In dieser Episode von „Konstantin – Kaiser der Sonne“ wird das Erbe des römischen Kaisers Konstantin beleuchtet, der im Jahr 337 n. Chr. verstarb. Nach seinem Tod entbrannte ein Machtkampf unter seinen Nachfolgern, der von internen Konflikten und barbarischen Angriffen geprägt war. Die Episode untersucht auch die Entstehung und Verbreitung der Vision Konstantins von einem himmlischen Zeichen, die später zu einer zentralen Legende wurde. Abschließend wird ein Blick auf die Entwicklungen im religiösen Bereich geworfen, insbesondere auf die Festlegung des Sonntags als Tag des Herrn auf einer Synode im vierten Jahrhundert.
Konstantin – Kaiser der Sonne: 7. Das Erbe (338-heute)
Christopher Kramp · Konstantin - Kaiser der SonneWeitere Aufnahmen
Serie: Konstantin - Kaiser der Sonne
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Transkript
[0:40] Sein Leben war so epochal gewesen, so voller Widersprüche. Das ist nicht nur Jahre und Jahrzehnte, sondern Jahrhunderte nach seinem Tod noch immer Gegenstand großer Kontroversen gewesen ist. Herzlich willkommen zu "Konstantin – Kaiser der Sonne". Er war gestorben im Jahre 337. Nach vielen Jahren der Regentschaft, die so außergewöhnlich gewesen ist, dass man ihn, egal wie man sonst zu ihm steht, zu einem der bedeutendsten römischen Kaisern überhaupt zählen muss. Wir haben sein Leben studiert, die verschiedenen Etappen seines Werdegangs, seine Politik, ganz besonders auch seine Religionspolitik. Und heute wollen wir uns anschauen, was vom Leben und der Regentschaft Konstantins übrig bleibt, was sein Erbe an künftige Generationen gewesen ist, in der Antike, im Mittelalter und bis in unsere Zeit hinein.
[1:52] Konstantin war tot. Er lag jetzt in der Grabeskirche der Apostelkirche, besser gesagt, die er selbst in Konstantinopel hatte bauen lassen, inmitten der zwölf Apostel, die angeblich die Särge der Apostel darstellen sollten. Er war so quasi nach eigener Regie eine Art Christus geworden, im Tod zumindest. Sollte das Ganze so aussehen. Und es gab viele Christen, die ihn zutiefst verehrten und auch nach seinem Tod ihn in den Himmel lobten. Unter ihnen war ganz besonders der schon uns bekannte Eusebius von Caesarea, ein besonderer Theologe der damaligen Zeit, der erste Kirchenhistoriker und ein Schmeichler des Konstantin zu Lebzeiten. Und kurz nach dem Tod von Konstantin verfasste er seine Lebensbeschreibung des Konstantin, die sogenannte "Vita Constantini". Eine ganz wichtige Quelle, allerdings eine sehr problematische Quelle. Denn Eusebius hebt den Kaiser hier über alles Maß empor.
[3:09] Interessant ist und für uns ganz wichtig zu bemerken, dass diese "Vita Constantini" von Eusebius zum ersten Mal dann eine Begebenheit erzählt, erst nach dem Tod von Konstantin, die normalerweise immer mit Konstantin immer sofort verbunden wird. Wir wollen diese Passage uns hier im Detail anschauen. Sie beschreibt im Zusammenhang mit der Schlacht gegen Maxentius, damals als es um die Vorherrschaft um Rom ging. Auf all das konzentrierte er sich in seinen Überlegungen und kam zu dem Schluss, dass es ein Werk der Dummheit sei, eitle Unternehmungen im Vertrauen auf Götter ins Auge zu fassen, die tatsächlich gar nicht existierten. Nach einer so eindrucksvollen Widerlegung einen Irrweg einzuschlagen. Hingegen meinte er, dass man allein den Gott seines Vaters verehren müsse. Er rief diesen also immer wieder in Gebeten an, indem er ihn anflehte und darum bat, dass er ihm sagen solle, wer er sei und dass sie ihm seine rechte Hand für die anstehenden Unternehmungen reichen sollen.
[4:14] Und während der Kaiser darum bat und inständig flehte, erschien ihm ein wunderbares, von Gott gesandtes Zeichen an, dass man wohl kaum geglaubt hätte, hätte es ein anderer erzählt. Da es aber der siegreiche Kaiser und lange Zeit später, als wir die Schriften abfassen, verkündete, als wir für würdig geachtet worden waren, ihn kennen zu lernen und mit ihm zusammentreffen zu dürfen, und er seinen Bericht auch noch durch eine verbürgte. Wer könnte da zögern, den Bericht zu glauben? Besonders, weil auch die nachfolgende Zeit den Bericht ein wahres Zeugnis ausstellt. Jesus sagt also jetzt sehr deutlich: Das, was ich jetzt erzähle, das hat mir Konstantin erzählt und hat auch noch geschworen dabei. Aber es ist keine Geschichte, die allgemein bekannt gewesen wäre und die wir schon gesehen haben und gleich sehen werden. Eine Geschichte, die eben wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich erfunden worden ist von Konstantin. Denn wir haben ja bereits die wahren Zusammenhänge von der Schlacht an der Milvischen Brücke studiert.
[5:09] Aber nun konstatieren die Anbieter der "Vita Constantini", er sagt, dass Konstantin viele Jahre nach dem Ereignis ihm folgendes erzählt hätte: Um die mit etlichen Stunden der Sonne, als sich der Tag bereits neigte, habe er mit eigenen Augen gesehen, wie er sagte, dass am Himmel das Siegeszeichen des Kreuzes, das aus Licht bestand, die Sonne überlagerte. Und damit sei ein Schriftzug verknüpft gewesen: "In hoc signo vinces" – Durch dieses Zeichen wirst du siegen.
[5:37] Durch dieses Siegel, das ist die berühmte Vision des Konstantin, die eben nicht allgemein bekannt gewesen, die nicht überall erzählt worden ist, sondern die Konstantin Jahre, wahrscheinlich Jahrzehnte später, dem Eusebius persönlich er berichtete und ihm das erzählt hat. Und Eusebius sagt, er hat das nur von Konstantin, der offensichtlich lieber gleich sehen werden und auch das in unseren folgenden Folgen, das schon angedeutet haben, verschiedene Ereignisse hier miteinander fusioniert hat. Staunen habe ihn über das Schauspiel da ergriffen, ebenso wie das gesamte Heer, das ihm, als er irgendwohin aufbrach, nachfolgte und zum Zuschauer des Wunders wurde. Unser, sagte er zu sich selbst, dass er ratlos sei, was die Erscheinung denn eigentlich bedeutet. Er führte sich die Sache zu Gemüte und machte sich noch lange Gedanken darüber.
[6:27] Als die Nacht über ihn hereinbrach, da habe er im Schlaf den Gesalbten Gottes, Christus, den Gesalbten, den Christus Gottes, mit dem Zeichen, das am Himmel erschienen war, gesehen. Und er habe ihm befohlen, eine Nachbildung des Zeichens, das am Himmel gesehen hatte, anfertigen zu lassen und dieses als Abwehrmittel für die Gefechte mit den Feinden zu verwenden. Bei Tagesanbruch stand auf und beschrieb den Freunden das Geheimnis. Dann ließ er Goldschmiede und Juweliere herbeirufen, setzte sich in ihre Mitte, beschrieb das Aussehen des Zeichens und gab ihnen Befehl, es aus Gold und Edelsteinen nachzubilden.
[7:03] Der Kaiser selbst erachtete und eines Tages, als Gott uns auch diese Kunst gewährte, für würdig, dieses mit eigenen Augen anzuschauen. Es wurde aber in folgender Form angeführt: Ein hoher Landschaft, der mit Gold verkleidet worden war, hatte eine Querstange, so dass die Form eines Kreuzes erzeugt wurde. Oben an der Spitze das Ganzen, ein aus kostbaren Edelsteinen und Gold geflochtener Kranz befestigt, an dem zwei Elemente, die den Namen Christian deuteten, das Symbol des Erlösers, namens durch die beiden Anfangsbuchstaben bezeichneten. Der Buchstabe Rho wurde dabei durch das Chi in der Mitte gekreuzt. Das haben wir bereits gesehen, damals, als wir die Schlacht an der Milvischen Brücke besprochen haben, dass dort tatsächlich offensichtlich Konstantin dieses Rho an die Schilde der Soldaten hatte malen lassen, wie wir durch Lactantius wissen.
[7:54] Diese Buchstaben hat der Kaiser für gewöhnlich auch in späteren Zeiten an seinem Helm getragen. An der Querstange, die den Landschaft durchschnitt, hing eine Art Leinentuch herab, ein kaiserliches Banner, das durch eine bunte Vielfalt an kostbaren Edelsteinen, die in den Strahlen des Lichtes aufblitzten, verdeckt wurde, ohne dass zahlreiche Goldfäden eingewebt waren. Denen, die es anschauen durften, bot es ein unbeschreibliches Schauspiel der Schönheit und der Gewalt. Dass ähnliche Standarten wie diese an der Spitze von allen Truppen stehen sollten.
[8:28] Doch davon ein wenig später. Als er noch zu der Zeit, die hier dargestellt wird, von der wunderbaren Vision erstaunt, glaubt er keinen anderen Gott verehren zu dürfen als den geschauten. Und so ließ er diejenigen zu sich rufen, die ihm seine Worte eingeweiht waren, und fragten sie, wer dieser Gott sei und was der Sinn des Zeichens sei, dass er in seiner Vision geschaut hatte. Die über sagten: Es handelt sich um den eingeborenen Sohn des einen und einzigen Gottes. Das Zeichen, das ihm gezeigt, dass ich ihm gezeigt hatte, sei ein Symbol der Unsterblichkeit und das stelle das Zeichen des Sieges über den Tod, den er einst errang, als er auf die Erde kam. Sie lernten die Gründe seines Kommens und lieferten ihm eine präzise über seine heilsgeschichtliche Bedeutung für die Menschen.
[9:13] Und dann bewaffnet mit der Rüstung, alle auf ihn gerichteten Hoffnung, machte er sich also daran, die Bedrohung, die von dem Tyrannen Feuer ausging, auszulöschen. Hier haben wir die Geschichte, die später immer wieder aufgebildet dargestellt worden ist und die immer wieder mit Konstantin verknüpft wird, dass die angebliche eine Vision eines Kreuzes und einer im Himmel ein Zeichen, dass er dort gesehen habe, mit der Aufschrift oder mit der Botschaft in diesem Zeichen siege. Wie wir hier lernen, ist das Ganze allein zurückzuführen auf Aussagen von Konstantin, viele Jahre später.
[9:54] Und wir wissen aus unserem Studium seines Lebens, aus den zeitgenössischen Quellen, dass er in der Tat eine merkwürdige Sonnen-Vision gehabt hat, die allerdings zwei Jahre zuvor gewesen ist und die damals noch ganz eindeutig von seinen Hof-Exegesen auf den Sonnengott Apollo gemünzt worden ist. Und dass er dann vor der Schlacht an der Milvischen Brücke dieses Rho an die Schilde hat malen lassen, was Lactantius berichtet. Und es scheint so zu sein, dass Konstantin in späteren Jahren diese beiden Ereignisse in ein Ereignis fusioniert hat, vermischt und vermischt hat. Das ist sodann idealisiert, stilisiert, verfälscht dem äußerst weitergeben hat, der dann in seine Kirchengeschichte, bezahlung in seine "Vita Constantini" aufgenommen hat, so dass diese Geschichte dann weiter tradiert worden ist.
[10:47] Während also Eusebius den Kaiser Konstantin posthum in den Himmel lobte, haben andere Geschichtsschreiber auch im vierten Jahrhundert die Sache viel nüchterner betrachtet. So sagt Aurelius Victor in seinem kurzen Geschichtswerk, dem "Caesares": Konstantin erließ sehr viele Gesetze, manche gut und weise, die meisten aber völlig überflüssig und einige harsch und schädlich. Oder er war der erste Kaiser, der unternahm eine nach ihm benannte Stadt so sehr zu fördern, dass sie zur Rivalin Roms wurde, das natürlich Konstantinopel. Als er gerade zu einem Krieg gegen die Perser aufgebrochen war, die Mesopotamien bedrohten, starb er in einer kaiserlichen Villa in Nikaia. Er war 61 Jahre alt geworden und hatte 31 Jahre lang als Kaiser geherrscht.
[11:33] Sein Tod wurde durch einen Stern angekündigt, der einen Schweif trug. Die Griechen nennen so etwas einen Kometen. Also man sieht hier Aurelius Victor kommt er aus dem altgläubigen, paganen Kontext. Nach seinem Tod wurde er unter die Götter erhoben. Achtung, als Nachfolger hinterließ er drei Söhne und einen Neffen, den Sohn seines Bruders. Was uns hier sehr glaubhaft berichtet, nur wenige Jahrzehnte nach dem Tod von Konstantin, ist zu einer Zeit, in der noch die letzten heidnischen Schriftstellerisch tätig gewesen sind, spätestens solche Nachrichten dann im christlichen Kontext des frühen Mittelalters nicht mehr opportun gewesen, dass der Kaiser Konstantin unter die Götter erhoben worden ist. Und das zeigt, dass also bis ans Ende das Christentum nicht wirklich völlig durchgedrungen war, dass es die eine Mischung gegeben hatte zwischen christlichen Elementen und auch paganen Elementen, die hier immer noch zum Tragen kommen.
[12:32] Wie Aurelius Victor sagte, wurde das Reich aufgeteilt auf seine drei Söhne und den Neffen Dalmatius. Und zwar wie folgt: Im Westen waren Konstantin der Zweite und Constans. Das kleine Gebiet um Griechenland herum und Thrakien hatte eben Gallus, ein Neffe des Dalmatius. Und Constantius der Zweite hatte den Osten. Ging es weiter: Konstantin der Zweite, der älteste Bruder, erhielt gemeinsam mit Constans, dem Jüngsten, alles, was jenseits der Alpen lag, und überdies noch Italien. Und das Unikum sodann die Provinzen am Schwarzen Meer und von Afrika, alles, was zur Karthago gehört. Constantius aber übernahm Kleinasien und die orientalischen Provinzen mit Ägypten in Gemeinschaft mit ihnen regierte anfangs gewissermaßen ihr Vetter Dalmatius, den Konstantin zum Caesar bestellt hatte.
[13:20] Genau das, was wir gerade gesagt haben. Und man könnte ja denken, das waren fast alle Söhne, das waren Verwandte, die werden in Eintracht regiert haben. Aber genau das war nicht der Fall. So Eusebius sagt uns weiter: Nach dieser Aufteilung der Herrschaft bemühte sich aber Constantius der Zweite, wer also im Osten war, gleichsam nicht hinter der Gottlosigkeit seines Vaters zurückzustehen. Und wir sehen, Eusebius hatte keine gute Meinung von Konstantin und jedermann durch das Vergießen des Blutes seiner nächsten Verwandten ein Beweis seiner Mannhaftigkeit zu geben. Zuerst stiftete er die Soldaten an, seinen Onkel Julius Constantius umzubringen. Gleich darauf räumt er durch ähnliche Methoden den Caesar Dalmatius aus dem Weg, um endlich gegen die ganze Verwandtschaft grausam zu handeln. Fügte diesen Ermordeten noch seinen Vetter Hannibalianus hinzu, während er die Soldaten anstiftete, öffentlich auszurufen, dass sie keine anderen Kaiser dulden würden als die drei Söhne Konstantins.
[14:12] Kurz nach dem Tod von Konstantin kommt es gleich zu einem Massaker an allen Verwandten Konstantins, außer den Söhnen selbst. Die wollen alleine Kaiser bleiben und alle anderen Messen und Cousins und alle anderen, die irgendwie vielleicht einen Anspruch hätten haben können, werden sofort blutig ausradiert. Aber auch unter den Brüdern gibt es Streit. Viele Studios berichten: Konstantin der Zweite, der älteste Sohn Konstantins, wandte sich gegen seinen Bruder Constans. Die beiden, die im Westen regieren. Doch als er in der Schlacht auf die Feldherren seines Bruders traf, fand er den Tod und sein Herrschaftsgebiet wurde von Constans übernommen. Also innerhalb kürzester Zeit sind aus vier Herrschern wieder nur zwei geworden. Bruderkrieg im wahrsten Sinne des Wortes.
[15:02] Aber auch Constans war kein besonders guter Herrscher. Die Eptkaribus berichtet, wären Constans, der ein leidenschaftlicher Jäger war, durch Wälder und Täler streifte und darüber die Regierung vernachlässigte. Erhob sich ein Teil seiner Armee unter der Führung von Crispus, Magnus, gegen ihn, um ihn zu töten. Diese Zitate sollen uns zeigen: Sofort als Kaiser Konstantin starb, brach wieder Chaos aus dem Reich. Seine Söhne waren nicht in der Lage, Stabilität im ganzen zu verleihen. So gab es Bürgerkrieg und Rebellionen, gegenseitiges Umbringen. Als sie sich auf den Tag für die Tat verständigt hatten, lud Magnus oder dem Vorwand, den Geburtstag seines Sohnes zu feiern, zu einem großen Gelage. Spät am Abend entschuldigte er sich kurz und trat danach im kaiserlichen Ornat vor die Gäste, den als Augustus begrüßten. Als Constantius da ist, dieser fuhr, versuchte er zu fliehen, wurde aber im Vicus Helena am Fuße der Pyrenäen von einem gewissen Kaiser ergriffen und erschlagen.
[16:01] Nachdem er 13 Jahre Augustus und zuvor drei Jahre Caesar gewesen war, also einige Jahre später stirbt also auch Constans in einer Rebellion. Und plötzlich gibt es wieder einen Usurpator, den Magnus Maximus, der ab 350, also 13 Jahre nach dem Tod von Konstantin, jetzt im Westen agiert. Und natürlich kann das Constantius, der im Osten, nicht auf sich beruhen lassen. Zieht gegen diesen Magnus zu Felde. Es kommt zu einer großen Schlacht bei Mutza. Und Tzanis berichtet davon: Nach der Musik stieg Constantius auf einen Hügel und überblickte das Schlachtfeld. Von seiner Armee, die fast 60.000 Soldaten zählte, hatte waren über 30.000 gefallen. Vom Heer des Magnus, der nur 36.000 Mann aufgeboten hatte, waren etwa 24.000 umgekommen. Bekommt den deutlichen Eindruck, dass Reich versinkt erneut in Blutbädern und Bürgerkriegen.
[16:57] Constantius der Zweite bleibt also nach einigen Jahren als einziger Herrscher im Reich. Zunächst einmal üblich, das heißt ja weiter, Eusebius, Constantius begab sich in den Westen und musste feststellen, dass die dortigen römischen Gebiete unterdessen barbarischen Angriffen ausgesetzt gewesen waren. Franken, Alemannen und Sachsen hatten 40 Orte am Rhein eingenommen und völlig zerstört. Ihre Einwohner aber eine riesige Menschenmenge mitsamt einer gewaltigen Beute fortgeführt. Zugleich waren Quaden und Automaten dabei fast ungehindert Pannonien und Mähren heimzusuchen, während die Perser nicht aufhörten, den Osten zu bedrohen.
[17:36] Als dies alles zu Constantius in Erwägung und wusste zunächst nicht, wie mit den Schwierigkeiten fertig werden sollte. Also das Reich wird überall bedrängen. Constantius der Zweite, jetzt alleine herrscht, als letzter überlebender Sohn von Konstantin, weiß nicht genau, wie alles handeln sollen. Oder kommt auf die Idee, doch noch einen Kaiser mit zu beauftragen. Doch Sevilla, seine Gattin, überredete ihn, den Julian zum Caesar zu erheben und eben die Provinzen jenseits der Alpen zu übertragen. Dieser Julian war der Bruder des soeben hingerichteten Caesar Gallus und ein Enkel jenes Constantius, den Diokletian zum Caesar oben hatte.
[18:11] Es fand sich also doch noch nach all den Massakern und Blutbädern an den Verwandten Konstantins, doch noch ein Verwandter, der in einer gewissen Linie zur Dynastie des Konstantin gerechnet werden konnte, ein gewisser Julian, der jetzt auch zum Kaiser ernannt wurde. Und Julian ist eine ganz besondere, interessante Sache, denn er war der letzte Kaiser, der noch einmal zum Heidentum zurückkehrt. Er ist wohl christlich erzogen worden, hat sich dann aber ganz bewusst gegen das Christentum entschieden und ist nochmals vom Heidentum zurückgekehrt. Ist dann später als der Abgefallene genannt worden. Julian Apostol hat auch nur kurz regiert, aber sehr mächtig.
[18:58] Es war übrigens Julian, der dann behauptet hat in seinen Schriften, er war auch sehr philosophisch und literarisch tätig, dass Konstantin seinen Vater nur deswegen Christ geworden sei, weil er Vergebung gesucht habe für die schrecklichen Morde an seinem Sohn Crispus und Faustina. Uns ja, dass aufgrund einer Intrige Konstantin den Tod seines erstgeborenen Sohnes Crispus, der schon mit ihnen regiert hatte, befohlen hat und dann, als er, sofern wir die Quellen richtig deuten, mitbekommen hat, dass nur ein Trick gewesen ist, er auch seine Frau Faustina umbringen lassen, dass er dann später dieses Verbrechen irgendwie wieder gut machen wollte, dass er sie haben wollte dafür. Und so jedenfalls die Darstellung der organischen Autoren im vierten Jahrhundert. Zu den Julian ganz besonders dazu zählen ist, dass die heidnischen Priester eben solch eine Vergebung nicht gewährt hätten und er allein deswegen, weil er irgendwie Vergebung haben wollte, sich dann dafür entschieden haben soll, Christ geworden zu sein. Geht das? Jedenfalls die Behauptung von Julian.
[20:11] Dann Mitte des vierten Jahrhunderts, aber auch Julian stirbt und auch Constantius der Zweite stirbt. Es kommen dann eine neue Dynastie an die Macht: Valentinian der Erste und Valens. Von dort an lassen wir mal die römische Geschichte weiterhin laufen, ohne dass wir sie hier weiter behandeln, weil sie dann sehr komplex und von unserem Thema wegführen würde. Aber wir sehen, Konstantin ist es nicht gelungen, eine dauerhafte Dynastie ins Leben zu rufen, die er wirklich fortgeführt hätte.
[20:40] In jeder Zeit gab es auch interessante Entwicklungen auf dem religiösen Gebiet. Auf einer Synode in Kleinasien, die als Konzil von Nicäa in die Geschichte eingegangen ist, eine Konzil, das sich zeitlich nicht genau fixieren lässt, irgendwo in der wohl zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts wird sie stattgefunden haben. Dort waren etwa 30 bischöfe anwesend und es ging insbesondere dem anderen Thema auch um die Abgrenzung von den sogenannten Juristen. Zwar wird hier noch deutlich, dass man den siebten Tag Sabbat sehr hoch geschätzt hat. Das heißt, in Kanon 16, also der sechzehnte Bestimmung dieser Synode: Am Sabbat sollen die Evangelien zusammen mit den anderen Schriften gelesen werden. Das sollte also bestimmte gottesdienstliche Handlungen, Schriftlesung zum Beispiel, am Sabbat stattfinden.
[21:40] Dem gegenüber steht allerdings ein anderer Kanon, also Kanon 29, wo deutlich ausgeführt wird: Christen sollen nicht auf jüdische Weise leben. Ihr seid sane, also soll nicht Judaisierung wörtlich und am Sabbat keine Arbeit tun. Sie sollen an diesem Tag arbeiten als Christen. Sie sollen den Tag des Herrn ehren und an diesem, so weit möglich, nicht arbeiten. Wenn man feststellt, dass sie auf die jüdische Weise leben, soll gegen sie, dass Anna Thema, also die Verfügung von Christus ausgesprochen werden. Hier bestimmt also eine Kirchenversammlung im vierten Jahrhundert, dass der Sonntag wichtiger sei als der siebte Tag Sabbat, der zu Samstag. Man soll sich zwar am Sabbat versammeln, man sollte auch Gottesdienst feiern, man soll, dass die Bibel vorlesen.
[22:27] feiern. Man soll, dass die Bibel vorliest, aber man soll arbeiten. Man soll ihnen aber nicht mehr als Ruhetag feiern. Und das wird offensichtlich schon eine Zeit lang so gewesen sein, aber es muss offensichtlich wieder geschärft werden, weil es viele Christen gibt, die das noch nicht beachten und die immer noch den Sabbat als Ruhetag feiern und nicht arbeiten. Die sollen ausgeschlossen werden aus der Kirche.
[22:49] Weil man möchte sicher seit einiger Zeit, das haben wir im Zusammenhang mit unserem Studium über die Frage Sabbat und Sonntag, auch in der Frage des Sonntagsgesetzes von Konstantin. Man hat sich ja von den Juden distanzieren wollen. Ist eine sehr unschöne Geschichte, die allerdings zeigt auch, welche Wurzeln die Sonntagsheiligung in der frühen Kirche hatte.
[23:12] In jener Zeit spinnen sich auch neue Legenden um die Figur der Helena. Wir uns, die Mutter von Konstantin, die sehr einfache Verhältnisse eigentlich aus einfachen Verhältnissen kam und ihr dann sehr alt schon als Seniorin und in den letzten Jahren des Konstantin sich auf die Reise nach Palästina gemacht hat. Also jetzt im vierten Jahrhundert kolportiert sie, hätte auf dieser Palästina-Reise das wahre Kreuz von Jesus entdeckt. Diese Legende war noch zur Zeit von Konstantin und auch dann von uns noch unbekannt. Es hätte das sicherlich erzählt, wenn es wahr gewesen wäre, aber er berichtet nichts davon.
[23:57] Erst die Geschichtsschreiber, die Kirchengeschichtsschreiber später berichten davon. Oder sieht man also irgendwo im vierten Jahrhundert diese diese Theorie aufgekommen ist, die dann als Wahrheit geglaubt worden ist und in den den den Fundus an kirchlichen Traditionen aufgenommen worden ist.
[24:15] Es war dann ein anderes Ereignis, das die ganze antike Welt, wie man sie bis dahin kannte, in schwerste Erschütterung brachte. In den 370er Jahren tauchten die sogenannten Hunnen aus der zentralasiatischen Steppe in Osteuropa auf und trieben andere, vor allem germanische Stämme vor sich her, darunter zum Beispiel die Goten, die dann unter dem Druck der Hunnen in das römische Imperium hineindrängten und dort zu einer ganzen Kettenreaktion von Ereignissen beitrugen, die wir dann im großen Ganzen als die Epoche der Völkerwanderung kennen, in deren Folge das römische Reich schwer erschüttert und transformiert worden ist.
[25:00] Einer der Herrscher am Beginn dieser Völkerwanderung, der noch einmal große Macht über das gesamte römische Reich hatte, war Theodosius der Erste. Und er ist deswegen für unser Thema auch ganz interessant, weil er ihn quasi einer gewissen logischen Fortführung dessen, was Konstantin mit seiner Religionspolitik begonnen hatte, im Jahre 380 das Christentum zur römischen Staatsreligion machte.
[25:26] Konstantin hat das Christentum gefördert. Er hat es natürlich zuerst immer toleriert, dann immer mehr produziert, aber die heidnischen Kulte waren immer noch toleriert gewesen. Aber Theodosius hat sie dann ein für alle Mal verboten. Innerhalb von wenigen Jahrzehnten wurde aus einer verfolgten Religion jetzt die Staatsreligion, die jetzt wiederum sich nicht scheute, Andersdenkende zu verfolgen.
[25:51] Wir lesen dazu im Codex Theodosianus: "Wir verfügen, dass überall und in allen Städten auf der Stelle die Tempel geschlossen werden sollen, damit den Verworfenen, das sind die Heiden, in denen ihnen der Zutritt verweigert wird, die Möglichkeit genommen werde, sich darin zu vergehen. Wie befehlen auch, dass sie sich der Opfer enthalten. Wenn aber jemand etwas derartiges beginnen sollte, soll er durch das strafende Schwert niedergestreckt werden."
[26:16] Jetzt verfolgen Christen die Heiden. Nur einige Jahrzehnte, nachdem die Heiden die Christen verfolgten, das Vermögen des Hingerichteten soll dem kaiserlichen Fiskus anheimfallen. In derselben Weise sollen auch die Statthalter der Provinz bestraft werden, wenn sie es versäumen, diese Verbrechen zu ahnden. Kein Wunder, dass in dieser Zeit die heidnischen Schriftsteller immer weniger werden. Die Heiden verlieren sich aus dem Blick. Sie werden nämlich alles Christen.
[26:41] Die Frage ist nur, wie aufrichtig sind sie Christen geworden? Sie werden unter dem Druck jetzt alles nominale, theoretische Christen. Diese Entscheidung, mit der der Kaiser sich und das ganze Reich und das Christentum hinein integriert hat, hat aber gewaltige Folgen. Folgen, die schon der Bischof von Mailand, Ambrosius, messerscharf analysiert und ausspricht.
[27:07] Er sagt nämlich: "Wenn der Kaiser getauft ist, ist er ein Kind, filius im römischen Rechtsdenken, ein Kind der Kirche." Oder das bedeutet, dass die Bischöfe, die Leiter der Kirchen, in dieser Hinsicht religions-technisch über dem Kaiser stehen und ihn belehren müssen. "Wir Kaiser müssen vom Bischof lernen." Das hat Ambrosius nicht nur theoretisch so formuliert, sondern auch gerade im Zusammen mit Theodosius gibt es ein berühmtes Beispiel.
[27:37] Theodosius dann von Ambrosius gezwungen wird, sich vor Ambrosius auch entsprechend zu demütigen. Zwei Jahre nach diesem Anlass gibt es in Rom eine interessante Synode im Jahre 382. Und dort wird betont, dass Rom besonders wichtig sei, weil zwei wesentliche Apostel, Petrus und Paulus, in Rom gewesen sein, dort gestorben seien. Und deswegen der Kirche von Rom an gewissen gelang es für eine gewisse Wichtigkeit.
[28:11] Und das Argument geht weiter: Der Paulus schreibt in seinen Briefen, dass er die Sorge um alle Gemeinden hat, dass er alle Gemeinden vor Augen hat, sich um alle Gemeinden sorgt. Und daraus wird konstruiert, dass Paulus irgendwie so eine Art juristische Oberherrschaft über alle Gemeinden hätte. Und diese Sorge um alle Gemeinden sei dem römischen Bischof, dem Gemeindeleiter von Rom, übertragen worden.
[28:37] Es geht hier also sehr deutlich mehr in die Richtung, den römischen Bischof irgendwie juristisch zu stärken. Die Kirche wird in dieser Zeit, Ende des vierten Jahrhunderts, immer mehr als ein juristischer Korpus verstanden, der regiert werden muss. Haben das gesamte christliche, das gesamte Bereich christliches und der Kaiser selbst als Regierender eigentlich nur einen Sohn der Kirche ist, weil er ja auch noch ein gekauftes, leidendes Glied ist.
[29:03] Dann ist die Frage, wer diese Christenheit jetzt regiert. Und in Rom ist man sehr bald der Meinung, dass man dazu alleine offen sei. Noch zur Zeit von Konstantin war ja der römische Bischof nicht so politisch gewichtig, wie wir gesehen haben. Aber das ändert sich jetzt ganz gewaltig.
[29:28] Der Bischof in jeder Zeit und Rom ist ein gewisser Damasius. Und der übernimmt jetzt interessanterweise den Begriff "Pontifex" von den römischen Kaisern, die ihn jetzt im vierten Jahrhundert ablegen. Ist also genau die Zeit, in der das das berühmte die irischen Bischöfe anfangen mit dieser Idee zu kokettieren, dass sie Aufgaben und Pflichten und damit auch Ehren und Würden des römischen Kaisertums auch auf sich vereinigen können und übernehmen können.
[29:59] Das Ganze wird dann logisch fortgeführt von seinem Nachfolger Siricius, der am Ende des vierten Jahrhunderts der Bischof in Rom war. Er hat erstmals angefangen, Dekrete zu erlassen. Das ist etwas, was sonst normalerweise eigentlich nur Kaiser tun. Und zwar macht das die Regios sogar ganz bewusst in der Formel der Kaiser tun, nämlich durch Skripte.
[30:21] Skripte sind Antwortschreiben. Das war normalerweise so, dass ein jeder Bürger im römischen Reich eine eine eine schreiben, eine Anfrage an den Kaiser senden konnte, und der konnte dann eine Antwort senden, ein Reskript. Und dieses Skript hatte dann Gesetzesvollmacht. Das galt dann als gültiges Gesetz. Und genau das macht Siricius. Es gibt Anfragen an den römischen Bischof und er antwortet jetzt nicht einfach nur mit einem Brief, sondern offiziell mit einem Dekret, mit einem Reskript, sozusagen, um deutlich zu machen, dass er sich jetzt ein bisschen auch in so einer Art Kaiserrolle innerhalb der Christenheit sieht.
[30:59] Er ist übrigens der erste, der sich "Papa" nennen lässt und damit der erste, den man eigentlich historisch recht gerechtfertigt als eine Art Papst bezeichnen könnte. Alle anderen davor waren einfach römische Gemeindeleiter, Bischöfe von Rom. Erster, erster, dieser Begriff prägte.
[31:17] Dieser Begriff wird noch einige Zeit brauchen, dass er sich so durchsetzt, aber hier aus dieser Zeit kommt das her. Die Bibel macht sehr deutlich: Jesus hatte gesagt: "Lasst euch nicht Vater nennen." Aber knapp 400 Jahre später ist die Christenheit schon sehr weit weg vom biblischen Text und Ideal und auch von der Lehre Jesu und folgt jetzt politischen Erwägungen.
[31:41] Theodosius der Erste stirbt im Jahre 395 und teilt das Reich unter seinen beiden Söhnen auf. Und diese Teilung von 390 wird nie wieder wirklich aufgehoben werden. Ab diesem Zeitpunkt spricht man von einem weströmischen und einem oströmischen Reich. Das weströmische Reich wird dann nicht einmal mehr 100 Jahre bestehen, sondern in den Wirren der Völkerwanderung untergehen. Das oströmische Reich gern noch Jahrhunderte, bis weit ins Mittelalter existierte und dann formal erst mit der Eroberung durch die Türken von Konstantinopel 1453 erloschen ist.
[32:30] Mappus von sich behauptet noch am Ende des vierten Jahrhunderts genau diese Geschichte, die ich vorhin schon kurz erwähnt hatte, dass heidnische Priester sich geweigert hätten, Konstantin vom Mord an Christus und Foster zu absolvieren, deswegen allein er Christ geworden. Also noch nach vielen Jahrzehnten gibt es noch vereinzelte Stimmen, die die Bekehrung, die sogenannte, die vermeintliche Bekehrung des Konstantin in Zweifel ziehen, die noch sehen, dass es dort politische und strategische Erwägungen gegeben haben mag.
[33:04] Ganz egal, ob diese Geschichte jetzt so stimmt oder nicht, aber diese Stimmen werden immer weniger, so dass dann schon im fünften Jahrhundert von ihnen fast nichts mehr übrig bleibt. In jener Zeit entsteht eine neue Übersetzung der Bibel ins Lateinische, die sogenannte Vulgata, die dann für Jahrhunderte der Standardtext der römischen Kirche werden wird. So standardisiert, dass es im Mittelalter sogar verboten war, andere Übersetzungen in die eigene eigene Sprache zu sitzen und zu produzieren.
[33:42] Das Besondere an der Vulgata, das ist nicht die erste lateinische Übersetzung, aber eine, die besonders wichtig ist für die Entwicklung auch der Christenheit, denn hier werden jetzt viele lateinische Rechtsbegriffe aus der aus der ... Übersetzung verwendet. Und das spielt sehr deutlich dem dem dem Bischofsamt in Rom in die Hände, dass sie ja, seine Aufgabe ist sehr juristisch für die gesamte Kirche versteht.
[34:11] Das fördert die Vermischung von biblischen Inhalten und römischem Rechtsdenken. Und gerade diese Vermischung, wenn man dann noch ein bisschen die griechische Philosophie dazu nimmt, ist eigentlich dann der eigentliche Ursprung dessen, was man so die römisch-katholische Theologie nennen kann.
[34:30] Ein ganz wesentlicher Vertreter der Kirchenväter jener Zeit ist der weltberühmte Augustinus von Hippo, der um 400 lebt und wirkt. Einer der bedeutendsten Theologen und Kirchenväter, der hier in dieser Zeit, wie gesagt, lebt. Und Augustinus hat sehr viel geschrieben, und es würde hier viel zu weit führen, ihn ausführlich vorzustellen. Aber für unser Thema ist es interessant zu bemerken, wie er die zwangsweise Missionierung rechtfertigt.
[34:59] Er sagt: "Durch die Macht der Gewohnheit gefesselt, würden die Andersgläubigen, also die Heiden, in keiner Weise an eine Änderung zum Besseren denken, wenn nicht Schrecken über sie käme und die Aufmerksamkeit ihrer Seelen auf die Erwägung der Wahrheit lenkte." Wenn jemand sehe, wie sein Feind durch ein gefährliches Fieber wahnsinnig geworden dem ewigen Abgrund zuliebe, würde er nicht Böses mit Bösem vergelten werden. So laufen diese Stadt ihnen ergreifen und fesseln zu lassen.
[35:24] Weil bei manchen bringt es keinen Nutzen, sagst du ja. Sollte man aber deshalb die Arznei aufgeben, weil das sieht schon bei einigen heilbar ist. Du achtest eben nur auf die, die so hartnäckig sind, dass auch dieses Mittel an ihnen fehlschlägt. Du meinst, man dürfe niemanden zur Gerechtigkeit zwingen, obwohl du im Evangelium liest, dass der Hausvater zu seinem Knecht sagt: "Alle, die ihr findet, zwingt einzutreten." Das ist eine schlechte Übersetzung des original griechischen, obwohl du liest, dass auch Saulus, der spätere Paulus, nur durch eine gewaltsame Einwirkung Christi zur Erkenntnis und andere der beiden gebraucht gebracht worden ist.
[35:58] Also Augustinus behauptet also tatsächlich, dass Jesus Christus den Paulus gezwungen hätte, Christ zu werden. Das muss man sich mal vorstellen, gegen den typischen Befund, wobei es ja ganz deutlich sagt, das ist Gnade gewesen und die Liebe Gottes, die ihn zu Gott gezogen hat.
[36:15] Und dann sagte ich hier weiter: "Du begreifst aber wohl bereits, dass ich meine, das ist nicht darauf ankommt, ob jemand überhaupt gezwungen wird, sondern allein darauf, wozu er gezwungen wird." Also hier Anfang des fünften Jahrhunderts sind jetzt die Christen, nachdem sie mal verfolgt worden sind, 100 Jahre zuvor, so weit, dass sie behaupten, dadurch, dass wir die Wahrheit haben, ist jedes Mittel recht und wir können jetzt andere Menschen, Heiden, zwingen, Christen zu werden, notwendigerweise mit vielleicht sogar mit Waffengewalt, weil es ja die Wahrheit ist.
[36:44] Und wir sehen hier schon sehr deutlich, wie sich wie von dort ist nur ein kurzer Schritt ist zu den Schrecken des finsteren Mittelalters, wo Menschen wegen ihres anderen Denkens zum Glaubens einer vielfach verfolgt, getötet, verbrannt worden sind.
[37:03] Der nächste wichtige Papst, dann kann man jetzt schon sagen, in Rom ist Innozenz der Erste. Und er vervollständigt und perfektioniert diese Methode der digitalen, also dieser Skript-artigen Gesetzgebung. Und er bezieht sich jetzt ganz vehement, wie schon einige vor ihm, aber jetzt mit großer Intensität, auf die berühmte Stelle Matthäus 16, wo Jesus zu Petrus sagt, dass ihm die Schlüssel gegeben werden.
[37:30] Und diese Stelle wird ab dieser Zeit immer mehr darauf gemünzt, dass damit irgendwie dem Bischof in Rom eine besondere Vormachtstellung angeboten, wo oder übergeben worden ist, obwohl das Neue Testament sehr deutlich schon zwei Kapitel weiter in Matthäus 18 deutlich macht, dass Jesus diesen Schlüssel allen Jüngern gegeben hat und dass es überhaupt dabei gar nicht um eine juristische Macht geht, sondern um das Wort Gottes, mit dem die Apostel, alle Apostel, den Menschen das Himmelreich sozusagen aufschließen sollten.
[38:07] Interessanterweise sagt Innozenz der Erste auch, dass der Papst das Haupt der Kirche ist. Hier sehen wir, wie dieser Anspruch jetzt von Generation zu Generation immer konkreter wird und sich formuliert.
[38:19] Es geht weiter mit so sie muss, der dann einen Brief an die Bischöfe in Nordafrika sendet und darin behauptet, dass an dem Urteil des Papstes nicht gerüttelt werden darf. Ganz interessant in dieser Zeit gibt es eine Synode von afrikanischen Geistlichen, die einen Beschluss fassen. Und weil man ja traditionell auch den römischen Bischof immer sehr geachtet hat, weil er halt der Bischof der größten Kirche überhaupt gewesen ist, informiert man den römischen Bischof und sagt: "Schaut mal, das haben wir entschieden."
[38:56] Und der römische Papst antwortet dann, antwortet dann und sagt: "Ich bin so dankbar, dass ihr eure Entscheidung mir zur Begutachtung vorlegt, damit ich letztendlich befinden kann." Und er interpretiert das also um. Er macht aus Transparenz Unterwürfigkeit. Und daran zeigt sich, wie subtil das Papsttum hier anfängt, juristische Macht aufzubauen.
[39:18] So geht es weiter unter Bonifatius dem Ersten, der diese Petrus-These intensiviert und jetzt auch ganz explizit auf den gesamten Osten an meine Brust, ja auch große Kirchen gibt, endlich auch in Alexandria aufstrebend, auch in Konstantinopel, große Städte mit einflussreichen Bischöfen. Und Bonifatius macht ganz deutlich: Nein, diese diese vermeintliche Auslegung von Matthäus 16 oder die Auslegung von Matthäus 16, dass der Petrus angeblich hier von Jesus sozusagen zum ersten Papst gemacht worden sei, das gilt auch für alle Christen im Osten.
[39:52] Erinnern uns, im Osten gibt es ja weitaus mehr Christen und dort ist auch die theologische Diskussion sehr viel intensiver und gelehrter. Er beansprucht das, bringt uns einen Begriff, den er eigentlich aus der Kaisersprache kommt, der der der Kaiser's. Der Bonifatius der Erste, genau das beanspruchte jetzt der Papst in Rom für sich.
[40:15] Auch Bonifatius ist ein Jurist. Es ist die Zeit, wohl nicht mehr Theologen, sondern Juristen, die römische Kirche prägen. Rom ist ja die große Stadt des juristischen Denkens und die Kirche transformiert sich hier vom vierten, fünften Jahrhundert in Rom zu einer juristisch denkenden Maschine sozusagen, die jetzt mit juristischen Begriffen die Macht innerhalb der Christenheit an sich zu ziehen sucht.
[40:43] Ganz besonders wichtig im fünften Monat ist dann das Pontifikat von Leo dem Großen. Die Legende will, dass er sogar den ... bei dessen Einfall in Italien im fünften Jahrhundert dann entgegen gegangen sei, um Rom zu retten. Auf jeden Fall ist sein Pontifikat von weltgeschichtlicher Bedeutung.
[41:02] Erste, erste, von dem wir Papstpredigten haben, die überliefert worden sind. Sehen wir feststellen können, wie er so gedacht und gehandelt hat. Und jeder große hat eine interessante These behauptet, nämlich, dass man das Amt vom Amtsinhaber trennen muss. Mit anderen Worten, selbst es kann zwar sein, dass ein Papst schwach ist, dass er sündig ist, dass er Fehler macht, aber das Papsttum als Institution ist etwas anderes.
[41:28] Man kann das Papsttum nicht kritisieren, nur weil der Inhaber irgendwie schlecht ist. Das Ganze wird dann mit römischem Erbrecht begründet. Überhaupt nämlich, dass der Petrus die Vollmacht von Christus vererbt bekommen habe. Und da werden dann fiktive Briefe angeführt, ein sogenannter Clemensbrief, von dem wir heute wissen, dass er eine Fälschung ist.
[41:55] Und das Argument von Leo dann ganz einfach: Wenn also Jesus sein Erbe dem Petrus vermacht hat, dann ist Petrus der Erbe und das Erbe wird dem Erben ausgezahlt, ganz egal, ob der Erbe würdig ist oder nicht. Das Erbe hängt nicht von der Würde des Erben ab. Und genau das ist dann das Argument für das Papsttum.
[42:14] Diese juristische Konstruktion ist sehr diffizil und ausgefeilt. Jesus, so wird behauptet, sei eine ... eine rechtliche Verbindung mit Petrus eingegangen, die vererbt war. Und deswegen habe der Papst sozusagen vererbt eine ... eine Vollmacht der Gewalt auf alle, eben diese rechtliche Verbindung von Jesus geerbt habe.
[42:41] Und es wird unterschieden zwischen apostolischer und juristischer Sukzession. Das bedeutet, alle Bischöfe sollen sich letztendlich auf einen Apostel zurückführen lassen. Ja, also ein Apostel hat einen Bischof eingesetzt, als eine Gemeindeleiter. Erst jetzt wieder ein Gemeindeleiter ein und wieder ein und letztendlich sollte es eine ununterbrochene Reihenfolge geben, die sich zurückverfolgen lässt bis auf die Apostel.
[43:02] Aber dass so etwas anderes als das, was jetzt der römische Bischof für sich in Anspruch nimmt, nämlich, dass er juristisch der Erbe, letztlich der Erbe Jesu ist. Und das ... gilt nur für den Papst. Das ist das Konstrukt.
[43:19] Interessanterweise berichtet Leo, dass noch in seiner Zeit, im fünften Jahrhundert, ist sogar unter den Christen noch echtes Sonnenanbeter gegeben habe. In Rom von der alten Gottlosigkeit hat sich etwa der folgende Brauch erhalten, dass die Sonne, wenn sie sich bei Tagesbeginn erhebt, durch gewisse dümmliche Personen von der nächsten Anhörung aus verehrt. Ja, sogar viele Christen denken, sie täten recht daran, wenn sie sich vor dem Morgengebet in der Peterskirche, die dem einzigen wahren und lebenden Gott geweiht ist, auf den obersten Stufen, die zum Heiligtum hinaufführen, zur aufgehenden Sonne umwenden und ihre glänzende Scheibe fußfällig verehren.
[43:53] Im vierten Jahrhundert wollte man das Christentum mit dem Heidentum so verbinden, die Heiden zum Christentum zu führen. Und da hatte der Sonntag eine große Rolle gespielt, wie wir gesehen haben. Aber noch im 500 muss man feststellen, dass viele, die sich Christen denn, in Wirklichkeit eigentlich noch ganz reine Sonnenanbeter sind. So deutlich, dass es selbst dem Papst hier in Rom missfällt.
[44:15] Interessant ist auch in diesem Zusammenhang kurz eine Notiz des syrischen ... des Dionysius, die Heiden pflegen nämlich am 25. Dezember das Fest des Geburtstages des Sonnengottes zu feiern und zu seinen...
[44:26] sonnengottes zu feiern und zu seinen Ehren Lichter zu entzünden. Zu diesen Ritualen laden sie oft auch Christen ein. Da nun die Führer der Kirche sahen, dass sich viele Christen zur Teilnahme an diesen Festen verleiten ließen, beschlossen sie, fortan am selben Tag, am 25. Dezember, das Fest der wahren Geburt zu begehen und der Geburt Jesu.
[44:40] Das ist jetzt auch eine Erfindung. Hier setzte diese Zeit also natürlich ist Jesus nicht am 25. Dezember geboren worden und auch die frühen Christen wussten von so einem Fest überhaupt gar nichts. Es ist dann in der Zeit von Leo dem Großen, dass Valentinian der III., einer der letzten Kaiser im römischen Westen, einen Erlass ausgibt, nachdem die Gesamtheit der Universität den Papst als Lenker, also Gouverneur, anerkennen soll. Er behauptet, wer die auch wer gegen die Autorität des Papstes vorgeht, der verletzt die Ehrfurcht vor unserem Reich.
[45:21] Wichtig ist natürlich hier zu wissen, dass er der Kaiser von Westrom ist. Es geht um die weströmische Hälfte hier erst einmal. Und damit wird die Res Romana, also die römische Republik, die schon lange ein Kaisertum gewesen ist, das hat doch mit der Kirche gleichgesetzt. Römisches Reich ist gleich römische Kirche.
[45:40] Hier haben wir den entsprechenden Beschluss von Valentinian dem Dritten, bei dem der Vorrang primarius des apostolischen Stuhls begründet ist durch die Verdienste des heiligen Petrus, dessen Nachfolger der erste ist im Kranz der Bischöfe, sowie durch die besondere Würde der Stadt Rom und durch die Beschlüsse der Synode. Von daher darf niemand versuchen, etwas zu unternehmen, das das Ansehen dieses apostolischen Stuhls verringert.
[46:03] Denn erst dann wird überall in den Kirchen der Frieden gewahrt sein, wenn die Gesamtheit aller Gläubigen nur ihn als ihren Herrn und Meister anerkennt. Nicht soll es daher erlaubt sein, über Kirchenfragen zu streiten oder den Anweisungen des Bischofs von Rom entgegenzutreten. Vielmehr soll für alle ein verbindliches Urteil sein, was der apostolische Stuhl kraft seines Amtes bestimmt oder bestimmen wird.
[46:23] Und zwar dergestalt, dass jeder Bischof, der den Aufforderungen sich dem Gericht des römischen Oberherrn zu stellen nicht nachkommt, durch den Statthalter seiner Provinz gezwungen werden soll, dort zu erscheinen.
[46:35] Der römische Kaiser zwingt die Menschen in seinem Reich dem Papst oberste Autorität zuzumessen. 44 trifft sich das berühmte Konzil von Chalcedon, und das diskutiert fast die gesamte Zeit über die Frage der Natur Jesu und entscheidet dort genau auf das, was in Übereinstimmung mit dem Denken in Rom ist, gegen die Modifizierten im Osten, vor allem in Alexandria, die behaupten, Jesus sei nur Gott und nicht quasi Mensch gewesen.
[47:10] Aber das ist ein anderes Thema. Aber was in Rom sauer aufstößt, ist der 28. Dort wird nämlich gesagt: Nun ja, der römische Bischof ist deswegen so wichtig, weil Rom die Hauptstadt des Reiches gewesen, aber jetzt ist Konstantinopel die zweite Hauptstadt, die Hauptstadt im Ost-Rom. Und deswegen hat natürlich auch der Bischof in Konstantinopel dieselben Rechte wie und den selben Rang wie der Bischof in Rom.
[47:30] Das war eine Katastrophe für die Päpste und gegen diesen Beschluss haben sie jetzt die nächsten Jahre und Jahrzehnte massiv Politik betrieben. Leo schon, aber er war erfolglos geblieben. Übrigens hat sich eben 500 in dieser Zeit jetzt die Legende der Helena stark erweitert. Mittlerweile wurde ein so genannter Kyriakos, ein gesetzeskundiger Jude, dazu erfunden, der dann das wahre Kreuz ihr gezeigt habe und der dann als Christ getauft worden sei.
[48:05] Man sieht, die Welt über Generationen hinweg diese Legenden immer mehr und mehr ausgeschmückt. Wollen sie das, kann man das so richtig anhand der Jahrzehnte verfolgen. 176 setzt dann Odoaker, ein Heerführer in Italien, den letzten, schon ziemlich unbedeutenden Kaiser, Romulus Augustulus, ab. Lässt ihn am Leben, tötet ihn nicht und deutet damit an, dass das weströmische Kaisertum abgeschafft wird.
[48:32] Und er begründet das Königreich Italien. Das weströmische Reich hört auf zu existieren. Es gibt jetzt eine ganze Reihe von verschiedenen Königreichen mit germanischen Stämmen als Eliten, die dann im Laufe der Zeit sich transformieren. Denn das, was wir heute Europa nennen.
[48:53] In der Zeit ist Felix der II. Bischof von Rom und er klagt dann quasi offiziell den Patriarchen von Konstantinopel an, exkommuniziert es. Es gibt also eine Kirchenspaltung, das sogenannte Schisma, und die Kirche spaltet sich in Ost und West. Die Ex-Kumpel exkommuniziert auf den Patriarchen von Alexandria und Antiochia.
[49:13] Ja, das ist natürlich eine symbolische Handlung, weil im Osten sich niemand darum schert. Das oströmische Reich ist noch intakt und in dem weströmischen Reich ist dem im Westen ist das Chaos. Rom ist in der Hand der Germanen und der Bischof von Rom kann da jetzt gar nicht viel tun, außer dass theoretisch so erklären.
[49:35] Ende des vierten Jahrhunderts gibt es dann einen weiteren Papst, der von großer Bedeutung ist, nämlich Gelasius der Erste. Er regiert nur vier Jahre in Rom, hat aber im Wesentlichen das mittelalterliche Papsttum vorweggenommen und ihm den Weg bereitet. Oder seinen Thesen findet sich unter anderem die so: Die römische Kirche richtet alle anderen.
[49:59] Und wer päpstliche Ansprüche missachtet, das ist gleich eine Gotteslästerung. Nun, er sagt dann sogar, dass ein Papst alle Synodenbeschlüsse umkehren, also mit anderen Worten, eine Synode ist, wenn alle Kirchenvertreter zusammenkommen, falls sich versammelt, eine Entscheidung treffen. Und er behauptet, der Papst steht über dem Konzil, steht über den Synoden. Er kann alles wieder umdrehen, dass die oberste Instanz und seine Gerichte können nicht angefochten werden.
[50:33] Wir sehen ja so den ganzen Anspruch, der sich in den Jahrzehnten vorher so entwickelt hat, zugespitzt, wirklich auf die Spitze getrieben. Weiter heißt es in einem Brief an Kaiser Anastasius, diese berühmte Lehre von den zwei Gewalten, die dann auch für das Mittelalter ganz entscheidend werden.
[50:54] Soll sein Nachfolger Anastasius der II. hat dann versucht, wieder ein bisschen sich nach Konstantinopel anzunähern. Und ungefähr in dieser Zeit, jetzt ist wieder ganz wichtig unser Thema, entsteht die sogenannte Silvester-Legende. Man ist unzufrieden mit der Tatsache, dass zur Zeit von Konstantin der römische Bischof noch kein großes politisches Gewicht gehabt hat, dass ja auch in den kirchenrechtlichen Fragen damals nicht so viel mit entschieden hat, dass andere Leute zur Zeit von Konstantin mehr zu sagen hatten.
[51:30] Und vor allem natürlich, dass Konstantin dann von einem Arianer getauft worden ist, dass wir gesehen haben im Jahre 337. Und es entsteht jetzt eine Legende, die dann das Mittelalter prägen wird. Konstantin sei selbst Verfolger der Christen gewesen, was ja historisch gar nicht stimmt. Oder sei dann an einer Elefanten-Lepra erkrankt worden.
[51:51] Die heimischen Ärzte hätten ihm ein Bad im Blut christlicher Kinder verschrieben. Das muss man sich nicht mal vorstellen, dass so eine Idee kommt. Aber er sei dann angesichts des Weinens der Kinder davon abgekommen und dann seinen Petrus und Paulus erschienen und hätten ihm als Lohn Heilung versprochen, wenn er nur den Bischof Silvester – das war der römische Bischof zur Zeit von Konstantin gewesen – wenn er ihn aufsuchen würde.
[52:13] Und Silvester hat ihm dann angeblich Bilder von Petrus und Paulus gezeigt, die habe er wiedererkannt. Dann sei im Glauben unterrichtet worden und in der Lateranbasilika, die ja historisch noch gar nicht existierte, weil sie erst auf Befehl von Konstantin gebaut worden ist, sei dann Konstantin getauft worden.
[52:29] Und ein helles Licht sei erschienen worden und bei seiner Taufe sei er sofort von seiner Elefanten-Lepra geheilt worden und habe dann sofort Gesetze gegen das Christentum und für das Heidentum und für das Christentum erlassen.
[52:42] Diese Legende entsteht jetzt im fünften Jahrhundert und prägt dann das Bild so, dass der Eindruck entsteht, dass Konstantin es sei, der immer noch so eine Art Übervater der christlichen Geschichtsschreibung ist, weil er ja das Christentum befreit hat von der Verfolgung. Das erste, der den römischen Bischof diese Macht und ein bisschen römischen Bischofs verbunden gewesen sein.
[53:07] In jener Zeit kommt es zu einer ganz wichtigen Entwicklung im Westen. Der König der Franken, Chlodwig, erobert weite Teile Galliens. Franken und das Reich, das Frankenreich entsteht dort und er bekennt sich zum katholischen römischen Glauben, wird getauft, möglicherweise 508. Die Quellen scheinen die Richtung zu gehen, aber es ist umstritten. Nach einem Studium tendiere ich zu 508, aber man kann es nicht ganz hundertprozentig belegen.
[53:35] Und er wird dann schon zu Lebzeiten als ein zweiter Konstantin gefeiert. Konstantin wird also sozusagen auch ein bisschen zur Folie, zum Vorbild jetzt für Herrscher hier am Ende der Spätantike, am Ende der Antike und dem beginnenden Mittelalter.
[53:55] August ist dann in dieser Zeit, Anfang des sechsten Jahrhunderts, Papst. Es gibt einen Konflikt in Rom zwischen zwei Parteien, zwischen denen, die mehr Annäherung und denen, die mehr Abgrenzung gegen Konstantinopel wünschen. Und das mal zusammenzufassen, ist sehr viel komplexer im Detail sicherlich. Und es gibt einen Gegenpapst Laurentius und im Zuge dieses Konfliktes gibt es jetzt Intrigen.
[54:17] Der Ost-Goten-König Theoderich setzt sich für ihn ein, aber es kommt zu einer Anklage und diese Anklage, dass der Papst selbst angeklagt wird, wird so erniedrigend, so demütigend, dass jetzt man dem vorbeugen möchte und man ein Dokument fälscht, die sogenannten Pseudoisidorischen Fälschungen.
[54:38] Und in diesem Dokument wird behauptet: Der erste Stuhl wird von niemand gerichtet. Ein Satz, der dann für das Mittelalter, für das Verständnis des Papsttums von ganz großer Wichtigkeit werden wird.
[54:58] Der nächste Papst ist Hormisdas, der Friedensbringer, der jetzt das Schisma tatsächlich mit Ostrom beendet und die Kirche wieder eint. Wichtig ist auch Johannes der I., der von den Ostgoten gezogen wird für die Arianer, die Ostgoten selbst sind ja Arianer in Konstantinopel zu verhandeln. Der allerdings von dem Kaiser Justinian im Osten in Konstantinopel mit einer mit Fußfälligkeit, also mit Post-Chinesisch, empfangen wird und der dann in Rom nach seiner Rückkehr mysteriös umkommt.
[55:34] Und das deutet schon an, dass im Osten sich etwas ändern. Eine neue Dynastie, die kommt dort an die Macht. Der Nachfolger von Justinian ist Justinian der II., der bedeutendste Herrscher der Spätantike, sicherlich der wichtigste Kaiser des sechsten Jahrhunderts. Und der möchte das verloren gegangene weströmische Reich wieder zurückerobern, was letztendlich nicht wirklich gelingen wird.
[55:51] Aber dazu braucht er den Bischof von Rom, den Papst, und den fördert er jetzt. Und weil er dieses römische Reich wiederherstellen will und Rom braucht, gibt er jetzt von Ostrom aus dem römischen Bischof den innerkirchlichen Vorrang. Das sieht man sehr schön am Pontifikat von Vigilius, der nur kurz regiert, aber eine sehr interessante Geschichte hat.
[56:17] Er reiste in dieser Zeit nach Konstantinopel und hat dort sogar gegen den Widerstand des Kaiserpaares, also Justinian und seine Frau, den Patriarchen von Konstantinopel, der ja eigentlich angeblich ihm ebenbürtig sein soll, abgesetzt. Und Justinian erlaubt, dass er hatte vorher schon einige Jahre zuvor in einem Dekret theoretisch diese Oberherrschaft des Papstes behauptet und bestätigt und verbrieft.
[56:44] Jetzt wird das durch diese Handlung sichtbar, zum ersten Mal ist greifbar, dass der römische Bischof tatsächlich juristische Macht über alle auch im Osten hat, so dass er sogar den nächsthöchsten, den Patriarchen von Konstantinopel, absetzen kann. Und das ist ein Durchbruch, denn ab jetzt hat der Papst die tatsächliche innerkirchliche Gewalt über die gesamte Christenheit.
[57:07] Vigilius stirbt allerdings dann in Konstantinopel noch ganz unvermutet und wird mit einer Ehrerbietung beigesetzt, wie sie sonst höchstens bei einem Kaiser stattfindet. Und das zeigt, zu welchem Wert das Papsttum hier aufsteigt. Sein Nachfolger wird ein gewisser Pelagius, den wir hier in einer Inschrift auch auf rechts oben sehen können.
[57:37] Hier sieht man es: Wert ist Papa und dann abgekürzt gegeben, der dann nach Rom. Da gibt es schon von den Ostgoten und einen neuen Papst, einen Pelagius. Die Details dieser komplexen Geschichte können wir ja nicht andeuten, aber die Genius setzt sich durch, nimmt sozusagen diese Macht, die sich gezeigt hat, jetzt mit nach Rom.
[57:55] Und kurze Zeit später steht die Lisa, der Feldherr Justinians, der jetzt Italien wieder erobern soll. In Rom besetzt Rom Ende 536, dann wird Rom belagert von den Ostgoten, die sich zurückgezogen hatten, die sich verstärkt haben. Oder witzigerweise und 538 ziehen die Ostgoten aber wieder ab. Und damit hat jetzt dieser Pelagius, der diese Machtfülle, die er in Konstantinopel demonstriert hat, jetzt nach Rom gebracht hat, erstmals freie Hand.
[58:27] Und man kann damit in gewisser Weise hier im Jahr 538 den Beginn des Papsttums im eigentlichen Sinne, wie wir es dann auch für die spätere Zeit bekennen, konstatieren. Wenn wir ein bisschen in der Geschichte voranschreiten, sehen wir im siebten Jahrhundert den oströmischen Kaiser Herakles, der zu der Zeit regiert, als Konstantinopel 626 den Angriff der Waren und Perser und dessen Taten in die Konstantin-Geschichten eingebaut werden.
[58:57] Also wo Herakles ist, sozusagen sein Wirken eingestreut wird in die Biografien von Konstantin. Noch ein bisschen weiter gehen ins 18. Jahrhundert, dann finden wir Stephanus den II., der vom Frankenkönig Pippin ein eigenes, souveränes Territorium erhält. Das Papsttum erhält jetzt einen eigenen Staat, den Kirchenstaat, die sogenannte Pippin-Schenkung.
[59:29] Und das gibt jetzt wiederum Anlass, und deswegen erwähnen wir das hier, dass man das Ganze irgendwie absichern möchte und nicht als eine Neuerung darstellen möchte, sondern es wird ein ganz besonderes Dokument gefälscht. Wiederum, man sieht, die Geschichte des Papsttums ist eine Geschichte vieler Fälschungen.
[59:46] Die sogenannte Konstantinische Schenkung, um also den Eindruck zu erwecken, als hätte Pippin sowieso nur das dem Stefan gegeben, was er ohnehin schon hätte haben sollen. Wird jetzt ein Dokument gefälscht, nachdem Konstantin bereits angeblich dem Papst Silvester, der ihn ja getauft haben soll, angeblich – was alles gar nicht stimmt – dass das ganze Gebiet Roms geschenkt habe, ihm einen eigenen Staat.
[1:00:15] Und dieses Dokument wird dann mit dieser Silvester-Legende und mit der Taufe Konstantins verbunden, und das wird dann eben im Mittelalter zu einem der Stützen der mittelalterlichen päpstlichen Macht.
[1:00:27] Wir finden das im Dekret, die Dekrete um Gracian, in der Kirchenrechtssammlung, da wird es ganz selbstverständlich als originaler Text behandelt und über Jahrhunderte hinweg stützen sich Päpste genau auf dieses Dokument, auf diese Fälschung und behaupten, dass sie deswegen die päpstliche Macht haben, weil ihm Konstantin das schon zu seinen Lebzeiten gegeben hat.
[1:00:44] Und wir sehen, das Ganze in Wirklichkeit eine Entwicklung über Jahrhunderte ist, voller Fälschungen und Intrigen. Dieser Text, der Konstantinische Schenkung, lautet wie folgt: Daher nun, damit nicht der priesterliche Hierarchie-Gipfel wertlos werde, sondern weit mehr als die Würde der irdischen Kaiserherrschaft und die Macht ihres Ruhmes geehrt werde, sie in dem wir eben zu unseren Palast, was wir bereits gesagt wurde, wie auch die Provinzen der Stadt Rom und Gesamt Italiens und auch der Gebiete des Westens, Länder und steht in den berühmten St. Ericsson, Priester, unserem Vater Silvester, dem Papst aller, übergeben und seiner Macht und Gerichtsbarkeit und auch der seiner priesterlichen Nachfolger überlassen.
[1:01:19] Entscheiden wir mit sicherem kaiserlichem Urteil durch dies unser göttlich heiliges Geheiß und tatsächlich Verordnung, erst Ordnung zu verwalten und zwar auf ewig. Dies räumen wir dem Recht der heiligen römischen Kirche ein. Übereinstimmung damit haben wir dafür Sorge getragen, unsere kaiserliche Reichsgewalt und königliche Macht in die restlichen Gebiete zu übertragen und zu verschieben und in der Provinz von Byzanz am besten Orte und zum Namen eine Stadt zu bauen und unsere rechte Gewalt dort zu errichten, dass er dort wurde erst sang der Priester und das Haupt der christlichen Religion vom himmlischen Kreise eingesetzt ist.
[1:01:52] Nicht gerecht wäre, dass dort auch der irdische Kaiser seinen Macht-Sitz hätte. Hier wird also die Fiktion erfunden, dass der Kaiser freiwillig nach Konstantinopel gegangen sei, damit jetzt der Papst, den es ja zur Zeit von Konstantin noch gar nicht gab, gehen Ruhm anstelle des Kaisers regieren könnte. Und das ist über Jahrhunderte im Mittelalter als Original, als Geschichtstatsache behandelt worden.
[1:02:20] Nachdem wir das Leben Konstantins gesehen haben, können feststellen, ist es eine ganz dreiste Lüge und Fälschung. Karl der Große, mit ihm beginnt ja sozusagen dann so das eigentliche Hauptmittelalter. In gewisser Weise wurde dann immer wieder als ein neuer Konstantin gefeiert, genauso wie auch schon Chlodwig, circa 300 Jahre zuvor.
[1:02:43] Er wurde in die Nähe römischer Kaiser gerückt. Kurz darauf haben wir natürlich den frommen Ludwig, der nach ihm regierte über das Frankenreich, und der wurde mit der angeblichen Krone von Konstantin gekrönt. Wir sehen also, wie noch Jahrhunderte später Konstantin immer so ein legitimierendes Element gewesen ist, obwohl wir wissen aus der römischen Geschichte, dass Konstantin eine Krone im Sinne des Mittelalters überhaupt getragen hat.
[1:03:07] Um 1200 finden wir die sogenannte "Vita Constantini", die berühmteste Konstantin-Lebensbeschreibung im Byzantinischen Reich, die ganz, ganz viele kennen. Jetzt enthält also die eigentliche wahre Geschichte des Konstantin. Ist es völlig verloren gegangen oder einem Wust an Tradition und Lügen und Legende nach?
[1:03:29] Das Ganze wird natürlich im Mittelalter als totale reine Geschichtsschreibung akzeptiert. Das ändert sich erst im 15. Jahrhundert, als ein Mann namens Lorenzo Valla entdeckt, dass das Latein dieser ganzen Dokumente gar nicht dem Latein entspricht, das im vierten Jahrhundert geschrieben worden ist.
[1:03:46] Und dass auch ansonsten sehr viele offensichtliche Widersprüche da sind. Und das führt dazu, dass er die Konstantin-Schenkung als eine Fälschung identifiziert.
[1:04:02] Luther hat zunächst einmal die Konstantinische Schenkung noch als Originaldokument akzeptiert. Hat sie sogar in einer seiner Thesen, in der Erläuterung zu den Thesen 518, 1518 noch erwähnt. Aber dann schreibt er am 24. Februar 1520 hier, dass er in seinen Händen genau dieses Dokument von Valla von Lorenzo Valla hat.
[1:04:33] Und er entdeckt jetzt, dass das, worauf sich die ganze Kirchenrechts-Konstruktion gründet, eigentlich als eine pure Fälschung ist. Und das ist natürlich ein wesentlicher Punkt auch für ihn zu erkennen, dass es sich bei dem mittelalterlichen Papsttum überhaupt gar nicht um die Kirche Gottes der Bibel handelt, so wie Gott es sich vorgestellt hat.
[1:04:56] Wurde hat sich sehr viel auch mit dem Kirchenrecht beschäftigt und dadurch durch solche Entdeckungen ist natürlich in seiner Ansicht bestärkt worden, dass das der Papst in Wirklichkeit der Antichrist, der die plus vorhergesagt worden ist, gewesen ist.
[1:05:09] Im 16. Jahrhundert finden wir dann in den sogenannten Magdeburger Zenturien, das erste sozusagen wissenschaftliche Geschichtsbuch zur Spätantike, wo einfach nach Jahrhundert zu Jahrhundert es geheißen, die Zenturien, die Geschichte der Kirche beschrieben wird. Und dort wird dann ganz offiziell die Konstantinische Schenkung als Quelle verworfen.
[1:05:29] Die Protestanten, die wieder anfangen nach der Wahrheit zu graben, nach der Wahrheit in der Bibel und nach der Wahrheit auch in der Geschichte. Der erste Katholik, der das erkennt und anerkennt, ist Caietanus, der mit Lorenzo Valla dann ganz offiziell auch die Schenkung ablehnt.
[1:05:47] Die sogenannte Konstantinische Schenkung, aber in einen Konflikt mit der römischen Zensur gerät und so kann sein Werk erst mit Verzögerung und mit Veränderung veröffentlicht werden. Das Ganze wird dann anders mit Cesare Baronio, der im Zuge der Gegenreformation beauftragt wird, eine Antwort zu geben auf die Protestanten, die jetzt die Kirchengeschichte wieder nach den...
[1:06:10] kirchengeschichte wieder nach den Quellen behandeln und uns zeigen, wie es wirklich gewesen ist. Und Cesare Baronio hilft sich, indem er eine andere Quelle nimmt, das Liber Pontificalis, wo viele die Geschichte der Päpste sehr kurz zusammengefasst über Jahrhunderte hinweg aufgeschrieben worden ist. Und zitiert den Ball kann, aber zumindestens zeigen anhand dieses Liber Pontificalis, dass natürlich der Kaiser Konstantin auch der römischen Kirche in Rom Geschenke gemacht hat, Kirchen hat bauen lassen und damit doch eine enge Verbindung von Konstantin und dem Papsttum existiert hat.
[1:06:52] Im 18. Jahrhundert war es dann Voltaire, der sich erneut in dieser ganzen Frage beschäftigt hat. Er allerdings aufgrund seiner Kritik am Christentum insgesamt auch eine sehr negative Sicht von Konstantin hatte. Für ihn war Konstantin schlechter als sogar Nero oder Caligula. Und Voltaire kritisiert zu Recht die Verbindung von Kirche und Staat, aber war jetzt gegen das Christentum als solches. Und dann kommt Edward Gibbon, der große Historiker des 18. Jahrhunderts, der "The History of the Decline and Fall of the Roman Empire" geschrieben hat und der Konstantin als einen Beschleuniger der Dekadenz beschreibt, aber ein differenziertes Bild zeigt. Und mit ihm beginnt dann die moderne geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung von Konstantin, die wir jetzt hier nicht weiter verfolgen. Wir haben ja viele der Ergebnisse der modernen Forschung in unseren sechs Folgen verwertet und präsentiert.
[1:07:51] Wir wollen aber am Ende dieser Serie, am Ende dieses letzten Themas, noch einmal die Frage stellen, was jetzt auch für unsere Zeit bleibt, wenn wir Konstantin betrachten. Luther, wie gesagt, hatte erkannt, dass das Papsttum den biblisch vorhergesagten Antichristen repräsentierte. Und er hatte den Finger dann sehr deutlich auf die Wunde gelegt, hatte gezeigt, dass die Gewalt und die Irrtümer der Kirche in völligem Widerspruch zum biblischen Inhalt und zum biblischen Evangelium standen.
[1:08:33] In der Zeit davor und auch dann auch kurz danach war es nicht einfach für die Wahrheit einzustehen. Menschen starben für ihren Glauben, schon die Waldenser, dann die Hugenotten und immer wieder auch dann Protestanten, Reformer mussten diesen Konflikt mit Rom mit ihrem Leben bezahlen. Den Offenbarung 13 lesen wir über diese ganze Epoche, die schon das ganze Mittelalter mit eingeschlossen hat, wo Menschen, die anders dachten, verfolgt worden sind. Eine Entwicklung, die ja schon mit Augustin und wie wir gesehen haben, am anderen begann, die jetzt das Christentum mit Gewalt durchdrücken wollten.
[1:09:09] "Es wurde ihm gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu überwinden. Und es wurde ihm Vollmacht gegeben über jedes Volk, Stamm, jede Sprache und jede Nation." Offenbarung 13 beschreibt ein Tier, das die eigentlichen Gläubigen verfolgt und überwindet. Das heißt hier: "Und es tat sein Maul auf zur Lästerung gegen Gott, um seinen Namen zu lästern und sein Zelt und die, welche im Himmel wohnen." Das waren Protestanten, die solche Textstellen auf Offenbarung 13 und auch in Daniel 7, was wir gleich noch jetzt hier lesen werden, auf eben dieses System des Papsttums bezogen, nicht auf einzelne Päpste, sondern auf das System des Papsttums.
[1:09:43] Denn insofern ist das ja schon etwas, das bis auf die Zeit von Leo dem Großen zurückgeht, dass man das Papsttum als System begreift. So wollte das Papsttum selbst begriffen werden und so wird es von den Protestanten dann auch in ihrer Bibelauslegung erkannt.
[1:10:00] Dann im 7. und das ist auch eine ganz klassische Passage, die von den Protestanten auf das Papsttum angewendet worden ist. Heißt es: "Und er wird reden gegen den Höchsten, dass man diese gotteslästerlichen Worte, die darin bestehen, dass das Evangelium verdreht worden ist, dass der Papst sich zum Stellvertreter Jesu macht, dass man behauptet von Seiten des Papsttums, Sünden vergeben zu können, dass man durch Werke gerecht werden könnte. All diese Irrtümer, die das, was evangelisch verdrehen und Gottes Worte umkehren, die werden hiermit auch gemeint." Das heißt: "Die Heiligen des Höchsten aufreibend." Dieser Krieg gegen die, die wirklich an der biblischen Wahrheit festhalten und wer wirklich sich für die Bibel interessierte und der biblischen Wahrheit folgen wollte, der hatte zur Zeit der Vorherrschaft Roms keine guten Karten.
[1:10:42] Oder wir betrachten Zeiten und Gesetz zu ändern, und sie werden in seine Gewalt gegeben. Eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Die biblische Prophetie, so hatten es dann immer mehr Menschen auch erkannt und erkannten im Laufe der Jahrhunderte bis in unsere Zeit. Sagt nicht nur voraus, dass das Papsttum Menschen verfolgen würde, und in dieser Vermischung von Kirche und Staat, die Konstantin angestoßen hatte, sich viel Leid spiegeln würde, sondern diese Vermischung würde auch dazu führen, dass göttliche Lehren und göttliche Gesetze verändert worden sind.
[1:11:18] Und hier ist Konstantin natürlich nur der erste Stein einer sehr langen Entwicklung. Wenn wir anschauen uns die zehn Gebote und sehen, welches Gebot und welche Gebote verändert worden sind, dann gibt es verschiedene Dinge, die man beachten kann. Man sieht, wie das zweite Gebot entfernt worden ist. Man sieht, wie an anderen Geboten zum Teil Formulierungen in den Kategorien geändert worden sind. Aber eine besondere Veränderung erlebte auch das vierte Gebot, über das wir ja schon ausführlich gesprochen haben, dass aus "Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun, aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da solltest du kein Werk tun, weder du noch dein Sohn und deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch ein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und ruhte am siebten Tag. Darum hat der Herr den Sabbat gesegnet und geheiligt."
[1:12:15] Auch in der Zeit von Jesus war dieser Sabbat ein ganz entscheidendes Element des wahren Glaubens. Jesus selbst hat den Sabbat gehalten, wie wir gesehen haben, "dagegen nach seiner Gewohnheit am Sabbatag in die Synagoge und stand auch auf, um vorzulesen." Jesus selbst hatte gesagt, dass der Sabbat für die Menschen gemacht war, nicht nur für eine einzelne Volksgruppe, nicht nur für eine einzelne Nation und eine Sprache, sondern für alle Menschen, weil er der Sohn des Menschen ist. Ist er auch daher auch über den Sabbat. Der Sabbat war universal. Jesus hat ihn gehalten und Jesus wollte, dass alle, die ihm nachfolgen, die Christen, sind auch ihm in dieser Hinsicht folgen.
[1:12:53] Er selbst hielt den Sabbat, als er am Freitag für dich und mich, lieber Freund, liebe Freundin, starb am Kreuz von Golgatha und am Sonntag von den Toten auferstanden. Luther hat für die Wahrheit ein noch, hatte er von dem Sabbat nicht viel verstanden oder nicht gut verstanden, aber trat für die Wahrheit des Evangeliums ein. Und es entstand eine neue Bewegung, die evangelische Bewegung. Aber auch sie wurde wieder zu einer Landeskirche, zu einer Staatskirche.
[1:13:25] Zunächst einmal als Notlösung, weil kein anderes Modell da zu sein schien. Aber dieses Modell einer Staatskirche war letztlich auch ein Erbe von Konstantin, der genau das ja in die Wege geleitet hatte durch seine Aktion. Und in der amerikanischen Kirche, die zeitgleich entstand, zeigt sich ganz besonders, dass diese Staatskirche selbst, wenn sie protestantisch war, durchaus wieder in der Lage war, andersdenkende, in dem Fall Puritaner, zu verfolgen. Menschen, die eben anders dachten.
[1:13:59] Man immer Kirche und Staat zusammen kommen scheint, nur ist nur scheinbar der Kirche geholfen. In Wirklichkeit ist Gewissensfreiheit und echte Glaubensfreiheit in Gefahr. Das merkten die Dissidenten, die eben nicht der amerikanischen Kirche in jedem Detail folgen wollten. Und sie flohen dann in eine lange Geschichte, die wir hier nur kurz anreißen können, nach Amerika, nach Neuengland, wo sie kleine Kolonien gründeten und dort eine bessere Welt erhofften. Aber auch dort wieder in dasselbe Muster verfielen, nämlich ihre jetzt puritanischen Überzeugungen, die noch reformatorischer waren, noch bibeltreuer waren, wieder sozusagen an administrative staatliche Gewalt zu binden.
[1:14:45] Man konnte bestimmte Ämter nicht einnehmen und übernehmen, wenn man nicht genau diese Sendung hatte, wie die Mehrheit dort in Neuengland. Wir sehen also, wie durch alle Phasen der Weltgeschichte, seit Konstantin, durch alle Phasen der Kirchengeschichte, sich dieser Gedanke von Kirche und Staat immer wieder fest verankert hat, wie ein Virus. Immer wieder den Reformatoren gefolgt sind, immer wieder zu neuen Problemen geführt hat, bis dann in jener Zeit Roger Williams kam, der erste christliche Reformator, der eine echte Trennung von Kirche und Staat predigte.
[1:15:24] Das war so außergewöhnlich, dass die meisten es gar nicht aushalten konnten, weil er wurde sogar verbannt. Aber konnte dann einen ersten kleinen, einen ersten kleinen Bundestaat organisieren, oder Bundestaat, was noch nicht, aber ein Territorium, wo tatsächlich solche Freiheit herrscht, dass auch Andersdenkende völlige Glaubensfreiheit hatten. In Rhode Island, Providence war dieser Ort. Und dieser Ort wurde zum Erfolgsmodell.
[1:15:54] Einige Zeit später entstanden die Vereinigten Staaten von Amerika, genau auf dieser Grundlage. Die Bill of Rights anerkennt genau diese Prinzipien. Und Anfang des 18. Jahrhunderts, um die Jahrhundertwende, wurde dieses kleine Land der Vereinigten Staaten von Amerika zu einem immer mächtigeren Land, das jetzt aufstieg in der Politik und das erstmals seit Jahrhunderten ein christliches Land war, in dem diese Idee von Konstantin von Kirche und Staat, die verbunden sind, diese Idee nicht ganz.
[1:16:39] Ein interessantes Experiment übrigens. Jederzeit war es auch, dass das Papsttum eine Wunde, eine buchstäbliche Wunde erlitt. 1798, genau 1260 Jahre nach 538, schon angeschaut haben, der Papst Pius der Sechste, gefangen genommen worden ist im Zuge der Französischen Revolution. Das führte dazu, dass viele Menschen die Bibel studierten und sich erneut die Frage stellten, was das alles zu bedeuten hatte und wo man erneut erkannte und bestätigt sah, dass tatsächlich die biblische Prophetie Daniel 7 und Offenbarung 13 von diesem Papsttum sprach.
[1:17:13] 42 Monate, das sind 1260 Tage, an Parallelstellen Offenbarung 12 und 11, diese 1260 Tage nach biblischer Umrechnung, einen Tag für ein Jahr, in den Tagen der Verfolgung, die wir in einer Fülle in Folge gesehen haben. Das waren 1260 Jahre, die im Jahre 1798 erfüllten. Und die Offenbarung 13 entschieden genau das vorherzusagen, was jetzt dem Papsttum nach 1260 Jahren geschah. "Wenn jemand in Gefangenschaft fällt, dann die Gefangenschaft. Wenn jemand mit dem Schwert tötet, so soll er durchs Schwert getötet werden. Hier ist das standhafte Ausharren und der Glaube der Heiligen."
[1:17:55] Man studierte weiter und sah, dass neben dem Papsttum noch einen weiteren Player dort in Offenbarung 13 gab. Offenbarung 13, Vers 11: "Und ich sah ein anderes Tier aus der Erde aufsteigen, es hatte zwei Hörner, gleich einem Lamm, wenn es auf der Erde kam, dann aus einem Gebiet, wo es nicht viele Zivilisationen und Völker gab, denn die Wasser in Offenbarung 17 sind ein Symbol für Völker, Scharen und Nationen und Sprachen." Und Bibel-Ausleger erkannten, dass es sich bei diesem zweiten Player in Offenbarung 13, dieser aufstrebenden Weltmacht, die in Offenbarung 13 beschrieben wird, um die Vereinigten Staaten von Amerika handelte.
[1:18:36] Wie ein Lamm, das lahmende Offenbarung ist immer ein Symbol für Jesus Christus, der für uns am Kreuz gestorben ist. Johannes 1:29 heißt es: "Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt." Er ist für mich und für dich gestorben, deswegen wird das Lamm Gottes genannt. Hier waren eine Nation, die also äußerlich genau dem entsprach der wahren biblischen Botschaft der Erlösung, die tatsächlich ein wahres Christentum förderte, eines, das nicht vermischt war mit heidnischen Ideen und nicht vermischt mit dieser Idee von Kirche und Staat.
[1:19:16] Genau das wird jetzt deutlich hier in dieser weiteren Phase. Zwei Hörner gleich einem Lamm in der biblischen Prophetie stehen Hörner für Königreiche. Und Jesus sprach in der Tat von zwei Königreichen, geht also gleich einem Lamm, zwei Hörner gleich einem Lamm. Jesus, das Lamm, sprach von zwei Königreichen, nämlich von dem Königreich Gottes und dem Königreich der irdischen Obrigkeit. Da spricht er zu ihnen: "So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist."
[1:19:46] Und entscheidender Punkt in der Lehre von Jesus von diesen zwei Reichen ist, dass sie getrennt sind, dass sie eben nicht mehr vermischt sind, so wie es Konstantin begonnen hatte und wie es dann über Jahrhunderte die Menschheitsgeschichte so negativ geprägt hat. Und genau diese Idee einer Trennung von Kirche und Staat findet man sehr deutlich bei den Gründungsvätern der USA.
[1:20:11] Die Zeit würde uns hier fehlen, die ganzen Dokumente anzuschauen, die Zitate. Es gibt andere Vorträge auf Joelmedia, wo wir uns mehr damit auch befassen, mit diesem ganzen Zusammenhängen, die ihr dann auch sehen könnt. Interessant ist allerdings, dass Offenbarung 13 andeutet und sagt: "Und ich sah ein anderes Tier aus der Erde aufsteigen, es hatte zwei Hörner, gleich einem Lamm. Es redete wie ein Drache."
[1:20:36] Diese Macht, diese USA, die Kirche und Staat so wunderbar getrennt hatten, die genau den Gegenentwurf zu dem hatten und haben in ihrer Verfassung, zu dem, was Konstantin begann und was über Jahrhunderte wie ein Fluch das Christentum verdorben hat und auch Staaten verdorben hat. Genau das würde sich ändern. Der Drache in der Bibel ist natürlich ein Symbol für den Teufel und den Satan. So sagt es Offenbarung 12, Vers 9 ganz deutlich: "So wurde der große Drache niedergeworfen, die alte Schlange, genannt Teufel und Satan, der den ganzen Erdkreis verführt. Er wurde auf die Erde abgeworfen und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen."
[1:21:25] Nicht alles, was christlich aussieht, ist wahrlich christlich. Und dieses Tier, das aussieht wie ein Lamm, aber redet wie ein Drache, würde also trotz seines hohen moralischen Anspruchs genau das Gegenteil tun von dem, was es eigentlich geprägt hat. Jesus sagt: "Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die zu euch kommen." Wenn ich aber "Reißende Wölfe sind", die biblische Prophetie sagt voraus, dass genau diese Vereinigten Staaten von Amerika, die genau der Gegenentwurf gewesen sind zu dem, was Konstantin für die auf Monate geprägt hat, dass sie genau in diese Falle tappen werden und Kirche und Staat sich dort verbinden werden.
[1:22:07] Es gibt alle Vollmacht des ersten Tieres aus, das erste Tier ist dieses Papsttum aus Offenbarung 13, vor dessen Augen die Erde und die auf ihr wohnen dazu, dass sie das erste Tier anbeten, dessen Todeswunde geheilt wurde. Die USA, die einmal entstanden sind aus Menschen, die Gefahr geflohen sind vor der Staatskirche, würden sich in ein Ebenbild der römischen Staatskirche verwandeln.
[1:22:30] Und wer die letzten Jahre und Jahrzehnte die amerikanische Geschichte verfolgt hat, der sieht dafür mehr als einzelne Beispiele. Wichtig an diesem interessanten Bild ist das, was über der Wand steht: "In God we trust." Eine Änderung auf der Dollarnote, die in den 50er Jahren, wenn ich mich nicht täusche, vorgenommen worden ist. In den letzten Jahrzehnten ist die Verbindung von Kirche und Staat in den USA immer stärker und wird mächtiger geworden. Heutzutage gibt es viele Christen in Amerika, die ein offiziell christliches Amerika im Sinne einer Staatsreligion, genau richtig finden würden, interessanterweise vor allem unter den Republikanern.
[1:23:16] Die Offenbarung sagt voraus und es bewirkt, dass allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, einmal ein Zeichen gegeben wird, ihre rechte Hand und auf ihre Stirn, und dass niemand kauft oder verkauft, als nur der, welche das Malzeichen hat, oder den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Einmal Zeichen an der Stirn. Das hat zu tun mit einem Gesetz, das bewirkt dieser die USA, während etwas bewirken wird und es wird mit ökonomischen Maßregelungen durchgesetzt werden.
[1:23:48] Übrigens sagt später die Offenbarung, dass es auch die Todesstrafe geben wird. Womit hat es dieses Malzeichen auf sich? Wir haben ganze Vorträge auf Joelmedia zu diesem Thema. Wir wollen hier das nur in wenigen Folien andeuten und damit bewenden lassen. Ihr könnt das weiter studieren und tiefer eintauchen in diese Materie, wenn ihr Serien wie "Ausweg 2012" zum Beispiel anschaut.
[1:24:10] In Offenbarung 7 und dort Vers 4 heißt es über ein anderes Zeichen: "Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt waren." Da gibt es ein Siegel an der Stelle. Das gibt ein Malzeichen dieses Siegels. Wenn man es anschaut, das sind die Gebote Gottes. In 5. Mose 6 heißt es: "Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, solltest du auf dem Herzen tragen. Du sollst sie deinen Kindern einschärfen, davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg ist, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie auf deine Hand binden, und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein, an der Stirn." Jesaja sagt: "Bindet das Zeugnis zusammen, versiegelt das Gesetz in meinen Jüngern."
[1:24:52] Jesaja macht diesen Punkt also ganz deutlich: Gottes Gesetz, das geändert worden ist, in schon in der Früh, in den ersten Jahrhunderten der Christenheit, wo aus dem Sabbat der Sonntag geworden ist und einige andere Veränderungen vorgenommen worden sind. Und dieses originale Gesetz ist das Siegel an der Stirn der wahren Jünger. Dieses Gebot, von dem wir sehen können, dass dort der Name Gottes zu finden ist, der Herr, dein Gott, sein Titel, dass er Gott ist und sein Herrschaftsbereich.
[1:25:20] In 2. Mose 20: "Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist." Jedes Siegel trägt einen Namen, einen Titel und einen Herrschaftsbereich. Und genau das ist das Sabbatgebot. Der Sabbat identifiziert all diejenigen, die von ganzem Herzen dem Wort Gottes glauben. Deswegen steht in 2. Mose 20:12: "Ich gab ihnen dann auch meine Sabbate, die ein Zeichen sein sollten zwischen mir und ihnen, damit sie erkennen sollten, dass ich der Herr bin, der sie heiligt."
[1:25:51] Die heilige Offenbarung wird einen Aufruf gestartet an alle Völker. Das heißt: "Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen, der ein ewiges Evangelium zu verkündigen hatte denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volk, Stamm und Sprache." Und er sprach mit lauter Stimme: "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat."
[1:26:13] Ist es fast ein wörtliches Zitat aus 2. Mose 20? Ein Aufruf am Ende der Zeit, kurz vor der Wiederkunft Jesu. Er geht an die ganze Welt, den Sabbat als Zeichen der Erlösung, als Zeichen der Schöpfung, als Zeichen der Heiligung anzuerkennen. Während die biblische Prophetie deutlich macht, dass es ein anderes Zeichen gibt, ein Zeichen, das die Vermischung von Kirche und Staat in den USA so kennzeichnet, wie es die Vermischung von Kirche und Staat in der römischen Kirche kennt.
[1:26:52] Hat ist für die gleiche Macht ausüben wie das erste Tier, und über das erste Tier haben wir heute viel gesehen. Gesehen, wie Konstantins Entscheidung, Kirche und Staat miteinander zu verbinden, unter anderem durch das Zeichen des Sonntages, dazu geführt hat, dass es Verfolgung gegeben hat, dass es durch eine Lügen-konstruierte Kirche gegeben hat, eine Kirche, die das Gewissen unterdrückt hat und das Gesetz Gottes geändert hat.
[1:27:24] All das ist für die Zukunft wieder zu erwarten. Ich glaube, wir sehen bereits die deutlichen Anzeichen, dass wir in der Füllungsphase dieser letzten großen Auseinandersetzungen der biblischen Prophetie sind. Jetzt ist es Zeit, sich erneut der Bibel zuzuwenden.
[1:27:39] Zeit, sich erneut der Bibel zuzuwenden, lieber Freund, liebe Freundin. Denn es reicht nicht aus, über Konstantin Bescheid zu wissen und seine Geschichtsdaten zu kennen. Das ist alles nur nebensächlich. Entscheidend ist es, Gott kennenzulernen. Es ist gut zu wissen, warum die Dinge in unserer Welt so sind, wie sie sind, wie die Geschichte sich entwickelt hat. Aber letztendlich muss uns das Geschichtsstudium dazu bringen, den zu erkennen, der die Geschichte in seiner Hand hält und der uns in seinem Wort die Wahrheit zeigt. Und nicht nur das, der uns das heißt, dich und mich, lieber Freund, liebe Freundin, so lieb hat, dass er vom Himmel, vom himmlischen Thron herabgestiegen ist, auf diese dunkle Erde gekommen ist.
[1:28:22] Wissen, dass viele seiner Nachfolger ihn missverstehen würden und den falschen Weg gehen würden. Und trotzdem für jeden einzelnen von uns gestorben ist, damit du und ich die Möglichkeit haben, erfüllt von seinem Geist, vergeben durch sein Blut, einmal die Ewigkeit mit ihm zu verbringen. Ist das dein Wunsch? Gott segne dich.
[1:28:46] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten Danke sagen, dass wir uns in dieser Serie etwas mit dem Kaiser Konstantin und seiner Zeit und auch heute mit den Entwicklungen beschäftigen konnten. Und wir können sehen, dass da ein prophetisches Wort sich in der Geschichte deutlich widerspiegelt. Wir können sehen, wohin es führt, wenn wir dein Wort verändern und mit weltlichen Dingen vermischen. Wir können auch sehen, wie hartnäckig dieser Gedanke dann selbst wohlmeinende Reformer verfolgt hat. Und dann sehen wir, wie gefährlich das ist.
[1:29:19] Und wir möchten dich heute bitten, dass du in uns ein Verlangen weckst, mehr über dich zu erfahren. Dass es nicht bei diesem Studium von Konstantin belassen, sondern wir anfangen, ein prophetisches Wort noch viel intensiver zu studieren. Herr, ich möchte dich bitten für jeden, der diese Videos gesehen hat, dass du ihnen die Gelegenheit schenkst, ein Wort noch besser kennenzulernen und besser zu verstehen und von ganzem Herzen dir nachzufolgen. Herr, du hast versprochen, dass du uns in alle Wahrheit führst, und dafür bitten wir dich. Segne uns und bereite uns vor auf die kommende Krise, indem du dein Gesetz, dein ewiges Wort, in unser Herz hinein versetzt. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:30:05] Gott segne euch. Wir freuen uns, dass wir diese Serie mit uns gemeinsam durchgearbeitet habt und verweisen euch auf zahlreiche Videos auf joelmedia.de, wo ihr insbesondere die biblische Botschaft besser verstehen könnt. Da ist zum einen die Serie "Ausweg 2012", die schon ein paar Jahre alt ist, aber die einem gesamten Überblick gibt über die wesentlichen Themen, die für unsere Zeit wichtig sind. Da ist zum Beispiel die Serie "Welten Geschichte", wenn ihr mal einen richtigen Überblick haben wollt, was eigentlich die Geschichte der Bibel ist. Sind viele andere Serien, die ihr euch anschauen könnt, über die Offenbarung, über das Leben von Jesus, tägliche Andachten. Wünsche ich von Herzen Gottes reichen Segen und dass ihr täglich ihn besser kennenlernt. Gott sei mit euch. Amen.
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