäre eine ganz schlimme Sache, weil dann Kinder zum Arbeit glauben kommen, so ist so die Idee hier in diesen Satiren.
[57:01] Mit Hadrian beginnt dann eine ganz neue Entwicklung. Er regierte von 117 bis 138 nach Christus. Er war der erste, der schriftliche Petitionen an den Kaiser erlaubte. Du musst also nicht mehr persönlich in Rom erscheinen, sondern man konnte ihm schreiben. Und das ermöglichte jetzt den Christen, die verfolgt worden sind, sich an den Kaiser zu wenden, ohne vor dem Kaiser zu erscheinen und damit direkt eine Verurteilung zu riskieren. Die Antworten, die er dann gab, wurden reichsweit verbindlich als sogenannte Reskripte veröffentlicht. Und so finden wir in dieser Zeit die ersten christlichen Autoren, die so Briefe an den Kaiser schrieben und versuchten, das Christentum zu verteidigen und zu erwirken, dass das Christentum endlich als Religion erlaubt werde. Das war ja ständig verboten gewesen.
[57:49] Diese ersten Apologeten, man zum Beispiel Quadratus von Athen oder Justinus Martyr, ebenfalls von Athen. Und in dieser Zeit finden wir die ersten Hinweise auf das Aufkommen des Sonntags. Und das hat zu tun mit der Feier dessen, was wir heute oft Oster nennen. In dieser Zeit von Hadrian fällt auch die Regierungszeit oder die Zeit des Bischofs von Rom, Sixtus, der als erster wohl angefangen hat, immer an einem Sonntag jährlich an die Auferstehung Jesu zu gedenken. Überall sonst wurde zwar auch an den Tod und die Auferstehung Jesu gedacht, aber immer am 14. Nisan, an dem Jesus war, am 14. Nisan, denn der Nisan ist der erste jüdische Monat, ungefähr im März/April, also ungefähr im April. Weiter 14. Nisan meistens im März/April. Und je nachdem, auf welchen Wochentag das in diesem Jahr fiel, wurde an diesem Tag des Todes Jesu gedacht. Und es war natürlich eine auch kalendarisch starke Bindung noch an das Judentum. Und man hat hier versucht, sich ein bisschen davon zu lösen. In Rom, noch nicht mehr ganz anderen Welt, sondern nur in der römischen Kirche, hat man damit experimentiert, statt auf das Datum zu achten, viel mehr zu betonen, dass es ja ein Sonntag gewesen sein an dem Jesus auferstanden sein, wobei überhaupt nicht klar war, warum man jetzt den Sonntag, den Freitag nimmt. Jesus an einem Freitag gestorben.
[59:21] Ebenfalls interessant ist, dass Hadrian eine neue Religionspolitik vollzog und er führte. Er wollte nämlich all die verschiedenen Kulturen, Religionen, religiösen Kulte, die im Reich gab, integrieren. Bisher waren sie geduldet worden. Hadrian, Kaiser, hatten ihren eigenen römischen Kult, sowie in Rom die römischen Götter und alle anderen Religionen im Reich wurden so toleriert. Aber Hadrian war der Meinung, dass man das Reich noch mehr zusammenschweißen könnte, wenn er als Kaiser im Zentrum aller Religionen stehen würde. So reiste er durch das Reich und er ließ sich in allen möglichen Religionen einweihen und sorgte dafür, dass die Religion immer auch auf ihn neu ausgerichtet worden sind. Was für die meisten heidnischen Religionen kein großes Problem darstellt, aber für das Judentum natürlich unmöglich war.
[1:00:09] Trotzdem hat Hadrian erst mal versucht, das Judentum zu tolerieren und schlug dann vor, er wäre bereit, den Tempel in Jerusalem, der zerstört worden war 70 nach Christus, wieder aufzubauen, wenn die Juden auch gleichzeitig zustimmen, dass er nicht nur als Tempel für den jüdischen Gott, sondern auch für den Jupiter gleichzeitig genutzt werden könne. Das haben sie nun natürlich verständlicherweise völlig abgelehnt. Und das führte dann zu diesem dramatischen Aufstand unter der Führung einer Person, die sich bei Koch mahnte, seine Art Messias-Figur ausgab, behauptete, der Messias zu sein, der Sohn der Sterne. Und diesem Aufstand von 132 bis 135 wurden noch einmal die letzten Reste der Juden in Palästina schwer aufgerieben. Cassius Dio sagte, fast ganz Palästina war danach wesentlich eine Wüste. Und das würde dazu, dass Jerusalem noch einmal völlig zerstört wurde und neu aufgebaut wurde als eine neue Stadt mit neuem Namen als Colonia Aelia Capitolina, eine Stadt, die Juden nicht mehr betreten durften. Und die jüdische Religion war jetzt zeitweise tatsächlich auch verboten.
[1:01:17] Und damit war natürlich auch das Feiern des Sabbat ein Problem. Die Christen, die ohnehin schon sich darum bemühten, vor allem auch im Westen, vor allem auch in Rom, dort, wo diese vielen antijüdischen Schriftsteller gewirkt hatten, über die Jahrzehnte, diese Christen versuchten nun in einer aus unserer heutigen Perspektive sehr unschönen Art und Weise, sich vom Judentum zu distanzieren.
[1:01:40] Die Distanzierung vom Sabbat war in Wirklichkeit, wenn man die historischen Quellen anschaut, sehr stark antijudaistisch geprägt. In Jerusalem waren natürlich jetzt alle Juden christlichen Bischöfen unterstellt. Und es gab jetzt neue Bücher für die aus Griechenland und aus dem Westen kamen, und die jetzt diese Idee eines Oster-Sonntags statt eines Gedenktages am 14. mitbrachten. Und damit eine Kontroverse ausgelöst um den richtigen Termin, die dann noch Jahrzehnte lang dauern sollte. Man hatte es dann so gemacht, dass man an jedem Ostersonntag, wie man ihn nannte, der Auferstehung gedachte, aber dann auch am Tag zuvor fastete. Damit sollte die Trauer der Jünger, als Jesus im Grab lag, nachgefunden werden. Es sollte aber auch ein bisschen eine Distanzierung von den Juden stattfinden.
[1:02:40] Es wird aus den Quellen sehr deutlich, um sich von den Juden zu distanzieren. Und dann ist es wohl so gewesen, dass in Rom dieses jährliche Fasten am Sabbat vor dem Ostersonntag auf den wöchentlichen Sabbat übertragen worden ist. Etwas, was dann für viele Kontroversen gesorgt hat, weil Rom der Meinung war, man sollte jetzt überall in der Christenheit an jedem Sabbat fasten.
[1:03:05] Was war also die Situation Anfang des zweiten Jahrhunderts? Das Judentum war bei den Römern aufgrund der Kriege und aufgrund der Aufstände verhasst. Viele Intellektuelle haben das Judentum mit Verachtung behandelt. Gleichzeitig gab es ja ohnehin einen großen Konflikt schon zwischen Christen und Juden, was auch daran lag, dass es immer wieder Situationen gab, wo Juden auch Christen verfolgt hatten. Auch im Bar-Kochba-Aufstand sind voll Christen gefoltert worden. Es gab also ohnehin eine sehr schwierige Beziehung zwischen diesen beiden Glaubensgemeinschaften. Und dann gab es auch innerhalb der Christenheit immer wieder Debatten, wie weit Christen jetzt noch all die verschiedenen Elemente des jüdisch- der jüdischen Kultur mit beachten sollten. Das ist eine Debatte, die jetzt schon im Neuen Testament greifbar ist, wo es Christen gab, die darauf bestanden, zum Beispiel, dass man die neu getauften beschneiden sollte. Und das Neue Testament dann deutlich zeigt, wie die christliche Kirche sich davon distanziert und sagt, das ist keine Notwendigkeit für die Erlösung.
[1:04:05] Und in diesem Zuge wurde die Beschneidung oft angeführt, aber dieses Argument auch auf den Sabbat übertragen. Man sieht das hier sehr deutlich, zum Beispiel an als die Taten von Justinus dem Märtyrer, seinem Dialog. Es heißt: "Sie zum Beispiel denn die von Abraham einführte fleischliche Beschneidung wurde als Erkennungszeichen gegeben, damit ihr er redet hier die Juden an vor den übrigen Völkern und uns abgesondert seid, damit ihr allein erleidet, was ihr jetzt mit Recht erduldet, damit euer Land verwüstet werde, die Städte vom Feuer niedergebrannt werden, Fremde für euch die Früchte verzehren und keiner von euch Jerusalem betrete." Justin sagt mit anderen Worten: Gott hat euch abgesondert, um euch zu bestrafen.
[1:04:45] Hier ist längst nicht mehr der Geist des Paulus zu spüren, der sich noch gewünscht hat, verflucht zu sein für seine Brüder, für die Juden, Jesus nicht angenommen hatten. Weiter heißt es hier: "Denn durch nichts anderes als durch eure fleischliche Beschneidung oder streitet ihr euch von den übrigen Menschen. Keiner von euch wird nämlich, wie ich glaube, zu leugnen wagen, dass Gott die Zukunft voraus wusste und voraus weiß und dass er jedem den gebührenden Lohn vorherbestimmt. Es ist also gut und recht für euch, dass euch dies passiert ist." Das ist ein krasser Gedanke. Gott habe, Gott hat ihm vorher, vorhinein gewusst, was mit den Juden passiert und deswegen habe er sich durch die Beschneidung von Anfang an sozusagen gebrandmarkt. Das ist die Idee, die Justin hier auswirkt.
[1:05:18] Und weiter im selben Buch, im Dialog, heißt es dann: "Die Worte Gottes selbst können euch beweisen. Gott hat um eurer und eurer Väter Sünden willen zur Kennzeichnung, die ich um erwähnte, wie bei der Beschneidung, dann euch die Beobachtung des Sabbats angeordnet und außerdem die übrigen Verordnungen erlassen." Und da gibt es erkennen, dass er um der Heiden willen, damit sein Name bei ihnen nicht entweiht werde, überhaupt noch einige von euch am Leben gelassen habe.
[1:05:45] Also was Justin hier macht, Mitte des zweiten Jahrhunderts, ist enorm kraftvoll. Er dreht die gesamte Theologie des Sabbat vollkommen um und behauptet, sowie die Beschneidung sei auch der Sabbat ein so ein Brandmal Gottes, um sie quasi der Verachtung preiszugeben. Wenn eine ziemlich krasse Sache, die mit dem biblischen Zeugnis weder im Alten noch im Neuen Testament nichts zu tun hat. Und ich glaube auch Menschen, die heute den Sonntag feiern oder sich vielleicht noch nie Gedanken gemacht haben, sollten vielleicht einmal ist die Zeit dem auch geschichtlich anzuschauen, woher aus welchen unguten Wurzeln eigentlich diese ganze Bewegung entstand.
[1:06:20] Noch einmal, Justin der Märtyrer, etwas weiter in seinem Dialog. "Da keiner eine Antwort gab, fuhr ich fort: Also will ich dir treffend und denen, welche Blüten werden wollen, eine göttliche Lehre verkünden, welche ich von dem Kreis gehört habe. Ihr seht, dass die Sterne wieder feiern, noch Sabbat halten. Bleibe so, wie ihr geworden seid. Wenn nämlich vor Abraham die Beschneidung und vom Moses die Sabbatfeier, die Feste und Opfer kein Betrieb, das waren dann sind sie in gleicher Weise auch jetzt kein Bedürfnis danach dem Willen Gottes, Jesus Christus, der Sohn Gottes ohne Sünde, durch die aus dem Volke Abraham stammende Jungfrau geboren worden ist." Justin der Märtyrer war übrigens auch der Meinung, dass die zehn Gebote als Gesetz nicht mehr verbindlich sind für den gläubigen Christen. Eine Idee, die auch heute immer wieder aufgegriffen wird in christlichen Kreisen. Und er glaubte, dass der Sabbat erst mit Moses gegeben worden ist, in Verkennung der Tatsache, dass der Sabbat für alle Menschen schon bei der Schöpfung gegeben worden ist.
[1:07:16] Eine enorme, enorme Zunahme dieses Gedankens erfuhr dann die römische Kirche durch einen gewissen Marcion, der eine Knospe war, also ein ihrer Lehrer, eigentlich der dann in Rom, weil er dort nicht Fuß fassen konnte, eine eigene Kirche gründete, dort auch dann weggeschickt worden ist, verjagt worden ist. Er hatte die Idee sogar, dass das Alte Testament, das Neue Testament, völlig zwei verschiedene Religionen sind, dass der Gott des Alten Testaments böse und der unbekannte Gott des Neuen Testaments gut ist. Und deswegen das gesamte Alte Testament abgelehnt werden musste. Die übrigens auch Teile der, ist große Teile.
[1:07:47] Übrigens auch Teile des, große Teile des Neuen Testaments hat er ziemlich radikal alles abgelehnt. Und er war radikal gegen alles Jüdische und auch gegen den Sabbat. Er ist dann vertrieben worden, aber auch er hat offensichtlich eine sehr starke Betonung dieses Sabbatfastens gehabt und den Sabbat irgendwie zu degradieren, um ihn irgendwie auch unangenehm zu machen für die Gläubigen. Und das ist geblieben. Wenn auch seine anderen Lehren zum Teil der Kirche keinen Einfluss mehr hatten, ist das ein bleibender Einfluss von ihm. Jahrzehnte später, gegen Ende des zweiten Jahrhunderts, kamen dann diese Diskussion um den Ostersonntag noch einmal so richtig zur Geltung. Viktor, der Bischof von Rom, forderte jetzt weltweit und in dem ganzen römischen Reich, zumindest die Beobachtungen des Ostersonntags. Es gab aber nach wie vor eher Christen, die das nicht einsehen wollten, z.B. in der Provinz Asien, heutiges Kleinasien. Polykrates, der Bischof, bestand darauf: "Nein, wir haben es immer so gemacht, wir gedenken am 14. Nisan." Also am Termin des Todes Jesu. Und das führte dazu, dass dann der Bischof von Rom, Viktor, kurzerhand die Gemeinde in Asien exkommunizierte. Das war so die erste Zwangsmaßnahme, die aus der römischen Kirche uns überliefert ist. Und ein gewisser Irenäus, der Bischof von Lyon, hat sich dann eingeschaltet, hatte den Viktor ein bisschen wieder zur Räson rufen, aber seine Autorität durchaus auch hochgehalten. Schon hier sehen wir, wie in so einem frühen Zeitpunkt die Bischöfe in Rom eine gewisse Macht für sich in Anspruch nehmen wollten, die sie eigentlich nach der biblischen Zeugnis so gar nicht hatten.
[1:09:31] Das hat es auch der Irenäus hier eine sehr enge Parallele gesetzt zwischen dem Ostersonntag und der Feier des wöchentlichen Sonntags. Ähnlich finden wir auch bei Tertullian kurze Zeit später die Idee, dass man am Sonntag nicht im Knien beten sollte, als ein besonderes Kennzeichen dieses angeblich zu besonderen Tages. So genau so wie auch in der Osterzeit. Nicht wir sind aber immer wieder auf Widerstand gegen diese Bemühungen Roms gestoßen, zum Beispiel bei Hippolytos, der 217 die Wahl zum römischen Bischof verloren hatte und der als Anführer einer griechischen Gegenbewegung sich beschwerte über dieses vorgeschriebene Sabbatfasten.
[1:10:11] Nun, all dies, was wir diesen kurzen Mappus gesehen haben, geschah in deutlichem Kontrast zu dem, was Jesus gesagt hatte. Jesus hatte gesagt: "Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, um das Gesetz und die Propheten aufzulösen." Das ist eine Bezeichnung für das Alte Testament. "Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch, bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist." Jesus war der Meinung, dass die Zehn Gebote nicht verändert und nicht aufgehoben werden können. Deswegen sagte er auch in Johannes 14, Vers 15: "Liebt mich, so haltet meine Gebote." Und in Offenbarung finden wir diesen berühmten Satz: "Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen, hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren."
[1:11:07] Diese Entwicklung in der Christenheit, die in Rom offensichtlich Anfang des zweiten Jahrhunderts ihren Anfang nahm, um sich von denen, bei den Römern fastenden Juden, zu distanzieren und die dann vor allem erst im Westen mehr Fuß fasst und nur langsam gen Osten noch überschwappte und dort auch immer nur quasi parallel zum Sabbat wahrgenommen worden ist. Diese ganze Entwicklung war im Neuen Testament vorhergesehen worden. Paulus hatte gesagt: "Das weiß ich, dass nach meinem Abschied räuberische Wölfe solchen einkommen werden, die die Herde nicht schonen. Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft." Und im Brief Judas, das heißgeliebte, dass mir ein großes Anliegen ist, euch von dem gemeinsamen Heil zu schreiben, hielt ich es für notwendig, euch mit der Ermahnung zu schreiben, dass ihr für den Glauben kämpft, der den Heiligen ein für allemal überliefert worden ist." Was der Judas hier sagt, ist zunächst einmal, dass der Glaube, so wie im Alten und Neuen Testament überliefert ist, dass er so stehen bleiben soll. Und dass man dafür kämpfen sollte, weil es die Gefahr gab, dass an diesen Glaubensüberzeugungen des Neuen Testamentes, die auf dem Alten basieren, gerüttelt werden würde im Laufe der Zeit. Deswegen sagt er: "Es haben sich nämlich etliche Menschen unbemerkt eingeschlichen, die schon längst zu diesem Gericht aufgeschrieben worden sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit verkehren und Gott, den einstigen Herrscher und unseren Herrn Jesus Christus, verleugnen."
[1:12:45] Wir haben begonnen mit Offenbarung Kapitel 2 heute und ich möchte ich hier noch einmal schließen, nämlich mit den Versen, die dann an diese Gemeinde Pergamon, diese Zeit nach der sogenannten konstantinischen Wende, gerichtet sind. Aber ich habe ein Weniges gegen nicht, dass du dort solche hast, die an der Lehre Bileams festhalten, der den Ball erklärte, einen Anstoß vor die Kinder Israels zu legen, dass die Götzenopfer aßen und uns durchtrieben. So hast du auch solche, die an der Lehre der Nikolaiten festhalten, was ich hasse. Bileam gewesen, der zunächst versucht hatte, das Volk Gottes im Alten Testament durch eine äußerliche Maßnahme, durch Verfluchen zu schaden. Das war gescheitert und so gab er den Hinweis, man könnte doch durch vermeintliches Zusammengehen mit dem Volk Gottes, sie zum Abfall bewegen. Diese Idee, dass man durch Gemeinsamkeit mit den Heiden etwas erreichen kann, ist genau die Idee, die jetzt hier zur Zeit Konstantins sich hier ganz stark in den Vordergrund schiebt, die, wie gesagt, schon seit dem Anfang des zweiten Jahrhunderts in Rom und, wie wir gesehen haben, in Alexandria, großen Zentren dort, wo die Intelligenz des römischen Reiches schon lange gegen die Juden gewettert hatte, schon sehr weit gediehen war. Weil die nur selten sah man sich durchsetzen konnte in anderen Teilen der Welt. Jetzt, als Konstantin an der Macht ist und Konstantin, dass Christus fördern und damit auch ganz bewusst das Christentum in Rom hat, diese Bewegung in der Christenheit jetzt eine gewaltige Chance, den Sabbat und das, was eigentlich biblisch damals von Jesus seinen Aposteln niedergelegt worden ist, zu verdrängen.
[1:14:27] Die Lehre der Nikolaiten ist interessant. Die Nikolaiten, so weit wir das rekonstruieren können, werden wohl, dass das Gesetz abgeschafft worden ist. Genau das, was Just in der Märtyrer lehrte in Rom und der dann genau aufgrund dieser Lehre auch den Sabbat ablehnen wollte. Und so war der Sonntag bereits vor Konstantin in gewissen Kreisen des Christentums, vor allem in Rom und abhängigen Gebieten und in Alexandria, zu einem Tag geworden, mit dem man sich vom Judentum distanzierte. Und trotzdem feierten fast überall in der Welt die anderen Christen weiterhin den Sabbat. Sie waren leider oft geneigt, auch Tage noch anzunehmen, die man vielleicht noch zusätzlich feiern konnte. Man hatte da noch ein Gedenktag und da noch ein Gedenktag und da wollte man auch noch daran denken. Warum nicht auch noch den Sonntag noch zusätzlich nehmen? So war eigentlich die Einstellung. Aber mit dem Gesetz des Konstantin kam jetzt eine neue Dynamik, denn da, obwohl es noch kein christliches Gesetz war, obwohl es ein Gesetz für den Sol Invictus war, war es doch natürlich die perfekte Möglichkeit, dieses neuartige Christentum, wie es in Rom seit einiger Zeit schon erwachsen war, jetzt reichsweit verbindlich durchzusetzen. Würde das gelingen oder würde das biblische Christentum bestehen bleiben? All das werden wir sehen in unserer nächsten Folge, wenn wir uns dann die nächsten Jahre das Konzert anschauen und sehen, wie es gerade auch mit dem Christentum im Osten weitergehen wird. Das heißt dann der Osten. Und wir freuen uns, wenn ihr dann wieder dabei seid bei unserer Serie "Konstantin - Kaiser der Sonne". Bis dahin wünsche ich Gottes reichen Segen und bis zum nächsten Mal.
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