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In dieser ersten Folge der Serie „Magna Conflictio“ beleuchtet Christopher Kramp die historische Zerstörung Jerusalems als ein zentrales Ereignis der Kirchengeschichte. Anhand des Gleichnisses vom Weinberg und der Tränen Jesu über die Stadt wird die tiefe Investition Gottes in sein Volk und die tragische Ablehnung seiner Liebe durch die Menschen thematisiert. Der Vortrag erklärt die prophetischen Zeichen, die zur Flucht aus Jerusalem führten, und zeigt, wie diese historische Begebenheit universelle Prinzipien menschlicher Entscheidungen und göttlicher Barmherzigkeit offenbart.

In dieser ersten Folge der Serie „Magna Conflictio“ beleuchtet Christopher Kramp die historische Bedeutung Jerusalems und die tiefgreifenden Konflikte, die sich dort entfalteten. Anhand des Gleichnisses vom Weinberg und der Tränen Jesu über Jerusalem wird die immense Investition Gottes in sein Volk und die tragische Ablehnung dieses Angebots durch die Menschen thematisiert. Der Vortrag erklärt die prophetischen Zeichen der Zerstörung Jerusalems und die entscheidende Fluchtmöglichkeit, die Jesus seinen Nachfolgern bot.


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Serie: Magna Conflictio (Vortragsreihe über die Kirchengeschichte und die Endzeit)

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Transkript

[1:00] Schön, dass Sie da sind zu unserer Serie Magna Conflictio, die letzte Auseinandersetzung. Und in dieser Serie geht es um etwas ganz Besonderes. Und vor allem dieser erste Abend ist etwas ganz Besonderes. Und um Ihnen das mal so richtig zu illustrieren, möchte ich Ihnen das an folgendem Bild zeigen. Können Sie mir sagen, was das hier ist? Das sind 2000 Jahre Menschheitsgeschichte. Sie werden sagen, Herr Kramp, das ist Gemüse. Und Sie haben recht, das ist tatsächlich Romanesco. Und das Besondere an Romanesco ist... Kann es jemand mir erklären, was das Besondere an diesem Gemüse ist? Es ist gesund, das stimmt. Das gilt aber für viele andere Gemüsearten auch. Für die meisten. Sondern... Es ist was? Es hat viele Furchten wie das Gehirn. Genau, diese Furchten sind ganz besonders. Wenn man genau hinschaut, stellt man fest, dass das gesamte Aussehen dieses Romanescos sozusagen einmal abgebildet ist in jedem kleinen Detail. Wenn man hineinzoomt, hat man das Gefühl, man sieht den ganzen Romanesco nochmal. Und wenn man dann nochmal hineinzoomt, dann sieht man ihn nochmal. Mit anderen Worten, ein kleines Detail gibt eigentlich Auskunft über das Ganze. Wenn ich das kleine Detail verstanden habe, dann weiß ich auch, wie der große aussieht.

[2:51] Wir sprechen heute über 2000 Jahre Geschichte. Ich weiß nicht, woran Sie denken, wenn Sie über Geschichte nachdenken. Aber Geschichte heißt deswegen Geschichte, weil sie aus Geschichten besteht. Und in den folgenden Vorträgen werden wir viele Geschichten aus der Geschichte betrachten. Und vor allem die heutige Geschichte hat etwas ganz Besonderes an sich. In dieser einen kleinen Geschichte sozusagen finden wir bereits die Prinzipien der ganzen Geschichte. Und wenn Sie sich jetzt wundern, wovon redet er die ganze Zeit, werden Sie das in wenigen Minuten gleich deutlicher sehen. Eine einzelne Geschichte enthält im Keim alles das, was 2000 Jahre Menschheitsgeschichte an Konflikt gekannt haben. Magna Conflictio, unser Thema heute ist eine Chance, Flucht aus Jerusalem.

[3:46] Diese Serie soll nicht einfach nur ein Vortrag sein, sondern wir wollen auch immer mal wieder interaktiv werden und vor allem möchte ich Sie zum Nachdenken anregen. Und dazu haben wir jeden Abend ein kleines Quiz. Mögen Sie Quizze? Wir werden jeden Abend ein kleines Quiz haben, wo Sie zunächst einmal fünf Fragen bekommen werden, die Sie bitte nicht durch lautes Zurufen gleich vor allen anderen mitbeantworten, sondern einfach mal in Ihrem Kopf. Diese fünf Fragen werden jeden Abend von leicht bis mittelschwer sein und sie werden dann im Vortrag danach aufgelöst. Das heißt, wir werden im Quiz das jetzt nicht auflösen, wir werden nur fünf Fragen stellen und Sie überlegen, ob Sie das schon jetzt beantworten können oder nicht. Und dann im Laufe des Vortrags werden diese Fragen beantwortet und dann am nächsten Vortrag, also am nächsten Abend, wenn wir dann gemeinsam auflösen, ob wir alle auch mitbekommen haben, wo die Antworten waren, dann hat man immer einen Anreiz, auch zum nächsten Abend zu kommen.

[4:44] Fangen wir einfach heute mal an. Wir werden uns heute mit Jerusalem beschäftigen und hier sind die fünf Fragen für heute. Die erste Frage ist, wann wurde Jerusalem zerstört? Auf meinem Kopf überlegen, ob uns da mal was im Gedächtnis geblieben ist. Wenn Sie es wissen, sind Sie gut. Wenn nicht, dann passen Sie heute Abend gut auf. Zweite Frage, welcher Feldherr hat Jerusalem erobert? Da gab es jemanden, der die Leitung der Armee gehabt hat und wir wollen wissen, wer das gewesen ist und im Vortrag heute werden wir darauf Bezug nehmen. Auswerten, wie gesagt, tun wir das morgen. Dritte Frage, wie viele Jahre zuvor wurde die Zerstörung von Jerusalem angekündigt? Ich setze natürlich voraus, dass es irgendwie angekündigt worden ist. Wissen Sie eigentlich, wie viele Jahre genau diese Zerstörung vorher angekündigt worden ist? Überlegen Sie kurz und wenn Sie nicht ganz sicher sind, dann passen Sie heute gut auf. Vorletzte Frage, was war das angekündigte Fluchtzeichen? Derjenige, der dort diese Zerstörung angekündigt hatte, hatte auch ein Zeichen angekündigt, woran man erkennen könnte, dass es bald soweit ist und dass man fliehen sollte. Und da gab es ein ganz bestimmtes Zeichen und auch davon werden wir heute mehr hören. Und dann haben wir als letzte Frage, wer ist der Zerstörung entkommen? Sind da alle in Jerusalem zerstört worden, als Jerusalem zerstört worden ist? Oder gab es dort welche, die dem entkommen sind? Und diese fünf Fragen werden wir heute beantworten und natürlich viel mehr Fragen, die damit noch zusammenhängen.

[6:35] Darf ich mal eine ganz ehrliche Frage stellen, bevor wir gleich beginnen werden? Wer von Ihnen mag eigentlich überhaupt gar nicht Geschichte? Oh, zwei, drei ehrliche Personen. Vier. Von denen, die sich gemeldet haben, woran liegt es, dass wir so oft Geschichte nicht mögen? Was ist... ja? Oh, da geht es immer um Zahlen, nicht wahr? Und gibt es noch einen Grund? Zahlen und Fakten, nicht wahr? Genau, oder hat man irgendwelche Fakten, die 20, 30, 2000, 3000 Jahre zurückliegen? Man fragt sich, was hat das mit mir zu tun? Hier gibt es eine gute Nachricht für all diejenigen, die keine Datenfreaks sind oder einfach ganz glücklich werden, wenn sie Geschichtsereignisse aus dem Mittelalter studieren können. Wir werden diese Vortragsreihe nicht einfach nur Geschichte betrachten, sondern wir werden diese Geschichte auch zu unserer eigenen Geschichte machen. Wir werden sehen, was diese Geschichte mit uns zu tun hat. Wir werden sie eben nicht isoliert betrachten, sondern im großen Ganzen in diesem Magna Conflictio.

[7:45] Und ein Buch, das uns dabei besonders helfen kann, das wie kein anderes Buch ist, versteht, Geschichte mit meiner Lebensgeschichte zu verknüpfen, ist das Buch der Bibel. Ich weiß nicht genau, was Sie von der Bibel halten und auch Sie, die jetzt die Aufnahme dann irgendwann später sehen. Ich weiß nicht, ob wir schon ein Livestream haben. Wenn ja, dann seien Sie auch schon herzlich begrüßt. Ansonsten sehen Sie ja später die Aufnahme. Wie auch immer, ich möchte Sie einladen, jeden Abend mit mir gemeinsam ein kurzes Gebet zu sprechen, damit der, der dieses Buch inspiriert hat, uns helfen kann, nicht nur isolierte Geschichtsfakten zu sehen, sondern unsere Geschichte in dieser großen Geschichte. Deswegen lade ich Sie ganz kurz ein für ein kurzes Anfangsgebet und dann starten wir direkt in unser Thema hinein.

[8:32] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir heute Abend zu dir kommen können. Wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir etwas lernen dürfen. Und wir möchten dich bitten, dass dein Heiliger Geist uns in alle Wahrheit führen wird. Im Namen Jesu beten wir. Amen.

[9:09] Im Namen Jesu beten wir. Amen.

[11:39] Die Sonne geht wahrscheinlich unter an jedem Abend. Als er auf diesem Hügel hier stand. Die Vögel haben wahrscheinlich gezwitschert im Abendlicht. Man hat Stimmen gehört dort aus der Stadt, die damals ein bisschen anders aussah als heute. Viele, viele Menschen waren zusammengekommen, ein großes Fest stand bevor. Und im gleißenden Licht der untergehenden Abendsonne sah man den Tempel, das Marmor, wie es sich gespiegelt hat. Man hat die Schreie der Kinder gehört, das fröhliche Zusammensein der Menschen. Aber als Jesus dort auf dem Ölberg steht und all das sieht, da hat er ganz andere Gedanken. Er schaut nicht auf die Pracht dieser gewaltigen Stadt, auf die Schönheit dieses Tempels. Er schaut nicht auf die fröhliche Stimmung unter der Volksmenge. Es scheint, als ob ihn irgendetwas ganz Besonderes bewegt hat. Dieser Mann, der jahrelang als der gute Lehrer durch die Straßen und Städte Judas gegangen ist, steht dort oder sitzt dort und hat so eine unfassbar traurige Stimme.

[13:40] Dort auf dem Ölberg, auf der anderen Seite von Jerusalem, das ist hier Jerusalem, getrennt von dem Kidron-Tal, dort, wo der Tempel stand, auf dem Berg Moria, hier, dem Ölberg, stand er und hat diese Worte, die wir gerade gelesen haben, mit gebrochener Stimme ausgesprochen. Es heißt kurz und knapp im Lukas-Evangelium, Kapitel 19, Vers 41. Und als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie.

[14:28] Ich weiß nicht, was Sie für ein Bild von Jesus haben. Einem guten Lehrer vielleicht, der immer ein offenes Ohr hat für die Menschen. Einem Wohltäter, der mit einem Lächeln auf den Lippen durch die Straßen geht und Menschen heilt, links und rechts. Und viele andere Bilder sind in unserem Kopf. Aber heute Abend beginnen wir mit einem Bild von diesem berühmten Jesus, das so seltsam ist. Jesus steht an diesem Ort und weint. Er ist kein Schauspieler, er weint wirklich, schluchzt. Die Tränen kullern ihm über die Wangen. Warum hat Jesus geweint? Hat er vielleicht geweint, weil er tief unten im Tal den Garten schon gesehen hat? Den Garten Gethsemane am Ölberg. Wo in wenigen Tagen die Sünden der Welt auf ihn gelegt worden sind. Hat er deswegen geweint, weil er die Seelenqual schon vorausgesehen hat? Hat dieser Jesus geweint, weil er dort gegenüber vom Kidron-Tal an der Stadtmauer ein Tor gesehen hat, das man das Schaf-Tor nannte? Durch das die Schafe zur Schlachtung geführt worden sind, zum Tempel. Und von dem er wusste, dass in wenigen Tagen auch er durch dieses Tor hindurch gehen würde. Denn in der Bibel stand schon seit Jahrhunderten geschrieben, dass er wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, seinen Mund nicht aufmachen wird, obwohl er misshandelt werden würde. Hat er vielleicht geweint, weil er noch etwas weiter auf der gegenüberliegenden Seite den Hügel gesehen hat, auf der Westseite von Jerusalem, auf dem er in wenigen Tagen sterben würde?

[16:30] Nein, Jesus hat nicht geweint wegen Gethsemane. Jesus hat nicht geweint wegen dem Schaf-Tor. Er hat nicht geweint wegen Golgatha. Jesus weinte wegen Jerusalem.

[16:48] Diese Stadt war eine besondere Stadt. An diesem Ort, auf dem Berg Moria, waren schon vor vielen Hunderten von Jahren Dinge passiert, die das Volk Israel gut im Gedächtnis hatte. Auf diesem Berg hatte Abraham schon seinen Sohn opfern sollen. Ein Ereignis, das sich eingebrannt hat in das Bewusstsein ganz Israels. Diesen Ort hatte Gott selbst erwählt. So hatten es schon die alten Psalmdichter gesagt. Denn der Herr hat Zion erwählt, hat sie zu seiner Wohnung begehrt. An jenem Ort hatten über Jahrhunderte Propheten von Gott gesandt, aufrüttelnde Botschaften gepredigt. An jenem Ort hatten die Priester als Vermittler zwischen dem lebendigen Gott und den sündigen Menschen gewirkt. Ein Ort, der geballt war mit Erinnerungen, mit großen religiösen Ereignissen. Nicht unweit von diesem Ort hatte Jakob, der Stammvater von ganz Israel, jene mysteriöse Leiter gesehen, die den Himmel und die Erde verknüpft hat. Für wahr, Jerusalem war ein besonderer Ort und Gottes Plan war es gewesen, dass diese Stadt zu einem Zentrum wird für die ganze Welt.

[18:01] Jerusalem hätte für immer stehen sollen, doch schon Jahrhunderte bevor Jesus dort weinend auf dem Ölberg stand, war das Verhältnis zwischen Gott und seinem Volk arg getrübt gewesen. Schon die Chronisten des alten Volkes beschreiben hier, wie die Propheten abgelehnt worden sind. Das heißt hier in 2. Chronik 36, Vers 16 zum Beispiel, aber sie verspotteten die Boten Gottes und verachteten seine Worte und verlachten seine Propheten. Und Jerusalem war bereits 600 Jahre ungefähr zuvor zerstört worden, damals durch die grausamen Babylonier. Aber Gott hatte sein Volk nicht aufgegeben. Das wusste auch Jesus. Derselbe Chronist schreibt nur ein Vers vorher, dass Gott Erbarmen hatte mit seinem Volk. Es heißt hier, er sandte ihm seine Boten, indem er sich früh aufmachte und sich immer wieder sandte.

[18:59] Ich weiß nicht, was Sie für ein Bild von Gott haben. Die Bibel zeichnet einen Gott, der nicht wartet, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Der nicht bis auf den letzten Drücker wartet, sondern er sich früh aufmacht, um die Probleme zu lösen. Und immer wieder und immer wieder etwas versucht, um seine Barmherzigkeit zu zeigen. Schon in Mose hat er gesagt, dass er der Gott ist, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist. Langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue. Mit anderen Worten, diese Vorstellung, die seit Jahrhunderten, Jahrtausenden, bei vielen Menschen, allen Religionen in ihrem Gehirn festgesetzt ist, dass Götter im Himmel nur darauf warten, dass sie zornig sein können und irgendwie die Menschen bestrafen können, das trifft so gar nicht zu auf den Gott der Bibel. Gott hatte damals schon deutlich gemacht, dass er ein Gott ist, der barmherzig ist, gnädig, der lange, lange, lange braucht, bis er überhaupt zornig wird und große Gnade und große Güte hat. Und so war es das Gebet der Israeliten immer wieder gewesen, durch all die Jahrhunderte hindurch, gerade dort in Israel am Tempel. Oh Gott der Herrscher, stell uns wieder her und lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet. Und ja, Gott hatte Erbarmen, Gott hatte Jerusalem wieder aufbauen lassen, wiederum zum Zeugnis, dass Gott gnädig und barmherzig ist.

[20:42] Gott hat tatsächlich alles getan für sein Volk. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht in Ihrem Leben, ob Sie überhaupt die Möglichkeit mal in Betracht gezogen haben, dass es einen Gott gibt, der etwas für Sie tut und wenn ja, wie viel tut er? Ist er so der letzte Notnagel, wenn alles andere versagt? Wie viel investiert Gott? Meistens denken wir bei Religion ja daran, wie viel muss ich investieren, um vielleicht ewiges Leben zu bekommen oder ein fröhliches Gemüt oder Vergebung meiner Sünden. Was muss ich tun? Heute Abend möchten wir die Frage umstellen, wie viel investiert Gott?

[21:28] Jesaja hat das einmal in einem Gleichnis ausgedrückt, von dem wir einige wenige Verse hier lesen wollen. Was heißt denn Jesaja 5, Vers 1? Ich will doch singen von meinem Geliebten ein Lied meines Freundes von seinem Weinberg. Mein Geliebter hatte einen Weinberg. Ich weiß nicht, wer zur Zeit hier von uns in der Nähe der Weinberge wohnt. Ich wohne in der Nähe der Weinberge und ich weiß, die Weinberge, das ist recht viel Arbeit, nicht wahr? Obwohl ich es selbst kennen habe. Ich lasse dir denken, ich bin Winzer. Aber es erfordert viel Arbeit, Wein anzubauen. Mein Geliebter hatte einen Weinberg auf einem fruchtbaren Hügel. Und er grub ihn um und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit edlen Reben. Mitten darin baute er einen Turm und hieb auch eine Kelter darin aus. Und er hoffte, dass er gute Trauben brächte. Aber er trug nur schlechte.

[22:20] Wir können das Bild uns vorstellen von einem Winzer, der alles tut, umgräbt, macht, baut, plant, den besten Samen sich beschafft, edlen Tropfen produzieren möchte. Einen guten Traubensaft. Aber wenn man alles getan hat und alles investiert hat, sind die Beeren trotzdem schlecht. Wie würden Sie sich fühlen, wenn Sie alles investiert haben, eine ganze Saison gearbeitet haben und geschuftet haben und Sie freuen sich jetzt auf die Weintrauben und es sind alle nur vergoren und schlecht? Wäre das nicht buchstäblich zum Heulen? Haben Sie schon mal geweint, als Sie so viel investiert haben und es kam nichts dabei heraus? So geht es Gott, denn er ruft jetzt hier in dem nächsten Vers nun Ihr Bürger von Jerusalem. Und ihr Männer von Judah, sprecht recht zwischen mir und meinem Weinberg. Was konnte man an meinem Weinberg noch weiter tun, dass ich nicht getan habe?

[23:26] Jesus stand damals vor fast 2000 Jahren auf dem Ölberg und weint nicht, weil er wusste, dass es ihm bald schlechter gehen würde, sondern weil Jahrhunderte von Arbeit für sein Volk scheinbar fruchtlos waren. Könnte es sein, dass Gott auch diese Frage heute Abend jedem Einzelnen von uns, der zuschaut und der live hier ist, stellt? Was hätte ich noch tun können? Er hat alles getan und um es auf die Spitze zu treiben, hat Gott das Größte getan, was er überhaupt tun konnte. Er gab nicht nur Propheten, er gab nicht nur Priester, er hat nicht nur ab und zu mal ein Engel gesandt. Nein, er hat sich selbst gesandt. Gott kam selbst, wurde Mensch, wohnte unter uns und er kam nach Jerusalem.

[24:32] Es heißt in der Apostelgeschichte, dass Jesus von Nazareth mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt war. Er zog umher und tat Gutes und heilte alle, die vom Teufel überwältigt waren. Bei seiner Taufe war er mit dem Heiligen Geist gesalbt worden und von nun an verkündigte er das Evangelium. Dieses Evangelium ist sehr einfach zusammengefasst. Vielleicht haben Sie sich jemals gefragt, was ist denn da dran in diesem Evangelium? Hier ist das Evangelium. Jesus selbst hatte gesagt, der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkündigen. Wer von Ihnen mag eine frohe Botschaft? Eine gute Botschaft, nicht wahr? Es gibt heute so viele schlechte Botschaften, so viele negative Schlagzeilen. Jesus kam, um eine frohe Botschaft zu verkündigen. Er hat mich gesandt zu heilen, die zerbrochenen Herzen sind.

[25:20] Jesus kam nicht, um noch mehr Regeln aufzustellen. Er kam nicht, um noch eine andere Religion zu erfinden. Er kam, um zerbrochene Herzen zu heilen. Ich weiß nicht, ob jemand von uns heute Abend an einem gebrochenen Herzen leidet, jemand schon mal ihr Herz gebrochen ist. Jesus kam, um es zu heilen. Er kam auch, um den Gefangenen Befreiung zu verkünden. Und das meint nicht nur die, die in Staatsgefängnissen interniert sind. Das meint auch die, die gefangen sind in Gedankenkreisläufen, aus denen sie nicht mehr herauskommen. Die gefangen sind vielleicht in Gewohnheiten, die sie selbst schon nicht mehr möchten, aber irgendwie nicht ablegen können. Gefangenen schlechten Taten, die einen die Freiheit nehmen. Und Blinden, dass sie wiedersehend werden. Zerschlagene in Freiheit zu setzen.

[26:23] Ich weiß nicht, wo und woher sie heute kommen. Ich weiß nicht, woher sie zuschauen. Ich weiß nicht genau, was in ihrem Leben passiert ist. Aber eins weiß ich, dass in meinem Leben einiges davon zugetroffen hat. Das zerbrochene Herz, die Gefangenschaft, die Blindheit. Jesus Christus kam, um genau dieses Problem zu lösen. Für ihn spielte es keine Rolle, ob man ein Jude, ein Römer, ein Grieche war, ob man reich oder alt, jung oder arm war. Er kam und half jedem, der dieses Angebot, dieses gewaltige Angebot annehmen wollte. Er sagt selbst, Blinde werden sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote werden auferweckt und Amen wird das Evangelium verkündigt. Und die Einladung ergeht an jeden Einzelnen, damals wie heute. Kommt her zu mir. Welches Wort steht hier? Alle. Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken.

[27:30] Das Wort erquicken ist ein altes deutsches Wort. Es meint einfach nur neu beleben, neues Leben schenken, zur Ruhe bringen. Jesus hat diese Einladung ausgesprochen, damals in Jerusalem. Er hat gesagt, kommt her zu mir. Ich habe alles investiert. Ich kann euch Leben schenken. Gott hatte nicht verlangt, dass die Israeliten Jerusalem verlassen, um irgendwo nach langer Reise Jesus zu finden. Jesus kam zu ihnen. Gott verlangt nicht, dass sie sich auf die lange Suche machen. Heute Abend kommt Jesus direkt zu ihnen. Und wenn sie zuschauen und vielleicht noch nie etwas von Jesus gehört haben, dann sind sie vielleicht sogar überrascht. So plötzlich und so deutlich mit diesem Jesus konfrontiert zu werden, der diese Einladung ausspricht. Kommt her zu mir.

[28:25] Aber unsere Serie würde nicht Magna Conflictio heißen, wenn es auch im Leben von Jesus ständig einen Konflikt gab. Denn die, denen er helfen wollte, die wollten sich nicht helfen lassen. Die, die er heilen wollte, die hielten sich schon für gesund. Denen, denen er die Wahrheit verkündigen wollte, die hielten sich schon für zu schlau, als dass sie noch Belehrungen bräuchten. Könnte es sein, dass auch wir heute genau an demselben Problem kranken? Da war ein Konflikt. Und Jesu Einladung wurde größtenteils abgelehnt.

[29:11] Schon die alten Propheten haben darüber geweint. Jeremia sagt, wenn ihr aber nicht hören wollt, so wird meine Seele im Verborgenen weinen wegen eures Hochmuts. Mein Auge wird unaufhörlich weinen und Tränen zerfließen. Und Propheten sprechen nur das aus, was Gott gesagt hat. Haben Sie jemals darüber nachgedacht, dass Gott im Himmel nicht einfach den Hammer schwingt, sondern dass Gott im Himmel weint? Dass ihm das Herz bricht? Dass er schluchzt? Wegen des Hochmuts, des Stolzes? Weil wir sein Angebot ausschlagen und sagen, nein, danke, brauche ich nicht? Jeremia sagt an anderer Stelle, oh, dass meine Haupt zu Wasser würde und meine Auge zu Tränenquelle. Und genauso ging es Jesus an jenem Tag, als er auf dem Ölberg stand und jene Stadt sah in ihrer Herrlichkeit, die doch sein Angebot ablehnte. Er weinte, denn er wusste, dass in wenigen Jahrzehnten ein anderer auf demselben Platz stehen würde, auf demselben Ölberg und ebenfalls seine Augen auf Jerusalem richten würde. Aber dieser andere würde keine Tränen in den Augen haben. Keine ausgestreckte Hand würde von diesem Menschen ausgehen. Dieser andere würde Titus sein, der römische General, der mit seinem Heerlager ebenfalls auf dem Ölberg stand und vom Ölberg aus die Einnahme von Jerusalem geplant hat.

[30:55] Zwei große Menschen der Weltgeschichte standen getrennt nur von wenigen Jahrzehnten auf demselben Ort und haben auf dieselbe Stadt geschaut. Der eine hat geweint. Der andere kam nur, um zu zerstören. Jesus rief aus Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind. Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt.

[31:28] Jesus kam nicht als ein General, der einfach gehorsam befohlen hat. Wer von uns hat schon mal eine Henne gesehen, die Küken gehabt hat? Wie grausam ist eine Henne zu ihren Küken? Warum würde eine Henne versuchen, ihre Küken zu sammeln? Damit die Küken Schutz haben, damit es ihnen gut geht in der Gefahr. Jesus sagt, ich bin wie eine Henne, die ihren Küken hinterher geht und ich versuche, euch zu sammeln. Euch zu retten vor der Gefahr, in der ihr euch befindet.

[32:05] Aber die traurigsten Worte sind nicht die unter Tränen ausgepressten Jerusalem, Jerusalem Rufe. Die traurigsten Worte stehen am Ende, denn dort steht, aber ihr habt nicht gewollt. Ihr habt nicht gewollt. Und das sagt uns etwas über das Wesen Gottes, denn Jesus akzeptierte den Willen der Menschen. Jesus fügt nicht an, aber ich rette euch trotzdem. Manchen muss man ja zu seinem Glück zwingen. Er ließ ihn die Wahl. Er hatte alles investiert, den Charakter Gottes gezeigt. Und jetzt präsentiert er die Wahl. Und es bar ihm das Herz, das so gut wie niemand wollte. An einer anderen Stelle sagt er in Johannes 5, Vers 40: Und doch wollt ihr zu mir kommen, um das Leben, wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.

[33:09] Lieber Freund, liebe Freundin, lieber Zuschauer, Gott tut alles, was er kann. Aber eine Sache wird er niemals tun. Er wird dich niemals zwingen. Er kann nur investieren. Er kann nur anbieten. Er kann seinen Arm ausstrecken, soweit er sich aus dem Fenster lehnen kann. Ja, er springt zur Not aus dem Fenster raus, aber er kann dich nicht zwingen. Weil er wird es nicht tun. Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu empfangen.

[33:44] Als Jesus dort auf dem Ölberg stand und Tränen vergoss über diese Stadt Jerusalem, da war diese kleine Geschichte so ein kleiner Abschnitt im Romanesco. Denn diese kleine Geschichte ist die ganze Geschichte in einer Nussschale, wie man sozusagen sagt. Als Jesus auf Jerusalem schaute, da schaute er gleichzeitig auf eine Welt, auf die genau das Gleiche zutrat. Eine Welt, für die er alles investiert hatte und die trotzdem nicht kommen möchte. Die Tränen, die Jesus vergossen hat, die offenbaren, wie schlimm das ist, was die Liebe Sünde nennt.

[34:34] Ich weiß nicht, ob Sie diesen Begriff kennen, ob Sie ihn schon mal gehört haben, bestimmt. Ich weiß nicht, was Sie damit verbinden. Vielleicht denken sie, Sünde ist etwas, naja, man spricht ja, eine kleine Sünde, die kleine Sünde zum Einschlafen, wenn ich noch abends etwas esse, was mir in meiner Figur nicht gut tut. Und so bagatellisieren wir die Sünde. Aber Sünde ist etwas, was so schwerwiegend ist, dass selbst Gott, als er auf dem Ölberg stand, kaum überwinden konnte. Diese Sünde war so stark im Herzen der Menschen, dass sie lieber den Tod wählen wollten als das Leben. Es sollte uns etwas Gedanken machen, dass selbst Jesus, Gott als Mensch, nur wenig retten konnte aus Jerusalem.

[35:34] Gott weint, wegen der Sünde, wegen der Trennung von ihm. Ein paar Tage später ist Jesus noch einmal auf den Ölberg gegangen. Es war jetzt zwei Tage vor dem großen Fest, dem sogenannten Passafest. Noch einmal ging er aus dem Tempel heraus, es war das letzte Mal, dass er im Tempel gewesen ist, und er geht noch einmal auf den Ölberg mit seinen Jüngern. Und diesmal legt er einen besonderen Schwerpunkt auf den Tempel, der dort zu sehen ist. Dieser Tempel war eine erstaunliche Architektur, es war ein grandioses Meisterwerk der Baukunst. Und an diesem Tag hat Jesus noch einmal seine Jünger ganz besonders auf diesen Tempel hingewiesen. Was hat es mit diesem Tempel auf sich? Heutzutage wird ja viel von Tempeln gesprochen, viele Religionen haben Tempel. Was war dieser Tempel in Jerusalem? Um das herauszufinden, müssen wir ein paar Texte anschauen, die uns darüber Auskunft geben. Hier haben wir noch ein Modell von jenem Tempel, so wie Jesus ihn gesehen hätte. Heute existiert er ja natürlich nicht mehr. Das war der eigentliche Tempel und hier war der Vorhof mit dem Säulengang.

[36:48] Psalm 76, Vers 3 spricht von Salem, einem anderen Wort für Jerusalem. Und dort heißt es, in Salem ist sein Zelt. Wissen Sie, wie er mit sein gemeint ist? Gott. Glauben Sie, Gott geht campen? Hat Gott ein Zelt? Ja. Schon lange bevor Jerusalem israelitische Hauptstadt war, hatte Gott ein Zelt, wo er mit dem Volk Israel von Ort zu Ort ging. Was für eine interessante Vorstellung, mit Gott zu campen, nicht wahr? Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf Zelt und Sie sehen ein Zelt. Was für eine interessante Vorstellung, mit Gott zu campen, nicht wahr? Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf Zeltreise und Gott wohnt neben Ihnen in einem Zelt. Wäre das nicht interessant? Das war ungefähr die Idee dahinter. Gott kommt zu seinem Volk und er möchte mit Ihnen Gemeinschaft haben. So hatte er sich Jerusalem auserwählt als einen Ort, wo auch er wohnen wollte für sein Volk. Seine Wohnung sollte in Zion sein. Er wählte den Stamm Juda, den Berg Zion, den er liebte und er baute sein Heiligtum, gleich Himmels Höhlen, gleich der Erde, die er auf ewig gegründet hatte.

[37:59] Dieses Heiligtum, dieser Tempel, wir werden im anderen Vortrag noch mehr darüber erfahren, war nicht einfach irgendwie gebaut worden. Derjenige, der ihn gebaut hat, Salomo, hatte sich auf Zeichnungen seines Vaters berufen. David hatte gesagt, auch einen Plan alles dessen, was er durch den Geist in sich trug. Nämlich der Vorhof des Hauses des Herrn und aller Kammern ringsum, für die Schätze des Hauses Gottes und für die Schätze der geweihten Gegenstände. Dieser Plan, dieser Bauplan war sozusagen inspiriert, er war von Gott eingegeben. So ungefähr müssen diese Pläne ausgesehen haben. Heute weiß niemand mehr, es gibt kein Bild von diesem Tempel, aber wir wissen aus den biblischen Angaben, wie er ausgesehen haben muss. Viele, die ihn im Modell nachgebaut haben und auch die ganzen Materialien sich vorstellen, die dort verwendet werden sollten, sagen, dieser Tempel war vermutlich das glorreichste und herrlichste architektonische Meisterwerk, das die Welt je gesehen hat.

[39:01] Aber dieser großartige Tempel, der von Salomo, dem weisen König, erbaut worden war, war ja ebenfalls zerstört worden. Damals, als Jerusalem schon einmal zerstört worden war. Aber in seiner Gnade hatte Gott nicht nur Jerusalem wieder aufbauen lassen, in seiner Gnade hatte Gott auch dafür gesorgt, dass es wieder einen Tempel geben sollte. Einen Ort, wo man Gott begegnen kann, wo Gott wohnt. In seiner Gnade hatte Gott einen König, König Kyros, damit beauftragt, den Befehl zu geben, wieder so einen Tempel zu bauen.

[39:42] Dieser neue Tempel, dieser zweite Tempel, war etwas anders. Er war nicht so groß und so gewaltig, nicht so herrlich, da war nicht so viel Gold. Ich weiß nicht, wer von Ihnen das schon einmal erlebt hat, dass Sie etwas ganz Großartiges verloren haben und dann durch etwas, was nicht wirklich dem das Wasser reichen konnte, ersetzt wurde. Haben Sie das schon einmal erlebt? Da ist man ein bisschen traurig, oder? Genau das ist passiert, als dieser zweite Tempel gebaut worden ist. Dort hieß es, unter denen, die dann an ihm gebaut haben, wäre es unter euch übrig geblieben, der dieses Haus in seiner früheren Herrlichkeit gesehen hat. Früher war immer alles besser, oder? Sagen auch heute noch die Menschen. Und als dieser zweite Tempel gebaut worden war, da haben die, die daran gebaut haben, und gesehen haben, dass die Maße nicht einmal annähernd so groß sind wie beim ersten großen Tempel, gesagt, ist es nicht so viel wie nichts in euren Augen. Aber viele der alten Priester und Leviten und Familienhäupter, die den früheren Tempel gesehen hatten, die weinten laut.

[40:53] Heute wird viel geweint in diesem Vortrag, nicht wahr? Sie weinten laut. Aber Gott hatte einen Trost für diese Männer und Frauen, die an diesem zweiten Tempel gebaut haben. Gott hatte ihnen verheißen, dass die letzte Herrlichkeit dieses Hauses größer sein würde als die erste. Wie ist das nur möglich? Ein Tempel mit weniger Gold, weniger Prunk, kleineren Maßen, trotzdem herrlicher? Und ich glaube, die Menschen damals haben sich an den Kopf gekratzt und gefragt, wie soll das möglich sein? Gott gab die Antwort, ein bisschen versteckt, aber schon erkennbar. Er sagte, und ich werde euch alle Heidenvölker erschüttern, und das Ersehnte aller Heidenvölker wird kommen. Und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit erfüllen.

[41:45] Dieser kleine Tempel, dieser Ersatztempel, der nicht einmal annähernd so toll war wie der erste, sollte erfüllt werden mit einer Herrlichkeit, die so viel größer wäre als irgendetwas, was im ersten Tempel gewesen wäre. Das Ersehnte aller Heidenvölker sollte kommen. Irgendetwas oder irgendjemand sollte kommen, nach dem sich nicht nur die Israeliten, sondern die Römer und die Griechen und die Ägypter und die Inder und die Germanen, die es damals auch schon gab, alle wissentlich oder unwissentlich gesehnt hatten. Wer ist das wohl gewesen, dieses Ersehnte aller Heidenvölker? Es war Jesus. Wie wohl heißt es, wir sahen seine Herrlichkeit, die Herrlichkeit eines Eingeborenen.

[42:35] Und ich glaube, dahinter ist eine Lektion für uns verborgen, denn manchmal gehen auch wir an die Bibel heran und sagen, naja, früher, da war alles herrlich, da hat Gott buchstäblich hörbar, zu den Menschen gesprochen. Wenn er das heute machen würde, dann würde ich ihm glauben. Früher, als er das Wasser geteilt hat beim Roten Meer, das waren noch Zeiten. Als er im brennenden Dornbusch stattgestanden hat, wenn er das heute noch machen würde, dann würde ich ihm glauben. Aber einfach nur so Christ sein mit seiner Bibel in der Hand, das ist doch nicht vergleichbar zu dem, was es früher war. Wirklich. Dieser Tempel, dieser zweite Tempel war nicht vergleichbar, äußerlich, aber war deswegen weniger herrlich. Das Entscheidende der Herrlichkeit war das, was innen drin war. Jesus kam nicht mit Glanz und Pomp und mit Gold und mit all diesen Dingen. Er kam ganz unscheinbar. Wir wären wahrscheinlich an ihm vorbeigelaufen im Supermarkt.

[43:35] Lieber Freund, liebe Freundin, lieber Zuschauer, könnte es sein, dass wir manchmal an Jesus vorbeilaufen, weil wir gar nicht die Herrlichkeit erkennen, die sich in ihm zeigt? Er ist so normal, er ist halt einer von vielen Religionsstiftern, ein Lehrer halt, ein guter Mann, wenn er existiert hat. Und wir verpassen die Herrlichkeit, die sich daran zeigt. In Jesus. So wie auch die Bewohner von Jerusalem, so wie auch die Bewohner von Jerusalem, die immer noch dem alten Tempel, den alten Zeiten, den guten alten Zeiten zurückgetrauert hatten, als Gott noch sichtbar im Tempel war. Es verpasst haben, als Gott auf ihren Straßen ging, als Gott zu ihren Ohren sprach, als Gott ihnen die Bibel auslegte in der Person von Jesus. Könnte es sein, dass wir heute oftmals den gleichen Fehler machen, dass wir in die Vergangenheit schauen und sagen, ja, ja, früher war alles besser. Aber gar nicht mitbekommen, wie Gott sich heute, jetzt, so unscheinbar es im ersten Moment auch sein mag, um uns bemüht und uns einlädt.

[44:48] Die Bewohner von Jerusalem wollten nichts von ihm wissen. Und so verließ Jesus den Tempel. An jenem Tag, zwei Tage vor dem Passa, zwei Tage bevor er zum Ölberg ging, ging er aus dem Tempel heraus und er ist nie wieder zurückgekehrt. Vorher hat er gesagt, siehe, euer Haus wird euch verwüstet gelassen werden. Er war gekommen und abgelehnt worden.

[45:18] Zu diesem Zeitpunkt war dieser zweite Tempel, der so viel kleiner war, durch römische Gaben des Kaisers Augustus und auch durch Herodes stark erweitert worden, zumindest äußerlich. Und in diesen 46 Jahren, wo dieses Bauprojekt vorangeschritten war, hatten die Israeliten einen ziemlichen Stolz doch entwickelt auf ihren Tempel. Und so war es nur natürlich, dass auch die Jünger Jesu, als sie zum letzten Mal durch diesen Tempel hindurch gegangen sind, noch einmal gesagt haben, schau mal Jesus, das ist unser Tempel, siehst du nicht, diese großen Steine. Mit dem Nationalstolz haben wir es ja als Deutsche nicht so sehr. Vielleicht auch ganz gut so. Aber die meisten Völker sind stolz auf ihre Nationalheiligtümer, auf die Bauten ihrer Nation. So war es mit den Jüngern auch, als sie gesagt haben, meister sie nur, was für Steine. Und was für Gebäude sind dies.

[46:15] Die Antwort von Jesus muss ziemlich erstaunlich gewesen sein für ihre Ohren. Jesus aber sprach zu ihnen, seht ihr nicht, dies alles, wahrlich, ich sage euch, hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Kein Stein auf dem anderen? Die Jünger waren ziemlich perplex und konfus. Wie Jesus, unser großer Tempel, der Tempel Gottes, zerstört und zwar nicht nur ein bisschen, sondern so, dass man nicht mehr wieder aufbauen kann. Matthäus 24, Vers 2.

[46:49] Als sie auf dem Ölberg angekommen waren, als sie hinabgestiegen waren durch das Kidron-Tal und wieder auf der anderen Seite empor waren und jetzt blickten von Ost nach Westen auf den Tempel, da fragten sie, sage uns, wann wird dies geschehen? Wann wird der Tempel zerstört? Wann ist das Ende von Jerusalem? Weil, stellen Sie sich vor, Jesus geht mit ihnen durch Stuttgart und sagt übrigens, hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Würden sie nicht auch fragen, wann wird das sein? Sag uns, wann das sein wird, damit wir uns vorbereiten können zur Flucht aus Stuttgart oder Jerusalem.

[47:30] Für die Jünger war das so ein gewaltiges Ereignis, dass sie gedacht haben, das muss das Ende der Welt sein. Und deswegen fragen sie nicht nur, sag uns, wann wird dies geschehen und was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein. Für sie bestand die ganze Welt nur aus Jerusalem und wenn Jerusalem untergeht, dann muss die Welt auch untergehen. Und so stellen sie eigentlich zwei Fragen, die fragen, wann wird Jerusalem zerstört und wann wird die Welt untergehen, in eine Frage.

[47:59] Und Jesus ist einfach ein brillanter Mensch gewesen und immer noch. Und er beantwortet diese zwei Fragen in einer Frage mit einer Antwort mit zwei Bedeutungen. Denn er gibt ihnen jetzt so ein paar Hinweise auf das, was kommen wird, sowohl vor der Zerstörung Jerusalems als auch vor der Zerstörung der Welt, vor dem Ende der Welt. Und einige dieser Dinge erwähnt er ganz kurz. Und wenn sie die Bibel schon einmal gelesen haben, diese Stelle, dann werden sie wahrscheinlich wissen, er spricht von Kriegen, er spricht von Hungersnöten, von Erdbeben und so weiter und so fort. Und es ist uns vielleicht ganz gut bekannt, Dinge, die relativ allgemein gehalten sind.

[48:46] Aber etwas, was wir meistens übersehen oder selten besprochen wird, ist, dass es dort eine Sache gab, die Jesus erwähnt hat, die für die Jünger von äußerstem Interesse war. Schauen wir mal gemeinsam in Matthäus 24 und dort Vers 15. Dort sagte Jesus nämlich, wenn ihr nun den Gräuel der Verwüstung, von dem durch den Propheten Daniel geredet wurde, an heiliger Stätte stehen seht, wer es liest, der achte darauf. Was soll man dann tun? Dann flieh auf die Berge, wer ein Jude ist.

[49:26] Jetzt, was ist das? Wenn jemand sagt, wenn du das siehst, dann fliehe. Was ist das? Das ist ein Fluchtzeichen. Das ist das Zeichen zur Flucht. Wenn du das siehst, dann ist es Zeit. Jesus sagt seinen Jüngern nicht nur, Jerusalem wird zerstört werden, sondern er sagt ihnen auch, woran sie erkennen können, wann es Zeit ist zu fliehen. Nun, wer von ihnen, wenn sie Jünger gewesen wären, hätte gerne gewusst, was ist wohl dieses Gräuel der Verwüstung? Das ist wohl ein bisschen symbolisch, das Gräuel der Verwüstung. Und wenn wir mehr Zeit hätten, heute Abend, dann könnten wir ein langes Studium machen, über das, was der Prophet Daniel darüber geredet hat. Aber wir wollen es ganz kurz machen. So einfach, dass es jeder begreifen kann. Denn Jesus hat dasselbe nochmal gesagt, an ähnlicher Stelle, im Lukasevangelium. Und jetzt vergleichen wir mal, ob wir herausbekommen können, was wohl dieses Gräuel der Verwüstung gewesen ist.

[50:27] Jesus sagte in Lukas 21, wenn ihr aber Jerusalem von Kriegsherren belagert seht, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe ist. Und was sollen wir dann tun? Dann flieh auf die Berge. Eben gerade sagt er, wenn ihr nun den Gräuel der Verwüstung seht, dann flieh auf die Berge. Und jetzt sagt er, wenn ihr aber Jerusalem von Kriegsherren belagert seht. Dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe ist. Was war das Fluchtzeichen? Jesus sagte seinen Jüngern, ich möchte, dass ihr gut zuhört. Wenn ihr seht, dass Jerusalem umlagert ist von einer Armee, das ist euer Zeichen. Flieht über das Bergland. Denn das ist dann das Gräuel, das Verwüstung anrichtet. Das Gräuel der Verwüstung. Und dieses Gräuel sollte an heiliger Stätte stehen. Heilige Stätte? Jerusalem. Die Stadt Gottes. Die heilige Stadt. Dort war Gottes Tempel.

[51:38] Das waren die Gräuel, von denen Jesus sprach. Weiß jemand, was das ist? Das ist der römische Legionsadler. Und das sind Zeichen der verschiedenen Legionen. Heidnische Symbole, die als später die Römer kamen, in den heiligen Boden vor Jerusalem hineingesteckt wurden. Die Gräuel.

[52:06] Aber Jesus, bist du dir wirklich sicher, dass man Jerusalem zerstören kann? Schauen Sie sich mal dieses Bild an. Das ist nicht Jerusalem, das ist Masada. Eine andere Festung. Das ist die Festung, die kurz davor als Festung ausgebohrt worden war. Diese Festung galt als die uneinnehmbarste der ganzen Welt. Kurz danach gleich gefolgt von Jerusalem selbst. Zur Zeit von Herodes und auch zur Zeit von Agrippa war Jerusalem so befestigt worden. Und wir erinnern uns, Jerusalem liegt ja nicht irgendwo auf der Ebene. Jerusalem liegt auf einem Berg, umgeben von großen Tälern. Es ist faktisch unmöglich gewesen, diese Stadt einzunehmen. Und dass ein Wanderprediger dort auf dem Ölberg steht und sagt, hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben, das war gelinde gesagt, nicht glaubwürdig. Das war für jemanden, der nicht absolutes Vertrauen in Jesus hatte, totaler Quark. Fast so wie die Predigt von diesem Mann hier, den Sie vielleicht auch kennen. Der gesagt hat, es wird regnen. Und es war vollkommen unmöglich. Aber Jesus hatte gesagt, Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Und seine Worte sind nicht vergangen.

[53:32] Hört doch dies, ihr Häupter des Hauses Jakob und ihr Fürsten des Hauses Israel, die ihr das Recht verabscheut und jede gerechte Sache verkehrt, die ihr Zion mit Blutschuld baut und Jerusalem mit Frevel. Und das Schlimmste an der ganzen Sache war, dass die Bewohner von Jerusalem glaubten, dass sie Gottes Sache tun. Es heißt in Micha 3, Vers 11: Seine Häupter sprechen Rechte um Geschenke und seine Priester lehren um Lohn und seine Propheten Wahrsagen um Geld. Und dabei stützen sie sich auf den Herrn und sagen, ist nicht der Herr in unserer Mitte, es kann uns kein Unheil geschehen.

[54:07] Könnte es sein, dass wir in einer Zeit leben, wo wir auch davon ausgehen, dass wir ganz gute Menschen sind. Dass wir doch das christliche Abendland sind mit den guten christlichen Werten. Und gar nicht bemerken, dass wir auf den Abgrund zusteuern und ausgestreckte Hände weinen, zittern und sagen, kommt doch zu mir.

[54:33] Dieser Konflikt, dieser Magna Conflictio, dieser große Konflikt, der hier begann, der hatte zur Folge, dass die Bewohner Jerusalems eine schreckliche Entscheidung fällten. Es hieß, wenn wir ihn, Jesus, sofort fahren lassen, werden alle an ihn glauben. Und dann kommen die Römer und nehmen uns das Land und das Volk weg. Sie hatten Angst, dass wenn sie sich für Jesus entscheiden, dass das Konsequenzen haben könnte für ihr Leben. Sie hatten Angst, dass wenn sie sich für Jesus entscheiden könnten, dass sie vielleicht etwas verlieren könnten von ihrem Reichtum, von ihrer Macht. Könnte es sein, dass wir heute oftmals aus selben Gründen eine Entscheidung für Jesus aufschieben, beiseiteschieben. Uns gegen ihn entscheiden. Weil wir Angst haben vor den Römern in unserem Leben. Wer auch immer das ist.

[55:37] Und so entschied sich die Stadt Jerusalem mit ihren obersten Frauen an, Jesus zu opfern, um den Römern zu gefallen. 35 Jahre später. Die Stadt Jerusalem steht noch immer. Wie im Gleichnis des Lukas aufschreibt, wo man nach drei Jahren immer noch keine Frucht an einem Baum findet und ihn eigentlich abhacken will. Und dann es heißt, lass ihn noch dieses Jahr. So hat Gott noch immer noch Geduld. Obwohl sogar Jesus abgelehnt worden ist. Gott selbst in menschlicher Gestalt. Wartet Gott und wartet Gott, ob nicht vielleicht doch noch eine Umkehr stattfindet.

[56:28] Aber stattdessen wird wahr in dieser Zeit, nachdem Jesus gestorben ist, was sich hier schon in Jesaja findet. Die Bewohner Jerusalems sagen, lasst uns mit dem Heiligen Israels in Ruhe. Es gab ja eine kleine Schar von Nachfolgern Jesu, sogenannten Christen, die Christus nachfolgten. Die in Jerusalem lebten und die die Botschaft von diesem Jesus aufrechterhielten und sagten, kommt zu Jesus, bekehrt euch. Die einzige Reaktion war, lasst uns mit dem in Ruhe. Und je mehr sie sich gegen Jesus entschieden, umso schlimmer wurde der Zustand in Jerusalem und in ganz Judäa. Geschichtsschreiber berichten uns davon, dass ein falscher Christus nach dem anderen aufstieg und Leute sich in bürgerkriegsähnliche Zustände verwickelten. Uns wird berichtet, wie die ganze Nation an der Kante zur Revolution war. Blut wurde vergossen in Massen. Mord, Totschlag, Plünderung, falsche Zeugnisse. Die Nation war in einem rapiden Abfall.

[57:41] Es gab sogar einige merkwürdige Dinge. Ein Geschichtsschreiber mit Namen Milman schreibt in seinem Buch, dass sich vor allem auf die originalen Zeugnisse von Josephus stürzt, dass es nachts über unnatürliche Lichter über dem Tempel zu sehen gewesen sein sollen. Man berichtet, dass in den Wolken, vor allem wenn die Sonne unterging, in den Wolken man Kriegsscharen sehen konnte. Stellen Sie sich das mal vor. Das ist nicht die Aufzeichnung von irgendeinem Spinner. Das steht nicht in der Bibel. Das sind einige der anerkanntesten Geschichtsschreiber, Josephus und andere. Wenn es nachts die Priester im Tempel Dienst machen, dann sollen dort Stimmen erschallt sein. Lasst uns von hier gehen. Ich weiß nicht, wie es Ihnen gegangen wäre als Priester dort nachts im Tempel, wenn plötzlich die Erde bebt und mysteriöse Stimmen erscheinen. Wie dem auch sei.

[58:34] Eines Tages fand man mit voller Erstaunen, dass das gewaltige Osttor, das mehrere Männer nur mit Macht schließen konnten, von alleine aufgegangen war. Das einfache Volk interpretierte das sogar noch als göttlichen Segen. Die Tür des Segens wäre jetzt geöffnet. Aber so manchem dämmerte, dass es wohl etwas anderes bedeuten sollte. Dann gab es da sieben Jahre lang einen Mann. Ich weiß nicht, ob Sie von dem gehört haben. Der eine oder andere hat sich vielleicht mit der Geschichte schon beschäftigt. Der Mann ging auf den Straßen von Jerusalem sieben Jahre lang und schrie nichts anderes als, wehe, wehe, Jerusalem. Haben Sie von der Geschichte schon mal gehört? Ein Mann, den man gefragt hat, woher kommst du her? Seine Antwort war, wehe, Jerusalem. Ein Mann, den man gefragt hat, wie alt bist du? Seine Antwort war, wehe, Jerusalem. Ein Mann, den man gefragt hat, was ist dein Beruf? Seine Antwort war, wehe, Jerusalem. Man hat ihn geschlagen. Seine Antwort war, wehe, Jerusalem. Man sagt, dass die Römer ihn gegeißelt haben, bis die Knochen zu sehen waren. Seine Antwort war, wehe, Jerusalem. Er hat weder geheult noch geweint, nur mit einer melancholischen Stimme sieben Jahre lang gesagt, wehe, Jerusalem.

[59:46] Aber heute habe ich eine Überraschung für Sie. Wissen Sie, wie dieser Mann hieß? Weiß das jemand? Dieser Mann hieß Jesus. Jesus, nicht Sohn des Josef oder von Nazareth. Es war Jesus, Sohn des Ananus. Ein anderer Jesus, der genauso wie Jesus auf dem Ölberg rief, wehe, aber nicht mit Tränen in den Augen und einer ausgestreckten Hand. Dieser Jesus rief nur eine Stimme von Osten, eine Stimme von Westen, eine Stimme von den vier Winden, eine Stimme gegen Jerusalem und gegen den Tempel, eine Stimme gegen Bräutigam und Braut, eine Stimme gegen das ganze Volk. Er rief wehe, wehe, Jerusalem, wehe, wehe den Einwohnern, aber da war keine Gnade.

[1:00:33] Heute gibt es viele Menschen, die sehen ganz genau, dass es mit dieser Welt irgendwas nicht stimmt. Sie sehen, dass die Ressourcen zu Ende gehen. Sie sehen, wie die politischen Parteien, sind nicht grün, werden Sie sehen, wie Krieg die Welt bedroht. Sie sehen den drohenden Atomkrieg. Sie sehen die Finanzkrise. Sie sehen all die Hintergründe hinter der Politik und sie schreien wehe, wehe. Aber sie haben keine Gnade anzubieten. Ihnen bricht nicht das Herz. Man muss heute kein Prophet sein, um zu sehen, dass mit unserer Welt irgendwas schief ist. Und wer im Internet googelt, der findet tausende von Seiten, wo Leute genau zeigen, was alles verkehrt ist und das wie auf eine Katastrophe zu steuern. Aber heute sind wir nicht hier, um noch ein weiteres Kapitel solcher Webseiten anzubieten. Heute sind wir hier, um den zu porträtieren, der nicht nur rief wehe, wehe, sondern der dabei geweint hat, weil er alles investiert hatte und als einziger Gnade anbieten konnte.

[1:01:43] Im Jahre 66 war es dann soweit. Am 25. September bricht die Revolution in Jerusalem aus. Römische Soldaten werden aus der Stadt vertrieben. Kaiser Nero hat sich das nicht lange angeschaut. Wir kommen gleich nochmal zurück. Das ist Nero, der zu dieser Zeit regiert hat. Und ich glaube, ich muss Ihnen keinen Geschichtsvortrag über Nero halten. Sie wissen, was das für ein Mann war. Als er hört, es gibt Revolution in Jerusalem, sendet er seinen besten Gouverneur in der Region, den Gouverneur Cestius Gallus, aus Syrien. Und hier die rot durchstrichene Linie, nicht die gestrichelte, durchgestrichene Linie. Das ist sein Weg. Er geht direkt auf Jerusalem zu, verwüstet die Städte auf dem Weg dazwischen. Am 15. und 16. Oktober wird er in Bewegung gesetzt mit der 12. Legion von Antiochien aus. Währenddessen beginnt in Jerusalem am 2. November an diesem Jahr das Laubhüttenfest. Und Laubhüttenfest, das ist eines der großen Feste, wo Millionen von Juden zusammenkommen aus dem ganzen Land und alle sich in Jerusalem zusammenfinden. Ein freudiges Fest. Aber dieses Jahr war kein freudiges Fest. Denn nur fünf Tage später erreichen die Römer Gibeon, eine Stadt, nur wenig nördlich von Jerusalem. Und die Nachricht ist jetzt deutlich, Jerusalem wird eingeschlossen.

[1:03:03] Vom 11. bis 6. November versuchen Diplomaten, eine Lösung zu finden mit diesen Rebellen in Jerusalem. Es gibt eine Fraktion, eine Friedensfraktion, die Frieden schließen möchte mit den Römern. Diese Leute werden von ihren eigenen Landsleuten umgebracht. Es herrscht das totale Chaos in der Stadt. Es ist nicht mehr möglich, mit Sinn und Verstand normale Politik zu machen. Und so erreicht Cestius Gallus am 17. November Jerusalem. Er beginnt die Belagerung und er braucht nur fünf Tage, bis die Mauern untergraben sind. Und wenn Sie ein bisschen was von Kriegsführung verstehen, wissen Sie, wenn die Mauern untergraben sind, dann ist die Stadt kurz vor dem Fall.

[1:03:49] Und an jenem 22. November passiert etwas, was bis heute kein Geschichtshistoriker auflösen konnte. Etwas, was völlig unbegreifbar ist. Vielleicht können Sie mir heute helfen. Cestius bricht ohne Grund die Belagerung ab. Am 22. November. Er war schon fast in der Stadt. Ohne einen militärischen, ohne einen politischen, ohne einen Grund, der vielleicht mit der Ernährung der Armee zu tun hat, bricht er die Belagerung ab. Bis heute rätseln Historiker darum. Es gibt keinen einzigen Grund. Josephus sagt, es gab nicht den kleinsten Grund in der Welt. Können Sie mir helfen, warum? Jemand hatte mehr als 30 Jahre zuvor auf dem Ölberg gesagt, es wird eine Chance zur Flucht geben.

[1:04:47] Geschichte ist eben nicht nur das, was wir in den Geschichtsbüchern lesen. Um den Sinn hinter der Geschichte zu finden, brauchen wir dieses Buch. Und deswegen rede ich schon am ersten Abend so viel über Jesus. Vielleicht haben Sie sich gefragt, meine Güte, ich bin hergekommen, um einen Geschichtsvortrag zu hören. Ja, das sind Sie auch. Aber Geschichte macht dann erst Sinn, wenn wir die ganze Geschichte sehen.

[1:05:13] Cestius bricht die Belagerung ab. Jesus hatte gesagt, wenn ihr Jerusalem von Kriegsherren belagert seht, dann flieht. Und alle, die Jesus ernst genommen haben, haben diese Chance ergriffen. Sie sind geflohen an diesen Ort, ein Ort namens Pella, der weit außer Reichweite war, wo sie in Sicherheit waren. Die Juden sind den Römern hinterher, haben die Römer noch geschlagen, haben noch geplündert und dachten, dass sie jetzt ein großes Fest feiern konnten. Ich kann mir vorstellen, wie viele Einwohner Jerusalems gesagt haben, also die Christen sind ja merkwürdig. Jetzt, wo wir den Sieg feiern, da fliehen die. Die sind wirklich ein bisschen überspannt. Die sehen auch immer gleich, die machen aus jeder Mücke einen Elefanten. Die müssten auch sehen, dass alles wieder besser wird. Es wurde gar nichts besser.

[1:06:06] Denn Nero hat sich das nicht lange angeschaut. Nur ein Jahr später und ein anderer General war auf dem Weg. Diesmal war es Vespasian. Und Vespasian kam nicht mit einer Legion, er kam mit vier Legionen. Und das sind die Feldzüge, die er unternommen hat. Die Jahre 68, 69 waren besonders bewegt. Nero hatte sich selbst umgebracht. Vespasian geht zurück nach Rom, um selbst dort Kaiser zu werden. Und er lässt seinen jungen Sohn, der damals 29 und 30 war, Titus zurück. Einen begnadeten Feldherrn mit der Aufgabe, du nimmst Jerusalem ein. Und das macht Titus.

[1:06:48] Im Jahre 70, am 1. Mai, kurz nachdem das Passafest gefeiert worden war und die Stadt wiederum voller Millionen Menschen war, hat Titus drei Legionen nach Nordwesten beordert, eine andere blieb am Ölberg und jetzt war die Stadt eingeschlossen. Am 10. Mai begannen die Kämpfe. Hier haben wir ein Bild aus einem italienischen Geschichtswerk, deswegen Italienisch hier nicht wundern. Hier ist der Ölberg, hier ist, wo Jesus stand, hier ist die Legion, die am Ölberg blieb, hier sind die anderen drei. Hier ist der Tempel, wird gleich noch wichtig werden. Der Angriff richtet sich zunächst gegen die sogenannte dritte Mauer, die hier ist, hier ist die zweite Mauer, hier ist die erste Mauer. In die dritte Mauer. Bollwerke werden errichtet und der Krieg beginnt. Es dauert nur wenige Tage, am 25. Mai bricht die äußerste Stadtmauer ein und die Rebellen ziehen sich zurück. Nur fünf Tage später bricht auch die zweite Stadtmauer ein und Titus weiß, dass er jetzt schon eigentlich quasi gewonnen hat und er bietet der Bevölkerung Frieden an und zwar, so sagen uns die Geschichtsschreiber, ist er selbst mit einer Gruppe von Soldaten quasi unerkannt in die Stadt hinein und hat auf dem Marktplatz den Juden Frieden angeboten.

[1:08:18] Was haben die gemacht? Sind so auf ihn gestürzt, dass diese Gruppe römischer Soldaten sich nur unter Mühe und so heißt es in den Geschichtswerken unter dem heldenhaften Einsatz von Titus selbst sich zurückziehen konnten. Als diese Stadt das Friedensangebot Gottes abgelehnt hat, haben auch die Friedensangebote der römischen Generäle keine Wirkung mehr.

[1:08:48] Am 4. Juni war die zweite Stadtmauer ganz vernichtet und jetzt hat Titus seine ganze Macht gezeigt. Er hat die gesamte römische Armee aufstellen lassen und hat ihnen öffentlich den Sold ausbezahlt. Was war der Sinn? Den Juden zeigen, das ist unsere Macht. Es hat vier Tage gedauert, allen Soldaten ihr Geld zu geben. Die Zeit hat sich genommen und wollte ihnen zeigen, schaut her, ich biete euch Frieden an. Wir haben die Macht, euch alle zu vernichten.

[1:09:22] Hier sehen wir Bilder, wie diese Stadtmauern eingerissen worden sind. Das ist der Stand jetzt gewesen. Hier die dritte Mauer und auch die zweite Mauer, die angegriffen wird. Das ist übrigens ein Bild von Jerusalem. Hier, das ist der Ölberg und hier sehen wir Titus mit seiner Armee. Hier ist der Tempel, hier ist das Kidrontal. Hier oder hier an dieser Stelle stand Jesus und hatte geweint. An derselben Stelle steht Titus und bereitet die Armee auf den Anschlag vor.

[1:09:56] Es braucht nicht lange und auch die zweite Mauer ist eingenommen, wie wir gerade gesehen haben und jetzt geht es hier gegen den Palast des Herodes und gegen die Burg Antonia, die hier am äußersten Ende des Tempelbezirkes steht. Hier ist der eigentliche Tempel, hier ist die Burg Antonia. Zunächst kämpfen sie gegen die Burg Antonia, denn Titus hat sich vorgenommen, wenn möglich den Tempel zu retten.

[1:10:22] Da gibt es einen Mann namens Josephus, von dem ich schon berichtet habe. Er ist der Geschichtsschreiber. Josephus war ursprünglich auch ein Kämpfer in diesem Krieg gegen die Römer gewesen und das folgende ist passiert. Ich muss die Geschichte ganz kurz erzählen. Klammer auf, okay. Wissen Sie, wie Josephus auf die römische Seite gewechselt ist? Er ist der bekannteste Geschichtsschreiber dieser Epoche. Josephus war mit einer Gruppe von anderen jüdischen Soldaten in einer Höhle versteckt und die Römer hatten die Höhle umzingelt und hatten sie aufgefordert, kommt heraus oder wir nehmen die Höhle mit im Sturm. Und Josephus wollte hinaus. Das Problem war nur, alle anderen der Gruppe wollten lieber Selbstmord begehen. Jetzt hat er aber nicht den Mut gehabt, als einziger raus zu gehen und hat er folgenden Vorschlag gemacht. Er hat gesagt, wir stellen uns alle im Kreis auf und dann wird jeder Dritte von seinem rechten Nachbar umgebracht. Also es waren genau 40 Leute. Also 1, 2, der Dritte wird umgebracht, der Sechste, der Neunte und dann kann man zählen, das geht bis zum 39. Und dann geht es weiter. 1, 2, 40, 1 ist der Zweite, der Fünfte und so geht die Spirale immer weiter. Und am Ende bleiben 2 Leute übrig. Jetzt an welcher Stelle muss man sich aufstellen, damit man übrig bleibt? Das ist das sogenannte Josephus-Problem in der Mathematik. Wir halten jetzt keinen Vortrag. Er stellte sich an Stelle Nummer 16 auf und blieb als Vorletzter übrig und hat den 31. überwältigt und ist alleine mit dem dann rausgegangen. Das nur nebenbei.

[1:12:00] Josephus war jetzt in römischen Diensten und hat versucht zu vermitteln. Er hat dem Volk deutlich gemacht, schaut mal her, wenn in der Bibel Gott auf unserer Seite war, dann mussten wir nie kämpfen, wir haben auch so gewonnen. Und wenn Gott gegen uns war, haben alle Armeen nichts genützt, wir haben trotzdem verloren. Und es sieht gerade so aus, als ob wir verlieren. Also lasst uns doch lieber gleich ergeben, bevor wir uns noch einfach alle umbringen. Er ist, so sagen uns Geschichtsschreiber, um die gesamte Stadt gelaufen. Das einzige, was er zu hören bekam, war das Zischen der Pfeile, die auf ihn niedergingen und der Steine.

[1:12:38] Währenddessen bricht eine Hungersnot aus. Mehrere Monate Belagerung führen dazu, dass die Millionen Menschen, die sich dort zum Passafest versammelt hatten, nicht genug zu essen haben. Nicht zuletzt war auch deswegen, weil Vorräte vorher verschwendet worden waren und einige der ganz wenig Reichen viel für sich zurückbehalten haben, im Fall der Fälle. Die Leute, die herausgehen, um vielleicht doch etwas außerhalb der Stadtmauer zu finden, werden von den Römern gekreuzigt. Und nicht nur ein oder zwei, das heißt, ab einem bestimmten Zeitpunkt waren die Kreuze so dicht, dass man durch das Tal-Kidron nicht mehr durchgehen konnte. Es war voller Kreuze. Es hat sich das wiederholt, was schon zur Zeit Jeremias passiert ist. Es haben die barmherzigsten Frauen ihre Kinder selbst kochen müssen, damit sie zu essen hatten in dem Jammer der Tochter meines Volkes.

[1:13:28] Darf ich Ihnen eine Frage stellen? Wenn Sie ein kleines Kind haben und Sie in einer Hungersnot sind, würden Sie Ihr Kind töten oder würden Sie lieber Ihr eigenes Leben geben für Ihr Kind? Was würden wir eher tun? Würden wir unser eigenes Leben geben für unser Kind oder unser Kind töten, damit wir leben? Ich glaube, wir alle würden sagen, wir geben unser Leben für das Kind. Wissen Sie was? Wissen Sie, warum das in unserem Herzen ist? Weil Gott es dort hineingeschrieben hat. Der Gott, der sich selbst gegeben hat für uns, hat das in unser Herz geschrieben. Aber die Wahrheit ist, wenn man sich gegen Gott entscheidet, verliert man irgendwann all das, was in unserem Herzen wirkt. Diese Geschichte ist Beweis dafür, dass Menschen in Jerusalem kein Wirken des Heiligen Geistes an sich mehr erlaubt haben. Sie haben nur noch in purer Selbstsucht gehandelt. Lieber ihre eigenen Kinder gekocht.

[1:14:44] Schon der alte Mose hatte das in seinem letzten Buch vorgesehen. Denn sie wird dieselben vor lauter und auf ihre Nachgeburten, die zwischen ihren Beinen hervorkommen und auf ihre Kinder, die sie gebiert. Und sie werden sie dann auch noch in ihrem Herzen verbringen. Sie werden sie dann auch noch

[1:15:02] in ihrem Herzen verbringen. Sie werden sie dann auch noch in ihrem Herzen verbringen. Die Wahrheit ist, das hat Gott nicht angeordnet. Das ist nicht die Strafe Gottes. Die Wahrheit ist, das war die Folge von einer wiederholten und wiederholten und wiederholten Ablehnung der Gnade Gottes. Die Gnade Gottes Ablehnung.

[1:15:26] Die Kreuze standen im Tal und dieser Jesus, Sohn des Ananus, rief in diesen Stunden: Wehe, nicht wehe, wehe Jerusalem, sondern wehe, wehe mir. Obwohl er genau wusste, was gekommen ist, ist er doch in der Belagerung gestorben. Er ist von einem Stein getroffen worden und ist getötet worden.

[1:15:48] Es gibt heute viele Menschen, die wissen genau, was kommt. Aber sie nehmen das Angebot Jesu nicht an. Wehe, wehe mir. Sie hatten gerufen: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder. Das ist übrigens Josephus, der versucht, als der letzte menschliche Vermittler noch das Volk zu retten. Aber schon ganz andere Hände hatten sich ausgestreckt nach diesem Volk. Es war vergebens.

[1:16:22] Titus, der versucht hatte, den Tempel zu retten, hatte keine Chance, denn einer, der größer war als Titus, hatte gesagt: Hier wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Schon am 20. Juli schätzt man, dass die Todeszahl in Jerusalem bei ungefähr 600.000 war. Zu diesem Zeitpunkt werden alle diejenigen, die es heraus schaffen und nicht gleich gekreuzigt werden, als Deserteure aufgeschnitten.

[1:16:46] Warum? Einige der Araber und der Syrer haben festgestellt bekommen, dass einige wenige Juden Gold geschluckt hatten, um noch ein bisschen Reichtum mit herauszuretten. Und die Kunde ging ganz schnell durch das römische Lager. Die jüdischen Deserteure haben Gold geschluckt. Dann wurden sie alle aufgerissen.

[1:17:06] Am 24. Juli wurde die Burg Antonia von zwei Dutzend Römern in Eigeninitiative erobert. Und jetzt ging es gegen den Tempel. Am 5. August wird der Opferdienst im Tempel eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden auch jeden Tag Opfer gebracht. Viele Priester laufen zu den Römern über. Titus versucht, den Tempel zu schonen und die Hungersnot führt zu immer größeren Exzessen. Kein Mensch kann dieses Elend wirklich mit Worten beschreiben.

[1:17:38] Am 28. August entscheidet Titus in einem offiziellen Kriegsrat in der römischen Armee, dass der Tempel nicht zerstört werden soll. In der Nacht zum 29. ist ein römischer Soldat aus der Rand und Band und wirft eine Fackel in den Tempel. Einen Tag später brennt der Tempel. Titus, so sagen uns die Geschichtsschreiber, rennt selbst in den Tempel hinein und versucht mit einigen Leuten den Brand aufzuhalten. Und es scheint zu gelingen.

[1:18:14] Und als sie den Tempel verlassen, wird von denjenigen, die mit ihm gegangen sind, eine Fackel und wirft sie zurück. Damit nicht genug. Ein falscher jüdischer Prophet erklärt den unwissenden Kindern und Frauen, dass Gott Gnade haben wird, wenn sie alle in den Tempel rennen. Und tausende von Frauen und Kindern rennen in den brennenden Tempel. Der Tempel vergeht. Die Menschen werden abgeschlachtet.

[1:19:00] Über all dem Feuer und all den Rufen der Menschen hört man den Schrei Icabod. Die Herrlichkeit hat uns verlassen. Und hier haben wir die Geschichte. Als Geschichte auf dem Titusbogen in Rom.

[1:19:18] Vielleicht gibt es einige Menschen, die den Eindruck haben, Gott hat die Juden gestraft. Das ist etwas, was in der Christenheit immer wieder gesagt worden ist. Aber wenn ich die Geschichte richtig lese und richtig anschaue, dann kam dort kein Engel vom Himmel und hat Jerusalem zerstört. Es waren die Römer. Die Juden hatten sich gegen Gott gestellt und ernteten, was sie selbst gesehen haben.

[1:19:52] Es ist wie ein Kind, dem man sagt: Geh nicht zum Fenster, lehne dich nicht aus dem Fenster, lehne dich nicht aus dem Fenster. Und es tut es doch und stirbt. Derjenige, der ruft: Lehne dich nicht aus dem Fenster, straft das Kind nicht, wenn es stirbt. Die Juden hatten sich entschieden: Wir wollen Christus töten, damit wir die Römer gewinnen. Es waren die Römer, die ihr Schicksal wohnten.

[1:20:24] Was sind deine Römer, lieber Freund, liebe Freundin, die dir wichtiger sind als Jesus? Die Römer haben keine Gnade. Was auch immer es ist, wir ernten, was wir sehen. Das ist ein ernstes Beispiel für das, was passiert.

[1:20:48] Am 25. September nehmen die Römer die obere Stadt ein und am 26. Dezember ist Jerusalem völlig eingenommen. Man schätzt, ungefähr eine Million Menschen ist umgekommen. Der Rest wird verkauft. Und das all das, sagt die Bibel, ist ein Symbol für das Ende der Welt.

[1:21:12] Denn auch am Ende der Welt steht eine zerstörte Erde. Aber so wie damals es eine Gruppe von Einwohnern in Jerusalem war, die überlebten, weil sie flohen. Weil sie auf die Chance, die sie hatten, vertrauten. So wird es auch am Ende die geben, die überleben. Die zum Leben eingeschrieben sind, in Jerusalem sozusagen. Da wird es diejenigen geben, die diese eine Chance, die Gott ihnen in seiner Gnade gibt, nämlich Jesus Christus, annehmen.

[1:21:56] Es gibt nur eine Chance. Es gibt nur einen, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Wenn Matthäus 24 heißt: Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Ein Ereignis von überwältigender Größe.

[1:22:20] Wir werden noch in einem späteren Vortrag etwas mehr Gedanken darüber machen. Es heißt, seine Auserwählten werden versammelt von den vier Himmelsrichtungen her. Aber da wird es auch die geben, die nicht leben werden, sondern die durch die Erscheinung seiner Wiederkunft beseitigt werden. Nicht, weil Gott sie straft so sehr, sondern weil sie sich selbst gegen das Leben entschieden haben.

[1:22:50] Und Jesus gibt auch uns Zeichen. Er sagt, es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Stern, auf Erden Angst der Heidenvölker, Ratlosigkeit. Die Menschen werden nicht wissen, noch ein noch aus, was kommt auf sie zu. Er sagt, die Sonne wird verfinstert werden. Der Mond wird seinen Schein nicht geben. Die Sterne werden vom Himmel fallen.

[1:23:10] In Offenbarung sah Johannes ein großes Erdbeben. Er sah, wie die Sonne schwarz wurde. Er sah, dass der Mond wie Blut wurde. Wenn Sie wissen wollen, womit es damit auf sich hat, bleiben Sie uns treu und schauen Sie die nächsten Wochen weiter unsere Serie. Und wir werden die Sonne als Zeichen ergeben.

[1:23:34] So wie es ein Zeichen gab, so dass alle, die auf Christus vertrauten, wussten: Jetzt ist es soweit, wir können unsere Chance ergreifen, wir können leben. So wird es am Ende der Zeit Zeichen geben, sagt Jesus. Und genauso buchstäblich, wie sich alles erfüllt hat im Kleinen, genauso buchstäblich wird sich alles erfüllen im Großen.

[1:24:04] Es heißt, die Königin der Erde und die Großen und die Reichen und die Herrführer und die Mächtigen und alle Knechte und alle Freien verbargen sich in den Klüften und in den Felsen der Berge. Und sie sprachen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen. Am Ende der Zeit werden die Menschen sich wünschen, zu sterben, als Jesus zu sehen.

[1:24:26] So wie die Einwohner von Jerusalem nicht ihre Chance ergreifen wollten und lieber den Tod gewählt haben, als ein Leben mit Jesus zu leben. Also auch ihr, wenn ihr dies alles seht, so erkennt, dass er nahe vor der Tür ist.

[1:24:46] Unsere Serie heißt Magna Conflicto, wir sind am Ende unseres heutigen Abends fast angelangt. In dieser Serie wollen wir nicht einfach nur ein bisschen unser Geschichtswissen auffrischen. Wir wollen nicht einfach nur uns intelligenter machen. Wir wollen einen Konflikt vorstellen, der sich in dieser Geschichte ganz fundamental zeigt und der dann 2000 Jahre lang sich entfaltet auf allen Ebenen.

[1:25:08] Was wir heute in diesem kleinen Romanesco-Detail gesehen haben, werden wir in den nächsten 20 Vorträgen auf großer Bandbreite sehen. Damit wir vorbereitet sind auf die letzte Auseinandersetzung. So erkennt, dass er nahe vor der Tür ist. So wacht nun. Wir müssen wachen.

[1:25:28] So wie die Christen damals geschaut haben, wann es dieses Zeichen auch schon gehalten haben nach dieser Chance. So dürfen auch wir wachen. Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb fallen könnte.

[1:25:48] Die Bewohner von Jerusalem waren überrascht, als Titus plötzlich wiederkam. Die Christen waren nicht überrascht. Sie waren sicher in Pella. Wissen Sie, wie viele Christen in Jerusalem gestorben sind? Niente. Zero. Null. Kein einziger. Nicht ein einziger, der diesem Wort vertraut hat.

[1:26:18] Wissen Sie, was das bedeutet? Dass nicht ein einziger, der diesem Wort vertraut, nicht ein einziger, der Jesus beim Wort nimmt, nicht ein einziger, der Jesus glaubt, verloren gehen wird. Eine Chance. Ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht an, noch der Finsternis.

[1:26:50] Der letzte Vers für heute. Wenn Sie nämlich sagen werden: Friede und Sicherheit, die Belagerung wurde abgebrochen, die Römer ziehen sich zurück, es ist alles wunderbar, lass uns weiter feiern. Ist es nicht so, dass diese beiden Worte in unserer heutigen Gesellschaft Friede und Sicherheit sind? Das ist das, wonach wir streben. Das ist das, wonach unsere Politiker streben. Das ist das, was wir als Zukunftshoffnung für diesen Planeten haben. Friede und Sicherheit.

[1:27:22] Wenn Sie das sagen werden, dann wird Sie das Verderben plötzlich überfallen, wie die Wehen eine schwangere Frau und Sie werden nicht entfliehen.

[1:27:30] Vielleicht ist das, was wir heute besprochen haben, Ihnen im Wesentlichen nicht neu. Vielleicht auch total. Vielleicht schauen Sie gerade zu und Sie haben sich geflasht. Und vielleicht haben Sie vorher noch nie etwas über Jesus gehört. Aber vielleicht haben Sie heute so viel verstanden, dass Sie sagen: Da ist wohl mehr dran. Ich möchte mich mehr damit beschäftigen.

[1:27:52] Ein Vortrag reicht nicht aus, um mein ganzes Leben Jesus zu übergeben. Aber ich möchte mich mehr damit beschäftigen. Ich glaube, ich möchte diese Chance untersuchen. Denn mir ist bewusst geworden, dass es nicht reicht, einfach nur zu sagen: Wehe, wehe. Nicht irgendein Jesus. Kein Jesus von Ananus. Sondern der Jesus, der um mich weint, dem das Herz bricht und der alles für mich tut, alles investiert, damit ich bei ihm sein kann.

[1:28:22] Und wenn das Ihr Wunsch ist, zu sagen: Ja, ich möchte mich damit mehr beschäftigen, ich möchte diese Chance ergreifen und einfach mehr von ihm lernen, um vorbereitet zu sein, dann wird Gott Ihnen das zeigen, was noch dazu gehört, was noch diesen Weg vertiefen wird. Wer von uns, die wir heute hier sind, möchte sagen: Diese eine Chance, die möchte ich mir nicht entgehen lassen. Amen.

[1:28:54] Lass uns doch gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen danken, dass dein Wort zu uns gesprochen hat, dass die Geschichte zu uns gesprochen hat, dass wir es lernen durften, dass wir die ganze Menschheitsgeschichte in einer einzigen Begebenheit wie in einer Nussschale betrachten konnten.

[1:29:16] Und wir bitten dich von ganzem Herzen, dass du uns diese Chance ergreifen lässt. Wir möchten dir glauben, auch wenn andere darüber lachen und spotten. Ich glaube, die Christen in Pella waren froh und dankbar, dass sie dir geglaubt haben, wenn sie vorher verlacht und verspottet worden sind.

[1:29:34] Und so bitten wir dich, dass du bei uns bist und uns morgen Abend schon wieder gesund hier zusammenbringst, um weitere spannende Themen zu hören und zu sehen, wie dieser große Konflikt sich entwickelt hat und wie wir auf deiner Seite stehen können. Im Namen Jesu beten wir. Amen.


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