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Diese Predigt beleuchtet die Bedeutung von Licht in der Dunkelheit, indem sie die Geschichte der Waldenser und anderer Glaubensgemeinschaften erzählt, die über Jahrhunderte hinweg an der Wahrheit festhielten. Sie zeigt auf, wie das Evangelium trotz Verfolgung und Unterdrückung weitergegeben wurde und wie wichtig es ist, die biblische Wahrheit zu bewahren und weiterzugeben. Die Botschaft ermutigt dazu, angesichts heutiger Herausforderungen standhaft zu bleiben und das Licht des Glaubens in die Welt zu tragen.


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Serie: Predigten

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Transkript

[0:00] Gesegneter Sabbat! Gerade gedanklich in den Winter zu versetzen, stellt euch vor, es sind gerade so minus 15 Grad, minus 10 Grad, Schneesturm von allen Seiten. Es ist gerade Weihnachten und inmitten hoher Berge, die vom Schnee ausgekleidet sind, inmitten dieser schneebedeckten Wipfel, in so einem kleinen Dorf im Jahre 1400, im kleinen Dorf Puy, im Pradolato-Tal, da leben einige ganz einfache Bauern und freuen sich, dass Weihnachten ist. Und sie bereiten alles vor. Sie haben nicht viel zum Leben. Es ist ein kirchliches Leben auf 1200, 1300, 1400 Meter Höhe. Da wächst nicht viel, aber das, was sie haben, haben sie konserviert und sie bereiten jetzt vor das Festmahl zu Weihnachten. Es ist bitterkalt, die Häuser stehen ganz eng zusammen und man wärmt sich an den wenigen Öfen, als plötzlich durch die Nacht ein Schrei erschallt. Drüben, vom anderen Dorf, von Villa Perosa, kommen Kuriere, die sagen, die Armee Piemont ist wieder unterwegs. Sie ist hineingedrungen ins Chisone-Tal und macht sich auf den Weg den Chisone hinauf und wird bald auch im Pradolato-Tal sein. Unterstützt von päpstlichen Dekreten, wissen die Soldaten, sie können tun und lassen, was sie wollen. Und ihre Aufgabe ist es, dieses kleine Dorf zu zerstören. Die Bewohner von Puy wissen, sie haben nur eine Chance. Kämpfen bringt nichts, sie müssen fliehen. Und so fliehen sie kilometerweise durch das Tal. Das Tal selbst ist zu breit, als dass man es verteidigen könnte. Sie wissen, ihre einzige Chance ist nur, wenn sie in das andere Tal, dort über den Bergen, ins Germanasca-Tal kommen. Das sind aber Berge, 2.000 Meter, 2.200 Meter, 2.400 Meter hoch, die es zu überwinden gibt. Steigungen, keine Serpentinen, keine Autofahrstraßen, die so steil sind, dass man kaum ein Maultier hochschicken möchte. So nehmen sie ihre Ältesten, ihre alten Männer und Frauen, ihre Kinder auf die Schultern und tragen sie, treiben ihre Herden dort entlang, im Schneesturm. Die, die es nicht schaffen, bleiben zurück und sehen den nächsten Morgen nicht wieder. Die, die es schaffen, über den Pass und dort in das Tal hinuntergehen, inmitten von Schnee und dort zusammengekauert die Nacht überleben, machen am nächsten Morgen auf, um festzustellen, dass die meisten ihrer Kinder während der Nacht im Schnee erfroren sind. Das Jahr 1400 ist es Weihnachten. Und die Überlebenden, nachdem die päpstliche Armee brandschatzend und vernichtend das Tal wieder verlassen hat und sie langsam zögerlich sich wieder auf den Weg machen, zurück in ihre Heimat, in dieses kleine Dorf Puy, da nehmen sie ihre Bibeln, ihre hebräischen, griechischen Handschriften und um sich gegenseitig zu ermutigen und sich Mut zuzusprechen, wiederholen sie dieses Motto, das seit Jahrhunderten ihr Motto ist: "Lux lucet in tenebris." Das Licht leuchtet in der Finsternis. Ihr Lieben, lasst uns niederkniend und beten, damit diese Predigt unser Herz berührt.

[4:54] Lieber Vater im Himmel, wir möchten jetzt zu dir kommen, weil wir ein Thema studieren wollen, über das selten gesprochen wird. Wir reden so oft davon, dass wir in der letzten Zeit leben, dass bald eine Trübsalzeit auf uns kommen wird und wir wissen so wenig von dem, was in der Vergangenheit passiert ist. Wir wissen so wenig von dem, wie du dein Volk geführt hast, damals in den finsteren Zeiten des Mittelalters. Und wenn wir heute einige Minuten dazu verwenden wollen, zu verstehen, was es bedeutet hat, Volk Gottes zu sein vor 600 Jahren, vor 700 Jahren, dann bitte gib, dass wir die Lektion lernen, die wir nötig haben, damit wir wissen, wie wir Volk Gottes sein können im 21. Jahrhundert. Wir bitten dich, dass du mit deinem Heiligen Geist unsere Herzen anrührst und wir danken dir, dass dein Wort nicht leer zurückkehrt. In deinem Namen beten wir, Herr Jesus. Amen.

[6:01] "Lux lucet in tenebris." Das Licht leuchtet in der Finsternis. Was waren das für Menschen, die ihr gesamtes Leben in Bergen verbracht haben? Was hat sie motiviert, jahrelang Hebräisch und Griechisch zu lernen, um damit ihr Leben aufs Spiel zu setzen? Was hat sie motiviert, Kleider zu nähen mit doppeltem Boden, indem sie ihre Pergamentrollen, ihre Schriftrollen verstecken konnten? Was hat sie motiviert, hinauszuziehen in die Ebenen Norditaliens und weiterhin weg, um lebensgefährlich vielleicht dem einen oder anderen eine Liebe weiterzugeben? Warum sind diese Menschen verfolgt worden bis auf den Tod? Um das zu verstehen, müssen wir die Geschichte zurückdrehen und noch einmal 1400 Jahre weiter zurückgehen, um die Jahreswende, um die Jahrzeitenwende. Zur Zeit der Geburt Jesu leben in Norditalien, weiß jemand von euch, wer dort gelebt hat? So in der Gegend um Mailand herum, fragen wir mal die Italiener. Norditalien, Mailand, Novara, die ganze Gegend, wer dort gelebt hat? Die kamen etwas später, es waren die Kelten. Alte keltische Siedlungsgebiet, Heiden. Tiefste Finsternis, Heidentum mit all den Schrecknissen, die das Heidentum mit sich bringt. Ich möchte euch ein Zitat vorlesen aus einem meiner Lieblingsbücher, aus dem Buch "Das Leben Jesu", wo die Autorin beschreibt, wie es den Heiden ging, zur Zeit der Geburt Jesu. Wir lesen dort folgendes, es heißt: "Zu dieser Zeit verloren die heidnischen Systeme ihre Macht über die Völker. Menschen waren der Fabeln und des Prunkes müde. Während das Licht der Wahrheit scheinbar von den Menschen verschwunden war, gab es Seelen, die nach Licht Ausschau hielten. Sie dürsteten nach einer Erkenntnis des lebendigen Gottes." Zur Zeit, als Jesus geboren wurde, gab es überall in der Welt viele Heiden, die keine Lust mehr auf das Heidentum hatten. Es war ihnen zu finster. Sie konnten diese ganzen alten Sagen und Legenden, die so gegen den Menschenverstand sind, nicht mehr ertragen. Sie haben sich nach Licht gesehen, nach etwas, was ihrem Herzen wirklich entspricht, was ihrem Herzen Erfüllung gibt. Norditalien war in der Finsternis. Aber die Bibel sagt, dass das Licht in der Finsternis scheint. Und um diese Zeit, als in der ganzen Welt und auch in Norditalien unter den Kelten Menschen gewartet haben auf das Licht, da gab es einen Menschen, und ihr wisst, wovon ich rede, der vor sich selbst sagte: "Ich bin das Licht der Welt." Von wem rede ich? Von Jesus. Wo hat er das gesagt? In welchem Vers? In Johannes 8, lass uns kurz dahin gehen. In Johannes 8 und dort Vers 12. In Johannes 8, Vers 12 heißt es: "Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben." Wir brauchen Licht, um zu sehen. Und manchmal brauchen wir auch Batterien, um zu hören. Deswegen stoppen wir die Predigt und wechseln das Mikrofon oder was auch immer.

[9:47] Gut. Jetzt müsste ich fast die ganze Predigt nochmal von vorne anfangen. Jesus sagt: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben." Das Licht leuchtet in der Finsternis. Und das ist ein biblischer Vers. Weiß jemand, wo der steht? "Das Licht leuchtet in der Finsternis. Und die Finsternis hat es nicht ergriffen." Johannes 1, Vers 4 und 5 heißt es: "In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Jesus sagt: 'Ich bin das Licht der Welt.' Johannes sagt, Jesus war das Licht der Menschen. Das Licht leuchtet in der Finsternis, so heißt es in Vers 5. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen." In Johannes 1 wird uns gesagt, wer dieser Jesus war. Im ersten Vers heißt es, das könnt ihr alle auswendig: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott." Es spricht hier von Jesus. Jesus ist das Wort Gottes und das Wort Gottes war schon immer die Stimme Gottes. Das Licht in der Dunkelheit. Wir haben gerade gelesen, dass Jesus sagt: "Ich bin das Licht der Welt." Dass Johannes sagt, das Licht war das Licht der Menschen. Doch als Jesus auf der Erde ging, als er zu der Frau gesagt hat: "Ich bin das Licht der Welt." Wo ist er dort gewesen? In welchem Teil der Erde? In Norditalien. War Jesus in Norditalien? Ist er, wie einige behaupten, nach seinem Tod in andere Erdteile gereist und hat dann in Nordamerika, wie unsere Freunde die Mormonen glauben, dort gepredigt oder irgendwo in Frankreich? Hat er das getan? Wo ist Jesus gewesen? Palästina, Israel. Kleiner begrenzter Raum. Jesus ging von Dorf zu Dorf in Palästina. Er ging nach Capernaum, nach Bethsaida, nach Korazin und war dort das Licht der Welt. Aber während er dort war und das Licht in der Finsternis leuchtete, waren andere Menschen, zum Beispiel in Norditalien, immer noch in der Finsternis. Die Frage also ist, wie kam das Licht, das in die Finsternis hineinschien in Palästina, wie kam dieses Licht in die Finsternis nach Norditalien? Und dazu gibt uns die Bibel eine sehr einfache Antwort. Schlagt mit mir auf in Matthäus 28. Matthäus 28 und dort Vers 18 bis 20.

[13:01] Und Jesus trat dazu, er, der das Licht der Welt ist, das Licht der Menschen, auch der Kelten, auch der Langobarden, auch der Germanen. Er redet mit ihnen und sprach: "Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit." Wir kennen diesen Vers, wir haben ihn tausendmal gehört. Wir müssen verstehen, was die Jünger verstanden haben, als sie das gehört haben. Für die Jünger bedeutete das nicht: Geh nach Deutschland oder nach Portugal oder in die Vereinigten Staaten von Amerika. Es bedeutete: Geh zu den Kelten, geh zu den Indern, geh zu den Römern, geh zu den Griechen, geh zu den Germanen, die dort irgendwo hinter dem Limes, wo sie nicht mal die römischen Soldaten hintrauen, dort leben. Geh zu diesen fernen Völkern, von denen wir bisher nur eine ferne Kunde gehört haben, irgendwo dort in Ostasien, wo bisher kaum einer hingegangen ist. Geh dorthin, zu den sogenannten, in das Reich des Qin, des Qin-Kaisers, was wir heute China nennen. Diese fernen dunklen Gebiete mussten alle erreicht werden. Damals gab es keine Autos, keine Flugzeuge, kein Internet, nichts von dem. Aber Paulus sagt in Kolosser, das ist sehr interessant, schlag mal mit mir auf in Kolosser 1, Vers 23.

[14:29] Da macht der Paulus eine gigantische Aussage. Und der Paulus schreibt hier, naja, so Mitte, Ende des ersten Jahrhunderts. In Kolosser 1, Vers 23 heißt es: Paulus sagt nicht, dass irgendwann mal in der gesamten Schöpfung verkündigt werden wird. Er sagt, zu seinem Zeitpunkt, zu seinen Lebzeiten ist es überall verkündigt worden, wo Menschen lebten. In einer Generation kam das Evangelium nach Indien, nach China, nach Nordafrika, nach Europa. Überall dort, wo Menschen waren, innerhalb einer Generation, innerhalb eines Jahrhunderts. Wie genau kam das Evangelium nach Norditalien? Der Paulus, er ist auch nicht in Norditalien gewesen, aber der Paulus war in Kleinasien und da hat er einige Gemeinden gegründet. Und er hat einige Briefe geschrieben, zum Beispiel der Brief an die Kolosser, das war die Gemeinde in Kolosse. Oder der Brief an die Thessalonicher, das waren dann die Griechen in Thessaloniki. Und dann gibt es da einen Brief an die Galater. Weiß jemand, wer die Galater waren? Die Galater waren Kelten. Und man vermutet, man kann es nicht genau beweisen, dass durch die Galater, die Kelten, die in der heutigen Türkei gelebt haben, diese dann Evangelisten ausgesandt haben, die dann das gesamte keltische Gebiet in Mitteleuropa nach und nach erreicht haben und das Evangelium übergepredigt haben. Das Evangelium kam zu den Kelten in Norditalien über die Galater. Nun, die Galater, als die das gepredigt haben und weitergereicht haben und neue Evangelisten ausgebildet haben, die haben nicht nur das Evangelium weitergepredigt, sondern auch eine Warnung, die Paulus in jeder Gemeinde weitergegeben hat. Schaut mal mit mir diese Warnung an in Apostelgeschichte 20. Apostelgeschichte 20 und dort Vers ab Vers 28.

[17:06] Wann immer Paulus in einer neuen Gemeinde war, wenn er Heiden bekehrt hat, ob es jetzt Galater waren oder Epheser oder Philippi oder in Athen, Korinth, wen auch immer, hat er, nachdem er sie gründlich unterwiesen hat im Evangelium, immer noch etwas hinzugefügt, was genauso wichtig war. Schaut mal in Vers 28. "Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied, wer soll da kommen? Grausame, räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft. Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, jeden Einzelnen unter Tränen zu ermahnen." Der Paulus hat nicht nur das Evangelium gepredigt, er hat ständig, nicht nur ab und zu, ständig die Gemeindeglieder gewarnt: Da gibt es eine Verführung von innen, sie wird kommen. Habt Acht, seid aufmerksam, passt auf. Woher wusste das der Paulus? Woher hat der Paulus gewusst, dass da so eine Verführung von innen kommen würde? Jesus hatte sowas angedeutet. Paulus war ein Bibelstudent, denn die Bibel ist das Wort Gottes und das Licht leuchtet in der Finsternis. Und wir wissen von ihm, dass er das überall gepredigt hat, was er in der Bibel studiert hat. Schaut mal mit mir in 2. Thessalonicher.

[18:55] In 2. Thessalonicher, Kapitel 2, Vers 2. 2. Thessalonicher, 2, Vers 2, da heißt es: "Lasst euch nicht so schnell in eurem Verständnis erschüttern oder gar in Schrecken jagen, weder durch einen Geist noch durch ein Wort, noch durch einen angeblich von uns stammenden Brief, als wäre der Tag des Christus schon da. Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen, denn es muss unbedingt zuerst der was? Der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt, als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt." Jetzt achtet auf Vers 5. Er sagt: "Denkt ihr nicht mehr daran, dass ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war." Er hat also nicht nur die Epheser gewarnt in Apostelgeschichte, er hat auch die Thessalonicher gewarnt. Überall, wo er hinging, hat er das Evangelium von Jesus gepredigt und dann hinten angefügt: Passt auf, es kommt eine Verfolgung, es kommt eine Verführung, es kommt ein Abfall, bleibt bei dem, was ihr gelernt habt. Später im Kapitel sagt er, dass das Geheimnis der Gesetzlosigkeit sich schon beginnt zu regen in seiner Zeit und wer das weiter studieren will, wir haben vor einiger Zeit eine Predigt gehabt, die hieß "Habemus Christum", könnt ihr euch erinnern? Über Simon Magus, da haben wir gezeigt, wie das Geheimnis der Gesetzlosigkeit sich entwickelt hat, wollen wir heute nicht wiederholen. Aber die Galater, die Kelten, hatten das am eigenen Leib erlebt, denn der Paulus muss ihnen einen Brief schreiben an die Galater und schreibt ihnen im Galaterbrief, Kapitel 1, geht mal hin da mit mir, in Galater 1, in Vers 6.

[20:51] Er sagt: "Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst, von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem was? Anderen Evangelium." Also stellen wir uns das mal praktisch vor, die Galater waren Kelten, haben dort gelebt in Nordtürkei, heute in Kleinasien, waren in der tiefsten Finsternis. Paulus kommt, predigt ihnen das Evangelium, predigt ihnen das Licht in die Finsternis und schon in der ersten Generation fangen die Galater an, auf andere Lehrer zu hören, die da kommen und ihnen ein bisschen ein anderes Evangelium predigen. Wahrheit mit Irrtum gemischt. Und Paulus, der so eine Sorge hat um seine neu getauften Mitglieder der Gemeinde, er schreibt diesen Brief und er schreibt ihn, als es der einzige Brief ist, den Paulus selbst geschrieben hat, mit großem Buchstaben. Er war ja kurz, hatte keine Brille, musste groß schreiben. Schreibt am Ende des Briefes, den hat er selbst geschrieben, nicht diktiert, weil sie lagen ihm so am Herzen. Und er sagt dann in Vers 9 und Vers 8: "Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden, als das, was wir euch verkündigt haben, der sei was? Verflucht. Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich es euch jetzt wiederum: Er macht das so deutlich, dass sie es nicht missverstehen können: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt, als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht." Als die Galater den Brief gelesen haben, glaubt ihr, sie haben verstanden, dass sie auf der Hut sein müssen? Paulus schreibt immer wieder: Seid auf der Hut, seid auf der Hut, lasst euch nicht verführen, lasst euch nicht verführen. Ich denke mir, als die Galater ihre Missionare ausgesandt haben und dann nach Norditalien und dann nach Frankreich und überall dort, wo die Kelten gelebt haben, gegangen sind, haben sie nicht nur die frohe Botschaft mitgebracht, sondern auch die Nachricht, die Paulus ihnen besonders an sie gerichtet hat. Nämlich: Bleibt standhaft, lasst euch nicht verführen von einem anderen Evangelium. Und was werden sie gesagt haben? Klar, natürlich, logisch. So wie ihr wahrscheinlich jetzt auch sagt, wenn ich euch frage: Wir wollen uns nicht verführen lassen, oder? Was werdet ihr sagen? Klar, natürlich. Wer würde schon von sich zugeben, dass er sich verführen lässt, oder? Ganz klar, wir bleiben standhaft, oder? Wir bleiben alle standhaft. Und genau das haben alle gedacht. Im 2. Jahrhundert, im 3. Jahrhundert, im 4. Jahrhundert, als die Römer sie verfolgt haben von links und rechts und oben und unten, sie blieben alle standhaft. Aber von Jahrhundert zu Jahrhundert entwickelte sich dieses Geheimnis der Gesetzlosigkeit immer mehr. Zunächst nur in einigen wenigen Gemeinden, dort in Alexandria, Ägypten und in Rom. Und die Offenbarung beschreibt das sehr ausführlich. Und wenn man so ein Christ in Norditalien gewesen ist, im 3. Jahrhundert, im 4. Jahrhundert, dann wird man irgendwann gemerkt haben, dort weiter südlich, in Rom, da spielen sich komische Dinge ab. Die fangen an, an einem anderen Wochentag Gottesdienst zu halten. Die fangen an, irgendwelche Übungen zu machen. Die fangen an, Priester zu weihen, zu denen man kommen soll, seine Sünden zu vergeben und so weiter und so fort. Die fangen an, eine neue Lehre über den Zustand der Toten zu entwickeln und alles so von Generation zu Generation. Und viele waren dagegen, in ganz Europa. Das wissen wir heute nicht mehr. Wir haben so den Eindruck, dass da waren die Urchristen und dann kommt gleich das Papsttum, nicht wahr? Das ist nicht der Fall. Um 500 war die große Mehrheit der Christen biblisch treu. Es gab wenige Zentren, wo das Geheimnis der Gesetzlosigkeit sich schon entwickelt hatte und nach Macht strebte.

[24:26] Woher wusste Paulus, dass das kommen würde? Er hatte Daniel studiert. Und als er Daniel studiert hatte, lass uns das mal kurz aufschlagen, da kam er zu Daniel 7 natürlich und da hat er gelesen in Daniel 7 von diesem Menschen der Sünde in Daniel 7, Vers 8. "Während ich Acht gab auf die Hörner, siehe, da stieg ein anderes kleines Horn zwischen denselben auf und drei der vorigen Hörner wurden vor ihm ausgerissen. Und siehe, dieses Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das große Dinge redete." Was waren das für große Dinge? Schauen wir Vers 25: "Und er wird freche Reden gegen den Höchsten führen und die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben. Er wird Krieg führen gegen die Wahrheit, gegen das Volk Gottes. Und er wird danach trachten, Zeiten und Gesetz zu ändern, und sie werden seine Gewalt geben für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit." Und in Daniel 8 hatte Paulus schon gelesen, in Daniel 8, Vers 23 und folgende, dass diese Macht eben keine starke politische Macht sein würde, sondern eine religiöse Macht, die Hilfe braucht. Vers 23 in Daniel 8 heißt es: "Aber am Ende ihrer Regierung, wenn die Frevler das Maß voll gemacht haben, wird ein frecher und listiger König auftreten. Und seine Macht wird stark sein, aber nicht in eigener Kraft, und er wird ein erstaunliches Verderben anrichten und sein Unternehmen wird ihm gelingen und er wird starke Verderben und das Volk der Heiligen." Sowohl in Daniel 7 als auch Daniel 8 sehen wir, dass diese kleine Hornmacht, diese römische Kirche Erfolg haben würde. In Vers 25: "Und wegen seiner Klugheit und weil ihm der Betrug in seiner Hand gelingt, wird er sich in seinem Herzen erheben und viele in ihrer Sorglosigkeit verderben und er wird gegen den Fürsten der Fürsten auftreten, aber ohne Zutun von Menschenhand zerschmettert werden." Paulus hatte das gelesen und Paulus wusste, es kommt die Zeit, da die Sorglosen verführt werden, da das Evangelium mit Betrug verfälscht werden wird und viele fallen werden. Und deswegen hatte Paulus schon von der ersten Generation an die Menschen auch vorbereitet und es wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Paulus hatte auch Daniel 11 gelesen. Lasst uns mal aufschlagen Daniel 11.

[26:48] Daniel 11 beschreibt diesen Vorgang wie kein anderes Kapitel. In Daniel 11 heißt es in Vers 31 und 32: "Es werden auch von seinen Truppen zurückbleiben und das Heiligtum, die Zuflucht, entweihen und das Beständige abschaffen und den Gräuel der Verwüstung aufstellen und er wird die, welche gegen den Bund freveln, durch Schmeicheleien zum Abfall verleiten." Immer wieder die gleiche Idee: Schmeicheleien, Lug, Betrug, List, Abfall. Paulus hatte gesagt: "Der Tag des Herrn kommt nicht, es sei denn, dass vorher der Abfall gekommen ist." Jetzt, wenn ihr den Vers genau anschaut, werdet ihr sehen, dass dort ein Begriff genannt ist: "der Gräuel der Verwüstung." Was bedeutet das? Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Christen alle gegen eine Vermischung von Kirche und Staat. Sie haben sich rausgehalten aus der Politik. Aber dieses Geheimnis der Gesetzlosigkeit begann nach politischer Macht zu streben. Ihr kennt vielleicht die Geschichte, dass im Jahre 508 der erste europäische König, Chlodwig, sich entschied, römisch-katholisch zu werden. Es waren die Franken, die als erste ihre politische Macht dem aufstrebenden Papst umgaben und als das begann, dauerte es nur wenige Jahrzehnte, und eine Nation nach der anderen unterwarf sich diesem neuen Kaiser, der da in Rom regierte, als religiöse Macht. Eine Nation nach der anderen, die Germanen, die Westgoten, die Ostgoten, all die verschiedenen Nationen unterwarfen sich dem Papst. Und es blieben nur einige wenige übrig, dort in Britannien, in Nordafrika, in Syrien, außerhalb des römischen Einflussbereichs, wo die Christen festblieben. Bis auf, ich weiß nicht, ob ihr das jemals gewusst habt, Norditalien. Norditalien blieb für lange, lange Zeit ein Widerstandsbollwerk, mitten in Europa gegen das Papsttum. Wo hier in Deutschland, im heutigen Österreich, in Frankreich, in Spanien, in Süditalien, Mittelitalien, alle sich dem Papst beugten und all diese Irrtümer aufnahmen, da blieb in Norditalien die große Mehrheit aller Christen, aller Gemeinden, blieb treu zum Wort Gottes. Und sie kämpften Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte für die Wahrheit. Mitten im päpstlichen Einflussbereich gab es eine ganze Region, die treu blieb: Norditalien. Aber als der Druck immer größer wurde und das Papsttum immer mehr List anwandte und irgendwann der militärische Druck so gewaltig wurde, dass man nicht mehr standhalten konnte, da entschied sich die Kirche zu spalten, in Norditalien. Die allermeisten Christen in Norditalien haben dann sich entschieden zu sagen: Okay, wenn alle um uns herum sich dem Papst beugen, dann ist es vielleicht auch unsere Aufgabe. Gehen wir zurück zu Daniel 11, Vers 32.

[30:31] "Und er wird die, welche gegen den Bund freveln, durch Schmeicheleien zum Abfall verleiten. Die Leute aber, die ihren Gott kennen, werden was tun?" Was könnt ihr lesen, Vers 32? Sie werden was? Ermannen, ja. Hat jemand eine moderne Übersetzung? Sie werden stark erweisen oder sie werden festbleiben und handeln. Die Bibel hatte vorausgesagt, dass es dort eine kleine Gruppe geben würde, die, wenn alles zusammenbricht, selbst die protestierenden Kirchen, wenn die alle zusammenbrechen, wird es eine kleine Gruppe geben von Leuten, die ihren Gott kennen. Die nicht nur von Gott wissen, sondern die ihren Gott wirklich kennen, die werden verstehen: Das ist die Zeit, von der Paulus gesprochen hat. Und sie werden stehenbleiben, festbleiben und handeln. Jetzt, was hättet ihr getan, wenn in eurer Gemeinde 80%, 85% sagen: Okay, wir haben lange genug gekämpft, es bringt nichts mehr, lasst uns einfach jetzt, um des lieben Friedens willen, einfach einen Schritt nach oben zu machen. Die große Mehrheit ging und es blieben nur einige wenige übrig. Es gab im Frühmittelalter Übrige. Und das waren im buchstäblichen Sinne die Übrigen, die von der großen Kirche übrig geblieben waren. Von all den vielen, die eigentlich treu zur Bibel standen, blieben nur einige wenige übrig. Das ist sehr wichtig. Wir werden gleich sehen, warum. Und diese wenigen, die übrig blieben, entschlossen sich zu handeln. Sie hatten in der Offenbarung gelesen, dass Gott einen Platz für sie hat. In Offenbarung 12 und dort Vers 6, da heißt es von dieser Gemeinde, von diesen wenigen: "In Offenbarung 12, Vers 6: Und die Frau floh in die Wüste, wo sie einen von Gott bereiteten Ort hat, damit man sie dort 1260 Tage lang ernähre." Warum sollte sie fliehen? In Vers 13 lesen wir: "Und als die Frau sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte. Und wiederum wird gesagt, dass sie in die Wüste fliehen könnte." Einige wenige von diesen treuen Gläubigen, die standhaft blieben, entschieden sich, die Wüste zu suchen. Einige von ihnen gingen in ferne Länder, aber die meisten von ihnen entschieden sich, in Norditalien zu bleiben. Sie konnten aber nicht mehr in der Po-Ebene bleiben. Zu gefährlich. Und als sie sich umblickten und schauten, wo könnte denn hier die Wüste sein? Keine buchstäbliche Wüste, die sich da findet in Norditalien, nicht wahr? Vielleicht haben sie sich erinnert an das, was Jesus sagt: Zur Zeit der Trübsalzeit, wohin sollen sie fliehen? In die Berge. Und so sind sie in die kätischen Alpen, in die Westalpen geflohen, haben sich dort zurückgezogen, in die Täler der Alpen. Wisst ihr, was italienisch Tal heißt? Val. Und so nannte man diese Menschen so sehr früh die "Cum Valensis", die Talbewohner. Die nicht in der Ebene, dort, wo es furchtbar ist, wo es einfach ist, wo jeder sein Glück machen kann, sondern die dort auf hoher Ebene, auf 1000 Meter, 1200 Meter, in den Tälern abgeschieden leben, um dort ihres Glaubens zu leben. Die Waldenser. Auf der anderen Seite der Berge, nur wenige Kilometer entfernt, man kann da rüber wandern, ist nur ziemlich gefährlich, lebten die Albigenser, französische Seite. Dort haben sie gelebt, für viele Jahrhunderte, und haben ihre Bibel mitgenommen. Zu einer Zeit, als die Bibel nur in Latein gelesen werden durfte, haben sie Hebräisch und Griechisch gelernt, haben die Bibel in ihre eigene Sprache, das Okzitanische, übersetzt. So eine Mischung aus Französisch und Italienisch. Eine sehr alte Sprache, die älter ist als Französisch und Italienisch. Was ein Beweis dafür ist, dass sie sehr alt sein müssen, diese Waldenser. Sie kannten die Prophezeiung.

[35:07] Und das Licht leuchtete in der Finsternis. Als sie die Offenbarung studierten, wussten sie, unsere Aufgabe ist es nicht, die Welt auf die Videokonferenz vorzubereiten. Ihre Aufgabe war es nicht, so schnell wie möglich alle zu erreichen. Sie wussten, wir sind gerade eingetaucht in eine Zeit der Finsternis. Und diese Zeit der Finsternis wird noch lange, lange dauern. Nicht nur 10 Jahre, nicht nur 100 Jahre, 1260 Jahre. Würdest du noch zur Gemeinde gehen, wenn du wüsstest, vor uns liegen 1260 Jahre Verfolgung? Schön in der Gemeinde zu sein, wenn man weiß, Jesus kommt bald wieder. Bald ist alles vorbei. Diese Menschen blieben treu zur Wahrheit, obwohl sie wussten, vor ihnen sind über 1000 Jahre Verfolgung, Finsternis. Sie wussten, ihre Aufgabe ist eine andere Aufgabe. Ihre Aufgabe ist es, die Bibel am Leben zu erhalten. Wenn sie es nicht tun, wird es niemand tun. Da gibt es kein biblisches Forschungsinstitut, gibt es keine Übersetzungsinstitute, da gibt es keine theologischen Seminare, die die Bibel übersetzen. Entweder sie behalten die Bibel, oder niemand tut es. Ein Weib berichtet, dass es zu bestimmten Zeiten im Mittelalter Zeiten gab, wo die Überlieferung der Bibel am seidenen Faden hing. Es gab nur wenige Manuskripte. Ohne diese Menschen, die eben in Höhlen beim Scheinen der Fackel die Bibel abgeschrieben haben. Ich weiß nicht, wer von euch, einige haben sich gemeldet, dass sie in den Waldensertälern waren. Wir hatten die Gelegenheit, dort in der berühmten Gey Salatana zu sein. Gey Salatana ist die Höhlenkirche. Man geht dort ins Angronia-Tal. Es gibt so einen Wanderweg, so eine schmale Fahrt durch den Wald. Da kommen dann viele Felsen. Man könnte vor den Felsen stehen und nicht vermuten, dass irgendetwas dort ist. Wisst ihr, wie groß der Eingang ist zu dieser Kirche? Da kann man nicht mit Schlips und Kragen und mit schönem Zappatrock hinein. Da muss man auf allen Vieren hineinkriechen. Man muss festhalten, dass man nicht mit seinem Kopf gegen die Kante knallt. Ganz kleiner Eingang. Da ist nur Finsternis. Und wenn man dann um die Ecke kommt, plötzlich steht man in einem großen Raum, wo aus zwei kleinen Ecken Licht hineinfällt. Ganz abgeschieden. Dort haben sie gesessen. Die Bibel abgeschrieben. Haben sich getroffen. Haben gemeinsam gesungen. Ganz leise. Haben gebetet. Gottesdienst gefeiert. Vor allem in Zeiten der Verfolgung. Wenn es gerade Friedenszeiten waren, haben sie es mehr auf den großen, ebenen Talmulden gemacht. Unfassbar. Wie ich schon erwähnt habe, sie hatten Kleider, wo sie in ihren Kleidern biblische Manuskripte gehabt haben. Das war lebensgefährlich. Denn wenn sie mal gefasst worden sind, war es ihr Todesurteil. "Lux lucet in tenebris." Das war ihr Motto. Das Licht leuchtet in der Finsternis. Die Waldenser. Aber obwohl sie wussten, ihre Hauptaufgabe ist es nur, die Bibel zu bewahren, dieses Licht am Leben zu halten, dass diese Fackel weitergegeben werden kann, waren sie trotzdem so sehr von Jesus überzeugt, so sehr von der Liebe erfüllt, dass sie nicht mal zu Hause bleiben konnten. Sie mussten hinaus. Auch wenn ihre Missionsbemühungen nicht so systematisch waren, sie waren da. Und so sind ihre Wanderprediger, die sogenannten Barben, Barba heißt Onkel, die Onkel sind ausgezogen. Und was wir gestern in sieben Stunden auf schönen, manchmal nicht so schönen, aber meistens sehr schönen Autobahnen gefahren sind, das sind diese Menschen zu Fuß gelaufen, über die Pässe, hoch und runter. In jedem Dorf Lebensgefahr. Warum? Weil sie gedacht haben, vielleicht gibt es dort in Cannstatt, bei der römischen Siedlung, war ja hier eine römische Siedlung, vielleicht gibt es da Menschen, die Interesse haben, eine kleine Abschrift vom Johannesevangelium zu bekommen. Und so sind sie Wochen unterwegs gewesen. Oder nach Böhmen, oder sonst wohin, nach Paris.

[39:40] Das Licht leuchtet in der Finsternis. Wenn sie gegangen sind, um das Evangelium zu verkündigen, dann konnten sie nicht sagen: Mein Name ist so und so, ich komme von der Waldensergemeinde, ich möchte mit Ihnen die Bibel studieren. Sie mussten sich als Kaufleute verkleiden. Sind von Ort zu Ort gezogen, haben Waren angeboten, Stoffe, Tücher. Und wenn dann jemand sehr interessiert war, haben sie gesagt: Sie haben einen ganz besonderen Stoff, einen ganz besonderen Schatz. Haben sie jemals das Wort Gottes in ihren eigenen Händen gehabt? Für die Leute damals war das unfassbar, sie haben niemals zuvor selbst so etwas gelesen. Schaut, wie es Daniel 11 ausdrückt. Und dort Vers 33. "Und die Verständigen im Volk werden die vielen unterweisen." Sie sind gegangen und haben die Wahrheit gepredigt. Man kann Waldenserspuren finden, nicht nur dort in den Westalpen. Man findet sie in Süditalien, man findet sie in Frankreich, man findet sie sogar in dem heutigen Ostdeutschland. Wisst ihr, dass die gesamte Gegend, wo 200 Jahre, 300 Jahre später die Reformation stattfand, dass wir dort Spuren finden von Waldensern, die immer wieder dort gewesen sind und den Samen der Wahrheit ausgestreut haben. Einer macht das natürlich nicht beharrlich. Und das warum? Denn wenn es eine Kirche gibt, die am Original festhält, dann wirft das Licht auf den Abfall der anderen Kirche. Und Roms Ziel war schon immer gewesen, den Menschen einzubläuen, dass sie die Originalkirche sind, dass sie von Petrus abstammen. Deswegen musste alles unterdrückt werden, was vom Original ist. Deswegen heißt es weiter in Vers 32 hier, Vers 33: "Sie werden aber eine Zeit lang dem Schwert, dem Feuer, der Gefangenschaft und der Plünderung unterliegen." Man hat versucht sie auszurotten. 1488 zum Beispiel. Man hatte ein Jahrhundert vorher die Albigenser ausgerottet und man hat sich jetzt gedacht, 1488, wir rotten die Waldenser aus. Man hat eine Armee aufgestellt, die von Turin ausgezogen ist und man ist in die Täler hinein. Wiederum haben all die Waldenser ihre Hab und Gut zusammengenommen, ihre Alten vorgeschickt und haben sich in den äußersten Talenden, dort, wo die Berge sehr hoch sind, wo man nur schwer hinkommt, versteckt. Und wäre es nicht das ständige Eingreifen Gottes gewesen, vor vielen Jahrhunderten wären die Waldenser ausgelöscht worden. Wenn man Waldenser getroffen hat, hat man sie nicht einfach umgebracht. Man hat die Kinder genommen, hat sie gegen die Felsen geschmissen. Man hat ihnen die Finger nach und nach abgehackt. Jedes Mal gefragt: Möchtest du jetzt zur Messe gehen? Man hat ihnen bei lebendigem Leibe die Därme rausgenommen. Man hat ihnen Wunden zugefügt und dann Feuer in die Wunden getan. Man hat ihr Gehirn genommen, hat es gekocht und dann gegessen. Das alles nur, weil sie die Bibel hatten.

[43:12] Diese Waldenser kannten nicht so viel von der Wahrheit, wie wir es kennen. Wahrscheinlich wussten sie nichts vom himmlischen Heiligtum. Viele von ihnen haben nicht mal den Sabbat gehalten. Es gab einige Sabbathalter in den Waldensern, aber je weiter die Geschichte vorangeht, desto mehr wurden auch sie verwirrt. Und viele von ihnen haben den Sonntag gehalten. Es ist fraglich, ob sie die Erwachsenentaufe gehabt haben. Über die Jahrhunderte war das Licht sehr dünn geworden. Es flackerte noch, noch hatten sie die Bibel in der Landessprache, noch hatten sie die Bibel. Aber für die wenig Wahrheit, die sie hatten, waren sie bereit, das Äußerste zu erdulden. Wir schauen heute mit Abschätzigkeit auf Christen, die nicht all die Wahrheit haben, die wir haben. Diese Christen hatten nicht all die Wahrheit, denn die Wahrheit ist fortschreitend. Vieles ist erst später wiederentdeckt worden. Aber das, was sie hatten, haben sie verteidigt, weil sie wussten. Paulus hat gesagt, Jesus hat gesagt. Es gab Zeiten, da sind sie schwach geworden. Vor allem nach diesem großen Krieg 1488, als sie gerade so überlebt haben. Da haben sie entschieden, dass sie vielleicht äußerlich in die Messe gehen sollten. Innerlich Waldenser bleiben, aber äußerlich vielleicht mitmachen. Und als die Waldenserkirche fast anfing zu wanken, hat Gott ihnen geholfen. Nächster Vers sagt uns in Vers 34: "Und im Unterliegen werden sie ein wenig Hilfe erlangen." Gerade da, als beinahe das Licht ausging, haben sie die Kunde vernommen von ihren Wanderpredigern in Ostdeutschland. Da gibt es einen Mönch, der predigt dasselbe wie wir in Genf. Da gibt es jemand, der predigt dasselbe wie wir. Sie konnten es am Anfang fast nicht glauben. Denn über tausend Jahre waren sie die Einzigen gewesen. Fast die Einzigen. Ja, sie wussten von Hus, sie hatten Kontakt zu den Hussiten dort in Böhmen. Fast die Einzigen, die die Wahrheit hochgehalten haben. Und plötzlich, als es fast am Ausgehen war, wurde das Licht neu entfacht durch die Reformation. Wir standen vor einigen Tagen an dem Platz in Chamforin, wo die französischen und die schweizer Reformatoren kamen. Oder den Farel, der im großen Kampf erwähnt wird. Den weiten Weg auf sich genommen haben. In diesem Tal, dort im Pellice-Tal, dort standen auf dieser Talmulde im Gras und sie beschlossen haben, die Waldenser und die Reformatoren: Wir kommen zusammen. Wir werden eine Kirche. Ihnen wurde geholfen. Und die Waldenser bekamen Ratschlag von den Reformatoren, die gesagt haben: Ihr müsst treu zu eurem Glauben stehen. Ihr habt den richtigen Glauben. Seid mutig. Und sie wurden wieder mutig. Gott hat ihnen Hilfe gesandt zu dem Zeitpunkt, wo sie es am dringendsten nötig hatten. Aber die Verfolgung hörte nicht auf. Die Kriege hörten nicht auf. 16. Jahrhundert, 17. Jahrhundert, immer wieder Massaker. Und wenn sie nicht von Feinden verfolgt worden sind, dann wurde die Pest eingeschleppt durch französische Soldaten. Zu einem Zeitpunkt im 17. Jahrhundert sind fast sämtliche Prediger gestorben. Bis auf zwei. Durch die Pest. Zehntausende, 18.000 Waldenser, alle gestorben. Und es ist ungefähr ab diesem Zeitpunkt, als dann reformierte Pastoren kamen, um auszuhelfen, dass man sagt, dass die Waldenser ein bisschen den Kontakt verloren haben zu ihrer alten Geschichte. Wisst ihr, was traurig ist? Wenn ihr heute in den Waldensertälern seid und die Waldenser fragt, keiner von denen weiß, dass die vor 1200 Jahren existiert haben. Die katholische Kirche hatte einen Weg gefunden, zu erklären, warum es die Waldenser gibt. Es gab einen reichen Kaufmann in Lyon. Sein Name war Petrus. Und er hat sich bekehrt, eventuell durch das Wirken dieser Wandertprediger. Und als er sich bekehrt hat, hat er begonnen, diese Botschaft des Evangeliums auch in seinem Umfeld weiterzugeben. Und als er verfolgt wurde, ist er in die Waldensertäler geflohen. Und er hat den Namen angenommen, höchstwahrscheinlich, so vermutet man, Petrus Waldo. Heute behauptet die katholische Kirche, dass die Waldenser von ihm gegründet worden sind. Und das Traurige ist, die Waldenser glauben es selbst. Sie haben ihre eigene Identität verloren. Heute denken sie, sie sind einfach nur eine kleine Gruppe, die einfach mal im Mittelalter entstanden ist. So eine Bewegung, wo einer mal eine tolle Idee hatte und dann sind sie halt die Nachfolger von dem. Statt zu begreifen, dass sie eigentlich die Nachfahren der Apostel sind. Und es einen reichen Kaufmann gab, der halt auch bei ihnen war. Rom versucht ständig, die wahre Kirche klein zu halten. Als eine kleine Sekte. Da gab es halt ein paar Enthusiasten, nicht wahr? Und diese übrigens sind nichts weiter als eine kleine Sekte, die halt plötzlich entstanden ist, die keine Geschichte hat. Könnte es sein, dass wir die gleiche Geschichte haben? Könnte es sein, dass wir die gleiche Geschichte auch haben? Dass man uns auch einreden möchte, wir seid halt auch nur eine kleine Gruppe, die ist mal halt entstanden, da gab es mal ein paar Prophetieausleger, die waren halt begeistert, Miller und so weiter. Ihr seid halt ihre Nachfolger. Statt zu begreifen, da gibt es eine Geschichte, die dahinter steht.

[48:31] Die Waldenser wurden verfolgt und irgendwann nahm die Verfolgung ab. Jesus hat eine Botschaft an sie. Schaut mal mit mir in Offenbarung 2. Das ist an die Gemeinde in Thyatira. Das sind die Albigenser, die Waldenser, die Iroschotten. All diese kleinen Gruppen, die in verschiedenen Gebieten der Welt den wahren Glauben festgehalten haben. Wir kennen so gut die Botschaft an Laodicea. Schaut mal, was Jesus diesen Menschen gesagt hat. In Vers 18 und 19. Jesus sagt: "Ich habe ein wenig gegen dich. Nicht viel, aber ein wenig. Dass du die Irrlehre in der katholischen Kirche nicht klar und deutlich rausstellst." Die Waldenser haben sich damit begnügt, die Wahrheit leuchten zu lassen. Aber sie waren nicht gut darin, öffentlich sich gegen den Irrtum zu stellen. Sie haben lieber sich zurückgezogen. Was verständlich. Aber Jesus sagt: "Ich habe ein wenig gegen dich." Und dann schaut, was er sagt. Ich finde es so tröstlich. In Vers 24: "Euch aber sage ich. Und den übrigen Thyatira. All denen, die diese Lehre nicht haben. Und die nicht die Tiefen des Satans erkannt haben, wie sie sagen: Ich will keine weitere Last auf euch legen. Ihr sagt, das, was ihr habt, haltet fest." Sagt im nächsten Vers. "Ich will keine weitere Last auf euch legen." Ihr sagt, das, was ihr habt, haltet fest. Sagt im nächsten Vers. "Ich will keine weitere Last auf euch legen." Ihr sagt, das, was ihr habt, haltet fest. Sagt im nächsten Vers. "Es gibt noch viele Dinge, die entdeckt werden müssen. Aber das will ich einer anderen Gemeinde geben. Auf euch lege ich keine weitere Last. Bleibt treu bei der Aufgabe, die ihr habt. Aber bleibt treu." Und dann sagt er in Vers 25: "Doch was ihr habt, haltet fest, bis ich komme." Sie blieben treu. Sie haben die Reformation gesehen. Sie haben sich der Reformation angeschlossen. Sie haben als Geschenk der Waldenserkirche die französische Übersetzung der Reformation geschenkt. Das war ihr Beitrag zur Reformation. Und haben damit das Evangelium nach Frankreich gebracht, in einem Maße, wie es sonst nicht möglich gewesen wäre. Gehen wir zurück zu Daniel 12. Daniel 11 und Daniel 12.

[51:18] Was war das? Was war das Ende der Waldenser? In Daniel 11, und dort 34: "Und im Unterliegen werden sie ein wenig Hilfe erlangen. Und es werden sich viele heuchlerisch an sie hängen." Und das hat sich erfüllt in der Geschichte der Waldenser. Es gab Menschen, die haben vorgegeben, großes Interesse an den Waldensern zu haben und sie beschützen zu wollen. Und als sie dann von ihnen aufgenommen worden sind, haben sie sie vernichtet. Die Waldenser waren ganz gut im Treuseln. Die waren nicht besonders gut darin zu erkennen, was der Feind listiges vorhat. Wenn die Armeen kamen, haben sie sich in den Felsen versteckt und haben die Armeen besiegt worden. Wenn dann der General kam und sagt: Lasst uns Frieden machen. So geschehen im Jahre 1655. Lasst uns Frieden machen. Wir wollen nur ein paar Soldaten in jedem eurer Dörfer stationieren, damit die öffentliche Friede gewährleistet ist. Haben sie gesagt: Okay. Die waren so gutgläubig. Okay. Und zwei Tage haben diese Soldaten, diese römischen Soldaten mit den Waldensern gelebt. Mit ihnen gegessen. Alles war wunderbar. Haben diese Soldaten ihren Befehl ausgeführt und haben so gut wie alles ausgerottet, was in den Waldensertälern lebendig war. Nur wenige haben überlebt. Und die wenigen sind ins Exil gegangen. Nach Baden-Württemberg. Vielleicht hat jemand von euch gehört, dass es hier Waldenserdörfer gibt. In der Nähe von Stuttgart. Und dann, einige Jahre später, sind 300 von ihnen wieder zurückgekehrt und haben die Täler wiedererobert. Zehn Tage von Genf bis nach Torre Pellice. Über die höchsten Gipfel. Nicht durch die Täler, weil da waren zu viele Feinde. Über die höchsten Gipfel, zehn Tage lang, haben die Täler wiedererobert. Und das ist der Grund, warum es heute überhaupt noch Waldenser dort gibt. Ansonsten wären sie völlig ausgerottet worden. Viele haben sich heuchlerisch an sie gehängt und haben sie umgebracht. Das 35: "Auch von den Verständigen werden endlich unterliegen, damit da ihnen eine Läuterung geschehe, eine Sichtung und Reinigung, bis zur Zeit des Endes, denn es währt zur bestimmten Zeit, bis zur Zeit des Endes ging das Ganze." Dann hörte die Verfolgung auf. Der Staffelstab der Wahrheit musste weitergegeben werden. Die Zeit des Endes war wann? Wann begann die Zeit des Endes? Die Zeit 98, nicht wahr? Es war die Zeit, wo plötzlich in der ganzen Welt das Licht in der Finsternis leuchtete. Die so voller Umwälzung war, die Französische Revolution und all dieser Finsternis. Leuchtete plötzlich das Licht der Prophetie in England, in Nordamerika. Überall entstand plötzlich eine Bewegung, die man die Adventbewegung nannte. Von den Waldensern zu den Reformatoren, zur Adventbewegung. Und diese Adventbewegung, das fassen wir nur kurz zusammen, ihr kennt das, ansonsten kommt ihr am Dienstag, könnt auch trotzdem kommen, hat auf 1843 gewartet. Ich warte im großen Datum. 1843 ging, 1844 ging. Und wisst ihr, was Interessantes? Es war um 1848, dass die Übrigen von der großen Adventbewegung die ganze Wahrheit entdeckt hatten. So wie bei den Waldensern, so wie Waldenser die Übrigen waren, von einer größeren Kirche, die treu war, so sind die Siebenten-Tags-Adventisten nur die kleinen Übrigen von der größeren Kirche treu in der Adventbewegung. Ist das nicht wahr? Dass die Milleriten alle an die Bibel geglaubt haben, dass sie alle das Licht der Wahrheit hatten und dann trotzdem die meisten wieder gegangen sind. Genauso wie in Norditalien lange Zeit eine große Kirche an der Bibel festgehalten hat und dann trotzdem nur wenige den Auftrag Gottes umgesetzt haben, die Waldenser. 1848 auf den Sabbat-Konferenzen sind der Sabbat, das Heiligtum, Geistererscheinung, all diese Dinge zusammengenommen worden. Man kann sagen, ab 1848 haben die Siebenten-Tags-Adventisten ihre Glaubensüberzeugung, wie sie heute haben. Wisst ihr, was im selben Jahr passiert ist? Ihr werdet nicht drauf kommen. Im selben Jahr haben die Waldenser ihre bürgerliche Freiheit bekommen. Die bürgerliche Freiheit für die Waldenser kam in dem Jahr, als Siebenten-Tags-Adventisten die Wahrheit beieinander hatten und den Staffelstab fest in der Hand hatten. Da wurden die Waldenser in die Freiheit entlassen. Ist es nicht interessant, dass Satan sie so lange verfolgt hat, so lange noch sie wenigstens ein bisschen noch den Staffelstab in der Hand hatten? Erst als der Staffelstab völlig übergeben war, hatte sie plötzlich Freiheit. Leider sind sie nicht mitgefolgt. Heute ist die Waldenserkirche eines der Gründungsmitglieder des Ökumenischen Weltkirchenrats. Ihr Seminar steht heute in Rom. Sie benutzen alle die historisch-kritische Methode, die an der Bibel zweifelt. Sie glauben selbst, dass sie nur eine Bewegung war, die mit Petrus Waldo begann. Und wenn ihr heute die Museen beobachtet und besucht, dann ist der Schwerpunkt auf dem 19. und 20. Jahrhundert. Während sie früher einfache Kirchen hatten, haben sie dann angefangen, große Kirchen zu bauen. Es ist nur noch ein Schatten der Vergangenheit.

[57:11] Und wisst ihr, warum ich euch das alles erzähle? Weil ich ein Zitat gefunden habe, in dem Ellen White sagt: "Wir haben keine Zeit zu verlieren. Vor uns stehen turbulente Zeiten. Die Welt ist vom Kriegsgeist aufgewühlt. Bald werden die Szenen der Trübsal stattfinden, die in den Prophezeiungen erwähnt werden." Jetzt hört genau zu. "Die Prophezeiung im 11. Kapitel von Daniel hat sich beinahe ihre völlige Erfüllung erreicht. Viel von der Geschichte, die sich als Erfüllung dieser Prophezeiung ereignet hat, wird sich wiederholen. Viel von der Geschichte, die sich erfüllt hat, als Erfüllung von Daniel 11, damals Vers 30, 31, 32, 34, 35, 36, wird sich wiederholen." Wir haben was zu lernen von den Waldensern. Es wird nicht Frankreich sein diesmal, die dem Papsttum zur Macht behilflich ist. Es werden nicht 1062 Jahre sein. Es werden nicht die Zeit sein, die sich wiederholen. Aber die Prinzipien. Wird es da wieder eine Macht geben, eine Weltmacht, die zuerst den Katholizismus emporheben wird? Wird dann die römische Kirche politische Macht benutzen, um alle unter sich zu drücken? Werden nicht dann viele, die jetzt noch bibeltreu sind, nach langem Kampf sagen: Naja, vielleicht ist es doch besser, wenn die ganze Welt sich übergibt? Und werden nicht dann auch nur wenige, ganz wenige, in die Berge flüchten? Werden nicht auch dann die Römer versuchen, die römische Kirche versuchen, diese als Sekte, als Splittergruppe abzustempeln? Wird sich alles wiederholen? Die Frage ist, was bist du bereit zu geben für das Licht? Wisst ihr, was so erstaunlich ist? Wisst ihr, wo der erste Adventist in Europa getauft worden ist? In Torre Pellice, am Eingang des Völkischen Tales. 1865. Es scheint noch so zu sein, fast wie eine Ironie der Geschichte, dass der Staffelstab tatsächlich dort übergeben worden ist. Der erste europäische getaufte Adventist in Torre Pellice 1865. Das Licht scheint in der Finsternis. Haben wir heute eine Finsternis? Oh ja. Haben wir heute Verfolgung? In vielen Ecken der Welt schon. Endet euch einmal leise. China. Fragt mal eure Chinesen. Wenn ihr mal jemals die Gelegenheit habt, einen chinesischen Adventisten zu treffen und Glück habt, dass er Englisch sprechen kann, fragt ihn mal, wie es war vor 20, 30 Jahren in China. Nicht so weit weg, die Verfolgung. Aber wisst ihr, dass die Waldenser auch öfter mal Jahrzehnte des Friedens hatten? So wie kurz vor 1400, kurz vor diesem Weihnachtsmassaker? Da gab es eine längere Zeit von Frieden und plötzlich kam die Verfolgung. Aber die Waldenser waren vorbereitet. Sie wussten, dass es kommen würde. Und als es kam, waren sie treu. Könnte es sein, dass Gott manchmal die Sachen nicht zulässt, weil er weiß, es würde uns völlig unvorbereitet treffen und wegschwemmen.

[1:00:44] "Lux lucid, internebuss." Als letzter Vers, letzter Abschnitt möchte ich mit euch lesen, Jesaja 60.

[1:01:04] Jesaja 60. Ellen White sagt, dieser Vers bezieht sich besonders auf Siebenten-Tags-Adventisten. Das heißt es: "Mache dich auf, werde Licht! Denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tief ist dunkel die Völker. Aber über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und Heidenvölker werden zu deinem Licht kommen und Könige zu dem Glanz, der über dir aufgeht." Wisst ihr, die Waldenser waren treu, obwohl keine Bezahlung ihnen gesagt hat, dass es da Massenbekehrungen geben wird. Sie wussten, dass sie keine Millionen und Tausende von Menschen bekehren werden. Ihre Aufgabe war es, den Samen zu streuen. Sie haben keine Ergebnisse gesehen, so gut wie gar nicht. Und trotzdem waren sie treu. Hier stehen wir, am Ende der Welt. Wir wissen, Jesus kommt bald wieder. Wir wissen, bald werden sich die Räume füllen, dass sie platzen werden. Mir kommt das so vor, als ob unsere Aufgabe viel einfacher ist als ihre. Als wir dort durch das Tal an Grondia gelaufen sind, habe ich zu Bea gesagt: Weißt du was? Wenn ich sehe, wie wenig Wahrheit, also vergleichsweise relativ wenig Wahrheit die Waldenser hatten, an dem sie festgehalten haben, mit welcher Opferbereitschaft und wie treu. Und dann sehe ich, wie viel Wahrheit wir haben. Was für eine gewaltige Aufgabe wir haben. Was für große Verheißungen wir haben. Und wie schnell wir entmutigt werden, enttäuscht werden, uns über das beschweren, über den ärgern. Dann frage ich mich, haben wir jemals verstanden, was es bedeutet, Volk Gottes zu sein? Haben wir das Wort verstanden? Was heißt es, Volk Gottes zu sein? Schau in die Geschichte. Schau ins 2. Jahrhundert, ins 1. Jahrhundert, ins 5. Jahrhundert, 7. Jahrhundert, 8. Jahrhundert, egal wo du hinschaust. Nirgendwo ging es dem Volk Gottes so gut, wie uns heute hier zu diesem Zeitpunkt. Und ich glaube nirgendwo in der Geschichte hat das Volk Gottes so viel gemurrt und gejammert und sich beschwert und das geht nicht mehr, das ist schlecht, wie heute. Meint ihr nicht auch? Ich glaube, wir haben etwas zu lernen von den Waldensern. Die waren so einfach. Die waren treu. Die Bibel sagt: "Mache dich auf, werde Licht, Finsternis umgibt die Erde." "Lux lucid, internebuss." Was auch heute. Leuchtet das Licht auch heute? Wenn man damals einen Waldenser traf, wusste man, man kann etwas über die Bibel erfahren. Wenn man dich heute trifft, kann man etwas über die Bibel erfahren. Leuchtet das Licht in dir so sehr, dass die Finsternis von anderen erhellt wird? Ihr Lieben, lasst uns zurückgehen. Lasst uns ein bisschen schauen, was haben unsere geistlichen Vorväter getan? Lasst uns von ihren Fehlern lernen und lasst uns unsere Aufgabe angehen. Denn meine Bibel sagt mir, ab dem Zeitpunkt, wo wir zum Licht der Welt werden, wird das jemanden stören. Verfolgung wird schon kommen, macht euch keine Sorgen um die Verfolgung, die wird schon kommen. Die Frage ist: Bist du das Licht der Welt? "Lux, lucid, internetpress." Wer von euch möchte sagen, nicht einfach nur die Hand heben und sagen, das ist mal wieder Aufruf, jetzt muss ich die Hand heben, damit es auf die Kamera sieht. Nein, nein, nein. Wer von euch möchte sagen, ich möchte wirklich mir Gedanken machen, ab heute, was es heißt, Teil des Volkes Gottes zu sein, mit dieser Wahrheit vertraut zu sein, diese Wahrheit zu tragen, als ein Lichtträger in dieser finsteren Welt. Das Wort Gottes, Jesus Christus, in meinem Herzen. Ist das euer Wunsch? Dann lasst uns gemeinsam beten.

[1:05:30] Lieber Vater im Himmel, wir haben gerade von etwas gesprochen, was so weit zurückliegt, dass wir uns kaum vorstellen können, wie es damals gewesen ist. Aber du weißt es genau. Du warst jeden einzelnen Tag bei ihnen, wenn sie ihre Felder bestellt haben, dort oben auf den Bergen, du warst bei ihnen, als sie verfolgt wurden, du warst bei ihnen, als sie mutig von Stadt zu Stadt gereist sind, um den Samen der Wahrheit auszustreuen. Und ihre Aufgabe war so anders als unsere. Wir sollten das Licht der Wahrheit durch die Finsternis hindurch bewahren. Ihre Aufgabe war längst nicht so offensiv wie unsere. Aber wenn wir sehen, wie sie gelebt haben, was für Dinge sie erdulden mussten, dann können wir fast gar nicht anders als sagen, dass ihre Aufgabe noch viel größer war als unsere. Uns stehen alle Verheißungen offen. Wir wissen, es wird eine große, gewaltige Erweckung geben. Wir wissen, tausende werden sich bekehren. Wir wissen, du kommst bald wieder. Wir wissen, die Zeit wird kurz sein. Wir wissen, die Trübsalszeit, vor der wir stehen, wird eine kurze sein. Das war bei ihnen nicht so. Bitte vergib uns, dass wir so oft murren und einfach ungeduldig sind und die richtige Perspektive verloren haben. Es ist dein Vorrecht, Volk Gottes zu sein. Dein Vorrecht, zu den Verständigen zu gehören, die andere unterweisen. Du hast gesagt, die Verständigen werden leuchten wie die Sterne am Himmel, die vielen zur Gerechtigkeit weisen. Und wir haben gelesen, dass viel von dem nicht im Detail, aber prinzipiell sich wiederholen wird. Noch einmal wird die Welt in eine letzte Finsternis getaucht werden. Noch einmal wird es nur wenige geben, die das Licht der Wahrheit hochhalten, alle, die gerettet werden wollen, gerettet werden können. Jesus, was es auch immer ist, was uns davon abhält, ganze Sachen mit deinem Evangelium zu machen, bitte nimm es uns. Diese Menschen haben weder ihre Häuser noch ihr Gut, ihre Familien waren nichts so hoch geachtet, dass sie deswegen den Glauben aufgegeben hätten. Und dabei wussten sie weniger von dir als wir. Bitte gib, dass das, was wir wissen, wirklich unser Leben bestimmt, dass wir wirklich ein Licht sind in der Finsternis. Und wenn wir jetzt ein Licht sind in der Finsternis, dann werden wir später auch in der Verfolgungszeit ein Licht sein. Wir wollen uns nicht die Verfolgungszeit ausmalen in allen Details, das ist nicht unsere Aufgabe. Du wirst uns durch alles hindurchtragen, so wie du sie hindurchgetragen hast. Und wir dürfen wissen, dass selbst wenn jemand für dich stirbt, er das in Frieden tun kann, so wie die Reformatoren gesungen haben auf dem Scheiterhaufen. Aber wir wollen uns dir ergeben und wollen dich bitten, dass du unser Herz veränderst. Dass wir nicht einfach ein religiöser Verein sind, der viele interessante Punkte aus der Bibel verstanden hat, sondern dass wir eine Identität haben, den Staffellauf zu Ende zu bringen, diese Fackel der Wahrheit weiterzuführen. Tausende sind dafür gestorben, haben ihr Letztes gegeben. Bitte vergib uns, dass wir dieses Buch, das manche über Monate, Jahre auswendig gelernt haben, abgeschrieben haben, dass wir es so selten beachten, dass wir es so verachten manchmal sogar. Gibt es, dass wir es als den größten Schatz in unserem Leben haben, den es überhaupt nur gibt. Dass das Licht in unserem Herzen leuchtet und damit in der ganzen Welt. Habt Dank, Herr Jesus, dass du uns immer wieder aufforderst und uns heutige Perspektive schenkst und uns zeigst, was du mit uns vorhast. Habt Dank dafür, Herr Jesus, von ganzem Herzen. Amen.


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